ART DKR DARSTELLUNG,
IHR GROSSER NUTZEN , ALLGEMEINE BEMERKUNG etc.
Die Geschichte ist unter allen die nützlichste Wissenschaft; indem sie «ns das Vergangenevor Augen legt, lasst sie «ns das Zukünftige ahnen. Sie ist das grosse Weltbuch, wo ein Jederder zu unterscheiden weiss , gewiss seyn darf, den Unterricht Jierauszufinden , der fiir ihnpasst. Sie ist lehrreich für den Kixeger, sie erhellt den Blick des Kaufmanns « bereitet denStaatsmann vor , und zeigt dem Philosophen die merkwürdigen und ausserordentlichenFortschritte des menschlichen Geistes ; sie bildet den Verstand , und liefert für geselligeGespräche gehaltreichen Stoff.
W ir haben wohl Alle in unserm frühem Alter Geschichte gelernt; wir wissen aber auch Allewieselten die Saat unsrer ersten Jahre Früchte trägt, oder auch nur bis zum Aufschliessen einigerBliithen reift. Ks kann auch nicht wohl anders seyn ; denn der kostbare Same, der ohnehinauf einen leichten Boden füllt, wird meistens aufs Gerathewohl ohne Wahl und Geschmackausgestreut. Kommen Wir nun zu einem reifem Alter und möchten das Verfehlte wieder gut. machen , welche neue Schwierigkeiten stellen sich uns da nicht entgegen ! In der Schule hatteman uns zu kurzgedrängte Auszuge gegeben , uud in der W eit müssen wir nun die Werkeweitschweifig, zu bändereich linden; wenn die Trockenheit der ersten uns die Lust in derKindheit benahm , so fühlen wir uns im spätem Alter durch die unnüthige Umständlichkeitdurch die leeren Worte der andern ermüdet, die nur unser Gedäehtniss in Verwirrung bringenund unser l'rtheil verlegen machen. Auf diese Weise können wir denn in keinem von beidenZuständen die Früchte unsers Fleisses erndten ; überall entmuthigen uns Langeweile undl.eberdruss. Zuletzt lassen wir die Geschichte liegen , und setzen die unentbehrliche herrlicheW isscnscha't Im i Seite , nicht sowohl wegen den Schwierigkeiten , die sie wirklich darbietet,,als wegen der fehlerhaften Anleitung, die wir zu ihrem Studium erhielten. Denn gewiss würdenwir sie ohne nbergrosse Midie erlernt haben , wenn man sich einer bessern Methode bedientund den schicklichen Stoff mehr ausgcwählt hätte. Man bedenke nur, wie viel leichter unsz. B. die Geoginphie, diese treue Gefährtin der Geschichte, erscheint, wie viel weniger Zeit wirbrauchen , uin darin eine gewisse Kenntniss zu erlangen ! Unlängbar bleiben uns von ihr vielgenauere , fester stellende Vorstellungen als von der Geschichte. Nennt man uns z. B. denNamen irgend eines Landes, kaum ertönt er unserm Ohr , so sehen wir schon im Geiste dieganze Gestalt, die Ausdehnung der Gegenden , die er bezeichnet. Wollte man uns aber aufgleiche Weise eine Epoche der Geschichte anführen — warum steht sie nicht eben sovollständig, von allen Ursachen und Folgen, von allen Beziehungen, von ihren gleichzeitigenBegebenheiten umgeben, vor uns ? Woher kommt es denn, dass ein geographischer Gegenstandso deutlich und bestimmt aufgefasst wird , dass er so dauernde Spuren zurücklässt, wahrem’ein historischer Funkt nach einem flüchtigen Eindruck gar bald ins Unbegrenzte verfliesst ?V ober anders als aus dem einzigen Grunde , dass die Kenntniss der Geographie sich durchBilder in unser Inneres eingegraben bat, während die Geschichte nur durch Horte dahingelangt ist. Bei der ersten Hessen sich Vergleichungen anstellen , Verhältnisse beobachten , diedas Gedäehtniss stützen und die Urthcilskraft beschäftigen ; bei der andern fehlten diese Hülfengänzlich. Wenn man eine geographische Carte zur Hand nimmt, so lernt man ein Landkennen, ohne dabei nur einen Augenblick seine Lage und seine Beziehungen zu allen übrigenaus dem Gesicht zu verlieren , weil immer das ganze System zugleich vor uns aufgesehlageuliegt, und diesen unschätzbaren Vortheil finden wir, bei dem Studium der Geschichte, wederin den Büchern noch in den bisherigen Lehrmethoden.
Offenbar wäre es nun ein grosser Gewinn , wenn man hier die nämliche Form und Lelirartwie bei dem Studium der Geographie , cinfuhreu könnte ; und das ist es gerade , was wir mitder vorliegenden Carte bezwecken. Die Geschichte ist ein ungeheures Gemälde, dessen einzelneZuge sich nicht mit Nutzen untersuchen lassen , wenn man nicht vorher das Bild im Ganzenaufgefasst hat; man muss also auch nicht, wie nur zu häufig geschieht, den ersten Unterrichtin einem Buche suchen , wo , wie wir oben bemerkt haben , die isolirten Gegenstände uurflüchtige Eindrücke , höchstens eine verwirrte Erinnerung , zurücklassen. Man muss sich vorAllem zu einer Uebersicht wenden , auf der man alle Beziehungen und Verbindungen dereinzelnen Theile gewahr wird ; hier verweilt das Auge bei merkwürdigen Epochen, und wirdvon hervorstechenden Gruppen festgehalten , die alsdann eben so viele Sammluugspunkte fürGedäehtniss und L’rtheil werden. Erfahrung und Nachdenken lassen es uns mit Zuversichtaussprechen , dass dieses das sicherste Mittel , der kürzeste , ja vielleicht der einzige W eg istdie Geschichte zu erlernen.
Auch wiederholen wir , und können es nicht oft genug sagen , dass man nicht eher zurAusführlichkeit der Einzelheiten herabsteigen darf, als bis sicli Geist und Auge mit den grossenMassen, detcu Bostandtheile sie sind, vertrant gemacht haben. Bios nach diesem Gesichtspunkt»st denn auch die gegenwärtige und die folgende Uebersicht bearbeitet. Man wird aus dernähern Erklärung derselben ersehen , dass sie nicht blos für diejenigen passen , die Unterrichtertheilen oder die lernen wollen , sondern dass sie auch deu Unterrichteten Vortheil gewähren ,wenn sie sich damit beschäftigen, über die Beziehungen, die Gegensätze uud den Zusammenhangder einzelnen Theile ihres Studiums nachzudeuken ; ja man kann wohl buchstäblich von diesenUebersiehten sagen : dass sie sich zur Geschichte verhalten tefe ein Skelett zur Anatomie.
Da sie sich übrigens ihrer Anlage und ihrem Wesen nach vorzüglich für das Studium der! Jugend eignen , und Ix stimmt sind , in die Hände der Lehrer und Erzieherinnen , so wie vieler| Mütter zu kommen , die ihre Kinder gerne selber unterweisen , so lässt der Verfasser aufj vielseitiges Verlangen hier unten eine ausführliche Erklärung , nicht blos als Leitfaden zumGebrauch beim eignen Studium , sondern auch als eine Anweisung folgen , wie diejenigenI verfahren müssen, die darnach lehren wollen. Es soll ein förmlicher Unterricht seyn, wie ihnj der Verfasser etwa selber geben würde ; nur etwas ins Kurze gefasst , wie es der Rauin hier! verlangt, aber doch so, dass ihn Jeder nach Belieben wird weiter ausführen können. Folgende! Bemerkungen scy en endlich dem Verfasser bei diesem Anlasse noch über seine Carten erlaubt:
J .) Sie geben das doppelte Mittel an die Hand, die Geschichte mit der grössten Schnelligkeit zudurchlaufen , oder in die Entwickelung der kleinsten Umstünde einzugeben. 2) Sie erfordernnicht, dass man eine einmal angenommene Methode verlasse, sondern schmiegen sich vielmehran jede als eine treffliche Unterstützung an. 3 ) Mau kann bei ihnen ohne Nachtheil anfangen ,wo man will , verfolgen , was einein am besten gefallt, ohne je Verwirrung befürchten zumüssen, weil man nie das Verhältniss uud die Lage irgend eines Theils zu allen andern Theilenaus dem Auge verliert.
ERKLAERUNG DER UEBERSICHT, ART SIE ZU GEBRAUCHEN etc.
Die Weltgeschichte zerfallt im Allgemeinen in zwei grosse Abtheilungen : die Geschichtedes Altertliuins und die neue Geschichte. Christus bildet den Scheidepunkt.
Die Geschichte der alten Zeit begreift Alles, was der Geburt nusers Heilands vorhergegangen,sie umfasst einen Zeitraum von vier tausend und vier Jahren oder vierr.ig Jahrhunderten , undist auf der vorliegenden Carte dargestcllt; die Geschichte der neuen Zeit Alles , was sich seitChristus zugetragen. Sie umfasst achtzehn Jahrhunderte , und ihre Darstellung findet sichauf der nächstfolgenden Carte.
Die alte Geschuhte thcilt sich wieder in zwei grosse Aeste ab : die heilige Geschichte uud dieprofane .
Die heilige Geschichte wird also genannt, weil sie von den Werken Gottes handelt, und dieGeschichte seine» auserwählten Volks enthält ; sie umfasst vier tausend und vier Jahre, oderwürzig Jahrhunderte ohne Unterbrechung von Erschaffung der Welt bis auf Christus. Sie ruhtauf dem Zcnguiss der heiligen Schriften , die auf der Carte aufgezählt und bezeichnet sind. DieHauptbegebenheiten aus der heiligen Geschichte sind in der ersten senkrechten Columne zurLinken chronologisch geordnet. Ihre uöhere Entwickelung aber enthält der Theil der Bibel,den man das alte Testament nennt. Die Vorzüglichkeit dieses unter allen Christen so hoch-verehrten Buche» macht dessen Einführung in jeder Familie zu einer heiligen Pflicht, daherwir denn auch , bei der frommen Sorgfalt, womit es frühzeitig in die Hände aller Kindergegeben wird, nicht uüthig haben, uns länger dabei aufztihalten.
Die prfane Geschichte wird also genannt , weil sie von den Völkern bandelt , die denwahren Gott nicht kannten ; sie ist um siebzehn Jahrhunderte kürzer als die heilige, dennsic fangt erst muh der Wasscrfluth an , welche siebzehn hundert Jahre nach Erschaffung derV' eit cintrat, und Ins auf die letzten Spuren alle Nationen vertilgte , die bis dahin die Erdebevölkert hatten. Die Profau-Geschichte umfasst demnach nur drei uud zwanzig Jahrhunderte;ihre Glaubwürdigkeit beruht auf den Uebcrliefemngen der Nationen , auf ihren Monumenten ,ihren Sagen und Gest liichtbiwBern. Die Darstellung dieser Geschichte nimmt deu ganzenl'ueil der Carte rechts von der h. Geschichte ein.
Man thcilt nun wieder die Profangesrhichte ziemlich allgemein in drei Perioden ab, die siebn.ch dein Grade der Gew issheit, nach deiuMaassc der Glaubwürdigkeit ihres Inhalts bestimmen.
I. Das 'Zeitalter der Lngec issheit.
II . Das Zeitalter der Her en oder der Mythe.
UI. Das histviische Zeitalter.
1) Das Zeitalter der L ngewissheit wird so bezeichnet, weil man iil>er die Angaben , die seineGeschichte enthält, so wie über die Deukmale , von denen Erwähnung geschieht, sehr wenigZuverlässigkeit hat. Es umfasst fünf Jahrhunderte.
•2) Das Zeitalter der Heroen oder der Mythe hat diese Benennung von seinen Helden undHalbgöttern ; es sind die gläuzeudeu Zeiten der Mythologie und der Sage. Sie umfassen zehnJahrhunderte.
3 ) Das historische Zeitalter wird so genannt , weil man mit dieser Epoche anfing dieGeschichte zu schreiben, uud ihr eine bestimmte Begründung zu geben. Es umfasst achtJahrhunderte.
