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Historisch-Genealogisch-Geographischer Atlas von Le Sage Grafen Las Cases in fünf und dreisig Uebersichten
Entstehung
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SÜD AMERIKANISCHE FREISTAATEN

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COLUMBIA.

Historische Momente in seinem Befreiungskämpfe .

Die allgemeine Einleitung zur Geschichte der sämtlichen neuern FreistaatenAmerikas ist auf Tafel XXXVIII enthalten ; daher wir in Betreff jeder einzelnRepublik hier stets nur die historischen Momente vom Jahre 1809 an bis zurneuesten Zeit aufnehmen.

Columbia verdient seiner geographischen Lage nach und wegen eminenterWichtigkeit den ersten Rang unter allen.

i8<X). In Quito erhebt sich gegen die bestehende Regierung eine unabhängigeJunta, die jedoch Ferdinand VII. als Oberherrn anerkennt. Die vereinigteMacht der Vicekönige von Neu-Granada und Peru siegt indessen über die Yolks-partei, und trotz der heilig zugesicherten Amnestie werden Quitos vornehmsteBürger in Fesseln gelegt und ermordet.

19. April 1810. Aehnliche Junta in Caracas, der sich fast alle Städte Vene-zuelas anschliessen; desgleichen im Juli zu Santa Fe de Bogota. Die Centraljuntavon Spanien will mit deu empörten Colonien unterhandeln, allein die Cortessind in ihren Bedingungen sehr illiberal.

Juli 1811. Ein Congress proclamirt die republikanische Form und Unabhän-gigkeit der Provinzen Caracas und Venezuela. In seiner Acte schildert er dasseit Jahren tadelhafte Benehmen Spauiens ausführlich und ohne Rückhalt.

1812. Die spanischen Cortes kämpfen in Europa für ihre Freiheit, und sendennach Amerika die Waffen der Unterdrückung. General Monteverde landet mit«len Truppen, welche Venezuela wieder bezwingen sollten , bei Coro. Abwech-selnder Sieg, bis ein schreckliches Erdbeben die Kämpfer des jungen Freistaatsin ihren Testungen begräbt, während Spaniens Truppen in ihren Lagern ver-schont bleiben. Monteverde besiegt den Dictator Miranda und lässt ihn, der Ca-pitulationsacte zuwider , gefangen nach Spanien führen, wo er 1816 im Kerkerstirbt. Venezuela ist bald unterjocht und wird als eroberte Provinz behandelt.Simon Bolivar vertlwüdigte damals Puerto Cahello hartnäckig, aber fruchtlos.Dieser so merkwürdige Mann ist 1785 in Caracas geboren , in Madrid erzogen,in Frankreich, Italien, Deutschland und Grosshritanien gebildet. Unmittelbarvor dem Ausbruche der Revolution im Jahre 1810 kömmt er mit seiner in Spa-nien erwählten Gemahlin auf vaterländischem Boden wieder an ; lebt aber eineZeitlang sehr zurückgezogen. Nach der Capitulation von Puerto Cahello begibter sich mit einigen Oflicieren nach Cartagena , um dem Schauplatze, wo imInnern des Landes unter Beyra und dem edlen Marino republikanische Unruhenohne Unterlass erfolgen, näher zu seyn. Cartagena seihst, als Handelstadt, istznr Aussöhnung geneigt, und eilt, auf erhaltene Einladung, an den spanischenVicekönig Don Perez nach Panama zwei Deputirte abzusendeu. Da aber diesebei ihrer Ankunft in den Kerker geworfen werden, und nur erst nach eiuigenMonaten durch Vermittelung der Engländer wieder loskommen , so ist auch derAbfall und Hass dieser reichen Provinz für immer entschieden, und zu Wassersowohl als zu Lande richtet sie all ihre Macht wider die Spanier. Nunmehrlieh ihr Bolivar seinen Arm.

Venezuelas Befreiung und Wiedereroberung .

Die grausenvolle Art, womit Monteverde das Siegesrecht ausübt, und seinefrevelhafte Wortbrüchigkeit bewaffnen mehrere Provinzen, an deren Spitze Ma-rino und Piar stunden. Bolivar eilt ihnen auf dem beschwerlichen Wege durch«lie Andes von Pamplona zu Hülfe, und erscheint mitten im Centro der feind-lichen Armee, in der Provinz Caracas, wo er mit 2000 Mann bei S. Antonio deCucuta einen denkwürdigen Sieg erlicht. Merida Fällt in seine Gewalt, obwohldie Spanier grausam die Ermordung aller Gefangenen einführen. Bolivarschwört, seine Tapfern eben so zu rächen , thut es aber nur einmal. Fortwäh-rend mehret sieh sein Heer. Las Taguaiies ergibt sich ; Monteverde muss zuletztbis Puerto Cabello weichen , und siegreich zieht Bolivar den 4 - Mär» i 8 i 3 in dieStadt Caracas ein, nachdem er einen Marsch von wenigstens 4 o<> Stunden voll-endet. Unterdessen er die westlichen Provinzen befreit, thut Marino dies imOsten; aber noch immer bleiben wichtige Plätze in den Händen der Spanier; manmuss den Krieg fortsetzen , bis die blutige Schlacht von Agua Caliente zu Gun-sten der Republikaner entscheidet. Monteverde wird tödlich verwundet undseines Nachfolgers letzte Zuflucht Ist allein Puerto Cahello, von wo er häufigAusfälle thut. Als gegen diese ein Trupp seine Pflicht versäumt, lässt Bolivar ihnzur Strafe entwaffnen, und das Ehrgefühl treibt die Krieger, beim ersten TreffenI rciwillig herbeizueilen und mittels Kuitteln und Piken den Feind zu überwäl-tigen und ihm die Waffen zu entreissen. Voll Jubel erscheinen sie sodann vorbolivar, mit dem Ausrufe: «Wir haben unsere Waffen wiedergefunden! k

Bolivar führt hierauf sein Heer zur Befreiung der Provinz Varinas und gegendie neuen Landungstruppen von Coro. Bei Araura trift er sie den 5 . Dec. 1813und siegt, weshalb ihm die Stadt Caracas den Beinamen Befreier von Venezuelacrtheilt.

Den 2. Januar 1814 legt er sein Commando in Caracas nieder; weil missfrauisrhe Geinüther eine tyrannische Absicht im Gebrauche seiner Gewalt er-blicken wollten ; allein die ordnungslose Republik kann sich ohne ihn nichthalten ; er wird zum Dictator gemacht.

Von Coro und Puerto Cabello aus suchen die Spanier auf alle Art Entzweiungder Parteien zu stiften; sie wiegeln die Sclaven und Landstreicher auf, liefernihnen Geld, Waffen und Anführer ; erlauben jede Grausamkeit, Plünderunguml Verheerung. Ein Gesindel von x0,000 Mann rückt wider die zerstreutenHaufen der Republik, siegt in vereinzelten Treffen , und macht alle Gefangenennieder. Bolivar will neue llülfsmittel in Cartagena aufsuchen, wird aber vomCongresse zu Tunja an die Stelle des gefangenen Marino erwählt, uin die innernProvinzen, die wider einander im Kampfe liegen , zu vereinen. Dies gelingtihm, da er mit Muth und Einsicht den Sitz der Regierung nach Santa Fe deBogota zu verlegen weiss, und hiedurch zehn Provinzen unter einen gemein-samen Congress stellt.

Eiu Heer ward bestimmt; den Statthalter von Quito »u beobachten; ein an-deres, unter Urdaneta, die Provinz Pamplona zu schützen, und ein drittes unterBolivar, nachdem sich nun zum erstenmal beide Republiken Neu-Granada undVenezuela zu gemeinsamen Maassrcgeln vereinigt hatten , sollte die SeestadtSanta Marta nehmen , um die Landungen der Spanier zu hindern. Dagegenleimte .sich aber Cartagena auf; die Royalisten gewannen in Santa Marta Zeit,und eine furchtbare Expedition aus Spanien hatte auf den Küsten Venezuelasgelandet. Bolivar fühlte seine Kräfte zu schwach, um sich mit dem wolilgcübteuHeere in offener Feldschlacht zu messen ; er hielt cs für besser, die Mannschaftder Testung Cartagena, welche vorzüglich bedroht war, mit seiuen Truppen zuverstärken, und schiffte seihst nach Jamaica und Hayti, um Hülfe zu sucheu.(April i 8 i 5 .)

MoriUo , der sich vom Gemeinen bis zum Obergeneral emporgcschwnngenstand an der Spitze von io, 5 oo Mann spanischer Landungstruppen und ebenso viel neu angeworbner Creolen, Mestizen etc. Er wollte damit nach einemgrossen Plane Venezuela und Neu-Granada unterwerfen; sich sodann init Montesin Quito vereinigen, durch Lima und Oberperu nach Buenos Ayrcs dringen, undso das ganze spanische Südamerika seinem Herrn gefesselt zn Füssen legen.

