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Hutten
Weisen hatte. Auf dem Stammschlosse Steckelberg, 3 Meilen südl. von Fulda, wardH, den 20. April 1488 geb. Im 10. I. that ihn sein Vater nach Fulda ins Stift,W ihn zum Mönch erziehen zu lassen. Die dortige Klosterschule war eine der be-rühmtesten in ganz Deutschland. Der Jüngling konnte in ihr die beste Bildunggingen und er ließ es auch nicht daran fehlen; allein Mönch zu werden sagte ihmso wenig zu, daß er schon 1504 nach Erfurt entfloh, wo er mit mehren Gelehrtenund Dichtern in genaue Bekanntschaft trat. Eine ansteckende Seuche trieb ihn imnächsten Jahre nach Köln, dessen Universität damals ungemein blühend war. Alsoder einer der aufgeklärtesten Lehrer auf dieser Hochschule, Rhagius, verwiesenwurde und nach Frankfurt a. d. O. ging, begleitete ihn Hutten dahin, wo 1506dir neue Universität eingeweiht wurde. Sein Gönner, der Ritter Eitelwolf vonStein, unterstützte ihn bei seinem dreijährigen Aufenthalte hier auf mancherleiWeise. Indessen die Ruhe und Stille sagte dem feurigen Ritter nirgends langezu. Er ging, obschon von jener bösen Krankheit gepeinigt, die damals, aber erstmsgebrochen, pestartig wüthete und den Schimpf noch nicht an sich trug, welcherjetzt mit ihr verknüpft ist, nach dem nördlichen Deutschland, und besuchte namentlichGreifswald und Rostock, wo er überall als Dichter und guter Kopf willkommen« und die ihm nöthigc Unterstützung durch seine Arbeiten fand. 1511 besuchteer Wittenberg, wo er über die Verskunst ein Werk herausgab. Von da ging ermch Pavia, um die Rechte zu studiren, und so, was dann vielleicht möglich war,dio Gunst seines immer noch zürnenden Vaters zu gewinnen. Gerade in die Zeitsrines Aufenthalts sielPavias Eroberung durch die Schweizer in Maximilians I.Diensten, und diese Unruhen bewogen ihn nach Bologna zu wandern, nachdem ermch hier von den wilden Kriegern seiner Habe beraubt worden war. Der gänzlicheMangel nöthigte ihn endlich, 1513 unter dem kaiserl. Heere Kriegsdienste zu neh-men, bis er im folgenden Jahre, wo er sie wieder verließ, zuerst in ganz Deutsch-land bekannt wurde. Herzog Ulrich von Würtcmberg ermordete nämlich einen vonj des Ritters Vettern theils aus Eifersucht, theils aus Haß gegen denselben. H.j ließ seinen Unwillen über den fürstl. Mörder in Gedichten, Briefen, Reden freienMaus Durch die Rcuchlin'schen Händel mit dem Dominicaner Hogstraaten ini! Un ward er nicht weniger berühmt. H. nahm sich des gelehrten, redlichen und»Tum so verfolgten Reuchlin in Schriften, besonders in satyrischcn, aufs kräftigsteIDm, und namentlich trugen die „llpistolae »bsvuroruin virorum", an denen er»dm meisten Antheil hatte, dazu bei, die Mönche in ihrer ganzen aufgedunsenenBlöße zu zeigen. Seinem Vater zu Gefallen zog er 1515 noch einmal nach Ita-lien, in Bologna Doctor der Rechte zu werden. Er besuchte erst Rom und gingdam nach Bologna; allein nirgends konnte er lange rasten, und bald kam er überVenedig ins Vaterland zurück, wo er in Augsburg von dem schönsten deutschenMädchen, Constantia, Peutingcr's Tochter, mit dem poet. Lorberkranz geschmückt»nd von Maximilian zum Ritter geschlagen wurde. In Italien hatte H. das Le-ben der Mönche in seiner ganzen Scheußlichkeit kennen gelernt und war so sehr Feindder Klerisei geworden, daß er durch die Herausgabe des Laurentius Valla: „Ilel»l«o vi-ellita et einentita «lonatione 6on8ti»itli>i" derselben gleichsam, als Vor-leser Luthcr's, den Krieg erklärte. Zwar widmete er die Schrift dem Papste^oX. selbst, allein es möchte schwer zu entscheiden sein, ob dies mehr Spott oderwirkliche Überzeugung war, daß dieser Papst redlicher sei und es besser meine alsdie srühern. 1518 trat der Ritter in die Dienste des gebildeten Albrecht, Erzbi-schofs von Mainz, und machte in dessen Geschäften manche Reise, u. a. nach Paris.Namentlich begleitete er den Erzbischof nach Augsburg auf den Reichstag, wo Lu-ster mit Cajetan seine bekannte Unterredung hatte, und wo H. in einer Demosthe-"lschen Rede die deutschen Fürsten zu einem Kriege gegen die Türken anfeuerte;Ein das Hoflcben ward ihm ebenfalls bald zuwider, und so zog er, mit dem schwä-Eonv.-Lex. Siebente Ausl. Bd. V. st 29