V. Ji. Diese drei Perioden sind auf der Carte durch breite Horizontallinien getrennt, unterwelchen die Perioden selbst, ihre Benennung , ihre Dauer u. s. w. mit grossen Buchstabenangegeben sind.
Das historische Zeitalter hat einen grossem Raum und mehr Ausführung als die beidenandern erhalten , weil das Einzelne darin ein grösseres Interesse für uns hat; um daher seinStudium mehr zu erleichtern , sind in der Darstellung selbst noch vier Zeiträume , jeder von*(K> Jahren , unterschieden , so dass inan mit der grössten Leichtigkeit die Verhältnisse undVerbindungen der gleichzeitigen Begcbcuheiteu einer jeden erscheinenden Nation verfolgenund vergleichen kann.
ERSTE PERIODE , das Zeitalter der Ungewissheit.
Sie liefert uns die ungewissen Angaben über den Ursprung der berühmtesten Nationen des\ltcrthuins ; der Assyier, die das erste Reich solleu gegründet haben — der Aegypter, dieeie W issenscliafteu zuerst augebaut — der Griechen , denen ihr hoher Genius in Kunst undW »ssenschaft , die feine Grazie ihrer Bildung einen ewigen Ehrenplatz in der Geschichtesichern ; — der Pharnicier, durch die zuerst die Schifffahrt uud der Handel aufkamen — derTroer , die ihren Ruf deu unsterblichen Gesängen des göttlichen Homer» verdauten — und sovieler andern alten Nationen , die , aus einem allen Völkern gemeinen Ehrgeiz ihre Entstehungdurchaus iu eiu dunkles, ja unmögliches Alterthum hiuauflujireu wollen.
ZW EITE PERIODE , das Zeitalter der Heroen oder der Mythe.
Sie enthält die Geschichte jener Ungeheuern und wundervollen Thaten , die, wenn sie nichtder Phantasie angeboren , wenigstens durch die Sage erhöht und verschönert worden. Unterdem Namen der Ms thologic bekannt, fuhren sie noch heut zu Tage unsern schönsten poetischenIdeen Nahrung zu , und liefern häufigen Stoff zu unsern feinsten Anspielungen. Wir haben sicvon den Griechen erhalten , denen diese Epoche ausschliesslich anzugehören scheint; sie sindes , die unter allen heidtiisclicn Völkern dieser Zeit unsre Aufmerksamkeit allein iu Anspruchnehmen. Wir sehen sic , so zu sagen , aus ihren Wählern herausziehen , wie sie die feinsten,liebenswürdigsten Eigenschaften gegen die ersten , rohestcu Neigungen vertauschen ; wirsehen , wie sich ihre Gesellschaft bildet, eine Menge kleiner Königreiche entstehen und eiMenge Helden hervortreten , die bald durch die Dankbarkeit der Völker oder durch dieVerherrlichung der Dichter den Himmel als Halbgötter bewohnen , nachdem sie die Erde alsRacher der Uubild , als Beschützer der Menschheit, gereiuigt hatten.
DRITTE PERIODE , das historische Zeitalter.
Hier kommen wir nun aus dem angenehmen Labyrinth der Mythe auf den nützlichem,gebahnten Weg der Geschichte. Unsre Carte wird ausführlicher und bestimmter; w-iruberseben nun mit einem Blick , wie die uralte assyrische Monarchie in der Nacht der Zeitenentstanden , iu der Dämmerung fortgeführt, unter Sardanapal zusammeubricht , wie ausihr drei neue Voll er sich trennen , die nach zwei Jahrhunderte!! unter der Herrschaft desCyruswieder ziisaniineuffiesscn , und die glänzende persische Monarchie bilden ; wie aber auch diesewieder, nachdem ihr Inglüik unter Darius und Xerxes deu Griechen einen unsterblichenan das Fabelhafte grunzenden Ruhm verschafft hat, den Maccdoniern unterliegt, die, demW etterstrahl ähnlich. Alles mit Getöse niederschmetternd, alsbald im über einander gehäuftenSchutte ihr eignes Grab finden ; denn diess ist das Schicksal Alexanders und seines Reichs. Aulder Carte sieht man seine grosse Ausdehnung, seine kurze Dauer und die verscliiedeneu Staaten,die sich aus seinen Trümmern erheben. Es zeigen sich die Königreiche Aegy pten uud Syrien ,die unter den Ptoloiuaeeru und unter den Selcucideu berühmt werden , Thracien , das bald iuTheile zerfällt, Griechenland, das wieder zur Freiheit gelangt, oder richtiger, das eine Beuteder Anarchie wird, Macedunieu endlich, das in seine alten Schraukeu zuruikkeiirt; uuüneben diesem letzten wird eine Republik bemerkbar : Cartiiago.
Aber an alle so eben genannten Völker und Staaten kommt mit derZeit die Reihe, vor einemandern Volke zu lallen und zu verschwinden, von dem bis jetzt noch nicht die Rede war. DieEi.tsteln ng dieses Volks ist höchst merkwürdig. Grosse Nationen blühten schon kräftig ureich ; grosse Monarchien hatten schon die W eit mit ihrem Ruf , mit ihrer Macht erfüllt, uuüder Name ihres Siegers war noch nicht, oder war ihnen wenigstens unbekannt. Ein HaufeRäuber versammelt sieb ; sie geben sich Gesetze und fuhren eine armselige Mauer um den Ortihrer neneu Wohnung, und aus diesen Räubern erbebt sich iu kurzer Zeit eiu Volk vontugendhaften Helden , ihre unbedeutende Stadt wird die Königin der W eit. Diese Königin istRom ; horner dieses Volk von Helden ; ein Name , der allein schon die Vorstellig von allemGrossen und Erhabenen 111 deu Handlungen der Menscheu und in den Begebenheiteu der Vv eit
DAS ALTER DER WELT. :
Nach unsern heiligen Büchern ist die W'elt nicht älter als 7000 Jahre, und unsre fortschreitenden *\ Kenntnisse scheinen mit jedem Tage diesen bestimmten Text der (Iffeuharung mehr zu bestätigen. *Es ist in der That eine merkwürdige Erscheinung, wie alle unsre positiven W issenschaften, •Gott, unserm Schöpfer, standen. Ihre Glaubwürdigkeit • während sie anfänglich mit jenem wesentlichen Satze unsers religiösen Glaubens in W idersprtirh lberuht auf dem Zeughiss der Bibel, die in das alte und • 2,1 gerathen scheinen, bei weitern Fortschritten immer damit endigen , dass sie neue Belege für *neue Testament zerfällt. Beide sind unten näher he- * sc * ne Wahrheit liefern, Geschichte, Astronomie, Physik und Geologie hatten ursprünglich *zeichnet » ein Alter von vielen Millionen Jahren für die Erde und ihre Völker herausgebracht; aber die l
1 weitere Ausbildung der Wissenschaft zeigte bald, dass diese l ebertreibungen nur von der loder die Schöpfung des ersten l Unbestimmtheit der chronologischen Ausdrücke der alten Völker oder von dem Irrthum und *
DIE HEILIGE GESCHICHTE.
Sie enthält die Geschuhte der Schöpfung und des ;unmittelbaren Verhältnisses, in dem wir ursprünglich zu !
4 00 4 . ADAM
Menschen. \ der falschen Auslegung der Neuern herrührten. Die Myriaden Jahre , die man nach den
Moses , der uns davon die erste Besrhrrilningliefert, \ zalllrei,ll !‘ u Dynastien des ägyptischen Reich» berechnet hatte , verschwanden , als es sich
musste von diesen grossen Begebenheiten noch eine sehrlebendige Tradition erhalten haben ; denn er folgte ;unmittelbar auf die Menschen , die noch den Abraham \und den Sem gesehen ; diese hatten mit Lamech und *Methusalem gelebt , die den ersten Menschen gekannt •hatten. •
Die Bücher des altek Testaments. •
Genesis, beschreibt die Schöpfung , enthält 3000 J. •Exodus , enthält den Auszug aus Aegypten. •
Leviticus , das Gesetz der Priester. •
Numeri, die Zählung des Volks. •
Deuteronomium , W iederholung des Gesetzes. •
Diese fünf Bücher sind von Moses ; man nennt sie *
• erwies, dass jeue Dynastien nicht auf einander folgend, sondern gleichzeitig waren. Eben so lweiss man jetzt von dem Alter der Chinesen mit ziemlicher Bestimmtheit, dass es wohl nicht •über 800 Jahre vor Christus hinanfreicht, ja es hat sich bei neuern Forschungen gezeigt, dass *sogar die astronomischen Beobachtungen der Chaldaper nur bis auf ungefähr 7.T0 Jahre v. Chr., !und die der Indier nur bis auf 700 Jahre nach Christus znrückgehen. I
Wenn nach unsern frühem Kenntnissen in der Physik und Geologie Millionen von Jahren '•erforderlich schienen , uni die materielle Ausbildung, die sich in den Kingewoideu unsrer IErde zeigt, hervorzubringen, so ergab sich später eine glückliche Lösung dieses W iderspruehs, tals man anfiug verschiedene, unter sich ganz fremde , über einander liegende Erdschichten Izu erkennen, die wohl vielleicht ein Alter von Millionen Jahren haben mögen, bei denen Iaber, nach einer merkwürdigen und bestimmten Beobachtung, keine Spur zu finden ist, die auf lW esen menschlicher Gattung deutete. Natürlich ward nun auch die Schichte, die die Oberfläche *unsers Bodens bildet, einerbesondern Untersuchung unterworfen, und da fanden sich bei jedem *Schritte die unverkennbaren Zeichen jener grossen Ucberschwominungs-Catastrophe, von der •uns Moses berichtet; die aufgefundenen Ueberreste verschütteter Thicro, die Vergleichung mit •Erscheinungen, von denen wir noch jetzt täglich Zeugen sind, mit dem Aushöhlen der Flusse, *
den Pentateuch. Sie bilden die älteste Urkunde und • ^ en Anschweinmungeu der Küsten etc. mussten uns zur Uebcrzcngnng führen , dass die •enthalten eine Sammlung von Gesetzen , die sich auf \ f. rs,e ? Bild ” n S sbew . e 8 t,n ß‘T d . cr ErdsHiichte, auf der wir leben , zuverlässig innerhalb der *die wunderbarste Weise bis heute bei einem lebenden
Volke in Kraft erhalten haben.
Das Buch Josua enthält die Geschichte seiner Zeit.
Das Buch der Richter gibt ihre Geschichte.
Das Buch Ruth ; part. Gesch. dem Sainuel zugeschrieben.4 Bücher der Könige , d. Gesch. Israels, einZeitr. v. 600 J.•2 Bücher Parahpomenon , auch Chroniken genannt.
•2 Bücher Esra , Geschichte während und nach derGefangenschaft.
Die Bücher Tobias * , Judith * , Esther und Hiob.
1 5 o Psalmen , meistens von David.
• Epochen gefallen, die von den heiligen Büchern angegeben werden. Alles vereinigt sich endlich, •
• sogar das Verhältniss der Fortschritte unsrer Civilisation , die Nomenclatur selbst unsrer ♦
• Entdeckungen , um uns einen beiläufigen Maassstab zu liefern, an dem unsre Vorzeit sich mit *I ziemlicher Genauigkeit almiessen lässt. Erwägt man nur, was in einem Zeitraum von drei bis vier •
• Jahrhunderten gethan worden, so wird inan darnach beurtheilcn, was vor uns geschehen konnte, •
• und sich von der Jugend der Nationen , wie sie Moses bestätigt, überzeugt fühlen. W er möchte •
• übrigens bei diesem Patriarchen der Offenbarung die auffallenden Zeichen seiner göttlichen •I Sendung verkennen ? Seine Schriften , die ältesten der Erde, haben sich durch die Schicksale •l aller Jahrhunderte hindurch bis auf unsre Zeit gerettet , und noch heutiges Tages halten die •I Gesetze , deren Verkünder er war , ein Volk zusammen , das , besiegt, verbannt und unter •
• alle Nationen zerstreut, dennoch nicht aufhüren konnte, eine eigne Nation zu bilden. I
• Ja , wir müssen es anerkennen : eine unverwüstliche Säule der Wahrheit steht Moses über •
• allen Geschlechtern und Jahrhunderten ! — Herodot, Manetho , die Marmor von Paros , die •
G E M JE L D E
der
ALLGEMEINEN KELTERN WELTGESCHICHTE
von Erschaffung der Welt his auf die christliche Zeitrechnung;zur Erleicht ejung eines fruchtbringenden Studiums derGeschichte entworfen
A. LESAGE (LAS CASESJ.
V. B. Diese und die folgende Uebersicht, ans denen Lehrende und Lernendegleich grossen Nutzen ziehen können , bilden den wahren Schlüssel zu derganzen Geschichte , und müssen bei ihrem Studium als Hauptgrundlagebetrachtet werden. Erst wenn man mit diesen allgemeinen Umrissenvollkommen vertraut ist , darf man zu dem Studium des Einzelnenübergehen.
