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Historisch-Genealogisch-Geographischer Atlas von Le Sage Grafen Las Cases in fünf und dreisig Uebersichten
Entstehung
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FORTSETZUNG DER GESCHICHTE DER DEUTSCHEN KAISER UNI) KOENIGE.

aber nichts desto weniger war es schwierig einig zu werden. Man wünschte wohl eine hinreichendeGewalt, die für die Zukunft die Gerechtigkeit handhaben könnte; aber man fürchtete sich zugleic hvor einem Kaiser, der mächtig genug wäre, die alten Rechte der Krone wieder herzustellcn. Eshandelte sich also, einen Fürsten von vorzüglichen Kigenschaften zu finden, der geringe Erbländerund folglich nicht mehr Macht besiisse, als inan wohl in seine Hände legen wollte. Rmlolph warso glücklich diese Bedingungen in sich zu vereinigen. (Man sehe über seine Wahl das Nähere aufder genealogischen Tabelle.)

Ihn erhoben die Reichsfürsten auf den deutschen Thron ; er stellte die Ordnung wieder her, uudnachdem er sich um das Reich verdient gemacht, gründete er die Gewalt seines Hauses.

1391. Aber nach seinem Tode, da die Reichsstände mit Besorgniss sahen, wie mächtig seineSöhne geworden , hüteten sie sich, die Nachfolge in der Familie zu lassen. Sie wählten Adolphvon Nassau, wieder einen Fürsten von glänzendem Verdienste uud geringen Besitzungen. DochAlbreeht, Rudolphs ältester, ehrgeiziger-.Sohn , brannte vor Begierde nach der Krone, die seinVater getragen. Es gelang ihm, sieh eine Partei gegen den rechtmässigen Kaisei zu verschaffen;er stellte sich an die Spitze der Empörten, und Adolph von Nassau fiel in einem blutigen Gefechtedurch Albreehts eigne Hand, welchem hierauf die Krone hlieb.

1298. Ai.ukkcht, über welchen das Nähere hei dem habsburgischen Hause nachzusehen, regiertezebu Jahre. Ihm folgte Heinrich VH. Graf von Luxemburg, dessen Haus durch diese vorüber-gehende Würde, wie cs zu geschehen pflegte, ki die Höhe kain , und mehrere Kaiser lieferte.

Albrcelits Sohne schienen anfanglieh die Wahl der Chiirfürsten zu ehren , und blieben ruhig,so lange Heinrich an der Regierung war ; Ihm seinem Tode aber brach der Sturm nur um sogewaltsamer los, und fünfzehn Jahre lang wüthote die Zwietracht in Deutschland.

i 3 i 4 - Die Anhänger des Hauses Oestroich wählten Friedrich den Schönen ; Ludwig vonBaiern war von der Gegenpartei erwählt. Beide kämpften acht Jahre lang mit wechselndemGlück um die Krone. Friedrichs Gefangenschaft und später sein Tod setzten endlich der Spaltungdes Reichs ein Ziel. Ludwig hatte noch mit seinen Brüdern zu tliuu ; er erkaufte den Friedendurch die Abtretung mehrerer Städte und Gcbietstlieile, die man unter dem Namen Breisgaubegreift.

Wir halten oben gesehen , dass nach Albreehts I. Tode Heinrich von Luxemburg zum Kaisergewählt wurde. Der Einfluss seines Bruders, des Ghurfiirsten von Trier, uud die Rücksicht aufHeinrichs geringe Macht, lagen dieser Wahl zum Grunde; die Grafschaft Luxemburg wardazumal noeli sein einziges Faniiliengut. Sobald er aber «len Thron bestiegen hatte, war seineerste Sorge nach dem Beispiel seiner Vorgänger, die Besitzungen seinesHatises zu vergrössern,und es ergab sieh bald eine Gelegenheit Ottokars Söhne waren gestorben , und es blieben

nur ihre beiden Schwestern für die schöne Erbschaft des Böhmerlandes übrig. Nun war derHerzog von Kärnthen an die eine vermählt, und hielt die andre Seiiwester gefangen in derAbsicht, durch dieses barbarische Verfahren die Alleinherrschaft über seine neuen Untertliauen zuerhalten ; statt dessen alter verlor er selbst sein eigenes rechtmässiges Erbtheil. Denn die Böhmen,die unter d(*m Drucke seiner tyrannischen Behandlung und schwerer Abgaben litten , wandtensieh an die Hülfe des Kaisers, und der ungerechte König ward seiner Krone verlustig erklärt.Alsbald empörten sich seine Untertliauen , und die befreite Prinzessin galt ihre Hand dem Kaiser-sohne Johann , der auf diese Weise König von Böhmen wurde. Johann konnte es nach dein Todeseines Vaters gleichwohl nicht zur Nachfolge auf den Reichsthron bringen , und erfuhr in seinemlangen Lehen , desstui Abend dem Morgen nicht glich, merkwürdige Schläge eiues launenhaftenGeschickes» Durch einen unglücklichen Zufall hatte er eiu Auge verloren ; er suchte Heilungin Montpellier , und man brachte ihn noch um das andre, ln diesem Zustand eilte er zurSchlaehthei Ureoy, wo er dcu Tod fand und den Sieg des Prinzen von Wales verherrlichte, der siehmit dcu drei schönen , Johanns Helm beschattenden Federn schmückte. Seitdem sind sie mit demdeutschen Mahlspruch: Ich diene , der «larunter stand, in das Mappen des Kronprinzen vonEngland aufgenoininen. Sonderbare Verkettungen findet man oft in dem Laufe der Dinge;und gehört es nicht in der That unter di«> launenhaftesten Fügungen in « 1 er Geschichte , dasswir einen König von Böhmen , ans der Ferne mul ohne irgend ein eignes Interesse, zu einerSchlacht in die Ebene der Picardie herbeieilen sehen , bloss möchte inan sagen, um dein englischenThronerben M appenstueke zu liefern ?

1347. Johanns Sohn kam unter dein Namen Carl IV. auf den Thron der Deutschen. Er hattealle Schatze seines Vaters gespendet, um die M ahl durehzusetzen , und so vergeudete er auchals Kaiser alle Keichsdoinäinm , um die Krone seinem Sohne Wenzel zu versichern. Man konntedaher wohl v«m ihm sagen : um die Reit hskrone zu erhalten, habe er sein Haus zu Grundgerichtet, und dann die Reiehskrone , um sein Haus in die Hohe zu bringen. Von ihm rührt«lie berühmte goldne Bolle her, auf die wir später noch zurückkommen werden ; auch brachteer das Chiirfürstcntlimn Brandenburg an seiu Haus.

1 I7S. Menzesi.ah, der auf ihn f«ilgte, war einer der beklagenswerthcstcn Fürsten. Die Ge-schichtschreiber ävssern sic h sehr verschie«I<*n über ihn. Nach einigen sollte ihm von einer Ver-giftung in der Jugend ein brennender Durst geblichen scyn, den er mit einem Uebermaass vonHiissigkeit nie ganz halx* 1 .»sehen können; andre gehen es dafür aus, als sey er in hohem Grade< 1 «mu Trunk ergeben gewesen; sie fügen Jiiuzu , er habe öfter Anfälle von Wuth gehabt, und

HISTORISCHE NOTIZ VON DEM HAUSE HABSBURG.

Gegen das Jahr 700 ungefähr lebte ein gewisser Ethicho , Herzog in Schwaben undEisass ; von seinen zwei Söhnen gingen die Häuser Oestreieh und Lothringen aus.

