Amerika in historischer, physischer und politischer Ansicht vom Jahre 1827.
Plan dieser Tafel.
Es ist inaner unser Bestreben, den Text, welcher die Carlen begleitet, auf dasWesentliche zu beschränken, und nur Gegenstände aufzufuhreii, die Nachdenkenveranlassen, oder grosse Resultate in ihrem Gefolge haben. So beseitigen wirdemnach alles, was rein elementar ist, w f ie z. B. die Benennung der Vorgebirge,der Baien, Flösse und ähnlicher Dinge, deren blosse Namen jede Carte hinlänglicham geeigneten Orte angibt. Wir liefern einen allgemeinen Abriss von Amerika; eineSchilderung der physischen Beschaffenheit dieses ungeheuren M\ elttheils; einenUel>erblick seiner Gewässer u. Verbindungen durch Müsse sowohl als Meere; dennsolche Angaben lassen überhaupt von der Gestaltung, der Regellosigkeit und denwechselweisen Verhältnissen der grossen Randgebiete urtheilen.
Sodann geben wir zum Abriss der vier grossen historischen Zeiträume der neuenWelt über: i. Amerikas Entdeckung durch Cohunbus ; 2. Mexikos Eroberung
durch Cortez ; 3 , Perus Eroberung durch Pizarro, mittels welcher Amerika unterColonien und in Abhängigkeit von Europa kam; 4. Umwälzung der nachmalsuiul nunmehr sogenannten vereinigten Staaten Nordamerikas, und die noch neuemUmwälzungen im spanischen und portugiesischen Antheile, womit für diese Halb-
Am erika im Allgemeinen. -
Es war eine Streitfrage unter Gelehrten, ob die Alten je eine Kenntnis» von Ame-rika gehabt hätten ; denn Plato u. Diodor aus Sicihen reden wirklich von einer unge-heuren Insel oder einem grossen Festlande, das sie Atlantis nennen, und nach W e-sten unfern der Säulen des Herkules, der heutigen Meerenge von Gibratar, verle-gen. Wenn sie diese Erwähnung nicht blos aus ihrer Phantasie machten, und das
Land wirklich Amerika war : so sieht man doch, dass sie in Betreff seiner Entfei-nung grob irrten. Ueberhaupt wird die Stelle Platos heut zu Tage für nichts alseine Allegorie angesehen, deren er sich oft bediente, um seinen geistreichen Hypo-thesen den Schein von Wirklichkeit zu geben.
Seneca sagte in seiner Medea buchstäblich die Entdeckung der neuen Welt \ orans,allein nur der glückliche Zufall hat seine poetische Eingebung seither in eine Prophe-zeiung verwandelt. Mela redet von Fremdlingen, welche vom Sturm an dieWestküste Galliens geworfen worden, und Aelian erdichtet ein Land, wo man dasGold mit Händen aufschöpfen könne. Kurz, das hohe Alterthum bietet uns nichtsdar, was in dieser Hinsicht eine ernstliche Beachtung verdiente. Das Mittelalteraber hat einigen Stoff hinterlassen, des Cohunbus Entdeckung, als erste betrachtet,zweifelhaft zu machen. Handschriftliche Garten des Venetianers A. Biancki nämlich,
492 verfertigt, sollen vor
und die völlige Unabhängigkeit der neuen Welt
Amerikas Entdeckung durch Columrus.
Inhalt des Textes.kngel ein anderes Daseyn beginntherbeigeführt scheinet.
W ir scliliessen endlich mit einer gedrängten Uebersicht, worin zugleich das All-gemeine und Besondere, was diesen Welttheil betrifft, vor Augen gestellt wird;als : die Namen seiner Staaten , ihr Flächenraum, ihre Bevölkerung , physische u.politische Beschaffenheit; durch wen, wann und wie sie entdeckt und mit Colonienversehen worden; ihre merkwürdigen Erzeugnisse und ihre Naturseltenheiten. Ne-benan rechts werden chronologisch die Reisenden aufgefuhrt, welche Amerika inneuerer Zeit erforscht haben. Zu erinnern ist noch, dass einige der politischen Abtheilungcn und ihre Gränzen auf der Carte nicht scharf genug konnten angegebenwerden, weil die Umgestaltung ihr Ende noch nicht völlig erreicht hat, und dieZeit allein den Bestand oder die Veränderung dieser Gebiete lehren wird. Auf denSnpplementtafeln, welche die ausführliche Darstellung dessen sind, was hier nurals allgemeiner Inhalt erscheint, sollen die Veränderungen angezeigt werden,welche bis dahin Statt haben dürften.
-Den Alten unbekannt.
Columbus ansehnliche Inseln westlich der Azoren angegeben, und einer derselben,den Namen Antillia , gerade in der Gegend, wo die Antillen liegen, ertlieilt ha-ben. Diese seltene Aehniicbkeit in Namen und Lage musste natürlich als ein ungün-stiger Lichtstrahl auf des Columbus Entdeckung fallen. Allein wenn die aufgefund-nen Länder den Namen später für die Carte hergaben , oder die schon auf derselbengeschriebenen Namen auf das seither entdeckte Land angewandt wurden: so hebtsich die Schwierigkeit, und die Antillia des Mittelalters, die man nicht aufgefun-den hatte, ist trotz der wirklichen Antillen ein erdichtetes, fabelhaftes Land, oderübel angebracht vielleicht eine der unbestimmten Entdeckungen des Marco Polo.Wäre sie zufolge früliern, wirklichen oder fabelhaften Nachrichten oder Endeckun-gen auf der Carte gezeichnet worden, so hätten sich ohne Zweifel davon Spuren er-halten, deren sich sowohl Neid als Bosheit in der Verfolgung des unglücklichenColumbus zn erinnern nicht würden versäumt haben. Aus diesem Stillschweigenaber, wie aus jenem der Geschichtschreiber und der amerikanischen Ueberlieferun-gen, kann man sicher schliessen, dass weder die frühere Zeit, noch das Mittelalterirgend eine Kenntniss von der eigentlichen neuen Welt vor des Columbus Entde-ckung hatte, welchem daher in den Jahrbüchern des Erdkreises dieser Ruhm ganzund allein auf immer bleiben wird,
. J. i 436 , u. der berühmte nürnb. Globus , von Böheim i
Physische Beschaffenheit; Groesse und Bevoelkerüng Amerikas.
Amerika oder die neue JVelt, im Osten durch das weite und wilde atlantischeMeer, im Westen durch den ungeheuren stillen Ocean von der alten Welt abgeson-dert , ist ein Festland, welches in seiner Länge beinahe von Pol zu Pol reicht.