Die Erklärung dieser Uebersiehten und eine Anleitung sie zu gebrauchenfindet man auf dem Rande zu beiden Seiten.
PROFANE GESCHICHTE; CHRONOLOGISCHES SYSTEM ; UNMOEGUCHKF.IT EINER GÄNZLICHEN UEBEREINSTIMMUNG IN DEN ZEITANGABEN.
. Die verschiedenen Meinungen über die Frage : wie viel
• Zeit von Erschaffung der W eit bis auf Christus verflossen
• scy, haben verschiedene chronologische S\sfeme zur Folge► gehabt. Man zählt ihrer mehr als 70, und unter ihren Ur-
• hebern finden sicli zum Theil berühmte Namen , wie z. B.» Di nysitts der Kleine , der die Annahme der christlichen\ Zeitrechnung bewirkte , Beila , ScaUger , der P. Pc tau ,. Lsterius , endlich der grosse VeivG n selbst, dessen scharf-! sinnige Methode übrigens, die Irrthüincr der alten Chro-! nologic nach einer Berechnung der Regierungsdauer der’ Fürsten und des Zurückgangs der Acqiiinoctialpunkte zuI verbessern , von Freret bekämpft wurde.
\ Allen diesen Systemen zufolge bildet die h, Schrift unsre\ einzige Grundlage für diesen Gegenstand ; aber zum! Unglück weichen die verschiedenen Texte seihst, die wirI davon besitzen , bedeutend von einander ab.
Der hehrteische Text zählt.4004 J. oder 40 Jahrh.
Der samaritanische . 43 o 5 J. oder 4‘J Jahrh.
Der griechisch - alexandr. .5370 J. oder 5 a Jahrh.
Nota. Wir haben uns an den hebneischen Text gehalten,und nach Jahren vor Christi Geburt gegen die Erschaffungder Welt aufwärts gezählt. Unter allen gebräuchlichenMethoden schien uns diese die vorzüglichste ; denn daman in der neuen Geschichte nach Jahren seit Christusrechnet, so braucht man nur, uns zu wissen wie viel Jahreim Ganzen zwischen zwei Geschichtspunkten der alten undueuern Zeit liegen , ihre beiden Jahrzahlen zusammeuzu-zählcn. Jene Methode hat aber noch den weitern Vortheil,dass mögliche Irrtlmmer nur auf die entferntesten dun-keln Zeiten Einfluss haben können , u. folglich wenigerschaden.
HISTORISCHE KETTE , DURCH WELCHE DIE ANFAENGE DER GESCHIEHT!
Die BÜCHER DES NEU Elf TESTAMENTS.
Die Sprüche , der Prediger , das Hohelied, von Salomon. t t hi nesiscl»en Geschichtschreiber, der Sanscrit, alle diese ältesten Urkunden der Welt bleiben .
t\;_ rr\,’/, •* r~~. . c* l 1- d- 1 j r» 7 • 5 oo , ia 1000 Jahre unter ihm ; keine von ihnen reicht bis zu ihm hinauf; keine vermag ihm «
Die ßf eisheit f Jesus Stretch, die Bücher der Propheten. • J , , , , . ... . , .. . . , . ’. t h , «
r • • zu widersprochen , oder auch nur sein Wort zu schwachen , vielmehr stimmen Natur und «
N. B. Es waren 16 Propheten , von denen vier, wegen • Menschen von allen Seiten her vollkommen mit dem , was er sagt, zusammen. Gerührt von «der Wichtigkeit ihrer Schriften, die grossen heissen: * e üier so grossen Uebereinstimmnng steht nun auch unser religiöser Glaube desto fester, •Jesa 'a, Jeremia mit seinem S< lireilier lim uch, Hesekiel '■ will,rcnd (lic |>liili»«I>liische L’uglanbigkeit betroffen wankt , und , besiegt durch ihre eigne jund Daniel * * l^ ns ü'ht, bekennen muss, essey indem Allen etwasUebernatürliehes, das sie nicht zu begreifen, «
• aber eben so wenig zu läugnen vermöge. •
Die zwölf kleinen Propheten sind Hosea , Joel , Arnos,
Obadja, Jona , Micha , Na hum, llabakuk, Zephania,
Haggai , Zacharia und Maleachi.
Bücher der Maccabtrer *. Mit ihnen schliesst dieheilige Geschichte , i 3 o Jahre vor Christus.
Im Ganzen , nach den trident. Kirchenbesehlüssen,
45 Bücher.
N. B. Alle mit einem (*) bezeiobneten Bücher sind vonder römischen , aber nicht von der protestantischenKirche als canonisehe Bücher angeno mm en,
Die 4 Evangelisten , St. Matlurus, St. Marcus,St. Lueas und St. Johannes. Die Apostel-geschichte.
, 14 Episteln des h. Paulus , t d. h. Jacob , 3 d.h. Petrus, 3 d h. Johannes 11. 1 d li. Judas.
! Die Apocalypse oder die Offenbarung des h.
! Johannes , im Ganzen , nach dem trident.Concilium, 37 Bücher.
; N. B. Die älteste U’ebcrsetznng der h. Schriftist die auf Befehl des Ptoloniams verfertigtegriechische (Septuaginta.J
Die latein. Bibel, deren ficli die röm. Kirchebedient, ist eine Vebersetz. des h. Hieronymus.Luthers deutsche Bibelübersetzung zeichnetsich durch Kraft u. Einfachheit der Sprachean». ( 7 .. d. L'eb.J
W ir haben 4 berühmte Polyglotten oder Bibelnin verschiedenen Sprachen.
I)ic ite vom Cardinal Ximenes im JahrDie 3 tc von Plantinus zu Antwerpen . .
Die 3 te von Le Jay zu Paris.
Die 4 te von ff'alt' n zu London.
. 1.1 io.. 1573.. 164a.. 168-.
ANZEIGE. '
Der vollständige historische Atlas besteht, mit den von dem HerrnUebersetzer hiuziigefügten beiden Uebersiehten , aus 35 Caiten oderGemälden, von denen aber wieder Einzelne, besonders herausgehoben,getrennte vollständige Werke bilden können. So besteht z. B. die Geschichtevon England aus zwei, die von Frankreich aus vier, die von Tentschland ausacht, die Geschichte der alten Welt aus vier, und die allgemeine Geographieaus fünf Gemälden etc.
Um den verschiedenen Wünschen des Publikums entgegen zu koirm^n,hat der Verleger , J. Velten in Carlsruhe, die Einrichtung getroffen , dassjede dieser Abtheilungen auch einzeln , das Blatt zu 1 fl. 3 o kr., und selbstauf Verlangen einzelne Blätter , zu 1 fl. 48 kr., abgegeben werden können.
• Ai.t.e unsre Kenntniss von der frühesten Geschichte ver-’
• danken w ir den Griechen.
\ In der glücklichsten Lage haben sie, die Besieger derC Perser , die Schöpfer der Literatur und des guten Ge-
• sclunacks, ihre eigne bewundernswürdige Geschichte mit\ unbeschreiblichem Reiz geschrieben , und natürlich zu-
• gleich die Geschichte der von ihnen besiegten Völker damitl verflochten. Als endlich auch sie ihren Sieger fanden , undl unter die Herrschaft der Römer kamen , bemächtigten siehI diese der historischen Schätze der Besiegten , und berei
I cherten sie noch mit allen Wundern der eignen Thaten! mit allen Schönheiten der römischen Literatur. Zuml l ngliick musste darauf eine traurige Zeit der Barbareil iolgen , und unter diesen Meisterwerken eine nie genug zul beklagende Verwüstung anricliten , so dass nicht viel mehr. als Fragmente und Citationcti davon übrig sind; aber auchl das Aligerissene bleibt noch für uns von unschätzbarem: W erthe,
• Auf diese Weise hängen wir denn durch eine zwar ver-; stuinmelte , aber doch nicht unterbrochene Kette mit den
• ersten Zeiten der Geschichte zusammen. W ir wollen unsl bei ihren einzelnen Ringen einen Augenblick verweilen.
• N. B. Die römischen Schriftsteller werden , zum Unterl schied von den griechischen , mit Cur.sivschrifl bezeichnet.
• Herodoti’s , der Vater der Geschichte, hat die Begeben
• beiten eines Zeitraums von 130 Jahren , von Cyrus bis auf
• Xerxes, in y Büchern, die neun Musen betitelt, im fliessend-
• sten und angenehmsten Styl beschrieben. Sein Werk ist.
• nach Art des Homer , voll Episoden und unterhaltende!
• Abschweifungen.
• Thucydxdf.s , der als fünfzehnjähriger Jüngling vor Be-
• wunderung weinte , als Herodot seine Geschichte vorlas,
• hat uns 21 Jahre von dem peloponncsischeii Kriege hiu-
• terlassen. Seiu Styl ist lebhaft, gedrängt, ernst ; jedes
• W ort ein Gedanke; er strebt zu belehren, nicht zu gefallen.
I Xenophon , zugleich ein grosser Feldherr, Philosophl und Geschichtschreiber, beendigte die von Thucydides an-l gefangeue Geschichte des peloponnesischen Kriegs bis auf\ die Schlacht bei Mantiuca. Er hat ausserdem noch diel Geschichte des grossen Cyrus und des, unter seiner eigenenl Anführung vollbrachten , Rückzugs der 10,000 Griechen
hintcrlasscn. Wegen seinem einfachen Styl voll süsser'Grazie nannte man ihn die griechische Biene.
Ctesias , zu Cunaxa verwundet und in die Gefangen-schaft des Xerxes gerathen , dessen Arzt er 17 Jahre langblieb, lieferte die Geschichte der Assyrer und Perser in 33Büchern, von denen wir aber nur noch Fragmente besitzen.Er steht oft mit Herodot im Widerspruch, und wird diesemvon Diodor von Sicilien vorgezogen.
Por.YBitrs, Schüler des Philopccinen und Freund desScipio Afric. Aemil. , hat in 4 <> Büchern eine allgemeineGeschichte von 53 Jahren , vom zweiten punischcn Kriegbis auf die Unterwerfung Maeedoniens, geschriebe 1. Wirhaben nur noch die 5 ersten Bücher, und von den anderneinige Fragmente. Sein Styl ist nachlässig, aber kostbarsind seine Betrachtungen in Bezug auf Krieg und Politik.
Casar, dessen herrlicher Geist sich in allen Dingen offen-bart , hat uns in seinem Cominentar über deu gallischenKrieg die trefflichsten Nachrichten von den alten VölkernGalliens geliefert.
Sallustius , der grösste r mische Geschichtschreiber,von einer bewundernswürdigen Bestimmtheit, Kraft undKürze, so dass man ihn dein Thucydides an die Seite setzt,hinterliess uns den Krieg des Jugurtha, die VerschwörungCatilina’s, und einige Fragmente allgemeiner Geschichte.
Diodor us von Sicilien hat unter dem Titel einer histo-rischen Bibliothek die Geschichte der Aegypter , Assvrer,Meder, Perser, Griechen, Römer und Carthager in 40Büchern geschrieben ; es sind aber kaum noch i 5 davonüber die Altertluimer der Griechen und der barbarischenVölker, über das Leben Alexanders und den Streit seinerFeldherren vorhanden. Diodor ist ohne Zierde, aber klar,voll Einsicht und sittlichen Gefühls.
Titus Livius gehört zu den ächten guten Mustern; in Zierde,Mannigfaltigkeit und Fülle ist er der römische Herodot.Von seiner vollständigen Geschichte der röm. Republikin 140 Büchern sind uns nur 35 geblieben. Frcinshemiushat es gewagt, das W'erk wieder zu ergänzen , und zwar,so weit so etwas gelingen kann , nicht ohne Erfolg.
