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Historisch-Genealogisch-Geographischer Atlas von Le Sage Grafen Las Cases in fünf und dreisig Uebersichten
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Untersuchungen

und berichten.

Aua IM Ai.lc.emeiskn. — IsuiLr m.s Textes vsd her Cvrte.

Asien ist der ansgtde’inteste und merkwürdigste Tlieil der alten liehen Tlieil des kaspischen Meeres bis zu des Ganges Mnr.dtv.gen.jWelt; er übertril'i't alle andern an Heiterkeit des Himmels, Fruebt-jund eine andere von den Quellen des Indus bis zum gelben Meer,barkeit des Hodens , Vollkommenheit der Gewächse u. Reiclithum wodurch Asien in drei sehr ungleiche Stocke zerfällt; nämlich inau 'Filieren, Pflanzen und Metallen. Dieses.Land weiset sowohl in das westliche, worin die Türkei, Arabien, Persien und Indien alspliysis her als moralischer Rücksicht die ersten Alterthütner des ausschliessendes Gebiet einer sichern Geschichte Asiens ; in daskrdkreises auf : aus ihm hat das Menschengeschlecht seinen L'r-1nördliche und grösste aller, ans dessen ungeheuren Raumen dieSprung; die heilige Schrift versetzt hielier das irdische Paradies ; Volker hervorgingen, die unsere Ilalbkugil überschwemmten undNoahs°Arche liess sich da nieder , und ein neues Erdenvolk erwuchs ;'durch ihre Nachkommen jetzo noch in ganz Asien herrschen ; rndin Asien gelangte unser Geschlecht zur Kenntniss des wahren Got- lieh in das östliche, welches Hinterindien samt China (Tschina

tes , der sich dem Volke Israel offenbarte, und endlich das Unter-pfand seiner Liehe sowohl als unseres Heils daseihst erscheinen Hess.

Von der Profangeschichte steht links und rechts zur Seite dasWichtigste. In Beziehung auf sie ist es vorteilhaft, folgende Ein-theilung zu machen : Man ziehe in Gedanken eine Linie vom nürd

in sich begreift und uns weder seiner Geschichte noch sonstigenVerhältnisse nach genau bekannt ist.

Die geographische Einteilung , welche von der Natur des Lan-des selbst angegeben wird, findet sich in verschiednen Farben auf.der Carte, und im Texte unten.

G&OESSE , BeVOELEERUNG, GRENZEN.

Asien ist hei weitem der grösste Weltteil, dessen Oberflächedie von Europa fünfmal ubertrifft und den vierten Theil alles festenLandes ansmacht. Auf seinen beiläufig 8o3,2üo d. QM. lebenungefähr 5 oo Mill. Menschen.

Dieses ungeheure Festland ruhet mitten zwischen den übrigenvier Weltteilen, welche ihm in gewisser Beziehung als Stutz-punkte dienen , so dass es zufolge seiner ausgedehnten Masse und

die

Nordwestlich lehnt es sich längs der Uralgehirge an Europa ;südwestlich stüsst es mittels der Landenge Suez an Afrika ; nord-östlich ist es von Amerika nur durch die Beringstrasse, u. südöst-lich von Australien durch die Meerenge Malajas und das chinesi-sche Meer getreunt. Sonst überall wird es vom Meere bespült: nörd-lich vom unruhigen Eismeer; östlich vom grossen Ocean , dessenwilde Fluten sich an den Kurilen, an Japan und den Philippinenbrechen; südlich vom indischen, durch den Einfluss der tropischen

stehenden Ge-

Hühe, seiner natürlich starken Beschaffenheit und seiner gegenWmli des Meeres geschützten Lage eine viel längere Dauer als die Zone gemilderten Ocean ; westlich vom fast ruhijübrigen grossen Erdgebiete scheint hoffen zu dürfen. |wässer des Mittelmeers und Pontus.

Physische Beschaffenheit. Centralhochebene und ihre viEa Abdachungen.

IJeherall her von den aussersten Gränzen erhebt sich Asiens Ge-biet gen die Mitte, wo es das grösste und ohne Zweifel erhabensteHochland des Erdbodens bildet. Dieser ungeheure Kaum mitSleppen und Sand wüsten wird von einem Gebirgsgürtel erster Höheund äusserster Nacktheit gleiclisam eingeschlossen und befestigt.

Im Norden zieht das Gebirg Bogdo, (wie auch der höchsteGipfel desselben heisst,) und der Altai hin; im Westen derImaus oder Mustag mit dem Belur ; im Süden das erstaunlicheGebirg Himalaja zwischen Tibet und Ostindien , wo der Dolagiri,über '28,000 Fuss hoch , die oberste Spitze des Erdbodens bildet;im Osten der Changai.

In China durchstreiehen Gebirgsäste den nördlichen , südwest-lichen und östlichen Theil dieses grossen Reichs.

Die Gebirge von Tibet senden ihre mächtigen Ausläufer bis inbeide Indien hinab.

Endlich erstrecken sich die Verzweigungen des Mustag und

Die Verbindung dieser mächtigsten aller Gebirgstücke , so wieihre Höhen und sonstigen Beschaffenheiten sind jedoch bis jetzonoch zu wenig untersucht, als dass man darüber genügendeNachricht gehen könnte.

Möchte ein zweiter Humboldt bald auch über Asiens DunkelLicht verbreiten!

Die Centralhochebene Asiens wird auf mehr denn 20,000 Fuss überMeer, und deren Oberfläche auf etwa i 3 o,ooo d. QM. geschätzt.Von dieser erstaunlichen Höhe und Ausdehnung hängt die Ab-dachung der Gebiete, der Flusse Lauf, das Klima und derNationen Charakter ab; von ihr werden auch folgende funfjgrosse Abtheilungen in geographischer Rücksicht bestimmt:1. Centralhochebene; 2. südliche Abdachung; 3 . nördliche; 4 -ötsHche; 5 . westliche Abdachung; die sämtlich auf der Carteund im Texte unter besondern Farben angezeigt und weiter be-schrieben sind.

! Belur von Westen her tief ins Innere.

Asiens Geschichte im Abriss.

An den Ufern des Euphrat und Tigris soll durch Nimrod den'Saracenen, welche unter Mahomets Panier ans Arabien gezogen,Jäger vor mehr als 4000 Jahren das erste Königreich der Weltjhahen unter ihren Kalifen das morgenländisclie Kaiserthum fastgegründet seyn , welches unter dem Namen des assyrischen durchIganz erobert, die persische Monarchie gestürzt, und BagdadNinus und Semiramis so berühmt worden. Seine Geschichte undIzum Sitz der Regierung erwählt, wo sie Kunst und WissenschaftGrösse ist in Dunkel gehüllt; alleiu nach 1400 Jahren ward es' pflegten , eine lang vermisste Wolilthat für Asien. Die Kalifenaufgelöst, und auf seinen Trümmern erhoben sich die Reiche von'schlummerten indessen im Schoosse des Vergnügens ein, und dieBabylon, Medien und Ninive , die sämtlich von Cyrus theils durch Suracenen wurden entweder durch Ruhe verweichlicht,

Erbschaft, theils durch Eroberung in die grosse persische Monar-chie vereinigt wurden.— Alexander von Maeedouien stürzte diesesReich und sein früher Tod verursachte die Entstehung mehrererunabhängiger Staaten ; namentlich wurden seine Eroberungen inAsien dem Seleukus und dessen Abkömmlingen zu Theil. Unterdiesen , welche ihren Sitz iu Autiocliia aufgesehlagen batten , warfObcrasieu oder das Gebiet östlich des Tigris um * 5 o vor Christasdas Joch ab , und gründete Partbiens Reich, das über vier Jahr-hunderte bestand. Um das Jahr 226 nach Christus alter siegtendie Perser, welche den Partheru unterworfen waren , über ihreBeherrscher , und schulen zum zweitenmal eine persiche Monarchie.Unterdessen hatten die Römer das Reich der Seleukiden erobert,ihren Sieg bis zum Euphrat und Tigris verfolgt, und Asiens Ge-schichte erzählt von dieser Zeit an nur die verheerenden und ein

oder

schwächten sich selbst durch innere Kriege, so dass aus denTürken , ihren Miethlingen, zuerst ihre Nebenbuhler und sodann'ihre Herren erwuchsen, welche Palästina , Syrien, Kleinasien etc.überzogen. Wider diese erhoben sieh zwei schreckliche Stürme :von Westen her die Kreuzfahrer, von Osten her Dsehingis Khan,der sie fast aufrieb und sein Joch beinahe ganz Asien auf-legte. Nach dessen Tode thciltcn seine vier Sühne die unermess-liche Erbschaft und bildeten unabhängige Reiche , die fast sämtlichwieder etwa hundert Jahre später durch den neuen Eroberer Ta-mcrlan bezwungen und in die frühere Monarchie vereinigt wurden.Dieses ist die letzte allgemeine Umwälzung , welche die östlicheHalbkugel erfahren hat. Tamerlans Söhne verloren durch ilireUneinigkeit beinahe alle Eroberungen wieder. Die Türken erhobensich aufs neue; Persien kam unter die Herrschaft derSophis, und

förmigen Kämpfe der zwei bestehenden Monarchien, der römischen dem Stamme Tamerlans blieb nur die Mongolei, ein Land voll

