396 Laien Lain«
Sicilicn wiederherzustellen. Die Staatsminister Östreichs (Metternich), Ruß, 'lands (Capodistcias, Neffelrode, Pozzo di Borgs) und Preußens (Hardenbcrgund Bernstorff), mit ihren Kanzleien, von Gentz als Protokollführer, dazu Ge-sandte von Frankreich (Graf v. Caraman, Graf de la Ferronnaye und der Herzogvon Blacas), Großbritannien (Lord Stewart), Sardinien (Marq. v. St.-Marsanund Graf d'Agliö), Rom (Card. Spina), Sicilien (Fürst Ruffo) und den übrigen !Staaten Italiens bildeten hier einen noch zahlreichern Kreis von Staatsmännern, >als in dem Congreß zu Troppau vereinigt waren. Wahrend der Versammlung desam 26. Jan. 1821 eröffneten Congresses brach der Aufstand der Truppen in Pie-mont am 10. März aus. Zugleich kam die Nachricht an von Vpsilantis's Unter- !nehmen in der Moldau (vgl. Griechen aufstand und Kantakuzeno); diesAlles verlängerte den Congreß zu Laibach bis in den Mai. Die ersten Resultatedesselben in Ansehung Neapels wurden bereits am 31. Jan. dem neapolitan. Mini- !stcr, Herzog di Gallo, bekanntgemacht. Zugleich erließen die alliirten Mächte eine lDeklaration gegen Neapel. Darauf ward mit den Bevollmächtigten der italieni-schen Fürsten über die Lage des ganzen Italiens und dessen politische Sicherstcllungbis zum 28. Febc. berathschlagt. Dann folgte die Angelegenheit Piemonts imMärz. (S. Neapel, Revolution von, und Piemontes. Revolu-tion.) König Ferdinand I. verließ Laibach den 3. März, um dem östreich. Heere,das Neapel besetzen sollte, zu folgen. Die beiden Kaiser erwarteten noch in Laibachden Ausgang der Hecrzüge gegen Neapel und Piemont. Sie wohnten dem wegen ^Herstellung der Ruhe in beiden Ländern gehaltenen l'o Deuin bei und erließen am >12. Mai eine von ihren Ministern (auch vom preuß. Gesandten Krusemark) unter-zeichnete Deklaration, in welcher sie erklärten, daß sie niemals von den in den Con-secenzen zu Laibach ausgesprochenen Grundsätzen abweichen würden. So endigteder Congreß zu Laibach, dessen Beschlüssen Frankreich zwar beitrat, jedoch an deren )Vollziehung keinen Theil nahm, England aber in dem Rundschreiben Castlereagh's, siLondon den 19. Jan. 1821, was die Allgemeinheit des aufgestellten Jnterventions-rechts betraf, seine Zustimmung versagte. Bignon's Streitschrift „Du vongroü s<Is 3'roppnn" (Paris 1821) betrifft die Politik des laibacher Congresses. Durchdiese von Östreich, Rußland und Preußen in Troppau und Laibach befolgte Politikist zuerst das Recht der bewaffneten Dazwischenkunft in die innern Angelegenheiteneines durch Parteien zerrütteten Nachbarstaates — I)r»it «Linterventi»» armeo — s(s. Intervention) in das positive europäische Völkerrecht eingeführt und seit- ^dem auch inVerona (s. d.) befolgt worden. 20.
Laien, in der kathol. Kirche, die Weltlichen, im Gegensatze gegen die Kleri-ker (s. Klerus) oder Geistlichen; daher Laien brüder und Laienschwestern !!die zur Bedienung der Ordcnspersonen in Klöstern bestimmten Personen, welche kHandwerkerarbciten verrichteten; Laicnpriester, ein Priester, welcher kein Klo- ^
stergelübdc gethan hat; Laienpfründc, eine geistliche Pfründe, welche ein !Weltlicher besitzt. Unter den Protestanten, bei welchen die Geistlichen nicht durcheine so scharf gezogene Grenze, wie bei den Katholiken, von den Weltlichen geschic- !
den sind, braucht man dieses Wort nicht leicht in seiner eigentlichen Bedeutung, i
Da im Mittelalrer die Geistlichen die einzigen Gelehrten waren, so bedeutet Laieoft so viel als ein Ungelchcter. Daher heißt, Laie in einer Wissenschaft oder Kunst ssein, so viel, als einer Wissenschaft oder Kunst unkundig sein, oder sie wenigstens -nicht gründlich studirt haben. ;
Laine (Joseph Henri Joachim), Pair von Frankreich, eine Zeit lang k. >fcanz. Minister des Innern und Präsident der Deputirtenkammer, geb. zu Bor- ^deaur den 11. Nov. 1767, früher Advocat, ergriff in der Revolutionszeit die Par-tei der Republikaner. Bei seinem Eifer gegen die gemäßigter gesinnten Girondisten iwurden ihm 1793 bedeutende Verwaltungszweige übertragen, wo er sich so nütz- ^