Druckschrift 
5 (1830) H bis Jod
Entstehung
Seite
469
Einzelbild herunterladen
 

469

Ibis

Ich

nach Westen gedrängte, europäische Volk, bildete die Grundlage der BevölkerungItaliens, Galliens, Hispaniens und Lusitanicns. Ihre Sprache lebt noch imMunde der Basken. Mit ihnen vermischte sich ein später eingewandertes Volk, dieCeltenss. d.), die als ein Stammvolk Spaniens betrachtet wurden.

Ibis, der den Priestern Ägyptens als Sinnbild ihres Vaterlandes heil. Vo-gel und nach Älian X, 29, Symbol der Rede. Den von ihm erhaltenen Bildernnach, ist er der noch jetzt in Ägypten wohlthätige Schlangentödter, etwas größerals unser Storch; denn er ist M 40 Zoll lang. Er nistet auf PalmbäumenD und nährt sich am liebsten da, wo der Nil eben zurückgetreten ist und Schlangen,' Frösche, Fische und Jnsekteneier rc. im Schlamme zurückgelaffen hat. SelbstAegypten hat 2 Jbisarten, die eine hat ein röthliches Gesicht mit rothem Schnabeli und Beinen bei einem schwarzen Gefieder des Körpers, die andre auch ein röthlichesnacktes Gesicht, aber ein weiß röthliches Gefieder am Körper. Der Schnabel istungefähr 7 Zoll lang, von gelber, gegen die Spitze röthlicher Farbe, leicht gekrümmtmit stumpfer Spitze, die Kehle ist unten nackt und großer Erweiterung beim Ver-schlinget fähig.

Ibykus, griechischer Lyriker, Zeitgenosse des Anakreon, nach der gewöhn-j lichen Angabe aus Rhegium in Unteritalien, lebte um die Mitte des 6. Jahrh. vorEhr. Er begab sich nach Samos zu der Zeit, als Polykrates über diese Insel^ herrschte, und brachte daselbst sein Leben zu. Auf einer Reise, erzählt man, wurde

^ er von Räubern überfallen und getödtct. Da er keine Rettung sah, so drohte er

ihnen, die Kraniche, die so eben über ihren Köpfen wegflogen, würden seine Rä-cher sein. Als diese Räuber nachher zu Korinth einen Zug Kraniche in der Lust er-blickten, sagte einer zu dem andern lachend:Siehe da die Rächer des Jbykus!"Dies hörte Einer der Umstehenden und zeigte es der Obrigkeit an, welche die Räu-ber gefangen nehmen und, nachdem sie den Mord des I. eingestanden hatten,j hinrichtcn ließ. I. soll 7 Bücher lyrischer Gedichte in dorischer Mundart geschrie-

^ ben und das musikalische Instrument Sambuka, nebst einer Gattung Gedichte,

worin ec sein Leben besang, und die nach ihm ibykinischc Lieder genannt wurden, er-funden haben. Wenige Fragmente sind von ihm übrig. Das Schicksal des I.hat übrigens zu Schillec's schöner Ballade!Die Kraniche des Jbykus", Veranlas-sung gegeben.

^ Ich nennt Jeder sich selbst und was unmittelbar zu seiner Person gehört,

^ vorzüglich sein geistiges Selbst oder seine Seele, die mit ihren eigenthümlichmÄußerungen und Wirkungen, als Gegenstand des innern Sinnes, vom Körper,als Gegenstand des äußern Sinnes (der insofern zum Nichtich gehört), verschieden,aber mit demselben auf die innigste Weise verbunden ist. Dieses Ich wird auch, in-sofern es in seinen individuellen Äußerungen und Erscheinungen (d. i. in den be-! stimmten Zuständen des Vorstellcns, Fühlens und Begehrens) betrachtet wird, von

! den Philosophen das empirische Ich genannt, indem man es von dem sogenannten

; transscendentalen (nicht durch einzelne Wahrnehmung erkennbaren) Ich, d. i. von

i der Seele als reinem und beharrlichem Subjecte der Gedanken, mit Hinwegdenkung

l aller besondern Zustände und Äußerungen derselben betrachtet, unterscheidet. Die

Kant'sche Schule betrachtet die Vorstellung Ich als Product und Gegenstand derreinen Thätigkeit des Bewußtseins, oder als das Bewußtsein des Bewußtseins, dassich selbst in seiner Thätigkeit festhält. Fichte suchte jene Vorstellung noch höher zusteigern und über das Bewußtsein hinauszugehen, indem er die Behauptung um-kehrte und das Bewußtsein als Product des Jchs, das Ich selbst aber (welches ernun insofern das absolute oder reine nannte) als das Subject betrachtete, wel-ches das Bewußtsein hervorbringe und construire. Das reine Ich, lehrte er, sei ab-solute Thätigkeit, welche sich selbst setzt (daher der erste Grundsatz seiner Philo-tz sophie: Ich bin Ich, AA), und sich ein Nichtich (Object) entgegensetzt. Nack>