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Lätzen (Schlacht bei, am 6. Nov. 1632)
gcr gegen die einbrechenden Reiter vertheidigen zu können. Das Geschütz derSchweden bestand aus 100 Feuerschlünden, davon waren 26 der schwerstenin Batterien vor dem linken Flügel aufgestellt, außerdem vor jedem Flügel noch20 kleinere, und 5 vor jedem Schlachthaufcn des Fußvolks. Der König selbstführte den rechten, Herzog Bernhard den linken Flügel, die Mitte aber Knip-hauscn. — Der 6. Nov. brach an, und ein dichter Nebel verfinsterte die ganze Ge-gend. Schon kämpften einzelne Reitergeschwader, die Abends den Übergang überdie Rippach bei Poserna erschwert hatten, in der Finsterniß, als das schweb. HeerLuthcc's Lied: Eine feste Burg ist unser Gott rc., anstimmte. Dann ritt der Kö-nig ernster als sonst durch die Reihen und ermähnte zur Tapferkeit. Erst um 10Uhr verlor sich der Nebel, die Sonne beleuchtete die weite Ebene, und die Heerestanden einander im Gesicht. Eine halbe Stunde nachher gab Gustav das Zeichenzum Angriff. Da brachen die Schweden gegen den von den Kaiserlichen besetztenGraben der Landstraße ein; aber ein mörderisches Musketen- und Geschützfeuerstreckte die Anstürmenden zu Boden. Das schwedische Fußvolk wich, aber Gustavsprang vom Pferde, riß einem Soldaten die Pike aus der Hand, stellte sich an dieSpitze der Weichenden und rief laut: Schweden, wo ist Euer Muth ? Vorwärts!vorwärts! Er schreitet voran, ein mörderischer Kampf beginnt aufs Neue, unddie Schweden dringen bis an des Grabens Rand. Man ficht nun Mann gegenMann im wilden Handgemenge, da bricht Oberst Winkel mit dem blauen Regi-mcnte vor, setzt unter Siegesgeschrei über beide Gräben; ihm folgt das schwedi-sche Lcibregiment im Laufe. Bald sind die Kanonen erobert und auf die kaiscrl.Vierecke gerichtet. Das erste und zweite wird gesprengt, aber das dritte hält nochStand. Da stürmt Holk mit seinen Kürassieren her, wirft die Schweden zurückund entreißt ihnen die gewonnenen Vortheile, denn die finnische Reiterei hatte nichtso schnell dem Fußvolke, das nun ungedeckt stand, über die Gräben folgen können.Bald kam Wallenstcin selbst mit dem wiedergeordnctcn Fußvolk zurück, erobertedie genommenen Kanonen und trieb die Schweden vor sich her bis an des GrabensRand. Allein in eben diesem Augenblicke war es auch den schwedischen Schwadro-nen gelungen, über den Graben zusetzen; sie stürzten auf Wallenstein's Reiter,warfen die vordersten auf die hintersten zurück, verbreiteten Schrecken und Verwir-rung über den ganzen linken Flügel des kaiscrl. Heeres, eroberten die Geschütze wie-der, und der Sieg schien hier für die Schweden entschieden. — Doch weniger gün-stig focht der linke Flügel, welcher von der großen kaiserl. Batterie auf dem Wind-mühlcnberge so heftig beschossen wurde, daß er zu wanken und in Unordnung zuweichen begann. Dies ersehend, übergab Gustav die Führung seines rechten sie-genden Flügels dem Feldmarschall Kniphausen und befahl ihm, rasch den weichen-den Feind zu verfolgen; er selbst eilte den Bedrängten zu Hülfe. Der König ver-schwand, und schon hatte Herzog Bernhard auf dem rechten Flügel eine so geschickteSchwenkung gemacht, daß er mit einigen Regimentern seinem Gegner in die Flankefallen konnte, wodurch dort, da im wilden Grimme kein Theil wich, ein gräßlichesGemetzel entstand. Da rannte wiehernd des Königs Roß ohne seinen edcln Reiterdurch die Reihender Schweden, der Sattel war mit Blut bedeckt, in den Halfternsteckten noch die abgeschossenen Pistolen. Bernhard ahnete das entsetzliche Unglückund sendete straks 100 Reiter aus, den König zu suchen, indessen verkündete erlaut die Nachricht von dessen Gefangenschaft. Nun kämpften die Schweden wiewüthende Löwen, sie stürzten Alles vor sich nieder, eroberten die feindliche Batteriebei den Windmühlen, drehten das Geschütz gegen den Feind und trieben ihn hiervor sich her, während das zweite schwedische Treffen die ins Gepäck gefallenen Kroa-ten verjagte, und Kniphausen mit frischen Regimentern über den Graben zur Ver-folgung der Flüchtigen setzte. Der Sieg war entschieden, als Pappenhcim mit 8frischen Reiterregimentern von Halle her auf dem Kampfplätze erschien. Eine neue