Ethiehos Nachkommen fanden sieh durch die Stösse, die all«* Nachharfürsten Frankreichsunter den letzten Carolingern erfuhren, auf ein geringes Erbtheil beschränkt. Einer von ihnen,Naimuis Werner, war Bischof zu Strasburg, der Erbauer der Hauptkirche dieser Stadt.Audi das Schloss Habsburg im Aargau in der Schweiz liess er hauen , von dem die Familielange Zeit den Namen führte, bis sie ihn mit dem von Oestreieh vertauschte , unter «lernsie so berühmt geworden ist. Derselbe M’erner hatte zwei Brüder, von denen der Eine dieHauptlinie fortsetzte , der Andre aber der Stammvater der Häuser Zähringen und Baden wurde:jenes erlosch im Jahre 1218; letzteres aber blüht noch in unsern Tagen auf dem Thron überdie Rheinland«: des rechten Ufers von Mannheim aufwärts bis Basel und Constanz. Man wirddiese Gegenstände alle auf der nebenstehenden genealogischen Tabelle angezeigt finden, aufder wir die ausführlichen Angaben , in regelmässiger Folge , mit dein berühmten Rudolph ,Grafen von Habshurg und Kjlmrg, und Landgrafen von Ober-FJlsass, dem eigentlichen Gründerseines glänzenden Hauses, beginnen. Ein Etiler aus den Schweizergauen, hatte sich Rudolph,während den damaligen Unruhen in Deutschland, den Ruf «*in«*s ausgezeichneten Anführers undtapferu Ritters erworben. I11 seiner Jugend diente er dem Könige Ottokar von Böhmen ; undspäter bei eiuem schon vorgerückten Alter stand er an der Spitze der Kriegsmannen von Zürichund Strasburg. Nun hatte der ehrliche , tapfre Rudolph dein Churfürst«ui von Mainz aufseiner Reise nach Roin sicheres Geleit gegeben, und ihn vor den Raubrittern geschützt, «He zuder Zeit alle Strassen belagerten , und dieser kleine Dienst trug dazu hei, ihm die Reiehskronezu verschaffen. Derselbe Churfürst führte nämlich in der Wahlversammlung den Vorsitz, undschlug, da das eigne Interesse mit dein Gefühle der Daukharkeit zusamnientraf, seinen edlenBeschützer zmn Kaiservor. Noch schwankte die Entscheidung, als Friederieh von Hohenzollerii,Rudolphs Neffe, auf kluge Meise eine Rücksicht gelten zu machen wusste, «lie all«* Stimmenvereinigte. Zufällig traf es sich, dass drei von den Chiirfürsten noch nicht vermählt waren , undRudolph hatte gerade drei erwachsene Töchter; der Vortheil «‘inen Kaiser zum Schwiegervaterzu haben , leuchtete ein; man kam über die drei Heiratlien überein, und Rudolph ward feierlicherwählt.

JcntT Friedrich von Hohenzollern ward der Stammvater des preussisehen Hauses, so wieRudolph das östreichische gründete. Wer hätte nun damals , bei der Betrachtung dieser beid«niblutsverwandten Edelleute sieh wohl gedacht, dass von ihnen die beiden grössten Mächte inDeutschland ausgehen, dass ihre Nachkoimneii zu einer beständigen, in den Verhältnissengegründeten Eifersucht gegen einander genöthigt sey 11, und dass zuletzt selbst noch religiöseSpaltungen diesen Gegensatz vergrössern würden, indem sie die Heiratheil zwischen beidenFamilien verhindern?

Rudolph bestieg d«*n Thron mit all den Eigenschaften, die zu s«*iner Aufreehthaltung erfor-derlich waren. Ordnung bei seinen eignen Unterthanen und Achtung bei seinen Nachbarnherzustellen war seine erst«* Sorg«*. In Böhmen regierte damals ein König Ottokar, der sichwährend d«*r Anarchie vom Reiche, dessen Vasall er war , unabhängig gema« t, und sogarder östreiehisehen Erblande bemächtigt hatte , deren Besitzer in jenen Zeiten der Unruhen«Tloschen waren. Ihn forderte Rudolph zur Huldigung und zugleich zur Rückgabe der öst-reichischcn Lande auf. Man begreift leicht den Unwillen, der einen mächtigen König fasste,da er sich von einem , den «*r seinen alteu Diener nannte (es ist oben bemerkt worden , «lassRudolph lange in Ottnkars Diensten war), auf eine trotzige Weise herausgefordert glaubte;auch waren seine Antworten nur Beleidigungen. »Mas verlangt Rudolph von mir ?« waren s«*ineMorte, so oft «*ine Aufforderung von dem neuen Kaiser kam. »Hab’ ich ihm nicht sein Dicust-geld bezahlt ? Ich hin ihm nichts mehr schuldig.« Ah«*r Rudolph wusste nicht hlos in Anspruchzu nehmen, was ihm gehurte, er verstand noch besser dafür zu streiten. Man griff zu denWaffen und der besiegte Ottokar musste si<*h unterwerfen. Auf einer kleinen Donauins«*! solltedie Huldigung vor sieh gehen; b«*ide Armeen waren an d«*u Ufern aufgestcllt, und um demStolze des Böhmen zu genügen, war ihm versprochen worden , den Huldigungsact in einemZelte insgeh«*im voll/.i«‘hen zu lassen. Aber hässlich getäuscht fand «>r si«‘Ii, als «*r, der üblichenFörmlichkeit g«*mäss , auf den Kuiecn vor seinem Lehensherrn lag, die Hände beider in ein-an«l«*r lagen, und nun plötzlich die Vorhänge aufgezog«“n wurdtui, so dass der stolze Königin dieser demiithigen Stellung den Blicken der umh«*rsteli«*nden Kriegsheere preisgegeben war.Wutli im Herzen stand Ottokar auf; und erneuerte bald darauf den Krieg, aber mit michunglücklicherem Erfolge; denn er verlor Schlacht und Leh«*n. Rudolph bemächtigte sich nunseiner Staaten , und v«*rgab mit Einwilligung des Reichs den grössten Theil der östreiehisehenErblaude an s«*ine Kinder.

Auf diese M «*ise begann das Glück eines Hauses , das si<*h seitdem so hoch erhöhen , und soviel Ruhm und -Macht erworben hat. Von da an vertauschte es den Namen Ilahshurg mit demNamen Oestreieh.

Jene östreiehisehen Erblande bestanden aber damals aus den Herzogthiimern Oestreieh,Steyermark , Kärnthen und Krain , lauter ehemalige Theile des Herzogthums Baiern , dieunter Heinrich dem Stolzen und Heinrich dem Löwen, während d«*in gross«*« Kampfe der

entschieden an Geistesverwirrung gelitten ; andere wie«l«*r bemerken dagegen , bei seinem A\elfen und Hohenstaufen, losgerisseii und selbstständig wurden. Der letzte Fürst dieser Lände

heiligen und gcwaltthätigcu Charakter könne es nicht befremden , dass er zuweilen wegenunziemlichen V«*rl«*tzung(*n schreckliche Rache genoinnn*n. Man wirft ihm unter anderin vor,«lass er, als ihm die 'freue seiner Gemahlin verdächtig geworden, ihren Beichtvater aufs«*ine Weigerung, die(»<‘heiimiisse «l«*r Büssenden zu verrathen , in die Moldau habe werfen lassen.I)i«*s«*r verschwiegene Beichtvater , Johann von Nepomuck , wird seitdem als der Schutzpatron«ler heiligen Beichte verehrt. Weuzeslaf erfuhr das Unglü<*k, von seinen eignen Untertliauen inseiner Hauptstadt fcstgenoimnou zu worden , und in dem öffentlichen Gefängnisshausc allesHcrix* zu erdulden , w r as eine Gefangenschaft noch unerträglicher macht. Er entkam /.war mitdem Beistand einer l)i«*nerin, ward aber zmn zweitenmal von den Böhmen gefangen , un«l nur auf«las \ erlangen der Deutschen, <li<* ihren Kaiser zurüekforderten , wieder frei gelassen. Auch dieseM ürdc blieb ihm nicht lange; ein Th«*il der Ghurfiirsten hatte sich gegen ihn verschworen, sie setztenihn all, uud erwählten Roijert oiler Ruprecht , den Pfalzgrafen. Dieser starb nach zehn Jahren,und nun folgte Jobst von Mehren, Vetter des unglücklichen M'cnzeslaf, als Gegenkaiser, unddann Menzels eigner Bruder Sigismund , der ihm stets geschadet hatte, dem er aber gleichwohljetzt alle s«*ine Rechte auf das Reich, die immer noch von einem Theile Deutschlands und vonallen Machten Europas anerkannt waren, abtrat. Das Herzogthum Luxemburg hatte er einerNi«hte gegeben, die es dem Hause Burguml zubrachte.