Dionysius von HAi.iCARNASsu.shat rümisoheAltertlnimer,von Entstehung der Stadt bis auf den ersten punischenKrieg, iu 30 Büchern geschrieben. Davon sind noch 11
Unsre Ungewissheit beschränkt sich aber nicht blos aufdie Erschaffung der Welt; die griechischen und römischenSchriftsteller weichen in allen ihren Epochen von einanderab , da jeder einem eignen Systeme folgt. Sogar über dieGründung Roms sind ihre Angaben um 3 —4 Jahre ver-schieden ; sie zählen d ibei vom iten Januar an , und tragendadurch fälschlich das letzte Dritttheil der Begebenheiteneines jeden Jahrs in das folgende hinüber, da die Grün-dung Roms in den April fällt. Eben so setzen sie jene That-Sachen, wenn sie nach Olympiaden rechnen , vor oder zu-rück , weil der Anfang des römischen Jahrs in die Hälfteeines olympischen trifft. W ir bemerken übrigens all diesesnur , uin zu zeigen , dass in derVerschiedenheit der Zeitangaben nicht immer Irrthiimer zu suchen , und dass esschwierig , ja vielleicht unmöglich sey , in diesem Punkteeine völlige Uebercinstimmung zu erreichen.
AUF UNS GEKOMMEN.
Bücher und einige Fragmente vorhanden , die durch dieSammlungen des Constantinus Porphyrogenetus und dieCifntionen des Photius auf uns gekommen sind. Dionysverbindet Leichtigkeit mit Gelehrsamkeit; er ist verständig,aller weitschweifig. Wir verdanken ihm die nähere Kennt-uiss von den meisten Gebräuchen, Sitten und Ceremoniender Römer , von ihrem Gottesdienst und ihren Trimnph-ziigen.
.PatercMtafbesehrieb das letzte Jahrhundert der Republik.Er glänzt durch seine Charakter - Schilderungen ; aberherabwürdigend ist seine Schmeichelei gegen Sejanus.
Justinus lieferte einen Auszug von dem Werke desTrogusPomp. Der Verlust dieses Letztem , welches die römischeund griechische Geschichte enthielt , gehört zu unsernempfindlichsten. Es stellte seinen Verfasser auf die Hoheder grössten Meister des Alterthums.
Quintus Curtius u. Arrianus. Die Geschichte Alexanders.
Tacitus hat in den bewundernswürdigen Fragmenten diewir noch besitzen , mit den lebhaftesten und kräftigstenFarben die rohe Einfachheit der Germanen und die ver-worfene Ausartung derer geschildert, die damals die W eltbeherrschten. Seine Geschichte von Galba bis auf l)omi-tianus ist fast ganz verloren , und von seinen Annalen habenwir nur noch die Geschichte des Tiberius und des Nero.
Josephus , der jüdische Livius genannt. Vespasian undTitus hatten ihn als Gefangenen nach Rom gebracht undso zu sagen adoptirt ; er schrieb unter ihren Augen dieGeschichte seiner Nation, und ward auf diese W eise dasMittelglied zwischen den heiligen Urkunden und denprofanen Schriftstellern.
Pi.utarchus. Seine grossen M inner bilden eben so vielePunkte in der römischen und griechischen Geschichte , beidenen alle Schriftsteller sich begeguen u. übcrcinstimmen.
Suetonius. Seine (zwölf) Kaiser wurden von vielen andernSchriftsti Ilern theils aufgenommeu , theils fortgesetzt.
Hierzu kommen endlich nocli zahlreiche (Stationen,selbst ganze Fragmente von Plinius dem altern , von Pho-tius und von Constantinus Porphyrogenetes gesammelt; alldieses zusammen bildet die Masse des geschichtlichenMaterials , das aus dem Alterthum auf die Neuern gekom-men ist.
u348. NOAII und die GROSSE
Die drei Kinder Noah’s , 'von denen alle
ELLTH , hinter welcher 17 , der PROFAN - GESCHICHTE
ganz
unbekannte Jahrhunderte liegen
Nationen ausgehen.
Sem, Ham, Japhet,
bevölkert bevölkert bevölkert
Asien. Africa. Europa.
PATRIARCHEN : 5 Jahrhunderte.
1996. Abraham und sein Weib Sara.
1896. Isaac und sein W eib Rebecca.i 836 . Jacob und seine Weiber und
o(i. Jacob und seine i a Sohne, die Väter der pter ,st als ‘| r r ir 8 t ,,d
- * eines andern Volkes in un-
3 Stämme Israels , ziehen nach Aegypten.1673. Die Israeliten in Aegypten verfolgt.
RICHTER: 4 Jahrhunderte.i 5 o 4 * Moses, bewirkt denAuszug aus Aegypten.14 90. Aron, sein Bruder, erster Hoherpriester.i 45 1. Josna zieht iu das gelobte Land ein.1345 . Gideon, siegreich, ohne das Schwert zuziehen.
11 36 . Samson. Samuel, letzter Richter.
K OE N I G E : 5 Jahrhunderte.
1095. Saul, der Gesalbte des Herrn.io 55 . David , der Dichter und Prophet unteiden Königen.
ioi 5 . Salomo , durch seine Weisheit berühmtTRENNUNG der 12 Stämme ISRAELS.
Könige i’on Israel.
Könige von Juda.
2 Stämme.975. Rehabeam.884. Atlialia.
10 Stämme.975. Jeroboam.Amri baut Sainaria.
800 Jahre vor Christus.
Propheten.
Elias , Elisa , Jonas,
Hosea , Micha , Jesaia.
Holophernes und Ju-dilli.
600. A nfang der Gefan-genschaft Juda’s.Ne-bucadnezar nimmtJerusalem ein undfuhrt den gefange-nen König Zedekiasmit sieh weg.
Hosea , letzter Koni,Israels.
721. Salmanassar zer-stört d. Reich Israel,das 2 Jo J. bestand :er führt die 10 Stäm-me in die Gefangen-schaft und zerstreutsie.
Tobias, Jeremias ,Baruch, Hesekiel,Daniel, Susaima,Esther.
daher diese nur a3 Jahrhunderte enthielt , die RIBELSCI1E GESCHICHTE dagegen 40 .
ERSTE PERIODE, ZEITALTER DER UNGEWISSHEIT , Entstehung der a-ltesten Nationen ; ein Zeitraum von fünf Jahrhunderten.
JE G Y P T E N.* 233 . Mi nes , für den er-sten König von Aegy-pten gehalten.
Der Ursprung der Aegy
durchdringliches Dunkel
AS.SYRI E R.
2233 . ASSYRISCHE MONARCHIE.
Nimrod , ein Urenkel des Noah , soll ihr Stifter gewesen seynSie wird für das zuerst gegründete Reieli der Erde gehalten. Gleichin ihren ersten Zeiten kommen die berühmten Namen Ninus undSemiramis vor. Diese Monarchie dauert über vierzehn hundertJahre.
DIE GRIECHEN ; durch sic gelaugt die Yerbindungskette mit den übrigen heidnischen Völkern des Alterthums zu uns herabHauptbegebenheiten der griechischen Geschichte ! N. B. Die Geschichte Griechenlands lässt sieh , wie / Die später so fein gesitteten Griechen warenim Allgemeinen. [ hier zur Linken geschehen , zweckmässig in vier
Die glückliche , von Herrn Petit-Radelgemachte Entdeckung der cyclopischenBauart , die seitdem iu der gelehrten Weltmit Erfolg näher untersucht wird , erregt
Griechenlands Kindheit : 75 o Jahre .18 )6. Sieyon, von Aegialus gegründet.1823. Argus, von Inachus gegründet.
Alter oder Perioden eintheilen.
1. Seine Kindheit, bis zum Einfall der Heracliden.
I a. Seine Jugend, bis zum persischen Kriege.
3 . Sein Mannesalter, bis zu Alexanders Tode.
^ 4 - Sein C,reisenalter, bis zur Einnahme von Athen.
anfänglich die roheste Nation ; wie die nieder-< aufs neue ein hühes die ersten
sten Thiere nährten sie sicli von Kräutern undj Zeiten Griechenlands , und das ZetignbssEicheln. Ihre Bildung entwickelte sich durch I noch jetzt bestehender Monumente lässt über
Bemerkung über die erste und zweite Periode.
FORTSETZUNG DER ERSTEN COLUMNE ZUR LINKEN,mit sieh zu führen scheint. Indessen sollte auch dieses Rom , das Muster und der Stolz derRepubliken , seinen Untergang im eignen Schoose seines uugelieuern Glucks finden. Sobaldeinmal das Maass einer vernünftigen Grösse überschritten war , ward jeder neue Sieg einSchritt zu seinem Falle, und jede neue Eroberung beschleunigte seinen Untergang. Rei seinerübermässigen Vergrössernng konnten jene politischen Institutionen nicht mehr anwendbarbleiben , durch die es eraporgestiegen war; als die Römer alle Reichthümer der W eit bei sichaufhäuften , ging die sittliche Kraft, ihre grosse Führcrin 7.11m Ruhme , enter, vnd mit denKetten , die sie der ganzen Erde angelegt , bereiteten sie sieh ihre eigne unvermeidlicheSklaverei. Nichts war auch im Stande, sie zu retten, als sie, nach sieben Jahrhundertenfortgesetzten Sieges und Glücks , endlich jene letzte , von der unwiderstehlichen Macht derDinge festgesetzte Granze erreicht hatten. Nichts half ihnen die Trefflichkeit ihrer ursprünglichenGesetze, nichts ihre frühere Weisheit ; auch der Besitz ihres Ruhms, ihre Macht und ihr Mnthkonnten nicht helfen. Drei berühmte M inner, die ersten der Republik , (ärsar durch seinenhohen Geist, Pompejns durch sein Glück , Crassus durch seine Reichthümer, vereinigten ihreKraft und herrschten unter dem Namen der Triumvirn über Rom. Von da an aber liesseu diefürchterlichsten Unruhen , die heftigsten Erschütterungen nicht mehr nach , bis sich derRiesenkörper in eine seiner Natur angemessene Lage versetzt hatte, (ärsar befreite sich baldvon seinen College» ; er fiel aber selbst unter dem Dolch einiger Schwärmer , die umsonst nochFormen vergötterten , die nicht mehr zu halten waren. Der Stoss traf nur den Usurpator , dieUsurpation blieb ; denn was Rom drohte , lag nicht in den Menschen , sondern in der Naturder Dinge.
Ein zweites Triumvirat, weniger glänzend , aber bei weitem unseliger , folgte dem ersten.Octavius der Erbe Caesars , der tapfre Antonius , der verwirrende Lepidus erheben sieh überdie Republik , und bekämpfen sich bald uin die Alleinherrschaft. An den Küsten von Aetimnwird der Streit entschieden ; der besiegte Antonius fallt, und Octavius stellt ohne Mitbewerber.Roms Hoffnung ist dahin. Die Völker unterwerfen sich , die Republik hört auf uud dasKaiserreich beginnt.
Während nun in der politischen Welt diese Revolution mit grossem Geräusch vollbrachtwurde, ging in der moralischen eine andre, geräuschlos, aber von ganz andrer Wirkung aufdas Glück des menschlichen Geschlechtes vor sieh. Wir meinen die Ankunft jenes so oft vonden Propheten verkündigten Messias, des Gottessohns, der auf der Erde einen kurz dauerndenTod erdulden wollte, um dadurch den Menschen ein ewiges Lehen im Himmel zu erwerben.
Mit dem Zusammentreffen dieser beiden grossen W eltbcgebcniicilen schliesst sich die alteGeschichte, und wir betreten die Granze der neuen. Nach dieser grossen Scheidelinie ist dennauch die Trennung unsrer beiden Uebersiehten angelegt. Kehren wir zu der vorliegendenzurück : ihre drei grossen Abtheilungen sind bezeichnet, ihr Mechanismus ist erklärt, und es istnun leicht, sich ihrer zum Studium der Geschichte mit Nutzen zu bedienen : verfolgt maunämlich irgend eine der senkrechten Columnen , so hat man in ununterbrochener Folge dieGeschichte des Volkes, dem sie gewidmet ist; geht man in der Richtung der Breite derUarto,so übersieht man die gleichzeitigen Beziehungen aller Nationen auf einmal. Da nun dieHauptzüge einer jeden, die wichtigsten Begebenheiten, die berühmtesten Namen in it Genauigkeitangegeben sind , so braucht man zur weitern Ausbildung nur in biographischen Handbüchern,in den Particulargesehichten oder in den classischeu W erken , wie sie sich in Menge vorfinden,die umständliche Beschreibung nachzuschlagcn.
