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Historisch-Genealogisch-Geographischer Atlas von Le Sage Grafen Las Cases in fünf und dreisig Uebersichten
Entstehung
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Der Feldzug in Deutschland und Frankreich i 8 i 3 — 181/ t .

Lage der Diitge im Frühling i8i3. Ein neuer Feldzug stand bevor ,welcher vollenden sollte, was der russische nur begonnen hatte. Alexanderruft am 22. Februar die Völker Deutschlands auf, sieh in Massa gegen Na-poleon zu erheben; Schweden verspricht 3 o,ooo Maun ins Feld zu stellen;Preussen erklärt mit 100,000 Mann nun offen den Krieg wider Frankreich.Auf der andern Seite hält sich der Vicekönig vou Italien mit 60,000 Mannan der Elbe und Saale; Napoleon hat während seiner viermonatlichenAnwesenheit in Paris wieder ein neues Heer von a 5 o,ooo Mann geschaffen ,das er nach Deutschland führt und zwischen Naumburg und Merseburgmit seiuem aus Russland gezogenen Ueberreste vereinigt. Sogleich am29. April begiuneu die Feindseligkeiten bei Weissenfels in Sachsen.

Ereignisse. Am2. Mai wird Napoleon bei Lützen , durch Gustav Adolfs Siegu. Tod so berüchtigt, oder eigentlich bei dem Dorfe Grossgörsehen von derrusso - preussischen Armee heftig angefallen. Die Soldaten schlagen sichbeiderseits muthvoll unter den Augen ihrer Herrscher ; allein Napoleonsfurchtbare Artillerie und Menschenopferung tragen diesmal wieder denSieg davon. Der glückliche Erfolg aber, den die Franzosen bei der erstenwichtigen Affär zur Belebung des Muths ihrer Rekruten erzwingen mussten,kam sie theuer zu stehen; sie hatten 10,000 Todte und Blessirte; auch hin-derte sie der Mangel an Reiterei in Verfolgung der Früchte dieses Sieges.Sachsen am linken Ufer der Elbe war ihr einziger Gewinn , und die Preus-sen zogen sich unter lebhaftem Widerstand aui allen Punkten ihrer Linie,namentlich bei Bautzen, sehr geschlossen gen die Oder zurück. Napoleonsetzte nun in Dresden Sachsens König wieder ein, welcher bei Annäherungder Russen und Preussen entflohen war. —- Auch das unglückliche Ham-burg ward in diesem Monate von Davoust und Vandamme aufs neue einge-nommen , wodurch das rechte Ufer der Nioüerelbe den Franzosen zufiel.

Waffenstillstand von Poischwitz in Schlesien. Der Wunsch, neueVerstärkungen zu bewirken , oder Zeit für vortheilhafte Verbindungen zugewinnen, bewog beide Kriegsparteien, vom 4 * Juni bis 26. Juli einen Waf-fenstillstand zu halten. Während demselben gehen grosse Rüstungen vor.England gibt an Preussen zur Fortsetzung des Krieges 8 Mill., und anRussland 16 Mill. Gulden ; der Kronprinz von Schweden zieht mit 20,000Mann herbei. — Iudessen tritt Oestreich auf, um einen allgemeinen Friedenzu vermitteln. Es eröffnet sieh ein Congress in Prag, und der Waffenstill-stand wird bis auf den 10. August verlängert. Allein man scheint den Frie-den von keiner Seite ernstlich zu wünschen, und mit dein letzten Tage desWaffenstillstandes löset sich der Congress erfolglos auf; Oestreich erklärtschou am 12. förmlich den Krieg wider Napoleon, und nimmt von England6 Mill. Guldep Unterstützung. Der Kampf wird blutiger als je; 3 oo,oooFranzosen, ' im Besitze aller Festungen bis an die Oder, stehen gegen5 oo,ooo Allirte.

