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6 (1830) K bis L
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Lysiaö Lysimachus

einen tugendhaften Spartaner, weil er sich selbst nie bereichert, sondern immer instrenger Armuth gelebt hatte. Plutarch hat sein Leben beschrieben.

Lysias, ein athem'cnsischer Redner, lebte zwischen der 80. und 100.Olympiade, um 458 v. Chr. Kurz nach seines Vaters Cephalus (eines Red-ners, von dem Plato in seinerRepublik" ein treffliches Bild entwirft) Tode kam L.in seinem 15. I. nach Thurium in Großgriechenland, wo er sich von den Syraku-sanern, Ricias und Tistas, in der Beredsamkeit und Philosophie unterrichten ließ.Er ließ sich darauf in Großgriechenland nieder und ward daselbst mit zur Verwal-tung der Republik gezogen, bis man ihn, nach der in Sicilien erlittenen Nieder-lage der Athcnienser, nebst mehren derselben aus Großgriechenland verwies. Alser nach Athen zurückgekehrt, aber auch von dort durch die 30 Tyrannen verwiesenwar, ging er nach Megara. Bei Wiederherstellung der Freiheit bewies er sich inAthen sehr thätig, indem er einen großen Theil seines Vermögens für das allge-meine Beste opferte, dafür aber nicht einmal das Bürgerrecht zu Athen erhaltenkonnte. Anfangs gab er in der Redekunst Unterricht; da er aber hierin von Theo-dorus übertreffen wurde, sing er an, Reden für Andre zu schreiben, deren er nachund nach mehr als 200, nach Andern sogar 400 verfertigte, von denen aber nur223 für echt gehalten wurden. Er übertraf in denselben alle Redner seiner Zeitund konnte nur von wenigen seiner Nachfolger übertreffen werden. Dionysiusrühmt die Reinheit, Klarheit, Gedrängtheit und Schicklichkeit seines Ausdrucks,seine durch die höchste Kunst natürlich und kunstlos scheinende Wortstellung,seine Kenntniß und lebendige Darstellung der Menschen in ihren natürlichenEigenheiten, vor Allem aber seine unbeschreibliche Anmuth. Die Magerkeit (diesist der Kunstausdruck der alten Kritiker) seines scharfen, gewählten, lieblichenund kurzen Ausdrucks wird als ein vollendetes Beispiel des nüchternen attischenStyls in der Beredtsamkeit gepriesen. Übrigens ist L. in den panegyrischenReden nach dem Urtheile desselben Dionysius ungleich schwächer, und sein Be-streben, erhaben und prächtig zu sein, will ihm hier nicht ganz gelingen. Da wirvon diesen Reden nur noch eine, den sogenanntenEpitaphios", übrig haben,dessen Echtheit bezweifelt wird, so können wir davon nicht sicher urtheilen. Vonseinen Reden sind nur 34 auf uns gekommen, welche Taylor (London 1739, 4.,und Cambridge 1740), Auger (Par. 1783 , 2 Bde.) und Reiske (in derSamml.der Redner") herausgcg. haben. Einige derselben findet man übers. in Wieland'sAttischem Museum" und in Fr. Schlegel's Werken.

Lysimachus, Sohn des Agathokles, eines Feldherrn und Freundes desAlexander, erhielt nach des Letztem Tode bei der Verthcilung der eroberten Ländereinen Theil von Thrazien. Da sich aber die Einwohner ihm hartnäckig widersetzten,mußte er das Land erst erobern. Er baute nachher die Stadt Lysimachia auf dem thra-zischen Chersonnes, nahm, nach dem Beispiele der übrigen Feldherren Alexanders,den königl. Titel an und verband sich mit einigen derselben gegen Antigonus, der dievon Alexander in Asien eroberten Länder sich unterworfen hatte. Nach der Schlachtvon Jpsus (301 v. Chr.) in Phrygien, welche dem Antigonus das Leben und seineLänder kostete, behielt L. ganz Kleinasien, das eigentliche Kappadocien und alleProvinzen, die innerhalb des Taurus und Antitaurus lagen. L. begann nun, diean Thrazien grenzenden Völker zu bekriegen und durch ihre Länder seine Provinz zuerweitern. Als er jedoch die jenseits der Donau wohnenden Geten unterjochenwollte, siel nicht nur erst sein Sohn, sondern endlich auch er selbst durch die Ver-rätherci eines Überläufers in ihre Gefangenschaft. Er mußte sich mit seinem Heereergeben und erwartete seinen Tod, welchen die Barbaren mit lärmendem Geschreivon ihrem Könige verlangten. Dieser handelte jedoch edler, als der eroberungs-süchtige L. hoffen durfte. Er ließ nämlich den Gefangenen kostbar auf griechischeWeise und aus dessen eignem prächtigen Hausgeräthe speisen, während er nur ge-