Hylozoismus Hymnus 461
Mm sahen, wurden sie so entzückt von seiner Schönheit, daß sie ihn hinabzogen,»>d der Erde entrückten. Hercules rief vergebens des Lieblings Namen an denUfern, und versäumte darüber, zur Argo zurückzukehren, die ohne ihn ihre Reise„ach Kolchis fortsctzte.
Hylozoismus, eigentlich die Behauptung oder die Durchführung derAnsicht, daß die Materie lebe. Dieses Leben im weitern Sinne leiten Einige voneiner durch die Natur verbreiteten Weltseele ab, daher auch diese Lehre häufig Hy-lozoismus genannt wird.
Hymen, Hymenäos, der Vermählungsgott der spätem Griechen,von welchen die Vermählung selbst und der Brautgesang ebenfalls Hymenäos ge-nannt sein sollen; wahrscheinlicher ist aber, daß umgekehrt der Vermählungsgottseinen Namen von dem Brautgesange habe, weil man diesen früher findet alsjenen. Nach der gewöhnlichen Meinung war Hymenäos ein so schöner Jüngling,daß man ihn leicht mit einer Jungfrau verwechselt hätte; allein er war arm, undliebte deshalb, obschon nicht unerwidert, doch unglücklich. Um der Geliebtennahe zu sein, kleidete er sich einst am Feste der Eleusischen Eeres in weibliche Trachtund mischte sich in die Feier. Während dieser drang eine Schar Seeräuber einund raubte unter den sämmtlichen Jungfrauen auch ihn. Als die Räuber aufeiner wüsten Insel gelandet und vor Müdigkeit entschlummert waren, ermordeteer sie, eilte nach Athen zurück und gelobte die geraubten Jungfrauen alle zurück-zubringen, wofern man ihm die Geliebte vermählen wolle. Mit Freuden willigteman ein, und weil, sagt man, seine Ehe so glücklich war, so gedachte man seinerzuerst in allen Brautgesängen, bis er nachher vergöttert wurde. Indes fehlt esnicht an andern Sagen, deren Verschiedenheit auch nichts Gewisses über seine Her-kunft erwarten läßt. Bald heißt er der Sohn des Tonkünstlers Magnes, bald desBacchus und der Venus, bald Apollo's und einer Muse; und zwar weiß man wie-der nicht, ob Urania, Terpsichore, Klio oder Kalliope. Claudia» sagt, daß Venusdem Sohne der Muse Obmacht über die Ehen ertheilt, daß man ohne ihn sich nichtim bräutlichen Lager vereinigen und nicht die hochzeitlichen Fackeln anzünden dürfe.Genug, er kam ins Gefolge der Göttin der Liebe und unter Amor's Gefährten.Keine Vermählung fand statt, wobei er, der Ehestifter, nicht feierlich angcrufenwurde. Er erscheint: um die Stirn die Blüthe des Majorans, in der Linken denfeuerfarbigen Hochzeitschleier, in der Rechten die hochzeitliche Fackel, an den Füßengoldene Sandalen; .Gesang und Tanz begleiten ihn. Beim Tode des Adonis läßtBion ihn seine Fackel verlöschen und den hochzeitlichen Kranz zerreißen. Glaubenwir dem schönen Hymnus Catull's an diesen Gott, so hatte Hymen seinen Sitzauf dem Helikon bei den Musen. < 16 .
Hymettus, ein Gebirge (jetzt Trellowuno) in Attika, berühmt durch dieMenge und Vorzüglichkeit des Honigs, welchen die Bienen hier einsammelten.Dieser Honig bleibt immer flüssig. Jupiter, dem auf diesem Gebirge ein eignerDienst geweiht war, führte davon den Beinamen H yme tti us, der hymettische.
Hymnus (griech.), ein Lobgesang, welcher zu Ehren der Götter oder Heroenbei feierlichen Opfern und Festen mit Begleitung der Musik, oft auch unter feierli-chen Tänzen, gesungen wurde. Nach den Gottheiten erhielt er verschiedene Nameni und Charaktere, z. B. Dithyrambus, Päan rc.; dann jedes Loblied oder jede Ode,worin ein übersinnlicher oder vorzüglich erhabener Gegenstand im erhabenenSchwünge der Dichtkunst besungen wird. Viele Psalmen der Hebräer sind in die-ser Rücksicht auch Hymnen zu nennen und dem morgenländischen Charakter undihrer Religion zufolge noch feuriger und religiöser als die Hymnen der Griechen.Letztere waren früher fast ganz episch (wie die Homerischen); sie erzählten die My-then der Götter und gaben von ihnen wie von den Thaten der Menschen eine an-schauliche Schilderung. Die spätem, wie die des Pindar und Kallimachus, wur-