Wiederanfang der Feindseligkeiten, Schlacht bei Dresden. DerKronprinz von Schweden ist Obergeneral der deutschen Nordarmee, undMoreau kömmt aus Amerika, um sich an die Spitze eines russischen Hee-res zu stellen; Schwarzenberg befehligt die Oestreicher. Die Massen zie-hen sich von Berlin, aus Schlesien und von Prag gen Dresden, wo einHauptschlag soll ausgeführt werden. Napoleon hat sich längs der Elbestark befestigt, und nun will er mittlerweile auf Berlin einen combinir-ten Angriff machen, seine schlesische Armee gegen Blücher auf Breslauwerfen , und den Kern seiner Truppen zur Beobachtung der grossen böh-mischen Armee bei Dresdeu aufgestellt lassen. In dieser Absicht solltenHeerhaufen von Magdeburg, von der Niederelbe und von - Sachsen sich ge-gen Preussens Hauptstadt in Bewegung setzen. Den Marschälleu Oudinotund Ney war die Ausführung dieses Plans übertragen ; allein er scheitertein den Schlachten bei Grossbeeren und Dennewitz an Bcrnadottes Machtund Besonnenheit. — Ein viertes Heer steht bei Zittau in der dreifachenAbsicht: 1. in Böhmen einzufallen , wenn man gegen Blücher glücklich seynsollte; 2. die grosse Armee der Allirten daselbst vom Vorrücken nach Sach-sen ahzuhalten, aus Furcht, im Rucken sich angegriffen zu sehen; 3 . end-lich , das Heer gegen Blücher oder das bei Dresden im Nothfalle zu un-terstützen. — Die grosse Armee hat sich indessen von nichts abhalten las-sen, auf dem linken Klbeufer bis Dresden vorzudringen, und Napoleoneilt mit Blitzesschnelle aus Schlesien, wo er das Commando dem MarschallMacdonald überlässt, nach der bedrohten Hauptstadt Sachsens , die er umalles nicht verlieren will. Er kömmt den 26. August früh daselbst an, undkann nur mit Noth 100,000 Mann gegen 180,000 aufstellen. Tags zuvorwäre Dresden gefallen, wenn Schwarzenberg unverweilt seinen Angriffgemacht Hütte. — Am ersten Tage verhielt sich Napoleon defensiv , amzweiten aber, den 27. offensiv; seine Artillerie spielte schrecklich; erwarf die Feinde von ihren Anhöhen , zerriss ihre Linien und bedrohte siemit einer gänzlichen Niederlage. Moreau fiel, von einer Kauonenkugelgetroffen, nicht fern von Alexander. — Die grosse Armee zog nachBöhmen zurück. — Dieses Sieges ungeachtet ist die Lage der Franzosendennoch immer bedenklich. Bernadette u. Blücher schlagen Ney , Oudinot u.Macdotiald; sie rücken vor; sie bedrohen ausserdem eine Flanke der Fran-zosen, während die andere von der nach Böhmen zurückgezognen Massenicht miuder gefährdet bleibt. Die Allirten sind stark durch ihre Anzahlund im Laude, wo sie ihren Verlust bald wieder ersetzen können; aberNapoleon wird selbst durch Siege schwächer und ist fern von der Quelleworaus er Stärkung schöpfen könnte. Indessen hat ihm das Glück diesesTages die Mittel zu einem schönen Rückzug hinter den Rhein, wo er un-überwindlich wäre, dargeboten; allein der neue Waffenglanz verblendetihn, und seine kolossalen Plane erwachen wieder. Mit keinem bescherdenen Schicksale zufrieden, will er alles vor sich beugen. Die feindlicheArmee wird eilig über die Gebirge nach Böhmen verfolgt; aber bei Töplitzthut sie Widerstand, nimmt Rache für die Niederlage bei Dresden, undder Sieg krönet ihre Tapferkeit mit den erfolgreichsten Lorbeern. Ueberallwerden nun Napoleons Heere gesehlageu; die feindliche Linie bildet einendichten Halbkreis, der sich immer um ihn enger zusarainenzieht, unddoch will er seine Position an der Elbe nicht verlassen. Es ist der classi-sche Kriegsboden , wo Friedrich von Feinden umringt festhielt, und Na-poleon darf nicht unter Friedrich seyn.

Schlacht bei Leipzig. Endlich nöthigen doch Umstände und ernst-liche Betrachtungen den französischen Feldherrn, sich gen Leipzig zu wenden , wo er den i 5 . Oetober früh anlangt. Auf dem Fusse folgt ihm derFeind von allen Seiten her, und eine halbe Million Krieger steht sich hierfeindlich auf der kleinen Fläche von einer Quadratmeile entgegen. DieFranzosen 175,000 Manu mit 600 Kanonen ; die Allirten 280,000 Mannmit 1000 Kanonen. Nie sah noch die neuere Zeit so furchtbare und sozahlreiche Kriegsmassen aufgestellt. Drei Tage wird die blutige Völkerschiacht geliefert; aber der 18. Oetober entscheidet Deutschlands Befreiungvom fremden Joche und Frankreichs Demiithigung. Ungünstige Stellung , glück-liches Zusammentreffen der allirten Heerhaufen , u. Uebergang der Sachsen so-wohl als zum Theil der Würtenberger vollenden in der Schlacht das Verderbender Franzosen. 80,000 Mann ist ihr Verlust. Napoleon und sein Ueberrestvon zwei grossen Armeen nehmen nun eilig und in Unordnung ihre Fluchtgen Mainz und hinter den Rhein. Ganz Deutschland erhebt sich; beiHanau erwartet ein baierisches Heer die Flüchtigen und bringt ihnen nocheine Niederlage bei. Nur Kriegestrümmer erreichen den französischen Boden,mit Seuchen in ihrem Gefolge. Die Hoffnung beruht nun vor der Handauf dem Kreise von Festungen, welche das Reich umsehliessen, und aufden starken Besatzungen, die noch in Danzig, Magdeburg, Dresden undHamburg festhalten. Der Kriegsmann aber ist schon in Paris und veran-staltet die äussersten Mittel gegen die augenscheinliche Bedrohung; dennkein Unglück ändert ihn, und Gränzen will er sich keine stecken lassen.3 oo, 000 Mann werden ausgehoben; Frankreich ist unerschöpflich an Krieges-opfern.