1410. Sigismund, Wenzoslafs Bruder und Nachfolger, erbte alle Familiengüter seines Hauses,uud verhaud damit noch das Königreich Ungarn durch die Rechte seiner Gemahlin, obgleicher beinahe nur durch Eroberung dazu gelangte. Auf seine Veranlassung hauptsächlich fand dieKirch«*nversammluug in Gonstnnz Statt, um das grosse päbstliehc Schisma zu liehen. Zu gleicherZeit wurd«*n «lort die Urheber einer neuen Religionspartci, Johann ffuss n. Hieronymus von Prag,verurtlieilt und verbrannt. Das sichre Geleit, vom Kaiser ausgestellt, schützte sie nieht; er selbstwilligt«* in die Verletzung. Aller schwer busste mit ihm ein Theil von Deutschland ein so treu-l«is s«‘händüches Verfahren. Die böhmischen Völker, Anhänger der neuen Lehre, griffen zudcu M affen , und rächten die gefallenen Opfer durch zwölfjährige Verwüstungen unter Anführern,«lie sieh durch Wuth und Tapferkeit auszciehneten. Einer von ihnen liiess Johann Ziska. Da eram Sterilen war, verlangte er, man solle seine Haut zu einer Trommel gebrauchen, um dieFeinde auch nach seinem Tode noch in die Flucht zu treiben, wie er es in seinem Leben sooft getlian.

Nur schwer konnte Sigismund Böhmen wieder bändigen, und um sich Geld zu verschaffen,sah er sich genöthigt, das Ghurfiirstcnthum Brandenburg an den Burggrafen von Nürnberg zuverkaufen. Alle übrigen Länder kamen an seinen Schwiegersohn Ai.urkcht von Oestreieh, derauch 14 18 sein Nachfolger im Reiche wur«l<*. Dieser hatte seltene Aulagen und einen trefflichenCharakter; eine sehönre Zeit schien für I)<*utschland aufzugehen; aber es hatte nur seinen früh-zeitigen Verlust zu beweinen. Albreehts Sohn Ladislaf kam nach des Vaters Tode zur Welt.

14 i«»- Friedrich III., aus «ler steyermärkis«*lien Linie , Albreehts Vetter, erhielt die Verwaltungüber die Güter des jungen Ladislaf, und folgte seinem Vater im Reiche.

Seine Regierung v«m drei uud fünfzig Jahren, die längste in den Annalen des Reichs, war«*ine «ler wii'htigsten für die Untertliauen ; Air ihu seihst hätte sie nicht schimpflicher scyn können;alles Verächtliche war sein Antheil. F'ricdricli war ohne Verstand, geizig, ungerecht, unredlich,misstrauisch, und daliei von einer Sorglosigkeit, die an das Alberne grunzte.

Di«* 1 .ander seines Pupillen und diesen seihst eutliess er nieht eher aus seiner Herrschaft, als aufwiederholtes Andringen der Untertliauen, die desslialh iu Empörung aushrachcn; Fur«*ht war esalso , was ihn dahin brachte, gerecht zu seyn. Kaum war er zmn deutschen König erwählt, alser sich ohne Grund zu den Füssen der päbstliehen Gewalt demüthigte , und Deutschland durchein schimpfliches Goncordat den Erpressungen Roms preis gab. Das Wenige von Glanz undMacht, was noch an der kaiserlichen Wurde hing, ging durch ihn vollends verloren , dass sogardie Stande seihst, die es doch an sieh rissen, mehr als einmal über die Niehtigk<*it ihres Kaiserserrötheten, und ihm, obwohl ohne Erfolg, damit drohten, einen andern zu wählen, wenn erdie M iirde eines Reichsoberhauptes nicht besser zu handhaben wusste. Iu seinen vielfältigenStreitigkeiten endlich mit den Böhmen und Ungarn hatte er nie «len MtUli, seiuru Feinden festcntgeg«*n zu stehen ; und so kam es, dass sie seine eigneii Erbstaaten verheerten, und dass MathiasGorvinus, der l ngarnkünig, sieh seihst seiner Hauptstadt b<*inächtigto. M ährend Friedrich regierte,eroberten die Türken Constantinopel und setzten sieh in Europa fest.

Dies«*s Kreigniss war von der grössten Mächtigkeit für die deiits<*he Geschichte. Freilich mochtees für Friedrich nur ein Gegenstand des Schreckens gewesen sevn; aber es legte den (»rund zudem Glücke seiner Nachkommen, und da ganz Deutschland über die hcrannahenden Barbarenin Bestürzung gerieth, hot si«‘h den Enkeln Rudolphs die Gelegenheit dar, eine unabhängigeMilcht zu bilden, und das Zepter des Reichs in ihrer Familie zu vercrlxm. Diess g«*s« hah auffolgende Meise. Es handelte sieh darum, so bald als möglich einen festen Dainm gegen diemuselmännischen Horden zu bilden ; die Gefahr war dringend , keine Zeit zu verlieren. DasHaus Oestroich, nach der Lage seines Landes am meisten ansgesetzt, sollte die Grundlage bilden| Man bemühte sieh daher von allen Seiten, es zu unterstützen, zu vergrössern, zu }»ef«*stigcn,und liess die Kaiserkrone über ihm als eine Versamnilungsfahne schweben. Da aber «licGefahrvorüber war, blich ihm die Krone, weil sieh niemand fand, der gross genug gewesen wäre,sic von der Hohe, wo sie anfgcstcekt war, herunter zu holen.

149L Maximilian I. , gross , edel , muthig und freigebig war der Nachfolger seines VatersDieser hatte die Klugheit gehabt, ihm schon vorher die Kaiserkrone versichern zu lassen, unilihn mit der berühmten Maria v«m Burgund zu vermählen, durch die er grosse Giitcr erhielt.

Garl der Kühne nämlich, der letzte Prinz, aus dem burgmidisehen Hause, hiutcrliess ein un-geheures Erbe, das aus dem Herzogthnm Burgund, einem Theile der Picardie, aus den Graf-schaften Handern , Artois und Burguml, aus den Herzogthümern Brabant, Luxemburg uudLimburg, aus den Grafschaften Hemiegau, Holland, Seeland und Fricsland, endlich noch ausdem Herzogthum Geldern bestand. Es schien, als habe das Glück Gefallen daran gehallt, soviele Guter in weniger als einem Jahrhunderte dur«*h Heirathen und mancherlei gliicklülic Zufalle auf einander zu häufen, und Maria war die einzige Erbin dieses Rcichthuins, daltcr sichhei dem Tode ihres Vaters die grössten Fürsten in Europa um ihre Hand bewarlieu. Aber uu-glücklidi mitten in ihrem Glücke war es dieser Prinzessin nicht vergönnt, nach ihrem Herzenzu wählen; ihre eignen l'nterthanen hielten sie zurück, und wollten allein über iiire Hand ver-fügen. Diese Hand erhielt zuletzt Maximilian, da er noch Erzherzog war. Bal«l darauf ward errömischer König, dann Kaiser, uud vereinigte als einziger Erbe seines Hauses alle Besitzungenseiner Vorfahren mit den Ländern seiner Gemahlin. Das Glück, das für Oestreieh eine Zeit lauggeschlummert hatte, war auf einmal wieder erwacht.

