Druckschrift 
5 (1830) H bis Jod
Entstehung
Seite
470
Einzelbild herunterladen
 

470

Jchtyolith Ideal

dieser Vorstellungsweise ist das Ich selbst kein Gegenstand des Bewußtseins (d. b,es kommt nie als etwas Wirkliches zum Bewußtsein), sondern der letzte Grund desBewußtseins, von welchem alle einzelne empirische Handlungsweise ausgehe, javon dem selbst das empirische Ich nur Accidenz, und Alles, was außer dem Ich,Product sein soll. P.

Jchtyolith (griech.), in der Mineralogie ein versteinerter Fisch, öderemStein, in welchen ein Fisch abgedruckt ist.

Ida (alte Geogr.). 1) Gebirge in der Landschaft Troas, an dessen Fuße dieStadt Troja lag, und dessen Abhang bis an das Meer eine Ebene bildet, auf wel-cher die Belagerung der Stadt Troja verging. Sein südlicher Theil hieß GargaruS,und eine der höchsten Spitzen desselben Kotyllus. Auf dem Jda befand sich ein Tem-pel der Cybele, welche daher die idäische Mutter (läsen mster) genannt wurdeHier entschied Paris den Streit der 3 Göttinnen und sprach der Venus den Preisder Schönheit zu. Von hier soll auch Ganymed entführt worden sein. Überhauptist der Jda der Schauplatz vieler griechischen Mythen. Auf ihm wuchsen besondersFichten, weswegen das idaische Pech berühmt war. 2) Ein Berg auf dDJnselKreta, eigentlich nur der mittlere und höchste Gipfel des Gebirges, welches vonW. nach O. die Insel durchschneidet; der westl. Theil wurde Leuki (slbi montes),der östl. Dikte genannt. Dieser höchste Gipfel des Gebirges, vorzugsweise Jdagenannt, jetzt Psiloriti, hat an seinem Fuße einen Umfang von 600 Stadien (nachBarthelemy Toisen, oder 360,000 Fuß). Oben endigt sich dieser Gipfel in 2 Fel-senspitzen, die fast immer mit Schnee und Eis bedeckt sind. Er gewährt seinerHöhe wegen eine weite Aussicht und ist mit Fichten-, Ahorn- und Cedernwälderneingefaßt, sonst aber nicht sehr fruchtbar. Unter den wenigen Gewächsen, die aufdiesem Berge wachsen, ist die Tragacantha (Bocksdorn) bekannt. Reiche Quellenentspringen auf demselben, welche die benachbarten Felsen befruchten. In den Höh-len auf demselben haben die ersten Anbauer von Kreta gewohnt. Auch soll dort dieerste Erfindung des Eisens gemacht worden sein. Vor allen war das Gebirge Jdaberühmt als Jupiter's Geburtsort. (S. Kandia.)

Idalium, ein von den Dichtern oft genannter Ort auf der Insel Cypern. Ne-ben demselben lag auf einem Berge ein Tempel u. Hain der Venus (Veauoläalis).

Ideal, im Allgemeinen Urbild, ein Gegenstand höchster Vollkommenheit,wie wir ihn durch Ideen denken und durch Einbildungskraft veranschaulichen;idealisch Das, was sich über die Wirklichkeit erhebt und nur ein Gegenstandder Einbildungskraft ist. In der Ästhetik bezeichnet man mit diesem AusdruckEtwas, das einer Idee gemäß gebildet ist, im Gegensätze von Dem, was bloß dieWirklichkeit zum Vorbilde hat. Es gibt nämlich 2 Arten ästhetischer Nachbil-dung, die bloß individuelle und die idealische. Jede hat ihren eigcnthümlichenCharakter. In jener erscheinen die Gestalten im Charakter der wirklichen oder ge-meinen Natur, mit allen individuellen Mängeln, Beschränkungen und Gebrechenderselben, in dieser als Wesen einer hohem Natur, welche nur das Wesentlichedarstellt, und alle zufällige Züge, Mängel und Beschränkungen der individuellenBildung vermeidet. Die Einbildungskraft gelangt zu solchen Kunstidcalen durchAbstraktion von den Anschauungen individueller Bildungen. Indem die Einbil-dungskraft die bloß individuellen und zufälligen Merkmale von den wesentlichen ad-sondert und nur diese darstellt, entstehen Jdealbildungen einer besondern Art;sondert sie das Eigenthümliche dieser Art aufs Neue von dem Wesentlichen und All-gemeinen ab, so entstehen Jdealbildungen einer Hähern Art, und fährt sie mit die-ser Absonderung besonderer Bestimmungen immer weiter fort, so gelangt sie end-lich zu einem höchsten, allgemeinen Ideale, das als das reine, keiner weitern Ab-sonderung und Verallgemeinerung fähige Idealbild der ganzen Gattung zu betrach-ten ist. Durch diese Fähigkeit erschafft der Mensch Bildungen, die über die wirkli-

»

s