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6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
398
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398 Lais Lalande

Paris 1787,2 Bde., 4., ins Franz, übersetzt). Den poetischen Theil der Malerei 'verstand L. vollkommen, seine Gedanken sind reizend und erhaben; er erfand mirLeichtigkeit und zeichnete sich besonders in großen, zusammengesetzten Gemälden !aus. Aus den Wecken seiner Nation hatte er jene Wahrheit des Eolorits und je- !ncn Reiz der Ausführung geschöpft, durch welche sich die niederländische Schuleauszeichnet; aber er übertraf jene Werke durch die Genauigkeit der Zeichnung unddurch die Wahl der Gegenstände. Glücklich in seinen Erfindungen, wußte ersie stets mit sorgfältigem, markigem und leichtem Pinsel auszuführen. Alle Theileseiner Kunst waren ihm gleich sehr geläufig, daher wurde er mit Recht der Poussin -seiner Nation genannt. Man machte ihm jedoch den Vorwurf, seine Figuren zu !kurz und zu wenig graziös gebildet zu haben. Er hatte Poussin zu seinem Vorbilde ^genommen, und erreichte ihn in der Wahl und Anordnung der Gegenstände, abernicht in der Tiefe des Studiums, nicht in der Vortrefflichkeit der Gedanken undebenso wenig in der Kenntniß der Antike. Er arbeitete zu schnell, davon zeugtsein Apollo und die 9 Musen, welche er in einem einzige» Tage vollendete. Übrigenswar er vollkommen in der Mythologie und in der Geschichte bewandert, und beob-achtete das Eosium und die Schicklichkeit mit Genauigkeit. Die meisten seiner Ar-beiten sind Allegorien und Fabeln. Sein Eolorit ist angenehm, und seine Zeichnung,ohne gerade vollkommen richtig zu sein, empfiehlt sich durch eine gewisse Nettigkeit.

Er hatte gegen 200 geatzte Blätter hinterlassen, von welchen viele nachgestochenworden sind. Eins seiner vorzüglichsten Gemälde ist Antiochus und Stratonice, wel-ches 1781 der bekannte Tronchin zu Delices, bei Genf, besaß. L. hatte 3 Söhne ^und 3 Brüdec, die ebenfalls Maler waren. Unter den Letztem waren Ernst und jZoh. L. gute Thiermaler, Jak. L. war ein guter Blumenmaler, der auch ein Werküber die praktische Malerei in flamändifchcr Sprache geschrieben hat.

Lais, Buhlerin, Tochter der Timandra, einer Geliebten des Alcibiades,gcb.zu Hyecarra in Sicilien, ward von dort nach Griechenland geführt, als der athe-niensische Feldherr Nicias ihr Vaterland verwüstete. Korinth war der erste Schau-platz, auf weichem sie ihr Talent zur Buhlerin entwickelte; hier huldigten Fürsten,Redner und Philosophen ihren Reizen. Ganz Griechenland, sagt Propertius,lag vor den Thüren der korinthischen Lais. Der Philosoph Aristipp von Cyrene(s. d.) HAdigte ihr. Demosthenes machte ihretwegen eine Reise nach Korinth,kehrte jedoch, als Lais eine Summe von etwa 1000 Lhlrn. für ihre Gunstbezei-gungen von ihm gefedert hatte, ohne ihre Reize genossen zu haben, nach Hausezurück, indem er sagte:So theuer will ich keine Reue erkaufen". Da sie sichüberhaupt nur zu einem sehr hohen Preise den Umarmungen ihrer Anbeter preis-gab, so konnten auch nur wenige auf dieselben Anspruch machen. Dies gab An-laß zu dem Sprüchworte:Xvn ücet vmnibux »dir« Oorintbum" (nicht Jeder-mann kann nach Korinth gehen). Von Korinth begab sie sich nach Thessalien zueinem jungen Manne, in den sie sich verliebt hatte. Hier soll sie 340 vor Ehr.von einigen Weibern, aus Eifersucht über ihre Schönheit, in dem Tempel der Ve-nus ermordet worden sein. Man errichtete ihr öffentliche Denkmäler, sowol anden Ufern des Peneus, als zu Korinth. Eine andre Lais, nach Pausanias eineTochter des Damasander, war eine ebenso berüchtigte Buhlerin, welche oft mit^jener verwechselt wird.

Lak, s. Rupie.

Lakonien, Lakonica, Lakonismus, s. Sparta.

Lalande (Joseph Jer-ime Le Franyais de), Astronom und Mathematiker,Mitglied der Ehrenlegion, geb. den 11. Juli 1732 zu Bourg cn Breffe, studierein Paris die Rechtsgelehrsamkeil, faßte aber beim Anblick der Sternwarte eine un-überwindliche Neigung zur Mathematik und Astronomie. Er benutzte nun denUnterricht des berühmten Astronomen Lemonnier, bei dem ihm angeborenen Ta-