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5 (1830) H bis Jod
Entstehung
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Hackert

nach der Natur gemalt und demselben bei kleinen Arbeiten geholfen, alsdannbei seinem Oheim in Berlin die technische Fertigkeit geübt hatte, entdeckte derBildhauer Glume in ihm die Spuren Hähern Talents, und drang in ihn, sei-nen Fleiß edlem Gegenständen zu widmen. Le Sueur, damaliger Director derAkademie in Berlin, bewog ihn, nach einigen Proben, sich der Landschaftmalereizu widmen, in welcher er sich nachher so auszeichncte. Er verfertigte hierauf Stu-dien nach Claude Lorrain, Swancveld, Moucheron, Bcrghem u. A., bis er, ge-leitet vom eignen Genius, mit vollkommen geübter Hand nach der Natur zu zeich-nen ansing. Eine durch Fleiß erworbene kleine Summe setzte ihn in den Stand,seine Hülfsstudicn bequemer zu betreiben, und Sulzer war ihm förderlich, seineKunst in einer dem Landschaftmaler günstigem Gegend fortzusetzen, indem er ihndem Baron Olthof in Stralsund empfahl, durch welchen er, nachdem er die In-sel Rügen und Kopenhagen kennen gelernt hatte, auch nach Paris kam, wo ersich bereits im zweiten Jahre ein bequemes Leben verschaffte. Nachdem er, haupt-sächlich durch seine Gouache-Landschaften, seine Umstände hinlänglich verbesserthatte, trat er mit seinem Bruder Johann 1768 seine Reise nach Italien an,um sich in Rom und Neapel (1770) völlig auszubilden. Bei Philipps Rück-kehr nach Rom ließ ihm die Kaiserin Katharina 6 Gemälde, die zwei Treffen beiTschesme vorstellend, auftragen, wodurch der Grund zu seinem Ruhm und seinemVermögen gelegt wurde. Damit der Künstler in den Stand gesetzt würde, dieWirkung eines in die Luft auffliegenden Schiffes in der Nachbildung zu erreichen,entschloß sich Graf Orloff, ihm die wirkliche Vorstellung einer solchen Begebenheitdurch ein ähnliches Aufstiegen einer russischen Fregatte zu geben. Das Aufsehen,welches das sonderbare, viele Monate vorher in allen Zeitungen Europas ange-kündigte, kostbare Modell verursachte, trug nicht wenig dazu bei, den Ruhm desBildes zu verbreiten. Von 1775 an durchreiste H. einen großen Theil von Ita-lien und der Schweiz. 1782 ward er durch den russischen Gesandten, Grafen Ra-sumowsky, dem Könige von Neapel vorgestellt, und gewann bald die Neigungdes Königs in einem so hohen Grade, daß dieser ihn nicht mehr entbehren mochte.1786 wurde er nebst seinem Bruder in Neapel angestellt, erhielt seine Wohnungim königlichen Palast und genoß vielfache Auszeichnung. So lebten beide Brü-der, bis der Revolutionskrieg Neapel ergriff. Die königl. Familie flüchtete sichnach Sicilien; H., von den Franzosen für einen Royalisten, von den königlichGesinnten für einen Republikaner gehalten, rettete sich 1799, nach manchemVerluste, nach Florenz, wo er 1803 eine Villa kaufte, aber nur noch ein Jahrin völliger Thätigkeit verlebte, denn im Herbste 1806 ward er vom Schlagflußbefallen. Seit den siebenziger Jahren des vorigen Jahrh. galt Philipp H. fürden ersten Landschaftmaler seiner Zeit. Die Prospectmalerei hatte er auf einenso hohen Grad der Vollkommenheit gebracht, daß cs, nach eines Kenners Aus-spruch, unmöglich scheint, den realistischen Fodcrungen mit geringeren Nachtheilfür die wahre Kunst besser Genüge zu leisten, als in seinen Bildern geschieht. Mitunendlicher Treue und Wahrheit, sagt Meyer, stellt er uns die Gegenden vonRom, Tivoli, Neapel u. s. w. vor Augen; der Beschauer erhält Rechenschaftvom geringsten Detail, und doch ist Alles ohne ängstliche, kleinliche Mühe, mei-sterhaft, sicher, ja sogar mit Leichtigkeit vorgetragen. Freilich sind seine Gemäldenicht alle, hinsichtlich auf den Inhalt, gleich anziehend, weil es die Gegenden nichtwaren, die er auf Bestellung nachbildete; aber man wird schwerlich ein Beispielfinden, daß er den Standpunkt ungünstig gewählt oder den darzustellenden Ge-genständen eine solche Lage und Beleuchtung gegeben hätte, daß die malerischeWirkung wesentlich dadurch gefährdet würde. Auf Erfindung machen seine Werkekeinen Anspruch; das Verdienst der Unordnung beweisen sie durch die Wahl derStandpunkte; in Nachbildung der Gestalt und des Verhältnisses der Gegen;