Maximilians ganze Regierung verstrich unter wechselnden Stürmen; eine Reihe von Kriegen,die bald unterbrochen , bald wieder erneuert wurden , Friedensverlräge , die nicht dauerten,und Entwürfe zu neuen Bündnisse, die man bald aufgab, bald aufs neue einging-, füllen dieseGeschichte. Menn man aller dem Kaiser den Vorwurf eines unbeständigen, leichtsinnigen Be-tragens, einer schwankenden und unruhigen Politik inacht, so trifft ohne Zweifel eben s«) vielvon diesem Vorwurfe die Zeiten , in denen er lebte , und die besonder« Umstände , als seineeigne Persönlichkeit; denn mit der Ausdehnung seiner Länder mussten nothwendig auch seineStreitigkeiten zunehmen , und mit seinen auswärtigen Beziehungen auch seine Interessen ver-wickelter werden ; auch waren mehrere unter den von ihm geführten Kriegen unvermeidlich,und dauerten noch lange ua«*h seinem Tod«* fort. Dahin gehören z. B. die italienischen , diedurch die Ansprüche Irankreiehs auf das Mailändisehe entstanden , und erst unter den spätemKaisern zu Lude gingen ; ja die Kriege in Flandern, wegen «ler liurgundisclion Erbschaftzwischen den Hausern Frankreich und Oestreieh, erreichten erst nach beinahe dreihundertJahren ihr Ziel. Den stärksten Beweis finden wir aber darin, dass alle F'ürsten jener Z«*it dieselben Fehler wie Maximilian zeigten; dass Franz I., Ludwig XII., Heinrich VIII., die Päbste,Garl V. und Ferdinand von Arragon den nämlichen Vorwurf veniionen ; «lie Zeit war also daranSchuld. F a s war die erste Kntwickchingsperiode der Politik, dieser treuloseu Kunst, die stattdes offnen Kampfes das Heil in günstiger Stellung sucht, durch Hinterlist die Starke, durchFeinheit den Muth besiegt; die das Interesse fiir das Höchste, Grundsätze für nichts achtet, eineKunst, die den Privatmann entehrt, und Fürsten berühmt macht. Frühere ('»(‘schlechter kanntensie nicht; unsre Vorfahren berechneten nichts im voraus hei ihren Kämpfen, die sie nur, unieine persönliche Unhill zu rächen, oder mit der «iffncn Absicht der Eroberung unternahmen.Aber den Pähsten war jene Kuust von jeher vertraut; sie war das Geheimnis* ihrer Macht.Ludwig XI. führte sic zuerst in Frankreich ein , und seine Nachbarn fingen an ihm naehzualuucn,bis sie durch die italienischen Kri«*ge allgemein ward. Mahrend sich aller nun alle dieser neuenMaffe bedienen wollten, zogen nur wenige 4 ortheil daraus, und sie ward in ungeschicktenHänden der Keim zu vielen neuen \ nrulien und Stürmen; doch fand zuletzt durch langes Hin-und Herstreiten nach all«*n Richtungen ein jeder seine eigentliche Stelle, und aus der allge-meinen erschütternden Bewegung ging in Europa endlich das schöne Glei«*ligcwichtssystem hervor,dem wir so vieles verdanken , «iline cs vielleicht ganz einznsehen , wüe man überhaupt so mancheF.inrichtung ohne eigentlich«* Schatzung ihres vollen Worths in der Welt geniesst. Bei nähererErwägung kann man sii-h überzeugen, wie dieses System immer dabin wirkt, die beiden grösstenMohlthateu für das Menschengeschlecht, den allgemeinen Frieden und die Sicherheit des Besitzes,im Einzelnen zu erhalten.

Maximilian vergrößerte noch die Besitzungen seines Hauses; er vereinigte die GrafschaftGörz au den Lfern des adriatischen Meeres, und benützte als Reiehsvasall den Streit, der

der nur zwei Schwestern und eine Nichte hinterliess , war 124G gestorben. Nun entstand ül»*rseine Staaten , die lauter Weiberlehen waren , gross«*r Streit, und in der allgemeinen Anarchiewurden sie von mehreren F'ürsten ohne Schonung verwüstet. F’riedrieli von Baden, der Sohnseiner Nichte, hatte die r«'ehtmässig.sten Ansprüche darauf; er fand aber mit dem jungenGonradiu zu Neapel seinen Tod, und König Ottokar von Böhmen , der «lie ältere Schwesterfbeirathet hatte, um sich einiges Recht auf dieses reiche Erbe zu begründen , verstiess seineGemahlin wieder, sobald er im Besitze war, und behielt die Länder als Krobernn». Auchwagte niemand, ihm deren ungestörten Genuss während den traurigen Unruhen des Reichs zubestreiten, bis Rudolph kam, und Ottokar Zepter und Leben verlor. N«»ch lebte <*in recht-mässiger Prätendent für diese ausgedehnten Besitzungen; es war Meinhard, der Graf vonTirol, Schwager des unglücklichen Friedrichs von Baden , und da Rudolph die HerzogtümerOestreieh , Steyermark und Krain für seine Familie behielt, fand er sieh mit der Gerechtigkeitah, indem er ihm das Herzogthum Kärnthen iibcrliess. Dafür sollte aber Meinhards Tochterseinen Sohn Aibrcolit heirathen, und sämmtliehe Länder heim Aussterben des meinliardischenMannsstamines an die F’amilie s«*ines Schwiegersohns fallen. Diess geschah, ehe fünfzig Jahre

GENEALOGIE DES KELTERN ODER HABSBURG - OESTREICIIISCHEN HAUSES.

AELTERES OESTREICH.

5 "

1

von Schwaben und Eisass,

ethicho 1 Herzog '

lebte um das J. 700, und wird für den gemeinschaftlichenStammvater der beiden östreiehisehen Häuser gehalten.

NEUERES OESTREICH.

ADELBF.RT, STAMMVATER DES AELTERN ODERHABSBUR G-OESTREICH [SCHEU HAUSES.

I

Hier folgen vierzehn bis fünfzehn unbestimmte Generationen,über deren Namen die Geschichtschreiber nicht einig sind. Wir lie-fern sie nach den Angaben des Werkes »Art de verifier le.s dates«:Luitfried I., Luitfried II., Hugo, Luitfried HI., Luitfried IV.,Luitfried V., Gtiutram der Reiche, Kanzelin, Radb«it, Werner I.,Otto , Werner II. , Albreeht I. , und Rudolph I., Vater des hierunten folgenden Albreeht des Weisen. $

■1

Ethiehos Nachkommen erscheinen noch eine Zeitlang als Herzoge in Filsass; in der dritten Generationals Grafen vom Sundgau (Ober - Elsass), j n t R.rachtem zuglei«-h als Grafen vom Aargau iu derSchweiz ; in der neunten noch dazu als Grafen vonAltenburg; in der eilften nennen sie sich von einemihrer Schlösser Grafen von Kylmrg, und j n J^rzwölften führen sie den Titel Landgrafen vomEisass.

ETHICHO Tt., STAMMVATER DES LOTHRINGISCHEN1 ODER NEU-OES rUKIGHlSGHEN HALSES.

. , \

f Hier folgen mehrere Generationen , über deren Namenman nicht «*inmal im Klaren ist. First gegen <li«* zehnte Ge-neration hin findet inan einig«* zuverlässige Angabem über

B«*i diesem gemeinschaftlichen Ur-sprung des altern und des neuern östrei-chischen Hauses von FJthieho im Anfängedes achten Jahrhunderts tritt im Verlaufder Zeiten noch der merkwürdige Um-stand ein , dass sich beide Häuser wieder un.m< l ii u

vereinigen und verschmelzen, indem tau- 1 Gerhard von Eisass, w«*lch«*r erblicher H«*rzog von Loth-send Jahre später , im Jahr 1736 , Maria I ringen wird, und von dem das heutige östreichische Kaiser-Theresia von Oestreieh sich mit Franz von Ihaus abstamint. i

J

Albreeht der Weise -j- 1240.Eine Erbtochter von Kyburg.