In dieser Absicht sandte er Morales , Calzada und Latorre mit Hecrcsabthei-lungen ins Innere, und er selbst belagerte Cartagena, das ihm nach ruhmvollen.Widerstand erst am 6. Dec. in die Hände Fallt. Die concentrischen Bewegungenaller spanischen Anführer gehen glücklich von statten; im Mai i 8 i 5 ergab sichSanta Fe an Latorre, und im Juni hielt MoriUo daselbst seinen Einzug. Allerhinter ihm brach in Venezuela wieder die Flamme des Aufruhrs aus; die InselMargarita machte sich unter dem tapfern Arismendi frei; Bolivar, Brion und derSchotte Mac Gregor erschienen mit einer Flotille von 3 , 5 oo Mann und mit vielenWaffen. Die Seestadt Barcelona ward der Sitz einer provisorischen Regierung.

tebruar 1817. Den Sturm zu beschwören, war MoriUo seihst herbeigoeilt,uml er wandte sich mit voller Macht gen Barcelona. Es erfolgen blutige Schlach-ten; aber die Insel Margarita ist unüberwindlich , und die Guerillas der Ebenen,namentlich des Paez Reitersehaaren , sind unerreichbar. Diese sogenanntenIdane/os gehen harftiss, und ihre Bekleidung besteht in weiter nichts als einerkurzen Hose ; ihre Nahrung ist gebraten Fleisch ohne Brod , ihr Getränke Milchoder Palmsaft. Während der Europäer die Sümpfe oder Abgründe inisst, hatder Ltanero schon darüber weggesetzt. Sein wildes Pferd vermag uur allein erzu bändigen ; mit Blitzesschnelle erscheint und verschwindet er.

1818. Brions Flotte erhält sieh immer in Verbindung mit der Insel Margaritaund init Angostura am Orinoco ; daher die Patrioten im Innern nicht an denuothwendigsten Bedürfnissen Mangel leiden. Schlachten zwischen Bolivarund MoriUo bei Calabozo, Sombrero und Puerta. Vier englische Regimenterkommen zur Unterstützung der Republikaner an. »Seyd willkommen (spricht»zu ihnen der Präsident Zea), ihr edlen Vcrthcldiger ! Mac Gregor wird euch»bezeugen, wie sehr wir das Verdienst um die Sache der Freiheit zu würdigen»wissen.«

1819. Angostura am Orinoco, von wo nun alle Operationen ansgehen,empfangt einen offieiellen Gesandten der nordamerikanischen Unionstaaten,und sendet ebenfalls einen daliin ; folglich treten diese neuen Republikaner alssuverän auf.

Von nun «in befolgen die Amerikaner eine ihrem Feinde sehr verderblicheKriegesart. Sic reizen und ermüden ihn nur; lassen sich in kein Gefecht eiu,wenn sie nicht im natürlichen Vortheile sind ; wirken von verschiedenen S**'*"zusammen, und bilden unaufhörlich Fussvolk sowohl als treffliche Reitereidem die Indianer uu<l Mestizos sich von den Engländern williger als von Creolenleiten lassen. Auch Neu-Granada unter seinem Anführer Sautander ist imvollen Aufstande wider Spanien.

Im Februar eröffuet sich ein nach Angostura berufener Congress. Bolivarlegt seine Gewalt in dessen Hände nieder, muss aber die temporäre Präsident-schaft annchmen und seinen Militärrang behalten. Grosse Thätigkeit indiesem Congresse.

Nach den nöthigsten Vorkehrungen für die Staatseinricbtiing ziehen Bolivarund Santander aufs neue wider die spanische Macht im Innern ans. Sie kämpfenglücklich und muthvoll hei ßoyaea , ziehen iin August siegreich in Santa Fe ein,wo man Santander provisorisch zum Präsidenten der Regierung von Neu-Gra-nada ernennt. Die Provinzen werden durch schnelle Vorkehrungen bewogen,ihre Kräfte zu vereinigen , und beim Congresse ward sogar die Verschmelzungvou Neu-Granada uml Venezuela in eine Republik vorgeschlagen.

Bolivar kehrte im Deceraber 1819 wieder nach Angostura zurück, wo er inJubel als Libertador begrüsst wurde ; und bald darauf verkündete daselbst dersuveräne Congress von Venezuela sowohl den Erfolg der glänzenden Siege, alsauch die Vereinigung von Neu-Granada und Venezuela in einen Freistaat.

1820. Verdoppelte Anstrengung verschafft den Spaniern wieder einen Theilder grossen Provinz Cundinamarea. Santa Fe de Bogota zitterte schon; aberSantander fasste in dem kritischen Zeitpunkte den Beschluss, allen Selaven, diedrei Jahre hing Kriegsdienste thun würden, «lie Freiheit zu gewahren, undschuf sich auf diese Art schnell ein bewaffnetes Heer von 10,000 Mann , dasdie Spanier bald wieder über die Gränzen jagte.

Waffenstillstand, Wiederausbruch des Kriegs und 'völlige Befreiungder Republik Columbia .

Spanien hat im fahre 1820 seine Constitution von i8ra wieder augenommen,und will sie nun auch seinen ehmaligcn Colonien in Amerika xnittheilen; wes-wegen MoriUo Befehl erhält, über diesen Punkt mit der Regierung von Ango-stura zu unterhandeln. Allein dafür ist cs nunmehr um 10 Jahre zu spät. Bolivarselireiht an die Commissäre: »Ich schwöre, dass die Absichten der Regierung»Columbiens eben so gemässigt als rechtlich sind ; aber wäll man sie zum Kriege» zwingen, so wird sich unser Plan auf ganz Amerika erstrecken .«« Der Con-gress lässt die spanischen Abgeordneten nicht bis Angostura gelangen; sondernthut ihnen vorher zu wissen, dass er mit Spanien nur als mit seinesgleichen w ieeine suveräne Macht in Unterhandlung treten, ausser diesem aber sieh in nichtseinlassen würde. Iin nämlichen Tone antworten auch die vcrschieduen Generale.Endlich wird ein «auf diese Bedingung unterhandelter Waffenstillstand für sechsMonate von Bolivar und MoriUo abgeschlossen. Man klimmt überein, dassder Krieg, wenn er wieder statt fände , nach den Gebräuchen civilisirter Na-tionen soll geführt werden; Todesstrafe soll weder Versehwornc, Abtrünnige,noch Militär oder Beamte treffen, die man zu Gefangeuen gemacht; «lie Ort-schaften sollen geschont, Kranke nicht als Gefangene betrachtet, uud die Leich-name anständig beerdigt oder verbrannt werden. Man sieht hieraus, wasvorher muss geschehen seyn !

Die Helden « 1 er zwei Parteien, MoriUo und Bolivar, wollen ihre Unterhand-lungen durch eine persönliche Zusammenkunft besigeln. Im Dorfe Santa Anna,

dem Mittelpunkte zwischen Carache und Truxillo, wo sich die beiden Haupt-quartiere befinden, treffen sie den 27. Nov. 1820 zusammen und zollen siehwechselweise Hochachtung und Bewunderung. Bald darauf, den 17. Dec., legtMorillo, der fünf Jahre lang als Unterthan wie ein Held gefuchten, das Ober-comraando in Latorres Hände nieder, und geht nach Spanien zurück.

Die Beobachtung des Waffenstillstandes war offenbar zura Nachtheil der Re-publikaner , indem viele ihrer Truppen in ungesunden Bezirken lagen , undSpanien sowohl Zeit als Verstärkung gewann. Es erhob sich daher in verschie-denen Provinzen ein solches Murreu dagegen, dass Bolivar die Waffenruhe am10. März 1821 aufkunden musste; erst vierzig Tage nach empfangener Aufkün-dung durften , dem Vertrage gemäss , die Feindseligkeiten wieder anfangen.Unabhängig von dieser Aufkündung aber hatten sich schon im Januar die See-festung Santa Marta, die Provinz Rio Hacha und «lie Stadt Maracaibo mit derRepublik vereinigt, und hiebei thätige Hülfe von den Patrioten erhalten.

Dieser Vorfälle wegen gab man in Spanien den Commissären Columbiens, anderen Spitze der Präsident Zea stand, den Befehl zur Abreise. Die Feindselig-keit beginnt.

Montilla und Brion nehmen ihre Stellung wieder vor Cartagena ; Urdanetavor Coro; Bolivar, Paez und Bermudez bedrohen conceutriach Caracas. Sucrehat den Befehl, Quito zu befreien. Coro fällt zuerst; dann Caracas und LaGuayra ; aber die blutige Schlacht bei Valencia den 24* Juni 182t entscheideterst. Boüvar umarmt auf der Wahlstatt den tapfern Paez mit den Worten : »Dirgebührt das Obercommando; ich tret es dir auf diesem Platze deines Ruhmes»ah!« Valencia wird genommen, und von 10,000 Spaniern erreichen kauin i 5 ooPuerto Cahello, welches nunmehr nebst Cumana ihr noch einziger Zufluchtsortin Venezuela ist.

Der Congress, zu Cucuta im Gebirge von Pamplona , beschliesst dem Ober-general und Heer die Ehre des Triumphs; jeder Gemeine erhält 5 oo Piaster, dieOfficiere werden in steigendem Verhältnisse belohnt. Für den Augenblick ist abernur die Zahlung der Hälfte möglich, wozu Bolivar 5 o,ooo Piaster, sein Gehaltvon 1819 bis 1821, freudig opfert.

Den 3 o. August 1821 verkündigt der Congress die Constitution der Republik;das dankbare Vaterland beruft in den Senat die würdigen Häupter Narino ,Paez , Marinno, Urdaneta und Sucre ; die weisen Geistlichen Cuervo , Mendez»Biicenno, ReboUo, Der Verlust des edlen Präsidenten Roscio und des biedernAdmirals Brion wird beweint.

Mit einer Aufrichtigkeit, die keinem Zweifel Raum lasst, legt Bolivar diePräsidentschaft nieder: »Wenn der suveräne Congress darauf bestehen sollte,

» mich in der Präsidentenwürde zu belassen, so müsst ich auf den mir so theurenTitel eines Bürgers von Columbia Verzicht leisten; ich würde mein Vaterland»verlassen , um anderswo unabhängig xu leben.« Das Volk aber begehrtihn mit Ungestüm, und Santander wird Viccpräsident.