Mit dem nördlichen bängt es theils durch Land, tlieils durch ewiges Eis zusam-men, und dem südlichen nähert es sich bis auf 35 Grade. Dieser grosse Welt-theil, welcher alle Jahreszeiten zumal vereinigt, zerfällt offenbar in zwei Massen,die nur mittels einer krummen und sehr schmalen Landenge verbunden sind. Esist wahrscheinlich, dass die unaufhörliche Bewegung der Fintlien, und die wechsel-weise Macht beider Oceane schon lang ein leichtes Bollwerk würden niedergerissenuud ihre Wasser vereinigt haben, wenn die schmale Landenge nicht gewaltig festwäre, und in ihrem Grunde auf einem starken Gebirgsfuss ruhete, dessen Zugesie nachgeht. Dieses Gehirg ist nur ein Fortsatz jener längsten , höchsten und ammindesten unterhrochnen Gebirgskette, die Andes oder Cordilleras de los Andesheisst. Sie erhebt sich in Patagonien auf der äussersten Spitze des südlichen Theils ,durchzieht ihn westlich von Süden nach Norden bis zur Landenge von Panama,deren Krümmungen sie genau folgt, und in das nördliche Festland ubergelit, wosie auf hoher Breite sich in Gegenden verliert, die wir noch wenig kennen. IhreGipfel sind bis unter die heisse Zone mit ewigem Schnee bedeckt, und hier kannman ohne langen Weg all unsere vier Jahreszeiten, die wie Stufen über einanderliegen, in kurzer Frist ersteigen. DerChimborasso, der höchste Gipfel dieser Gebirge,ist 20,148 Fuss hoch über dem Meerspiegel, u.ragt also weit über alle BergspitzenEuropas. Diese berühmten Andes können als vornehmste Basis betrachtet werden,auf welcher das Gerüst der neuen Welt ruht, die sich vornehmlich in die Längeausdehnt. Im Westen bilden sie eine Schutzwehr wider die Angriffe des stillenMeeres; im Osten gewähren die vom Hanptstamme länger oder kürzer auslaufen-den Gebirgsäste eine Stutze für die vom atlantischen Ocean gedrängten Lande, undgeben sieb unter einander selbst zugleich mehr Festigkeit. Je zuweilen ergiessensieh von diesen Gebirgen nach Westen hin zufällige Ströme, die für das Bedürf-nis» der sandigen und duren Küsten Perus und Chilis, wo es in gewissen Strecken,zufolge einer von den Physikern viel aber ohne Erfolg untersuchten Naturerschei-
Beider Amerika Verbindungen
nung , niemals regnet, mehr als hinreichend sind. Nach Osten hingegen sind dieAndes das Geburtsland einer Menge von Quellen, die ein unermessliches Gebietfruchtbar machen, sich in ihrem Laufe erstaunlich vergrössern, und bei ihrer Mün-dung als die ansehnlichsten Flüsse der Welt erscheinen. Wie aber kein Gut unterdem Monde, das nicht von einem Nachtbeil begleitet ist, so gewäliren die Andesdem ganzen Länderstock Amerikas seine Gmndfestigkeit nur auf Kosten der ihnenzu nächst liegenden Gebiete, welche bei den häufigen Erdbeben, die ein unterirdi-sches , und von diesen ungeheuren Bergrücken eingepresstes Feuer verursacht, sehrviel zu leiden haben. Es gibt wenige der ehemals spanischen Niederlassungen, dieseit ihrer Gründung nicht schon mein* als einmal dadurch wären verwüstet worden.
In der nördlichen Ländermasse zieht die Fortsetzung der Andes, welche dem Polzu in die sogenannten steinichten Gebirge auslaufen, an der westlichen Küste hin,und sendet ihre Wasser von der Abendseite zum stillen Meer, von der Morgenseiteaber zum Flussgebiet des Mississipi. Im Osten streicht ein isolirtes Gebirg, dieApalacken und Alleghany, nordwestlich, und liefert die Wasser seiner Morgenseitezum atlantischen Ocean, jene der Abendseite aber gleichfalls zum Mississipi, welcherso das Rinnsal für ein ungeheures Flussgebiet wird, wo sich die erstaunliche Wasser-menge der zwei erwähnten Gebirgsabdachungen vereinigt.
Endlich laufen, mehr oder minder parallel, zwei Seitenäste quer durch von We-sten nach Osten, und bilden zwischen sich, da sie ihre Quellen hier von Nord unddort von Süd zusammensenden, eine solche Wassermasse, dass eine Reihe vonSeen entsteht, die in Ansehung ihrer Zahl und Grösse, ihrer Verbindungen undWasserfalle nirgends auf dem Erdboden ihresgleichen haben. Mau zahlt ihrer bei-nahe 200, und etliche davon könnten für kleine Mittelmeere gelten. Wir wollennoch erwähnen, dass ganz Amerika ungefähr 771,900 deutsche Quadratmeilen ent-halten mag, wovon mehr als die Hälfte auf den nördlichen, das übrige auf den süd-lichen Theil kommt. Die Angabe der sämtlichen Bevölkerung ist sehr unsicher;Morse, ein amerikanischer Geograph, setzt sie offenbar zu hoch auf 60 Millionen ; siemag aber 38 Millionen betragen.
DURCH Fr.UESSE UND MEERE,
Es gibt keinen Tlieil der Welt, wo man nützlichere n. leichtere Flussverbindungenantrifft als hier. Wir sahen schon oben in der physischen Beschreibung, dass dieNatur im nördlichen Amerika mittels des Mississipi von selbst sowohl eine Verbin-dung zwischen dem westlichen und östlichen Ocean, als auch zwischen beiden Meer-busen Mexikos und dem Flusse St. Laurenz von Süden nach Norden hergestellt bat.Der Fluss Mississipi, welcher zu den grössten der Welt gehört, durchläuft 820deutsche Meilen, nimmt eine erstaunliche Anzahl starker und schöner Ströme auf,worunter westlich der Missuri, östlich der Ohio; mittels seiner Zuflüsse reicht erbeinalie zu den Seen Canadas im Norden , zuui stillen Meer im Westen durch dieColumbia, während er im Süden durch einige Arme in den Meerbusen Mexikosfällt, und so eine der herrlichsten Flussverbindungen ausmacht. Welch ein weitesFeld für Cultur und Reiclithüiuer, in voller Berührung mit allen ersinnlichen Wegen 1zum Absatz, und dabei jegliches Hulfsmittel der Kunst und bürgerlichen Einrich-tung, welche diesen Naturvortheilen bald noch einen hundertfach liöhern Werth er-theilen werden! Durch Thätigkeil, Betrieb und Macht der vereinigten Freistaatenwird diese Vervollkommnung in jedem Sinne als Mittel eines Völkergluckes, demnoch keine Glanzen abzusehen sind, herbeigeführt werden. Sie haben das Vermö-gen, solche Unternehmungen zv» machen; Gesetze, die sie ihnen sichern , und eineso günstige Lage von Natur, dass sie der Frucht ihrer Bemühung in voller Ruhe ge-messen können. Hier ist das Vaterland der Dampfmaschinen, welche für kein an-deres Land so geeignet sind; und was lässt sielt mit diesen mächtigen Werkzeugen,deren Wirkungen .11 Zauberei gränzen, nicht alles unternehmen und ausführen ?
Wendet man seine Blicke von liier weg auf Südamerika , so findet man dasselbenicht minder gut abgetheilt. Drei ungeheure, vom Tribut einer zahllosen Mengeandrer bereicherte Flüsse durchziehen das Land : der Orinoko, einer von den schön-sten Flüssen Südamerikas; der Arnazon oder Maranon, einer von den grösstenFlüssen der Welt, beinahe 1000 Meihnlang, wovon an 600 schiffbar sind;endlich der Rio de la Plata oder Plantastrom, aus Vereinigung des Uruguay, Pa-raguay und der Parana entsanden.
Die zwei ersten dieser ungeheuren Ströme stehen mittels ihrer Zuflüsse und einesseltenen Naturspieles fast von ihren Quellen an mit einander in Verbindung , so dasssie iiu Innern dieses grossen Festlandes erstaunlich weite u. schlangenförimige Wan-derungen begünstigen. Eine andere, besonders auch für Europa wichtige Verbin-dung , die das Vuge auf der Garte Amerikas begierig sucht, und der Geist vollGeschäftigkeit entwirft, ist die unmittelbare Vereinigung beider Oceane.
Die schmale Landenge, welche Nord - und Südamerika verbindet, führte schon
guten Hoffnung ersparete, und endlich für die langwierigen und erfolglosen Ver-suche, eine nordöstliche oder nordwestliche Durchfahrt aufzufinden, genügsamenErsatz gäbe. Je mehr unsere Kenntnisse u. Entdeckungen dieser noch in vielem Be-trachte neuen Welt sich erweitern, desto gegründeter scheint die Hoffnung zu wer-den , einst diesen grossen und nützlichen Entwurf ausgeführt zu sehen. Herr vonHumboldt, welcher mit allem, was schon über diesen Gegenstand gesagt worden,seine aus eigener Untersuchung entsprungene Ansicht verbindet, gibt fünf verschie-dene Punkte an, für welche man die Ausführung bis jetzo vorgeschlagen hat:
1. Die Landenge von Tehuantepec , 26 deutsche Meilen breit, erforderte zweierFlüsse wegen nur einen Canal von etwa 4 1/2 deutschen Meile, den jetzo schon einschöner Fahrweg zum Theil ersetzt.