Es gibt übrigens noch eine andre Art die alte Geschichte abzutheilcn , wodurch vielleichtnoch grössere Klarheit bewirkt wird : nämlich nach ihren vier grossen Monarchien, die aufder ('arte mit besonderu Farben unterschieden sind, und wobei ihre Entstehung, ihre Dauer,ihre Grösse und ihr Fall zu vergleichen sind. Die nachfolgende tabellarisch p Zusammenstellungenthalt alles Wesentliche darüber, und ist als ein trefflicher Unterricht in der ulten Geschichtezu gebrauchen.
ANALYTISCHE UEBERSICHT DER VIER GROSSEN MONARCHIEN.
Assyrische
MONARCHIE.
Persische
MONARCHIE.
Macedoniscue
MONARCHIE.
Stifter. Cyrus. * Stifter. Alexander. ;
Die Geschichte seiner * Seine Tapferkeit ist ]
Kindheit ist fabelhaft, * zum Sprichwort ge- \die seines Lehens im- * worden , und er war \gewiss. Er war ein \ einer der berühmte- \
Enkel des medisehen * sten Helden des Alter- \
Königs Astyages, des- \ tliums. Als der Sohn \sen Thron er nach ei- \ eines vielleicht nicht \mühlig zur Kunst füll- ‘ nigen Angaben auf ge- \ weniger grossen Va- *reu , die Menschen zu * waltsame Weise, nach \ tershatte er das Glück, *unterwerfen.Man darf * andern als Erbe be- \ die Balm des Ruhmes \ hatte war sein ganzer
Stifter. Nimrod wird lfür den Ersten gelial- \ten , der auf der Erde Jeine Herrschaft grün- \detc. Er war ein ent- |schiedencr Jäger, und ]das Bekämpfen der |Thiere mochte ihn all- *
Römische
MONARCHIE.
Stißer. Augcstüs ,ursprünglich Octaviusgenannt, wardervora.Schicksal erwählteGlückliche , der dergrössten Republik einEnde machen , diemächtigste Monarchiebeginnen sollte. Dassihn C.xsar adoptirt
In die Periode der Ungewissheit fällt gerade die Entste. übrigens nicht unbe- : stieg. Einstimmig wird : schon vorgezeiehnet’ " ■ . . _ . .... | merkt lassen, das— : ’- 1 -1~ — *— J -
liung der Nationen nach der Zerstreuung der Kinder Noali’sJ raer ^ t lassen, dasssci-Nur die berühmtesten Völker sind hier erwähnt , und die ne beschichte in I10-
minder merkwürdigen übergangen, um die Carte deutlicherzu erhalten. Die ganze altere Geschichte haben wir von denGriechen , die , bei einer lebhaften Phantasie und einerausnehmenden Liebe fiir das Wunderbare , uns mehr die
■imtisih* uud phönicische Culouien , die alle»! die Glaulnviirdigkeit jener Hypothese taum!™ Ze,ule,1 T ;ebil<le der Sa g e als d j e crnstl ' , ‘ Wahrheiten der
...f :l tr . l l.. .1 . tlI _ .. . ** llKlnrin 11 liorliofort lioliAti Alif innun Li r? ■ n rr>i>i,o Tit-uiia
I (»ute auf ihre Kasten brachten und unter ihnenf verbreiteten , was den glücklichen Zustand derl Civilisation begleitet
einen Zweifel.
\
Historie überliefert haben. Mit jenen ist die ganze zweitePeriode angefullt, und heisst desshalb mit Hecht das mj thischeoder Heroen - Zeitalter,
;ehullt. Einiges Näherevon der Geschichte undGeographie dieses nieik-würdigen Volkes sieheauf Taf. No. 5 .
148A Sesostris, ein be-rühmter Name in derGeschichte , deu auchFenclon in seinem Tele-marjue gefeiert hat.Erbauung der Pyramiden,nach llerodots Bericht.1122. Um diese Zeit soll,nach der scharfsinnigenMeinung des Hm. deGuignes , das chinesi-sche Reieli durch eineägyptische Colonie ge-gründet worden se\n.Andre suchen ihn zu
ZWEITE PERIODE, DAS GLANZENDE ZEITALTER DER HEROEN ODER DER MYTHE, zehn Jahrhunderte.
Aideile
gen , und nach
der chinesischen Zeit-rechnung , einem wah-ren Chaos, wäre die Sa-che allerdings unmög-lich , weil nach ihr daschinesische Volk weitüber diese Epoche hin-aufreicht.
610. Neco, von dem manberichtet, er habe durchphönic. Schiffer Africaumschiffen lassen.
N. B. Der grösste Theil dieser langen Periode ist in Dunkel undI ngewissheit gehüllt ; was davon auf uns gekommen , verdankenwir den Griechen ; alle älteren u. neueren Geschichtschreiber habetLlos aus dem Herodot und aus dem Ctesias geschöpft, bei denen mandie ersten Berichte findet ; doch darf man den Phünicier Sancho-niathon , den ältesten Geschichtschreiber nach Moses , nicht ganzübergehen. Einige machen ihn sogar zum Zeitgenossen der Seiniramis. Er hat über die Religion und über die Allerthümer seinesLandes geschrieben.
Ueber den Trümmern dieser Monarchie erhoben sich drei neueReiche, wie hier unten zu sehen. Einiges Nähere über Gründung,Dauer etc. des assyrischen Reichs siehe auf der mit gleicher Farbebezcichneten Columne am Rande rechts.
840. SARDANAPAL , der letzte König der Assyrer.
NI E DER,
821. Arbaces.
J Babylonier,*821. Belesis.
N I N I V E R ,oder u trs assvr. Reich.
i 796. Flutli des Ogyges.
1082. Anfang des parischen Marmors (Chronik).1057. Athen, von Cecrops gegründet. S. No. 6 .5 16. Sparta, von Lelex gegründet. S. No. 6.5 o 3 . Dencalionisehe Flutli.
1496. Errichtung der Amphictyonen.
1 494 * Theben, von Cadmus gegründet. S. No. 6.1406. Minos gibt Gesetze auf Greta.i 32 Ö. Coriuth, von Sisyphus gegr. S. No. 6.i 320 . Vertreibung der Heracliden.
Helden oder Halbgötter. Siche No. 6.1263. Zug der Argonauten.
1209. Tivja’s Zcistöruiig.
Griechen'!. iNDs Jugenualter : 600 Jahre.
11 o 5 . Rückkehr der Heracliden, die eine gänzliche"Veränderung in Griechenl. hervorbringen.1070. Aus Wanderung der Jonier nach Kleinasien.845 . I.vcurg gibt Sparta Gesetze.
Bemerkung zu den unten folgenden Columnen ; Ursache der Aenderung bei dieser Auflage.
In den frühem Auflagen war dieser Theil der Uebersicht mit vier senkrechten Columnen für die besondere Geschichte von Sparta, Athen, Corintliund Theben ausgefüllt. Wir haben sie aber jetzt, ah eiue unnöthige Ver-dopplung, weggelassen, weil die bedeutendem Thatsachen, die sich auf jeuevier Republiken beziehen, schon in der allgemeinen Columne GriechenlandshierneheD links chronologisch aufgezählt und auf der Taf. 6 näher entwickeltsind.
Statt dessen haben wir auf eine weit nützlichere Weise den Raum für einsorgfältig zusammengesetztes Nameusverzeiclmiss der grossen Männer,Philosophen , Historiker , Dichter etc. von Rom und Griechenland benutzt.IhreunuDtcrbrochne chronologisch geordnete Reihe deutet auf die natür-lichste Weise die Fortschritte des menschlichen Geistes an , während inandrer Beziehung die Verhältnisse, unter denen sie gelebt, den Einflussdieses Geistes auf die menschliche Gesellschaft zeigen.
Einzeln betrachtet, erscheinen diese grossen Männer als eben so vieleuntrügliche Zeugnisse für die Geschichtsmomente, mit denen ihr Lcbcu ver-
flochten ist ; zusammen bilden sie jenes glänzende Ruhmgefolge , das ihrJahrhundert zur Unsterblichkeit geleitet. Eine reiche Quelle in dieser zwei-fachen Beziehung ; eine kostbare Zusammenstellung zum Abtheilen uud Ver-gleichen , zu Betrachtungen und Schlüssen.
Mir haben endlich noch eine neue Columne für Gallien und die Galliereingeführt; unserm Vaterland und unsern Vorfahren eine Huldigung. Ineiner allgemeinen weltgeschichtlichen Tabelle sollte das Laud , das wirbewohnen , das Volk, von dem wir ahstammen, nicht gauz fehlen , und daes unverzeihlich ist , dass wir uns so wenig um die Geschichte unsrer Väterbekümmern , so war es uns ein angenehmes Gefühl , hier auf Einem Punktdie zerstreuten Bruchstücke ihres glorreichen Nachlasses zu sammeln. Ausdem nämlichen Gesichtspunkt haben wir noch eine ähnliche kurze Notizentworfen , die aus Mangel au Platz auf deu rechten Seiteurand der Taf. 8ubergetragen ist.
(Auch der Deutsehe mag übrigens in dem Vorstehenden eine Aufforderungzum hesondern Studium der Geschichte seines Volks fiudeu. A. d. Uch.)
Homer , der Dichterkönig. Hesiodus , nach Einigen vor oder nach Homer, nach Andern sein Zeitgenosse. Ungewisse Zeit.
TO. Dejoccs erbautEcbatuua.
DRITTE PERIODE, HISTORISCHES
777. Pliul.
747. Nabonassarführt Tiglath Pilesar.eine neue Aera ein. Salmanassar.
Sanheril).
ZEITALTER, Anfang der Geschichte nach glaubwürdigen Quellen ; sie umfasst acht Jalnhunderte.
635 . Cyaxares, d.inanfiir den Ahasveinsder h. Schrift hält.
680. F-sar lladilon vereinigt die beiden Mo-narchien.
606. Nebucadnezar , der berüchtigte in de«h. Schrift, erobert Jerusalem und Tvrus.
76. OKinpiadenrechnung.
74. Erster messenischer Krieg. Siehe No. 6.760. Einführung der Ephoren zu Sparta.
7 I2. Svracus von den Corinthern erbaut.
. Tarent von den Partheniern.
685 . Zweiter messenischer Krieg. Siehe No. 6.670. Messina, vonbesicgtenllüchtigenMessenerngegründet.
658 . Byzanz, von Athen oder Argos erbaut.>24. Draco’s Gesetze zu Athen.
600, Massilia , von den Phocäern gegründet.
Dichter , Redner etc. J Philosophen } Gelehrte etc. | Historiker, Geographen.
-V B. Die Jahrzahl vor den Personell bedeutet die Zeit ihrer Geburt. Wo es möglich war , hat man aiuEnde die Dauer ihres Lebens beigefugt; es lässt sich damit leicht berechnen , wann sie geblüht uud wielange sie als Zeitgenossen sich kennen konnten. Uebrigeus sind mehrere Zeitangaben ungewiss oderbestritten. M ir halten uns bemüht, so genau und treu zu seyn als möglich. Die Römer siud , zum Unter-schied von den Griechen, mit Cursivschrft bezeichnet.
710. Tyrtjeus, Dichter, verschafftden Spartanern den Sieg über
die Messener.
62.1. Sappho, die io»* Muse, j- 43 J.62a. Aesop, Phrygier, f 64 J.
644 - Thaies , Stifter der jonischenSchule. Mit ihm beginut die phi-losophische Reihe , wie sie untenfolgt. Starb mit <)6 J.
620. Cadmus , ungewisse Zeit.Erster Geschichtschr. in Prosa.
MACED 0 N 1 EN.
