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6 (1830) K bis L
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Kupftrstecherkuiist

Werke durch die Nadel hat sich, wie die Blatter von Troostwyck, v. Os, Overbeek,Jansen, Chalon u. A. beweisen, noch das angestammte Talent erhalten. Füraus-geführtcre Arbeiten, wo Grabstichel und Nadel sich vereinen, um einen Ton wie inNembrandt's Gemälden hervorzubringen, sind Clacssens und de Frey anerkannteMeister. Was Rußlands, Dänemarks, der Niederlande Künstler in diesem Facheneuerer Zeit geleistet haben, verdient keineswegs ganz übersehen zu werden. Dieschweizer Arbeiten, meist in Aberli's beliebter Manier, bilden einen eignen Stamm,der weithin in frische Zweige getrieben hat; ihrVeteran, Joh. Hcinr. Meyer, starbden 25. Juni 1829 zu Zürich.

Kupferstecherkunst ist die Kunst, durch Striche und Punkte die For-men, Lichter und Schatten von Gegenständen auf einer Fläche in Kupfer abzubil-den, um diese Darstellungen dann mittelst des Drucks zu vervielfältigen. DerKupferstecher verhält sich zu dem Maler wie ein Übersetzer zu seinem Autor. Sowiees aber unmöglich ist, von einem geistvollen Wecke eine gute Übersetzung zu liefern,ohne selbst Geist zu haben, so wird auch von einem guten Kupferstecher ersodert, daßer die Composttion in ihren feinsten Theilen versiehe, in die Geheimnisse der Zeich-nenkunst eingeweiht sei und nicht kalte, leere Darstellungen der bloßen Formen, Lich-ter und Schatten seines Gemäldes, sondern Abbildungen liefere, in welchen der Cha-rakter der Gegenstände in dem eigenthümlichen Geiste seines Urbildes frei und leichtaufgefaßt werde. Bedenkt man, baß der Kupferstecher zu diesem Allen kein Mittelhat als Punkte und Striche, so wird man gewiß keinen Augenblick anstehen, demTalente eines guten Kupferstechers die ehrenvolle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen,die dasselbe verdient. Die Kupferstecherkunst wurde in Europa erst in der zweitenHälfte des 15. Jahrh, erfunden; die Chinesen sollen dieselbe schon lange vorher ge-kannt haben. Unter den europäischen Völkern streiten die Deutschen, die Italiener,die Holländer um diese Erfindung. Als einen festem Anfangspunkt dieser Kunstsetzt man den Florentiner Goldschmied Tommaso Finiguerra (1460). Irrig ist woldie Meinung, daß Martin Schoen (gest. um 1486) der älteste deutsche Kupferstechersei. Denn es gibt noch eine Menge Kupferstiche, welche zwar ohne Jahrzahl undNamen sind, aber doch alter als Schoen's Blätter zu sein scheinen. Die Kupfcr-^ stechcrkunst entwickelte sich unstreitig aus dem Formschncidcn, und die ersten Ab-! drücke sind wahrscheinlich von Arbeiten der Goldschmiede und Silbcrstecher gemachtworden. (Vgl. Nicllo-Arbciten.) S. Hellcr'sGeschichte der Kupferstecher-kunst", und v. Quandt'sEntwurf zu einer Gesch. d. K." (Leipz. 1826). Unter' den eigentlichen Kupferstichen ist die Arbeit mit dem Grabstichel die älteste. Nachund nach kamen die andern Manieren auf, die man jetzt auch wol mit einander zuverbinden pflegt. 1. Das Kupferstichen mit dem Grabstichel, oder dieKupfcr-stecherkunst im engern Sinne. Man zeichnet die Umrisse und Formen seines Stoffsmit der Radirnadel in das Kupfer und schneidet nachher mittelst des Grabstichelsmehr oder weniger große und tiefe Furchen, welche Taillen (Schrafsirungen) genanntwerden. Diese Manier ist der größten Sauberkeit und Genauigkeit fähig, auch istsie die schwerste unter allen. Sowie aber alle mittelmäßige Arbeit hierin sehr unan-genehm ausfällt, so ist auch die zu genaue Regelmäßigkeit und Schärfe des Strichsin derselben nicht für alle Gegenstände in der Natur passend. Baust, Blvcmaert,Edclink, Sharp, Wille und die neuern Kupferstechers, d.) müssen hier genanntwerden. II. Das Ätzen oder Radircn. Man überzieht die Kupferplatten mit demsogen. Nadir- oder Äygrunde, welcher in einem gewissen Firnisse besteht, und denman am besten mit Wachsruß anlaufen läßt. Dieser Grund wird nach der darzu-> stellenden Zeichnung mit der Radirnadel bis auf das Kupfer aufgerissen, auch woletwas tn das Kupfer hineingeritzt; hierauf zieht man rings um die Kupfertastlherum einen Rand von Wachs und gießt Scheidewasser darauf, welches in die vomÄtzgrunde entblößten Stellen eindringt, diestlben vertieft und so die Figuren im

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