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6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
752
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752 Luzcrn Lyceum

sich L. mit dem Studium der römischen und griech. Classiker, und als Nalckenaer ^

1785 starb, übernahm er auch hoch bei der Universität s. Vaterstadt den dadurch ^

erledigten Lehrstuhl der griech. Sprache, außer den öffentl. Vorlesungen noch mehrePrivatcollegien haltend. Auch war er Pros. der Vaterland. Geschichte. So ein eif-riger und standhafter Freund einer gesetzmäßigen Freiheit er auch war, entging er ' ^dennoch den Anfeindungen Derer nicht, die in ihren überspannten Ideen Alles um- jstoßen wollten, und als in den 90er Jahren die Unruhen in Holland ausbrachen, !ward er aufAntrieb mehrer der heftigsten Neuerer, die ein Ärgerniß an seinen Vor- !trägen der vaterländischen Geschichte genommen hatten, der früher erhaltenen Pro- lfcffur der Geschichte beraubt: ein Vorfall, welcher L. so schmerzte, daß er auch s. 1philologische Lehrstelle niederlegte und durch fortgesetzte Anfeindung auch die Her- >ausgäbe seiner Zeitung 1800 aufgab, um sich fortan allein seinen philologischenStudien und der Herausgabe mehrer von s. Lehrer Valckenacr hinterlassenen Schrif-ten zu widmen. Vorher schon und gleich nach seiner Entsetzung als Prof der Ge-schichte hatte ihn Washington von Amerika aus in einem Briefe über sein Mißge-schick zu trösten gesucht und ihm die größten Versicherungen seiner Hochachtung ge-geben. Die brieflichen Verbindungen, in welchen L. zu verschiedenen Zeiten mitden ausgezeichnetsten Männern s. Zeit, einem Adams, Jcfferson, den MinistemHertzberg und v. Dohm, sowie mit dem König von Polen, Stanislaus Ponia-towski, und dem Kaiser Leopold II. stand, beweisen, wie gllgemcin geschäht er war.1802, als die Ruhe in den Niederlanden hergestellt war, erhielt L. seine frühemAnstellungen bei der leydncr Universität mit vermehrtem Gehalte wieder. Er lebte ^nun mit unermüdeter Thätigkeit in seinem alten Wirkungskreise bis zu der Pulver- fexplosion am 12. Jan. 1807, wo auch er sein Grab unter den Ruinen der halbver-schüttetcn Stadt fand. In des Prof. Siegenbel Schrift über diesen Unfall von !Leyden findet sich eine gut geschriebene Biographie L.'s.

Luzern, Canton der Schweiz (s. d.), (27?HsM., 106,000 kath. E).DieHauptst.Luzern, am Ausflusse der Rüß aus dem Vicrwaldstädtersee, dessen hier-her sich erstreckender Busen der Luzernersee heißt, hat, wegen der vielen Gärten, einenbedeutenden Umfang. Der Fluß theilt sie in 2 durch 3 Brücken verbundene Theile.

Sie hat 6100 E., ein Lyceum, Seminar, Biblisch., Kunstsamml., Aeichnenschule,Singakademie, Gesellschaft der Freunde der Wissensch., 4 Klöster, und ist der Sitzdes päpstl. Nuntius und, mit Bern und Zürich abwechselnd, der Tagsatzung. Mansieht in L. Pfyffcr's topographisches Relief von 60 IHM. der Schweiz, auf einem .Raume von 20 F. Länge und 12 F. Breite, und das 24 F. lange Rigi-Panoram.

Die Seidenmanufactur und die Papiermühle sind wichtig; außerdem Speditions- ^

u. Transitohandel über den St.-Gotthard. Käse, Schweine, gemästete Schnecken >

(nach Italien), Getreide, gedörrte Zwetschen, Kirschwasscr und Floretseide werden s

ausgeführt. In der Nähe ist das am 10. Aug. 1820 eingeweihte Denkmal auf die j

am 10. Aug. 1792 in den Tuilerien erschlagenen Schweizergarden: ein in einen >

Felsen gehauener, 28 F. langer Löwe.

Lyceum, Lykeion, Gymnasium zu Athen (s.d.), so genannt von dem -in der Nähe stehenden Tempel des Apollo Irv-ecox(Wolfstödter). In den bedeckten ^

Gängen desselben trug Aristoteles seine Philosophie vor. Ihm zu Ehren wurden bei ,

den Neuern die höhern lateinischen Schulen Lyceen genannt, weil in denselben ehe- '

mals die Aristotelische Philosophie in der scholastischen Form gelehrt wurde. Der i

neuere Sprachgebrauch ist in Rücksicht des Ranges der Lyceen vor oder nach den j

Gymnasien nicht in allen Ländern gleich; überall aber sind sie Schulen für die ge-lehrte Bildung, aus denen die Schüler unmittelbar zur Universität übergehen, k. ^

Bruder harten sich in ihr Blatt so getheilt, daß der eine die Redaction, der andre dasMercantilische und Typographische besorgte.