2. Der See Nicaragua samt dem Flusse St. Johann lassen zwischen beiden Meerenzwar nur eine sehr unbeträchtliche Landstrecke; die Hindernisse aber scheinen hierdennoch unüberwindlich.
3 . Von Panama nach Porto - Bello hat man mittels des Rio - Chagre, w'elcher zumMeer der Antillen fallt, einen Canal für Schiffe, die nach Ostindien Handel treiben,vorgeschlagen; allein Herr von Humboldt meint, dass hier nur eine Durchfahrt fürplatte Schiffe zu hoffen wäre.
4 » Bei der Bai von Quipuca, südöstlich von Panama, ist die Verbindung beiderMeere mittels zweier Flusse so sehr erleichtert, dass es zur Durchfahrt nur einesCanals von etwa 3 deutschen Meilen bedurfte.
5 . Südlich vom Cap Corientes bietet sich eine noch günstigere Beschaffenheit dar,wenn man nicht vielmehr sagen soll, dass die grosse Aufgabe daselbst schon gelösetworden. Ein schlichter Pfarrer hat ausgeführt, was die Weisen ohne Erfolg such-ten; erlies 1788 durch seine Pfarrgenossen einen kleinen Canal graben, welcherdie Flusse Atrato und San Juan verbindet, so dass es für kleinere Schiffe möglichward, während der Regenzeit von einem Meere ins andere zu segeln. Es ist über-haupt kein Zweifel, dass Mexiko und Columbia die Wohlthat ihrer Unabhängigkeitauch zu diesem Zweck anwenden, und des Menschen thätige Hände in wenig Jahrenhierin einen vollkommenen Sieg über die Natur erlangen werden. Dieser mit Wis-senschaft und neuen Maschinen geöffnete W eg wird die Verhältnisse der Erdbewoh-ner ändern, den Sitz des Handels und vielleicht der Weltherrschaft anderswohinverlegen. Durch seine vollständige Befreiung, den Waclisthnra seiner BevölkerungundReichthiuner, die Allgemeinheit und Gleichförmigkeit seiner politischen Grund-sätze , durch seine natürliche Ausdehnung, die fast in gleichem Abstand einerseitslängs Europa und Afrika, anderseits längs Asien hinzieht, scheinet Amerika beru-
oft Geographen und Seefahrer auf die Gedanken, zwischen den zwei Weltmeeren [fen, die Waage und das Schicksal des Erdkreises in seiner Hand zu halten. Lang«die unschätzbare Verbindung möglich zu machen, welche innerhalb der W f endezirkelj war es in Abhängigkeit und Sclaverei der alten Welt: könnte in Zukunft nichteine sichere u. gefahrlose Durchfahrt nach China u. Indien gewidmete, beide Welten das Gegentheil eintreten ?auf diese Art näher brächte, die mühvolle Reise um das Cap Horn und das Cap derj
AMERIKA HISTORISCH, PHYSISCH und POLITISCH vom JAHR 1828 .
Fatt alle grossen Entdeckungen sind ein Werk des Zufalls ; nur allein die der neuenWelt ist eine Frucht des Nachdenkens und der Berechnung.
Der Piemontese Columbus, i 44 7 auf dem Schlosse Guiccard im Bezirke Acqui geboren ,folgerte mit jener Richtigkeit und Zuversicht, die auf mathematischer Wissenschaft be-ruht , dass man von der Erde , wenn sie nach seiner entschiedenen Meinung kugelförmigsei, nur einen Theil kenne, u. dass Schiffe, die von Europa westlich steuerten, entwederneue Länder finden, oder an die Östlichen Küsten Asiens gelangen mussten. Voll vondiesem einfachen und glücklichen Gedanken wandte er sichln die Republick Genua, so-dann der Reihe nach an die Hofe von Portugal, Spanien und England , um die Mittelzur Bewährung desselben ausfindig zu machen; allein überall ward er als Schwärmer ab-gewiesen, weil eingewurzelte Vorurtheile dieser neuen W ahrheit zu sehr im Wege stan-den. Endlich aber sah der beharrliche Columbus nach einer achtjährigen Bewerbung seinenWunsch dennoch in Spanien durch die Königin Isabella von Castilien gekrönt. Er gingden 3 . August 1492 nüt 3 kleinen Schiffen unter Segel, u. gelangte, von den Canarien ansgerechnet, nach einer Fahrt von 35 Tagen, während der ihm die unaufhörlichen Meu-tereien seines Schiffvolks , das ihn für toll hielt, stündliche Gefahr droheten , an eineder Bahama-Inseln (GuanahaniJ, die er in seiner Lage sehr passend San Sah>ador nannte;
Mexikos Eroberung durch Fernando Cortez.
Ein Staat, gross , mächtig , cnltivirt, reich und beschirmt, verschwand im Nu unterden Schlägen einer Handvoll Abenteurer. Wundersame Thaten , die man für Fabeln er-klärte , wenn ihre Wahrheit nicht von der Geschichte bezeugt würde , und Kriegsunternehmungen , die sich allem, was griechische und römische Jahrbücher als erstaunlichaufgezeichnet, an die Seite stellen, sind das Werk des Eroberers von Mexiko, des berühm-ten bernando Cortez, welchen man den Heros der neuen Welt zu nennen versucht wäre,
■wenn seine Siegeslorbeern in der Geschichte nicht von jener Habsucht und Grausamkeit be-fleckt stünden , womit die Spanier ihre ersten Schritte in Amerika auf ewig entehrt ha-ben. Ueber 20 Jahre waren verflossen , seit Columbus zum erstenmal die Ufer Amerikasberührt; San Domingo und seine Nachbarinseln hatten schon ihre Colonien , und nochkannten die Spanier die wahre Beschaffenheit des festen Landes u. seiner Bewohner nicht.