Von Frankfurt am Main erklären die verbündeten Mächte: »dass sie»den Krieg nicht wider Frankreich, sondern wider seine Uebermacht fiih-»ren; dass sie den allgemeinen Frieden wüuschen unter Bedingung eines

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Bundesstaaten,

Areal

B E V

Ö L K E R U N

g i. J.

1 8 2 S.

Finanzen in Gulden.

Militär

Stimmen

in alphabetischer Ordnung.

in d. QM.

Katholik..

Protest.

Juden.

Total.

Einkünfte.

Staatschuld.

im Frieden.

im Kriege.

b. Bundestagim Pleno.

1. Anhalt - Bernburg, Herzog.

i 5 a/3

—

38,oio

3 90

1,200

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600,000

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I

2. >* » Dessau, » » .

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3 . » » Köthen, » » . . .

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1,600,000

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648

I

4 . Badeu, Grossherzog.

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346,000

18,000

1,112,000

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12 , 300,000

10,800

20,000

3

5 . Baiern , König.

1,382

2,700,000

1,046,000

54,000

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29,132,000

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53 ,ooo

71,000

4

6. Braunschweig, Herzog.

70

2,400

236 ,ioo

1,200

2.40,000

2,400,000

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2,400

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2

7. Bremen, freie Stadt.

3 «/4

—

48 , 5 oo

—

48,000

400,000

3 ,ooo,ooo

385

770

I

8. Frankfurt a. M., freie Stadt.

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5,800

41,200

5,200

52,200

760,000

8,000,000

473

946

I

9. Hamburg, freie Stadt.

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3,000

127,400

6,800

137,200

i, 5 oo,ooo

i 3 , 5 oo,ooo

1,298

2,596

I

10. Hanover, König... . ..

6 9 5

261,100

1,269,200

6,900

1,537,200

11,700,000

3 o,000,000

12,940

26,108

4

11. Hessen, Grosslierzog.

i 85

157,792

525,171

14,932

e 97 i* 9 5

5,878,000

13,900,000

8,400

12,390

3

12. » » Homburg, Landgraf.

7

2,o5o

18,200

i 5 o

20,400

180,000

45o,ooo

145

290

I

i 3 . >* » Cassel, Kurfürst.

208

102, 85 o

480,080

5,170

588,100

4,5oo,ooo

i,95o,ooo

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ii,358

3

i 4 - Hohenzoll. Hechingen, Fürst.

5 i/s

14,100

—

800

14,900

120,000

3oo,ooo

145

290

X

i 5 . » » Sigmaringen, Fürst.

18 1/4

37,600

—

4oo

38 ,ooo

3 oo,ooo

1,000,000

370

740

I

16. Holstein, Herzog.

172

1,000

434,000

i, 5 oo

436 , 5 oo

2,100,000

(Dänemark.)

3,900

6 , 5 oo

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17. Liechtenstein, Fürst.

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5 , 8 oo

—

—

5 , 8 oo

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55

110

X

18. Lippe-Detmold, » ».

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1,600

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—

72,5i5

490,000

700,000

690

i, 38 o

I

19. Lippe-Schanmb.» ».

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100

25,400

—

25,5oo

215,000

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240

480

I

20. Lübeck , freie Stadt.

6 a/3

400

45,600

400

46,400

400,000

3 ,ooo,ooo

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812

I

21. Luxenburg, Grosslierzog.

108

287,550

—

618

288,16s

1,800,000

(Niederlande.)

2,556

4,800

3

2 2. Mecklenburg-Sch wenn, Grossherzog.

223

9 So

426,869

3 ,o 58

430,877

2 , 300,000

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7,160

X

23 . » » Strelitz , » »* » .

36

5 o

74,645

7 65

75,460

5 oo,ooo

1,000,000

717

i,434

I

24. Nassau, Herzog.

82

1 49)652

177,ii 3

5 , 49 °

332,255

1,810,000

5 ,ooo,ooo

3,028

6 ,o 56

2

25 . Oestreich, Erzherzogthum etc.

3 , 56 i

10,357,610

111,000

94,000

10,562,619

70,500,000

(Kaiserth.)

94,822

140,000

4

26. Oldenburg, Herzog.

116

68,000

161,628

9 °°

23o,528

i, 5 oo,ooo

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2,177

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I

27. Preussen, König.

3 , 3 o 7

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i 3 o,ooo

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5 o,000,000

200,000,000

79,234

i 3 o,ooo

4

28. Reuss, alt. Furst.

6 3 / 4

—

23 , 35 o

i 5 o

24,5oo

140,000

5 oo,ooo

206

412

I

29. » » jung. Fürst.

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—

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5 o

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400,000

1,200,000

538

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I

3 o. Sachsen, König..,.

271

48,000

1,337,600

i, 3 oo

1,386,900

11,000,000

32 , 000,000

i 3 ,ooo

24,000

4

3 1. » » Weimar, Grosslierzog.

66 a/3

9,512

210,9 r 1

1,23 1

22 1,654

1,870,000

6,296,000

2,164

4,020

I

»3 1/347 ’fi

104, 3 o 8124,793

104,408

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600.000

900.000

824,000

3 ,ooo,ooo

33 . » » Coburg-Gotha ».

