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5 (1830) H bis Jod
Entstehung
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14 Hagestolziat

zu Nom, wo er sich mit den orientalischen und neuern europäischen Sprachen be-schäftigte. In den neunziger Jahren ging er auf Reisen und entdeckte in Sici-lien den literarischen Betrug Bella's (s. d.), wovon er in einer Schrift Nachrichtgab. 1800 war er in Berlin, wo er ansing, sich mit dem Chinesischen zu beschäf-tigen. Dann ging er nach England, wo er eine Abhandlung über die ncuent-deckten babylonischen Inschriften und eine andre über die chinesischen Charaktereherausgab; jene mit einer Masse von gelehrten Citaten ausgestattet, diese ohne be-sondern Werth. Dennoch wagte er cs, ein chinesisches Wörterbuch zu unterneh-men. Da die pariser Bibliothek reich an Vorarbeiten zu einem solchen Unterneh-men ist, so berief die französ. Negierung 1802 H. nach Paris, ertheilte ihmeinen Jahrgehalt von 6000 Fr. und beauftragte ihn, aus den vorhandenen undseinen eignen Materialien ein Wörterbuch der chinesischen Sprache auszuarbeiten.H. gab nun außer dem Prospectus zu jenem Wörterbuche mehre Schriften überchinesische Sitten und Altcrthümer heraus, z. B. , Monument «le Vu";kan-tliLoil ebinoi«";Vvsei iption ilo.i meärlilles vbinoisen ck» cabinet imperial,te krance" (1805). Allein diese Werke waren nicht geeignet, den Kennervon seinen Kenntnissen des Chinesischen zu überzeugen, und da eine Untersuchungseiner Arbeiten für das Wörterbuch den Erwartungen nicht entsprach, erhielt erseine Entlassung. 1806 wurde er Professor der deutschen Sprache in Oxford.1809 wurde er als Professor der orientalischen Sprachen zu Pavia, und nachAufhebung dieser Universität als Conservatore bei der großen Bibliothek zu Mai-land angestellt. Jndeß setzte er seine chinesischen Studien fort; 1806 waren zuLondon seinekllement« uk tbe cbinene lan^ua^e" erschienen; 1810 folgteseinmemoria üulla buanula orientale" (Pavia), worin er die Erfindung desCompasses den Chinesen beilegt, und 1811 seinelllustra-none ,li un /oiliaeoorientale" (Mailand). In s.miniere" (Mailand 1816) zeigte er, daß dieTürken ursprünglich mit den Chinesen in Verbindung gestanden und viele Gebräuchevon ihnen angenommen haben. In demselben Jahre gab er eine Erklärung chi-nesischer Inschriften an den öffentlichen Gebäuden in Kanton heraus. DieseSchriften enthalten viel Brauchbares, neben zum Theil sehr groben Fehlern, vordenen den Verfasser weder sein rühmlicher Fleiß noch seine gewiß ausgebreiteten,aber nicht immer gründlichen Kenntnisse haben bewahren können, wie namentlichJulius Klaproth gezeigt hat. H.'sObservation!« nur la resseinbianee HUKl'on üeeouvre entre la lan^ue <1e» Kusses et celle <le» koinains" (Mailand

1817) ist reich an Hypothesen. Er starb zu Pavia 1819.

Hagestolziat, das sonst sehr verhaßte und sogar mit gewissen Nachthei-len verbundene ehelose Leben einer Mannsperson, welches über die in den Landes-gesetzen zur Verheirathung bestimmte Zeit hinaus bis an den Tod dauerte. Hagahieß in der alten deutsches Sprache ein mit einem Zaune umgebener Hof, Stolzeaber so viel als ein Sitz, eine Wohnung. Nach der Verfassung der alten Deut-schen erbte jedesmal der älteste Sohn den Hof seines Vaters, und die übrigenKinder erhielten nur einen geringen Theil des Nachlasses. Weil aber die Familiengern beisammen blieben, so erbauten sich die Brüder an dem Hofe ihres Vaterskleine Wohnungen, und erhielten deßwegen den Namen Hagestolze. Da sie we-gen Mangels an Gütern meistentheils im ehrlosen Stande lebten, so gab mannach und nach allen chelos bleibenden Männern diesen Namen. Schon bei denRömern, zur Zeit der Republik, war das ehelose Leben der'Männer vdrhnffk, unddie Ccnsoren pflegten von alten Hagestolzen als Strafe ein Weibergeld (neu uxu-rium) einzufodern, da hingegen Verheirathete gewisse Vorzüge und Ehrenbezei-gungen genossen. Als durch bürgerliche Kriege die Bevölkerung Roms sehr gelittenhatte, dachte Augustus ckuf Mittel, die Ehen zu befördern, zumal da die Römer,theils aus Liebe zu einem ausschweifenden Leben, theils wegen des Aufwandes