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6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
758
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758 Lyonnct Lyra

sind als vor der Revolution, über 50,000 Einw. verfertigen seidene, goldeneund silberne Tressen, Sammet, seidene Strümpfe, Bänder ic. Ehemals wur-den wöchentlich an 24,000 Pf. Seide in Lyon verbraucht, und jährlich für 5 Mill.Livres Gaze und Flor verfertigt. Die Stickerei allein beschäftigte 6000 Perso-nen. 1726 39 waren daselbst 30,000 Wcberstühlc vorhanden, kurz vor derRevolution noch 15,000; 1788 beschäftigten noch 9335 Stühle 58,600 Men-schen; 1803 aber standen von 7000 dergl. 5447 gänzlich still. 1819 zählteman in den Ssidenfabriken 18,000 Stühle. . Seitdem stehen mehre Taufendestill, und der Arbeitslohn ist um 40 Proc. gesunken. Die große Fabrik von ge-walkten Hüten, welche täglich 810,000 Hüte verfertigte, beschäftigte ehemals8000 Menschen. In neuern Zeiten ist die Fabrication der seidenen Shawls einwichtiger Erwerbszweig für Lyon geworden. Auch verfertigt man viele Bijoute-rie- und Quincailleriewaaren, künstliche Blumen und mehre chemische Producte.Die sonst so berühmte Stickerei ist jetzt ganz im Verfalle. Indeß ist der Handelmit diesen Fabrikaten, deßgl. der Speditionshandcl noch immer lebhaft, beson-ders in das Innere Frankreichs, nach der Schweiz, Italien und Deutschland.Die Rhone ist beständig mit Schiffen bedeckt, die theils ins südliche Frankreichfahren, theils von da zurückkommen. Lyon hat mehr wie jede andre Stadt durchdie Revolution gelitten. Es waren viele Königlichgesinnte daselbst. Im Mai1793 wurde die jakobinische Municipalität abgesetzt, und die Stadt weigerte sich,dem Nationalconvent zu gehorchen; dafür ward sie belagert und ausgehungertund mußte sich am 10. Oct. an die Jakobiner auf Gnade und Ungnade ergeben.Die für schuldig Geachteten wurden in Haufen zu Hunderten mit Kartätschenniedergeschossen. N. F. Cochard und F. I. Rabanis kündigten 1829 einellist.ds In ville ds IH'vn" an.

Lyonnet (Pierre), Naturforscher, geb. den 21. Juli 1707 zu Mastricht,stammte aus einer sranz. Priesterfamilie, welche durch religiöse Verfolgungen ausLothringen vertrieben worden war. Bei ungemeiner Sprachkenntniß hatte erauch in den bildenden Künsten große Fortschritte gemacht. Man hat ein Meister-stück von ihm, ein Basrelief in Buxbaum, welches Apollo und die neun Musenvorstellt. Er widmete sich der Rechtsgclehrsamkeit, lebte als ausübender Advocatund ward dann zu einem der Staatssccretaire Hollands und zum geschworenenÜbersetzer für die sranz. und lat. Sprache erwählt. Jetzt erwachte sein leidenschaft-licher Hang für die Naturgeschichte, besonders für Insektenkunde. Zuerst be-schrieb er die Insekten, welche sich in der Nähe vom Haag befinden, dann legte ereine Muschelsammlung an, welche die reichste in Europa ward. Sein prachtvollgedruckter3'raits anatomigne de In olienille gui roiiAe In sauls" (anatomischeAbhandl. über die Weidenraupe, Haag 1740, 4.) und dieHistoire des pol/penck'eau douce" (Geschichte der Polypen der süßen Gewässer), welche letztere er inVereinigung mit Trembley herausgab, haben seinen Ruhm gegründet. L., derbis dahin die Kupferstechcrkunst gar nicht ausübte, hat zu ersteren Werke die 8letzten Platten gestochen, die den 5 ersten von Wandelaar nichts nachgeben. L.starb im Haag am 10. Jan. 1789.

Lyra, das älteste besaitete Instrument bei den Ägyptern und Griechen.Die Lyra der Erstem, welche für die älteste gehalten wird, soll vom ägyptischenHermes entdeckt worden sein. Als der Nil nach einer Überschwemmung in seinUfer zurückgetreten war, blieben aus dem Lande eine Menge Thiere liegen, u. a.eine Schildkröte, deren Fleisch zum Theil verfault, zum Theil von der Sonne ver-trocknet war,- sodaß nichts als die durch diese Vertrocknung ausgespannten unddadurch klingend gewordenen Sehnen und Spannadern unter der Schale übrig ge-blieben waren. Hermes stieß zufällig mit dem Fuße an die Schale dieser Schild-kröte und wurde durch den Klang so überrascht, daß er auf den Gedanken gerieth,