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6 (1830) K bis L
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Kurland

in den Rittergütern, um große Landwicthschaften unter einer Direktion zu bilden.JnLehnsverbindung mit Polen, wo der Bauer noch unglücklicher war, bildete der^irländische Magnat sein Verhältniß zu den Bauern seiner Gerichtsbarkeit immerpolnischer aus. Der letzte Heermeister, Gotthard Kcttler, nahm Kurland, umSchutz gegen das immer weiter vordringende Rußland zu erhalten, 1561, unter Ab-tretung LieflandS, von Polcnzu Lehn, und vererbte es bis ins 18. Jahrh. aufs. Nach-kommen. 1710vermahlte sich der 6teHerzog v.K., Friedrich Wilhelm, mit derrus-sischen Prinzessin Anna; er starb 1711. Seitdem übte Rußland den größten Einflußaufdie Wahl der kurländ. Regenten. Anna, T. des Zaar Iwan, der vor seinem Bru-der, Peter dem Großen, starb, blieb unter Peters Schutz noch eine Zeit lang Regentin.Zwar trat ihres Gemahls Oheim,Ferdinand, die Regierung an, er lebte aber im Aus-lande. Als er es dennoch wagte, die Gutshoheit des kurland. Adels zu verletzen, so ord-nete der polnische Oberlehnshof, in Abwesenheit des kinderlosen Ferdinands, eine Lan-deSvcrwaltung an, mit deren Verfahren und der Absicht der nähern Vereinigung Kur-lands mit der Republik Polen die Stande (Gutsherren) unddicObcrräthe desHer--ogkhums unzufrieden waren. Gegen das Verbot der Regierung hielten 1726 dieStände einen Landtag und bestimmten, daß des Königs v. Polen natürlicher Sohn(Moritz v. Sachsen) sammt seiner männl. Nachkommenschaft ihrem Herzoge Ferdi-nand in Kurland folgen solle. Diese vecfassungswidrige Wahl blieb ohne Folgen. !Als aber die herzogl. Witwe Anna 1730 den russischen Thron nach Peters !l. Todebestieg, ließ sieK. militairisch besetzen und erklärte dem poln. Hofe, daß sie K. beiseinem Verfassungsrecht, als ein Lehn derNcpublik unter eignen Herzogen zu stehen, sbeschützen wolle. Nach Ferdinands Tode ließ sie 1737 ihren Günstling und Ober- -kammerherrn, GrasenErnstJohannv. Biron oder Biren(s. d.), einen geb. Kur-lander, zum Herzog wählen. 1740 starb Anna, und der in Rußland gehaßte Bironwurde nach Sibirien verwiesen. Die Stände von K. wählten nun 1741 einenSchwager der russischen Gcoßfürstin-Regentin, Herzog Ludwig Ernst v. Braun-schweig, zum neuen Herzog, und als dieser Wahl derOberlehnsherc seinen Beifallversagte, den polnisch-sächsischen Prinzen Karl, zu dessen Vortheil die damalige russi-sche Kaiserin Elisabeth allen Ansprüchen aufK. entsagte. 1759 empfing dieser Fürstwirklich die Huldigung. Als aber Kaiser Peter 111. den Herzog v. Biron aus Sibirienzurückgerufen hatte, setzte ihn 1763 die Kaiserin Katharina 11. wieder ein, und dcrHer-zog Karl mußte weichen. Poleneckanntenach derLrestauration den Herzog Ernst Jo-hann abermals an und belehnte ihn von Neuem mit K.; doch trat er 1769 seinemSohne Peter die Regierung ab. JmLande selbst traten derAdclund der Bürgerstandstets feindlich gegeneinander auf, und beide suchten bald beim Hofe zu Petersburg,bald beim warschauer Schutz. Dasselbe that Herzog Peter, nicht so sehr, um die unzu-friedenen Unterthanen unter sich zu versöhnen, als um seine Regcntenrechte über beidefester zu stellen. Als in Polen 1792 die Revolution ausbrach, wäre beinahe auch in K.eine Jnsurrection wider die Vorrechte des kurländ. Adels entstanden. KurlandsGutsherren suchten daher bei der Kaiserin Katharina Schutz, und am 18.März 1795beschloß derkurland. Landtag, den aber bloß der Adel verfassungsmäßig bildete, K.unbedingt dem russ. Scepter zu unterwerfen. Eine ständische Deputation zeigtedem Herzog, der in Petersburg weilte, diesen Beschluß an und fodcrte ihn zur Bei-stimmung auf; der Herzog hatte keine Söhne, wohl aber 4 Prinzessinnen, und fürdie älteste in Schlesien bereits das Fürstenthum Sagan unter königl. prcuß. Hoheitund in Böhmen die Herrschaft Nachod erworben. Er unterzeichnete die Abtre-tungsurkunde in Petersburg am 28. März 1795. (Vgl. d. folg. Art.) Die von demBruder des letzten Herzogs v. K. abstammende Linie Biron entsagte gegen einejährl. Rente von 36,000 Thlrn. allen Ansprüchen auf das Hcrzoglhum K. und ist !. noch gegenwärtig im Besitz der Standesherrschaft Wartenberg in Schlesien. 1818 ^

bestätigte der Kaiser Alexander in Folge des Mas vorn 25. Aug. 1817 die Urkunde s