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Lützow und die Lützow'sche Freischar
neue Festigkeit zu geben; die Dörfer, um welche so wüthend gestritten worden,sielen nach und nach den Franzosen wieder in die Hände, die Nacht brach ein, undwas auch da noch von einer verwegenen Schar preuß. Reiter unternommen ward,den Feind zu verwirren, schlug zuletzt fehl. Ohne besiegt, aber auch ohne Siegerzu sein, behaupteten beide Theile ungefähr ihr Terrain wie vor der Schlacht. Al-lein es ging die Nachricht ein, daß Lauriston Leipzig genommen und den GeneralKleist gegen Würzen zurückgedrückt habe. Dieser Umstand konnte jetzt den Ver-bündeten gefährlich werden; auch fand sich in den russischen Artillcrieparks ein nichtsogleich zu ersetzender Mangel an Schicßbedarf. Dies veranlaßte den Befehl zumRückzüge, der in größter Ordnung nach Meißen und Dresden erfolgte und wedervon Lauriston noch von Napoleon beunruhigt wurde. Miloradowitsch bildete nunden Nachtrab. Durch die Schlacht bei Lützen gelangte Napoleon schon bis zum10. Mai in den Wiederbcsitz Sachsens und der Elbe. Den genauesten Angabennach hatten am 2. Mai gegen 69,000 M. Preußen und Russen und 102,000 MFranzosen gefochten; Letztere sollen 15,000 M. Todte und Verwundete, unter de-nen 5 Generale, und 5 Kanonen, die Russen 2000 M., die Preußen 8000 M.und 2 demontirte Kanonen verloren haben. Die Generale Blücher und Hünerbeinwaren verwundet, der brave Prinz Leopold von Hessen-Homburg geblieben, undbald nachher starb der General Scharnhorst an seinen Wunden. 5.
Lützow und die Lützow'sche Frcischar. Wir erwähnen dieserErscheinung in dem großen Befreiungskriege von 1813 und 1814, da die Ideedazu herrlich war, wenngleich die Ausführung durch Schuld und Zufall verun-glückte. Der Tugendbund vereinigte während der Zeit der Bedrückung würdigeund feste deutsche Männer, welche durch Bildung und Belehrung der Jugend füreine bessere Zukunft arbeiteten. Diese sandten, sobald die erste Kunde von derVernichtung der franz. Hceresmacht in Rußland erscholl, Botschafter durchs Land,besonders nach den Universitäten, wo der schlummernde Funke in den jugendlichenGemüthern sich schnell entzündete. Der Major v. Lützow, ein versuchter Krieger,von dem Könige von Preußen dazu bevollmächtigt, rief die Jünglinge zu einemFreikorps nach Schlesien. Zwar sagte er sich los von dem geheimen Rathe größe-rer Unternehmungen, aber er wollte als erster Führer da stehen, wo es galt, in diefeindlichen Reihen mit dem Schwerte zu schlagen. Für innere Kricgszucht, Ord-nung und Mechanik sorgten der Major v. Petersdorf und Hauptmann v. Helnicn-streit. Schnell sammelte sich die Schar; die Begüterten brachten Kleid undWaffen mit, dieUnbegüterten wurden durch die reichlichen Beiträge vaterländischerFreunde unterstützt. Eingesegnet in der Kirche zu Rochau, zog die Schar schonim Anfange des Aprils in Sachsen ein, mit der Bestimmung, im Rücken desFeindes den kleinen Krieg zu führen, Volksaufstand in Thüringen, Hessen undWestfalen zu erregen und so den Franzosen in Deutschland ebenso verderblich zuwerden, wie die Guerillas in Spanien. Im Thüringcrwalde, aus dem Harze,im Spcssart hatte man treue Freunde, deren Wort ihre Dörfer schnell bewaffnethätte; 4000 Gewehre lagen in Suhl bereit; man unterhielt Verbindungen bisnach Ostfriesland. WaZ die innere Verfassung betrifft, so bildete die Auswahl3 Jägerabtheilungen und ein Schwader; Oberjäger und Führer wurden gewählt;Keiner konnte eintreten, der nicht als Gemeiner dienen wollte. Die übrigen bilde-ten 3 Fahnen (Bataillons) und 4 Schwadern. Unter diesen waren aus den Jö-gerabtheilungcn mehre als Oberjägcr und Führer vertheilt. Einer rühmlichen Er-wähnung sind werth die Bergknappen von Rothenburg an der Saale, die biedernAltmärker und Mecklenburger, die Sachsen und Barern, die ihr Vaterland frühererkannten, als es ihre Könige und Landslcute thun konnten, und wie die Hollän-der aus den feindlichen Reihen herübertraten. An heißer Wuth aber übertrafen alledie Spanier; nur die Tiroler, geführt von Ried! und Ennemoser, einst HoserS