Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
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8 Kalckreuth

schen geboren, unter Em. Bach studi'rte, nachher als Capellmeister des PrinzenHeinrich von Preußen in Rheinsberg und endlich 1799 als Chordirector und Sing-meister bei der großen Oper in Paris angestellt wurde, mehre theoretische und prak-tische Werke schrieb (z. B.Uiritoii-e ,le I» musigne", 1802, 2 Bde.) und den 10.Aug. 1806 in Paris starb. Unser Friedrich K. wurde nach Einigen in Kassel, nachAndern in Berlin geboren, bildete sich in Paris unter Catel und Adam in dem Satzeund im Pianofortespicle, und erhielt 1802 bei der öffentlichen Prüfung der Zöglingedes musik. Conservatoriums den doppelten Preis. Hier nahm auch sein Spiel denCharakter des französischen an. Später bereiste er Deutschland kurze Zeit und tratin Berlin und Wien auf; dann ging er nach London, wo er 1819 durch den Ein-fluß, welchen hier die Schule Elcmenti's auf ihn machte, sein Talent freier ent-wickelte. Bis 1823 erwarb er sich daselbst als Virtuos und Clavicrlehrer Ehre undGeld; auch stand er lange Zeit in Verbindung mit L o g i e r (s. d.). In dem letzt-genannten Jahre begab er sich, zugleich mit Moschcles, von Neuem auf den Conti-nent und trat als ausgebildeter Virtuos vornehmlich in Wien und Berlin (im Jan.1824) mit dem außerordentlichsten Beifall auf. Man bewunderte seine unglaub-liche Fertigkeit und Präcision, die Elasticität und Deutlichkeit des Anschlags, welchemit einer musterhaften Haltung der Hände zusammenhängt, die blitzschnelle Ge-schwindigkeit seiner Läufe in beiden Händen, das pcrlenartige Rollen derselben, diescheinbar ohne Anstrengung vollbrachten Octavenläufc und-Sprünge, seine Ter-zen-, Sexten- und Octavengänge, seine Bedungen, die mehrfachen Triller in gera-der und ungerader Bewegung, seine Kraft und Ausdauer. Sein Vortrag ist ebensoempfindungsvoll als gediegen. Doch tadelte man auch, daß dieser Virtuos dasTempo zu häufig andere und sich wenig an einen bestimmten Rhythmus binde. Inseinen Compositionen ist eine großartige Sentimentalität Hauptzug, die aber durcheinen überwiegenden Reichthum glänzender Figuren und kühne Modulationen häu-fig verdeckt wird. Alle seine Claviercompositionen haben den Vorzug, bei allerSchwierigkeit in der Hand zu liegen, und was man clavicrmäßig nennt, und dank-bar zu sein. Es gibt sehr viel Gediegenes darunter, wie das von ihm dem KaiserAlexander gewidmete Concert aus 1)-m»Il und eine Cherubin! dedicirtc Sonate,aber auch leichte Modewaare. Er lebt gegenwärtig in Paris.

Kalckreuth (Friedrich Adolf, Grafvon), preußischerFcldmarschall, Rit-ter des schwarzen und rothen AdlcrordcnS u. s. w., geb. zu Eisleben 1737, verlorseinen Vater früh, wurde 1747 in das Seminar der mährischen Brüder zu Neu-Salza gethan, kam dann in eine französische Erziehungsanstalt nach Berlin, trat1751 in das Militair und wurde bei der Garde du Corps angestellt. Im siebenjäh-rigen Kriege diente er mit Auszeichnung als Adjutant des Prinzen Heinrich, stiegvon Stufe zu Stufe bis zum General, und ward 1788 in den Grafenstand erho-ben. In dem Kriege mit Frankreich, den er übrigens nicht billigte, bewies er eben-so viel Muth als Geschicklichkeit. 1793 belagerte er Mainz, und unterzeichneteden 22. Juli die Capitulation dieser Festung. Au dem Siege Möllendorfls beiKaiserslautern, den 23. Mai 1794, trug er wesentlich bei, indem er die gegen Pir-masens vordringende franz. Hecrabtheilung gänzlich schlug. Er vertrieb hierauf dieFranzosen aus Zweibrücken und drang bis Saarlouis vor. Als aber die FranzosenTrier einnahmen, legten dies die östc. Feldherren den Preußen zur Last. Der Ge-neral K. bewies dagegen durch eine öffentliche Anzeige vom 25. Aug., daß, nacheiner am 26. Juli getroffenen Übereinkunft, Trier gar nicht zur Vertheidigungslinieder Preußen gehört habe, daß er gleichwol Trier zu Hülfe geeilt sei, aber es nichthabe retten können, weil die Östreicher den Platz so schnell geräumt hätten. Ende1795 übernahm er den Oberbefehl über die Truppen in Pommern, wurde daraufim Mai 1806 Gouverneur von Thorn und Danzig, und Generalinspector derCavalerie. Im Herbste stieß er zu dem Haupthecre in Thüringen, nahm aber an