11. persischen oder partbisehen. Darunter bemerkt man insbesondereden unglücklichen Feldzug des Crassus ; den glanzvollen des Tra-janus ; jenen des Jnliamis , worin er sein Leben verlor ; des He-

empürter Vasallen. Dieses sind die Stufen , welche uns zum ge-genwärtigen Zustand des westlichen Asiens führen.

Es ist indessen noch zu erwähnen , dass die Portugiesen am

raklius, welcher ihm so viel Ruhm erwarb etc. Endlich sindjAblauf des i 5 . Jahrhunderts den grossen Seeweg nach Ostindien| diese zwei nebenbulilerischen , durch Alter und Verdorbenheit' geschwächten Reiche um 600 nach Christus durch ein neuesI Volk , das in Asien eine völlige Umwälzung der Religion und| Staaten bewirkte, zerstört worden. Die Araber nämlich oder

I Der Europäer

' Portugiesen. Unter F.manuel dem Grossen , König von Portu-. gal, langte Vasco de Gamu im Jahre 1497 nach einer ganz neuenJ und mühseligen Seelährt von 1 3 Monaten in Calicut auf Hindostans| Ufer an. Dieser erste Europäer jedoch , der einen so weiten Sec-j weg machte, wies nur das Land , und Alvarez Cabral , welchermit der zweiten Reise daliin beauftragt worden , begann den Ruhmder Portugiesen zu gründen , der unter Alhuquerque , dem drittenOstindienfalirer, seinen Gipfel erreichte. Dieser tapfere und hoch-herzige Mann , welcher hohe Unternehmungen liebte und auszu-führen verstand , erwarb den Portugiesen hier einen Glanz , derdie schönsten Blätter ihrer Geschichte eiimiuimt , und es schienauf Indiens Boden die herrlichste Zeit des europäischen Ritterwe-sens wieder zu erwachen. Jeder Schritt der ersten Portugiesenwar daseihst mit grossen Thaten bezeichnet, und oft durch schöneTugenden noch erhöht. Indien fand sich in einem Augenblickunterjocht; Goa wurde die Festung auf Malabar ; Ormus schütztegen Perser und Araber ; Ceilon sicherte Coromandel und Bengalen;Malaja schloss den östlichen Archipel und die gewürzreichenMoluken auf.

Dieses waren die erstaunlichen Eroberungen des weisen undgrossen Alhuquerque, der in Asien über viel reichere undweitere Länder gebot , als sein Herr in Europa. Allein diesesschnelle und glänzende Glück der Portugiesen in Ostindien ver-schwand gar zu bald, und die Uollüuder, wie man im folgendenArtikel sehen kann, entrissen ihnen fast all ihre Besitzungen.Verhäugnissvolle Umstände hatten zwar das Unglück vorbereitet;Ausartung aber und Sittenverderbniss mussten es schnell vollenden

landen , welches merkwürdige Ereigniss die wichtigen Niederlas-sungen der europäischen Seemächte in Asien herbeiführte undunsere Geschichte mit jenen weit entfernten Ländern in Verbindüng brachte, j

Niederlassungen en Ostindien.

nur noch Macao au Chinas Ufern, Timor zum Theil, endlichGoa und Diu, nebst einigen mindern Niederlassungen auf Malabar.

Holländer. Das Schicksal wollte, dass die Holländer allesihrem grausamsten Feinde, König Philipp II., verdanken sollten.Er zwang sie, frei zu werden, indem er sie unterjochen wollte , 1und führte sie zu Reiehthumern , da er ihnen den Untergang zu-jgedacht. Dieses empörte Volk wehrte sich wider den König vonjSpanien selbst da noch , als er Portugal, das den ganzen HandelAsiens besass , an sich gerissen hatte. Philipp II., Meister vonLisuhon , verschloss den Holländern , die sich wider ihn nur noch'mittels der llülfsquellen ihres Handels hielten, sorgfältig die Ein-fahrt, und diese sannen nunmehr darauf, die Reiclithümer, wo-;rin einzig ihre Macht bestand, an der Quelle selbst zu holen.Cornel Houtman, ihr Landsmann , der Schulden halber in Lisubonfestsass , versprach seinem Vaterlande mit erworbener Kenntniss zudienen , wenn man ihn aus der Gefangenschaft befreie. Diesesgeschah, und er war 1595 der erste seines Volks, welcher Indiensah. Van Steek unternahm 1098 eine zweite und erfolgreichereFahrt dahin ; er landete an melirern Orten , legte einige Facto-reien an , und kehrte mit Schätzen beladen zurück, wo sich daundie so berühmte indische Gesellschaft Hollands formirte , welche,den Admiral Harwick, diesen eigentlichen Schöpfer holländischerMacht in Asien , ahsandte. Die Portugiesen seufzeten unter demJoche Spaniens , und vertheidigten die Länder , welche sie mitso viel Tapferkeit erobert hatten , ohne viel Kraft. Die Holländerwurden daher leicht Sieger , und traten in Asien an deren Stellesie gründeten Batavia , welches immer der Hauptort ihrer Nie-

Von so vielen Besitzungen hat Portugal heut zu Tage in Ostindien derlassungeu blich ; sie setzten sich bei Formosa fest, und he-

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haupteten daselbst bis 1662 ein reiches nnd gla'raeiules Ilasevn ;| Has mognliseh« Reich , welches ganz Hin,h.stan und über 60ne drangen nach Japan, wo sie noch heut zu Tage mit Ansschlies-iMillionen Bewohner umfasste , wurde i- 3 y durch Thamas Kulisnng jeder andern europäischen Nation sich halten; sie eroberten 1 Khan umgestürzt. Von diesem Augenblick an dachten die J'nter-die Jloluken, welelie wegen des alleinigen Besitzes der Gewürz- künige und geistlichen Häupter dieses Staats nur darauf, sich nn-nelken und Muskatnüsse , die , nur auf Amboina und die Banda- abhängig zu machen , und so war das weite, herrliche Reich derinsein beschränkt, sonst überall zerstürt wurden , bald die vor- 1 Rauhsueht preis gegeben. Die Engländer in Bengalen zogen mitnehmste Quelle der holländischen Reiclithümer ansmaeliten. Mit!vieler Geschicklichkeit Vortheil aus diesen innern Unruhen, undGewalt fassten sie auch festen Fuss anf der schätzbaren Insel Cei- Lord Clive, ihr Anführer, legte durch seinen berühmten Siegwodurch sie den Besitz des Zimmer nnd grossen Einfluss auf bei Plassey r: 5 ; den ersten Grundstein zu ihrer nachherigeiidie Küste Coromandel erlangten; endlich vertrieben sie ihre Ne- Macht, um so mehr, da er sehr gewandt von dem schwachenbenbnhler aus Coohin und aus den meisten Besitzungen auf der.Kaiser in Delhi die rechtmässige Abtretung des eroberten GebietsKüste Malabar. Dieses waren die merkwürdigen Eroberungen zu erlangen wusste. Seither sali jedes Jahr die englische Machtder ostindischen Gesellschaft Hollands ; in weniger als 5 o Jaliren|in Ostindien wachsen, und jede Unternehmung wider sie halfmachten sie mehr als 3 oo mit Asiens Schätzen beladene Schiffelnnr noch zn ihrer Vermehrung. Einen Augenblick nnr wurde sieder Portugiesen zur Beute ; sie waren die Herren einer grossen!durch die glänzende Tapferkeit der Franzosen ailff;e i la i ten . al ] : .| NAnzahl gut gebauter und mit Geschütz versehener Festungen ge-jder Kampf endigte 1761 mit gänzlicher Vertreibung der letztem,worden , die ihnen ohne viel Aufwand die ungeheuren Einkünfte Später zog der furchtbare und tapfere Hyder Aly wider die Eng-

sicherten. Allein auch dieser Kuloss holländischer MachtOstindien ist nunmehr in seiner Grundfeste erschüttert; der letzteKrieg hat ihm tödliche Streiche versetzt, und nur die Zeit kannuns sein ferneres Schicksal enthüllen. Indessen sind die Verhält-nisse zwischen England und Holland in Beziehung auf die ostindi-schen Besitzungen seit 1824 durch einen bündigen Vertrag insReine gebracht worden.