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1,200

i ,366

2,732

2

34 . » » Meinungen. » ».

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400

128,239

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35 . Scliwarzb. Rudolstadt, Fürst.

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56,67.5

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600,000

539

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I

36 . » » Sondersliauseu» ».

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I

37. Waldeck, Fürst.

21 1/,

800

52,700

5 oo

54,000

400,000

1,200,000

51,3

i,o 36

I

38 . Würtenberg, König.

348

462,857

i,o35,8i3

9,100

i,5o7,--o

8,357,000

27,300.000

14,900

27,000

4

Total:

n ,338 3 / 4

18,842,282

14 , 627,626

366,921

33,837,829

224,653,000

493,72o,uou|

328,157

522,740

69 *)

*) Rathe hat von den 17 Stimmen jeder grössere Staat eine s folgende aber haben nur zusammen eine Stimme : Die grossherzogl. und herzogl. Häuser Sachsens 1;

Braunschweig u. Nassau 1; beide Mecklenburg 1; Oldenburg, Anhalt u. Schwarzburg 1; Hohenzollern, Liechtenstein, Reuss, Lippe u. Waldeck 1; die 4 freien Städte 1, =: 17.

Allgemeines über Deutschland.

Deutschland, das noch vor wenigen Jahren aus mehrals 3 oo Ständen zusammengesetzt war, die sämtlich ihrenWahlkaiser als Oberhaupt anerkannten, hatte bei seiner da-maligen Einrichtung im allgemeinen ein ungeteilteres Interesseund war in seiner Wirksamkeit nach aussen viel stärker undconcentrirter als jetzt, wo die Bedürfnisse und Wünsche der38 an Macht so ungleichen Suveräne theils von einander ab-weichen, theils einander stracks entgegen sind, und auf dieseArt das Band der Einigung zerreissen. Allein in sich selbstund im einzeln hat Deutschland bei seiner gänzlichen Staats-veränderung unendlich viel gewonnen. Geistlichkeit undAdel, die so sehr vorherrschten, und mit ihren Privilegien soschwer auf dem Volke lasteten, sind nun in enge Schrankengewiesen; unzählige Abgaben und Dienste der seltsamsten Artwurden aufgehoben ; die Steuren weiser angelegt und gleich-förmiger vertheilt; die blos verzehrende Klasse eingeschränkt;der Staatshaushalt nach bessern Grundsätzen geordnet, unddie vielen Regierungen auf eine kleinere Anzahl herun-tergebracht. Bei der mindern Beschränktheit des Bürgersentwickelten sich Industrie und Handel weit vollkommner;durch die Möglichkeit, freieres Eigenthum zu besitzen, hobsich der Landbau und Wohlstand , und mit reichern Mittelnversehen konnten die erweiterten Staaten durch Befehl oderAneiferung heilsam für allgemein nützliche Einrichtungen wir-ken. Daher bessere und zahlreichere Strassen und Dorfwege;Vermehrung des Postenlaufs ; Eindämmung der Flüsse und;Verbesserung ihres Laufs; wachsamere Policei; mehr Sicher-heit der Personen und Sachen , Veredlung des Lebens durchmancherlei Genüsse, durch Wissenschaft und Kunst.

Was aber Deutschland ausser seinem soliden, in der Na-tur und Lage gegründeten Reichthuine vor allen andern Län-dern des Erdbodens auszeichuet, ist seine durcli Literatur,Schulen und sonstige Anstalten unterhaltene Aufklänung, welchesogar von Fremden bewuudert oder beneidet wird. Die Ge-lehrten und Küustler sind bei uns nicht, wie in den meistenübrigen Ländern, in einige Hauptstädte vertheilt, sonderngleichsam über das ganze Gebiet zerstreut, und nicht leichtist ein kleiner Flecken ohne einen oder mehrere in diesemoder jenem wissenschaftlichen Fache bewanderten Mann. Auf20 Universitäten wird Unterricht in allen hohem Wissenschaf-ten grösstentheils in unbeschränkter Lehrfreiheit ertheilt, unddie Studierenden sind weder klösterlich eingeschränkt, nochihrer Willkür überlassen. Je auf eine Million Bewohner mögen10 Mittelschulen (Lyceen und Gymnasien) kommen , worinalte und neue Sprachen, Geschichte , Geographie, Mathematikund Naturwissenschaft gelehrt werden; jedes Dorf hat seineSchule zum Unterricht im Lesen , Schreiben, Rechnen u. s. w.,vieler andern Institute von Wichtigkeit nicht zu gedenken. —Vielleicht wirft man all diesen Anstalten nicht ohne Grundvor, dass während der neuern Zeit darin nur zu -vielerlei,und das Nätzäche oder Nothwendige auf Kosten dieses Vieler-

lei nicht genugsam gründlich und haltbar gelehrt werde. —Zur Oeffentlichkeit werden Ereignisse, Verhandlungen, Ur-theile, Vorschläge, Wünsche u. s. w. gebracht durcli einegrosse Anzahl

Zeitungen , Zeitschriften und Anzeigcblätter:

Baden .

