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'bischen Bunde vereint, 1519 gegen seinen Erbfeind, Ulrich von Würtemberg,Felde, wo er mit dem tapfern Iran; von Sickingen vertraut wurde. Nach beer-digtem Kriege ging er für einige Zeit wieder nach Mainz, wo er von allen SeitenBeifall für die mancherlei gegen die Hierarchie gerichteten Schriften ärntete. Uniaufs Neue in der Art aufzutreten, begab er sich in die Einsamkeit seiner väterlichenBurg. Eine Schrift folgte hier der andern, Roms Übermuth und Schlechtigkeitin vollem Lichte darzustellcn, und da man dort dabei nicht ruhig blieb, sondern beiH.'s Gönner, Albcecht von Mainz, klagte, so verlor er am Ende zwar diesen Gör-<»er, trat aber nun nicht nur mit Luther in unmittelbare und offene Verbindung,sondern begann auch späterhin, Alles deutsch zu schreiben, statt daß er vorher mr!in lat. Sprache arbeitete. Dadurch kam es so weit, daß man in Rom seine Aul-xlieferung verlangte, daß man gegen ihn Meuchelmörder anstellte, und er in Karls V.Hauptquartiere selbst nicht sicher war. Der treue Freund, Franz von Sickinge»,räumte ihm aber eine Stätte in seiner Burg ein, und sie war nun der Ort, von man Fürsten und Volk neue Sendschreiben ergingen. Inzwischen begann Sicking«,eine blutige Fehde mit dem Erzbischof Richard von Trier. Sie endete unglücklichfür den Ritter, und H. mußte einen andern Zufluchtsort aussuchen. Er hoffte ihnin der Schweiz zu finden, aber Erasmus war ihm entgegen, sodaß er von einemOrte zum andern mußte, bis er endlich, 36 I. alt, von seiner neu ausgebrochenenKrankheit überwältigt, aus der Insel Usnau im Zürchersee den 31. Aug. 15Adie Ruhe fand, die ihm auf Erden, theils in Folge seines Charakters, theils seinerFamilienverhältnisse, theils seiner Arbeiten, nie zu Theil geworden war. H. war Ieiner der freimüthigsten, kühnsten Männer seiner Zeit, ein Vorläufer undBeför- Hderer der Reformation, ein Beispiel, ein Gehülse für Luther, den ec nie persönlichkennen lernte, denn in Augsburg (1518) achtete er ihn, den Bettelmönch, zu we-nig. Allein späterhin war er von der größten Achtung für den gleichgesinnten,kühnen Mann durchdrungen, wie er es früher schon für Reuchlin gewesen war.'Könnte man ihm etwas Böses nachsagen, so wäre es eine Art Leichtsinn, der ihnso manche Verhältnisse übersehen ließ, die schonender behandelt werden mußten,wenn man mit Erasmus sprechen will. Aber sein Wahlspruch: Es sei gewagt!(laetu ulen esto!) ließ ihn daran so wenig wie den vom Glück mehr begünstigt«Luther denken. Unrecht, Betrug, Heuchelei, Tyrannei empörten ihn, und so ent-larvte er sie mit aller Kraft der Feder, die ihm wie Wenigen, besonders in der la-teinischen Sprache, unter allen Gestalten zu Gebote stand. Sein gerader, m-thiger Sinn ließ ihn, wenn auch alle seine Freunde zitterten, nichts fürchten. Manzählt 45 Schriften von ihm, mehre ungerechnet, bei welchen es nicht mit Gewißheitausgemittelt ist, ob sie von ihm herrühren. Eine Sammlung derselben ist nachmancherlei mißlungenen Versuchen endlich zu Stande gekommen, aber auch dieserhaben der Obskurantismus und Secvilismus unseres Jahrhunderts — den edel»Ritter noch im Grabe verfolgend — Hindernisse in den Weg gelegt, die einer bes-sern Nachwelt unglaublich scheinen werden. Sie erschien in 5 Bden. (Berlin undLeipz. 1821 — 25); Hcrausgeb ist E. I. H. Münch. Vgl. „läpiit. obncur.vir." Die vollständigste und neueste Lebensbeschreibung des Ritters ist in Nürn-berg 1823 von C. I. Wagenseil in Augsburg, der sich fast ein halbes Jahrh. langmit dem Studium von H.'s Schriften beschäftigt hat, erschienen.
Hüttenkunde, ein Theil der angewandten Chemie, welcher die in denErzeugnissen des Mmeralceichs befindlichen Körper durch zweckmäßige Behandlungim Großen darstellen lehrt, und welcher die Regeln angibt, nach denen diese Darstel-lung mit den größten ökonomischen Vortheilen bewirkt werden kann. Die Hütten-kunde in ihrem weitesten Umfange und in ihrer größten praktischen Ausdehnungist eine Wissenschaft, die ihre Lehren aus sehr verschiedenen Doctrinen entlehntObgleich Chemie und Mineralogie die eigentliche Grundlage der Hüttenkunde aus-