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Hades Hadrian
stände ist H. der vollkommenste Meister, und in Andeutung des Charakters derverschiedenen in einem Gemälde befindlichen Gegenstände durch Gestalt und Um-risse steht er keinem nach. Seine Lüfte sind leicht, der Vaumschlag mannigfaltig,die verschiedenen Arten der Blätter und Stämme gut ausgcdrückt, an den Felsenoft die Steinart angedeutet. Die Pflanzen des Vordergrundes sind mit Bestimmt-heit und Sorgfalt dacgestellt, die ganze Kunst aber an nicht sehr entfernten Bergengezeigt, an denen sich die verschiedenen Partien noch deutlich unterscheiden. Wassein Colorit betrifft, so haben Wenige harmonischer, Keiner hat kräftiger gemalt. InHinsicht auf Licht und Schatten geben seine Gemälde zwar zu keinem gegründetenTadel Gelegenheit, haben aber auch von dieser Seite kein vorzügliches Verdienst.In der Kraft und Abstufung der Farben weichen die Gründe meistens richtig hintereinander zurück. Übrigens beobachtete er im Anlegen und Vollenden eine so zweck-mäßige Methode, daß cs ihm möglich ward, nicht nur eine so große Anzahl Ölge-mälde, sondern auch viele Gouachen und unzählige Sepiazeichnungen zu verfer-tigen, welche man in großem und in kleinern Sammlungen durch ganz Europaantrifft. Auch im sticstauriren der Bilder hatte ec besondere Einsicht; davon zeugtsein Sendschreiben an den Ritter Hamilton: ,,8ull' uso ckella veriiiov nella pit-t»ra", 1788, übers, von dem Galcrieinspector Riedel in Dresden 1801. DerAufbewahrung würdig waren seine von Göthe mitgetheilten theoretischen Bruch-stücke über Landschaftmalcrci. S. „PH. Hackcrt's biographische Skizze, meistnach dessen eignen Aufsätzen entworfen von Göthe" (Tübingen 1811). <1,1.
Hades, s. Pluto.
Hadrian (P. Aclius), Trajan's Nachfolger in der römischen Kaiferwürde,zeigte früh große Talente, erwarb sich in Künsten und Wissenschaften Fertigkeiten,und sprach schon in seinem 15. Jahre die griechische Sprache so vollkommen, daßman ihn den jungen Griechen nannte. Sein Gcdächtniß soll so außerordentlich ge-wesen sein, daß er ein Buch nur ein Mal zu lesen brauchte, um es auswendig zuwissen, und daß ec alle seine Soldaten namentlich kannte. Dabei war er Redner,Dichter, Grammatiker, Philosoph, Mathematiker, Arzt, Maler, Musiker undsogar Astrolog. Aber diese großen Eigenschaften waren mit gleich großen Fehlernvereinigt, sodaß Trajan, unter dessen Vormundschaft er stand, ihn nie lieb ge-wann. Seine Erhebung auf den Thron verdankte er der Gemahlin Trajan's, Plo-tina, welche den Tod des Kaisers so lange verheimlichte, bis sie ein erdichtetesTestament untergeschoben, in welchem Hadrian von Trajan adoptirt und zum.Nachfolger ernannt wurde, und bis sie durch Bestechungen die Truppen für ihngewonnen hatte. Erst als dies gelungen war, meldete Hadrian von Antiochien ausden Tod des Kaisers nach Rom, gab vor, daß ihm die Krone aufgedrungen wor-den, und versprach dem Senat eine gute Regierung, den Prätorianern aber eindoppeltes Geschenk. Nachdem er so 117 nach Ehr. den Kaiserthron bestiegen hatte,erschien er in Rom und fing an, durch milde Verfügungen die Liebe des Volks zugewinnen. Bald aber zeigte er seinen feigen, wollüstigen und mißtrauischen Cha-rakter. Unter Anderm kaufte er den in Jllyrien eingefallenen Sarmaten und Roxo-lanern durch einen Tribut den Frieden ab. Von 120 — 131 machte er die berühmteReise durch alle Provinzen des römischen Reichs, und zwar, wie erzählt wird,wahrscheinlich aus einer philosophischen Sonderbarkeit, zu Fuß und mit bloßemKopfe. In Ägypten verlor er seinen geliebten Antino us (s. d.), über dessen Toder lange untröstlich war. Während seines zweijährigen Aufenthalts zu Athen hatteer auf der Stelle des zerstörten Jerusalems eine Colonie von römischen Soldatenangelegt, auf der Stelle des Salomonischen Tempels aber einen Tempel des Ju-piter Capitolinus erbaut, worüber unter den Juden eine fürchterliche Empörungausbrach, welche dritthalb Jahre dauerte. Athen verschönerte er ebenfalls mit Ge-bäuden und baute den 560 Jahre vorher angcfangenen Tempel des olympischen