Ein von den He-racliden im Anfangdes neunten Jahr-hunderts gestifte-tes Königreich.
W ir übergehenals ohne Nutzendie erste Reihe sei-ner Könige.
CARTHAGO.
Eine t\ rische Colonie ,vou der Dido gegen Endeles neunteu Jahrhundert»gegründet. Sie ist in derGeschichte durch ihrenHaudel, ihre Macht uudihre Reichthümer , abernoch weit mehr durch ih-ren merkwürdigen Kampfmit Rom berühmt , das!
GALLIEN , GALLIER.
So viel Schriftsteller, ebeuso viele verschiedene Mei-nungen haben wir über dasAlter der Gallier, über ihren Ursprung , über ihreverschiedenen Namen undderen Ableitung. Es istauch ganz natürlich, dass,wenn mau imFinsteru geht,ein Jeder aufs Gerathewohlvor sieh hin tritt. Derglci-•hen oft nicht zu lösendeFragen der blosen Wiss-begierde berühren übri-gens den nicht, der blosden nützlichen Uutcrriclitsucht; daher wir uns auchdurchaus in keine Zeit oderBegebenheit hinaufgewagthaben, die dem Stre*t un-terliegen kann , sondern
unsre Columne 1111t einerallgemein /«gestandenenEpoche anfangeu.
V. B. Einiges Nähereober die Gallier ist auf demrechten Seiteurand der Ta-fel 8 nachzuseheu.
600. Lm diese Zeit ziehen3 oo,000 junge Gallier un-ter Bellovesus uud Sego-vesus aus.
ITALISCHE HALBINSEL.
Nicht weniger verschiedene Mei-nungen und Systeme herrschen nix*;den Ursprung der italischen Volker,und es gilt also auch liier die Bemer-kung , die wir in Bezug auf die Gal-lier gemacht. Oh die Römer von denSieulern und Aborigcucru, dem iiltesten Volk Italicus , ahstammen,oder ob sie Gallier oder Griechenwaren , wie die Pelasger und Oenotrer, die später cinwandcrten , oderendlich auch , ob die Besieger derErde von Tyrrbeuern oder Troernausgegangen , die zuletzt kamen ?Dabei werden wir uns nicht ver-weilen , ebeu so wenig al» bei denFragen , wann , wie und warum dieHalbinsel zu den verschiedenen Na-men Ocnotria, Ausonia, Saturnia uudItalia kam. M ir begnügen uns vielmehr, von dem unbestrittenen Zeit-
punkte der Gründunggeben.
Rom» au»zu-
.ROM.
von einer Handvoll Räubergegründet, wird die Beherr-scherin der Erde. Da» Näheresiehe Taf. 7.
Könige während 244 L753 . Romulus gründet Rom.710. Numa gibt ihm Gesetze.672. Tullus verein. Alba longa640. Ancus vergrüss. dieStadt.616. Tarquin d. ä. verschönertsie.
600 Jahre vor Christus.
600 Jahre vor Christus.
Eine ART theocratischer ARIST OCRATIE:6 Jahrhunderte.
536 . Ende der Gefangenschaft. Die Juden wer-den von Cyrus entlassen und kehren, \ 0,000au der Zahl, in ihr Vaterland zurück. Anihrer Spitze waren Zorobabel , aus deiGeschlecht der Könige von Juda , Jesuein Sohn des Hohenpriesters , Esra , einSchriftgelehrter, und Ncuunia, Lehrer desVolks.
004. Der Bau des zweiten Tempels nach fünf-zehnjähriger Arbeit vollendet.
Die 70 Wochen des Daniel.
458 . Esra. Maleachi, der
44 ->. Nehemia. letzte Prophet.
53 o. Pythagoras besuchtAegypten.
Aegypten leidet vieldurch die wiederholtenEinfälle der Aethiopier u.Perser , denen es zuletztunterliegt.
195. Asty ages, den Ei-nige für den Ahas-verus der h. Schrifihalten , hat zuiu 555 . Balthasar wird vom Cvrus besiegt, derNachfolger seinen auf diese Weise alle Theile des ersten as-Enkel Cyrus. syrischen Reichs wieder vereinigt.
PERSISCHE MONARCHIE , dauert 2 Jahrhunderte.
538 , ( ]yrus , der Stifter dieser Monarchie, war König der Perser
029. Cambyses erobert Aegypten.
490. Darius fällt in Griechenland ein.Kriegslist des Zopyrus, der das empörteBabylon dem Darius überliefert.
481. Xerxes fällt in Griechenland ein.465 . Artaxerxes Longimanus.
45 o. Herodot besucht Aegypteiu4 o 5 . Artaxerxes Mnemon.
094. Solon’s Gesetze zu Athen. S. No. 6.
566 . Pisistratus reisst die Gewalt an sich.
56 o. Erste Comödie zu Athen , von Susarionaufgefuhrt.
3 o. Erstes Trauerspiel zu Athen , von Thespisaufgeführt.
5 10. Vertreibung der Pisistratiden. Harmodiasund Aristogiton.
Griechenlands Mannesalter : 200 Jahre.und gelangte durch Erbschaft zum Throne der *96. Persischer Krieg , dauert 5 o J. S. No. 6.
Meder. Er eroberte die Reiche Ninive undBabylon {siehe hierneben), so wie Lydien, daer deu Crösus bei Thymbria besiegte.
Monarchie unter Alexander dein Grossen. Sieheweiter unten.
JV. B. Das Nähere über Gründung , Dauerund Fall dieses Reiches siehe auf der mit der
Marathon , Salamis , Platera , Mycale.Milliades, Leonidas, Themistocles, Aristi-des , Pausanias, Eurybiades, Cimon etc,
Nach einer Dauer von 200 Jahren fällt diese * 65 . Dritter messenischer Krieg. Siehe No. 6.
3 i. Peloponnesischer Krieg, dauert 27 Jahre.Die Arginusen , Aegos-Potamos , Einn.v. Athen.Pericles, Aicibiades, Conon, Gylippus, Lysander.4 o 3 . Athen durch Thrasybull befreit.
590- Simuöides, ungewisse Zeit.555 . Anaereon 185 J.
523 . Aeschylus f 60 J.
521 . Pindsr f 86 J. Corinna, seineNebenbuhlerin, trägt fünfmaldeu Preis davon.
497 - Sopbocles + 91 J.
485 . Euripides f 78 J.
482. Phidias f 5 o J.
46.). Metbon; goldne Zahl, j- 5 o J.459. Lysias, Redner, 90 j.
45 o. Gorgias, Redner, 107 J.
446. Ariituplianes -f 57 J.
4’iß. Isoerates, Redner, "J“ 98 J.436 . Prodicus, Soph. und Rhet.422. Zeuxis, Parrhasins, Maler.
590. AnaxntjcUidcr, 5 chulerd.Tliales.| 58 o. Acusilaus , Plierecides , He-
| cata?us, sehr ungewisse Zeit.
565 . Pythagoras, Stifter der italischen Schule, starb in hohem Alter.55 o. Anaximenes, Schüler des Anaximander, ungewisse Zeit.
55 o. Xenophdnes von der ital. Schule, Stifter der eleat. Secte. j" 100 J.540. Heraclitus, der Traurige, von der ital. Schule, f mit 60 J.
5 10. Democrit der Lacher , von der eleat. Secte , starb iu hohem Alter.5 oo. Anaxagoras , mit dem Beinamen der Geist , bringt die jonischeSchule nach Athen, f 62 J.
488. Empedoeles, ital. Schule, f 60 J.
470. Socrates, Schüler des Anaxago-ras , treffl. Sittenlehrer, j“ 71 J.
460. Hippocrates "f 99 J.
4 io- Antisthenes, Schüler des Soer.,
Stifter der cynischen Schule.
429. Plato , Schiller des Socrates,
Stifter der Acatlem. f 8i J.
419. Diogenes, Schüler des Antisthe-t nes, \ 81 J.
494. Hellanicus f. 84 J-484. Herodot, der Vater der Ge-schichte , 1 71 J.
471. Thucydides f 80 J.
449. Xenophon f 90 J.
43 o. Ctesias j 54 J*
400 Tlieopompus, ungewisse Zeit.
U nter allen Län-dern in der Nähevon Griechenlandbleibt Macedonienam meisten in derDunkelheit, his zudem Augenblickwo es durch Phi-lipps lind Alexan-ders grossen Geistplötzl. den Gipfeldeslluhius erreichtund sich zumOberherrn und Schieds-richter von ganzGriechenland aui-wirit.
durch dieeudliche Zerstö-rung von Cartiiago zuerstAfrica, danuSpanien «.Sar-dinien , uud bald in gewal-tigem Fortschritt die Herr-»cliaft über d. Melt erwarb.
V. B. Ueber die Gründungvon Cartiiago s. No. 5 .auf der zweiten Columnezur Linken.
io 3 . Cartiiago kommt zumerstenmal mit Rom inBerührung.
+8i. DieCarthager greifen,auf Anstiften des Xerxes,die Griechen in Sicilienau, 11. werden vom Gelougeschlagen.
410. Neuer Krieg unter An-
Der erste schreitet über 072. Scrvius Tiillius. Vorbe-
dieAlpen u. gründet das eis-alpin. Gallieu der Römer.
Der andre geht über denRhein und bedeckt Germa-nien 11. Illyrien mit seinenNiederlassungen. Ganz zurselbigen Zeit wird iu Gal-lien Massilia von den Pho-cäern gegründet, und es isteiii sonderbares Zusam-mentreffen hei diesen ent-gegengesetzten Zugeu, dassdie Gallier mit der Zeit Del-phi, das Vaterland der Piio-plundern , währenddiese den Galliern deu Un-tergang bereiten »indem siedie Römer herbeirufen.
reitung der Republik.
524. Tarquin der Stolze. Ab-schaffung des Königthums.
5 og. DTE REPUBLIK,dauert gegen 5 oo J.
5 o 8 . Consulat, jährliche , be-schränkte höchste Gewalt.
497 -Dictatur, unumschränktehöchste Gew. in auss. Fällen.
49I. Tribunen, zumSchutzd.Volks eingef., eine Quellebeständiger Streitigkeitenzwischen der Dcmocratieund Aristoeratie.
87. Coriolan , seine Verban-nung , seine Rache.
4 Ji.Deceinvirn,ihreTyrannei
' 48. Virgiuius und Virginia.
444 - Kriegstribun., Censoren.
4oo Jahre vor Christus.
4 00 Jahre vor Christus.
Nehemia baut, unter Begünstigung des Arta-xerxes Longimanus, Jerusalem wieder auf.
Die Verfassung der Juden 1 .leibt fortdauerndbis auf die Maccabäer eine Art von Aristoeratieunter dem Schutze der Perserund Griechen. DieHohenpriester vereinigten die Civilvervvaltungmit dem Priesteramt, zogen jedoch die Ersterder Nation dazu bei.
332 . Alexander der Grosse zieht in Jerusalemein. Juddus war damals Hoherpriester.
270. Die Septuaginta oder die berühmte Ueber -Setzung der heiligen Schriften durchGelehrte, die der Hohepriester Eleasardemägyptischen König PtoloiiiüiisPiiiladelphu»auf sein Verlangen schickte.
Arus der jüngere empört sich.
Scldacht bei Cunaxa unweit Babxlon.Ruckzug der zehntausend Griechen. S. No. 5 .
nämlichen Farbe bezeichnten Columnerechten Seitenrands.
des
336 . DARIl S Codomannus , letzter König der grossen persischen Monarchie.
MACKDOMSCHE MONARCHIE , von ALEXANDER gegründet
398. Phocion starb mit 80 J.
38 -i. Demosthenes starb mit 60 J.370. Lysippus, Bildh. des Alex.364 - Praxiteles, Apelles, Maler.
>96. Xenoerates , Schiller des Plato.385 . Aristoteles f 63 J., Schüler desPlato , Stifter der peiipat. Schule,Lehrer des Alexander.
36 ' 2 . Zeno, Stifter der Stoiker, | 98 J.
390. Ephorus v.Kymc, uugew.Zeit.
>93. Schlat ht bei Coronea , Agesilaus der Grosse.
I71. Schlacht bei Lcuctra. 363 . Bei Mantiuca. Pelo-pi.’a.s. Kpaminondas.f >8. Brand des Diaucntempels.
