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6 (1830) K bis L
Entstehung
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Lafayette (Gilbert Motnrr, Marquis de)

tionalversammlung drangen. Au dieser wurde er 1789 ernannt. Am 11. Julitrug er auf die Erklärung über die ckroit« ,le l'liomme an und auf die Ver-antwortlichkeit der Minister. Den Satz, daß Jnsurrection gegen Despotis-mus Pflicht sei, hatte jedoch schon vor ihm der bekannte Jnkriguant, Graf d'En-traigues, öffentlich behauptet. In den wichtigen Tagen und Nachten am 13. u.14. Juli präsidirte er die Versammlung, und am 15. wurde er zum Präsidentender Deputation ernannt, welche aus der Mitte der Nationalversammlung nachParis geschickt wurde. Zum Generalcommandanlen der Hauptstadt ernannt, er-richtete er hier die Nationalgarde, welche bald in ganz Frankreich nachgebildetwurde, gab Befehl, die Bastille zu schleifen, und führte die dreifarbige Cocardeein, von welcher er sagtegu'ello «lovoit k»,re le tour <Iu inonck«". Bei allerReinheit seiner Absichten sah sich L. bald in die gefahrvollsten Verhältnisse verwi-ckelt, zunächst durch das Trügerische, Gehaltlose der auf ihn einstürmenden Volks-gunst. Dennoch widersetzte er sich allen Ausschweifungen der Partei - und Pöbel-wuth ; so rettete er am 6. Oct. die königl. Familie in Versailles. Allein sein Eifer-für die neue Ordnung der Dinge machte ihn der Partei des Hofes verhaßt; denn erverlangte die Einführung der britischen Jury, die bürgerliche Freiheit der Farbigen,! die Aufhebung der Orden, des Erbadels u. s. w. Dagegen lehnte er für sich dieStellen eines Connetable, Dictators oder Gencrallicutenants des Königreichs ab,und verhinderte den Plan, ihn zum Oberbefehlshaber sämmtl. 4- Milk. National-gardcn zu ernennen. Er und Bailly stifteten den Clubb der Feuillans (der Freunde, des Königthums und der Verfassung); mit eigner Lebensgefahr zerstreute er diei Aufrührer, welche Ludwig Xi'l. vom Throne stürzen wollten. Nach der Annab-- me der Constitution zog er sich auf sein Landgut zurück. Dann ward er an dieSpitze ßer Ardennenarmce gerufen, wo er die Mannszucht wiederherstellte, die>H reitende Artillerie organisicte, und den Feind bei Philippeville, Maubeuge und Flo-^ rennes bekämpfte; allein von Dumouriez und Collot d'Hcrbvis beschuldigt undL durch den Aufruhr der Königsfeindc in Paris, am 20. Juni 1792, für LudwigsSicherheit besorgt gemacht, eilte er in die Hauptstadt, sprach für die Rechte des, Throns in der Nationalversammlung, und wollte, da die Bergpartei ihm entge-gen war, den König mit seiner Familie nach Compiegne in Sicherheit bringen.

^ Leider weigerte sich Ludwig, seinem Rathe zu folgen, weil der Hof die Ankunft desHerzogs v. Braunschweig in Paris erwartete.Lafayetke's Vorschlag", sagten dieHofleute,würde den König retten, aber nicht die Monarchie". Nun ward L.! selbst vom revolutionnairen Pöbel (30. Juni) im Bilbniß verbrannt und in Ankla-gestand gesetzt, jedoch am 8. Aug. freigesprochen. Dessenungeachtet erklärte er§ sich gegen die Katastrophe des 10. Aug. und ließ die Commissaire der Nationalvcr-! sammlung in Scdan verhaften (15. Aug.). Da er jedoch sah, daß ein Marschj gegen Paris die Grenzen dem Feinde preisgeben und vielleicht erfolglos den Bür-! gerkrieg entzünden würde, so entzog er sich der über ihn von der republikanischen^ Partei ausgesprochenen Acht durch die Auswanderung in ein neutrales Land. Al-I lein er ward zu Rochefort in Flandern von den Östrcichern verhaftet und nebst sei-( »m Begleitern, Latour-Maubourg, Alex. Lameth und Bureau de Pusy, nach We-sel, endlich nach Ollmütz abgeführt (vgl. B ollman»), wohin ihm 1796 seinei Gemahlin mit ihren Töchtern folgte. Bonaparte bewirkte in Folge der Verhand-lungen zu Leoben 1797 seine Befreiung. Da L. die Gewaltthat des 18. Fructi-dvrs mißbilligte, so blieb er in Hamburg, wo er an Archenholz einen Freund hatte,und das Directorium ließ sein durch die Revolution sehr vermindertes Besitzthum> verkaufen. Erst nach dem 18. Brumaire kehrte er nach Frankreich zurück undi machte dem ersten Consul einen Besuch. Donaparte forschte ihn aus, fand aber^ bei ihm noch die alten Ideen von Freiheit in ihrer ganzen Kraft. Er wollte. ihn zum Senator ernennen; allein der General dankte ihm, denn er wünschteEonv.- Hrx. -Andeute Aast. Bb. Vl. st 25