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6 (1830) K bis L
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750 Luxemburg (GroßhcrzogthumStadt) Luxus

er in dem Kriege von 1672 die Festungen und schlug das Heer der Generalstaatenbei Bodegrave und Woerden. Zu diesem Feldzugc machte er einen berühmtenRückzug, indem er mit einem Heere von 20,000 Mann durch ein feindliches von70,000 ging, ohne daß ihm dieses etwas anzuhaben vermochte. Er war nachherbei dem zweiten Feldzuge in dcrFranchc-Eomt«, befand sich bei der Schlacht vonSenef (11. Aug. 1674) und erhielt 1675 den Marschallsstab. Nach Turcnne'sTode befehligte er einen Theil des sranz. Heeres, mußte aber vor seinen AugenPhilippsburg nehmen lasten. Glücklicher war er gegen den Prinzen Wilhelm vonDramen (1678), von dem er sich unvermukhct überfallen sah, den er aber mit Er-folg zurückschlug. In dem folgenden Kriege Frankreichs gegen die verbündete»Machte (England, Holland, Deutschland und Spanien) gewann L. 3 großeSchlachten: die erste bei Flcurus (1. Juli 1690) gegen den Fürsten von Waldeck;die zweite bei Stcinkirchcn (4-. Aug. 1692), wo ihn König Wilhelm von Englandplötzlich überfiel, aber dennoch zurückgetrieben wurde; die dritte und blutigste beiNeerwinden (29. Juni 1683), in welcher der König Wilhelm eine große Nieder-lage erlitt. Von den in diesem mörderischen Treffen genommenen Fahnen ward dieKirche Notrc-Dame zu Paris fast ganz angefüllt, daher ihn die Pariser le tapis-8161 - cke ldlotre-v.aiiie nannten. L. endigte seine glorreiche Laufbahn durch den be-schwerlichen Marsch im Angeflehte der Feinde von Vignamont bis zur Scheide,nahe bei Tournay. Er starb am 4. Jan. 1695.

Luxemburg, Herzogth. und Provinz der östr. Niederlande, wurde 1795von den Franzosen besetzt und war seitdem ein Theil des Wälderdcpartemcnts («lesforätH. Durch den Beschluß des wiener Eongresscs (1815) wurde der größte Theildieser Provinz als Großherzvgthum dem Könige der Niederlande, als Entschädi-gung für seine in Deutschland abgetretenen nastauischen Fürstenthümer, überlassen.Es hat mit dcmHerzogthum Bouillon (s. d., das auf 7IJM. 16,000 E. zählt)109 lJM. mit 300,000 Einw. Der König der Niederlande führt den Titel alsGroßherzog von Luxemburg und ist als solcher Mitglied des deutschen Bundes. Einkleiner Theil des Landes ist zum preuß. Großhcrzogthume Nicderrhein gelegt. DasLand macht den Mittelpunkt des Ardennenwaldes aus, ist größtentheils bergig, hatgute Viehzucht und viele Eisengruben. Luxemburg, Hauptst. des Landes, ander Elze, mit 9900 Einw., eine der wichtigsten Festungen, besteht aus der obernund untern Stadt; jene liegt größtentheils auf Felsen, in welche die Festungswerkeeingehauen sind. Nach der Ecneralacte des wiener Eongresses (Art. 67) ist Lu-xemburg, in militairischer Beziehung, eine deutsche Bundesfestung; der Groß-herzog hat das Recht, den Gouverneur und Militaircommandanten der Festungzu ernennen, 1816 dem König von Preußen abgetreten und zugleich bewilligt, daß4 der Besatzung aus preuß. Truppen, und 4 aus niederländischen bestehen soll.

Luxus ist ein dem Stande der Eultur eines Volkes angemessenes höheresWohlleben; in seiner Ausartung aber Pracht oder Üppigkeit. Er ist eine Folgedes Reichthums und entspringt aus dem Bestreben zur Verschönerung des Lebens.Er zeigt sich in der Erfindung und Anwendung immer neuer Genußmirtel, die zumGlänze, Putze und zur Befriedigung künstlicher Bedürfnisse dienen, z. B. in An-sehung der Wohnungen und ihrer Umgebungen, in Ansehung der Bekleidung,Fuhrwerke, Pferde, Geschirre, Bedienung, Mahlzeiten, Getränke und andrerBequemlichkeiten und Annehmlichkeiten. Abgesehen von dem Nachtheile, welchen erder Sittlichkeit, Gesundheit und Naturkräftigkeit des Menschen bringt, wenn er inÜppigkeit und sinnlose Prachtliebe ausartet, wird der Luxus dadurch nützlich undim Staate nothwendig, daß er den physischen Wohlstand erleichtert, ihn unter diegrößtmögliche Menschenmasse verbreitet, und so der dem allgemeinen National-wohlsßvnde nachtheiligcn Vermögensungleichhcit stets entgegenarbeitet, welche keinStaat in Absicht des Mobiliarvermögens zu verhindern vermag. Da nun der