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6 (1830) K bis L
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Kanonen

Kanon (in d. bild. Kunst)

konsequenter Weise — den Kanon des N. T. der katholischen Kirche anzunehmen.Nur beim Kanon des A. T. ist man von der Ansicht der katholischen Kirche abge-gangen und hat, gegen die afrikanischen Concilien und gegen die — spater durchdas trienter Concilium bestätigte — Observanz der katholischen Kirche, das BuchEsther, Baruch, Tobias, Judith, Weisheit, Ecclesiasticus, oder Jesus Sohndes Sirach und die beiden Bücher der Makkabaer, den Gesang der 3 Jünglinge imFcuerofen bei Daniel, wie auch die beiden letzten Capitel dieses Propheten, als un-kanonisch — apokryphstes) — verworfen. Es ist merkwürdig, daß vorzüglich die-ser Streik es war, welcher die Ausführung des im Anfange des 18. Jahrh, zwischenLeibnitz, Molanus und Bossuet eröffneten Friedensbenchmens hinderte. — Ka-non und oaput bei Concilien. Das Concilium ist nicht nur die versam-melte Kirche, welche den Glauben der zerstreuten Kirche ausspricht, die Glaubenslehrefirirt, sondern zugleich die souveraine Behörde, welche Anordnungen über die Ein-richtung des Kirchenwesens, über alles Das, was nicht wesentlich zur Glaubenslehregehört, trifft (liturgische und Disciplinarvorschriften). Die Sprache der Kircheunterscheidet diese beiden Arten von Conciliumsaussprüchen, indem sie die ausgespro-chenen Glaubenslehren Kanon, jede andre erlassene Vorschrift aber eaput oder cke-erotum nennt. Letztere sind wandelbar mit der Zeit, und es findet dafür überhauptkeine Unfehlbarkeit statt; erstere sind unabänderliche, von der unfehlbaren Kirche desHerrn ausgesprochene Glaubens - und Heilswahrheiten. Das Concilium von Tricntunterscheidet beide, und wo es ospita über die Kirchenzucht enthält, ist es „ve rekor-inatione" überschrieben. Man würde also sehr irren, wenn man solche vapit» alsGlaubenswahrheiten betrachten und von daher der Kirche Vorwürfe machen wollte,als ob sie das Unrichtige als Heilslehrc ausgesprochen hätte. v. e. K.

Kanon (in der bildenden Kunst). Wenn die Kunst sich in Hervorbringungschöner Gestalten mit Glück versucht hat, dann entsteht die Frage, an welche Ver-hältnisse die Schönheit der Gestalten geknüpft sei. Selbst sinnige Künstler stelltendiese Forschung an, und Nachfolger, die ihnen an Geist nicht gleich sind, folgtenängstlich ihren Resultaten und erhoben leicht ein Vorhandenes zum Muster für jeg-liche Darstellung. Unter den Griechen stellte der berühmte Bildner Polykletss. d.) solche Forschungen an, und wie er vorzüglich jugendlich-anmuthige Gestal-ten bildete, so scheint er auch in der jugendlichen Gestalt die Regel der Schönheitgefunden zu haben. Der sogenannte Kanon (Musterstatue) des Polyklet wardemnach eine Bildsäule, welche vornehmlich zu dem Zwecke verfertigt war, dieschönen Verhältnisse des menschlichen Körperbaues an einem zum Manne gereiftenJünglinge zu zeigen. Von ihr ist keine Abbildung bekannt; wahrscheinlich hatteder Künstler seinem Musterbilde der Proportion eine ruhige, einfache Stellung ge-geben, und es so dargestellt, daß es wenig Unterscheidendes an sich haben mochte.Seine Nachfolger, welche sich daran hielten, wurden einförmig. — Polyklet warnicht der einzige griech. Künstler, welcher über die Verhältnisse der Gestalt solcheForschungen anstellte. So wird z. B. Euphranor (in der 10. Olymp.) in gleicherHinsicht genannt. Unter den Neuern haben Dürer und Leon. da Vinci ähnlicheUntersuchungen angestellt. Siehe A. Hirt's „Abhandlung über den Kanon in derbildenden Kunst" (in den„Abhandl. der histor.-philolog. Classe der königl. Akad. derWissensch. in Berlin", 1814 u. 1815), in welcher durch eine beigefügte Tabelledargestellt ist, welche Verhältnisse nach einem Mittel aus den Abmessungen an derbesten antiken Bildsäule, als den Mustern körperlicher Schönheit, nach sorgfälti-gen Bestimmungen stattfinden möchten. 44.

Kanonen (Schießcöhre), gewöhnlich die Kanone, in der Artilleriesprachedas Kanon: ein schweres metallenes und durch vereinte Kräfte von Menschen undPferden zu bewegendes Geschütz, welches auf einer Unterlage ruht, und aus welchemeiserne (ehemals auch steinerne und bleierne) Kugeln durch Schießpulvec in die