Druckschrift 
6 (1830) K bis L
Entstehung
Seite
3
Einzelbild herunterladen
 

3

»-

r

Kaffern Kaiser

den Flor ihrer Handlung von der letzten Hälfte des 13. bis gegen das Ende des 15.Jahrh, den Genuesern zu danken, die sich hier ansiedelten, und denen sie die Türken1474 abnahmen. Damals stieg die Bevölkerung auf einige 100,000 Menschen.Sie liegt unweit der Straße von Kaffa, an der Ostküste eines großen Busens desschwarzen Mecrö, am Abhänge eines Berges. 1770 wurde sie von dem rüst. Ge-neral Dolgorucki mit Sturm erobert, 1774 aber dem Khan der Krim zurückgege-ben, der sie mit seinem ganzen Lande 1783 an Rußland überließ. Die Pforte be-stätigte dies in dem Frieden von Jasty 1702. Sie ist gegenwärtig die Kreisstadtdes Gouvernements Tauricn, mit etwa 5000 Einw., seit 1798 ein Freihafen undder Hauptstapel der Krim, besonders für den levantischen Handel. Sie hat eingriechisches Theater, einen botan. Garten, eine Bibliothek und ein Museum der inder Umgegend gefundenen alten Denkmäler.

Kaffern, die Bewohner der Länder in Afrika zwischen Mosambique unddem südl. Hottentottenlande bis an die wcstl. Küste. Sie sind kriegerisch undgrausam. Der Name, welcher Ungläubige heißt, wurde von den Arabern, als siesich auf den Ostküsten von Afrika niederließen, den ins Innere zurückweichendenUreinwohnern gegeben. In der Folge, als man mehre den sogen. Kaffernähnliche Völker kennen lernte, dehnte man das Kaffernland bis zur Südspitze vonAfrika aus, wodurch Völker der verschiedensten 'Abkunft unter einem Namen, auseine höchst unbequeme Weise, zusammengefaßt wurden. Seitdem man diesen Irr-thum bemerkte, schränkte man den Namen aus die Völker im südl. Afrika ein, die zwarden Negern ähnlich sind, aber doch Haare statt Wolle und eine mehr olivenbrauneFarbe haben. Nach dieser Bedeutung dehnt sich das Kaffernland über den ganzenuntern Theil von Südafrika, von 16 35" S. B., auf 70,000 sJM. aus. DieKaffern machen den Übergang von den Negern zu den schwarzbraunen Völkern:ein großer, starker, wohlgebauter und gesunder Menschenschlag. Von den Hot-tentotten, ihren Geschlechtsverwandten, sind sie besonders durch eine hellere Lei-besfarbe unterschieden. Sie wohnen in Negerhütten und sind Fetffchdiener. Mantheilt das Kaffernland in das östliche, innere und westliche ein.

Kaftan, die bekannte türkische Nationaltracht, welche die Form einesSchlafrocks hat und größtentheils von weißlicher Farbe mit blaßgelben Blumen ist,wird von baumwollenem oder seidenem Aeuche verfertigt, und zuweilen auch mittheuerm Rauchwerkc gefüttert. Dergleichen Kastane werden vom türkischen Hofean christliche Gesandte oder andre Personen, welchen er eine besondere Ehre erzeigenwill, als Geschenke ausgetheilt. Auch sind die Gesandten, Wenn es ihnen nichtausdrücklich gestattet ist, in der Tracht ihrer Nation zu erscheinen, gezwungen, sichbei den Audienzen, welche man ihnen ertheilt, in einen Kaftan zu kleiden.

Kaimakan, bei den Türken, der Stellvertreter des Großvesirs, wenndieser abwesend, todt oder abgesetzt ist.

Kaiser (Imperator, Augustus), aus dem zum Würdenamen gewordenenEäsar entstanden, obgleich in der letzten Zeit der röm. Herrschaft damit nur derGehülfe und Nachfolger des eigentlichen Herrschers bezeichnet worden war. DurchKarls des Großen Krönung zu Rom (800) wurde dieser Titel in dem wcstl. Eu-ropa erneuert, und bannt der Anspruch aufallgemeineObcrherrlichkei't der Christenheitverknüpft. Der abendländische Kaisertitel wurde zuerst lange als verbunden mitder Herrschaft Roms betrachtet, daher er bei der Theilung unter den Söhnen Lud-wigs des Frommen dem ältesten, Lothar, als Könige von Italien zufiel, nachhervon Karl dqm Kahlen und verschiedenen italien. Fürsten geführt wurde, bis Otto I.(962) die Kaiserkrone für immer mir der deutschen Königswürde vereinigte. DieKaiserwürde wurde für die höchste monarchische der Christenheit gehalten, und dazunicht nur gänzliche Unabhängigkeit von andern Staaten, sondern auch eine Ober-herrlichkeit über andre für nothwendig gehalten. Dieser Unabhängigkeit wegen

1 *