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machten, um ihn zu zerstreuen, zu lahmen. Er gestand, daß er in denselben Fall ge-rathen sei, den d'Alembert schon früher einmal an sich empfunden hatte, daß ihn näm-lich die Liebe zu seiner Wissenschaft verlassen hätte. Wirklich war Dem so, aber nurfür eine Zeit lang. L. beschäftigte sich eifrig mit der Geschichte der Religion, miteiner Theorie der ältern Musik, mit Sprachen und selbst mit den medicinischenWissenschaften; nur sein Studium hatte keinen Reiz mehr für ihn, und dies gingsoweit, daß er selbst sein berühmtestes Werk („I-a mecanigue anal^tigue", zuwelchem Duchatclet, dem L. es im Manuskript übergeben, seltsamerweise langekeinen Verleger finden konnte), als es erschienen war, 2 Jahre liegen ließ, ohnesich entschließen zu können, es wieder durchzusehen. Noch mehr trug die Revolu-tion zu der Zerstreuung bei, welche den Geometer von seiner Wissenschaft abzog,in die er sich nur nach und nach hineinarbeitete und ihr von Neuem Geschmack abge-wann. Auf den Antrag von Dusejour ward ihm 1791 von der Nationalversamm-lung sein Gehalt von 6000 Fr. bestätigt, und um ihn spater für den Verlust, wel-chen er an dem Papiergelde erlitten hatte, zu entschädigen, ward er erst zum Mit-gliede der Belohnungscommisfion für nützliche Erfindungen, dann (im März 17921zu einem der Vorsteher bei der Münze ernannt. Doch gefiel dieser Posten, obschoneinst Cicavo in Rom und spater Newton in London ähnlichen Functionen eineZeit lang vorstanden, L. gar nicht, und er legre ihn, als eine drückende Bürde, baldnieder. In dems. I. verheirathete er sich zum zweiten Male mit einer T. des Aka-demikers Lcmonnier, hoffend, mitten in den Stürmen der Revolution ein ruhigesDasein führen zu können. Das Edict vom 16. Oct. 1.793, in dessen Folge alleAusländer aus Frankreich gewiesen wurden, die Hinrichtung Bailly's, Lavoifier'sund andrer ausgezeichneten Männer rissen ihn aber bald aus seinem Wahne. Zwarwurde, durch Guyton-Morveau's Vermittelung, das strenge Gesetz der Verwei-sung außer Land gegen ihn nicht angewendet; aber die Gefahr, ein Opfer wilderPöbelwuth zu werden, war darum nicht verschwunden. Herault de Sechelles er-bot sich daher, um das Leben eines so ausgezeichneten Menschen, wie L., sicher-zustellen, ihm eine Stelle bei einer nach Preußen bestimmten Gesandtschaft zu ver-schaffen, was jedoch L., voll Liebe für sein neues Vaterland Frankreich, nichtannahm, sondern es vorzog, aller Gefahr zum Trotz, zu bleiben. Ruhe undOrdnung kehrten endlich zurück; man dachte darauf, die während der Periodeder Anarchie zerstörten Lehranstalten herzustellen, und L. ward zum Professor ander neuerrichteten Normalschule in Paris ernannt. In diesem neuen Wirkungs-kreise wachte auf einmal die erloschene Liebe für seine Wissenschaft mit aller Starkewieder in ihm auf, wie dies seine rastlose Thätigkeit und mehre, in dieser Zeit ver-faßte Schriften beweisen. Bei der Errichtung des Instituts war der Name Lagrangeder erste, welcher die Liste der Mitglieder desselben eröffnete; gleichfalls war er daserste Mitglied des neucntstehenden Längenbureaus. Sein Ruhm stieg nun vonTage zu Tage, und Frankreich, das sich durch den Besitz eines Mannes, wie er,geehrt fühlte, beschloß, ihm ein öffentliches Zeichen seiner Achtung zu geben. AufBefehl der Regierung beauftragte der damalige Minister der auswart. Angelegen-heiten (Talleyrand) den franz. Charge d'Affaires in Turin, den Bürger d'Emayer,L.'s Vater, aufzusuchen und ihm im Namen Frankreichs Glück zu wünschen, einensolchen Sohn zu besitzen. Dieser Auftrag ward von d'Emayer aus die glänzendsteArt vollführt, indem er sich, begleitet von mehren Generalen und andern ausgezeich-neten Personen, zu dem Greise begab, der, gerührt von solcher Anerkennung, sei-nen Dank stammelte, aber auch zugleich, festklebend an den früh eingesogenen Be-griffen von mißverstandener Frömmigkeit, die Furcht äußerte, sein im revolution-naircn Paris lebender Sohn werde vielleicht vor Gott nicht die Gnade finden, dieer vor der Welt fand. Wie die republikanische Regierung, ehrte aber auch Napo-leon L.'s Geist und Verdienste. Als derselbe siegreich von Italien heimkehrte und