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6 (1830) K bis L
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Kunst (Kunstphilosophie)

des Einzelnen andeuten. Nun heißt aber darstellen, zur Erscheinung bringen;die ihrem Wesen nach verschiedenen Darstellungsmittel beziehen sich also auf dieverschiedenen Gebiete der Erscheinungswelt, und die Organe für die Austastungund Darstellung derselben. Wie wir daher eine innere und äußere Erschei-nungswelc, einen innern und äußern Sinn unterscheiden, so unterscheiden wir auchKünste des äußern Sinnes und Kunst des innern Sinnes. Nun können die Dar-stellungsmittel der schönen Künste ersterer Art nur aus den Empfindungen deredlem, oder der Schönheitssinne, mittelst deren wir selbständige äußere For-men in ihrem Bestehen, sowie in ihren Verhältnissen zu einander, mit einem Ge-fühle der Lust wahrnehmen, gegründet sein. Dieses sind aber Gesicht und G e-h ö r. Auf diese beziehen sich also die bildende und die tönende Kunst. Jene stelltunter der Form des Sichtbaren, diese unter der Form des Hörbaren dar. Alle Sin-nenempsindungen aber umfaßt der Gedanke mittelst der Einbildungskraft (der in-dividuelle Gedanke). Diejenige Kunst also, welche das Leben durch Gegenständedes innern Sinnes, d.i. durch die Vorstellungen der Einbildungskraft, zunächst fürdie Einbildungskraft darstellt, oder die Kunst des innern Sinnes, ist die Poesie (Trog-es,c, Dichtkunst vorzugsweise). Das allgemeine Organ der Schöpfungskraft schönerKunstwerke ist ihr eigenthümliches, und sie bezieht sich erst mittelst desselben ausdie äußern Sinne. Sie ist daher die mittelbarste und geistigste Kunst, bedarf aberauch für ihre Darstellungsmittel noch besonderer äußerer Zeichen, der Worte, alsder eigenthümlichen Zeichen der Gedanken; doch beruht nicht in den Worten,noch in den Tönen für sich, das Wesen der Poesie (s. d.), wcßhalb sie auchfälschlich zu den tönenden Künsten gerechnet worden ist. Dieses aber sind die dreiElementar- oder Stammkünste. Andre sind abgeleitete und zwar entweder ein-fache abgeleitete, untergeordnete, wie die Malerei, Bildhauerkunst (Plastik,Skulptur), Baukunst, und jener analog (jedoch mit Rücksicht aus die successiveErscheinung eines Kunstgartens) auch die G a r t e nku n st; oder zusammengesetzteabgeleitete, welche man auch Übergangskünste nennen könnte. Letztere sind die D e-clamation und Mimik, von denen die erstere von der Poesie zur tönendenKunst, diese von der Poesie zur bildenden Kunst den Übergang macht; aus Dekla-mation und Mimik entspringt die Schauspielerkunst; die Tanzkunst aber bildet denÜbergang von der Mimik zur tönenden Kunst. (Andre Eintheilungen findet man inW. T. Krug'sVersuch einer systemat. Encyklopädie der schönen Künste", Leipzig.1802, h. k 5 fg.) Wie nun die schönen Künste unter einander verschieden sind, soweichen auch die Erfodernisse des Künstlers, in Hinsicht auf diese verschiedenen Ge-biete der Kunst, von einander ab, und es ist die Genialität (des bildenden Künsilcrs,oder des Tonkünstlers z. B.) durch das besondere Darstellungsmittel, durch die na-türliche Anlage, welche der Gebrauch desselben voraussetzt und die vorwaltende Be-ziehung desselben auf gewisse Thätigkeiten des Geistes (z. B. des Hörbare» auf dasGefühl, des Sichtbaren auf die Beurthcilungskrast) genauer bestimmt. V. K u n st-philosophie, Theorie der schönen Künste. Die Wissenschaft von der schönenKunst und den besonderen Gebieten derselben (schönen Künsten) kann man dieKunstwissenschaft nennen. Handelt sie von der schönen Kunst und den Künste»überhaupt, ihrem Geiste nach, oder in unmittelbarer Beziehung auf die Idee derSchönheit, welche durch sie verschieden dargestellt wird, so ist sie Kunstphilosophie,und macht einen Haupttheil der Ästhetik aus (s. d.). Als Kunstphilosophie han-delt sie von der schönen Kunst überhaupt (allgemeine Kunstphilosophie, wovon wirhier einen kleinen Umriß gegeben haben) und von den einzelnen schönen Künstenin der angegebenen Beziehung. Letzterer Theil der Kunstphilosophie wird auchdie ästhetische Theorie der schonen Künste genannt und macht die angewandte,oder besondere Ästhetik aus. Da aber jede Kunst, wie oben gesagt worden ist,ihre äußere Grundlage oder ihr eigentlich Technisches hat, so gibt es auch eine