Franzosen. Unter Ludwig XIV., um die Mitte des 17. Jahr-hunderts , suchte Uolbert den Franzosen in Ostindien Niederlas-sungen zu gründen ; aber nur erst im folgenden Jahrhunderte

Linder , brachte sie oft in Gefahr, starb aber zuletzt voll Grainüber seine Niederlagen nnd vom Krebse abgezehrt 1782. SeinSohn 1 ippo Saib erbte von ihm das Land und den Hass; alleiner selbst und seine Macht fanden in der eignen Hauptstadt ihrGrab, als die Engländer 1799 sie mit Sturm eiimahmen. Seitherregiren diese in Ostindien ohne Gegner; auch scheinen sie nurdie Mahratten befürchten zu müssen , ein kriegerisches Volk zwar,in welchem aber eine wachsame Politik immer Zwietracht zu er-halten weiss. — M-ie lange wird aber diese riesenhafte und bei-spiellose Besitzung, die vom Mutterlande mehr als 2.5oo deutsche

haben sie daselbst zeitenweis eine grosse Rolle gespielt. Ihre Haupt-j Meilen entfernt ist, und dem sie an Flächenraum , Bevölkerungorte waren Chandernagor in Bengalen , Pondichery auf Coromandel,! und vielleicht an R,eichthuin weit vorgeht, noch fortdatiern ?Mähe auf Malabar. Uebrigens ist die Geschichte ihrer NiederLissun-| Wird sie dem Unwillen unterdrückter Völker und dem Hasse ihrergen, worin die Namen De la Bourdonnais, DuPleix, Bnssi, Lally Fürsten , den Umtrieben und der Verdorbenheit der eignen Be-glänzen , innig mit jener der Engländer in Ostindien verwoben.(amten, der Treulosigkeit eines Miethlingheeres , den Unternehniun-Engländer. ZurZeit der grossen Elisabeth entstand die ost- gen und Angriffen naher und ferner Staaten noch lange nicht an*indische Gesellschaft Englands, die nunmehr nach vielerlei Wech-'terliegen ? — Kein Verstand, sondern die Zukunft alleinsei der mächtigste und reichste Haudelstaat ist, der jemal existirt diese wichtigen Fragen zu beantworten,hat, ohne selbst die Republik Karthago auszunehmen. j

Eroberungen Dschingis Khans.

Dsehingis Khan, welcher zuerst Temudschin hiess, folgte

vermag

seinem Vater gen Ablauf des zwölften Jahrhunderts in derHerrschaft über einige tatarische Horden nördlich von China,Mongolen genannt. Sein Muth, seine Talente und sein (Huckerhoben ihn zum Herrn der grössten Monarchie , die von Ostennach Westen 1200, und von Süden nach Norden 600 deutscheMeilen ausgedehnt war. Als er die benachbarten Horden besiegthatte , nahm er den Titel Dschingis Khan , d. h. grosser König,und liess ‘ein bürgerliches und militärisches (Gesetzbuch fürdie unterworfenen Stämme ausgehen , an deren Spitze er auf neueEroberungen auszog. In sehr kurzer Zeit bemeisterte er sichdes ungeheuren Landes zwischen der Wolga und chinesischenMauer ; er besiegte den nördlichen Tlieil des chinesischen Reichsund machte sich die Halbinsel Corea unterwürfig. Von hierging er auf das erstaunlich weit entfernte Persien los, 11m einender mächtigsten Könige jener Zeit zu schlagen, Mahomet näm-lich, welcher Charisra, Persien, Medien, Armenien und einenTheil Indiens beherrschte. Nördlich des Jaxartes , nahe hei derStadt Ötrar, wurde iu den unermesslichen Ebenen die berühmteSchlacht geliefert, welche das Loos der beiden Nebenbuhler ent-

schied. Mahomet hatte 400,000 Mann versammelt, welchenDschingis Khan 700,000 entgegensetzte, die durch seine vierSöhne befehligt wurden. Diese wussten von keiner andern Eifer-sucht, als ihrem Vater gut zn dienen, und Dschingis Khan er-langte einen so vollkommenen Sieg, dass er seine Macht bis anden Euphrat und bis in das Hera Indiens ausdehnte. Auf seinemRückzug verweilte er in Toncat, um eine Versammlung allerKönige , Statthalter und Generale seines Reichs allzuhalten , wo-bei er die Gesandten der besiegten Länder, über 5 oo an Zahl,empfing, und wo ihm einer seiner Söhne ein Geschenk von100,000 Pferden machte. Er befand sich anf dem Wege , auchden südlichen Theil von China zu erobern , als er 122" in einemAlter von 70 Jahren starb. Er theilte sein Reich unt'v seinevier Söhne, deren jeder noch ein grosser Monarch blieb. Sieund ihre Nachkommen trieben die Eroberungen so lange weiter,bis ihre Macht dem Tamerlan weichen musste.

Die von Kathrina II. bezwungenen Khane der Krim waren,gleich den jetzo noch bestehenden Häuptern der Tatar-Uslieeken ,Abkömmlinge Dschingis Khans. Der Jesuit Gaubil hat eine Ge-

schichte dieses berühmten Eroberers hinterlassen. Par. 1739. 4.Eroberungen Tamerlans.

Timur, bekannter unter dem Nam en Tamerlan t machte ein Heer des Bajazet zu 400,000, nnd jenes von Tamerlan zu r,(100,000

an. Bajazet wurde gefangen und soll von Tamerlan in ein eisernKäfig gesperrt und dem Gespöfte der Soldaten ausgesetzt wordenseyn. Wahrscheinlichem Nachrichten zufolge aber bewies sich derSieger edelmütbig und thaf alles , um Bajazets Unglück zu mildern.

Als Tamerlan Kleinasien , Syrien und Aegypten erobert hatte,kehrte er nach Samareand zurück, welches er für die Hauptstadtseiner Staaten ansah. Hier empfing er nach dem Beispiele Dsohin-gis Khans die Gesandten fremder Lande ; er gab ein glänzendesFest, hei dem er all seine Enkel vermählte. Im Jahre 1404,als er ebenfalls wie Dsehings Khan China erobern wollte, stacher auf dem Zuge, 71 Jahre alt. Tamerlans Söhne stritten umdie Erbschaft nnd zersplitterten sie. Persien blieb ihnen nichtlange ; auch erhoben sich die Türken wieder, und heut zu Tagebesitzt ihre Nachkommenschaft in der Mongolei nur noch einenSchatten von Macht. Der siegreiche Aurengzeb , welcher i-o-als Kaiser der Mongolen 90 Jahre alt starb , stammte aus Tamer-lans Geblüte.

noch ausserordentlicher Glück als Dschingis Khan, indem er,ohne Herrschaft geboren , sich ein Reich schuf grösser als Alexanders. Er war hinkend, und, wie einige sagen, der Sohneines Hirten , andern zufolge aber stammte er aus <’cm GelilüteDschingis Khans. Seine erste Eroberung war die von Balk,der Hauptstadt in Sogdiana; von da ging er auf Persien los,nahm Bagdad weg , und drang in das fernste Indien. Bei seinerRückkehr fiel er über Syrien her, wo er gegen den berühmtenRajazet durch mahometaniseke Fürsten , w'elehe von diesem ab-gesetzt worden , und durch den Kaiser von Constantinopel, des-sen Hauptstadt jener belagerte, aufgereizt wurde. Tamerlan fordertevon dem türkischen Sultan, die Belagerung aufzuheben, und alsdieser es nicht nur verweigerte , sondern auch die Abgesandtenschmählich behandelte, so zog jener ihm schlagfertig entgegen. Diezw r ei furchtbaren Feinde begegneten einander mit ihren unzählbarenTruppen auf den Ebenen von Ancvra in Phrygien. Schiltpergeraus München , welcher die Schlacht mitgekämpft hat, gibt das

das Gebirg entflohen , und in diesem Zufluchtsorte fand der Prinzseinen künftigen Feldherrn, den Sohn eines Hirten, welcher einStrassenräuher geworden. Dieser Mann, dem das Glück eine soausserordentliche Rolle aufbewahrt hatte, hiess JSadir Kuli; seinTalent und sein Muth verbesserten bald die Umstände des Prinzen,wofür er als die schmeichelhafteste Belohnung den Namen dessel-ben erhielt. Thamas Kuli Khan kehrte aber nicht lange nachherdie Waffen gegen «einen Herrn, den er auf den Thron gehobenhatte ; er bemeisterte sich seiner und liess ihn heimlich aus dem

Persien, die Sophis und Thamas Kuli Khan.