HAUS ZAEHRINGEN,erlosch 1218.

HAUS BADEN.

das noch jetzo blühende Regentenhaus.Siehe die besondre Tabelle, No. 25 .

Lothringen verbindet.

N. B. Die Angaben über die frühemGrade, vor Rudolph und Gerhard, wei-chen von einander ab. Um uns zu ent-scheiden, Italien wir die treffliehen Ma-terialien des Hergott, Zurlauben , Pfef«fel, Koch und des Werkes »Art de veri-fier les dates« benutzt.

HAUS LOTHRINGEN.Siehe die besondre Tabelle , No. 22.

SPECIELLE GENEALOGIE DES HABSBURGISCHEN ODER KELTERN OESTREICHISCIIEN HAUSES, aus welchem KAISER und KOENIGE hervorgehen.

I. Rudolph von lfahshurg , Haupt des altern östreiehisehen Hauses; ^ Rudolph von Habslmrg war der Gründer eines der mächtigsten und merkwürdigstem Häuser der neuern Z«*iten ,AKlisal)«*th-Alix oder Cle-

es erhob sich durch äusserst glückliche Heirathen inen/e. Conrad od«*rsung von zwei unermesslichen Erbschaften, die in * Friedrich , Haupt desl einem Zwischenräume von vierzig Jahren ganz Europa in Flammen setzten. * Hauses Hohenzollern.

JETZIGES HAUS PREUSSEN.

i5( )Rtulolph-}- i2«)o.0Alhrerlit,

^ ‘ Tiu.l.lur «.<

FOR’l SETZUNG DER HISTORISCHEN NOTIZ VON DEM HAUSE HABSHURG.

verflossen, und Rudolphs Nachkommen vereinigten mit ihren Erbstaaten das HerzogthumKärnthen und die Grafschaft Tirol.

^ Unter einer ähnlichen Bedingung wusste der kluge Vater Rudolph einen zweiten Sohn andie Schwester des neuen Königs von Böhmen , Sohnes des gefallenen Ottokars , zu vermähl«*«;und es erwuchsen daraus Ansprüche für seine Familie, «lie sie lange Zeit geltend zu machensuchte, nachdem sie sogar einen Augenblick Vortheil daraus gezogen hatte.

Viele Geschichtschreiber b<*liaupten , dass Rudolph noch ausser den östreiehisehen Staatendie Reste der Kronländer und des Herzogthums in Si-hwaben seinen Söhnen zugewandt habe;daher auch das Mappen der alten Herzoge in Schwaben in das östreichische Wappenschildgekommen s«*y.

Rudolph hinterliess viel«* Söhne, von denen der eine, wie hier neben in «ler Geschichte «lerKaiser zu sehen , «lie Reiehskrone erhielt. Dieser dachte auf nichts als seine Staaten zu ver-grössern; je mehr er erwarb, desto gieriger strebte er nach Vermehrung. Ein unglücklicherVersm-h , den er gegen einige, sein«*m Stammgut Habslmrg nahe g«*l«*gem*n Sehweizercantonemachte, v«*ranlasste dort eine Fhnporung, und die Begründung der jetzt noch bestehendenhelvetischen Republik. Alhr«*eht erschien seihst auf dem Sehweizerboden, um das Volk mit denWaffen zum Gehorsam zu bringen ; kaum aber hatte er am Fangang des Landes an «ler Reuss,wo seiu Heer stand , die Unvorsichtigkeit, sich fast allein auf das andre Uf«*r zu wagen , als eriin Angesicht seiner Soldaten, die ihm nicht zu Hülfe eilen konnten, unter Dolchstichen fiel.Zur F.hre der Schweizer sey es jedoch gesagt, sie hatten keimm Antheil an dies«*m Verbrechen;Albreehts eigner Neffe, aus Rache gegen seinen unersättlichen Oheim, der ihm sein Erbtheilvorenthielt, war der Monier.

Albreeht hinterliess mehr«*re Söhne, die sich durch ihren Mutli, durch ihr fest«*s Zusammen-halten und durch ihre Bemühungen berühmt machten, dein ältesten den Kaiserthron zu ver-schaffen ; dieser liiess Friedrich ; er war so verschied«*« von seinem Vater , «lass es s«-lii«*n , di

FORTSETZUNG DF.R GESCHICHTE DER DEUTSCHEN KAISER UND KOENIGE.

zwischen zwei Linien des baierischen Hauses über die Erbschaft einer dritten Linie aushrach»um die M.irkgiafsehaft Burgan , mehrere beträchtliche Distrikte in Schwaben, und ciue Gebiets-erweiterung der Grafschaft Tirol zu erhalten.

Bei so ausgedehnten Besitzungen ist es wohl eine ganz besondre Merkwürdigkeit, die aberdurch eine Menge von Umständen ausser Zweifel gesetzt scheint , dass Maximilian immerin Geldverlegenheit war. Bei seiner Vermähluug mit Maria von Btirgund kam er so ärmlichausgestattet an, dass sie ihn noch vor der Feierlichkeit init den nüthigsten Kleidern musste ver-sehen lassen, damit er anständig ers«‘heiuen kouute. Als Wittwer war er mit der Erbin vonBretagne mitt«*lst «*incs Revolliiiä«*litigten getraut worden, konnte aber die Heirath nicht vollziehenweil ihm zweitausend Thaler fehlten, so dass ihm Garl VIII., König von Frankreich, die Hand«ler Prinzessin wegnahin. Neun Monate lang hielteu ihn die F'lamündcr , nicht hlos w«*g«*nVerletzung ihrer Privilegien, sondern wegen Schulden iu Brügge fest; um funfinalhunderttausend Dm-aten zu erhalten , verheirathete er sieh mit Bianca Sforza , der natürli«*hcn Tochtereines Emporkömmlings durch Waffenglück; und endlich wieder um d«*s Geldes willen sehen wirnoch in seinen später« Tagen dcu deutschen Kaiser das FVldzeichen Heinrichs VIII. trageu und umSohl für diesen König streiten.

Die Regierung dieses Kaisers war übrigens reich an Verbesserungen in der Gesetzgebung undintiern Einrichtung Deutschlands. Die Fimthoilmig des Reichs in zehn Kreise, der feste öffentlicheLandfriede, die Errichtung des Reiehskammergeriehts uud des Reichshofratlis, wovon wir aueinem andern Orte reden werden , waren sein Merk.

Hatte schon Maximilian eine reiche Heirath getlian , so war sein Sohn , Philipp der Schöne , deraber vor dem Vater starb, noch glücklicher darin; seine Gemahlin Johanna war di«* Tochter Isahellensvon Gastilien und Ferdinand» des Königs von Arragon , Majorca, Sardinien, Neapel und Sicilien.Ihr gingen ein Bruder und eine Sehwester, beide verheirathet, und ausser «liefen noch ein N«*ff<*

. - — ..,in d«-m Rechte der F>bsehaft vor; aber Oestrcielis glücklicher Stern bewirkte, dass alle diese

Natur nahe alle Gunst auf ihn häufen wollen, um den grössten Gegensatz zu bilden. Albreeht Berechtigten in weniger als vier Jahren v«m dem Schauplatz verschwanden, und Johanna «liewar ungestaltet, einäugig , und abscheulich von Antlitz;' F'riedrieh im Gcgentheil hatte,|einzigr luhin so vieler Kronen ward. Zum Unglück konnte all dieser Glanz in ihrem Herzen

sie wurde wahnsinnig, «nd die Mutter

> wird 1278 zum Kaiser gewählt, -j- I2«)t. Vermählt mit a. Anna von J dessen Geschichte fast immer die Geschichte von ganz F'uropa ist;

Hohenburg, -j- 1281 ; sie war Mutter von vierzehn Kindern, b. Eli- j theilte sieh in zwei berühmte Zweige , und erlosch mit Hinterlassung von zwei unermesslichen Flrbschaften, die in \ Friedrich ,sabeth oder Isabella von Burgund-Capet -j- i 3 i 3 O. N.