..

Frankfurt a. M.

Hamburg.

Hanover .

Hessen - Darmstadt. ■ • •

» » Cassel .

Mecklenburg.

Oestreich (deutsch). • • •

Preussen.

Sachsen (Kömgr.) . • • •

» » (herzogl.).

(Schweiz, deutsche • • • •

Würtenberg.

Uebrige kleine Staaten .

. 22.

. 48.

. 18.

- 22.

• r 9 *

. 18.

. i 3 .

■ 9 -. 40..288.

. 54.

. 26.10.)

• 29.

. 3 i.

Total: 647

Deutsche Universitäten.

Zahl der Stud i. J.

827.

Berlin. . . ..

Bonn. . 1 1 .*. 984*

Breslau. 99^.

Erlangen . a 56 .

Freiburg. I ^ D/ . 6 i 3 .

Giessen. 1 .. 4 r 8 .

Güttingen...

Greifswalde.^ .. 127.

Halle .* 1 HJ.Hi?«-

Kiel. a' 18 .

Leipzig. 1 , 384 *

M&rburg. 358 .

München. 1,342.

Prag. x 7 5 ..

Rostock.. .... 125 .

Wien 8 . l3 «\-..

Würzburg.. . • • • 647-

Total : 17,341.

*) Die älteste Universität im eigentlichen Deutschlande, undschon in den ersten zwei Ja »ren i3gß — V(m

Studenten besucht.

Statistisc

U e b

erste

h t der helvetischen Eidgenossenschaft.

CaNTONB SAMT IHREM HaüPTORT.

1. Zürich, (St. Zürich.)

2 Ilern, (St. Bern.) . . J Vorort

3 . Lucern, (St. Lucern.)

4. Uri, (Ort Altorf.) . .

5 . Scliwyz, (Ort Schwyz.) . . j Urc;

6. Unterwalden, *) (Ort Stanz.) ) .

7. Glarus, (St. Glarus.).

8. Zug, (St. Zug.).

9. Fryburg, (St. Fryburg.) . . .

ro. Solothurn, (St. Solothurn.) . .ir. Basel, (St. Basel.).

12. Schaffhausen, (St. Schaffhausen.

1 3 . Appenzell, **) (St. Appenzell.)

14. St. Gallen, (St. St. Gallen.) -

1 5 . Graubündten, (St. Chur.) .

16. Aargan, (St. Aarau.) . . .

17. Thurgau, (St. Frauenfeld.)

18. Tessin, (St. Bellinzona.) .

x 9 -

20.

21.

22.

Waadt, (St. Lausanne.)Wallis, (St. Sitten.) ....Neuenburg, (St. NeuenburgGenf, (St. Genf.).

Beitritt

Areal

Bevölkerung i. J. 1828.

Contin-

Klöster

Zur Eidgenoss.

in d. QM.

Protestanten.

Katholiken.

Juden.

Total.

gkut. ***)

Im Jahre i 35 r

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223,240

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Total:

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1,218,110

817,110

1,810

2,037,0.40

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114

Jeder Canton ist in Sachen, die nicht den ganzen Bund betreffen oder ver-pflichten, unabhängig, und hat seine eigentümliche Verfassung: die drei Torortesamt Fryburg, Solothurn, Basel, Schaffhausen und Genf sind gemässigt aristokratisch;die drei Urcautone samt Glarus, Zug, Appenzell, Graubündten und IValhs remdemokratisch; die übrigen fünf gemässigt demokratisch, und Neuenburg allemmonarchisch mit Ständen.

Die Centralregierung oder Tagsatzung, welche ans einem Präsidenten, so dererste Amtsbürgermeister oder Schultheiss des wirklichen Vororts ist, und aus zweiund zwanzig Gesandten der 22 Cantone besteht, versammelt sich regelmässig all-jährlich anfangs Juli in der Hauptstadt eines der 3 Vororte, die je von zwei1 zwei Jahren diese Ehre abwechselnd theilen. So z. B. findet die Tagsatzungährend 1827 und 1828 in Zürich statt ; dann geht sie nach Bern und zwei Jahre

darauf nach Lucern. Ausser der Zeit versammelter Tagsatzung wird die Leitungder Angelegenheiten, dem wirklichen Vorort übertragen, welchem auch künuensechs Repräsentanten beigesellt werden, deren erster von den nicht wirklichen zweiVororten, und der zweite von den 3 Ureantonen bestimmt wird. — Ausserordentlicherff r eise versammelt sich die Tagsatzung, wenn der Vorort sie ausschreiht, oder wennfünf Cantone sie liegehren. — Sie erklärt Krieg und schliesst Frieden; sie errichtetBündnisse mit auswärtigen Staaten, oder hebt sie auf; jedoch sind bei diesen wichti-gen Verhandlungen 3/4 der Stimmen erforderlich, während sonst die absolute Mehr-heit hinreichend ist.

Die Geldbeiträge zur allgemeinen Staatsverwaltung werden je nach 20 Jahren neuregulirt; gegenwärtig machen sie zusammen 362,713 Gulden aus.