Velasquez , Statthalter auf Cuba , trug in der Absicht, seine Amtsdaner durch einigeEntdeckungen berühmt zu machen , dem Fernando Cortez eine unbeträchtliche Unterneh-mung auf. An der Spitze von 617 Manu, 16 Pferden und wenigen Feldstücken fuhrdieser 1 5 19 aus , segelte um die Halbinsel Yukatan , stieg bei Tabasko ans Land , erhieltNachricht über den reichen und mächtigen Staat Mexiko, legte weiter nordwestlich denGrund von Vera Cruz, schüttelte das Joch des Velasquez ab, und entscliloss sich zurkühnsten Unternehmung; er verbrannte nämlich die Flotte, und zog nnmittelbar aufMexiko los. Indessen warseine Kühnheit von allen Maasregeln der Klugheit begleiteter gewann auf seinem Zuge ebenso viel durch geschickte Unterhandlungen, als durchseine W affen; er gelaugte nach Mexiko , und der König Montezuma hielt fürs Beste , ihnals Freund zu empfangen. Während der Feste , die ihm dieser Fürst veranstaltet halte ,erfuhr Cortez , dass derselbe eine Verschwörung gegen ihn angezettelt, und die Spanierzu Vera Cruz umgekommen. Er rückt also vor den Palast, ergreift den Montezuma indessen eigener Residenz und führt ihn als Geissei weg. Aber eine grössere Gefahr , als
diese Verschwörung, drohte bald hernach. Velasquez, aufgebracht von der Empörungseines Unterfeldherrn, hatte an der Spitze von 1000 Mann Fussvolk und Reiterei denNarvaez abgeschickt, um die Stelle des Ungehorsamen einzunehmen , und ihn gefangennach Cuba zu senden. Cortez verlor keinen Augenblick; er liess die Hälfte seiner Leute
Von dieser merkwürdigen Geschichte gehen wir auf eine andere über, die nicht minder'sonderbar und interessant ist. Das südliche Amerika besass eben so wie das nördlicheeinen reichen und mächtigen Staat, nämlich Peru, dessen Beherrscher glanzvoller undgrosser waren, als die von Mexiko, und auch reichere sowohl als cultivirtere Unterthanenbesassen. Diese zwei grossen Staaten hatten mit einander keine Verbindung , da mitteninne wilde und unbezwungne Völkerstämme sie trennten. Während Cortez seine glän-zenden Siege im Norden erfocht, bemühten sich einzelne Privatleute im Stillen, das Landdes Südeus zu entdecken. Francisco Pizarro , Diego Almagro und Fernando deLuque,ein Priester, vereinten sich auf Panama zu dieser Unternehmung. Ihre Bemühung war5 Jahre lang fruchtlos, bis endlich Pizarro durch wunderbare Beharrlichkeit und Helden-muth 1 5 3 1 zu W r asser an das Ziel gelangte , und ohne Bedenklichkeit mit 102 Mann zuFuss, 62 Mann zu Pferd u. einigen Feldstücken in das Land Pern eindrang. GünstigeZufälle halfen ihm sehr; denn ein Bürgerkrieg, worin zwei Brüder um den Thron stritten,verheerte dazumal Peru seit einiger Zeit. Pizarro zog unmittelbar dem Atahualpa, welcherSieger war , und mit einem zahlreichen Heere hei Caxamalca zu Felde lag, entgegen. DiePeruaner, noch weichlicher und minder gut bewaffnet, als die Mexikaner, waren ebenso erstaunt über die Reiter und Scliiessgewehre, wovon sie nicht die geringste Kenntnissbatten, und sie wurden so schnell besiegt als angegriffen. Umsonst opferte sich eine edel-müthige Schaar dem Tode, um ihren Fürsten zn retten ; der Iuca wurde vonPizarro selbst,wie einige berichten, verrätherisch bei einer Unterredung, oder wie andere sagen , ineinem Treffen zura Gefangenen gemacht. Atahualpa bot für seine Auslösung so viel gol-dene Gefässe an, als ein weiter Saal, worin er sich befand , bis zur Höhe seiner über dasHaupt emporgestreckten Hände fassen könnte. Nicht zufrieden mit diesen ungeheurenSchätzen, wovon jeder Soldat bei 3 ,000 Carolin bekam, rubeten diese wilden, habsüch-
Uebersicht Amerikas in physischer und politischer Beziehung. — Flächenraum und Bevölkerung in runden Zahlen.
Politische Eintheii.ung.
1. Russisches Amerika :24*000 d. QM. 5 o,ooo Eiuw.,worunter 1000 Russen.
Physische Beschaffenheit.
' Gebirgsland , wenig bekannt, ausgezackte 1'Küsten, tiefe Buehten, zahlreiche Inseln. Im1 Norden undurchdriiighares Eis zwischen Ame-rika und Asien. I
Entdeckung und Anbau.
Entdeckt u. erforscht seit 1728 v. Behring, ,Cook, Lapcyrouse, Vancouver, Lisiansky, IKotzebue. Berühmte (Jkase v. 1821, die Russ-1lauds Besitz Dis zum 5 i Grad aussprieht. '
2. Englisches Amerika :171,700 d. QM. 800,000 Ein-wohner.
Wellenförmige Ebnen mit einer Meuge Seen,deren Verbindung sehr merkwürdig ist. —Fluss St. Laurenz.
Politischer Zustand; Einteilungen.
Das Land noch im Urzustände; innen wilde Horden, die auf Pelzthiere jagen , oderan den Küsten Fischfang treiben.
Russische Festungen, um sich das Land zu sichern, und den Handel zu begün-stigen : St. Paul oder Alexandria ; Neu-Arehangel etc.
Entdeckt u. erforscht seit 1497 durch Ca- 1hot, Cartier, Chainplain, Hearn, Mackenzie,u. die neuesten engl. Reiseuntcrnehmnngen. !
3 . Vereinigte Freistaaten :108,000 d. QM. 11,100,000 E.Im Norden überdies 400,000hcrumzieheude Urbewohner.
Das Gebirg Alleghany mit dem atlant. Meere >parallel; östl.grosse Flüsse, westl. ungeheure |Ebenen vom Mississipi durchströmt, der mit- <tels seiner Quellen, Zuflüsse und Mündungen jdiesem Laude drei Meere öffnet. \
Der südl. Tlieil, Cauada etc. angebaut, blühend, von Erankreich aus bevölkert u. 1763an England abgetreten ; die westl. Theile, wo Wilde hausen, von der Nordwestgesell-schaft eolonisirt; der östl. Theil, Labrador, wenig besucht; der nördl. v. Eisbedeckt.
Entdeckt seit i 5 i 2 durch Pouee, Hawkins, f i 3 Provinzen, unter dem Nameu Neuengland bekannt, entzogen sich i -83 der Re-Raleigh, Lasalle, Pike, Lewis. — Die östl. I gierung des Mutterstaats. Seither sind sie durch neue Provinzen, rasche Bevölkerung, I * Pflanzen und linere Lur«Provinzen von Engländern, beide Florida < Ankauf von Luisiana, Erwerbung beider Florida ungemein vergrössert worden. Sie < df^fop^länderunSüden.von Spaniern, Luisiana von Franzosen | bestehen nun aus 24 unabhängigen Staaten, unter Bundeshoheit eines Präsidenten ,* Elsen » Marmor > ß l ei » Salz,eolonisirt. \ Senats und Volksausschusses.
4 Freistaat Mexiko :74*000 d. QM. 7,760,000Eiuwohncr.
5 . Freistaat Guatimala:11,200 d. QM. 1,400,000 Ein-wohner.
1 Mitten ein Hochland von 6000 bis 8000 Fuss [ Futdeckt v. Gnjalva i 5 i 8 . Das Mittellaud / Seit Cortez-eine der reichsten Colonien Spaniens. Ferdinands Gefangenschaft erregte / Europäische Thiere, Affen, Papageien, Coli-/ Von ewigem Schnee be-
\ über dem Spiegel des Oeeans; sehr ausge-I 1 von Cortez erobert und besetzt. ( Siehe | zuerst eine allgemeine Bewegung der Treue ; bald aber wandten sich alle Geister zur | bri, Fliegenvügel, Cosolienil.— Europäische Sä -1 deckte Vulcane, Porphvrfel-
| zackt im Osten u. Westen; nach Norden allmäh- ( f 00 . 1 *? am Rande.) Die nördl. Theile später co- Luabliängigkeit, die unter den Cortes eintraf. Iturbide erhob das Land zumKaiserthnm, < merei, Oliven, Weinstöcke, Zucker, Kaffee , { sen mit Mineralquellen, Salz-
lige Abdachung; hohe vuleanisehe Gipfel. lo " lslrt ’ die östlichen, Califormen etc., erst liess sich krönen, musste bald wieder abdanken, und es entstand ein Bund gleich den Baumwolle, Cacao, Vanil, Indigo. — Die reich- lagunen am mexikanischen
___ ' r " __ _ ^ vereinigten Staaten Nordamerikas. [ sten Silbergruben in der Welt, Gold, Edelsteine. ( Meerbusen.
Schmales, vom Meer der Antillen u. vomgros-sen Ocean eingeengtes Land. Fortsatz derAndes. Zahlreiche Vulcane.
Entdeckt von i5ü 2 bis i 522 durch Coimn-bns und Davila; i 524 erobert durch Alva-rado.
Schicksal Mexikos, von dem es im Augenblick der Befreiung ein Theil war.Das Land formirte sieh aber sodann zu einem besondern Staate von sechs vereinigtenProvinzen , nach dem Muster des nordamerikanischen.