.2. AlbrechtI., Kaiser 1298, ermordet durch sei-@Hartmann, 1282 mit,nen Neffen Johann , dessen Erhsi-haft er zurü« k-*i8 Jahren iin Rhebehielt, i 3 o 8 . Der Dnu-k seiner Regierung führt ertrunken; war mit Haupt despfälzi-die Unabhäng. d«*r Schweiz herbei. Elisabeth von ei wer Prinzessin von sehen Hauses,Kdrnthen y ^ i 3 l 3 , war Mutter von 21 Kindern. England verlobt. 1294.

nitAMathilde-[-i3o4.ACathariiia-j-i285AHedwigi 3 o 3 .AAgnese i 3 ir.t*i i\V Ludw.d.Strenge/* Otto von Baiei n ,’ Otto , Markgraf^.J/ZrecAf von Anhalt -j- i 3 oS.

König v. L'ngarn, v. Brandenburg, Judith 4 - 1297.

-j- i3i2. 4 - 1298 oder H'enzeslaf, König von Büh-

i 3 o 4 . men.

0 (llemenze-f-i 3 o 5 |Carl Märtel, Kö-nig von Ungarn,+ i2<j6.

dgnese, Tochter , Stammvater d.Ottokars, Königs $ HausesLöwen-von Böhmen, i stein, das i 388129C. $ erlosch.

3 G

Rudolph , König v.Böhmen , -J- 1307. c

a. Bianca v. Frank-reich i 3 o 5 .

b. Elis. von Polen.

3 . Friedrich der^t Schöne, NebenbuhlerLudwigs V. v. Baiern;Kaiser i 3 i 4 - Verzich-tet i 325 . 4 - i 33 o. Hin-terlässt nur Töchter.

^Leopold , der Ritter Stolz, «lie Seele der!Partei F'riedrii hs, wird hei Morgarten von denSchweizern geschlagen.( 32 ( 5 . Gern. Cath.von Savoyen. Seine einzige Tochter wird dieMutter des Flnguerr. v. Gouci, der sich alleingegen Oestreieh in Krieg eiuzulassen wagte.

Albreeht der M r eise-f- 1358 . Flin(£()tto -j- 1339. A Agnese. ÄAnna'-j- i 36 i. AJudithschleichendes Gift , in der Ju-* * Elisabeth von ^ Andreas ,y t Markgr. v.Bran- Y.Grafv.

g«*nd genommen, soll Schuld an Baiern. K önig v.

seiner Verunstaltung gewesen Heinri«*h, bei Ungarn,seyn. Die Erbin v. Verrette, lie- Mühldorf ge- -J- i 3 oi.kommt Kinder nach neunzehn- fangen,jähriger Unfruchtbarkeit. -{- 1327.

/^Judith -{- i328.^Johann -}- i 3 r 3 ; er-Oeftingen.^tnarHel seinen Oheim,

denburg -}- i 3 t> 8 .Elisabeth-}- i 352 .Herzog v. Lothr,+ 1328 .

Cuthar. -j- 1824.Carl von Anjou,Herzog von Cala-brien.

Rudolph, d.Geistreiche,

+ i 365 . SeineUrkundensind mit zwei Kreuzenunterzeichnet, daherman verrnuthet, «lass ernicht schreiben k«innte.(Siehe das Merk »Art de ^verifier les dates.««)

Gern .Catharina, TochterKaisers Carl IV. —i373*

Albreeht, der Astrolog ,

Erbtheil Oestreieh undmahlt mit a. Elisabeth, Tochter KnisersCarl IV.-j- 1373. b. Beatrix von jViu/d/erg -j- 1404.

> “f- i 39.5. Erhalt als Q Leopold, «ler tapfre und si’höneM’affenlield, falltAMargaretha 4 - i 366 .d Steyermark. M ar ver- mit (17(1 Edelleuten in derSchlacht l>«»i Sempai’h gegen » Meinhard von Baiern,die Schweizer i 380 . G«*m. Hirula Hisconti, Tochter von Tirol, -j- i 3 Ö 3 .d«*s Herzogs Barnabas von Mailand , + «424- ■*

ZWEIG VON TIROL.

/-;- \

A Margaretha -}- 1447-» Heini ich der Reiche, Her- \zog von Baiern, regiertezu Landshut. i.'po.

b. Albreeht, das M'under der Welt, oder «l«*rGeduldige, -j- 1402. (»ein. Johanna v. Baiern,Tochter Albreehts , Herzogs von Baiern undGrafen von Holland ; durch sie gründete Jo-seph II. gewisse Ansprüche auf Baiern im Jahri 77 8.

^Friedrich der Freigebige, derGraf^Glänzende , auf der Jagd ge-tödet i3 ()2.

Kaiser Albr<*eht, i 3 o 8 .M'ird von Heinr. VIII.in ein Kloster zu Pisagesperrt. F'iner vonseinen Mitschuldigenhütet 35 Jahre langdie Heer«len , um un-entde«*kt zu bleiben.Siehe das Merk »Artde verifier les dates.«

Ernst, d. F^iserne oderGeharnisohte;!war nicht der ältere Bruder. F> ver-'lässt den geistli« hen Stand , um sichzu vermählen. 4 - 1424.

Marguietha von Pommern + O. N./wiburga von Masc.vien 1429.

|M'ilhelm der Fdirgei-QLeopohl, derStoIze,-

li<-hen Familiengiiter.Elisabeth , 'Dichter KaisersRiipr«*« ht, -j- 1409 O. N.Anna v. Braimschn eig-\- 1432

4

Anna 4 -14(12. Vermähltinit If'ilhelm, H«.*rzo«jSachsen,-}- 1482. M achtVergehens ihre Ri*«*hteauf Ungarn und Böhmengeltend. Einfache F’.del-leute gelangen zu diesenKönigreichen : G«»org

Podiehrad in Böhmen,und Mathias Gorvinus inUngarn.

fä \. Albrecot TT. Kaiser 1438.-|-1489. Könige3 von Böhmen «.Ungarn durch seine Gemahlin.Elisabeth -j- 1442. Eine Tochter des KaisersSigismund, und Erbin von Ungarn u. Böhmen.

I

F’riedrich Hl.i4',o. -}- 149'i.

KaiserjFlrhcbt

Oi’streü'li zu «*inem Krz-herzogthum. Eleonore vonPortugal -}- 14(17-

■zige , -j- i4ofi. Gern.“Von «len Schvv«‘izern verschie-dieheridunte/o/irtnn«, denemal gesell lagen. (»<‘m.

Königin von Neapel. Catharina von Burgund,’ r«i«*h--}- i 435 . ter Philipps d«*s Kühnen,

-}- 1425.

Vlhn'cht der Verschwender-|- 1463. HatteAMargar. -}- 148(1.^ })Sigi.smund-^- r 4 ()f>- Zwei Ehenmit l'ri«*drieh ITT. und seinen Vettern grosse^U/wc/! v. ,SWA,ve/i.“bleiben kinderlos , und erStreitigkeiten über «lie Krbsidiaft Ladlslafs Cathar. 4 - 149!. hinterläs.st seine Güter demposth., ihres Stammes A«*ltest«*n. Markgr.v. Baden. Kaiser Maximilian, seinem

Mathilde von der Pfalz -}- 1482. Neffen.

■ ( 4 11 äl'riedrieh -}- l 44 <>" VerliertA 3 Töchter,in der Sidiweiz die ursprüng-/*wovon siehh die zweite,Margaretha,mit Johannvon Luxem-burg , «leinSohnKaisersGarl IV.,vermählt.

t Ä Elisabeth -f- i 5 o 5 . Vcr-@Ladi.slaf posthum.

