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Kantemir
Morea erfuhr, so bewog ih» der Gedanke, daß sein Ausbleiben die Vermuthungder Mißbilligung der Revolution von Seiten Rußlands bestätigen und die Grie-chen schwankend machen müsse, zu dem Entschlüsse, seiner Vaterlandsliebe Allesaufzuopfern. Er ließ seinen Paß vom russischen Consul für die Rückkehr nachOdessa zur See bestätigen, und reiste ohne Hinderniß nach Griechenland. Umdieses Schrittes willen ward ihm später die Rückkehr nach Rußland untersagt.Mit ihn, hatten sich 60 junge Griechen, die von verschiedenen Universitäten kamen,und der stanz. Hauptmann Balestras nach dem Peloponnes eingeschifft, auch dervon seinem Bruder Alexander mit der Leitung des Aufstandes in Morea beauf-tragte Demetrius VpsilantiS. Sie langten am 19. Juni in Hydra an, wo sie mitdem größten Jubel empfangen wurden. Alex. K. übernahm hieraus die Besor-gung der Kriegsangclegenhciten, schlug eine gemeinsame Verwaltung der Inselnvor und bildete eine Schar von Freiwilligen, die Balestras als Hiliarch besei-tigte. Allein es fehlte bald an Waffen und Pulver. Am 20. Juni begabensich K. und Dem. Vpsilantis nach dem Peloponnes zu der Gerusia in Vervena,einem Dorfe bei Tripolizza. K. schloß hierauf die Festung Malvasia (Epidau-ros) ein, und nahm sie den 21. Juli 1821 durch Hunger, nachdem er die Agasder Türken durch den Umstand zum Capitulircn bewogen hatte, daß bereits 1375Malvasia siä: an einen Kantakuzeno ergeben habe. Alex. K. berieth sich darausmit den Hydriote» und Spezzioten über die Bildung eines Nationalsenats undwar sonst für die Herstellung einer Art von Ordnung thätig; dann begab er sichvor Tripolizza und nahm an der Spitze albancsischer Krieger Theil an der Ein-schließung, lehnte in der Zwischenzeit einen Antrag der Kretenser ab, welche ihmdie Befehlshabcrstelle auf ihrer Insel übertragen wollten, bereiste die Provinzenvon Hellas, um die Wahlversammlungen anzuordnen, und sorgte für die Befe-stigung von Missolunghi, hatte jedoch überall mit großen Hindernissen zu kämpfen,da Nichts geordnet und Niemand einig war. Späterhin erhielt er, als die Lei-tung der griechischen Angelegenheiten in andre Hände übergegangen war, vondem griechischen Senate den Auftrag, die Bitte der Hellenen um Schutz der rus-sischen Regierung nach Petersburg zu überbringen; allein da er keine Pässe da-hin erhielt, so blieb er in Dresden, wo er sich mir der Erziehung seiner Kinder undmit der Fürsorge für die aus Odessa durch Sachsen nach ihrer Heimath ziehendenHellenen beschäftigte. Erst 1828 begab er sich mit seinem ältesten Sohne nachGriechenland. — Sein Bruder Georg hatte, als Alex. Vpsilantis's Unterfeld-herr, an dem unglücklichen Kampfe in der Moldau und Walachei Theil genom-men und darüber zu Kischenew, 28. Oct., eine Denkschrift bekanntgcmacht (s. die„Briefe eines Augenzeugen der griechischen Revolution vom Jahre 1821", Halle1824), welche zugleich eine Vertheidigung seines Verhaltens ist. Beide Brudersind von Vielen falsch beurtheilt worden; selbst Pougucville in s. „Ilist ,Ie la rö-Aenör.atio» ,ie la kröoe" (Paris 18s4, 4 Bde.) hat ohne Kritik beide Kanta-kuzeno's für Eine Person gehalten und sie ungerecht beurtheilt. (Vgl. Vpsi-lantis.)
Kantcinir (Demetrius), Hospodar der Moldau, geb. 1673, leitete seinin der Moldau ansässiges Geschlecht griechischer Religion von Tamerlan her.Wenigen Giiechen hat die Pforte jemals so viel Zutrauen bewiesen als diesemManne. Sie versprach ihm 171 l> Erlassung alles Tributs, und künftig mit Bei-behaltung der Würde in der Moldau auch die Hospvdarschaft der Walachei, umbei den oft mißlichen Freundschaftsverhältnissen mit Östreich, Polen und Ruß-land auf ihn ganz zählen zu können. Als aber nach einer Veränderung im Divandieser weder Wort hielt noch Zutrauen zu beweisen fortfuhr, trat er mit Peter demGroßen in Unterhandlung, welcher ihm den Besitz der Moldau als ein souveraines,in K.'s Familie erbliches Fürstenthum unter russischem Schutze versprach. Allein
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