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6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
746
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746 Lätzen (Schlacht bei, am 2. Mai 1813)

Schlacht begann. Pappenheim nahm das zum zweiten Male eroberte Geschütz, 1trieb die Zersprengten über den Graben und war daran sie zu umzingeln, als Knip-hauscn's zweites Treffen ihm entgegenkam. Schon stürzte er auf dasselbe los, datraf eine Falkonetkugel seine Hüfte; ein Trompeter ergriff des Rosses Zügel undführte den widerstrebenden Feldherrn rasch aus dem Getümmel. Ein Nebel, in-dem der Abend nahte, endigte die Schlacht. Bernhard und Kniphausen waren soweit entfernt sich für Sieger zu halten, daß sie schon berathschlagten, ob sie nichtnach Weißenfels zurückgehen sollten. Aber im tiefen Dunkel der Nacht brach Wol-lenstem selbst nach Leipzig auf. Bernhard behauptete das Schlachtfeld und sah sich «am Morgen als Sieger. Wallenstein wußte den Anmarsch der sächs. Truppen;Bernhard fürchtete das Eintreffen des Pappenheim'schen Fußvolks. Wallensteinverlor sein Geschütz und zog sich bis nach Böhmen zurück; Schiller laßt daher s. Ouc-stenberg bemerken:Wer erstaunte nicht, als Herzog Fciedland nach diesem großenTage wie ein Besiegter nach Böhmen floh!" Am Morgen sammelte Bernhard diezerstreuten Regimenter und trieb die Kroaten, welche das Gepäck retten wollten, zu-rück ; die Beute blieb den Siegern. Neun Stunden hatte die Schlacht gedauert, siekostete beiden Theilen an 9000 Todte. Die größten Opfer des blutigen Tages warenGustav Adolfund Pappenheim. Den Erstem fanden Bernhards ausgcsandte Kund-schafter unweit des bekannten großen Steins an der Landstraße unter einem Haufenvon Todten entkleidet und von den Hufen derPferdefast bis zurUnkenntlichkeitzer-treten. Dunkel find die nähern Umstände seines Todes; dochistesungegründct,daßVerrätherei und Rache seinem edeln Leben ein Ende gemacht haben. Pappenheim <starb bald nachher an den in der Schlacht empfangenen Wunden in Leipzig. Sachsen sblieb für einige Zeit von den Erpressungen eines Holk und Gallas frei, die seit 3 Mo- -naten Alles verheert hatten. Der schlichte Feldstein, der das Andenken an den tapfernKönig erhält, ist jetzt mit Pappeln umkränzt und mit steinernen Bänken umgeben.

II. Die Schlacht bei Lützen am 2. Mai 1813richtiger nach demsüdlich von Lützen gelegenen Dorfe Großgörschcn genannt war seit den großenEreignissen 1812 (vgl. Russisch-deutscher Krieg) der erste gewaltige Zu-sammenstoß der jetzt vereinigten russisch-preuß. Streitkräfte mit Napoleons neuge-schaffener Macht. Rußlands Heere waren durch den vorigen Fcldzug und durchden weiten Hermarsch erschöpft; sie konnten ihre erlangten Vortheile nicht weitertreiben als bis an die Elbe; sobald Deutschland sich nicht ebenso rasch wie Preußenanschloß, und so lange der Feind im Rücken noch ansehnliche Festungen besetzt hielt, i(

durften sie es auch nicht. Selbst Preußen mußte den größten Theil seiner Kriegs- ^

Mittel erst noch aufbringen, bilden und ordnen. Beide Mächte konnten daher -nicht mit solcher Schnelle über die Umstände gebieten wie Napoleon, den nichtshinderte, seine beträchtlichen Hülfsmittel in Thätigkeit zu setzen und nach Deutsch-land wieder vorzudringen. So geschah es, daß, während der General Bülow denMcekönig von Italien, welcher mit den Trümmern der alten franz. Armee beiMagdeburg stand, beobachtete, Ehemnitz, Altenburg und Leipzig die Hauptpunkte ,der verbündeten Heere, Lützen der Posten ihrer Vorhut blieben, und nur leichteTruppen gegen Franken und Hessen hin streiften. Schon gegen Ende des Aprildrängten Napoleons Colonnen über den Thüringerwald herein, und am 28. er- ^reichten sie Naumburg; gleichzeitig nahm der Vicekönig, der sich ihnen näherte, -

Mcrseburg. Napoleons Absicht, auf Leipzig und nach der Elbe vorzugehen, lag s

klar am Tage. Die russischen Vorposten zogen sich nach dem Gefecht an der Rip- !pach am .1. Mai, wo der Herzog von Jstrien (Bessiöres) erschossen wurde, vonWeißenfels und von Lützen weg, hinter die Elster in die Gegend von Pegau undZwenkau, während die Hauptarmee der Verbündeten sich bei Leipzig versammelte.

Sie konnten die Stärke ihres Gegners auf 160,000 Streiter schätzen, und Man-ches gebot die eigne Lage zu erwägen. Der ritterliche Entschluß, den Feind den- ^