338. Schlacht bei Chaerouea. Philipp unterwirft Griechenland,
335 . ’l’ln ben , durch Alexander verbrannt, der nur das Haus des Pindar verschont.
, dauert nur so lange er lebt ; nacli seinem Tod entsteht ein jähriger Bürgerkrieg , und die Monarchie wird in vier Reiche gotl
34 o. Pythcas, 11 ngew.Z., seine Rei-sen in d.Nor ien sind bestritten.33 o. Berosus, Hiator. derCbaluäer.
3 üo. Philippus legtden Grund zurniaced. Macht336 . Alexander d,(ir. reg. 12 J.
Pt.
A E G Y P T E N.
3 oi. Ploloimcus , Stifterder Jag den.
Manetho, ein ägyptischerPriester, schreibt die Ge-schichte seines Landes.Unter den Ptolomaeernwird der grosse Leueht-tliurm zu Alexandrien ge-baut, die berühmte Biblio-thek angelegt, Künste undWissenschaften werden
SYRIEN3 oi. Seleueits, StifterderSeleuciden.
25 i. DiePartherempöisicli und gründen unterAr.saces ein Reich, dasmehr als 400 Jahre be-stellt.
THRACIE \ .
3 oi. Lysimachus von Seleueus getödtet
Nach sei neinTode zerfällt sein Reich undbildet verschiedene Staaten , unter denen
Pontus.
Bekanntdurch den be-rühmten Mi-,hridates,i\e r26 Jahre lang
Bithynien.Hier hat sichPrusiasdurch seinenUndank ge-gen Hannibal
Pergamum.Die Römererhalten die-ses Landdurch Ver-mächtnis»
Griechenlands Greisi.nalter : 200 Jahre.
Unruhen und Verwirrung nach Alexander.
3 oi. Theilung des Reichs unter seine Feldherrennach der Schlacht bei Ipstis.
284. Achicisclier Bund , Griechenlands letzteiGlanz, Tage des Ruhms für Coriuth. Aratus.
2.72. Pyrrhus zu Argos getödtet.
264. Die parischen Marmor geschrieben.
2.44. Agis , König von Lacedeemon, von seinenUiiterthanen getödtet.
220. Die Achäer gegen die Aetolier. Diese rufendieRömerlierbei, diein Griechen!.eindringen.
345 Menander -f mit 5^ j.342. Eucikles j- mit 72 J.
340. Demetrius Phalereus trägtzu m Verfall der schönen Rede-kunst bei.
295. Theocritus, Idyll. Dichter,55 /•
272 .Jratu, Gedicht iih.d. Astron.262. Ardumedes f mit 5 o J.
23 o. Pb#»* | mit 46 J.
>vk/. Theoplirast, Schüler des Aristotcles, f mit 90 J.
35 o. Pyrrho, v. der itaL Sch., Stifterdes sceptischen Systems, fmit()oJ.34 *. Epicurus v. d. ital. Sch., Stifterdes epicurischen Systems, f 72 J.
3 10. Zoilus, hämischer Critiker.
218. Carneades, Stift.der 3 ten Acad.200. A'üstarch , Scharfsinn. Critiker.
{21. Manetho, ägyptischer Prie-ster, f 63 J.
274. Eratosthencs f 80 J.
260. Ntevius, pun. Krieg in Versen.2:10. Ennius, römische Annalen inVerseil.
25 o. Fab. Pictor, erster Schriftstel-ler in Prosa , “j~ 5 u J.
24a. Cincius Alimentus 55 J.
23 o. Cato der Censor j 84 J-206. Polybius, des Scipio Freund,
f 84 J-___
MACEDOMEN.3 oi. Cassander.
Unruhen , Ver-wirrung , verschie-dene Usuqiationen
220. Philipp IIbeiCynoscephaLe geschltgen.
fidirung Hannihals undHitnilcous gegen Dionyd. ä., Ty rann v. Sy racus.
148- Hanno’s Versuch, seinVaterl. zu unterjochen.
• 4 o. Die Carthager in Sieil.v. Tiruolcon geschlagen.
13 *. Tvrus fordert Cartlia-go zur Hülfe gegen Alexander auf.
3 17. Landung d.Agathoclesin Africa. Cartiiago iuGefahr.
264. Erster pun. Krieg ; ko-stet Sardiu. u. Sicilien.
Xautippus, Hamilcar, Vaterdes grosseu Hannibal,Hasdntbul.
19. Zweiter pun. Krieg.Cartiiago verl. Spanien.
388 . Rom, verheert durchdie ital. Gallier. Furchtba-rer Kampf durch 200 J.zwischen beideuVölkcrn.
335 . Die illyrischen Gallierschicken Gesandteden Alexander.
79. Sie verheeren Macc-douieu , plündern Del-phi, gründen ein Reichin Thracien uud lassensich in Asien nieder.
Jeder wünscht Gallier un-ter seine Fahnen.
225 . Die italischen GallierbeiTelainon geschlagen.
218. Sie verbinden sich mitHannibal und tragen zuseinen Siegen hei.
J9 LEroiier. v. Veji. Camillus.388 . Brennus nimmt Rom ein.Das Capitol wird durch Un-terhandlung gerettet.
166 . Erster plebejisch.Consnl.356 . Erster plobej. Dietator.
> 4 i. Samuitischer Krieg,dauert 71 Jahre, zählt 24Triumphe.
279. Tarentin. Krieg. Pyrrhusiu Italien und Sieilien.
264. Erster pun. Krieg: 24 Jahre.
Duillius, Regulus etc.
219. Zweiter pun. Krieg : 1-J.Fabius, Mareell., dieScipioue.
Erst nach 5 oo J. ausdauernderAnstrengung werden die RömerHerrn von ganz [talicu , dannaber mit raschen Schlägen Falltdie übrige VN eit.
er aber als der Stifter l zu finden , und mander persischen Monar- * muss in Wahrheit sa-cliie anerkannt, die er l , er durchzog siedurchseineEroherun-I auf die glänzendste,gen schuf, l'cber die l auf eine wundervolleArt seines Todes wei- l Meise. Erstarb in dereben die Schriftsteller T Bliithe seiner Kraft,mit dem Saturn und * nicht weniger als über l so dass man uugewissBacchus für gleichbe- l srin Leben von einau- * blieb , wie weit diedeutend halten. I der ab.
hcniGrad ungewiss ist,so zwar , dass ihn Ei-nige für den Ninusoder Beins ausgehen,während ihn Audere
Merkwürdiges aus \der Geschichte. Die \assyrische Monarchie \hat 14 Jahrhunderte ]bestanden (wie die \senkrechte Länge ih- \rerFarheaufderCarte \
Anspruch aufdieHerr-schaft ; alles Uebrigethat sein glücklichesGestirn. Durch diefürchterlichsten Grau-samkeiten zum Throngelangt , machte erdurch die M'ohlthatenseiner spätem Regie-rung die VerbrechenGrösse seines Geistes \ seiner Jugend verge»-u. seiner Eigenschaf- \ sen. Aiserstarb, wardten reichen mochte; l er wie ein Vater bo-
; ähnlich jenen fliichti- ;| gen Phänomenen, de- 1! ren plötzliches Licht !
Merkwürdiges ausder Geschichte. Diepersische Monarchiedauerte gegen zweihundert Jahre (wie (lie I jp” „
senkrechte Lange . 1 ,- . ilbers( . hcint dic abcr
rerrarbe auf dcrCartc ■ „„„ un j• .» i ui • . • » » t , . gar bald den stauneu-
ze.gt) j aber Alles .n zeigt). In d.ese Penode . 2 C „ /.„schauer wiederdiesem ganzen Ze.t- fallt die Eroberung . in de r Dunkelheitraum ist dunkel u. fa- \ Aegy ptens durch deu ; »
beihaft. Ninus, der Er- ; Cambyses, der Einfall 1 SSeU ‘
bauer von Ninive, Se- * inGricchenland zuerst 1 Merkwürdiges ausmiramis, die Babylon \ des Darius , dann des \ ^ er Geschichte. Dieverherrlichte, Ninias, * Xerxes, die Empörung \ niaredonischeMonar-
jener Beiden Sohn, u. : von Cyrus dem jün- \ cllie liat “wr wenige ; gegenwärtigen bildet,
Sardanapal, der letzte \ gern ,’der berühmte * Jali re , nur den kur- ; ist a j| es Merkwürdige
König des Reichs, sind ; Rückzug der zehntau- \ zen > ober glänzenden ; aus der Geschichte derdie einzigen Herrscher \ send Griechen und der * Zeitraum von Alexan- ; römischen Monarchieauf die uns die Ge- ; Untergang des Darius l ^ ers Leben hiudurch ; 7IlLichte oder die Sage * Codoin., mit dem die l gedauert , und ihre*aufmerksam machen. * Reihe der pers. Mo- l Geschichte besteht ei- * Gidsse. Sie war die* narehen sieh schliesst. : gentlieh nur in dein ; grösste von Allen (wie; Zuge dieses Helden. ; die horizontale Breite
• {Siehe die nähere Be- ; ihrer Farbe zeigt). Ihre
• Schreibung davon auf * Grenzen waren im
weint , wie ein Gottverehrt.
Merkwürdiges ausder Geschichte. Dierömische Monarch i edauerte beinahe fünfhundert Jahre (wie diesenkrechte Länge derFarbe auf der folgen-den Carte zeigt). Aufeben dieser Carte, diedie Fortsetzung der
Gi-össe. Die genauenGrenzen dieser Mo-narchie sind nicht be-kannt ; über Asien hin-aus hat sie sich nichterstreckt (wie die ho-rizontale Breite ihrer
Grosse. Diese Mo-narchie , deren Gren-zen sich nicht be-stimmt angeben lassen , dehnte sich vonAsien herüber nochFarbe, verglichen mit I über einen Theil vonder untern Linie der 1 Africa aus. Sie warCarte , zeigt). Ihre ! uni den Zuwachs vonHauptstädte waren Ba- l ganz Aegypten grösserbylou am Euphrat und I als die assyrische. Ba- *
Ninive am Tigris, bei- l bylou und Persepolis l byens aus ; es über- •de berühmt in der bi- l waren ihre Haupt- l traf an Umfang die •blischen wie in der l Städte. I persische Monarchie •
profanen M eltge- I Fall. Sie endigtedurch entscheidende
; Taf. 5 .)
| Grosse. Aus Alexan-| ders Eroberungen ge-• bildet , dehute sich| dieses Reich in Asien; bis an den Jaxartes; und Ganges, in Africa■ bis an die M üstcn Li-
schichte.
Fall. Die assvrische * Niederlagen , da Ale- • F .
Monarchie fiel'durch ■ »ander der Grosse den • uro I >a )c r,, S-
Empörung. Sardaua-pal wurde durch dieEmpörer dahin ge-bracht , sich in seinemPallast zu verbrenuen.
Aus ihr entstanden \
1 xander der Grosse den *; König Darius Codo- •> maunus besiegte uud *; sein ganzes Reich un- •
• terwarf. •
• Aus ihr entstand die •durch Alexanders •
drei neue Reiche , Mei • Sie S e gebildete grosse |dien, Babylonien und ; macedonischc Monar- .ISiuive. Diemerkwür- ebie. ;
digsten Fürsten siud l Siehe die Columne *auf der Carte genannt, l rechts , dann die vor- \wo auch das Schicksal l liegende Haupttabelle *dieser Reiche augege- l und eine nähere Be- *ben ist. * Schreibung auf Taf. 5 . I
Norden der Rheiu unddie Donau , iiu Ostender Euphrat und derTigris , im Süden dieSandwusten Africa’s,und im W esten dergrosse Ocean. SieheTafel 7 , die der Ge-schichte d. römischenReichs gewidmet ist.
FalL Die röm. Mo-um so viel , als die • narchie endigte durchGrösse Maeedoniens • den Einfall der Barba-und Griechenlands iu • reu, die aus dem nörd-lichen Europa und ansdem östlichen Asienkamen. Siehe Taf. 8,welche die Ausgangs-punkte dieser Völker,ihre Züge und ihr wei-teres Schicksal uach-weist.
