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6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
390
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30Ü Lager Lagrangc

I'vnnui, le «oute tait pa88e> I« prooepte avev lui". Die bejte Ausg. decs. ist ZUParis, 1766. Er wird von seiner Nation hierin mit Recht für ein unerreichbaresMuster der Naivetät gehalten. Er ist anspruchlos, kunstlos, freundlich. Aber dieseKunstlosigkeit ist nur scheinbar; bei näherer Zergliederung findet man Alles mitBewußtsein angeordnet, und die Nachlässigkeit wie ein reizendes Gewand über einenschönen Körper verbreitet. Ihm war die Sprache seiner Zeit schon zu geschliffenund rhetorisch; darum las er die besten ältern Schriftsteller und machte sich ihreEinfachheit und Frische eigen, übertraf sie aber durch Leichtigkeit, Lebendigkeit,Anmuth und Feinheit. Außerdem verdienen von ihm erwähnt zu werden:I.es»mour» ,ie p^vlio"; die beiden kleinen Lustspiele :IVläiiiluque" undkloren-tin"; seinkoeine mir le tjuimjuina"; ein andres:8ur 8t.-ILlalvli", und einkleines, aber meisterhaftes Gedicht:Adonis". Seine Statue schmückt den Saalder franz. Akademie. Ausführlich über ihn handelt dieilint. ,Ie la vie et äs-,onvraAss >Ie I. ,Ie I» IHtaino pur 6. ei. IVallcenaer" (Paris 1820).

Lager, s. Geognosie.

Lagrangc (Joseph Louis), Geomcter, geb. den 25. Jan. 1736 zu Turin, swidmete sich anfänglich der Philosophie Bald trat aber die ihm angeborene Liebe s

zur Mathematik hervor, und er studirte sie mit solchem Eifer, daß er schon in f 18.

I. in einem Briefe an den berühmten Fagnano eine Menge neuer, von ihm ge-machter Entdeckungen in geometrischen Berechnungen aufstellen konnte. Erlöstedie von Euler lange Zeit vergeblich aufgeworfene Frage über die zweckmäßigere Be-rechnung des Jsoperimetron und auch die über das Princip der geringsten Bewe-gung. (S. Dynami k.) Kaum 10 I. alt, erhielt L. die Stelle eines Pros. derMathematik an der Artillcrieschule in Turin, und die Memoiren des Wissenschaft!.Vereins, welchen er, mit Genehmigung der Regierung und im Vereine mit dem be-rühmten Cigna und dem nachherigen Marquis v. FaluceS, stiftete, erregten solcheAufmerksamkeit in der gelehrten Welt, daß man den Herausgeber in Berlin zumMitgliede der dortigen Akademie ernannte, und Euler und d'Alembert in fortwäh-renden Briefwechsel mit dem jungen Manne traten. Eine Reife nach Paris, in ^Gesellschaft seines Freundes Caraccioli, der als Gesandter nach London bestimmtwar, machte L. endlich mit seinen pariser College» persönlich bekannt, und er wurdedaselbst allgemein mit der größten Anerkennung aufgenommen. Leider nöthigte ihnKränklichkeit bald wieder heimzukehren, und er warf sich nun mit erneutem Eiferauf seine Arbeiten. In dieser Zeit errang er den von der Akad. der Wissensch. in >Paris ausgesetzten Preis in Betreff der Trabanten des Jupiters, und machte zu-gleich durch die Darlegung der ersten Grundzüge seiner Lehre vom Planetensystemseinen Namen unsterblich. Bald darauf erhielt er von Friedrich d. Gr. den Ruf,an Euler's Stelle (welcher nach Petersburg ging) nach Berlin zu kommen, mitdem Titel eines Directocs der Akademie. Ungern ließ der König von Sardinien sei-nen berühmten Unterthan ziehen. Geschätzt von dem großen Friedrich, der den frei-müthigen Mann dem etwas zu unterwürfigen Euler vorzog, geachtet von Allen, dieihn kennen lernten, lebte L. in Berlin in angenehmen Verhältnissen, die nur durchdie fortwährende Kränklichkeit seiner Gattin (einer Landsmännin von ihm) gestörtwurden, so lange, bis der große König starb. Die Achtung, welche bis dahinMänner von Kopf und Talent an dem Hofe Friedrichs II. gesunden hatten, siel !weg, andre Motive bewegten die Cirkel, und L. sah sich nach einem andern Unter-kommen um. Um diese Zeit sah ihn Mirabeau in Berlin, und beschloß, den be-rühmten Geometer für Frankreich zu gewinnen. L. nahm die ihm von Paris ge-machten Anträge an, und wies die ihm gleichfalls von den Gesandten von Neapel,Sardinien und Toscana gemachten Vorschläge von der Hand. Er wurde in Paris1787 aufs Beste empfangen. Aber eine tiefe Schwermuth schien sich feiner bemäch-tigt zu haben und seine« Geist, trotz aller der Anstrengungen, welche seine Freunde