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Kanon
fes Petri und des ersten Briefes Johannis war im Jahrh, allgemein anerkannt,daher sie Eusebius von Cäsarea in feiner um 325 geschriebenen KirchengeschichleHomologumena (allgemein angenommene) nennt. Dagegen rechnet er die übrigen5 katholischen Briefe (2. Petri, 2. und 3. Johannis, Judä und Jacob,') unter dieAntilegomcna (bezweifelte, nicht allgemein angenommene). Der Brief an die He-bräer wurde damals von den Meisten, die Apokalypse von Vielen für echt gehalten.Doch auch diese Schriften kamen in der zweiten Halste des 4. Jahrh, in der ägyp-tischen, wo Athanasius den Ausdruck kanonisch aufbrachte, und in der abendländi-schen Kirche, in der eigentlich morgenländischen (den Sprengeln der Patriarchatevon Konstantinopel, Antiochicn und Jerusalem) zu gleicher Zeit nur die sämmt-lichen katholischen Briefe, aber die Apokalypse erst im 6. Jahrh, zu kanonische».Ansehen. Seitdem blieb der Kanon des N. T. geschlossen, und die protestantischenKirchen haben ihn mit der griechischen und katholischen Kirche gemein. Die Re-sultate der kritischen Untersuchungen über die Echtheit und Kanonicität einzelnerbiblischer Bücher haben, auch wo sie denselben ungünstig ausfielen, im kirchlichenLchrbegriffe vom Kanon nichts geändert. Die Gründe der alte» Kirchenlehrer füroder gegen die Kanonicität biblischer Bücher waren nur historische und traditionelle,und, auf philologische Kritik gebaut, sind sie noch jetzt die haltbarsten und zuverläs-sigsten, dagegen die philosophischen Gründe mehr als andre den Mängcln derTub-jectivität unterliegen. Die neuere Kritik hat die Echtheit einzelner Stellen mitErfolg, aber das kanonische Ansehen ganzer Bücher stets mit überwiegendem Wi-derspruch angegriffen. Nur in Hinsicht der Apokalypse oder Offenbarung Johan-nis neigt sich die Mehrheit unter den protestantischen Exegeten auf die Seite derAngreifenden.— Ferner heißen Kan on die Gebete, welche der katholische Meß-pricster kurz vor, bei und nach Weihung der Hostie verrichtet. — In der kriti-schen Philosophie bedeutet Kanon die Wissenschaft vom richtigen Gebrauche deüErkenntnißvermögcns. — In der Arithmetik, Algebra ,c. heißt Kano n eine For-mel, die am Ende der Auflösung einer Aufgabe herauskommt, und die Regel ent-hält, wonach alle besondern, unter der allgemeinen Aufgabe begriffenen Exempelausgerechnet werden müssen.— Kanon bedeutet in der Musik der alten Grie-chen Dasjenige, was wir jetzt Monochord nennen (s. d.). Gegenwärtig be-deutet Kanon ein solches Tonstück, bei welchem die Stimmen, woraus es be-steht, nach einander anfangen, und wobei jede nachfolgende Stimme die vorher-gehende ununterbrochen nachahmt — Kreisfuge, kanonische Fuge, ital. ,uvoiweFuvnxs, lat. Canon perpctuun. Zuweilen geschieht dies in demselben Tone,zuweilen auch höher oder tiefer, als der Ton der Stimme ist, welche ansängt. Einsolcher Gesang kommt entweder nie zu Ende, sondern wird so lange fortgesetzt, alsman will, und heißt dann ein unendlicher oder immerwährender Kanon (canuninilnitu»); oder der Satz ist mit einem Anhange versehen, mittelst dessen sichalle Stimmen zu einem gemeinschaftlichen Schlüsse neigen, und dann wird er einendlicher Kanon (oanon tinitu«) genannt. Er kann zwei-, drei-, vier- odermehrstimmig sein. Man pflegt gemeiniglich den Kanon nur mittelst einer ein-zigen Stimme darzustellen (geschlossener Kanon), und in derselben durch Zeichenzu bemerken, an welcher Stelle die folgenden Stimmen den Satz ansangen sollen.Bei dem mehrstimmigen Kanon werden entweder eben so viele Eintrittszeichen be-merkt, als Stimmen nachfolgen sollen, oder es cuird gleich zu Anfange mit-telst einer Zahl angezeigt, wie viele Stimmen den Kanon ausführen sollen, z. B.O-tiion ä 4, 6anon ü 6 ic. Sind hingegen alle Stimmen entweder besondersausgeschrieben, oder in Partitur gesetzt, so heißt er ein offener Kanon. Wennin einem Tonstückc eine Stimme nur eine kurze Stelle einer andern Stimme wie-derholt, so gibt man auch solchen einzelnen Stellen »»eigentlich den Namen Ka-non, oder nennt sie kanonische Nachahmungen. Mit größcrm Rechte noch wer-