Die Abkömmlinge Tamerlans wurden 1468 aus Persien durcheinen andern Zweig der Tataren vertrieben , und dieser mussteseinerseits dem Stamme der Sophis weichen. Das Haupt derletztem Familie war nur der Stiller einer neuen Religionspartei;sein Sohn aber der kühne Eroberer eines Thrones, den seine Nach-kommenschaft lange Zeit mit W r ürde besass. Der grosse SchachAbaSy w elcher gen Ablauf des 16. Jahrhunderts Persien zu einemso blühenden nnd glücklichen Reich ürhob , war aus dieser Fa-milie, die im Anfang des 18. Jahrhunderts ihren Sturz in einer

Revolution fand, durch welche Persien in einen Abgrund des!Wege raumen. So wahr ist es, dass Bürgerkriege ausscrordent-Unglücks verfiel. diclie Talente erwecken, die in friedlichen Zeiten andern und sogar

Eine Colonie Tataren, Afganen genannt, die ihre Niederlassungjsich selbst unbekannt blieben. Nunmehr stellte er im Innern diezwischen Persien und Indien hatten, fühlten sich von den Mini- Ruhe wieder her; irieh die Russen und Türken zurück, und liessstern eines unthätigen Königs, der nur die Namensliste seiner:sich 1737 unter dem Namen Schach Nadir feierlich als KaiserVorfahren vermehrte, sehr misshandelt, und empörten sich.! von Persien ansrufen. Seine ehrgeizigen Plane gingen jetzo nach aus-mrer , Mirweis genannt, machte sieh berühmt und Isen , und er beschloss die Eroberung Indiens. Der Mogul, ein Enkelführte sie zum Siege; wurde aber ihm Laufe seiner glücklichsten: des berühmten Aurengzeh, wurde geschlagen, und Delhi, seineThaten ermordet. Sein Neffe Mahmud, kaum 18 Jahr alt, schwang! Hauptstadt, fiel in die Gewalt des Siegers, der sich zum’Kaisersieli auf dessen Stelle und verfolgte die Vortheile. Die Regierung! Indiens erklärte. Er verlieh jedoch dem entthronten Mogul dasderSophis war so willkürlich und verhasst worden, dass Mahmud!Zepter wieder, und kehrte mit ungeheuren Schätzen, die sich aufsowohl durch die Schwäche des Königs als durch die Meuterei'etliche Milliarden Gulden beliefen, nach Persien zurück. Hier wurdeder Provinzen gleich sehr begünstigt wurde. Er belagerte Ispahan,jer 1747 ermordet, und das Land war aufs neue wieder dem Greuelnahm es 1722 ein, setzte den König ah und trat an dessen Stelle ;Jder Verwüstung , aus dem es sich vor kurzer Zeit gerettet hatteallein vom Glücke berauscht quälte er Persien als ein politischer preis gegeben. Ehrgeizige Nebenbuhler stritten um einzelneund religiöser lyrann , bis er als Narr starb. Nun war das Reich!Provinzen , Völkerstämme wurden vertilgt , die Grossen des Lan-ein Gegenstand des Rauhes; mehrere anmassende Herrscher folg-!des riehen einander auf, und das ehemals blühende Persien wartenanf einander oder machten sich wechselweis die Beute streitig,!mm zerrissen und hot nur den Anblick eines rauchenden und mitwährend von aussen die Waffen der Türken und Russen das Un-'Rhu gedüngten Schutthaufens dar; — die traurige und schreck-

glück dieses Landes noch vergrösserten.

Indessen war Thamas , der letzte Sophis und rechtmässige Erbedes persischen Thrones', mit einigen seiner getreuen Diener in

liehe Folge fast jeder Umwälzung eines grossen Reichs.Artikel Persien unten.)

(S. den

ABTHEILUNG ASIENS NACH SEINEN FÜNF GROSSEN NATURREGIONEN, DIE AUF DER CARTE BEMERKT SIND.

1. Westliche Abdachung der Centralhochebene, samt den Unterabtheilmigen.

Asiatische Tuerkf.i.

36 ,ooo d. QM. 14 Mill. E.

Gegenwärtiger Zustand. — Die asiatische Türkeihat überhaupt ein sehr angenehmes Klima, einenfruchtbaren Boden, und war einst unter die schön-sten Thoile des römischen Reichs gerechnet. Dieses

Arabien.

46,000 d. QM. 12 Mill. E.Gegenwärtiger Zustand. — Das Innere vonArabien ist eine dürre, brennende , ungeheuergrosse Sand wüste , und nur die Küsten diesermächtigen Halbinsel erfreuen sieh der Wohl-

Land besass zahlreiche Städte mit allen Annehmlich-ithaten eines reichen Wachsthums und des Han-

dels. — Die Völker Arabiens bestehen aus ver-schiedenen Stämmen, -die ihre einzelnen Fürstenhaben, ohne gemeinschaftliches Oberhaupt; u.daher sind sie ohne politische Wichtigkeit.Hätte sie der neue Reformator Abdul IVahab

keifen der Künste und des Luxus geschmückt. Wasfür ein Abstich heut zu Tage ! Alle Wohlthaten bür-gerlicher Ordnung , alle Reize des gesellschaftlichenLehens verschwanden unter dem verheerenden Arm ,der sich über dieses schöne Gebiet ausstreckt. Diegrossen Denkmale des Altertliums liegen in Trümmern ,jin eine Masse vereinigt, so würden sie fürganze Dörfer sind verlassen, die Lämlereieu dem Persien, die ganze Türkei und Afrika zumRaube preis gegeben, und die Städte mit einer nie- zweitenmal furchtbar geworden seyn.drigen und sklavischen Bevölkerung angefüllt. Ein ty- Man haut in Arabien Getraide, Mais, Indi-rannischer Pascha lässt nun willkürlich dort Köpfe go, Baumwolle, und die meisten europäischenahsehlagen, wo einst ein römischer Prätor sein Ur- sowohl als indischen Früchte; allein ihre wich-theil der Weisheit fällte. Der Kurde und Turkotnan tigsteneigenthümlichen Erzeugnisse sind Kaffee,

waiden ihre Heerden und sinnen auf Raub , wo einstder Ruhm seinen Schauplatz hatte; der wilde Beduiumacht einen verlassenen Tempel zur Höhle seinesRauhes und Lasters. Dieses ist gegenwärtig der Zu-stand des classischen Bodens, auf dem noch überallschöne Erinnerungen ruhen, und der nur einer an-dern Regierung bedürfte, um seine elunalige Blüthewieder zu erlangen.

Getraide, Seide, alle Arten Obst, unermesslicheWaiden bedecken das Land; köstliche Trauben rei-fen auf den Höhen, Oliven und Dattelu kommenreichlich in den Sandebenen fort, und prachtvolleWälder beschatten die Gebirge.

Aloe, Balsam, Myrrhen, Weihrauch, die be-sten Pferde der Welt, KameeL* und Dromeda-re; jene zum Lastentragen, diese zum schnei-!len Laufe tauglich.

