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Idealismus Idee
Nachahmung des Modclles enthalten. Seine Einbildungskraft selbst muß dann,durch das ihr eigne Vermögen, Gestalten zu bilden, das Bild dazu hcrvorbringen..Und dies that Phidias. Das Urbild des Schönen, das der Künstler in seinem In -nern trägt, wird, wie Cicero sagt, der Lenker seiner Kunst und seiner Hand, unddadurch wird der Künstler ein Schöpfer, insoweit es der Mensch zu sein vermag.Durch das Verfahren der dichtenden oder bildenden Einbildungskraft erscheint derdargestellte Gegenstand einmal als ein nichtwirklicher (bloß möglicher), und dannals einer, der alle Wirklichkeit übcrtcifft. Nun stehen das Werk des Künstlers unddas Werk der Natur nicht mehr in demselben Gebiet, und erlauben auch nicht mehrdenselben Maßstab. Welche Folgerungen sich hieraus ergeben, wird man da sehen,wo das Wesen der schönen Kunst entwickelt wird. <i>!.
Idealismus nennt man gewöhnlich dasjenige philosophische System,nach welchem die Dinge außer uns als bloße Erscheinungen betrachtet und aus demmenschlichen Vorstellungsvermögen erklärt werden, und nur der Betrachtende sichselbst für etwas Wirkliches halt, oder nach einer andern umfassendem Bestimmung:in welcher das Ideale als das Ursprüngliche gesetzt, das sogenannte Reale daraufzurückgeführt wird. In der Philosophie der Alten war Idealismus jener Art seinerNatur nach unmöglich. Descartes gab zu ihm die Veranlassung, Malebrancheging noch einen Schritt weiter, decBischofBerkelcy (s. d.) aber suchte das Nicht-dasein der Materie zuerst zu beweisen, und ist deshalb als der Urheber des neuernIdealismus anzusehen. Sein System ist dieses: Es ist keine von unsern Vorstel-lunge» unabhängige Materie vorhanden, sondern die Ideen, die wir von der Kör-perwelt haben, entstehen durch die Einwirkung Gottes auf unsern Verstand, unddie ganze Körperwelt besteht eigentlich nur im Verstände Gottes, der nach einerbestimmten Ordnung die sinnlichen Vorstellungen in uns erweckt, welche Ordnungde» Lauf der Natur ausmacht. Kant nennt diesen Idealismus den dogmatischenoder schwärmenden, und setzt ihm entgegen seinen kritischen, auch formalen undtransscendentalen genannt. Wenn jener behauptet, alle Erkenntnis durch Sinneund Erfahrung sei nichts als lauter Schein, und nur in den Ideen des reinen Ver-standes und der Vernunft sei Wahrheit; so behauptet hingegen dieser, alle Erkennt-nis durch Sinne und Erfahrung sei zwar nur Erkenntnis der Erscheinungen, aberdie einzige Erkenntnis für uns, worin Wahrheit sei. Der Kant'sche Idealismuserscheint sublimirt in der Philosophie Fichte's, welche, mit Hintansetzung der Natur, lediglich die absolute Subjektivität als reine Wahrheit geltend machen will.Der Geist dieser Philosophie besteht in der Subjektivität des Objectiven, Alles wirbzurückgcführt auf das Ich, welches sich ein Nichtich entgegensetzt, und daraus ent-wickelte sich ein System der absoluten Identität (Eincrleiheit) des Subjektiven undObjectiven (der Vorstellung und des Vorgestellten, der Welt in uns und der Weltaußer uns, des Gedankens und der Gegenstände, des Geistes und der Materie)im Ich, welches System besonders durch Schelling auf eine blendende Weise ans-geführt wurde. <1,1.
Idee. Nach dem gemeinen Gebrauche dieses Wortes im täglichen Lebenund dem ziemlich glcichstehenden in der Philosophie Locke'S und Wolfs ist Idee soviel wie Vorstellung. (Vgl. G edanke.) In diesem allgemeinern Sinne sagte H.v. Bonald: „Ol, ne Umiliv p-m len icköen". Nähern wir uns der ursprünglichenBedeutung, welche Plato diesem Worte gab, so verstehen wir darunter die demWesen der Dinge entsprechenden Grundgedanken des Geistes. Es gibt gewisse Vor-stellungen, deren Gegenstand weder durch einen Verstandesbegriff noch durch einesinnliche Anschauung völlig dargestellt werden kann, weil derselbe ein Unbedingtes,ein Unbegrenztes, ein Unendliches ist, das kein Raum und keine Zeit ganz faßt, undwelches folglich auch keine Erscheinung ganz darstellt. Solche Vorstellungen sindnur möglich durch eine Kraft in uns, welche das Unbedingte, Unendliche zu denken