Den freisinnigen Männern und Menschenfreunden aller Länder, welche diejunge Republik durch Hülfe, Rath und Wohlwollen unterstützt haben, zollet«ler Congress im Namen der Nation den wärmsten Dank ; er nennt vornehmlichLord Holland, Robert Wilson und Mariyat; den Abbe de Pradt ; Clay undDuane, Bürger der nordamerikanischen Unionstaaten.

In den südlichen Provinzen eroberte Bolivar zweimal Quito und Pasto, die erstaatsklug behandelte; und Paez, in Verbindung mit dem Commodore Padilluentsetzte Puerto Cabello von spanischer Macht im November 1823, von wo an esnun auf Columbiens Gebiete keinen ausländischen Feind mehr zu bekämpfeu gab.

Welchen Einfluss Columbia auf die Befreiung des übrigen Südamerika aus-übte, wird in den folgenden Artikeln Vorkommen.

2. Januar 1825. Columbia als Republik förmlich von England anerkannt.

Der Befreier Bolivar» dem his jetzo zehn Jahre lang eine Macht in die Hände;elegt war, die gewöhnlich missbraucht zu werden pflegt, ist auf unserer Halb-kugel schon mehr als einmal für den wirklichen Dictator und Tyrannen von Co-lumbia und Bolivia erklärt worden; allein es scheint nunmehr gewiss zu seyn,dass er seinen hohen Ruhm des ersten Republikaners nicht mit dem zweifelhaftenGlücke eines Kaisers oder Königs zu vertauschen die Lust oder Niedrigkeit be-sitze. Europa misst mit einem Maasstabe, der in Amerika nicht angelegt werdendarf.

Verfassung.

Sie besteht aus 10 Titeln und 19t Paragraphen; deren Inhalt im Wesentlichenmit der nordamerikanischen Constitution übereinstimmt, ansgenommen dassColumbia kein Bundesstaat , sondern eine untheilbare Republik ist.

Die drei Staatsgewalten sind die gesetzgebende» 'vollziehende und richterliche,wovon die erste in dem aus einem Senat und aus Volksdeputirten bestehendenCongresse beruht ; die zweite einem Präsidenten und seinem beigeordneteuStaatsrathe, die dritte besondern Gerichtshöfen anvertraut ist.

Jeder Wahlbezirk ordnet 'vier Senatoren auf 8 Jahre, und je auf 3 o,ooo Ein-wohner einen Volksdeputirten auf 4 Jahre zum Congress. Der ersten sind 5 o,der letzten bis jetzo 96. Senat und Volkskammer wählen den Präsidenten auf 4Jahre; Bolivar der Befreier ward aber ausnahmsweis im Jahre 1826 auf Lebens-zeit hiezu bestimmt. Der Congress ist regelmässig alljährlich vom Jauuar an dreiMonate versammelt.

An dieser Constitution soll nach zehnjähriger Probe, nämlich im Jahre i83i ,verbessert werden > was mangelhaft oder uuzweckmässig befunden wird.

Physische Beschaffenheit Columbiens.

Der Freistaat Columbia * welcher aus den ehmaligcn General - C«ipitanerienCaracas uml Venezuela, so wie ans den Königreichen Neu-Granada und Quitozusammengesetzt ist, bietet in physischer Hinsicht grosse Manigfaltigkeit und 1höchst merkwürdige Erscheinungen dar.

Gebirge und Ebenen. Die Gebirgskette von Caracas ragt meistens 36 oo bis'4800 Fuss über den Meeresspiegel empor; einzelne Gipfel derselben .aber, wie«lie Sierra Nevada de Merida uml die SiUa de Caracas , erreichen eine Höhe von,14,100 bis 14,160 Fuss und sind mit ewigem Schnee bedeckt. Oft werfen sieauch Ströme vulcaniseher Materie aus, daher die Gegend häufigen Erdbeben'unterworfen ist.

Mächtigere Bergketten, die Cordilleras de los Andes, ziehen längs den Uferndes stillen Meeres in zwei bis drei Reihen von Süden nach Norden, und erreichen |in der Spitze «les Chimborazo, nahe dem Aequator hei Quito, die schwindelnde,Höhe von 20,1 58 Fuss, lange /.eit vermeintlich «ler oberste Punkt Amerikas. DieCentralkette bildet hier die Wasserscheidung zwischen Osten und Westen ; vieleihrer Gipfel ragen weit über die Gränze des ewigen Schnees empor; einige der-!selben, wie der Pichinclui, Cotopaxi, Tungurahua und Sangay, sind schreckliche'Vtileane, wovon des erstem Krater eine Stunde im Durchmesser und eine sicht-bare Tiefe von 25 oo Fuss hat. Sogar die Gebiete zwischen den Bergen, die so-lgenannten Hochebenen, wie z. B. um Santa Fe de Bogota , liegen 8190 Fuss, undvollends Quito» die höchste Stadt der Erde, 8880 Fuss über dem Meeresspiegel.!

Das Gegenstück zu diesen Hochgebirgen liefern die Llanos oder wüsten Ebenen ivon San Juan, Caracas, Barcelona und Cumana, wo weder Hügel noch Felsen,sondern nur hie und da mauretanische Palmen die ungeheure Fläche unter-brechen. Ein Theil des Jahres über gleichen diese Ebenen dem SandineereLybiens, und ein anderes den grünen Steppen Mittelasiens, wo zahllose Heer-den wilder Pferde und Rinder irren.

Gewisser. Die grössten sind der Orinoco - und der Magdalenastrom mitzahlreichen und starken Zuflüssen; ferner noch, ausser vielen Küstcufltissen, dieweit verbreitete!* Quellen, woraus in Brasilien der Riesenstrom erwächst,

welchem aus Columbia der Marannon den reichsten Zuschuss liefert.

Der Atrato , welcher in deu Golf von Darien , uud der San Juan , so indas stille Meer fallt, sind in Rücksicht auf den Welthandel höchst merkwürdigeFlüsse , da sie schon seit 1788 durch einen Canal, welchen der einsichtsvollePfarrer des Dorfes Novita in «ler Schlucht Raspadura hatte graben lassen, amatlantischen uud still«*« Oeean zwei Orte, die 70 Stunden aus einander liegen,mittels Schiffahrt in directe Communication setzen.

Nicht weit von Santa Fe de Bogota befindet sich der grösste bis jetzo bekannteWasserfall, Tequendama , dessen senkrechter Sturz fast 6<x> Fuss, und dessenVolumen über 3 o Quadratklafter beträgt. Eben so merkwürdig sind in dieserGegend, iin Tliale Icononzo, zwei natürliche Felsbrückeu über einander, unterwelchen in tiefer Höhle ein Wildbach brauset.

Edle oder sehr nützliche Mineralien. In Caracas reiche Kupferminenund in Venezuela viel Salz ; auf dem See Maracaibo schwimmendes Erdpech ; imThale von Bogota Steinkohlen ; in Choco uml Barbacoas Platina ; in Neu-Gra-nada jährlich im Durchschnitt für 3 Mill. Piaster Waschgold, wovon 2,3oo,<k>oausgeprägt werden ; ebendaselbst Kupfer, Blei und reiche Silbergänge, die «abervernachlässigt werden; von Quito bis Bogota , namentlich im Thale Tttnca , diereichsten Fundorte des Smaragd. Ein einziges Stück Gold, wel«*hes man inChoco fand, wog 25 Pfund; und dieses Thal allein, wenn es der Gesundheitzuträglicher gemacht würde , könnte so viel Waschgold liefern , als heut zuTage ganz Neu-Granada.

Klima. Regen und Trockne theilcn sich in das Jahr; die Gegenden der Tiefeund am Meere sind brennend, erstickend und fieberhaft; das Land der Hoch-gebirge theils grimmig kalt, theils frisch uml gesund, theils mit ewigem Frühlinggeschmückt, theils von unaufhörlichen Gewittern bedroht, je nach der so ver-schiedenen Lage dieses ungleichen Landes.

Pflanzen. Von den Ufern «les Oceans bis zur Höhe von 3 100 Fuss gedeihendie prächtigen Palmen, duftende Lilien, Balsam-, China- uml Kokusbäume ;ober der Palmenregion his 4800 und 8700 Fuss Höhe baumartige Farnkräuter ,Cinchonabäume, die majestätische Makroknemon , Lysianthus, Cucullaria undewig grünendes Moos ; über 85 oo Fuss erheben sich hier die grossen Bäume ni<*ht,Sträucher beginnen, und nach ihnen die Alpenpflanzen, auf welche die Flechtenfolgen. Gebaut werden in der Palmenregion der Paradiesfeigenbaum, Brech-nuss, Cacao, Mais, Gemüse, Wein, Tabak, Zukerrohr, Indigo, Kaffee,Baumwolle; über dieser Region bis zu 6000 Fuss Höhe Ananas, Melonen, H'at-zen, Pisang, Cocca- oder Hungerbaum; sodann liis zu 9000 Fuss die europäi-schen Koruarten und anderes Getraide; Kartoffeln bis zur Höhe von i2,6«x) Fuss.

Thierk. In der niedern Region bis zu 3 ooo Fuss Höhe das Faulthier, dieRiesenschlange, das Krokodil (Alligator), Papageyen, Affen, leuchtende Spring-käfer; der Jaguar und Cuguar, der kleine Hirsch, Ameisenfresser, Moscjuitos ,Bremsen, giftige Spinnen uud Termiten liie und da in unglaublicher Menge etc.Höher oben der Tapir oder Anta, Tajassu oder Bisamschwein; Tigerkatzen,Bären; der grosse Hirsch und kleine Lowe ; Stinkthiere, Colibri et«*. Fische undSchildhröten. Der Condor schwebt zuweilen über dem Gipfel des Chimbo-razo. Schafe, Rinder, Pferde, Maulesel und Schweine in deu für sie pas-senden Regionen Im Ueberfluss.