Arabien hat zwei berühmte Städte, Medinaund Mekka; jene besitzt Mahomets Grab,in dieser war seine Wiege, und ist jetzo die be-rühmte Kaba , oder dis Haus Gottes, wohinjeder Rechtgläubige wenigstens einmal währendseines Lehens entweder in Person oder durcheinen Abgesandten eine Wallfahrt thuu soll,wesshalb daliier alljährlich ein grosser Zusam-menfluss für Andacht und Handel Statt findet.Ehemaliger Zustand. — Die Araber sinddessen die älteste

Die vorzüglichsten Städte sind : Aleppo, ein Sam-melplatz für Caravanen; Damaskus ; Smyrna , der Mit- eines der frühesten Völkertelpunkt für den Seehauihi; Bassora , der Markt für Geschichte erwähnt; von jeher eine verständigeIndien ; Prusa; Bagdad , einst so berühmt, nicht weit j und muthvolle Nation, welche nie ein fremdes

Joch geduldet, sondern im Gegen theil ihre Ge-setze 11. Religion über die Hälfte von Asien u.Afrika und über einen grossen Tlieil von Eu-

von den Trümmern derStädte Ktesiphon, Seleucia undBabylon. Merkwürdig sind iu Syrien die Ruinen vonliieropolis, Palmyra und Heliopolis oder Balhek.

Ehemaliger Zustand. — Seit uralter Zeit ist dieses ropa ausgebreitet hat. Im achten u. neuntenLand bewohnt; unsere heiligen Bücher sind dessen 1 Jahrhundert wurde Bagdad durch sie der Sitzfrüheste Annalen , nnd mit ihnen stimmen die Profan-jfür Künste, Wissenschaft und Luxus ; als wirSchriften überein, dass hier die Quelle der Erkenntnis! noch in tiefster Unwissenheit lagen, glänzteuud die Wiege bürgerlicher Einrichtung gewesen sei.'unter diesem Volke Poesie, Literatur, Arznei-Nimrod, Ninus, Semiramis, Cyrus, die grossen Reiche, künde, Architektur etc.

welche sie gegründet, die Helden vor Troja, eineMenge griechischer Fabeln , die Herrschaft der Perser,Alexanders, der Seleukiden , des wildenMithridates,der schönen Königin von Palmyra, nnd der glänzen-den Kalifen von Bagdad; — dieses ist ein schwachesBild des ehemaligen Zustandes nnd der grossen Per-sonen, welche auf diesem Schauplatze vom grauestenAlterthum her bis zum unglücklichen Tage, wo türki-sche Obermacht die Zeiten des Ruhms endigte,aufgetreten sind.

Schriften. — Für die alte Zeit die heiligen u. clas-sischen Autoren ; für das Mittelalter Lebeau u. Gib-bon ; für die neuere Zeit Tavernier, Turnefort, Pocko-oke, D’Arvieux, Savary, Volney, Choiseul-Gouffier,Le Chevalier, Moritt, llalloway, Olivier, ete.

Schriften. — Für die alte Zeit unsereheiligen Bücher und die classischen Autoren;fur das Mittelalter Abulfedu ; für die neuereZeit D’Arvieux, Volaey, Niebuhr etc.

Persien.

40,000 d. QM. 16 Mill. E.

Gegenwärtiger Zustand. — Die Umwälzun-gen, so Persien verheerten, und wovon manum Seitenrande dieser Tafel eine kurze Nachrichtsieht, haben dieses Reieli in zwei Monarchiengetheilt, in die östliche und in die westliche.Die Gränzen beider lassen sieli so ganz genaunicht angeben; Gebirge und Steppen bildendie vornehmste Scheidung.

Das östliche Persien, welches man anch dasReich von Candahar oder Gebiet der Afganenheissen kann, zählt als vorzügliche Städte Can-dahar, Cahul, Residenz der Könige, undCaschemir, das durch seine Shawls berühmt ist.Das westliche Persien wurde uns seit einigerZeit viel besser bekannt als das östliche; es hateine festere Gestalt angenommen und Fath Ali,aus der neuern Königsfamilie, hat unmittelbarmit Europa, z. B. mit Frankreich, Verbindun-gen angeknüpft; es werden europäische Einrich-tungen angenommen, und Persien bereitet viel-leicht fur seine Nation das Spiel einer grossenRolle vor. An die Türkei gelehnt, welche imZerlall ist, eiuNaclibar Arabiens, das keine po-litische Wichtigkeit hat, an den Gränzen In-diens, das man zu bedrohen scheint, kann Per-sien im Orient eine Revolution herbeiführen,worin es die mächtigste Hand hat. Es ist einHochland, von Gebirgen unregelmässig durch-zogen und hat zum seltsamen Charakter grosseSandwusten, worunter sich fünf besonders aus-zeichnen. Sie sind meistens salzig, enthaltengrosse Seen , sonst aber fast kein Wasser undkeine Bäume. Man baut in diesem Lande Wai-zen , Reis, Hirse, Seide etc., es ist das Va-terland der Pfirsehe und Abrikose; seine Pferdegelten im Orient für die schönsten.

Die Perser sind munter , lebhaft, geistreichund viele wohlunterrichtet. DiemahometanischeReligion, welche nunmehr unter dem grösstenTheile der Einwohner herrscht, hat hier vielesvon ihrem’ unverträglichen Charakter verloren,und nirgends im Orient sind die Christen besseraufgenominen. Die persische Sprache ist sehrnahe mit der deutschen verwandt; sie klingtäusserst angenehm, und da sie wie für Poesiegeschaffen ist, so zählt Persien auch viele nndgrosse Dichter, als : Ferdnzi im Epos; Sadiim Lehrgedicht ; Haiiz in der leichten Ode. —Ispahan war einst die Hauptstadt Persiens mit600,000 Eimv.; nunmehr ist es Teheran , wel-ches, als Residenz betrachtet, erst beginnt undnicht über 70,000 Einw. zählt. Schiras istdurch die Lieblichkeit seines Klima berühmt.

Ehemaliger Zustand. — Dieses classischeLand wird uns bei dem ersten Unterrichte mitden grossen Namen des Zoroaster, Cyrus,Xerxes, Darius und Alexander bekannt; dieParther herrschten lange darin; die Sassanideu,bis die Mahometaner ihre Religion und neuenGesetze daselbst einführten und Persien in alleRevolutionen des Orients verwickelten.

Schriften. — Fur die alte Zeit die grie-chischen und lateinischen Classiker; für dasMittelalter die arabischen Autoren, n. für dieneuere Zeit Tavernier, Deslandes, Franklin,Ferneres - Sauveboeuf, Beanchainp, Olivier,Chardin mit den vortrefflichen Noten vonLangles, Morier, Scott Waring, Ousrly etc. I

Tatarei oder Turkestan.

3 o,ooo d. QM. 4 Mill. E.

Gegenwärtiger Zustand. — Dieses Land,welches im Westen das kaspische Meer u. imOsten das Gebirg Belur zu Gränzen hat, istvon chinesischen , russischen, persischen undindischen Besitzungen umgehen. Die nördlichenund westlichen Theile bestehen fast aus lauterSteppen nnd Saiuhvüsten mit vielen salzigenvSeen, so dass mau die Spuren eines ehemaligenMeeres zu sehen glaubt ; und diese Steppenvergrüssern sich noch täglich. Die südlichenTheile, die grosse Bucharei genannt, erfreuensich eines angenehmen Klima und einer gros-sen Fruchtbarkeit.

Zwei Horden von gemeinsamer Abkunft be-wohnen dieses weite Land, die Kirgisen näm-lich das nördliche , und die Usbecken das süd-liche. Diese an Heerden so reichen Tatarslämmejziehen umher und lagern sich oft nahe beijStädten. Mancher Kirgise soll 10,000 Pferde,

1 20,000 Schafe, 3 oo Kameele und einige tau-send Stücke Hornvieh besitzen. Die Usbeckenaber verlieren allinählig in der Nachbarschaftgrosser Städte, von welchen sie zu andern Bc-jtrieben gereitzt werden, ihre Neigung für dasHirteuleben. Hier liegt. Samareand, die berühm-te und glänzende Residenz Tamerlans ; Bochara,das jener Stadt den Rang oft streitig machte,und Balk , die Niederlage für Indiens Produkte.So viel wissen wir ungefähr von diesem gros-sen Lande, das seiner Lage nach mit Per-sien, Iudien, China nnd Russland in Handels-verbindungen steht.