. ^ mähltmit dein König von“ 4 -1457 mit [«) Jul*— j *“3

Polen, Casimir, -}- i4<)2.Sie ist mit ihren Ansjirü-elu*n nicht glücklicherals ihre Si hwester. L)o«-liwird ihr Sohn Ladislafnach Podiebrads u. Gor-vius Tode König v. Böh-men uud Ungarn.

ren. Seine Flrbher-7 .«>gthüm«'r gehenauf die jüngere Li-nie üh«*r, die Kü-nigreich«*l’ngarn u.Böhmen aber kom-men au F'remde.

SPANISCH - OESTREICHISCIIE LINIE, i-uo erloschen; hinterläs.st die Erbfolge dem HAUSE BOURBON.

(i. Mvximilian I., Kaiser, ^ 1^19. Vereinigtalle Erbländcr M’ines Hauses, (»ein. Maria, F'rbinvon Burgund, ^ 1482. Bianca Sforza, Mittwedos Herzogs von Savoyen, -}- i 5 ii Ü. N.

; Fan merkwürdiger Zeitpunkt für das Haus Oestrei«*h.AKnnigunde 4 - i 520 . Verm.mit1 Die Erwerbung <l«*r .Nie«l«*rlaiide entscheidet überseine'' Albreeht dem If eisen, Herzog< künftige Grösse. Sie hat unendhare Streitigkeiten mit von Baiern , -|- 1:108. Geht als

( dem Hause Frankreii'li zur Folge, und führt zur Auf- Mittwe zu München in eiu Klo*Stellung des Gleiehgewichtsysteins. ster.

aretha , 1498 von Garl VIII. , König von Frankreich, mit dem sie verlobthickt. Nie vergass sie diesen Schimpf, und er trug viel zu demErnennt Ludwig XII. zum Hasse h«*i, der Jiei«le Häuser so lang geg«*u einander anfri'gte. i49«>M'ittwe Jtdianns,des präsumtiven Erben von Gastilien 11. Aragon. i 5 o 4 M ittwe Phdibeits des Schönen,Herzogs von Savoyen. Stirbt als llegentiu der Niederlande i 53 o.

o Philipp der Schöne , Hrrr der Niederlande i 482 ÄMargi

dur«*h seine Mutter , König v. Gastilien 1004 dur«*li'' war , zurüiUg « 1seine F'rau , -}- i 5 o(i,

Vormund über seinen Sohn.

Johanna die H r ahnsinnigt, F'rbtoehter F'erdinands

von Aragon und Isabelleus von Gastilien , i 555

wegen seinen r«*izend«*n Zügen und «ler Amnuth sein«*r Gestalt , den Beinamen des Schönenerhalten ; er war so lieb«*nswürdig und freigebig , als sein Vater hart und geizig gewesenkein Felder war an ihm zu finden, und von seinen beiden Gemahlinnen soll die eine aus Kumm«*,über seine Abwesenheit gestorben seyn, die andre sieli die Augen über seine Gefangenschaftausgeweint haben. So viele treffliche Eigenschaften rührten gleichwohl die Chiirfürsten nicht,und die Last der öffentlich«*« Ungunst ruhte auf dem Sohne, weil der Vater im ganzen Reich<*in gehässiges Andenken hinterlassen hatte.

Unter den übrigen Söhnen Albreehts I. ist derjenige noeli zu bemerken , den man den Weisennannte, und der die direkte Linie fortsetzte. Er vermählte sich mit der Erbin von F’errettedie ihm die Grafschaft F'errette uml mehrere andre Besitzungen im Eisass zubrachte.

In Deutschland hatte sich seit einiger Zeit die Gewohnlieit festgesetzt, die Staaten in so vieleunabhängige Herrschaften zu theile« , als Kinder Vorhand«*« war«*n ; daraus entstanden abergrosse Nachtheile. Kein mächtiges Haus konnte sich auf die Dauer b«*haupten; mit dem T«xledes F’amilienliauptes erfolgten gewöhnlich Zerstü«-k«*lungen, ein neues System trat mit jederGeneration ein, und da die Natur sich mit der Politik nicht verstand, s«i fand sich das Gleich-gewicht unaufhörlich gestört; der Prätendenten, der Rivalen und Kämpfer wurden iniiiicrmehr, und die gesellschaftliche Ordnung und Ruhe war schlecht gesichert. Mie verderblichnun ein solches Verfahren für die Grösse und Macht des Haus«*s 0 «*str«*ich w«*rden musste, lässt.sich aus der Anzahl von F'amilieiizweigeii ermessen , die auf der genealogischen Tabelle angezeigt sind; auch hört die grosse Rolle, die es gespielt hatte, auf einmal auf; wir findeinieht mehr das furchtbare Haus, das die Kaiser zittern machte, die Riüehsstimmen durchseine Maeht erzwang, und die F'reiheit der Völker bedrohte; entnervte Zweige sehen wir,die sich in einem M’iukel mit dunklen Streitigkeiten gegen schwache Na«*hharn beschäftigen,«lie ihresgleichen geworden; wirschen ihre Anstrengungen gegen die F'elsen des Schweizer-hundes scheitern , d«*r doch zu jener Zeit nur aus wenigen Gaiitonen bestand.

Die Leopolde besonders sollten viel Unglück im Kampfe g«*g«*n dieses tapfre Bergvolk er-fahmi. D«*r erste des Namens sah bei Morgarten, gegen ein Häuflein Schweizer, «lie ganz«Blüthe des (istreiehi.sch«*n uml schwäbischen A«lels zu (»runde gehen; der zw«*ite kam mit mehrals sechshundert der «‘«leisten Ritter, und mit der Hälfte seines Heeres bei Sempach ums Lehender «lritte endlich, da <*r sein«*« Vater rächen wollte, erlitt «*ine Niederlage nach «ler andernund es kam «'ine Z«*it, w«i die Schweizer seihst, nachdem sie so oft die Angriffe abgewehrt,östmchisches Land «*roht*rn sollten.

Iin Jahr i 4 i 5 ward zu Constanz die berühmte Kirchenversammlnng gehalten, auf der mansich eifrig bemühte, «las grosse dreissigjährige Schisma in der abendländisch«*« Kirche zu Indien,«lie mit drei Pähsten zugleich verseilen war. Johann XXIII., einer von ihnen, war seihst heider Versammlung zug<*gen , und hatte, so lange die Sache günstig für ihn stand, den Ab-sichten «lerM*lh«*n boigestand«*n ; sobald er aber merkte, dass es auf den Plan hinausging,alle dr«‘i Päbste zu entsetzen, und einen vierten zu wählen, machte er sieh kein Gewissenmehr daraus, die Unruhen zu unterhalten und die Streitigkeiten zu schüren, um seinen Platzzu behalten. Unter Mitwirkung Fri«*drichs , des Herzogs von Oestreieh und Grafen von Tirol,entkam er heimlich als Postillion verkleidet ans der Stadt, und so wie er sieh in Sicherheitwusste , griff er zu dem Baunstrahl, um die Auflösung des Gonciliums zn bewirken. Zum Glü«-kgelang es aber, sich .sein«*r Person aufs neue zu versichern , und grössere Unordnung zuverhüten. Herzog F’riedrieh musste nun den geleist«*ten Vorschub tlieuer bussen; der Kaisererklärte ihn als einen FYind «les Reichs, das (Joncilium ächtete ihn und alles ward zum Kri«*gg«*g«*n ihn aufgefordiTt. So war er iu kurzer Zeit aller seiner Staate« lierauht; zwar erhielt erdie Lünil«*r iu l)«‘uts« hlaiid als Lohn seiner gänzlichen Uritervv«*rfung zurü« k; was er aller inder S«*hweiz besessen hatte, die Grafschaften Habshurg und L«*nz.hurg, Aargau, Thurgau,die Grafschaft Baden und die freien Aemter, kurz sein ganzes ursprüngliches väterliches Flrlie,blich für immer verloren.