Columbiens Eintheilung und Bevölkerung.

Departemente.

HAürTST.EDTE.

Bevölkerung.

1 . Orinoco.

.Cumana.

.i3i,ooo

2 . Apure..

.Varinas.

.140, (XX)

3. Venezuela.

.Caracas*..

. 4 i 8 ,o<x>

4 . Zulia.

.Maraeaybo.

. 1 54,ooo

5. Boyaca.

.Tunja.

.557,(XX)

6 . Cundinamarea. . .

.Bogota.

.5oi,<xx>

7 . Magdalena.

.Cartagena.

.232, o<x>

8 . Cauca.

..Popayan.

.193,(XX)

9 . Istmo ..

.Panama.

. 127 ,«HX)

10 . Ecuador.

..Quito.

.3()2,0(X>

zi. Assuay..

.Cuenea.

. 164,000

12 . Guayaquil.

.Guayaquil.

.. . 71 ,(XX)

Gesammtes Areal: 5i,

75o d. QM.

Total: 3, 080 ,(xx)

Nahe bei Caracas d*-r frequenteste Seehafen «ler Republik, Ja Guayra, mit 8000 Einw.,wo die Einfuhr deutscher Producte und Waaren durch Schiffe der Hansestädte hei weitem dieZufuhr aller andern Nationen übertrifft und jährlich nahe an 2 Mill. Gulden Werth beträgt.

Verschiedenheit des Bluts. Fast 2 Viertheile Indianer; 1 Viertheil Wcisse,«I. h. Spanier uud Creoleu , und 1 Viertheil Mulatten und Mestizos; 100,000Neger; 200,000 Indios Bravos.

Religion. Die katholische herrschend ; jede andere bei neuen Colonistengeduldet; 2200 Pfarrer und andere Geistliche; i 3 oo Mönche; i 5 oo Nonnen.

Finanzen. Einkünfte 28 Mill. Gulden. Ausgaben 3 o M. Staatsschuld 90 M.

Bewaffnete Macht. 32 ,000 Mann reguläre Truppen, 60,000 Mann Militz;2 Kriegschiffc, und sonst 90 Segel.

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Handel der beiden Peru.

Vor dem Jahre 1778 mussten beide Peru ihren Handel mit Spanien keit der Peruaner gar sehr hemmte. Die Einfuhr geschah nun grossten-ausschliesslich nur durch die Häfen am mexicanischea Meerbusen und theils durch Buenos Ayres, durch die Seehäfen von Lima und Aricaam Isthmos von Panama treiben. Im gedachteu Jahre aber ward den man schätzte sie auf jährlich 96 Millionen Gulden. Die Ausfuhr geht inspanischen Kauffahrern gestattet, mit Südamerika unmittelbar Verkehr neuerer Zeit nach Europa um das Cap der guten Hoffnung, nach Asien,zu treiben; jedoch hatte sieh die Regierung das Monopol einiger Artikel, Australien und Westindien directe; sie beträgt jährlich den Werth vonwie z. B. der edlen Vicunnawolle Vorbehalten, welches «lie Betriebsam-^circa 110 Millionen Gulden.

REPUBLIK CHILI.

Historische Momente aus dessen Befreiungskriege.

Als im September des Jahres 1810 die oberste Junta Spaniens für ihrenKönig Ferdinand Hülfe in Chili nachsuchte, so versammelte der General-capitan Carasco, weither den Franzosen geneigt war, die angesehenstenBewohner, um ihnen die Befehle mitzutheilen, die er eben erhalten hatte.

aus Cadix den 9. Oetober zur Prise machen konnte. Im Decembcr trafCochrane in Chili ein und erhielt das Obercommando der Flotille, womiter, wie wir oben gesehen haben, vornehnili«h gegen die Spanier in Peruund auf den Chiloe-lnseln glücklich agirte.

Kaum war der äussere Feind gänzlich bezwungen , als auch in Chili,

in (lpn ii Krirrfn noiidn rmict4a>un '! _ .... 1 . __ 1 _ \ _

Man beschloss, vof der Hand diese Befehle nicht anzuerkennenund setzteübrigen neuen Freistaaten, innere Zwistigkeiten ausbrachen,eine provisorische Regierung nieder, die sich schnell nach einander in ° eneral Fmre im Süden und Beneventn im Nr.r^»n lolm*»!.

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ihrem Personale, Namen und Betragen vielfach änderte. Die französischePartei ward verworfen; man erklärte si«h für den Köuig Ferdinand, fürdie Grundsätze der spanischen Junta, uud berief einen Volkscongress.Diesem wurden anfangs von der königlichen Partei viele Hindernisse inden Weg gelegt, und zuletzt ward er von Truppen in Santiago selbst an-gegriffen. Die Volkspartei siegte jedoch, und der royalistische AnführerFigueton wurde Tags darauf aus Befehl der Junta erschossen. Man sprachvon dem Rechte, sich eine eigene Administration zu gehen, handelte aberdoch ferner bis i 8 i 3 im Namen Ferdinands. Das Commando der Trup-pen ward Creolen, namentlich dreien Brüdern der Familie Carrera au-vertraut, welche in kurzer Zeit die Gunst der Soldaten gewanneu uudauf einen bestimmten Tag alle spanischen Officiere festnahmcu und iu dieCaserne von Sautiago einschlossen. Bald ab«n* herrs<*hten diese Carrerasmilitärisch, theiltcn'dic hohen Aemter unter siili und ihre Verwandtenspreugten den Senat aus einander und nöthigten den Congress, eineJunta von neuen Mitgliedern, die im Namen Ferdinands haudeln sollte,cinziisetzcn. Wider diese Anordnungen lehnten sich die Städte Valdiviaund Concepcion heftig auf, und voruelunlich begehrte die letztere, dassihrer guten Lage wegen der Regierungssitz bei ihr aufgeselilagen werde.

Während dieser Zwistigkeiten und Unruhen liess Abascal, Vicekönigvon Peru , an Pareja , General auf Chiloe, den Befehl ergehen, seineTruppen nach Chili zu führen und das königliche Ansehen wieder her-zustelleu. Dieser General stieg zugleich mit Verstärkungen aus Lima undCoquimbo den 12. März i 8 i 3 bei Concepcion aus Land und führto sein4 ooo Mann starkes Heer an den Fluss Maule, die Gränze zwischen denIntcndancias Sautiago und Concepcion, wo es zu mehrern Treffen kam,iu welchen Carrera und OHiggins die Royalisten zuerst schlugen, baltlaber auth von ihnen geworfen wurden. Nach der Niederlage mussten dieCarreras den Oberbefehl an OHiggins abtreten, uud Lastra, Guvernörvon Valparaiso, ward zum Director ernannt. Von beiden Seiten rüsteteman sich zum fernem Kampfe, als Pareja starb und dur«*h Gainsa ersetztwurde. Dieser schlug bei seiner Ankunft einen Vergleich vor, dem zu-folge Chili ein integnrendes Theil der spanischen Monarchie bilden, dieFeindseligkeit einstellen, die Gefangenen auswechseln uud mit den spa-nischen Besitzungen wieder ungehindert in Verkehr treten sollte. DieserVergleich aber wurde vom Vicekönig in Peru nicht bestätigt; er verlangteum so mehr unbedingte Unterwerfung , weil die Carreras unterdessenwieder eine mächtige Opposition gegen OHiggins und Lastra gebildethatten, und weil er im Stande war, neue Verstärkung an Truppen ab-zusenden. Osorio ward mit dieser Expedition beauftragt. Iu der StadtRancahua griff er den 3 . Oct. 1814 OHiggins an, welcher mit seiner ge-ringen Mannschaft sich sehr tapfer vertheidigte und endlich gen Santiagodurchschlug , während die Carreras einige Stunden vom Schlachtfeldentfernt rnüssig lagen. Der Rest des chilesischen Heeres zog sich in dieGebirge, und die Spanier waren Meister des Landes.

Befreiungsheer von Buenos Atres. Die grossen Provinzen vonBuenos Ayres hatten zu Anfang des Jahres 1817 ihre Freiheit erkämpft;aber von beiden Peru und vou Chili aus wurde sie durch die Spanier täg-lich bedroht. Der Congress beschloss daher, nach Chili ein Befreiungs*heer von 4000 Mann zu senden. General San Martin führt es au. Auf8 Tage mit Lebensrnitteln versehen, bewirkt dieses Heer einen höchstbeschwerlichen Marsch durch den 12,000 Fuss hohen Gebirgspass vonCuevas, Quillota östlich gegenüber, und steigt in den ersten Tagen desFebruars 1817 iu die Ebenen von Chacabuco hinab, nachdem es sich mitOHiggins vereinigt hatte. Es schwört im Angesicht des Ewigen, nie dieKetten der Sclaverei zu tragen, so lange Blut iu seiuen Adern rinne. Den12. Februar greift es den spanischen General Marco an, reibt dessen In-fanterie völlig auf und erbeutet alles Gepäck samt der Artillerie. Unauf-haltsam dringt es gen Santiago vor, und hält hier seinen Einzug, währenddie Spanier sich über den Fluss Maypu ziehen, um deu Süden zu be-haupten. In Santiago wird die L aahhängkeit proclamirt und OHiggiuszum Director ernannt.

