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5 (1830) H bis Jod
Entstehung
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Hahn (Philipp Matthäus) Hahn (Heinr. Wilh.) 15

und der Verschwendung der Weiber, thcils aber auch wegen der Geschenke undSchmeicheleien, die ihnen von Ecblustigen zu Theil wurden, gern ehelos blieben.Er gab deshalb 0 nach Ehr. die I-ex I'apia k»pp:ioa, durch welches Gesetz denEhemännern und besonders den Vätern von 3 bis 5 Kindern (je nachdem sic inRom, Italien oder den römischen Provinzen lebten) besondere Vortheile (das Purdi'iiim über,III»») zugestanden, den ehelosen Männern aber Strafen angcdrohtwurden; dieses Gesetz galt, mit einigen Zusätzen vermehrt, bis auf die ZeitenKonstantins des Großen. Bei den Deutschen, welche die Ehe liebten, bedurfte eskeiner Strafen gegen das ehelose Leben. Dennoch bestand vormals in der Untcr-pfalz und am Ober- und Niederrhein das Hagestolzenrecht, nach welchem einTheil von dem Vermögen eines Hagestolzen dem Landesherrn oder der Obrigkeitanheimfiel. Es mußte jedoch ein ehelosec Mann erst gewisse Jahre (z. B. in Rie-dersachsen 50 Jahre 3 Monate und 3 Tage) zurückgelegt haben, ehe er für einenHagestolzen angesehen werden konnte. Auch erstreckte sich das Erbrecht des Für-sten oder der Obrigkeit nur auf das Allodialvermögen und dasjenige, was der Ha-gestolz wirklich erworben, nicht aber auf dasjenige, was ec ererbt hatte, indemman dies den übrigen Verwandten nicht entzog. An einigen Orten bestand dasHagestolzenrecht bloß in dem Rechte, von einem Manne, der erst in gewissen Jah-ren sich vcrheicathete, ein bestimmtes Geld zu fodern.

Hahn (Philipp Matthäus), Pfarrer zu Echterdingen im Würtembergi-schen, ein seltenes mechanisches Genie, geb. 1730 zu Scharnhausen im OberamteStuttgart, beobachtete schon als 8jähr. Knabe den Schatten der Sonne und machteVersuche mit einer Eylindcr-Sonncnuhr, ohne daß er sie jedoch verstehen lernte.In der Folge fand ec in der Bibliothek seines Vaters eine Himmelscharte nebst derBeschreibung, und lernte daraus einige Sternbilder, den Lauf der Sonne durchdie Himmelszeichen kennen, und die ungefähre Zeit des Aufgangs der Fixsternefinden. Im 13. Jahre fiel ihm eine Anweisung, Sonnenuhren zu machen, indie Hände, und er fing an, dergleichen zu verfertigen. Dabei malte er fleißig undbereitete sich selbst Farben und Firnisse. 17 Jahr alt ging ec auf die UniversitätTübingen. Hier beschäftigte er sich in seinen Mußestunden mit der Verfertigungvon Sonnenuhren, Sprachröhren, mit dem Glasschleifen und der Zusammen-setzung von Tuben. Ein gleichgesinnter Jugendfreund, Schaudt, wetteiferte mitihm. Da ihm seine Armuth nicht erlaubte . Unterricht in der Mathematik zu neh-men oder sich mathematische Bücher zu kaufen, so copirle er die Wolfschen la-teinischen und deutschen Lehrbücher über die Mathematik nebst den dazu gehörigenFiguren. Um den Bau einer Taschenuhr kennen zu lernen, begnügte er sich solange mit Brot und Wasser, bis er die zum Ankauf einer Uhr erfvderliche Summeerspart hatte. Er zerlegte sie und setzte sie wieder zusammen, bis er ihre Thrileverstand. Auf diesem Wege brachte er mit fast beispielloser Beharrlichkeit Arbeitenzu Stande, die seinem Scharfsinn und seiner Geschicklichkeit zur größten Ehre ge-reichen. Dahin gehört die große astronomische Pendeluhr, welche den Lauf derErde und der übrigen Planeten, sowie des Mondes und der übrigen Trabantenmit ihren Excentcicitäten darstellt; die kleine astronomische Setzuhr, welche diePhasen und Knoten des Mondes anzeigt, die allgemeine Äquinoctial-Sonnenuhr,welche die Minuten mit der Sonnen-Declination anzeigt; eine Rechnungsma-schine, eine Wage für Flüssigkeiten re. Als Theolog war er minder ausgezeichnet.Nachdem er 1764 Pfarrer zu Onstmettingen und 1770 zu Kornwestheim bei Lud-wigsburg gewesen, kam er 1781 in gleicher Eigenschaft nach Echterdingen, wo er1790 starb. Seine theologischen mystischen Schriften sind werthlos.

Hahn (Heinrich Wilhelm), der Ältere, königl. hanövr. Hofbuchhändler,Stifter s. Buchhandlung in Hanover und Besitzer der Hahn'schen (vormals Casp.Fritsch'schen) Verlagshandlung in Leipzig, geb. d. 30. Oct. 1760 in Lemgo und