Ehemaliger Zustand. — Dieses Land wardie Bühne grosser Begebenheiten. Man hält esunter dem Namen Baktriana für die Wiege derersten persischen Monarchie nnd des Gesetz-gebers Zoroaster. An den Ufern des FlussesSirr oder Sihon, einst Jaxartes, endigte Ale-xanders Zug gen Norden ; in seiner Nachbar-schaft haben sich während der ersten Jahr-hunderte christlicher Zeitrechnung die Türken,die vom Altai herabgestiegen waren, niederge-lassen , von wo sie dann später auf die Erobe-rung Asiens und Europas auszogen, liier fandDschingis Khan an einem König von Charismseinen Nebenbuhler, der sich mit ihm beiOtrar zu messen wagte , und dessen Schicksalauf die Waage setzte. Später verlegte Tamer-lan den Sitz seiner Regierung dahin, und nochspäter war es der Schauplatz der Thaten vonSchach Nadir , welcher sich rühmte, darausentsprossen zu seyn.

Schriften. — Für die alte Zeit die Clas-siker ; für das Mittelalter Eben Haukal undandere Araber ; für die neuere Zeit Abulgnzi,König von Charism, Förster, Hamvay, Pal-las , Gmelin , Murawiew etc.

II. Südliche

Abdachun g der

Centralhochebene.

Indien diesseit des Ganges. | Indien jenseit des Ganges.

40,000 d. QM. 80 Mill. E. | 3 o,ooo d. QM. 3 o Mill. E.

Gegenwärtiger Zustand. — Jenseit des Indus breitet sich bis China ein Landaus, dessen Oberfläche fast die Hälfte von Europa erreicht. Es hat die BenennungIndien von dem Flusse Indus erhalten , welcher dessen Granze im Westen ist.Dieses ferne Land war schon hei den Alten berühmt, obwohl sie davon nur eineschwankende, unsichere und dunkle Kenntniss hatten; in der neueren Zeitist es wegen der Auffindung des Seeweges dahin, und wegen der Umwälzung,die der Welthandel hiedurch erfahren hat, änsserst merkwürdig geworden; nochviel wichtiger aber ist es heut zu Tage wegen der Riesenmacht, die ein euro-päisches Volk daselbst ausübt und unendliche Vortheile aus dessen Schätzen zieht.

Indiens Klima ist zwar sehr warm, aber dennoch gesund ; der Boden besitzteine erstaunliche Fruchtbarkeit; die Erzeugnisse sind reichlich, mannigfaltig undkostbar, z. B. Diamanten, Rubine, Saphire, Elfenbein, Myrrhen, Weihrauchund Gewürze. Die Bewohner bilden einUrvolk, das die europäischen Züge mitder afrikanischen Farbe verbindet; es ist sanft, hannlos, änsserst betriebsam ,aber schwach an Geist und Körper; es besteht aus Gasten, die sich mit einandernie vermischen, und deren Mitglieder nicht aus dem Stande ihrer Gehurtheraustreten. Es besitzt eine ganz eigene Religion, die sich weit in Asien ver-breitet hat. Ihr Gott ist Brama ; seine Priester sind die Braminen; die Vedasihre heiligen Bücher und das Sarascrit ihre gelehrte Sprache. Dieses ist in weni-gen Worten eine Schilderung des Landes, welches durch den mächtigen undheiligen Fluss Ganges in Vorder - und Hinterindien getheilt wird.

Das Land diesseit des Ganges oder Vorderindien enthält 80 Millionen Einwohnerund ist der Sitz englischer Macht in Ostindien, welche den grössten Theil davonunmittelbar oder mittelbar in ihrer Unterwürfigkeit hält und alles nach Beliebenordnet oder fügt. Durch die grosse Anzahl der Beamten, welche England dorthalten muss, und durch Reisende unter ihrem Schutze sind uns in der neuernZeit äusserst wichtige Aufschlüsse über die Beschaffenheit dieses grossen und merk-würdigen Landes sowohl als über dessen Bewohner zugekommen, und wahrschein-lich wird dieses Gebiet in Bälde so genau bekannt seyn, wie irgend eines vonEuropa. Auf der Carte findet man so viel als möglich die politische Eintheilungbezeichnet. Die drei Präsidentschaften der Engländer sind zu Calcutta , Madrasund Bombai, wovon die erste hei weitem die wichtigste ist.

Die Maratten besitzen ein ziemliches Gebiet in der Mitte nnd im Westen; dieSheiks und andere kleine Völker begränzen die Nordseite , und auf den Küstender Halbinsel haben die Franzosen, Portugiesen und Dänen einige geringeLandstriche mit Factoreien inne.

Ptolemiius hat uns eine ganz entstellte Carte Indiens geliefert, welche vonDanville, dem kenntnisreichen Gosselin und Männert verbessert worden.

Das Alterthum der Indier, ihrer Cultur , Religion u. Baukunst ist vormals viel zuweit hinaufgerückt worden , bis Bentley u. andere durch ruhige u. strenge Untersu-chungen die ausschweifenden Zahlen von 10 bis 100,000 Jahren gemindert haben.

Das Land jenseit des Ganges oder Hinterindien enthält das Reich Assam undGarrow, Birinan, Siam, die Halbinsel Malaya und das Reich Anam. Dasbirmanische Reich wurde vor einem halben Jahrhunderte durch den berühmtenAlompra, welcher sich vom gemeinen Stande bis zum Thron erhob , auf die Trüm-mer von Pegu, Ava und Aracan gegründet. Unsere Kenntniss der übrigen dreiReiche ist noch sehr mangelhaft. Nur zu erinnern ist es, dass die Malajren ,eine besondere Menschenart, sehr kühn und ausnehmend wild sind.

Ehemaliger Zustand. — Die frühesten Nachrichten über Indien verlieren sichim Dunkel der fabelhaften und wahren Geschichte. Man redet von dem Zuge, denBachus, Sesostris und Semiramis dahin unternommen; allein erst AlexandersEroberungen verbreiten Lieht über dieses ferne Land. Die Ptolemäer, alsHerren des rothen Meeres , sandten ihre Schiffe bis Malabar; die Araber ver-mehrten diese Besuche , und endlich haben uns die Portugiesen durch Entdeckungeines Seeweges um Afrika in unmittelbaren Verkehr mit Indien gesetzt.

Schriften. — Für die alte Zeit Ilerodot, die Geschichtschreiber Alexanders, Near-chus, Strabo, Marinns vonTyros, Ptoleinäus; für die neuere Bernier, Rennel, Pen-nant, Sonnerat, Anquetil du Pcrrou , Symcs, Loubere , Poivre n. sehr viel andere.

III. Centralhochebene Asiens, von wo die 4 Abdachungen ausgelien.

Kleine Bücüarei, Tibet und Butan, Mongolei und Mandschurei.i 5 o,ooo d. QM. 18 Mill. E.

Gegenwärtiger Zustand .— Diese weiten Lande sind uns bis auf den heutigenTag noch beinahe ganz unbekannt, und die riesenhafte Gestalt derselben ist daseinzige , wovon wir zuverlässige Nachrichten haben. Sie bilden eine erstaunlicheHochebene von unfruchtbaren Felskuppen und weiten Wüsteneien eines schwar-zen, fliegenden Sandes. Ueberall auf einem so ausgedehnten Raume Granit-gebirge , deren ewig mit Eis bedeckte Gipfel die Klimate Asiens und die Schei-dung der Wasser bestimmen. Noch ist die Höhe der vorzüglichsten Bergspitzendieser ringförmigen Kette nicht gemessen; allein da selbst unter dem 3 o. Brei-tengrade in Thälern immerwährender Schnee liegt, so schätzt man diese auf 20,000Fuss, und die obersten Kuppen , wie z. B. den Dolagiri vom Himalajagebirge,auf 28,000 Fuss über dem Meerspiegel. Auswärts gehen von da die mächtig-sten Ströme dieses Welttlieils; einwärts in die Hochebene eine grosse AnzahlFlüsse von geringem Falle , die sieh im Sande oder stehenden Wasser verlieren.Von,der nördlichen Abdachung stürzten wie rauschende Ströme die wilden undzahlreichen Horden herab , welche im Mittelalter Verwüstung über die Erdebrachten; als : die Hunnen, Avaren, Mongolen und Türken. Heut zu Tagebefinden sich daselbst nur noch Völkerstämme von zu geringer Bedeutung,als dass man von ihnen ins Künftige ein Überschreiten ihrer natürlichenGränzen befürchten müsste, wie z. B. die Songaren , Kalmuken , Zweige derMongolen und Mandschuren. Tiefer im Süden sind die Länder, als : die

kleine Bucharei, Gross - und Kleintibet , weit mehr bevölkert, reicher undcultivirter.