So stehen die Spanier und Republikaner bis im März 1818 einanderruhig gegenüber. Um diese Zeit aber war das royalistis«*he Heer unterOsorio durch Verstärkungen aus Peru auf 9000 Mann regulärer Truppenangewachsen , während das der Independenten meistens an Recruteuuur 55 oo Mann Infanterie, 25 oo Mann Reiterei und 20 Kunoneu zählte,daher es auch den 19. März bei Rancahua in die Flucht geschlagen undzerstreut wurde. Alles schien verloren, und nur die Thätigkeit San Mar-tins und Freires versammelte wieder ein Heer von 5 ooo Manu, mit wel-chem sie den 5 . April am Flusse Maypu den ruhmvollen Sieg erfochten,welcher Chilis Befreiung vollständig entschied ; denn die Spanier capitu-lirten und hielten blos noch auf einige Wochen deu Seehafen Valparaisoeingeschlossen. Chili wandte nun all sein Augenmerk und Bestreben aufdie Schaffung einer Flotille, um künftige Angriffe zur See abwehren zukönnen. Es gelang ihm auch so sehr, dass es eine bedeutende Expedition

General Freire im Süden und Benevento im Norden lehnten sich mitihrem Anhänge wider OHiggins und dessen Administration auf; Con-(*cpcion und Coquimbo trennten sieb vom Centro, marschirtcu wi«lerSautiago , und OHiggins , der sein Vaterland nicht «len Greueln einesBürgerkrieges aussetzeu wollte, sah sich gcuöthigt, sein Amt metierzu-legen. Freire trat an dessen Stelle und vereinigte «lie drei gesomlerten1 heile wieder in ein Ganzes. Ein neuer Congress und eine erneuerte Con-stitution erfolgten im Jahre 1823, um in den folgenden zwei Jahren wietleraufgelöst und ahermal berufen zu werden. Dieser Unruhen ungeachtetvertrieb Freire im Januar 1826 die Spanier aus Chiloe, vereinigte dieseInseln mit der Republik, und stellto allmäklig eine festere Ordnung derDinge her.

Im Februar 1829 unter Pintos Leitung dio grösste Ruhe bei Versamm-lung des Congresses, der innerhalb 40 Tagen die Constitution entwer-fen soll.

Physische Beschaffenheit 'von Chili.

Lage. Zwischen den Andes und dem Oeean erstreckt cs sich von «lerW üste Atacama bis zum Golf Gaitc«*a , oder vom 24 sten bis 44 sten Gradsüdlicher Breite, 3 oo deutsche Meilen in directer Länge.

Klima. Gemässigt und der Gesundheit äusserst zuträglich; ohne Ge-witter und Orkane; aber häufigen Erdbeben ausgesetzt. Einige Mis-sionäre von älterer Zeit, Techo und Havestadt, geben äusserst vortlieil-hafto und richtige Beschreibungen von Chili. Der erstere sagt: »Mankann sich weder in Ansehung der Lieblichkeit , noch «les fröhlichenLebensgenusses irgend eiu vorzüglicheres Land einbilden. Es hatUeberfluss an allen Arten der Frücaite ; seine schönen Hügel , seine»»Flussgestade, seine Wiesenthäler und Quellen vereinen in sich , wasman sonst in Europa und Amerika nur theilweis und zerstreut erblickt.Die Menge von Milch und Wolle entspricht den zahlreichen Heerden,»welche auf den fetten Triften ihr Futter finden. Honig, Waizen tinrledler Wein sind hinreichend vorhanden ; Erdbeeren nn«l wil«l wach-sendes Obst haben einen sehr angenehmen Geschmack, und «las Trink-»wasser ist äusserst gesund. Das ganze Jahr hindurch wird kein Donnergehört, keiu Blitz oder Wetterleuchten gesehen; Stürme und anderefurchtbare Lufterscheinungen sind hier verstummt. Dieser Lamlstrieh»erzeuget nicht ein einziges giftiges oder rcissendes Thier. Nur plötz-»liehe Erdbeben unterbrechen manchmal das Gefühl der Glückseligkeit.

»Indessen verlieren dabei nicht so viele Menschen ihr Leben, als man»gewöhnlich in Europa glaubt; denn z. B. iin Jahre 173«) kamen in Sant-»iago kaum hundert Personen uin, und 1751 in Concep«*ion mehr nicht»als zwanzig. (Seit die Spanier Besitz von Chili genommen haben, zähltman daselbst sechs Erdbeben; nämlich in den Jahren i 55 o, 1647, 1657,1730, 1751 und 1822. Das letztere war am erschrecklichsten; es dehntesich über 3 oo deutsche Meilen der Lange nach aus, und ward auf einemFlächenraume von mehr als 36 ,000 deutschen Quadratincilen verspürt.Die Städte Quillota, Valparaiso, Casa Bianca und Liina«*hc wurden bei-nahe gänzlich zerstört) »Cliill übertrifft durch sein mildes Klima und»seine Fruchtbarkeit nicht nur Deutschland, sondern stellet selbst Spa-»>nien und Italien keineswegs nach. Es herrschet dort ein ewiger Früh-ling. (Ha vestadt.J «

Gebirge, Flüsse, Baien. Einzelne Gipfel der Andes von 20,000 Fussüber Meer; 14 Vul«*ane, 120 Flüsse, wovon 4 ^ den Oeean erreichen;treffliehe Baien und etlicko gute Seehäfen. Ein Canal von Muypockain den Maypu.

Mineralien. Eisen, Kupfer, Silber, Gold, vortreffliche Töpfererd«-untl Steinkohlen. Chilis Minen der edlern Metalle w'erden nun für diereichsten der Welt angesehen.

Pflanzen. Alle Früchte des südlichen und mittlern Europa; wenigHolz in Nieder-Cliili; Kartoffeln wild wachsend bei Valparaiso.

Thiere. Ausgezeichnet gute Pferde, Rinder, Schafe, Schweine undGeflügel im Ueberfluss ; Llamas , Vieunnas etc., Biber , Fischotter ;keine giftigen Thiere.

Handel. Cliill, sagt ein Beobachter neuester Zeit, besitzt die erstenMaterieu für alle Manufactur in solcher Menge und Manigfaltigkeit, dasses deu Keim seiner künftigen Grösse in sich trägt. Die zahlreichen See-häfen und sein ausgedehntes Küstenland sichern ihm einen reichlichenHandel mit allen Staaten Amerikas , mit China und Ostindien. Englandführte noch im Jahre 1818 im Hafen Valparaiso mehr nicht «>in als denWerth von 33 ,000 Pfund Sterling; im Jahre l 8 a 3 aber schon für 464,000Pfund Sterling.

Grösse und Bevölkerung. 8062 d. Quadratmellen Areal; 1,470,0«®Einwtdmer, worunter ungefähr zwei Drittheile Indianer, ein SechstheilCreolen, und ein Sechstheil Mestizos, Mulatten uud Neger.

Finanzen. 8 Mill. Gulden jährlicher Einkünfte; 18 Mill Staatsschuld.Heer und Flotte. 8000 Manu r«*guläre Truppen, 12 Segel.Religion. Die katholische ausschliesslich herrschend.

SPUACHVERSCH 1 EDENHEIT IN GANZ AMERIKA.

Wir benützen diesen Raum hier, umeine nicht uninteressante Uebersicht derj gesamten Bevölkerung Amerikas nachIihren Sprachen eingetheilt zu gehen:

Englische Sprache. .Spanische »Indische »

Portugies. »»

. *. ii, 3 oo,ooo E.

. . . 10 , 200,000 »

.... 8,000,000 »

.... 3,800,000 »

Französische Sprache.1,060,000 E.

Holländische , dänische, schwedische,russische und «ieutseke Sprache.220,000 »

REPUBLIK VOM RIO DE LA PLATA oder ARGENTINE.

Wie sich die Bewohner von Buenos Avres gegen «lie Angriffe der Eng-länder zuin Vortheil ihres spanischen Königs Ferdinand gezeigt hab«*n,ist in der Einleitung auf Tafel XXXVIII schon erwähnt worden. Im Jahrej 1810, als die Fruuzosen vom grössten Theile Spauiens Meister waren uud]den Köuig iu gefänglicher Haft hielten, hatte si«h die Scene geändert;die Engländer benahmeu sich nun als natürliche Allirte der altspanischenMacht und als Feinde Frankreichs, daher die südamerikanischeu Staaten, vou ihnen jetzo nicht mehr beunruhigt wurden.

Als aber der Vicekönig Cisneros bekannt machte, dass dio Insel Leonder einzige Zufluchtsort der spanischen Monarchie in Europa geworden|sey, nöthigte man ihn, sein Amt niederzulegen, weil die Macht, die esihm anvertraut habe , nicht mehr existire. An seine Stelle trat zuerst einCabildo , sodann eine Junta gubemativa, welche neue Einrichtungen traf,ein Heer schuf und die Unruhen im Innern des Landes dämpfte, wobeiihr Gegner, der tapfere Franzose Liniers, gefangen, und mit seinem An-hang auf dem Berge Papagallos erschossen wurde.

Am meisten hatte Buenos Ayres Jahre lang gegen Montevideo , dieBanda Oriental und Paraguay zu kämpfen.

Drückende Steuern wurden abgeschafft, dio Kinder der Sclaven fürfrei erklärt, und deu Sclaveu selbst ihre Emaucipation durch Leistungvon Kriegsdiensten möglick gemacht.

Montevideo, von den republikanischen Generalen Alvear, Rondeauund Artigas belagert, erhielt namhafte Unterstützung aus Brasilien, undobendrein fiel Artigas ab, welches unter die Belagerer grosse Verwirrung

Unterhandlungen der spanischen Cortes, um die Colonien wieder zu gowiiiuen, zersclilagen sich völlig. Bündnisse mit Chili, Columbia undPeru.

