Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
749
Einzelbild herunterladen
 

Luxembourg (Fr. H. de Montmorency, Herzog v.) 749

und Speckbacher's Gefährten, kamen ihnen an glühender Rache gleich. Beim Rück-züge der Heere nach der lützener Schlacht war ein Theil der Fußjager des Corps, der,'n Leipzig gestanden, nach Schlesien zurückgegangen. Dadurch wurden Iahn, Reitund andre Führer von L. getrennt, welcher, durch den Alles umfassenden Friesen, derspäter bei Vercul von franz. Bauern getödtet wurde, und den Alles begeisterndenKörner (s. d.) noch mehr fortgezogen, mit der Reiterei über die Elbe und Saaleging, wahrend der zurückgebliebene Theil des Fußvolks unter der Führung des Ma-jors v. Petersdorf in unruhiger Thatenlosigkeit an der Elbe auf- und abschwärmte.Die Hoffnung, am 7. Juni 1813 vereint mit Woronzoff und Czernitscheff Leipzigsiegreich zu besetzen, wurde durch den Waffenstillstand vernichtet. Hiermit ging dieFreischar ihrer frühern Idee nach unter. Dazu kam das Unglück, daß die Reitkreiwährend des Waffenstillstandes durch den berüchtigten Überfall von den Franzosen»ndWürtembergern zuKitzen beiLeipzig den 17. Juni fast ganz aufgerieben wurde.(Vgl. Normann.) Nach dem Waffenstillstände waren die Lützower jedochstärker als vorher mit Reiterei und schwerem Geschütze versehen, beinahe 4000Mann. Auch jetzt wurde das Corps aus unbekannten Ursachen nicht zweckmäßigverwendet. Es kam unter den Befehl des Generals Walmoden, der durch die Um-stände genöthigt war, mehr beobachtend als handelnd, mehr abwehrend als an-greifend zu Werke zu gehen. Der Ruhm der Tapferkeit, öfter noch der kühnen Ver-wegenheit, wurde den schwarzen Jägern in dem Treffen beim Gördenwalde (16.Sept.) und in vielen Vorpostengefechten zu Theil, die an der Elbe und Weser ge-gen bedeutende Übermacht geliefert wurden, aber Großes konnte um so wenigerausgeführt werden, als das Corps beständig getrennt war. Erst im Dec. sammeltees sich wieder in Boitzenburg. Der General v. Bülow rief es jetzt nach Holland.In Celle trafen die Lützower auf das schwedische Heer, und der Kronprinz vonSchweden wählte sie zu seinem Vortrabe: eine Auszeichnung, die für den Ruhm,der in Frankreich zu gewinnen war, keinen Ersatz gab. L., kaum genesen von sei-nen schweren Wunden, fühlte die drückende Lage der Seinen vor Hamburg undGlückstadt; er beurlaubte sich nebst einem Theile der Reiterei, mit dem Verspre-chen, die Übrigen bald zu sich zu rufen. Bei dem Rückzüge des Blüchex'schen Hee-res führte er Aufträge an St.-Priest, die ihm Blücher gab, mit Muth und Einsichtaus. Aber besorgt, eine Abtheilung preuß. Geschütz zu decken, verweilte er sich undsiel mit seiner kleinen Mannschaft den Bauern in die Hände. Er verlor viele seinerLeute und wurde, selbst schwer verwundet, nur durch die seltene Ehrlichkeit einesfranz. Landmanns vom gänzlichen Untergänge errettet. Am Ende des Januarsbrach der andre Theil unter der Führung des Hauptmanns v. Helmenstreit vombaltischen Meere nach dem Rhein auf. Neue Befehle des Kronprinzen schicktendie leichte fliegende Schar vor die Festung Jülich, wo sie mit 1300 M., so weitwar ihre Zahl geschmolzen, 3 Wochen lang gegen die täglichen Ausfälle eines sechs-fach starkem Feindes streiten mußten. In Laon kamen sie zu spät an, um mit alsSieger in Paris einzuziehen. Nach dem Frieden ist dieses Corps zum Theil aus-einandergegangen und zum Theil zu regulairen Truppen organisirt worden. L. selbstwurde in der Schlacht bei Ligny (am 16 Juni 1815) gefangen. 1829 stand erals Generalmajor und Commandant der 13. Cavaleriebrigade in Münster. S,/Geschichte des Lützow'schcn Freikorps", von Ad. S. (Berlin 1827).

Luxembourg (Fran^ois- Henri de Montmorency, Herzog «.), Mar-schall von Frankreich, einer der berühmtesten Feldherren unter Ludwig XtV., warder Sohn des berüchtigten Grasen Boutteville und 1628 geboren. Dem großenCondö, dessen Schüler er war und unter welchem er 1643 der Schlacht bei Ro-croi beiwohnte, blieb er in guten und bösen Schicksalen stets getreu. Schon beider Eroberung der Franche-Comte (1668) zeigte sich das Genie L.'s, der hier alsGenerallieutenant befehligte. In Holland, wo er den Oberbefehl führte, eroberte