6. Freistaat Columbia : / Hochland, bisweilen 20,000 Fuss über dem
63 , 5 ood. QM. 3 ,100,000 Ein -1 Spiegel des Oeeans , mit den Kulmen der An- ^wohner. Dazu im Süden j des. Tiefe Thäler; westlich ein schmales Kü- !400,000 Urbewohner. ( stcnland; östlich unermessliche Ebenen. I
Entdeckt von 1498 bis i 556 durch Colum-bus, Ojeda, Lacosa, Vespucci, Balboa gehtüber die Landenge Panama; Las Casas grün-det Curnana; Bastidas, Pizarro, Benalcazar.
7. Freistaat Peru, samtBolivia oder Obcrperti :64 . 3 oo d. QM. i, 5 oo,ooo "wohner.
lortsatz des nämlichen Landcharakters:/ Ein reiches u. blühendes Kaiscrthuin, als es .[•rti : | westl. ebenfalls ein schmales Küstenland, wo J Pizarro i 5 n 6 entdeckte und i 53 i eroberte. (S.
X) Ein -1 es nie reguet; östl. ein weites Gebiet mit Ab- | rechts am Rande.) Orellana fuhr i 54 i den’ dachung und Ebenen. . . .
[ Maranon hinab.
8. Freistaat Chili: 10,600 d.QM. i, 3 oo,ooo E., worunter400,000 Urbow. unabhängig.
Ebenfalls ein schainles Küstenland zwischenden Audcs u. dem Meere.
9. Freistaatam Platastroin :67,000 d. QM. 2,100,000Einw. u. freie Indianer.
Westl. d. Andes, nordwestl.cpier durch die1 Gebirgskette Santa Cruz; ira Westen u. Süden I| weite sumpf, u. salz. Ebnen; im Nord., West.'
. Mittel ausserordentliche Bewässerung vom <I Uraguay, Paraguay und der Parana, aus' welchen der ungeheure Platastrom ent- I\ stellt. l
Entdeckt von Almagro, Valdivia etc. DieAraueanier, Urvolk, haben immer daselbst( unabhängig gelebt.
Dieses Land wurde tapfer vertheidigt u. hatsich vom Mutterstaate Spanien zuletzt los- ,gerissen. Seit 1810 der Schauplatz blutiger Unruhen. St. Martin u. das Heer von Chilisind 1811, Bolivar u. die Columbier 1823 in Lima eingezogen, ohne den Streit zu endi-gen. Allein d. raerkwürd. Sieg v. Ayacucho hat d. Befreiung d. schön. Landes vollzogen. !
Erklärte sieh 1818 für unabhängig und befestigte bald darauf seine Freiheit durch ,den Sieg von Maypo. Etliche Jahre übten O’Higgins u. St. Martin eine Art Diktatur.1821 beschwor es eine Verfassung nach dem Muster des nordamerikan. Freistaates. 1
Entdeckt u. eolonisirt v. i 5 i 5 his 1576 durch /Solis, der die Mündung des Platastroms fand. |
Lange durch
die Unitarier, welche
einen Hangdie hitzigen Föde-
10. Kaiserthum Brasilien :140,000 d.QM. 4*200,000Einwohner.
Die Küste über 600 Meilen; östl. Gebirge u. ,Hochebenen parallel mit dem Meere, wo man 1in der heissen Zone die Annehmlichkeit gemäs- )tigter Himmelsstriche geuiesst; westl. uuge- jheure Ebenen u. Waiden; südl. u. nördl. von [einer Menge grosser Flüsse bewässert.
zwei Parteien zerrissen :
Monarchie hatten, und bei Buonos-Ayres unter Puyredon siegten ; __
Mendoza gründet Buonos-Ayres i 535 ; die Je"- ) raUsten > die jenseit des Platastroms unter Carrera, Artegas und andern die Oberhand 'sniten schufen in Paraguay jenes berühmte po-i g cwann ™- Puyredons Fall 1820 lange Anarchie. Ein Bundesstaat ist besehlossen,'litisch-rcligiüse Reich, das 80 Jahre bestand I aber dle Froyinzen streiten um den Regierungssitz. Monte Video ist nocli von den Por- |und mit ihnen sank. [ '»g^sen besetzt; Paraguay gehorcht dem Doctor Francia, dessen geheimnissvolle,
aller feste Regierung fast allen Zutritt verschliesst.
ii. Freistaat Haiti :1,385 d. QM. 950,000 Ein-wohner.
Herrliche Küsten, vortreffliche u. zahlreicheHäfen, fruchtbare Ebenen, ««gebaute Hügel
Von i 5 oo bis i 5 o; entdeckte Pinzon den / üas Könighaus Portugal regierte in Brasilien selbst von 1808 bis 1820, wo in Lisa- ,nördl. Theil; Cabral den mittlern , Solis u. (j! on d * e Umwälzung durch die Cortes vorfiel. Schnell wurde sie auch von den Brasi-[ Fast alle Erzeugnisse u. Thiere Europas,Vespucci den südl. — Von i 53 1 bis 1664 Por- / “ an ® ri1 nachgeahmt, die ihren König dazu nöthigten. Bald darauf ging dieser Fürst I wie des übrigen Amerikas. —Bau - u. Färbeholz,tugiesen zu Salvador, Franzosen zu Rio Janei- ) Europa zurück, u. bestimmte seinen ältesten Sohn zum Regenten der Brasilianer, j Sehr reich an Gold; auch an Kupfer, Eisen Sil- Jro, Holländer zu Fernambuc etc. f Diese wollten keine Colonie mehr werden und riefen ihre Unabhängigkeit aus. Der Iber, an Diamanten u. Edelsteinen.
__ j un 8 e Fürst trat an die Spitze u. liess sich 1822 als Kaiser krönen. \
das Innere abw
Entdeckt v. den Spaniern. Freibeuter liessensich im Westen nieder, u. wurden d. Ursprung
wechselnd; sanfte Abdachungen, französischer Besitzung
12. Europäische Colonien /zwischen den Wendekreisen. !7,000 d.QM. 2,600,000 Einw.
Erstaunlicher Archipel zwiseheu dem mexik. ,Meerbusen 11. beiden Amerika. Der nonlöstl. jTheil des südl. Festlandes hat minder sumpfi- jge u. ungesunde Küsten. !
/ Blühendste aller Colonien, die während der französischen Revolution durch Feuer u.j Schwert verheert worden. Aus der Asche erstand ein Freistaat der Farbigen, bis da-( hin etwas unerhörtes , mit allen Grundsätzen der hühern Cultur u. Menschlichkeit.
Entdeckt von Columbus; alhnählig durchSpanier, Franzosen, Engländer, Holländer,Portugiesen, Dänen etc. eolonisirt.
1 Die grossen Antillen oder Inseln unter dem Winde, Cuba u. Porto Rico, den SpaI niern ; die kleinen Antillen oder Inseln am Winde den Engländern, Franzosen, Hol-1 ländern, Dänen, Schweden. — Guyana auf dem Festlande ist französisch, holländisch, englisch u. portugiesisch —Trinidad, Tabago etc. den Engländern.
No. XXXIII. AMERIKA MIT SEINEN NEUEN STAATEN.
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Zeitwicnge Quellen, na-türliche Brücke, Mammuth-knochen, Klapperschlangenalte Festungswerke, römi-sche Waffen u. Geräthe.