»Gleichgewichts der Staaten, und dass sic die Waffen nicht werden nie-• derlegen , bis dieses erreicht sei.« Da Napoleon aber die gemässigte Spra-he nicht verstellt, und die Gränzeu der fianzösisiben Republik ihm vielzu enge sind, so findet ein vorgeschlagener FHedensrongress in Manheimnicht statt. Deutschland ist schon befreit; aber die künftige Ruhe nochnicht gesichert.

Besetzung Frankreichs durch die Alltrten. Der Winter steht vorder Thiire, und Napoleon behauptet zuversichtlich, dass die Allirten nichtwagen über den Rhein zu setzen, um tief in Frankreich einzudringenAllein diese lassen sich 11m so weniger von der Jahreszeit aufhalten, ihrenwohl entworfenen Plan auszuführen, als im Norden bereits alle Festungengefallen sind, Holland eingenommen ist, o. Napoleon zum erstenmal vomSenat und vom gesetzgebenden R athe Widerstand erfahren hat. Vorn Rheinund von Holland , aus Italien und von den Pyrenäen herab ergiessen sich unge-heure Srhaarcn in das Gebiet, Jas seit 25 Jahren die Welt beunruhigt oder be-siegt hat. Die lange Festungsreihe wird im Rücken gelassen und nur heol>-achtet. Gleichwohl zeigt sieh Napoleons Kriegesgeist wider diese furcht-bare Ueberzahl im höchsten Glanze; wo er befehligt ist fast immer Sieg imGefolge : bei Brienne , Montmirail, Vauchamps , Joinville , Nangis und

Montereau. Diese errungnen Vortheile machen nun auch, dass er hei demin Chatillon eröffneten Congress seine Forderungen steigert. Die Allirten aberlassen sich keineswegs nachgiebig finden, weil sie ihre gemessene Stärkeund seine notliwendige Schwächung wohl kennen. Man erstürmt die Pässenach Paris, der Montmartre wird siegreich besetzt, und die Hauptstadt er-gibt sich. Der Senat, bisher das sdavisrhe Werkzeug Napoleons , ent-bindet nun das Volk und Heer seines dem Kaiser gethanenen Fides. Napo-leon will zu Gunsten seines Sohnes abdanken; allein er muss sich in di<harten Umstände fügen, und mit dem Kaisertitel die kleine Insel Elba alssein Reich beziehen. Rührend nimmt er zu Fontainebleau Abschied von sei-nen Garden. Die verbündeten Monarchen in Paris dictiren für Frankreicheinen milden und ehrenvollen Frieden, setzen die alte bourbonische Dynastiewieder auf den Thron, und begeben sich nach Wien, um die Angelegen-heiten Kuropens daselbst in einem Congresse völlig zu ordnen.

Congress in Wien und Napoleons neuer Auftritt in Frankreich.Der grösste und wichtigste Congress aller Zeiten, wobei ausser zwei Kaisernund vier Königen eine erstaunliche Anzahl von Staatsmännern und Agentenaller Theile Europas sich versammelt, hat begonneu und aller Augen sindauf das wohlthätige Werk gerichtet, das in Oestreichs Hauptstadt soll vollbracht werden. Aller lange harrt man vergebens , ein erfreuliches Resultatzu seheu; die kostbare Zeit geht in Beschäftigung mit kleinlichen Dingenverloren, und ehe nur das Nothwendigste geordnet ist, vereinigt ein Ereig-niss die schon dissentirendeu Cabiuete wieder zur Eintracht. Der kaiser-liche Fürst von Elba nämlich sah unverwandt auf den Gan^ der Angelegen-heiten in Frankreich und am grossen Congress; er nahm leicht die Gährungiu beiden wahr, und trat wieder plötzlich, den 1. März i 8 i 5 , mit kaum1200 Begleitern zu Frejus auf sein theures Gebiet. W ie eine Lawine ziehter in seinem Laufe alles an sich: Grenoble, Lyon und Paris empfangen ihnjubelnd ; der König ist geflohen , Napoleon setzt sich ohne ßlutvergiessenwieder auf den Kaiserthrozi , und die Welt staunet oh der wundervollenBegebenheit. Er genehmigt wider Willen u. wider natürliche Neigung nicht nurdie Constitution, sondern erweitert sie noch; und entsagt dein Kaiser-throne zu Gunsten seines Sohnes. Doch all dieses nur jm Drang der Um-stände , bis ihm bessere Zeiten Gelegenheit gäben , die nicht zu verschmer-zende Alleimnaclit wieder an sich zu reissen.

