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6 (1830) K bis L
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Kunst (Schöne Künste)

des Kunstwerks und leichte Wirksamkeit einzelner dazu erfoderlicher Kräfte, baldmehr auf das Äußere beziehen, uno dann technische Fertigkeiten genannt werden,die sich mit dem Genie leicht verbinden. Denn wir unterscheiden beim Bilden desWerks selbst wiederum den Entwurf von seiner Ausführung und von derDarstellung (s. d.) im engsten Sinne. Wie nun dem Künstler, kraft der inihm herrschenden idealen Phantasie, eine begeisterte Weltanschauung eigen ist,welche ihm die Dinge von ihrer bedeutsamsten Seite zeigt, und durch welche er denNaturgcist ergreift, den Sinn des Menschenlebens deutet und eine neu entdeckteWelt aus seinem Innern hervorgehen läßt: so ist auch die Stimmung selbst, inwelcher das vollendete Werk der Kunst entspringt, immer eine begeisterte: B e-geisterung (s. d.). In dieser Begeisterung offenbart sich uns die höhere, aus-gezeichnete, gleichsam von der Gottheit angeregte Natur des Künstlers dadurch, daßer mit einer fast instinktmäßigen Nothwendigkeit, bei welcher die Rücksichten aufdas Äußere, auf seine Persönlichkeit und alle einseitige Ansicht ganz verschwinden,obgleich auch nicht ohne höhere Besonnenheit und ungetheilte Aufmerksamkeit aufdas ihm vorschwebende Ideal, Etwas hervorbringt, was sich nach seiner innern Be-deutung dem einzelnen Naturcrzeugniffe keck entgegenstellt, weil es ein unmittelba-res Abbild der Idee ist, die in dem Gemüthe waltet. Und in dieser seltenen Ausam-menstimmung und Harmonie einer bewußten und bewußtlosen Thätigkeit, in jenerSicherheit und Nothwendigkeit, mit welcher der Künstler das Gesetz lebendig übt,ohne an dasselbe zu denken, das Ideale darstellt, ohne sich der Idee, abgesondertvon der Gestalt, bewußt zu sein: hierin liegt eben das Wunderbare des Genies.Nicht minder auch in dessen geheimer und tiefer Entwickelung, sowie in seinerschnellen Äußerung. Die Genialität des Künstlers begreift aber auch eine glück-liche, äußere Organisation, namentlich in Beziehung auf diejenigen Sinne, durchwelche wir die vollendeten Formen der Erscheinungswelt auffassen und darstellen(Schönheitssinne), auf deren Gegenstände sich die Phantasie bezieht und von wel-chen sie gleichsam die Grundstoffe ihrer Darstellungen empfängt. Nächstdem be-darf der Künstler auch gewisser erworbener, wenn auch durch seine Natur ihm er-leichterter, technischer Fertigkeiten, der Übung in der Welt- und Lebensanschauungund in dem Gebrauche besonderer Darstellungsmittel (oenn jede Kunst hat alsDarstellung ihre besondern technischen Grundlagen und folgt den durch die Na-tur bestimmten Gesetzen, nach welchen ein besonderer Stoff bearbeitet wird), unddieses ist das eigentliche Erlernbare in der Kunst. Dieser erwerblichen Fertigkeitenund Kenntnisse bemächtigt sich der geniale Geist bei der Darstellung und handhabtsie frei, jedoch zweckmäßig, um das im Geiste Vollendete auch äußerlich vor die An-schauung zu bringen. Der mechanische Künstler aber besitzt nur diese Fertigkeiten,der correcte folgt nur der Regel, nicht dem innern Dränge, der bloß talentvolle schafftglänzende Einzelnheiten, aber kein Ganzes, setzt leicht und glücklich Gegebenes zu-sammen, bildet auch wol eigenthümlich und neu, aber nicht aus voller Kraft, eingediegenes, organisches Werk von hoher Musterhaftigkeit und unsterblicher Dauer.IV. Schöne Künste, Eintheilung derselben. Die Kunst ist ihrem Wesen nachEine und umfaßt ein unendliches Gebiet von Darstellungen. In demselben un-terscheiden wir Classen der Darstellungen, in welchen wir die allgemeine künstlerischeThätigkeit unter gewissen Verschiedenheiten oder bestimmten Beschränkungen wir-ken sehen. Die Eintheilung dieser Elasten ist verschieden, nach verschiedenemZweck und Bedürfniß. Eine ästhetische, mithin wissenschaftliche Eintheilung derschönen Kunst in schöne Künste, welche von Verschiedenheiten handeln soll, die sichauf die Schönheit der Kunstdarstellungen oder das innere Wefen der Kunstselbst beziehen, muß von der nothwendigen Verschiedenheit der Darstellungsmittel,ausgehen, deren sich der Mensch als vernünftig sinnliches Wesen bedienen kann,auch muß sie das ganze Kunstgebiet leicht übersehen lassen und die Verwandtschaft