1823. Von den nordamerikanischen Unionstaaten und von Englandals Republik anerkannt; von Spanien verworfen.

1824. Aufhebung des Sclavenhaudels. Fortwährender Kampf um«lie Bauda Oriental.

12. Oct. 1825. Ixtvaleja siegt bei Sarundi über die Brasilier unterVentos Manuel, und befreit die Banda Oriental.

Nun aber aufs neue Kriegsrüstung vou Seite Brasiliens ; ir, 33 o Mannbewegen sich gegen die Bauda Oriental ; 7,280 vertheidigen sie. DasTreffen auf dem Flusse Uruguay den 7. Februar 1827, wobei sich derAdmiral Brown so sehr auszeichnete , und das am Bache Itugaingo den20. desselben Monats, entschieden zum Vortheil der Republik, endigtenaber den Kampf nicht; sondern neue Rüstungen erfolgten von beidenSeiten. Alvear und Lavalle, an der Spitze der Republikaner, siegen wie-derholt , und im August 1828 kömmt der palliative F'riedeu zwischenBrasilien und der Republik von Rio Plata zu Stande , vermöge dessenMontevideo uud die Banda Oriental sich seihst regieren sollen , und auffüuf Jahre ist die Gewähr wechselseitigen Friedens unter englische Ob-hut gestellt.

Die aus dem Feldzuge heimkehrenden Truppen waren sehr unzufriedenmit der Regierung des Statthalters Dorego uud mit dem Benehmen desunter seinem Einfluss handelnden Generals Rosas, welche beide im Juni

Historische Momente im Befreiungskriege.

Dieses zwischen Columbia, Brasilien, Chili und dem Oeean gelegene, über3 00 Meilen von Norden nach Süden , und über 100 von Westen nach Ostensich ausdehnende Land wurde wahrend der Revolution eifrig von den Spaniernbehauptet, und erst nach dem grossen Siege am'Flusse Maypu in Chili, welchenSan Martin den 5 . April 1818 über den spanis« hen General Osorio erfocht, wardin Nieder-Peru mittels Expeditionen zur See die königliche Partei durch die ver-«,intcn Kräfte von Chili uud Buenos Ayres angegriffen. Lord Cochrane, GeneralS<tn Martin und der Ohrist Arenales trugen bis 1821 zu Wasser und Land ver-schiedene Siege und Vortheile davon; am 12. Juli dieses Jahres aber zog derHeld und Befreier San Martin unter dem Jubel des Volks in die Hauptstadt Limaselbst ein.

Den 28. Juli ward unter Protection der Befreiungsarmee von Chili die Un-abhängigkeit Perus proclamirt und beschworen. Sau Martin nahm hierauf dieWürde eines Protectors und die Mühe eines provisorischen Regenten über sich;legte aber freiwillig beide Aemter sogleich nieder, als er mit Bolivar eine Zu-sammenkunft gehalten , uud im September 1822 der iu Lima versammelte Con-gress eine Junta errichtet hatte. Auch entfernte sich damals Cochrane, um inBrasilien Dienste zu thun.

Allein in Peru gewann die neue Gestalt der Dinge so wenig als anderwärtsFestigkeit ohne Rückfall; es entstand vielmehr eine Gegenrevolution von solcherBedeutung , dass sie die Besorgnisse der Regierung Columbiens ervve«dite , iuderen Auftrag Bolivar lind Sucre zur Wiederherstellung der F'reiheit mit Heeres-macht gen Peru abgesandt wurden. Die blutige Schlacht von Ayacucho unter SucresAnführung entschied «len 9. Deo. 1824 vollkommen zu Gunsten der Republik.

Den 10. März 1825 ward Bolivar zum Dictator von Ober - und Nieder-Pcruernannt, und er stellte es einem berufenen Congresse des erstem frei, sich mitBuenos Ayres, wozu das Land seit 1778 unter dem Namen Audien«*ia Clutrcasgerechnet worden, oder mit Nieder-Pern, wozu es früher gehört batte, zu ver-einigen, oder aber eine eigene, für sich bestehende Republik zu bilden. DerCongress wählt das letztere, und ertheilt dem Staate, zum Audenken an denBefreier, den Namen Bolivia, und die Hauptstadt darin soll den Namen Sucreführen. Seither musste der Befreier die unruhige Republik Überperu schonzum drittenmal aus Anarchie oder Despotismus retten.

Der letzte Posten, welchen die Spanier in Peru noch inne hatten, die starkeSeefestung Callao bei Lima, fiel den 23 . Januar 1826.

Physische Beschaffenheit des Landes .

Die Cordilleras de los Andes ziehen mit vielen östlichen Ausläufern in zweiGehirgsreihen durch Peru von Süden nach Norden. Die westliche ist viel niedri-ger als «lie östliche; und was von jener abwärts liegt bis zur Meeresküste, bildet«lie lange, aber kaum 12 bis i 5 Meilen breite Ebene des eigentlichen Nieder-Peru.Das Gebiet der Republik indessen erstreckt sich vom See Titicaea nordostwärts

F'lotille, welche der Engländer Brown anführte, unterstützt wurde, dieVeste Montevideo im Juni 1814 zur Capitulation zu bringen, wodurch dieRepublik reiche Vorräthe au Gewehren und Kanonen erhielt. Weil aberder Aufwand an Truppen, um Montevideo zu behaupten, viel zu grossgewesen wäre, so schleifte man dessen Festungswerke und benützte dasHeer im Innern des Landes, von wo nun an ein schrecklicher Bürger-krieg zu wüthen begann, welchen Artigas in der Banda Oriental und dieSpanier vorzüglich von Ober-Peru her zu unterhalten bemüht waren.

Den 9. Juli 1816 ging vom Congress zu San Miguel in Tucumau dieDeclaration der Unabhängigkeit der 'vereinten Staaten am Rio de la Platain die Welt aus, und den 25 . Oetober von Buenos Ayres ein Manifest analle Nationen, worin die Gründe ihrer Unahhängigkeitserklärung weit-läufig und stark ausgedrückt sind.

Unter dem Yorwande, an den Gränzen Ruhe und Ordnung herzustel-len, zog im Anfang des Jahres 1817 unter General Lecor ein brasiliani-sches Heer von 10,000 Mann in die Banda Oriental gen Montevideo, trptzaller Einwendungen, welche der Präsident Puyriedon durch Vermitte-jlung der Engländer dawider iu Rio Janeiro hatte erheben lassen. Lecor

noch weit über die üstlicben Gebisgsketten bis in die unbekannten Ebenen, wo'Silber wenigstens die Summe von 4, 5,ooo Dollar geprägt und BuenörAyres^rldärm^nieht^bebrnfpleUaben!

unzählige Flusse ihren Ursprung nehmen. wird der Werth der noch übrigen jährlichen Ausbeute beider i eru gesenatzt. . . -- - - ------ ...

Die Republik Bolivia oder Ober-Peru , iin Südosten der vorigen J zwischen In der Proviuz Chiquitos findet sich eine mit Salzseen bedeckte Ebene von grossem , f

Brasilien, La Plata und Chili gelegen, begreift das östliche Hochland und dessen! Umfang, welche im höchsten Sommer das Bild des starren Winters darbietet.

und Zwistigkeiten brachte. Nichts desto weniger gelang es der Tapferkeit {1827 die erfahrnen und hochgeschätzten Staatsmänner Rivadavia undund Ausdauer des Generals Rondeau, als er zur See durch eine geringe \Alvear zu verdrängen und sich an ihre Stelle zu setzen Mittel gefunden

hatten. Der General Lavalle zog im Decembcr 1828 ruhig i

FREISTAATEN NIEDER-PERU, und OBER-PERU oder BOLIVIA.

ilden Indianern der Republik Beistand geleisteti und nicht vielmehr sich selbst hier zum Alleinherrscher aufgeworfen hätte.

All. , w -V- v, t> an . v - t oas niia Ges siaii ^ er koimten die p iesen Montcvidco uud andere Plätze ohne

Alidachung samt deu Ebenen bis an die Flusse Paragua und Paraguay in sich.| Vegetation und vorzüglichste Pflanzen. Aui der westucfien ADdacnung w ., , vnn Rupnn« Avres bpi-

Flüsse USD See». Auf der östlichen Abdachung der CordiUeras viele und] der Cordilleras bis rum Meere gedeihen Manzen nabe gänzlich vernichteten. Uebrigeus waren die Waffen der Republik

achtige Flusse, die einst Ausfuhrcaiiäle werden müssen; auf der westlichen die von Wasser getränkt sind; das übrige Land Bl Mnig nnd.un^wohnt.^Ira [n ern j es Lan(ics un<1 n ober-Peru so wie unter San Marlin

mächtige

nur Küstenflüsse, deren aber mehrere dennoch wichtig genug sind. Der von; Hochlande herrscht ungefähr dieselbe VegetationBergen umgebene See Titicaea, bittersalzig, an 5 oo Fuss tief, in welchen die

bittersalzig

Indianer sollen ihre Schätze versenket haben, als sie von den Europäern unter-jocht worden, liegt nach Pcntlands Messung 11,970 pariser Fuss über demMeeresspiegel, und hat 283 deutsche Quadratmeilen Flächeninhalt.

Gebirge. Im Jahre 1828 hat der Chimborazo in der Meinung der Menschenaufgeliört der höchste Gipfel Amerikas zu seyn; denn der gelehrte EngländerPentland maass in der östli«*hen Andeskette von Peru vom 14 0 his 17 0 südlicherBreite mehrere Gipfel, die höher sind; z. B. der Illimani 22,704» der Nevada<von Sorata 23,640 pariser Fuss über dem Meeresspiegel; folglich ist der letztereum 3540 Fuss höher als der Chimborazo / Hier iu Ober-Peru , zwischen dem14 0 und 18 0 südlicher Breite finden si«*h denn auch die am höchsten gelegenenWohnstätten der Menschen; kleine Dörfer und Posthäuser bis i 3 » 5 oo Fuss überdein Spiegel des Oceans.