Die Völker des Nordens sind Hirten oder Nomaden , deren Reichthum in ihrenHerden besteht; ihre Wohnungen sind Zelte und ilme Städte Läger, die sieje nach Bedürfnis« anderswohin versetzen. Hingegen treiben die BucharenHandel dnreh ganz Asien, und die Tibetaner bauen mit gutem Erfolgedas Feld.

Die Centralhochebene Asiens wird von melirern Autoren für die Wiege desMenschengeschlechts angesehen, von wo aus es sich, als vom höchsten 1 »ikte,nach allen Richtungen verbreitet habe. Man findet daselbst grossentheils imwilden Zustande fast alle Thiere vereinigt beisammen, die man anderwärts nurtheil weis besitzt; ebenso die Pflanzen. Einige Producte jedoch sind diesemLande ganz allein eigentliümlich, wie z. B. Rhabarber , Tinkal oder roherBorax; die Shawlziege, das Bisamthier.

Dieses ganze Hochland samt dem Gebiet der Mandschuren steht nnter chines.Zepter, welches sich gegen Ablauf des 17. Jahrhunderts die Mongolei , 17^9Kalmukei, Songarei und Kleintibet , endlich um 1780 Grosstibet unterwarf.

Ehemaliger Zutand. — Die Alten hatten nur ein© verworrene Kenntnissvon Mittelasien , das sie unter dem unbestimmten Namen Asien jenseit des Imausbegriffen. Am Fusse dieser berühmten Gebirgskette, des heutigen Mustag ,schloss sich ihre Erdkunde; denn von Serica und den Seren , die jenseit desImaus lagen , geben sie so unvollkommene Nachrichten, dass die Neuern langedarüber stritten, wo dieses Land eigentlich zu suchen sei. Nachdem manübereingekommen, dass es China nicht seyn könne, so hat die bessere Kritikjenes Land nach Kleintibet , in einen Theil von Grosstibet, Nordindien und derkleinen Bucharei verlegt. — Erst aus dem Mittelalter haben wir durch dieEinbrüche der Hunnen und die Eroberungen Dschingis Khans Nachrichtenüber Mittelasien erhalten.

Schriften. — Die Mönche Plano Carpini und Rubruquis , welche 124$ nndia 53 bis an die Nordgränze Chinas gelangten. Der letztere, von Ludwig demHeiligen ahgesandt, traf z xi Karakum f Hauptstadt der Mongolen, heut zu TageHolim , einen Goldschmied aus Paris in des Khans Dienste. Marco Polo , derwahre Vater asiatischer Geographie ; er drang um 129a durch Centralliochasienbis an den Östlichen Ocean und gelangte durch das chinesische Meer, überJava und Ceilon wieder zurück. Tavernier; Reisen der Jesuiten vonDu Halde gesammelt; Pallas, Bell, Förster, Rennel, Herbert; GibbonsGeschichte von den Einbrüchen der Barbaren; Saunders und Turners Reisennach Tibet.

IV. Oestlichc Abdachung der Centralhochebene.

Das eigentliche China , Corea und die Inseln.

75,000 d. QM. i 5 o Mill. E. — * Ganz Centralhochasien steht unter chinesischem Zepter.

Gegenwärtiger Zustand. — Fern im Osten der allen Welt befindet sich ein weites und sehrgünstig gelegenes Land, das eigentliche China. Sein grosser Flächenraum ruht einerseits am Fusseder Hochlande Asiens, durch welche des Nordens Kälte abgelialfen wird; auf der andern Seite ister vom grossen östlichen Ocean bespült, dessen immerwährende Ausdünstungen für das Land einemilde und etwas feuchte Atmosphäre bewirken. Zufolge dieser Umstände bat China ein sehrgünstiges Klima und einen reichlich bewässerten Boden.

Gebirgsketten von massiger Höhe umzingeln gleichsam dieses grosse Gebiet und bilden land-einwärts Tliäler, worin zwei majestätische Ströme, von schönen Zuflüssen bereichert, dahinwallen.Hiezu gesellen sich ferner viele Seen und eine merkwürdige Anzahl von Kanälen, wodurch dasLand einen sehr lachenden, interessanten und abwechselnden Anblick gewährt. Zugleich findetman hier alle Gaben einer reichen Natur ausgestreut und alle Anlagen menschlicher Betrieb-samkeit seit Jahrtausenden vollendet. Eine unzählbare Volksmenge wimmelt in den Städten undauf dem Lande, ja sie bewohnt gleichsam die Flüsse. Vielfach schlängeln sieh hier Kanäle indie Thäler, um den Boden fruchtbar zu machen; dort steigt eine künstliche Bewässerung bisauf die Höhen, welche von unten Dis oben in Terassen angelegt und sehr wohl bepflanzet sind.Reis, Waizen und anderes Geiraide, fast all unsere Gemüse, Straucher und Hausthiere gedeihenin China vortrefflich; ausserdem Zucker, Indigo, Baumwolle, Seide. Ihm ganz allein eigenthüm-licli w r ar oder ist zum Theil noch die Oransche , der uns so thenre Thee, der Kampfer , Bäume,woraus Wachs, Seife, Papier, Firniss gewonnen wird; der Aloebaum, dessen Mark in Indiendem Golde gleich steht; seltsame Sängthiere, herrliche Vögel. wie z. B. die wunderschönenGold - und Silberfasanen etc.; Metalle aller Art; Steinkohlen, Porcellanerdeetc.

Bevölkerung, Gesetze, Charakter, Kenntnisse und Alterthum der Chinesen sind bis auf diesenTag ein Gegenstand des Streites nnd Widerspruchs unter Gelehrten, wobei sich Parteigeist undVorurtheil anssern. Die ersten Reisenden, von der Liehe zum Wunderbaren hingerissen, und dieJesuiten , von Interesse oder Parteilichkeit geleitet, haben die vortheilhafte Schilderung übertrieben ;ihre Gegner verfielen aus Geist des Widerspruchs in das andere Extrem. Ohne Zweifel liegt dieWahrheit in der Mitte, wie es sich nunmehr auch in den neuesten Beliebten über dieses Land be-stätigt. Die Bevölkerung z. B. erheben einige auf 333 Mill., während andere sie auf 55 Mill. herab-setzen, — ein Unterschied , den man leicht mit vernünftigen Gründen wird so ziemlich berichtigenkönnen. China ist überhaupt für ein sehr fruchtbares und wohl angebautes Land anerkannt ; seineLage und Einrichtung begünstigen die Fortpflanzung; warum sollte man ihm also eine Bevöl-kerung, wie sie Indien oder Frankreich hat, abspreeheii ? Rechnet man also in Betracht dergrossen Wüsteneien 2000 Einw. auf die QM., was offenbar nicht viel ist, so steigt die Zahlder Volksmenge auf i 5 o Mill. Viel schwerer ist es indessen, über Gesetze, Charakter, Wissen-schaft und Alterthum dieses merkwürdigen Volkes mit Zuversicht etwas zu behaupten ; sicher jedoch ,dass die Chinesen geraume Zeit vor Christi Geburt schon als Nation erscheinen , und dass ihreMonarchie alle andern an Dauer weit übertrifft. Soll man diese der Weisheit ihrer Gesetze undRegenten, oder dem moralischen Charakter des Volkes znschreilien? — Neben uralten Erfindungenvon hoher Wichtigkeit steht die Wissenschaft immer auf derselben niedrigen Stufe, und ungeachtetgrosser sowolil als prächtiger Werke, verbessert sich ihr Geschmack nicht im mindesten. Liegt derwichtigste Grund hievon in ihrer Schriftsprache, die nur Ideen, aber keine Wörter ausdrückt,undaus einer so grossen Anzahl von Zeichen (80,000) besteht, dass beinahe ein Menschenalterzu Erlernung derselben erfordert wird ?