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denn er wäre unfehlbar durch die Hand seiner Mannschaft gefallen, wenn er noch keinLand gefunden. Yon dieser unbeträchtlichen Insel wandte er sich bald weiter und ent- :deckte Cuba, sodann das bevölkerte, an Gold und andern Erzeugnissen reiche Haiti, Idas sonst auch Hispaniola und San Domingo heisst. Der glückliche Seefahrer kehrte 'nunmehr nach Europa zurück, und man urtlieile , wenn es möglich ist, über seine Freude, jRechtfertigung und Ehre , als seine ersten Worte der alten Welt das Daseyn der neuen ;verkündigten! Seine Laudung erregte wahrhaften Jubel, und seine Reise mitten |durch Spanien an den Hof nacli BarceÜona war ein Triumphzng. Dieses ist die Geschichte !von Entdeckung des neuen Welttheils , welcher seine Benennung vom Florentiner Ame- |rigo Vespucci erhielt, der einige Jahre später dahin gekommen , und durch Herausgabe jder ersten Berichte darüber den Cohunbus um die verdiente Ehre , dem Lande seinen Na- \men zn verleihen , gebracht hat So wurde , wie ein Autor sagt, der Eintritt in die ineue Welt bald durch ein Unrecht bezeichnet, das nur der traurige Vorbote alles andern !
r, dessen Schauplatz dieses unglückselige Land werden sollte. Der gute , ehrbare ■und würdige Columbus starb zu Valadolid am 20, Mai x 5 o 6 , nach vier auf einander in idie neue Welt unternommenen Reisen, die mit allem , was Neid , Hass , Undank und ‘Ungerechtigkeit bitteres haben, sattsam vergället waren.
( Auf der Carte bezeichnet.)
als Bewachung von Mexiko und Montezuma zurück , eilte mit der andern dem dreimalstarkem Narvaez entgegen, schlug ihn , und verstärkte sich mit dessen ganzer Mann-schaft. Nun kelirte er zu den Spaniern nach Mexiko , die während seiner ganzen Abwe-senheit hart bedrängt waren , schleunig zurück, und der Kampf brach zwischen beidenVölkern mit aller Wuth aus. Montezuma , welcher seine Unterthanen von der Höhe desspanischen Bollwerks herab zu besänftigen suchte, wurde von ihnen durch einen Steingetüdet, und Cortez musste froh sevn, mit Verlust des Geschützes , der Beute und vielerMannschaft die Stadt räumen zu können. Auch der Rest des Heeres wäre noch im be-rühmten Thale von Otumha uingekommen , ohne die persönliche Tapferkeit und Geistes-gegenwart des Cortez, welcher sich in der Hitze des Gefechtes auf die heilige Rcichsfahnewarf, dieses Palladium des Sieges dein Feinde entriss, und es zum Rettungsmittel für sichund die Seinigen machte. Gefasst im Unglücke und stets gross in Entwürfen, sann der un-erschütterliche Anführer hei seinem Rückzüge auf Wiedereroberung des verlornen Landes.Er gewann mit Hülfe der benachbarten Völker, die er durch Gewalt oder Ueberrednngan sich fesselte , bald neue Stärke , 7.0g abernial auf Mexiko los , und nahm es ungeach-tet der verzweifelten Tapferkeit seiner Bewohner und dem Hcldeninuth des jungen Gua-timozin , ihres neuen Königs. Dieser Fürst fiel den Spaniern in die Hände und wurdeein Opfer der Habsucht und Grausamkeit seiner rasenden Besieger. Sie legten ihn über[lullende Kohlen, um das Geständniss , wo die Schätze des Reiches verborgen seien,herauszupressen. Einer von seinen Günstlingen theilte mit ihm dieselbe Qual und jammerte.
Voll Ruhe sagte ihm der Fürst: Mein Freund, lieg'ich denn hier auf Rosen? _ Worte,
die sicher alle dieser Art in unsern Historien erreichen, wo nicht übertreffen.
Mexikos Fall führte die Unterwerfung des ganzen Reichs herbei, und Cortez batte nacheinem Feldzuge von 3 Jahren, auf dem Gipfel seines Ruhms und Glückes, nur noch ge-gen Misstrauen und Neid zu kämpfen , worin er minder glücklich war als gegen die Me-xikaner. Er starb in Spanien i 54 ;, seiner Stellen beraubt, des Verdrusses satt und inVerfechtung seines Vermögens gegen die Staatskasse, und seines Ruhmes gegen die Vcr-läumdung.
Perus Eroberung durch Francisco Pizarro. (Auf der Carte bezeichnet.)
tigen Freibeuter nicht eher , als bis sie ihre Hände mit dem Blut des unschuldigen und
unglückseligen Fürsten besudelt hatten. Sie liessen ihn auf die schmählichste Art vomHenker hiurickten. Mit ihm erlosch die wohlthätige Familie der Incas, und das goldeneZeitalter der Peruaner. Das blühende Reich sank überall zusammen , und die reissendenThiere, die es stürzten, zerfleischten sich wechselweis auf seinen Trümmern; welcheseinigermassen ein Trost für die unglücklichen Peruaner seyn konnte , da sie ihre Bezwin-ger an einander selbst die Strafe ihres Verschuldens ausüben sahen. Almagro , welcherdie Waffen gegen Pizarro ergriffen hatte, wurde besiegt und erdrosselt; die Anhänger desAhnagro ermordeten in ihrem Grimme den Pizarro , und wählten zum Oberhaupt Alma-gros Sohn , der nicht lange nachher von einem ans Spanien gekommnen Statthalter be-zwungen und zum Henkerbeil verurtheilt wurde. Indessen fiihrte ein anderer Pizarro ,des vorigen Bruder, den Bürgerkrieg fort , besiegte und tödete den Vicekönig; wardendlich selbst bezwungen , gefangen und erhenkt. Erst nach 17 Jahren solcher Empö-rungen erlangte dieses unglückliche Land , als fast alle, die es entdeckt oder erobert hat-ten, gewaltsam uingekommen waren, einigermassen nm i 548 seine Ruhe wieder. Manschaudert vor diesen Greuelthuten , und doch haben wir nnr einige derselben angezeigt;wenn man sich aber alle , die in der ausführlichem Geschichte von Amerikas Entdeckungaufgezeichnet sind , vor Augen stellt, so möchte man sagen , dass wahrlich alle Verbre-chen und Laster , welche den Menschen verhasst machen, auf einmal aus der alten in dieneue Welt cingewandert seien , nm Tod und Verheerung über sie auszusehütten , undalle Tugenden zu vertilgen , wenn nicht ein gütiges und gefühlvolles , ein menschen-freundliches und frommes Wesen die Henker ohne Unterlass bekämpft, und sich selbst zu-weilen für die Sclilachtopfev bloss gestellt hatte : es war Bartholomu de Las Casas.
Befreiung t
England hatte 1763 durch einen Friedensschluss seinem glänzenden Kriegevon 1756 wider Frankreich ein Ziel gesetzt, und musste nun darauf denken,die Unkosten seines Ruhms auf eigene Rechnung zu tilgen. Es besass in derneuen Welt nördlicher Breite i 3 Provinzen, die es nach und nach daselbsteolonisirt hatte; seine leibhaften Kinder in Sitten, Gesetzen und Sprache.Sie hatten ihm in diesem Welttheile durch kräftige Ausfälle wider Frankreichsehr wichtigen Beistand geleistet; da aber ihr Antheil des Ruhms in Schattengestellt blieb , so wurden sie zur Tragung einer Summe der Kriegskosten an-gehalten. Das englische Parlament besteuerte sie in dieser Beziehung , unddie Colonien erhoben , zwar mehr wider die Form als wider die Sache seihst,ein heftiges Geschrei mit der Behauptung , dass ihnen allein das Recht zu-stehe, sich Steuer aufzulegen. Das Mutterland beharrte streng auf seiner For-derung , und nnn schlug die Stunde amerikanischer Unabhängigkeit. Frank-reich , das eben von England war gedemüthigt worden, ergriff die Partei derempörten Colonien ; es riss bald auch Spanien mit hinein ; Holland folgte
Merkwuerdigxeiten.
1 Bären, Füchse, Luchse, Marder, Wölfe, Bi- / Vulcane der aleutischenher, Seeotter, Phoken, Wallrosse, Wallfische. I Inseln: auf Alaska, Berg St.3 oo Fuss lioheTannen, Ahorne, Wachholder, Ei- | Elias, Hafen Buccarelli; ewigk eben. — Pelzwerk und Fisclithran. ( Schnee und Eis.
