! Lysippus Lyttleton 763
^ ringe Kost aus irdenen und hölzernen Gefäßen verzehrte. Und als er nach geendig-I tcr Tafel den gefangenen König gefragt hatte, welche Mahlzeit ihm vorzüglicher
l dünke, die der Geten oder die seinige, ermähnte er ihn zum Frieden gegen ein
Volk, bei dem so wenig zu gewinnen sei, gab ihm seine Rechte, nannte ihn seinen! Freund und entließ ihn ohne Lösegeld. Ein so großmüthiges Benehmen mußteauch auf einen tyrannischen Eroberer, wie L. war, Eindruck machen: er gab demKönige der Geten die jenseits der Jster eroberten Länder zurück und seine Tochterzur Ehe. Von der Zeit an ward die Macht des L. immer ausgedehnter, bis seine^ eignen Familienvcrhältnisse dem Reiche und ihm den Untergang zuzogen. Er hattesich von seiner ersten Gemahlin geschieden und Arsinoe, eine Tochter des Ptole-mäus, geheirathct, welche ihn zu mancherlei Thorheiten und sogar zur Ermordungseines Sohnes Agathokles aus der ersten Ehe verleitete, um ihren eignen Kindernden Thron zu verschaffen. Agathokles hatte, seines vortrefflichen Charakters we-gen, viele bedeutende Freunde gehabt; diese schwuren dem grausamen, schwachenL. Rache. Sie flohen zum Seleukus und reizten diesen zum Kriege gegen ihn auf.Selcukus eroberte, fast ohne Schwertstreich, ganz Kleinasien. Bei Korupedionin Phrygicn kam es zwischen ihm und L. zu einem Haupttreffen, in welchem die-ser nach einem tapfern Widerstände völlig geschlagen wurde und sein Leben (282 v.Chr.) in seinem 74. Jahre verlor.
Lysippus, Bildhauer von Sicyon, um das I. 330 v. Chr., ein Zeitge-nosse Alexanders des Gr. Dieser schätzte seine Kunsttalente so sehr, daß er sich nurvon ihm in Erz gießen, sowie nur von dem Apelles malen lassen wollte. L. bildetevorzüglich Portcaitstatuen. Er war anfangs ein Kupferschmied und widmete sicherst nachher der Bildhauerkunst. Der Maler Eupompus, den er befragte, welcheMeister er zu seinen Vorbildern wählen sollte, wies ihn auf die Natur. SeinePortraitstatucn waren mit weit mehr Eleganz gearbeitet als die seiner Vorgänger:die Körper schlanker, die Köpfe kleiner, die,Haare flüchtiger, natürlicher und fei-ner; auch vermied er alles Eckige und Scharfe, und suchte den Theilen mehr Run-dung und Weichheit zu geben. Er pflegte von sich zu sagen, er bilde die Menschen,wie sie ihm zu sein schienen; seine Vorgänger aber, wie sie wirklich wären. Auchdie kleinsten Theile arbeitete er mit der größten Sorgfalt aus. Ob er auch Werkeaus Marmor verfertigt hat, ist nicht bekannt; aber der ehernen Werke waren einegroße Anzahl von ihm vorhanden. Die merkwürdigsten sind: ein sich im BadeReibender (^pvx^ontenu»), mehre Alexanderstatuen, in denen er diesen Fürstenvon seiner frühen Jugend an in verschiedenen Lagen dargestellt hatte; eine Gruppevon Satyrn, welche sich zu Athen befand; Alexander und seine Freunde, eine An-zahl von Bildsäulen, welche mit den Originalen die größte Ähnlichkeit gehabt habensollen; ein Jupiter zu Tarent, von kolossaler Größe.
Lyttleton (George, Lord), Sohn des Ritters Thomas, geb. den 17.Jan. 1708 zu Haylay, in der Grafschaft Worcestec, erwarb sich durch seine poeti-schen Briefe und andre Poesien einen litcrarischen Ruf. Von seinen Reisen nachFrankreich und Italien zurückgekehrt, trat er in das Unterhaus und war einer dereifrigsten Anhänger der Opposition. Er widersetzte sich dem Antrage, ein stehen-i des Heer zu halten, unterstützte den Vorschlag, Walpole aus dem Ministerium zu. entfernen, und ward 1733 Secretair des Prinzen von Wales, der damals entfernt
t vom Hofe lebte. Nachdem er aber 1744 zum Lord der Schatzkammer ernannt
worden war, änderte er sein politisches System und unterstützte von nun an diePlane des Ministeriums. Seine politischen Beschäftigungen entfernten ihn je-doch nicht von ernstem und wichtigern Arbeiten. Von Jugend auf der Sittenver-derbniß junger Wüstlinge hingegeben, hatte er lange Zeit an den Grundwahrhei-> ten der christlichen Religion gezweifelt. Dieser Zweifel trieb ihn zur selbstthätigen! Betrachtung der heiligen Wahrheiten des Christenthums, und 1747 gab er, als