Druckschrift 
5 (1830) H bis Jod
Entstehung
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Hager

Haltnisse mit dem Oberbibliothekar Schneider, verleidet, und er ließ sich auf seineProfessur beschränken. Nun erweiterte er den Kreis seiner Vorlesungen, durchVorträge über altdeutsche und altnordische Mythologie. Dadurch wurde die Un-tersuchung über den Jrmin (1816) veranlaßt. Die Hauptarbeit blieb aber dieHerausgabe des Heldenbuchs, sowol in der Ursprache als in Erneuung. Vonder letzten war schon in Berlin 1811 der erste Band dieses Heldenbuchs erschienen.Mehre Jahre betrieb er das Studium der nordischen Sprache und Literatur, zu-nächst auch zur Ausgabe, Verdeutschung und Erklärung der altnordischen Darstel-lungen der Nibelungen und des Heldenbuchs. Auf den ersten Abdruck der Edda-Lieder (Berlin 1812) folgte eine Sammlung altnordischer Sagas dieses Kreises(1812), dann eine Übersetzung der vormals aus dem Deutschen entnommenenWilkina- und Niflunga-Saga und der eigentlich altnordischen Wolsunga-Saga(181415, 4 Vde.). Eine mit königl. Unterstützung in Gesellschaft Fr. v.Raumer's unternommene 15monatlichc Reise durch Süddeutschland, die Schwei;und Italien (1816 .17'), sowie später (1816) eine Reise nach Wien und dieDonau herauf, führte überall an die Quellen dieser literarischen Unternehmungenund besonders zu fast allen damals bekannten Handschriften der Nibelungen. Vondiesem Gedichte war schon 1816 eine neue Ausgabe nöthig geworden, bei welcherder St.-Galler Text zum Grunde lag, mit Einleitung und Wörterbuch vermehrtaber ohne die Lesarten. Die dritte große Ausgabe 1820 lieferte Alles vermehrtund berichtigt, mit den Lesarten sämmtlicher Handschriften unter dem Texte. Mit-theilungen über diese Reise an die Behörde und für das Haus wurden zu denBrie-fen in die Heimath aus Deutschland, der Schwei; und Italien" (1818 20,4 Bde.) verarbeitet. Um diese Zeit machten Kanne's etymologische und mythologi-sche Schriften mit ihrer religiösen Wendung eine starke Wirkung auf H. Beideverständigten sich zu Nürnberg, und die weite Reise diente hauptsächlich auch dazu,den Umirrenden in die wahre Heimath zurückzuweisen. Nebenarbeiten H.'swaren: die erste Ausgabe niederländ. Psalmen aus derKarolinger Zeit (1816,4.);eine zum Theil mythologische Schrift über die Bedeutung der Nibelungen (1819),gegen E. Schubart's Aufsätze darüber, und mehre Beiträge zu Zeitschriften. EineReise im Sommer desselben JahreS nach Prag und Dresden und über das Rie-sengebirge stärkte seine Gesundheit. Doch rückte darum die Ausgabe des Hel-denbuchs in der Ursprache, bei der Entfernung des Mitherausgebers, Al. Primisser,nicht schneller fort (1. Theil 1820; 2. Bd. 1824, 4.). Mehre Jahre währteauch die schon 1817 in Florenz vorbereitete Handausgabe der Werke Gottfriedsvon Strasburg, besonders desTristan". Der erste, größtenteils fertige Druckmit einem Theile der Handschrift verbrannte mit der Druckerei in Öls (21. März1822) bis auf das Exemplar der Aushängebogen; die neue, durch tiefere Begrün-dung der altdeutschen Philologie (besonders durch I. Grimm's Grammatik) ver-besserte, mit Einleitung und Wörterbuch, erschien zu Breslau 1823 in 2 Bdn.In dems. Jahre erschien zu Franks, a. M. die Ausg. der Erneuung der Nibelungen,welche noch mehr auf das Alte zurückgeht, mit ausführl. Sprach- und Sacherläu-terundcn in einem besondern Bande. Nun begann H. die Bearbeitung einervollstand. Ausg. der Manessischen Sammlung der 140 altdeutschen Dichter. ImSommer 1823 reiste H. mit königl. Unterstützung nach Paris, um dort die Hand-schrift dieses Liederschatzes zu benutzen, und erreichte s. Zweck auf das vollständigste.Ueber die Niederlande zucückgekehrt, wurde er 1824 an die Universität Berlin ver-setzt, wo ihn zunächst die Herausgabe der Manessischen Sammlung beschäftigt.Einige seiner Mußestunden hat er an die Übersetzung eines Thcils der von Max inBreslau herausgegebenenTausend und eine Nacht" gewandt.

Hager (Joseph), Orientalist, geb. 1757 zu Mailand in einer deutschenFamilie. Er studirte zu Wien und trat darauf in die Eongregation der Propaganda