Pelzthiere. — Getraide, Holz , Ahornzu-cker. — Eisen, Kupfer, Blei. — Fang desKa-hliau.
Pflanzen und Thiere Europas im Norden; die [Holz aller Art. — ]• Blühender Han-del mit allen Artikeln und in alle Länder.
Fast wie hier oben, nur weniger Metalle;Färbeholz, Jalapen, Balsam, Rosinen.
Columbia ist gegenwärtig unter den neuen Freistaaten der berühmteste, am bestenbewaffnet, u. wie es scheint, fest gegründet, da er seine Unabhängigkeit nur nach 1 Alle tropischen Erzeugnisse in Fülle, euro-langem n. blutigem Kampf, unter mancherlei Wechsel u. des Alterthums würdigen I päisches Vieh; Bären der Andes, Affen, Hor-Thaten erlangt hat. Bolivars u. Monllos Schlachten stehen in der Geschichte anfgc- / ros, Papageien, Fieberrinde, Cacao, Zucker,zeichnet. Aus Alt-Venezuela , Neu-Granada, Quito u. Guyaquil zusammengesetzt, j Kaffee, Indigo, Tabark, Balsam. — Gold, Sil-lnldct dieses Land einen Freistaat, dem Bolivar die höchste Vollendung zu geben sucht, [ her, Platina, Smaragde, Steinsalz,aber mancherlei Schicksale erfahren muss. * l °
' Chimborasso, der Riese un-l ter Amerikas Bergen; Brücke| von Pondi, liianos oder weitei Ebenen; Paramos oderHoeh-| lande; natürliche Verbindungdes Orinoko und Maranon.
Unabhängigkeit beider Amerika.
nach , nnd der ganze Norden zeigte unzweideutig seine feindlichen Gesinnungen wider Eng-land. Dieses war nach einem ungeschickt begonnenen und übel geführten Kampfe von einigenJahren genöthigt, dem ganzen in Handlung oder Gesinnung vereinten Europa zu weichen,und anerkannte 1782 die Unabhängigkeit seiner Colonien, welche nun feierlich als 'verei-nigte Staaten in die Zahl selbständiger Nationen aufgenommen wurden. Dieser ewig merk-
würdige Zeitpunkt veränderte die Rechnung der grossen Politik, u. von ihm ging das Schick-sal aus , welches in diesem Augenblicke schon den grössten Theil Amerikas überzogen , seineLaufbahn aber noch nicht vollendet hat.
Das Feuer der französischen Revolution, welches ganz Europa durchdrang, musste auch Ameri-ka ergreifen. Als nämlich Napoleons Heere Spanien ülierschwemmten und seine Familie sich auf denThron von Madrid setzte, alunten die unermesslichen Colonien Spaniens den hartnäckigen Widerstandihres Mutterstaates nach und bewiesen sich treu. Allein während der Gefangenschaft des KönigsFerdinand sich selbst überlassen, und aller Centralregierung beraubt, sorgte jede Provinz nach Ver-mögen für ihre eigne Leitung , ohne andern Ratli und ohne andere Hülfsqucllen , als den Eifer nnddie Vaterlandsliebe ihrer Bürger. Die Bevölkerung war aus reinen Spaniern , Creolen und Urbewoh-nern zusammengesetzt, welche sämtlich bei der drohenden Gefahr und dem Bedürfnis» wechselweiserHülfe allen Unterschied vergassen und ihre Interessen vereinigten. Bald aber zeigten sicli dennocheben so verschiedene Ansichten als widerspänstige Stoffe. Ein grosser Theil, nachdem er sich fürErhaltung der Ehre seines Mutterstaates erhoben hatte , zögerte nicht, seine eigene Lage zu berück-sichtigen , was dann Zwistigkeiten , Brüche und Bürgerkriege herbeizog. Ferdinand war indessenfrei geworden, und der erste Gebrauch seiner Macht bestand in dem Befehle, jenen das Joch wiederaufzulegen , welche schon Freiheit gekostet und Selbständigkeit geübt hatten. Die Colonien abermrden durch diesen empörenden Undank , wie sie es nannten , aufgebracht, verweigerten die Un-terwerfung und forderten mindestens gleiche Behandlung unter sich. Madrid griff zur Gewalt, undbeschleunigte so die Umwälzung nur noch mehr. Die Provinzen am Platastrom mit dem HauptorteBuonos-Ayres rieten ihre Selbständigkeit aus ; Chili folgte ihnen zunächst ; Venezuela , Caracas ,Neu - Granada später , nachdem sie durch die edelste Beharrlichkeit und heldenmüthige Thaten sichausgezeichnet hatten.
Mexiko und Peru schmiegten sich allein wieder unter Spaniens Zepter, jedoch mehr dem Namenals der That nach. Gälirungen , Unruhen und tlieilvveise Aufstände währeten ohne Unterlass fort,bis in Spanien die Revolution der Cortes ausbrach. Man hatte in Beziehung auf Amerika von dieserNationalversammlung eine freiere und bessere Politik, weisere Beschlüsse und grössere Plane, als vonder unbeschränkten Regierung erwartet; allein gleich dieser träumte auch jene nur eine phantastischenicht mehr anwendbare Obergewalt, und wies hartnäckig eine redlich vorgeschlagne brüderlicheAusgleichung zurück , um nach dem Schatten einer einhilderischen Unabhängigkeit zu laufen , derenJoch aufzulegen nicht mehr in Spaniens Macht lag. Mexiko und Peru beschlossen daher ebenfalls ihreSelbständigkeit zu erringen, und gelangten unter allerlei Wecliselfällen , wie dieses nicht anders zugeschehen pflegt, endlich an ihr Ziel. — Zur seihen Zeit und durch die nämlichen Ursachen wurdeauch das herrliche Brasilien selbständig. Das Haus Braganza hatte hei Annäherung der FranzosenLisabon verlassen und den Sitz der Regierung nach Rio Janeiro verlegt. Durcli ein seltsames Ver-hängniss sah man nun allmälilig Portugal zur Colonie eines Landes herabsinken , dessen Mutterstaates bisher gewesen , u. inan sagte von diesem Augenblick eine Trennung voraus, die auch bald erfolgte.Die Versammlung der Cortes hat bei der Revolution den König von Portugal zurückbernfen , und inAnsehung der Colonien wurde zu Lisabon derselbe Fehler begangen wie zu Madrid. Die Brasilianerhaben sich losgerissen , und merkwürdig ist dabei, dass sich hier der Thronerbe Portugals selbstan die Spitze gestellt und die Unabhängigkeit ansgerufen hat.
Sogar im Schoosse der Antillen hat die Befreiung ihre Fahne aufgesteckt. Das so berühmte u. reicheSan Domingo, lange die K önigin der Colonien und ein Schatz Frankreichs , erfuhr während der fran-zösischen Revolution alle Wehen seines Mutterstaates , bis es mitten durch Feuer und Schwert seineRuhe in der geordneten Regierung fand , die nunmehr unter dem Namen Freistaat von Haiti blüht.
Obwohl diese Staaten bis jetzo weder einzeln nocli insgesamt von irgend einer europäischen Machtförmlich anerkannt worden , so haben doch England und Frankreich Handelsverträge mit ihnen ge-schlossen , und trotz ausbrechender Unruhen scheint die Befreiung und Unabhängigkeit derselbennunmehr entschieden zu seyn. Die Natur spricht sie ans , äussere Macht würde wenig helfen , unddie vereinigten Staaten Nordamerikas mit ihren Riesenkräften werden ohne Zweifel in Zukunft dieSeele, und erforderlichen Falls auch der Arm des grossen Systeme» der Selbständigkeit in Amerika bil-den , welches dem Auge des Politikers neue und unermessliche Aussichten eröffnet. Amerika ist denEuropäern nur noch im Norden zugänglich , wo die Russen ihre westlichen , die Engländer ihre öst-lichen Besitzungen haben. Allein jene sind Wüsteneien oder ein zweites Sibirien , diese nicht vielbesser. England hat wenige Hülfsquellen in seinen Colonien und ist 600 Meilen weit entfernt; dieMittel der vereinigten Staaten Nordamerikas aber sind unerschöpflich und stehen vor den Schranken.
welche Amerika in neuerer Zeit erforschten. (Die Reisen zweier sind auf der Carte bezeichnet.)
