Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
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^ ov der elfte Buchstabe des Alphabets, wenn man I und Jod als 2 Buchstabenunterscheidet. Er ist ein harter Gaumlaut, welcher durch das Andrücken des Hin-tern Theils der Zunge an den Gaumen herausgebracht wird, und vor den Buchsta-ben R, L, N weniger hart lautet als vor andern Buchstaben.

Kaabo, s. Mekka.

Kabbalah, d. i. mündliche Überlieferung, bezeichnet bei den Juden balddie Lehre von den Propheten, bald die vorälterlichen Sagen, bald aber, und zwarvorzüglich, die mystische Philosophie. Der Name ist so alt nicht; was aber diekabbalistische Philosophie betrifft, so sind die Meinungen der Gelehrten über den. Ursprung derselben sehr verschieden. Die Juden leiten die kabbalistischen Geheim-nisse aus den ältesten Zeiten ihres Volks, ja von Adam selbst her. Wenn aberauch bei den Hebräern schon in den frühesten Zeiten ein geheimer Unterricht statt-gefunden hat, so ist dieses doch nur in gottesdienstlichen Sachen der Fall gewesen.Was dagegen die philosophische Kabbalah betrifft, so ist der Ursprung derselben inÄgypten zu suchen, von den Zeiten des Simeon Schetachides an zu rechnen, wel-'cher sie aus Ägypten nach Palästina gebracht hat. Erst im 2. Jahrh, wurde sieniedergeschrieben, damit sie mit der Zerstreuung des jüdischen Volks nichk verlorengehen möchte. Die neuern Ausleger haben viel Fremdartiges eingemischt. Mantheilt die Kabbalah in die symbolische und reale. Die symbolische beschäftigt sichvorzüglich mit Buchstaben, denen sie geheimnißvolle Bedeutungen gibt; die reale,welche der symbolischen entgegengesetzt wird und Lehren begreift, wird in die theo-retische und praktische eingetheilt. Die theoretische sucht die heilige Schrift nachden geheimen Überlieferungen zu erklären und ein philosophisches System der Me-taphysik, Physik und Pneumatik aus derselben aufzustellen; die praktische hinge-gen verspricht uns eine Wissenschaft, Wunder zu thun, und zwar bloß durch einekünstliche Anwendung der göttlichen Namen und Sprüche in der heiligen Schrift.Nach dem Wiederaufblühen der Wissenschaften studirten viele Gelehrte die Kab-balah. Unter den neuern Kabbalisten sind vorzüglich Heinrich Morus und Chri-stian Knorr berühmt; Letzterer hat das Vornehmste aus den kabbalistischen Schrif-ten in 2 lateinischen Quartbänden zusammengetragen. Über die Geheimlchre derKabbalah s. Pet. Bcer'sGesch., Lehre und Meinungen aller Sekten der Juden,und der Kabbalah" (Brünn 1822, 2 Bde.).

Kabul, s. Afghanen.

Kachexie, wörtlich eine üble, krankhafte Anlage, wird besonders von dem-jenigen Zustande des Körpers gebraucht, der seine Ernährung herabsetzt und ver-derbt. Sie äußert sich durch Abmagerung und mißfarbiges Ansehen der Haut, undgesellt sich zu vielen, besonders chronischen Krankheiten. Daher nennen wir kachek-tisch solche Personen, deren blasse, gelbliche, erdfahle Hautfarbe auf ein inneresÜbelbesinden schließen läßt.

. Kadi, im Arabischen ein Richter oder Rcchtsgelehrter. Bei den Türken istKadi der Titel eines Unterrichkers, zum Unterschiede von dem Molla oder Sber-') Die Artikel, welche man hier vermißt, sind unter C aufzusuchen.

Conv.-Lex. Siebente Aufl. Bd. VI. -j- I