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6 (1830) K bis L
Entstehung
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Kant

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liegen mithin im Gemüthe, oder vielmehr der einzige Gegenstand der philosophi-schen Erkenntniß ist das Gemüth nach seiner erscheinenden Thätigkeit. Zu diesembeschrankenden Ergebniß gelangte er auf folgendem Wege. Zuerst schied er, wasder Sinnlichkeit und dem Verstände in unsern Vorstellungen angehört und was imGeiste ungetrennt ist, durch psychologische Analyse. Die theoretische Vernunft,oder das Erkcnntnißvermögen, zerfällt in Sinnlichkeit (als das Vermögen der An-schauung) und Verstand (als das Vermögen des Denkens), wie das Erkennen selbstim Anschauen und Denken besteht. In der Anschauung unterscheiden wir die Ma-terie, welche durch die jedesmalige Empfindung gegeben wird, von der Form,welche unserer Sinnlichkeit selbst angehört, und hiernach auch das sinnliche Object,von den ursprünglichen und nothwendigen Bedingungen des sinnlichen Anschauens(d. i. Zeit und Raum nebst ihren mannigfaltigen Bestimmungen), welche die For-men der Sinnlichkeit oder die transscendentalen Objecte genannt werden, die nurin uns selbst liegen, unabhängig von und vor aller Erfahrung. Sie sind es, nachwelchen wir die Welt und ihre Erscheinungen vorstellen. Der Verstand ist dasselbstthätige Vocstcllungsvermögen, durch welches wir den durch Sinnlichkeit ge-gebenen Stoff verbinden, und er ist bei dieser Verbindung (im Begreifen und Ur-theilen rc.) an ursprüngliche Bedingungen gebunden, die Kategorien oder Formendes Verstandes, welche Kant zuerst genau entwickelt hat. Nach beiderlei Formennun werden die Gegenstände der Erfahrung von uns bestimmt. Wir erkennen alsodie Dinge nur, wie sie uns erscheinen, und wie wir sie nach den Gesetzen unseresGeistes denken muffen, keineswegs wie sie sind, überhaupt nur die Erscheinungen,nicht die Dinge an sich. Wegen letzterer Ansicht hat man auch K.'s Lehre den kriti-schen, d. i. den auf Kritik des Geistesvermögens beruhenden Idealismus genannt.Durch alle jene Formen aber, behauptete er, schreibt der Verstand der Natur Gesetzevor, so nämlich, daß sie überall nach ihnen gedacht werden muffe, und in ihnenbestehe die einzige theoretische Erkenntniß n p> i»> i, oder philosophischer Art. Denndie theoretische Vernunft ist selbst das höchste Denkvermögen (ei» höherer Ver-stand), welcher nach absoluter Einheit durch Ideen strebt. Aber diese Ideen, dieErzeugnisse derselben, haben kein ihnen entsprechendes Object in dem Kreise derErfahrung, und es darf von ihnen kein constitutiver Gebrauch gemacht werden, umwirkliche Gegenstände, die über das Gebiet der Erfahrung Hinausliegen (transscen-dentale Gegenstände), durch sie zu erkennen; ja die Vernunft geräth unlauter ÄLider-sprüche, wenn sie einen constitutiven Gebrauch von ihnen machen will, was K.durch seine sogenannten Antinomien zu zeigen sich bemühte. Die reine Vernunfterhält in ihnen also nur regulative Grundsätze zur Erweiterung der gegebenen Er-kenntniß, und kann mithin überhaupt über das Gebiet der Erscheinungen hinausnie zu einer gewissen Erkenntniß vordringen, nie etwas objectiv Wahres über Gott,Freiheit rc. aussagen, denn dieses sind bloße Ideen. Allein die Vernunft ist auchpraktisch, insofern sie den Willen selbstthätig zur Tugend bestimmt, welche derGlückseligkeit würdig macht. Was nun die theoretische Vernunft nicht zu leistenvermag, leistet die praktische. Denn durch das praktische Vermögen der Ver-nunft (moralische Freiheit) strebt der Mensch weit über die Erfahrung hinaus zueiner übersinnlichen Vollkommenheit, und dieses Streben überzeugt ihn von derRealität des Idealen und einer intelligibeln Welt: indem die Tugend, welchedurch ein Vernunftgesetz » priori geboten wird, nur mit Glückseligkeit verbunden,das höchste Gutausmacht, für welche Verbindung, da sie nicht von uns abhängig ist,wir eine höchste Ursache annehmen müssen, welche nur das vollkommenste Wesen,die Gottheit, sein kann. Diese Überzeugung aber ist kein theoretisches Wissen,sondern ein praktischer Vernunftglaube, und somit nun die Philosophie überhauptnur auf die Erkenntniß unsrer mvral. Natur und jener ursprünglichen Verstandes-fvrnien beschrankt und verwiesen. Es gibt mithin keine eigentliche speculative Phi-