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6 (1830) K bis L
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Kurland

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Kurulische Inseln

ihm folgte am 11. Dec. Sachsen, das zugleich durch den mit Frankreich abgeschlos-senen Frieden zu Posen die Königswürde annahm. Der hessischen Lande endlichbemächtigte sich, nach der Schlacht bei Jena, Napoleon, und erklärte den Kurfürstenj derselben für verlustig. So gab es nur noch zwei Litularkurfürsten, von Trier und! von Hessen. Ersterer ist gestorben; Letzterer, der nach dem Sturze der Napoleonidenin s. Land zurückkehrte, hat den Kursürstentitel beibehalten; da aber ein deutscherBund souverainer deutscher Fürsten an die Stelle des deutschen Reichs getreten ist,so hat dadurch die Kursürstenwürde ihrem Begriff und Wesen nach ihr Ende erreicht.

Kurilische Inseln, im 18. Jahrh, nach und nach von den Russen ent-^ deckt, erstrecken sich in geringer Entfernung von einander von Kamtschatka bis Japan1 und China. Diese Insel» (ohne Jcsso 25, zusammen 145 ssiM. groß) sino, was ihreBeschaffenheit anlangt, erst seit Äruscnstern's Reise genauer bekannt. Die nördlichen^ tragen Lerchenbäume und Fichten, die südlichen spanisches Rohr, Bambus und Wein-stöcke. Die Bewohner derselben (etwa 1000), welche Kurilen genannt werden(worunter man aber auch die Bcw. der angrenzenden Küste von Asien und des südl.Kamtschatka versteht), sind Heiden, und einige derselben kommen an Sprache, Ge-stalt und Sitten den Japanern nahe, andre hingegen den Kamcschadalen, von de-I neu viele, bei der Eroberung Kamtschatkas durch die Russen, sich nach den kuruli-schen Inseln flüchteten. Einige der Inseln haben von beiden Srammvölkern Ein-wohner. Die südl. Kurilen stehen unter japanischer Herrschaft, viele davon sindaber ganz unabhängig; die nördl. hingegen (21) sind nur einigermaßen dem rus-sischen Reiche unterworfen und geben meistens nur, wenn sie erst gezwungenwerden, Meerottcrn, Füchse und andres Pelzwerk als Tribut.

Kurisches Haff, ein 44 Meilen breiter Meerbusen (29 HjM.), der beiKönigsberg in Ostpreußen anfangt, und den die schmale, 15 Meilen lange, sandigeHalbinsel, kurische Nehrung (Niederung), von der Ostsee absondert, mit der er beiMeine! durch einen kleinen Canal, das Tief, verbunden ist.

Kurland, ehemaliges Herzoglhum, wozu auch Semgallen gehörte;jetzt ist beides die russische Statthalterschaft Mitau (509 IHM., 581,300 Einw.).Nach Watson hat K. 473 ffsiM. mit 384,789 Einw. (11 Städte, 10 Mkrfl., 8Slobsden), darunter 361,162 Lutheraner mit 141 Kirchen; die übrigen Bekennt-nisse haben 19 Kirchen. Von 692 Meierhöfen gehören 172 der Krone. K. liegt anI der Ostsee und ist ein flaches Land. ^ sind Waldung; 23 HsM. nehmen Sümpfe,über 300 Seen und 118 Bäche ein, von diesen ergießen sich 42 in die Aa, 35 in dieWindau, 6 in den östl. Grenzfluß, die Düna, und 35 (Aa, Windau, Liebau u. s. w.)inS Meer. Das Übrige ist Moor- und Sandboden, der beste an Lieflands Grenze.Die Lust ist rauh, aber gesund. Getreide, Flachs und Hanf werden verschifft, auchLeinsamen, der bloß seiner vorsichtigen Ausdörrung, damit er nicht unterwegs ver-dirbt, den Ruf verdankt, bessern Flachs als inländischer Lein im Auslande zu erzeu-gen. K. hat reiche Jagden; bei dem geringen Fall der Gewässer ist Überfluß anFischteichen; Bienen-und Rindviehzucht sind blühend. Es gleichtHolstein durch-aus, nur daß der Himmel in K. rauher ist. Folge der Lage ist, daß es an Minera-lien nurTvrfund Eisen besitzt. Die Einw. sind Deutsche, Liven, Polen und Ju-den. Die herrschende Sprache ist die deutsche. Außer Branntweinbrennereien fin-! det man wenige Fabriken. In Liebau und Windau ist der Haupthande!; die ehe-1 malige herzogt. Residenz Mitau ist der Sitz des Statthalters. Hier, wie in Liefland,regierte einst der deutsche Orden. Er gründete in beiden Landen das große Gutsci-genthum mit der Leibeigenschaft. So lange die Ordensaristokratie herrschte, bewachtesie die Gutsaristvkrarie so strenge, daß der Bauer Eigenthum mit leichtem Dienst be-saß, aber nicht von der Familienstelle vertrieben werden konnte. Erst nach dem Unter-gänge der Ordenslandcshoheit, unter den durch die Gutshoheit und deren Repräsen-tanten, die Oberräthe, beschrankten Herzogen, entstand jenes Legen der Bauernstellen