Scbafkameel , Liama oder Schafziege. — jZucker, Baumwolle, Taback, Fieberrinde, Bai -1sam, Rosinen. — Ueberfluss an Gold u. Silber, jQuecksilber ; Kupfer, Blei, Steinsalz.
Scbafkameel, Stinkthier, Rothwild. — Särae-1rei, Oliven, Weinbeeren.— Gold, Silber, Ei- <sen, Kupfer, Blei, Schwefel, Salz. I
Zahlreiche Vulcane; Quel-len von Pctrola; alte Denk-male der Incas; Erdbeben.
Vierzehn wirkliche Vul-cane ; Salzseen in den A11-des; öfteres Erdbeben.
Ochsen u. Pferde wild in Menge ; Rothwild ;Liamas.— Sämerei, Zucker, Weinreben, Oli-ven, Gras von Paraguay.— Gold; Silber vomberühmten Potosi; Zinn, Kupfer, Blei.
Verschiedene Wasserfälle;, Silberberge von Potosi; ge-' diegenes Eisen von Chaco; diePampas oder ungeheure Ebe-1 nen, die nur Gras und etwasGesträuch enthalten.
Schöne WasserfälleainUr-sprung d. Flusses St. Francis-cus, in dessen Bette man Dia-manten sammelt; dieBotocu-den u. andere wilde Stämme:der See Xarayes.
Alle Küsten reich an tropischen Gewächsen :Zucker, Kaffee , Cacao, Baumwolle, Indigo.—Gold - u. Silbennineu ungebaut.
J}rYtie.
1 Cnadsr
aufdpn'tt&ndrdi.
Nichts auffallend merk-würdiges.
Reich an tropischen Erzeugnissen, Zucker,/ Formation u. Trennung allKaffee, Cacao, Baumwolle, Indigo. Vorraths- 1 dieser Inseln, Bergspitzen,kammern ihrer Mutterstaaten u. ein Handel für j Vulcane, Schwefelgruben, öf-ganz Europa. \ tere u. schreckliche Orrane.
Reisende
Hearne, 1770—1772. Die Gesellschaft der Hudsonshai wollte über einen schiff-baren und an Kupferminen reichen Fluss , von welchem die Indianer sprachen, wennsie des Handels wegen zu den Niederlassungen kamen , sichere Kenntniss haben , undsandte also Hearne ab, dernach tausend Mühseligkeiten endlich dahin gelangte, wo derFluss in ein zwischen 70 und 72 Grad Nordbreite gelegenes Meer oder grossen See mün-det. Hearne nahm für die Gesellschaft Besitz davon , kam nach anderhall) Jahren wie-der zurück, und schilderte das Gebiet als sehr öde und traurig ; den Fluss aber alswichtig und die Minen als reichhaltig.
Mackenzie, 1789— 1793 . Von der englischen Nordwestgesellschaft abgesandt ansChepeuan , entdeckt er den Sklavensee , verfolgt den Fluss seines Namens , gelangtunter 69 1/2 Grad Nordbreite an ein Meer oder grossen See , erhält von Indianern sehrdunkle Nachrichten über die Gegenden jenseit der steinichten Berge, und kömmt nachvier Monaten mit interessanten Notizen über die Stämme der Chepeuaner und Knistenosbereichert wieder zurück. — x 793 unternimmt er seine zweite Reise vom Friedensflussaus unter 56 Grad Nordbreite, erreicht dieUfer des westlichen Meeres unter 52 1/2Grad,und amtet den Ruhm , das unbekannte Gebiet, welches auf dieser Breite die beidenOceane trennt, durchwandert zu haben.
Lewis und Clarke , 1804 — 1806. Die vereinigten Staaten , als sie die ungeheurenund wenig erforschten Einöden zwischen sich and dem stillen Meere benützen wollten ,beschlossen mittels Wasserfahrt auf dem Mississipi, Missuri und derColomhia die nächsteund bequemste Verbindung beider Oceane anfsuclien zu lassen , und vertranten diesenützliche Erforschung den Herren Lewis und Clarke an. Sie gingen von St. Louis imStaate Illinois aus , und legten von den 680 deutschen Meilen ihres \\ eges bis zum west-lichen Ocean drei Viertheile auf dem Missuri zuruck, von welchem man mittels seinerobern Zuflüsse bis an den Fuss der steinichten Berge fahren kann. Der Pass durch diesebietet auf einer Strecke von 24 Meilen fast nichts als den Anblick trauriger Felsen mitewigem Schnee bedeckt dar; der Transport auf Lasttliieren aber, welche die Indianer in
Menge liefern , kömmt nicht theuer. Ist dieses Hinderniss überstiegen , so führt dierestliche Abdachung auf den Flüssen Lewis und Colombia , die nur einige Ausladungen Iriöthig machen , bis zum stillen Meer. Die Schiffahrt auf dem Missuri wird zw ar jetzo Jnoch hie und da von der wilden Natur gehemmt; allein die Macht der Cultur würde diese 'Schwierigkeiten bald wegräumen und eine der schönsten und längsten Flussfahrten des |Erdkreises herstellen. Gute Niederlagen und ein Hafen am Ausfluss der Colombia wür- [den die meisten Pelzw'aaren dieses grossen Gebiets aufnehmen und eben so schnell nach }Canton befördern , als sie von Quebec nach England gehen.
Lewis und Clarke brachten auf ihrer Reise den ersten Winter unter den Mandanen ,den zweiten aber in der Feste Clatsop zu , welche sie am Ausfluss der Colombia angelegt,u. kamen nach dritthalb Jahren von ihrer mühsamen u. gefahrvollen Reise wieder zurück.
Pike, i 8 o 5 —1807. Dieser Reisende , vom Präsidenten der vereinigten Staaten ab-gesandt , ging ebenfalls von St. Louis aus , fuhr mit 20 Mann den Mississipi hinauf, un-tersuchte die Ufer und Quellen desselben , und setzte die Gränzen und Rechte der eng-lischen Nordwestgesellschaft, die in Luisiana eindringen wollte , fest. Er unterhandeltemit den wilden Uferbewohnern, lernte die Arten und Menge der Pelzwaaren kennen, dieman hier erhalten kann , und Hess sich von ihnen Landstrecken für militärische Anlagenabtreten.
Anf einer zweiten Reise war Pike beauftragt , das westliche Luisiana zn untersuchen,und den Lauf der zahlreichen Flüsse, welche dieses Land bewässern, zeichnen zu lassen.Vom Missnri lief er in dessen Zufluss Osage ein , setzte über die Arme des Kansas , ge-langte zum Arkansas , welchen er bis zum grossen Pik oder nördlichen Chimborasso ver-folgte , der mit ewigem Schnee Ledeckt ist, nnd von dessen Fusse die Quellen eines Ar-mes des Missnri, des Plata, Arkansas und Norte in verschiednen Richtungen ausströmen.
Zu diesen Reisenden sind noch die Herren Azara , Humboldt und llonpland , so wieder Amerikaner Franklin, und der Küsten halber auch der Engländer Parry zu rechnen ,^uf deren Schriften und Nachrichten wir aus Mangel an Raum verweisen müssen.
Gedruckt und verlegt bei J. Velten, Kunst - und Musikalienhändler in Carlsruhe, 182-