Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
376
Einzelbild herunterladen
 

376 Labrador Labyrinth

wirkt. S.Ilist. plivüigue, civile, s»olitigue ct mmalo 'Ic.-! p> iicuim «Iv 15 ,»>cc"veranlaßte eine wesentliche Verbesserung derselben; endlich Hut s. 'Abhandlung überdie bessere Anlegung von Wasserleitungen, die zweckmäßigere Bauart der Schleu-sen, Anlage von Brunnen und Trottoirs, die Aufmerksamkeit der Behörden ausdiese Gegenstände gelenkt. 1826 fg. machte er eine Reise nach Kleinasien, Ägyp-ten und Griechenland, von wo er, zum Mitglied der Wahlkammer 1828 gewählt,nach Frankreich zurückkehrte. Sein Sohn Leon de Laborde blieb in Palästina zu-rück und machte 1828 Reisen in 'Arabien, dann in die ägypt. Provinz Fayum, woer das Labyrinth, den See Märis, die Natconseen rc. untersuchte.

Labrador (Neubritannien, das Land der Eskimos, 50 62" N. Vr.),eine 24,500 ststM. große Halbinsel des nördl. Amerika, die der Portugiese KasparEortcrcal 1500 entdeckt, und wohin Martin Forbishcr 1576 die erste Reise unter-nommen hat. Sie ist gegen N. durch die Hudsonsbai von den Ländern unter demNordpols abgesondert und wird gegen O. durch das Nordmeer, gegen S. durch Ka- ^nada und gegen W. durch noch unbekannte Länder begrenzt. Sie gehört zu dembritischen Gouvernement Neufundland und wird gegen S. von den Eskimos(s. d.) (etwa 15,000 Seelen) bewohnt. Die Luft ist überaus kalt, und das Landwegen seiner großen Gebirge und Wälder nur an den Küsten bekannt. Es gibt hier !6 Fäctoreicn engl. Kaufleute von der Hudsonsbaicompagnie, deren Sitz in Londonist. D>'e bekannten L abradorstcine (eine Art Feldspat!), welcher der Haupl-facbc nach grau ist, dessen Fläche aber, in verschiedenen Richtungen gegen das Auge >gewandt, die mannigfaltigsten Farben spielt), Wallfische, Seehunde, Bären, >Wölfe, Füchse, Biber, Rennthicrc, Lachse, Stockfische, Seevogel, Marienglas, Ei-sen, Kupfer, Schwefel, Reis, Krystall sind die einzigen Gegenstände des hiesigenHandels. In den neuern Zeiten haben sich Missionen von evangelischen Brudernhier niedergelassen.

Labyrinth (Irrgarten), bei den Alten ein Gebäude, welches eine solcheMenge gegeneinanderlaufender Gänge und Zimmer enthielt, daß man sich darinleicht verirren konnte. Das ägyptische Labyrinth, unter allen das berühm-teste, befand sich in Mittelägypten, oberhalb des Sees Möris, nicht weit von Kro-rodilopvlis, in der Gegend, welche jetzt Fayum heißt. Nach Einigen soll es vonden 12 Fürsten (650 vor Chr.), nach Andern von Psammitichus, nach Andernvon Jsmandes, der daselbst auch begraben liegen soll, erbaut worden sein. Esist allem Vermuthen nach ein Grabmal gewesen. Das Gebäude, halb über, halbunter der Erde, war eins der schönsten der alten Welt und soll 8000 Säle oderZimmer enthalten haben, deren Einrichtung eine architektonisch - symbolische Dar-stellung des Thierkreises und des Sonnensystems gewesen zu sein scheint. Alle dieseSäle waren von einer gemeinschaftlichen Mauer eingeschlossen und ringsherum mitSäulen umgeben, die Wege aber, welche zu den Palästen führten, so verwickeltangelegt, daß kein Fremder ohne Führer sich herausfinden konnte. In den unternZimmern sollen die Särge der Erbauer des Labyrinths und der heil. Krokodile auf-bewahrt worden sein, die obern Zimmer aber an Kunst und Pracht alle andre mensch-liche Werke übertreffen haben. Jetzt sollen in diesem Labyrinthe nur noch 150 Zim-mer zugänglich sein, Schutt und Finsterniß aber den Eingang in die übrigen ver-bieten. Über den innern Bau und die Bestimmung des kreten fischen Laby-rinth es wissen wir noch weniger. Die alten Schriftsteller meinen, es sei diese un-terirdische Höhle von Dädalus nach einem verjüngten Maßstabe des ägyptischen, aufBefehl des Minos, der den MinotauruS einsperrte, erbaut worden. Nach A. war esein Tempel des Letztem. (S.Böttigec's Aufsatz imKunstblatt", 1816, St. 7.)Das Labyrinth zu Clusium war vom Könige Porsenna, wahrscheinlich zuseinem eignen Grabmale, erbaut worden. Es war viereckig, von Stein, und hatte50 Fuß in der Höhe, 30 auf jeder Seite in der Breite. An jeder Ecke stand eine