Fall. Dieses Reichen- •digte durch Zerstäche - •lung. Als Alexander •starb, bekriegten sich •seine Feldherreu we- *gen der Nachfolge, •und tlieiltcu endlich •das Reich. •
Es entstanden darausvier neue Königrei-che : Aegypten , Sy-rien , Thracien undMacedonien.
Siehe Tafel 2 u. 5 .
* An die Stelle des rö-
* mischen Reichs traten
* die meisten ncuernNa-
* tiouen von Europa.
* Siehe Taf. 2 , wo die-
* scs im Eiuzelucu aus-J geführt ist.
200 Jahre vor Christus.
2oo Jahre vor Christus.
Verfolgung durch Anlioclius , König vonSyrien , der nach Jerusalem kommt, und denTempel entweiht. Die Maccabäer thun Wun-der der Tapferkeit, und befreien ihr Land.
1 3 o. Hier schliesst die Geschichte mit den zweiJUicheru der Maccabäer.
begünstigt etc. etc. DieBiblioth. enthielt 700,000Bände in ZA'ei getrenntenSammlungen, wovon diei ne die Mutter, die andredie Tochter hiess.
Die Mutter verbrannte
-V. B. Der Talmud ist das vollständige Buch derjzufaUig, da Cäsar die Stadtjüdischen Lehre. Er besteht aus zwei iiaupttheilen, ci Mischnu , die den Text, und der Gemara,die den Coinnientar bildet. Dic Juden erkennenzwei r.»lmrde an , den von Jeiusalem , i 5 o Jahrenach (.hristus, und den Babylonischen , der au:demöten Jahrhundert »ey n soll. Dein letzten wirdjetzt allgemein gefolgt ; da der erste wegen zugrosser Dunkelheit ausser Anwendung kam.
37. Usurpation und Regierung des Ilerodes.
JESUS C 11 R 1 S 1 U S.
einnalnn , die Tochterward auf Befehl des (’ali-feu Omar deu iLimiicuübergehen.
44. Jzie schöne Cleopatravon (Ictavius kies i bionsberaubt.
>0. Die Römer.
AEGY PI EN.
190. Schlacht Lei Magne-sia, wo Autiochiis vomL. Scipio asiat. besiegtwird , der die Vertrei-bung Hanuibals ver-langt , Asiens Schätzenach Rom bringt ete.
68. Der von Pompejusgeschlagene Antiochusmuss sich unterwerfen.
64. Die Römer.
d. Angriffender Römerw idersleht.Das Landwird endlicheiue röin.Provinz.
46. Römer..
u. durch seinniedr. Beneh-men gegen d.Römer be-kannt gern.Nicoiuedes,d. letzteKön.diesesLandesvermachtsein Reichdeu Römern.76 J. v. Chr.
seine» letztenKönigs Atta-lus.
x 33 . Römer.
196. FLiininius, Philipps II. Sieger, verkündigtdie Freiheit in Griechenland.
186. Philopcemen , der letzte Grieche genannt,zerstört Sparta.
! 146. Corinth von Muniinius erobert; Griechen-land eine römische Provinz unter dem Na-men Achaia.
; 84. Athen durch Sulla eingenoinm. u. geplündert,
; N.B. Siche Taf. 6. das Nähere über Griechenland.
iy 4 . l'erentius f 35 J.
i 65 . Di« beiden Graochen gehenelcud zu Grund mit uugef. 3 o J.
n 3 . Hortensias , Cicero’s FreunduD d Nacheiferer f (J 3 J.
107. d cen> T 64. J.
98. Luentius \ 44 J.
86. Catdhts y 46 J.
70. FirgMus f 5 i J.
65 . Homtius | 5 ;. J.
199. Pametni», Stoiker; Laelius uudScipio »ind seine Schüler.
140. Philo, Acadcm., unter dem sichCicero bildete.
116. Varro , uer gelehrteste Römergenannt, f 90 J.
93. Cato von Utiea, "j“ 55 J.
80. Vitruvius, Abh. über dic Bau-_ . kunst.
A-*' IUS ’J? vt dius , Tibullus , 1 mit *9, 59 und *4 J-ö- 1 J. Seine Fabeln!
.89. Hipparch f mit 84 J.
170. Cassius Hemma | 5 o J.
160. Calpurn. Fmgi f 60 J.i 35 . Posidonius "1 84 J-1 15 . Quadriga!ius f (k> J.^
110. F aler. v. Antiuni "J" 5 o J.
100. Cäsar f 56 J.
86. Sallustius f 5 i J.
72. Com. Nepos f 48 L"O. Diodor. von Sicilien j - 60 J.
09. TU. Livius j 76 J. Dionys v. Halicarn. blüht um diese Zeit.
i 79.Perseus unterliegt bei PydnadeiuPaul.Ai mii.
166. Macedonieneiue röm. Prov.
.9*. Hannibal , von denRömern verfolgt, flüch-tet »ich nach Greta, undstirbt 10 Jahre später inBithynien.
i 56 . Mas.»inissa, Carlhago’sFeind.
149- Dritter pun. Krieg.Zerst.»rting Carthago’sdurch Scipio Afric. II.
40! Tiogiu, fompeius. L im er.algescliiclite (verlureu).19. l'utmculus t JU J . Strabo blubt gegen die ehr»
fistliclie Zeitrechnung.
Im J. 3i v. Chr. R GEMISCHE MONARCHIE, von AUGUSTES gegründet, dauert 5 Jahrh. in ihrer grössten Ausdehnung. (Siehe die folg. Tafel, und die rom. IFelt, TS° 7 .^
SYRII-N, KLEINASIEN ete. etc.
I
GRI
ECIIENLAND im GANZEN, UNI) l\ SEINEN VERSCHIEDENEN THEILEN.
I
MACEDOMEN. I AFRICA , SPANIEN.
192. Gänzliche l nterwer-fuug der ital. Gallier.
189. »Schreckliche Nieder-lage der Gallier in Asien,wovon sie sich nichtmehr erholen.
i 4 <>. Die Scord. Gallier sie-gen oft über die Römer,ehe sie unterliegen.
123 . Ein Theil der Galliatransalp. w ird zur röm.Provinz. Aix, Narbonuegegründet.
60. Caesar unterwirft Gal-lien nach einem ueuu-j dirigou Kampf.
GALLIEN.
193. Sie dringen iu Griechenland einlind unterwerfen es.
19*. Setzen sich iu A»icn fest.
172. Unterwerfen Maeedouieu.
146. Zerstören Cartiiago.
1 13 Legen Spanien in Fesseln. Veiteln die Pläne der Graechea.
i* 5 . Dringen iu Gallien eiu.
n 3 . Unterjocheu Africa. Aber dasieh vou Aussen Alle» beugt, fängtes im Innern au zu gühren , undRom ist verloren , sobald es dieW elt unterworfen hat.
88. Marius, Sulla, ihre Proseript.Taf.
03 . Catilina,seineVerseliw. geg.Rom.
60. Erstes Triuniv. 43 . 2tcs Triuiuv.sie vollenden deu Fall der Kepubl.
ITALIEN.
N. B. Die vier grossen Monarchien des Alterthums fiudeu sich sowohl auf Tafel 1 , als aufTaf. 5 , hier historisch , dort geographisch , dargestellt , so dass in diesen lieideu Blättern eineVrt W iederholung von den Hauptgegenstäuden der Geschichte jener Monarchien erscheint.vVir hatten desshalb anfänglich im Siuue, durch blose Verweisung von einer Carte auf dieandre die Wiederholung zu vermeiden , fanden aber bald , dass es nicht ohne Nachtheilgeschehen könnte. Beide Uebersiehten sind nämlich für die Schule eingerichtet, und können,wenn sie unabhängig von einander sind, jede einzeln gekauft werden. Um diesen Vortheilbeizubehaltcu , wollten wir auf keiner von beiden etwas weglasseu , was wesentlich zu ihrerVollständigkeit gehört.
BEMERKUNGEN UEBER DAS STUDIUM DER WELTGESCHICHTE.
W'er sich irgend einem Zweige des menschlichen W'issens ganz und gar widmet, jedennähern Unistaud dabei bis ins Kleinste erforscht, wer Alles, was über seinen Gegenstand gesagtworden , vollständig zu kennen , ihu mit seiner eignen Einsicht zu bereichern strebt, der lebtin der ff isscnschaft ; sie ist Sache des Gelehrten.
Wer aus der Masse des Material» der Wissenschaft nur das Wesentliche und Nützliche fürsich hcrausheben will, der sucht den Lmtenicht. Dieser ist Sache eines Jeden , der ihn licdarf,um irgend ein Geschäft in der Welt mit Nutzen zu treiben. Das vorliegende Werk hatkeineswegs die Wissenschaft , es hat blos den Unterricht zum Zweck , und darf daher auch beideu Gelehrten keine Ansprüche machen. Nicht nur wurden sie nichts Neues darin zu lernenfinden , sondern sogar eine Menge Dinge, die ihnen bekannt sind , vermissen. Haben nungleich unsre Uebersichteu für sie keinen Werth, so werden sie hoffentlich doch für diejenigennicht ohne Nutzen seyn , die sieh unterrichten, oder die das Gelernte sieh zurückrufeu wollen;denn diese werden Alles sorgfältig gesammelt uud geordnet fiudeu, was ihueu zu lcrueo nötliig,oder was der Kriunerung besonders würdig ist.
Diess ist der Zweck , den wir uuverrückt bei dem Werk im Auge hatten , und will man gleichbei der vorliegenden Uebersicht die Probe machen , so wird man fiudeu , dass sie iu ihremkleinen Raume doch alle Zweige der Geschichte, vom Anbegiun bis zu ihrem Eude, mit allenBeziehungen uud im Zusammenhang des Ganzen darstellt.
Wer die Geschichte kennt, wird hier in wenig Augenblicken alles Merkwürdige wiederdurchgehen können ; wer sie lernen will, findet Alles , was er zu wissen uüthig hat, in dereinfachsten Ordnung, in der klarsten Form aufgestellt; denn man darf nicht unbeachtet lassen,dass, wenn der Geschichtschreiber die Pflicht hat, Alles zu sagen , es dagegeu für den, der dieGeschichte studirt , nüthig ist, gar Vieles zu übergehen. In diesem Sinu ist unsre Uebersichtangelegt, und so zeigt ihre Zergliederung, wenn man bei den Coluiuucn zur Linken , mitUebergehung der biblischen Geschichte , aufängt, dass alles Nützliche iu der Geschichte derAegypter sich auf das Studium einiger Gesetze, auf dic Kenntniss einiger Monumente, so wiebei den Assyrern auf einige ausgemachte Mythen und berühmte Heldennamen beschränkt.Dasselbe lässt sieh von Medien , von Babylon , von Ninive und Lydien sagen ; die Geschichteder Perser , und seihst die der Babylonier, ist in der Hauptsache nichts anderes als eine grosseEpisode der griechischen , so dass diese mit der römischen zusammen allein die eigentlicheGeschichte der alten Welt bildet. Jeue andern mag inan lesen , diese muss man studiren. Diegriechische erscheint hauptsächlich als die Geschichte der geistigen Bildung , die römische alsdie Entwicklung der energischen Kraft. In der einen sehen wir den Menschen , wie er ans demrohesten Zustand sich zu dem Gipfel menschlicher Ausbildung erhebt; die audre zeigt uns, wiedie Schwäche einer unbedeutenden Stadt zur Kraft, die Welt zu erobern, emporwächst {SieheTaf. 6 uud 7 das Nähere in Bezug auf diese beideu Geschichten). Eine grosse Menge Original-schriften , viele Uebersetzungcu bieten sich hier der W isshegierde dar; will man aber, uaclidemman Alles gelesen und durchgesellen hat , in allmähliger Wiederholung zusammeufussen,wax in der griechischen Geschichte Schönes , was Grosses in der römischen enthalten ist, solese man von Zeit zu Zeit einige Capitol ans dem Anacharsis uud einige Sätze vou Montesquieu.{Siehe Heeren Ideen lü. Theil Job. v. Müller ailg. Weltgesch. I. Thcd).
No. I. ALLGEMEINE GESCHICHTE DER ALTEN WELT.
Verleger ; Jouanä VkLTtN in Carlsruhe. — Gedruckt bei G. Bxalx.