Die versammelten Monarchen in Wien .ober sprechen wider ihn, sobaldsie dessen Landung erfahren, eine Art Bannfluch aus, und auf seinenKopf wird ein Preis von zwei Millionen gesetzt. Man lässt sich in keineUnterhandlung mit ihm oder seinen Abgeordneten ein; sondern ungeheureArmeen werden in Bewegung gesetzt, um den Löwen auf immer zu ver-nichten. Die Rüstungen sind furchtbar, der Krieg dauert jedoch nur kurz;denn eine blutige Schlacht am 16. Juni hei Waterloo oder Belle - Allianceentscheidet vollkommen. Die Sieger Wellington und Blücher ziehen bah!in Paris ein; Napoleon irrt verlassen umher, bis ihn der englische CapitänMaitland in sein Linienschiff aufnimmt Hier übergibt er sich als Privat-mann dem Schutz der englischen Gesetze; allein die Landung wird ihm ver-sagt, und als Gefangener aller Verbündeten muss der Sclireckensgeist aufdie einsamste Insel des Oceans segeln, wo er nacli namenloser Kränkungaiu 5 . Mai 1821 erlischt.

Schlussacte des wiener Congresses den p. Juni i 8 i 5 . Nach vieler-lei Entzweiung ward endlich hei Napoleons Wüederauftritt in Frankreichdie ewig denkwürdige Schlussacte des wiener Congresses zu Stand gebracht,und von Oestreich, England, Russland, Frankreich, Preussen, Schwedenund Portugal unterzeichnet. Spanien aber versagte die Unterschrift, undder Pabst blieb hier wie in ähnlichen Fällen Protestant.

Zufolge dieser wiehtigen Urkunde nun l>ehielt der russische Koloss seinefrühem, im tilsiter Friedenschluss gemachten Erwerbungen von Preussen;er nahm vorweg Polen bis auf wenige Bezirke, die unter dem Namen Gross-herzogthum Posen hei Preussen verblieben, als Königreich fur sieb. —Preussen wurde durch zwei Funftheile von Sachsen und durch anselmlieheLandstriche zwischen Rhein und Maas für seine grossen Verluste von 1807hinlänglich an Volkszahl und Einkünften, nicht aber an Rundung und in-nerer Starke entschädigt. — Oestreich versicherte sich grösstentheils wiederOst - und Westgallizien , Tyrol, Salzburg und das vermehrte Illyrien; seinreichster Gewinu jedoch war Venedig samt der schönen und wohlhegränztenLombardei. — England behielt Malta, Helgoland, das Cap, seine wichtig-sten Erwerbungen in Ost- und W estindien , die Schutzherrlichkeit über dieRepublik der jonischen Inseln, und endlich nahm es sein sehr erweitertesHanover als deutsches Königreich zurück. — Ihm verdankt auch das her<*e-stelite Königreich Sardinien die Erwerbung von Genua , so wie das König-reich der Niederlande samt dem deutschen Grossherzogthuin Luxenburg le-diglich seine Schöpfung ist — da jenes im Südosten, dieses im Nordosteneine Vorluit gegen Frankreich bilden sollte. — Schweden liess sich den Be-sitz Norwegens bestätigen, und Dänemark musste sich dafür mit einem Stückvon Lauenmirg begnügen. — Der Pabst ward in sein weltliches Reich wie-der eingesetzt—; wiedereingesetzt wurden auch die Könige von Portugalund Neapel y — und die helvetische Eidgenossenschaft erhielt einige Erwei-terung. — Gleichsam wie zum Spiel bei guter Laune ward das FreistatehenSan -Marino erhalten, und die freie Stadt Krakau geschaffen.

So waren nun die europäischen Hauptmächte grossenthcils nach Grund-sätzen befriedigt, die sie noch kurz vorher an Napoleon verdammt und mitWaffen verfolgt hatten. Das politische Gleichgewicht ging verloren, undein europäischer Gewalthaber ward blos mit einem andern, vielleicht muhefahrlicheni vertauscht, als man die auf Preussen und Oestreich drückendeLast Russlands so beträchtlich vermehrt. Polen uud Sachsen sind unnatür-lich zerrissen; die unter verschiedene deutschen Fürsten zersplitterten Ge-biete jenseit des Rheins versprechen weder eoncentrirte Kraft noch langeDauer, und die stärksten aller Gränzen , die Bollwerke der Natur undVölkerfamilien, blieben fast überall unbeachtet.

Congresse , die nach dem wiener folgten :

818. Congress zu Achen wegen Zurückziehung der fremden Besatzungstrup-pen ans Frankreich, und wegen Erfüllung der Geldzahlungen diesesLandes an die Allirten. Frankreich tritt dem heiligen Bunde bei.

1820. Congress zu Troppau gegen die constitutionellen Aufstände in Spanienund Portugal.

1821. Congress zu Laibach , wo man Ferdinand I., König von Neapel, sei-nes Eides entbindet, und Oestreich mit der Unterdrückung der con-stitutionelleu Aufstiinde in Italien beauftragt.

1822. Congress zu Verona , wo Frankreich beauftragt wird, die allerwärfsanerkannten Stände Spaniens oder die Cortes aufzuheben. — Die öf-fentliche Meinung hat diesen Congress für den letzten erklärt, undder geistreiche sowohl als fruchtbare Schriftsteller de Pradt , ehniali-ger Erzbischof von Malines, ist der Geschichtschreiber dieser sämtli-chen Congresse und der Prophet ihrer Resultate geworden.