Die Chinesen hatten schon vor uns die Druckerei ohne bewegliche Lettern, den Compass und andereDinge erfunden, welche mehr vom Zufall und langer Cultur, als von absichtlicher Geistestliätig-keit herrühren. Man findet bei ihnen ebenfalls so erstaunliche Werke, dass sie jene der Römerübertreffen, nnd den ägyptischen gleichkommen : wunderbare Brücken, grosse und herrliche

Landstrassen, Posten, Telegraphen, zahllose Kanäle, worunter der von Canton nach Peking ausdem i 3 . Jahrhundert an 36 o d. M. Lmg ist; die grosse Mauer 270 d. M. über Berg und Thal.

In China herrschen drei Religionen: die Gelehrten folgen der Satzung des Confucius, einer ArtDeismus; das Volk ergab sich der Brahmareligion des Fo, welelie sinnlicher ist; der Kaiser endlichund die Mandschuren hangen ihrer Abkunft zufolge dem Dalai - Ixima an. Priester des Volks sinddie Bonzen ; sie leben nur vom Almosen und ihr Name ist Million.

Der Kaiser wird förmlich angebetet wie ein Gott und sein Wille ist Gesetz; die Mandarinen oderStaatsbeamte sind seine Sklaven, die von der Beute ihrer Bedrückungen leben; das Volk überhauptist verschmizt, geldgierig und kriechend.

Schriften. — Von Jesuiten und andern Missionären, als: von Dnhalde, Amyot, Lecomte.VonGrossier, Sonnerat, Macartney, Stauuton , Morrison, Elfis, Barrow, Timkowski, Anderson etc.

/, Nördliche Abdachung der Centnd-hochebene.

Sibirien oder sämtlich asiatisches Russland.

286,000 d. QM. 12 Mill. E.

* Hier ist, in Ansehung des Fliielienranms undder Bevölkerung, zu Sibirien nicht nur das üstl.vom Ural gelegene Land oder eigentliche Sibirien ,sondern nach der frühem Begrimzung Asiens auchKasan, Astrachan, Cireassien etc. gerechnet,welelie letztere nun mit Recht Europa .einverleibtwerden.

Gegenwärtiger Zustand. — Das russ. Reich,welches dem Flächenraume naeli das grösste aufdem Erdball ist, gränzt mittels Sibirien auf einerStrecke von mehr als 600 d. Meilen an China ,dieses Kaiserthuramit den meisten Unterthanenund Vasallen. Sibirien begreift das sämtlicheasiatische Russland in sich und erstreckt siehalso vom schwarzen Meere, vom Don und derWolga bis zum üstl. Ocean u. der Beringstrasse;vom Eismeere bis an die Gipfel des Altai. Die-ser ist Vater von vielen der beträchtlichstenIlusse unserer Halbkugel, welelie nordwärtsdurch ein rauhes Land ihre Wellen zum Eismeerliefern , wo sie bald erstarren , um der Schiff-fahrt Hindernisse zu bewirken und so ilire natür-liche Bestimmung zu verfehlen. Kaum zeigenan deren einsamen Ufern einige Städte , Burgenund elende Weiler sparsam die Spuren von Cul-tur ; unermessliche Wälder nnd öde Flächennehmen den übrigen Gesichtkreis ein. Ver-schiedne armselige Völkerschaften irren auf die-sem weiten Gebiete umher und suchen mühsamihre Nahrung durch Jagd und Fischerei. In-dessen hat europäische Industrie dennoch schonviel Vortheil aus diesem Lande gezogen, mulwenn die Erweiterung der einmal gangbaren Cul-tur fortfährt, so ist mit der Zeit ein unermess-licher Nutzen daraus zu erwarten. — Der vielenMetallminen halber, die besonders in den letz-ten Jahren so beträchtlich und ergiebig ge-worden sind , nennt man Sibirien das russischePeru, welches nun auch Platina liefert.

Die Russen haben sieh seit i 58 o immer mehrund mehr in dieses weite Land eingedrungen,durch militärische Posten sowohl als Civilbeamteihre Besitzungen erweitert und mancherlei Völ-kerschaften zum Nutzen des Handels verwendet.So gelangen die Pelzwaaren aus der Polarzone,von den aleutisclien Inseln , vom nordwestlichenAmerika, Kamtschatka und dem innern Sibirien,während des Sommers auf den Flüssen, w ährenddes Winters auf Schlitten, nach China, wo sievorteilhaft gegenThec, Rhabarber, Seide undBaumwolle ausgetauscht werden.

In Beziehung anderer dieses Land betreffen-den Angaben verweisen wir auf die TafelNro. 28.

Schriften. — Messerschmidt, Strahlenberg ,Bering, Gmelin, Steller, Billings, Pallas,Patrin, Georgi , Lessep , Krusenstern, Kotze-bue , Wrangel etc.

Asiatische Inseln.

* Flächenraum und Bevölkerung lassen sieh un-möglich bestimmt angeben.

Nimmt man die Eintheilung Malte - Bruns an,welche auf die Natur selbst gegründet ist, so fallensämtliche im Südosteri von Asien liegenden Inselnnnd Länder dem fünften Weltteile oder Australienzu, (s. Tafel Nro. 29.) nnd die Anzahl der asiati-schen Inseln vermindert sich sehr. Wir wollenuns an diese Eintheilung halten und die Inseln vonWesten nach Osten durchlaufen.

Lakediven und Maldiven. Sie erstrecken sich120 d. Meilen in die Länge und 24 in die Breite;es sollen ihrer 12,000 seyn, viele aber sind blosseFelsen oder .Sandbänke.

Ceilon fSeilanJ. Hat 979 d. QM. n. 800,000E.;den besten Ziminet, sehr grosse Elephanten , Ru-binen, Topase, Saphire esc. Es ist das Toprobaneder Alten. Im Mittelalter besuchten es die Araber;

5 o 6 die Portugiesen, später die Holländer undnun ist es den Engländern überlassen.

Andaman, mit den wildesten Bewohnern ; Ni-kobar, wo die Schiffe Erfrischung einnelnnen. —Ilainan, Formosa, di e Lieu - kieu, chinesisch.

Japan. 12,000 d. QM., wenn man alle dazu gehö-rigen Inseln ausscliliigt. Diese grossen Inseln bildenim Osten einen Gegensatz zu Britanien im Westen,und sind nach China das mächtigste Reich im orien-talischen Asien. Ihre Bewohner , an 3 oMill., pflegenKünste und Wissenschaften ; sie sind als Nationsehr alt und fuhren die Reihe ihrer erblichen Beherrseher bis einige Jahrhunderte vor Christus zurück.Ein geistliches Oberhaupt, Dairi oder Kinrey ge-nannt, hat sie bis i 585 regirt, von wo an Kubo,das weltliche Oberhaupt, jenem nur noch religiöseMacht übrig liess,

Japan ist sehr fruchtbar nnd wohl angebaut; eshat reiche Minen an Gold, Silber, Kupfer undEisen ; auch einige Vulcane. Marco Polo hat esuns zuerst unter dem Namen Cipangri bekannt ge-macht; später gelangten die Portugiesen dahin, undKämpfer, Thunberg wwüBenjowski lieferten uns dieschätzbarsten Nachrichten von diesem fernen Lande.Im 16. 11. 17. Jahrhundert predigten Jesuiten in Ja-pan die katholische Religion ; als sie aber sieh in po-litische Händel einmischten , brachen zwei schreck-liche Verfolgungen wider die Katholiken aus nndihre Religion wurde verbannt. — In Ansehung derReligion giebt es hier vornehmlich Anhänger desBuddha und Sinto, des Confucius, und Anbeterder Gestirne; weder Juden, Christen noch Maho-metaner werden geduldet. — Der Dairi residirt znKio oder Miako, der Kubo zu Jeddo.

Weiter gen Norden folgt die Insel Jesso, wodie Japaner Colonicn haben; dann Tschoka oderSaghalien, endlich bis zur Südspitze von Kam-tschatka die Reihe der Kurilen, welche wegen ihrerMetalle, Vulcane und Pelzthiere merkwürdigsind.

XXX L GEOGRAPHIE VON ASIEN.

Gedruckt und verlegt bei J. Vk.tek, Kunst - und Musikalienhändler in Carlsn.be, .8.7.