Klima. Zu keiner Jahreszeit donnert oder regnet es in Nieder-Peru; dagegenverschaffen häutige Nebel und Tliaue dem Erdboden Feuchtigkeit. Verliältuiss-mässig zu seiner südlichen Lage hat das Küstenland von Peru keine grosse Hitze,welches zum Theil von den mit ewigem Schnee bedeckten Cordilleras , nochmehr aber von der heftigen Meeresströmung herrührt; denn bei Lima z. B. istdie Temperatur des 0 «^eans nur 12 0 5 ', während sie ausserhalb der Strömungauf der nämlichen Breite 21 0 beträgt. Das Klima der sogenannten Sierra zwi-schen den beiden Gebirgszügen ist frisch, oft grimmig kalt, aber dennoch dermenschlichen Gesundheit so sehr zuträglich , dass Personen von 110 Lebens-jahren nicht gar selten sind. Auf der östlichen Abdachung des Hauptgebirgesist der Himmel oft regnerisch , gewitterhaft, neblicht und exccssiv heiss.

Erdbeben sind überall in Peru häufig und verheerend.

Mineralien. Das Hochland von Peru ist vom i 5 ° bis 23 ° mit edlen Metallenimprügnirt, und die meisten Bäche sowohl als Flüsse führen Golds«and. Bei Mojosfinden sich in der Wäscherei immer noch Stücke im Gewmht eines Viertelduca-tens ; die ergiebigste Ausbeute ist jedoch in den Gewerken der Provinz Tar/na ,und sodann vorzüglich bei Cotagayta, südlich von Potosi. Da aber die Bearbei-tung der Goldininen in einer Höhe von i 3 ,ooo Fuss über dem Meeresspiegel garzu beschwerlit'h ist ,' so hat sich die Aufmerksamkeit und Ausförderung mehrden Silbergruben , die verhältnissmässig noch viel ergiebiger sind, zugewandtFideles : fast die Hälfte ; Mestizos : überweil es in diesem Lande nicht an Quecksilber gebricht, wie in Mexico. Es gibt! ein Fünftheil; Mulatten und Neger: einhier in Huancavelica 4Minen von Quecksilber, 4 von Kupfer und 12 von Zinn Sechzelmtheil; Indios Barbaros : einund Blei. Zu Potosi und Lima wird im Durchschnitte jährlich iu Gold und'Sechstheil.

rscui uiitti.iiii uieseiu«; tckcwuuu, i >' - ,. 0>. »

Columbiens angegeben worden, und je nach der absoluten Höhe finden sich hier S e B* ;n ie panier in 111 sie gr 1 * . nrnmnlmrt _Ein Pro

. Arten von Pflanzen Die Gegenden im Osten der Andes, welche . Den 20. April t«l 9 ward d.e ConstUutwnsacte .romnlg.rt, tm Prodie trockne g und regnerische, versprechen die dlc Republik m eme constitutionale Monarclne nmzuwandchi, scher

nur zwei Jahreszeiten haben , ---, t . .

iiusserste Fruchtbarkeit; sie sind bis jetzt aber noch grüsstentheils von dichtenj ^Urwäldern bedeckt. Hier Cacao- und Palmbäume; die geschätzteste Fieberrindeoder Quifupdna ; JVachs -, Gummi- uud Balsambäume. Mais, Kartoffeln,

Coca, Manioc und Piment gehören dein Lande ursprünglich an.- Eingeführtsind die meisten Arten von Getraide, Zukerrohr, Tabak, Wein, der Oelhaum,Kaffee , Baumwolle , Flachs , Ilanf etc. Getraide noch iu einer Höbe von12,200 pariser Fuss sehr üppig. .

Vorzügliche Thiere. Das Llama oder Guanaco (KameeldegeJ , und dieVicunna oder das Schafkameel finden sich nur allein im Hochlande Südamerikasvon Chili bis zum 9 0 südlicher Breite. Jenes ist gezähmt und vermag bei geringerGrösse doch an i 5 o Pfund zu tragen; dieses, von Gestalt kleiner, kann nichtgezähmt werden, und man schätzt es vornehmlich wegen seines schmackhaftenFleisches und zimmtfarbigen Haares, von welchem letztem die berühmte Fi-cunnawoüe kömmt. Eingeführt sind, und nunmehr in grosser Anzahl vor-handen, Pferde, Esel, Rinder, Ziegen, Schweine und Schafe. ^

REPUBLIK BOLIVIA. 1829.

Provinzen. * Bevöik.

1. La Paz.440,000

2. Oruro (Charcas).270 ,<xk>

3 . Potosi.346,000

4. Coehabamba. 588 ,000

Santa Cruz, Moclios, Chiq uitos 242 ,000

Areal: 19,375?d.QM. Total: 1,886,000

REPUBLIK PERUProvinzen.

1. Lima.

2. Cuzco.

3 . Arequipa. ...

4. Huamanga. . . .

5 . Truxillo.

6. Huancavelica. .

7. Tarma.

Die Pampas.

Areal. 23 , 3 i 2 d.QM. Total: i, 7 i 4 i<>ouVerschiedenheit des Bluts. Creo-len oder Weisse : ein Eilftheil ; Indios

1829.

Bevölk.

-199,000

... .290,000.... i 83 ,ooo

. . . . 149,(XX)

... .309,<xx>

.4o,o«X)

... .269,<xkj

. . . - 270 ,O(X)

Die Hauptorte in den angefiihrtert Provinzenbeider Republiken haben ihre Namen den Pro-vinzen geliehen ; nur (^ocha- bamba macht eineAusnahme; denn sein Hanptortheisst Oropeta.

Verschiedenheit des Bluts. Creo-len oder Weisse : fast ein ViertheilMestizos : fast ein Viertheil. Die übri-gen sind Indios Fideles und Indios Bar-baros.

1820. Artigas, aufs Haupt geschlagen, flieht nach Paraguay, undwählt in Curuguaty, als ein Mann von 60 Jahren, unter dem Schutze desDictators Francia , den Feldbau zu seiner künftigen Beschäftigung, wahr-scheinlich weniger aus Neigung, als auf Befehl des eifersüchtigen Dicta-tors.

1821. Ramirez und Carrera bezwungen; jener fiel im Treffen, dieserward zu Mendoza erschossen. Maassregeln wider die Seeräuberei,worüber iu Buenos Ayres von mehrern Staaten Klage erhoben worden.

Buenos Ayres

ein, setzte aus Auftrag «ler Bürg«*r den Statthalter Dorego so wie denGeneral Rosas ah, uml sicherte ihuen Amnestie zu , wenn sie ihre Planeaufgeben und zur Ruhe des Landes beitragen wollten. Dies gesthahnicht; es kam vielmehr zu einem Treffen, in dessen Folge Dorego ge-fangen und sogleich ohne Process erschossen wurde. Seine übrigen An-hänger verwies man his zur völligen Wiederkehr eines Zustandes festerOrdnung nach Patagonien. Die Ruhe kehrt indessen nur langsam zurück ,und gegenwärtig geben in Buenos Ayres der Admiral Brown und GeneralRodriguez den Ton an. Lavalle gebietet im Innern des Landes.

Obrist Rauch, ein Deutscher, aus Weinheini im Badisclien , hatte siehunter Rivadavias Regierung sehr um die Civilisirung der Indianer auf deinflachen Lande, deren Schrecken er war, verdient gemacht, und wurdedaher den 26. F'ebruar 1829 von Lavalle zum Gcneraleommandant d>Ebenen ernannt, wo er leider in einem Treffen wider die Indianer fiel.Sein Tod erregte in Buenos Ayres allgemeine Trauer , und sein Platzdürfte schwerlich wieder so gut ausgefüllt werdeu.

Physische Beschaffenheit der Republik La Plata.

Die Gränzeu sind Brasilien, Paraguay, Ober-Peru, Chili und Pata-gonien.

Flüsse und Seen. Das Laud hat viele und grosse Flüsse, die theilsvon Norden nach Süden, theils von Nordwesten nach Südosten entwederins Meer fallen, oder sich in weiten, aber nicht tiefen Seen des innernLandes verlieren. Die reissende, i 3 o deutsche Meileu weit schiffbareParana , bei Buenos Ayres in Verbindung mit andern Strömen Rio de laPlata genannt, nimmt den ersten Rang ein; dann folgen in Ansehungihrer Grösse der Paraguay, Uraguay, der Rio Vermejo, Pilcomajo,Colorado, Rio Dulce, Salado und Negro. Die beträchtlichsten Seen sindder Xarayes , Ibera, Guanacache und Laguna Bianca.

Gebirge und Ebenen. Nur iin Westen uud Nordwesten dieser Re-publik finden sieh Gebirge von Bedeutung; der Charakter des Landessind Ebenen , unter welchen sich die südwärts von Buenos Ayres gelege-nen Pampas, von unabsehbarer Weite, aiiszcichnen; deun sie übertreffenau Grösse die Llanos von Columbieu um vieles. Diese Ebenen, wo sienicht von Sand oder Morast bedeckt sind, enthalten in ihrer Erde, oderin ihrem Wasser uud iu ihren Pflanzen eine erstaunlhdie Menge Salz.

Waidplätze von 4 Quadratmeilen Oberfläche werden für keinen grossenBesitz angesehen.