Der deutsche Staatenbund, nach der wiener Congressactevom 8. Juni i 8 i 5 .

Deutschland, welches unverschuldet so lange der Schauplatz unddie Beute heilloser Kriege gewesen, hatte im glorreichen Kampfe widerden Alleinherrscher durcli seine inwohnende Kraft das Meiste zu einer neuenOrdnung politischer Einrichtungen beigetragen, uud durfte also mit Rechterwarten, dass sein Wohl von dem Congresse vorzüglicli berathen werde.Die Hoffnungen und Wünsche waren gross ; aber nicht ausser Verbältnissmit erduldeten Leiden und gebrachten Opfern. Was zu seinem From-men geschah oder verbeissen wurde, ist zwar viel, allein es befriedigtenicht genugsam.

Zufolge der Bundesaete nun vereinigten sich die 34 regierenden FürstenDeutschlands und die vier freien Städte zu einem selbständigen ewigen Bund,welcher die innere und äussere Sicherheit seines ganzen Landes und dieUnverletzlichkeit seiner einzelnen Staaten zuin Zwecke hat. «— Die Bundes-glieder sind in Ansehung der Rechte einander gleich. — Die Abfassung vonGrundgesetzen soll das erste Geschäft der Bundesversammlung zu Frankfurtseyn. — Iin Pleno entscheidet von 69 Stimmen die absolute Mehrheit • imengern Rathe von 17 Stimmen werden zwei Drittheile zur Abschliessung er-fordert. — In organischen Bestimmungen gilt nur Unanimität. — Krie<* zwi-schen den Bundesgliedern findet nicht statt; ihre Zwistigkeiten werden aufdem Bundestage oder vor einer Austrägalinstanz geschlichtet. _ Im Bundes-kriege keine theilweise Unterhandlung oder Abschliessung._

Dieses die allgemeinen, und folgendes die besmulern Bestimmungen :Errichtung oberster Gerichtshöfe. — Landständischc Verfassung in allen

(!) Bundesstaaten. — Regulirung der Verhältnisse Mediatisirter. _ Ueber

Schuldenwesen und Pensionen. — Gleichheit bürgerlicher und politischerRechte aller christlichen Confessionen. — Befugniss, ohne besondere Abga-ben Grundeigentum in andern Staaten zu besitzen, — frei aus einemdeutschen Gebiet ins andere zu ziehen , — mit Ausnahme der angeborneuMilitärpflichtigkeit, daselbst Civil - und Militärdienste zu nehmen. _ Zu-

sicherung (!) feien Haiulels und freier Schiffahrt auf deutschen Flusssen.(Noch bestellen über 3 o Mapthlinien !) — Zusicherung (!) der Pressfreiheil.

(Unterdessen vom Congress der deutschen Minister in Carlsbad verschärfeCensur!) J

Die Constitution des deutschen Bundes erhielt indessen ihre eigentliche Vollen-dung erst durch eine in 65 Artikeln abgefasste Schlussacte gehaltener Minister-•onferenzen in Wien den i 5 Mai 1820. Jene Artikel betfeffen hauptsäch-lich : 1. Wirksamkeit und Competenz der Bundesversammlung. 2. Be-stimmung der Gegenstände, wofür die engere Versammlung hinreicht,oder eine Plenarsitzung nothwendig wird. 3 . Ausgleichung der Zwistig-keiten unter Bundesgliedern. 4. Vollziehung der Beschlüsse. 5 . Verhult-»e zu fremden Staaten, und Beschluss über Krieg oder Frieden.

Im Fall eines Krieges wird der Oberfeldherr ven der engern Ver-sammlung des Bundes erwählt, und von ihr allein empfängt er Vollmachtund Befehl, so wie er unmittelbar mit ihr correspondirt. Den Operationsplanzu entwerfen, abzuändern, auszuführen, bleibt lediglich ihm überlassen,und er ist keineswegs verbunden, diesen Plan vor der Ausführung irgendjemanden mitzulheileu, wenn er es nicht für gut findet. Nur erst nachdem Anfang der Ausführung hat er die Umrisse seines Plans der Bundes-versammlung vorzulegen; aber verpflichtet ist er, ihn im voraus so um-ständlich als nur möglich aufzuzeichnen, damit im Falle eines den Ober-feldherrn seihst treffenden Unglüks sein Nachfolger hinreichend dadurchunterrichtet werde, um die weitere Leitung besorgen zu können.

*) Eingetheilt in Obwald und Nidwald. t . , ,

**) Eingetheilt in Ausserrhoden und Innerrhoden; jenes protestantisch, dieses kathoUsch.

***) Uebrigens ist jeder Bürger

iu mnerniotien , jenes -- .

das 20 Jahr erreicht hat, Soldat; er muss sich bewaffnen, nach der Uniform seines Cantons kleiden, u. seiner Truppe einverleiben.

No. XXXV. HISTORISCH-STATISTISCHE TAFEL VON DEUTSCHLAND UND DER SCHWEIZ i. J. 1828.

Gedruckt und verlegt bei Joh. Velten,

*

Kunst - und Musikalienhändler in Carlsruhe, 1828.