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Lajos Lairesse
! lich als thätig bewies, auch damals schon als Redner sich bemerklich machte. 1808
l vom Drpart. der Gironde für das gesetzgebende Corps erwählt, zeigte er auch hier
sich als freisinnigen Redner, drang jedoch unter der schon damals begründeten Will-kürherrschaft mit seinen Bortragen über Abschaffung mchrer Mißbrauche nichtdurch. Nach den Unfällen in Rußland 1813 ernannte das gesetzgebende Corps^ eine außerordentliche Commission, bestehend aus den Herren LainL, Raynouard,l Gallois, Flaugergues und Maine de Biran, um Bericht über Das zu erstatten,l was wol der Wunsch der Nation in dieser Krisis sei. L. las den Bericht derselben
i in der Versammlung vor. Dieser Vortrag, sowie Rapnouard's Rede an den Kai-
I sec (worin es hieß: „8i von« no vouler: p»8 NVU8 clonner la pa!x, nou8 I» 1e-
^ I 0 N 8 nou8-ineme8") enthält so viel Wahres, daß man nur bedauern muß, daß! die Herren vom gesetzgebenden Corps nicht längst eine so offene Sprache mit demi seine Macht mißbrauchenden Herrscher geführt hatten. Vor den Niederlagen ini Rußland würde dies, so gefährlich es auch sein mochte, hohen Muth, würdig
! echter Repräsentanten des Volks, bewiesen haben, nach ihnen war es ziemlich
j leicht und schadete, statt zu nützen; denn jetzt war nicht der Augenblick -n Erörlerun-^ gen über das Mehr oder Minder der Macht des Herrschers, sondern mehr denn jezu einem engern Anschließen an ihn, um den Staat zu retten. Napoleon fühlte! auch das wenig Großartige dieses Verfahrens und behandelte die Redner danach.
> Das so lange übcrdemüthige und nun auf einmal freimüthige gesetzgebende Corps
- wurde von ihm vertagt, und L. ging nach Bordeaux, wo er 1814 von dem daselbst
1 eingetroffenen Herzog von Angouleme zum Präfecten der Stadt ernannt ward.
j Später ward er Präsident der Deputirtcnkammer. Hier zeichnete er sich bei der
Nachricht von Napoleons Wiederkehr von Elba durch Reden gegen „den gemein-schaftlichen Feind" aus, floh, als Napoleon nach Paris kam, nach Bordeaux, und erließ daselbst eine als Gesetzverständiger ihn wenig ehrende Art von Proclama-H kion, worin er die Franzosen von der Verpflichtung entband, dem Usurpator Abgabens und Mannschaft zu reichen. Als die Herzogin v. Angouleme Bordeaux verließ, be-s gab er sich — sagt man — nach Holland. Nach der 2. Restauration nahm er seineü Stelle als Präsident wieder ein, und erhielt vom Juni 1816 bis zum 28. Dec. 1818,s, wo Decazes an seine Stelle trat, das Ministerium des Innern. In beiden Postenk benahm sich L. mit Mäßigung und sprach oft mit der ihm als Redner eignen Kraftf gegen die Anmaßungen der rechten Seite, besonders gegen die versuchten Eingriffe ins die Charte; nach und nach aber neigte er sich immer mehr zu den erst bestrittcnenGc-k stnnungen der Ultrapartei hin und unterstützte die Abänderung des früher von ihm» vertheidigten Wahlgesetzes. Man muß jedoch bemerken, daß er bei den Verhandlun-z gen über den Krieg mir Spanien 1823 mit der Minorität dagegen stimmte, undsrü-^ her (1817) Clausel de Coufsergue's unloyalen Antrag, die von der absoluten Ge-8 walt aus ihrem Vaterlande verbannten Spanier nicht mehr zu unterstützen und ih-> nen, den unglücklichen Flüchtlingen, keinen Schutz mehr zu gewähren, als unwürdigi! des KönigS und einer edeln Nation, verwarf. 1824 wurde L. zum Mitgliede der mitk der Untersuchung der Lage der Farbigen und Verbesserung des Zustandes der Skla-k ve» errichteten Commission zur Organisation der Colonie ernannt,k Lajos, s. Öd ipus.
1 La ircsse (GLrard de), Maler und Kupferstecher, geb. 1640 zu Lüttich,i starb 1711 zu Amsterdam. Musik und Dichtkunst waren abwechselnd seine Er-l holung, die Malerei seine eigentliche Beschäftigung. Sein Vater, ein mittelmä-ßiger Maler, unterrichtete ihn im Zeichnen, und schon im 15.1. war er im Stande,
! sich vom Portraitmalen zu nähren. Mit Leichtigkeit verdiente er Geld, brachte es- aber ebenso schnell durch ein liederliches Leben wieder durch. Als er 1690 blindgeworden war, dictirte er einem Andern sein Weck: „0lr«8t 8obiIUerl»oek" (2 Bde.,1712,4.; deutsch : „Großes Malerbuch", 3 Bde., Nürnb. 1728; und vonJansen,