Klima. Eine der angenehmsten Temperaturen der Welt herrscht iinWesten dieser Republik um Mendoza und San Juan nahe l»«*i Chili; inBuenos Ayres ist die mittlere Temperatur im Sommer 21 , im Winter12 Grade. Kalt ist der Wind vou Süden oder Südosten , w«ül er aus demlandleeren Polurocean kommt. Orkane sind zwar nicht häufig, aberfurelitbar in ihren Wirkungen , wenn sie erscheinen. So triel» ein Orkanim Jahre 1793 das voluminöse Gewässer des Rio de la Plata meilenweiteinwärts ins Land, dass man des Stromes Bette sali. Die Pampas, wokein Baum uud Hügel des Sturmes Gewalt bricht, leiden sehr darunter.

Mineralien. In den westlichen Provinzen gibt es mehrere sehr reicheGold - und Silberminen , die man zu Anfang dieses Jahrhunderts zubearbeiten begann. Magnet, Eisen, vortreffliches Salz, Salpeter undKalk mangeln nicht.

Pflanzen. Im Osten sehr reiche Waiden ; aber selten Bäume, undnur sparsam Gesträuch; im Norden und Nordwesten aber mächtige undhohe Waldungen von wenigstens 64 sehr brauchbaren Holzarten. ImWesten Getraide, Wein und Südfrüchte. Reichlich in vielen GegendenCac«ao, Vanille, Baumwolle, Matte oder Theo von Ilex; Hanf, Tabak,Harze, Balsam etc.

Nützliche Thiere. Die grosse Menge von Pferden und Rindern , vonZiegen und Schafen , welche aus den ei sten vou F^uropa dahin verpflanz-ten Thieren dieser Art sich in kurzer Z«*it ergeben hat, ist ein charakteri-stischer Zug dieses Laudes. Pferde ziehen in Rudeln von m«»hr als 10,000Stücken umher, und die Rinder sind in der Proviuz Chiquitos noch vielzahlreicher; daher die Ausfuhr von Häuten in manchem Jahr eine MillionStücke übersteigt. Der Viehschlag ist hier «lern stärksten von Südeuropagleich, und die Anzahl der Riuder in der ganzen Republik wild auf 12,die der Pferde auf 3 Millionen geschätzt.

Handel. Die Artikel der Ausfuhr bestehen vornehmlich in Häuten,Talg, Seife, Pökelfleisch; in Pferden, Rindern, Maulthieren, Getraideund Matte oder Paraguaythee. Früher war die Bilauz des Handels immerzum Vortheil Yon Buenos Ayres ; sie scheint aber nun gegen Englaudsogar das Gleichgewicht verloren zu haben.

Der Hirt und der Landstreicher. Der Besitzer von Waideplätzenwohnt in dem Umfang seines Eigenthums und ist von Jugend auf anMüssigg.ang und F'reiheit gewöhnt, weswegen er von Anstand, Scham-haftigkeit und Vaterlandsliebe nichts weiss. Die Fauförmigkeit und Stilleder Wüstenei machen ihn kaltblütig und unempfindlich. Nur das Spielist seine Leidenschaft. Immer zu Pferd und unter freiem Himmel sinddiese Hirten von unglaublicher Gewandtheit, Körperstärke und Gesund-heit. Ausser ihnen leben in «hm unermesslichen Ebenen noch Leute , diekeinen eigentlichen Besitz haben , nicht arbeiten und um keinen Preisdieuen wollen, sondern sich und ihre Familie vom Raube nähreu undunterhalten. Dieses sind die schnellen und wilden Reiter, aus welchenArtigas und Rauch ihre gefürchteten Schaareu zusammengesetzt haben.

Staaten und Bevölkerung auf den 42,700 d. Quadratmeilen.

6. Rioja.88,o«X)

7. Catamarca io 5 ,«x>o

8. Estero ... 2io,«xxi

9. Tucumau. 140,000

10. Salta.140, «xh>

11. Santa Fe. . 52 ,000

12. Entre Rios io 5 ,ooo

1 3 . Corrientes. i 4 o,o«x>

1. Buenos Ayres 420,<xx>

Cordova .... 3 1 5 ,0003 . Mendoza«. .. io4jO«x>

4 - Sau Juan.... 104,000

5 . San Luis... 104,000 , r . , .

lotai: 2,027,«xx>

* Hiebei viele Indianer nicht gerechnet. Eine Zählung von 1827 gibt 2,379,000.

Verschiedenheit des Bluts. Ueber ein Viertheil Creolen ; überein Viertheil Mestizos; weit über ein Drittheil Indios Fideles; das übrigeNeger und Indios Barbaros.

Finanzen. Einnahme 7 ij'2 Million Gulden , Ausgaben 7 Mill.Staatsschuld. 67 Millionen Gulden.

Landmacht. 10,000 Mauu.

Seemacht. 16 Segel.

ANGEBLICHE REPUBLIK PARAGUAY, unter einem Dictator.

Dieses am Paraguay, Uraguay und der Parana gelegene Laud ist be-sonders durch die geistlich-weltliche Herrschaft , welche die Jesuitenlange Zeit darin gegründet hatten, merkw ürdig gew orden. Die schlauenVäter geboteu über die Seele und über die körperlichen Fähigkeiten derIndianer; Hessen sie kein persönliches Eigenthum erwerben; sorgten aberklug für deren gemeinsames Wohl, für den Unterricht bis zu einer ge-wissen Stufe, und hielten auf alle nur inögli«.he Weise fremden Einflussauf ihre Selaven ah. Ein nicht ganz unähnliches Loos scheint Paraguaynuumehr aus der Hand seines Dictators Francia empfangen zu haken. Alsim Jahre i8i3 Montevideo und Buenos Ayres gegen einander kämpften,erklärte sich Paraguay, eine Provinz des ehmaligen Vicekönigrcichs amPlatastrome, zu Guusten des letztem, und setzte eine Regiernngsjuntaeiu, von welcher auch Doctor Francia Mitglied war. Durch Beredsam-keit und überlegene Einsichten schwang er sieh in kurzer Zeit an dieSpitze der Geschäftsführung und suchte aus allen Kräften die Vereini-gung mit Buenos Ayres zu verhindern. Obwohl hiedurch Viele unzufrie-den wurden, so machte mau ihn dennoch auf ein Jahr zum Consul, uudgab ihm nach altrömischer Art eineu Collega in der Person des FulgencioYegros zur Seite. Indessen wusste er im Laufe dieses Jahrs den Congress,welcher sich erneuert hatte , zu bereden, nur eine oberste Magistrats-

persou zu wählen, und war so glücklich, sowohl durch Stimmenmehr-heit als Truppen über seinen Rival Yegros zu siegen. Man ernannteihn auf drei Jahre zum Dictator ; er umgab sich mit auserlesenen Offieie-ren, vertraute seinen Aaliängern die wichtigsten Aemter, nnd erklärtesich scxlanu als lebenslänglichen Dictator. Er wollte jedoch den Scheinhaben , populär zu regieren , weshalb er einen Congress zusaminen-berief. Als aber die Mitglieder desselben , fern von ihrer Heimath undländlichen Beschäftigung , keinen Unterhalt und keiue Entschädigungvom Staat erhielten, so gingen sie sekou nach eiuigen Tagen aus einan-der, nachdem sie ihre Vollmachten in des Dictators Hände niedergelegtund ihre Zufriedenheit mit seinen Anordnungen erklärt hatten. Soherrscht nun Francia schon seit dem Jahre 1814 unumschränkt SeinSystem ist das der Neutralität, und keine Vorstellung hat ihn bis jetzowährend den wilden tim Paraguay her vorgefallenen Unruhen bewegenkönnen, Partei für diesen oder jenen zu nehmen; uud weil sein Staatmilitärisch und bürgerlich fester als irgend ein anderer in seiner Nach-barschaft organisirt ist, so wird seine Neutralität stets respectirt. Auswelchem Grund er F'remde, wie z. B. den berühmten Reisenden Bon-pland , Humboldts Gefährten, so hartnäckig gefangen hält, ist kaum zubegreifen.

Physische Beschaffenheit des Landes. Zwischen dem 2«>sten und2891*1» Grade südlicher Breite gelegen , ist Paraguay wohl bewässert;feucht, aber nicht heiss, and sehr gesund; reich au manigfaltigen Pflan-zen : Mais, Baumwolle, Tabak., Zuker, Paraguay - Tliee etc. auRindern , Pferden, Mauleseln und Schafen. Keine Gebirge, und we-nige Miueralien, namentlich keine edlen. Der Handel, welcher un-gemein vorteilhaft seyn könnte , ist durch das Regieruugsystem sehrbcschräukt, und doch ist dieser Staat in Amerika der einzige, welcherbis jetzo noch keine Schulden contrahirt hat, sondern im Gcgentkeilcjährlich einen Ucbersckuss von einer halben Million Dollar haben soll.

Provinzen, z. Assumpcion , 2. Villa Rica , 3. Santiago , 4 * Con-cepcion, 5 . Curuguaty , 6 . Caudelaria.

Areal. 4200 deutsche Quadratmeilen.

Bevölkerung. Auf 5<X),ooo Einwohner geschätzt.

Einkünfte. 5 Millionen Gulden ?

Stehendes Heer. 5o«k> M. regul. Truppen. Flotille auf der Parana.

Verschiedenheit des Bluts. Ein Zehntheil Creolen ; zwei Funf-theiie Mestizen; die Hälfte Indios Fideles.

No. XXXIX. HISTORISCH - POLITISCHE TAFEL DER FREISTAATEN VON SÜDAMERIKA.

Druck uud Verlag vou J. VELTEN. 1829.