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6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
377
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Lacaille Lachaise 377

Pyramide, und eine in der Mitte, jede 150 Fuß hoch und unten 75 breit. Übri-gens waren diese Gebäude nicht des VcrirrenS wegen erbaut, sondern halten nurzufällig diese Eigenschaft, wcßhalb man jede verworrene, schwer zu entwickelndeMannigfaltigkeit von Dingen ein Labyrinth oder labyrintln'ch (ircvoll, verwickelt)nannte. S. auch Labyrinth im Art. Gchö r.

Lacaille, s. Caillc.

Lacedamon, s. Sparta.

Lacvpüde (Bcrnard Germain Etienne, GcafDclaville sucIllvn v.), Na-turforscher, PairvonFrankreich, geb. zuAgcn den 10. Der. 1756, liebte vonJugendauf leidenschaftlich Naturgeschichte u. Tonkunst; daher verließ er den Waffendienst,für den er bestimmt war, und widmete sich der Naturwissenschaft. Seine Lehrer u.Freunde, Buffon u. Daubenton, verschafften ihm die wichtige Stelle eines Eonscr-vatcucs bei den naturgcschich'.l. Sammlungen im Pstanzcngarten. Bei dem Auü-bruche der Revolution zum Mitgl. der gesetzgebenden Versammlung ernannt, gehörteL. zu der gemäßigten Partei. Um sich dem Sturme der Schrcckcnszeit zu entziehen,legte er seine Stelle am Naturaliencabinctte nieder und zog sich auf sein LandgutLeuville zurück. Unter dem Dircctorium trat er wieder hervor und wurde zu einemder ersten Mitglieder des Instituts gewählt. Napoleon ernannte L. iji den Erhal-lungsscnat und ertheilte ihm die Würde eines Großkanzlers der Ehrenlegion. L.ward einer der feurigsten Anhänger des Kaisers, und es gab während der 10jährigen! Dauer der kais. Regierung wenige feierliche Ereignisse, wo er nicht als Redner aus-l getreten wäre. Bei seiner Uneigennützigkcit und Wohlthätigkeit versank er in Schul-

i den; daher gab ihm Napoleon einen Jahrgchalt von 40,000 Fr. Nach der ersten Rc-

» staucation verlor L. den Posten eines Großkanzlers der Ehrenlegion, wurde aber vomH König zuin Pair ernannt. Während der 100 Tage wählte ihn der Kaiser zum

1 Großmeister der Universität. Allein L. lehnte diesen Posten ab und beschäftigte sich

^ bloß mit den Wissenschaften. So erschien 1817 eine von ihm besorgte neue Ausg.

von Buffon's Werken; er kündigte zugleich an, daß er, in Auftrag seines verst.ß Freundes Lagrange, dessenTheorie über die Kometenbildung" herausgeben wolle.!f Auch erschien eine Fortsetz. des, von seinen großen Vorgängern begonnenen Werksüber die Eetacecn. SeineGeschichte der Fische" (5 Bde., 4.) wird für sein wich-tigstes Werk gehalten. DaS vollständ. Vecz. seiner Schriften, zu welchen auch zweikleine, anonym erschienene Romane und die OperOmphalc" gehören, ist groß.! L. besaß die seltene Gabe, auch die trockensten Gegenstände seiner Kunst mit den

! Annehmlichkeiten eines glänzenden Styls auszuschmücken. Er starb den 6. Ort.

! 1825 auf seinem Landsitze Epinay (bei St.-Denis) an den Pocken. Billeneuvc

! schrieb seinl'Aocze Ickutorigu«" (Paris 1826). Von L.'s hinterlassener (sehr man-

1. gelhafter)Ilist. civile et luilitairc <Ie I'Iönrope" (seit oem Ende des 5. bis zurz Mitte des 18. Jahrh.) in 18 Vdn., erschienen die ersten 2 Bde. Paris 1826.

Ij Lachaise (Fcanyois d'Aix de), Beichtvater Ludwigs XiV, Mitglied der

i Congcegation der Jesuiten, wurde auf dem Schlosse d'Aix im Aug. 1624 geb. Die

> Familie d'Aix de Lachaise gehörte zu den angesehensten in Frankreich, und ein Groß-

z onkel von Franz de Lachaise, der Pater Cotton, war Beichtvater Heinrichs IV.

l Im Jcsuitenrollcglum zu Rohan, welches einer seiner Vorfahren gegründet hatte,

begann L. den Cursus seiner Studien und setzte sie in Lyon fort. Er war Provin-I zial seines Ordens, als ihn Ludwig, nach dem Tode seines bisherigen Beichtigers,

des Pater Ferner, an dessen Stelle wählte. Diese Wahl erregte um so mehr Äuf-! merksamkeit, da einestheils die Streitigkeiten zwischen den Parteien derJansenisten,t Molnnstc» u. s. f. bereits den an Frömmelei kränkelnden Hof Ludwigs XiV. und1 die, ebenso wie der Hof, zwischen Üppigkeit und Bigotterie hin und her schwankende, Hauptstadt theilten, anderntheils aber auch, seit dem Pater Cotton, kein Jesuitk zu dieser wichtigen Stelle gelangt war. Bald sah sich der neue Beichtvater in einem