Mir treffen nun endlich auf den Zeitpunkt, wo die R«*i«*hskrone aufs neue dem HausOestreieh zu Theil ward , um bis auf unsre Z«*iten darin zu bleiben. Die üstreielnsehe Ge-schichte fällt von da an mit der Reichsgeschichte zusammen, auf die wir daher verweisen.Siehe den SeitenrancL

i 5 it). Carl dlr Fünfte, der berühmte Kaiser, war in dieser Ehe gezeugt. Wenn Gun«Schicksals jemals für Glück gelten kann , so hat kein Sterblicher si«*h eines gröss«*rn Gli

DEUTSCH - OESTREICHISCIIE LINIE, 174° erloschen; liinterlässt die Erbfolge dem HAUSE LOTHRINGEN, das sie durch 11 EIR AI II erwirbt.

q A Eleon* 1. mi

Eleonore -}- i 5 JS. Verm. sichÄlsabella -}- i 52 ß.

mit Ernanuel König v. Dor-* Christian II. König vontugal. 2. mit Franz I. K«inig vonFrankreich. Diese Fdie gehörtezu den Frieilensbedingungeu.

Dänemark; von seinenUnterthanen i 523 ver-trieben ; -}- i 55 «j.

7. Carl V., König von Spanien, «leut- jscher Kais«*r i 5 i<j, l«*gt «lie ll«*gierung|nieder i 55 (), und -}- i 5 » 8 . Er war-se<*lisinal verlobt, ehe er sich wirklich ]vermählte. Isah. v. Portug. -j- i 53 «j. \

^Philipp II. + i 5 q 8 . Gern.«. Maria / Er bewegte Europa von Ä Maria-j- rf>o 3 .AJohanua -|- i 573 .ÄMargar<*tha -J- i 58 (). R«»g.; von Portugal-^- i 5 $ 5 . b. Maria, Königin i seinem Cabinet aus; 11ml*Vermählt s\e\\* Johann, Infant v. Vy,i,. ( | er i an( i e> G,*m. 1. Alex

■ England -}- i 558 . c. Isabella von 1 siegte häufig durch seineFrankreich^ 1068. d.Anna v. Deutsch- ) Feldherrn die Herzoge

Sein Leben bietet den seltsamen Contrast «»ines unersättlich«*!!Ehrgeizesund der völligsten Entsagung dar; er str«*hte nachder M’eltherrscliaft und starb freiwillig aller Maeht entblosst.Seine Geschichte ist «lie Geschichte des damaligen Europas.Robertson hat sie trefflich geschrieben.

‘gentin de @Don Juan von Oest-xander von reich 4 ~ M’egen

9 0

Maria, r 52 i an Ludwig, König von Bobinen undACatharina , posth., 1577. Mit einem ^Ungarn vermählt, der in einer Schlacht gegen ’ Prinzen von Sachsen i 5 i 8 versprochen,!

die Türken bei Moha«*z 102(1 fällt. Sie wurdei 53 o llegentiu der Niederlande u. starb i 553 .

dann aber an Johann III. , König vonPortugal, vermählt. -}- i 55 y

i : 8 . F'erdinand I., l 52 *

\ liechte seiner G«*niahlin.scher Kaiser. i 5 (> 4 *und Erbin Ludwigs II.,

1 König von Ungarn und Böhmen durch «lie11, i 5 >i römisch«*r König, und i 558 deut-

Anna von Böhmen -}■der bei Mohaez fiel.

1547. Schwester

Er legt den Grund zur Grösse dieser Linie durch die Er-werbung von Böhmen mul Ungarn, und «*r)iält ihr die Kai-serkrone ; Vergehens sucht sein Bruder Carl V. ihn zu be-wegen , zu Gunsten Philipps II. darauf zu verzichten

Oestreieh -}- i 58 o.

( v«in Savoyen , von Alba,D. Juan und Farnese.

i 548 mit «lein Portugal. Don Medici, wegen «lieser Vermählung zmn

Kaiser Maxi- Sebastian war Herzog von Klon*«/, erhoben. 2. Ottavio

rnilian II. aus dieser Ehe. Farnese , Vater d«*s berühmten Herzogs

“f* 107(1. von Parma -}-

lOt^ÄSQ. Maximilian II.-f-i 576 .AF’lisaheth -}- i5f5.spamseh-östiei-M Sims,

i 580 .

1 a. Der unglü«kliclie Don.;;

1 Carlos -J- i 5 G 8 , im Altertvon 24 Jahren , auf einein Dunk«*l gehüllte M eise.

St. lleal hat diesen Ge-genstand zu einem in-teressanten historischenRoman benutzt.

A Anna Maria -j- iGM..M Ludwig XIII. ; daherstammen Ludwig XIV. u.der Herzog von Orleansals dritte Prätendenten.+ 1643 .

Philipp III. -J- 1621. /Unterihm warSpaniengeiiöthigt, mitdenAc.3 Scliliesst einen Erbver- j empiirten Niederlanden zu unterhandeln.^ 4 -l Der berühmte zwölfjährige Waffetistill-I stand war das Vorspiel ihrer völligen' Unabhängigkeit. G«*gen anderthalb Mil-1 Honen Mauren wurden aus Spanien ver-[ trieben; eine Massregel von so traurigenF«ilg«*n, wie «lie Vertreibung der Prote-stanten aus Frankreich 80 Jahre später.

trag mit der deutschenLinie.

Gern. Mafia Margaretha <v. deutsch-ostreichischemHause, 1611.

seinen Talent«*« undseinem .Muth«* be-rühmt; g«*winnt «HeSchl. 1 ). Lepauto I07/.

-"\

Clara Fhigenia, /SV** c ‘ Catharina-}- 1597. Carl Ernanuel,

16 13 O. N. M’ard^Herzog von Savoyen , «lessen Nachkommenden Liguisten von ili- als fünfte Prätendent«*« hei «ler spanischenrem Vater zur Koni- Succession erscheinen. Auch ihre Ansprii-gin von F'rankreieli che auf die Niederlande und die FH'liscliaftvorgeschlagen. Gern. derValois leiteten «lie Herzoge SavoyensErzherzog Albreeht v. von dieser Prinzessin her.

Oestreieh -}- 1O21.

Maria vom .chischen Hause, eim*To«*h-ter Carls V. -j- i(k> 3 . Siehatte i 5 Kinder.

Sigismund, König vonPolen, 4 - 1572. Mie-der vermählt mit ihrerSchwester Catharina.

*7 -

A Vnna -}- 1.587.y Albreeht, Herzog vonBaiern,-}- 1579. Aufsie grii miete Baiernseine Successiuusan-sprüehe.

^F'erdinand , bekommt die Graf~(schaft Tirol als F)rbtheil, -j- 1 5 «j 5 .

a. Philippine von H^elser -J- i 58 o.

b. Catharina vonGonzaga, To«*literdes Herzogs von Mantua, 1620.

IO

w w , - . *

II., von einem 4 - 1G19. ^in den Niederlan-*%/ , /« 7 /)»y> II., König v.*

J

: Philipp IV. 1 6 ( 35 .

a. Isabella v. Frankreich,Tochter Heinrichs IV.

-f- 1644.

b. Maria Annav. Deutsch-Oestreich -|- 1696.

’ Ein unglücklicher Zeitraum für die Monarchie. Die UnablningigkeitA** Maria Anna -j- l(> 4 f>.^Oarl-j-lf> 3 ».1 der Niederlande wird anerkannt, Arttiis und Roussillon abgetreten ;Kaiser Ferdinand ///.,■>■ F'erdinand,Portugal geht verloren. Philipp IV. ist es , der den Beinamen des' Gmssen anniimnt, während Catalonien, Portugal uml Neapel seinerI Macht entsi'hliipfen ; daher man zu seinem Sinnbild einen Grabenf mit der Ueberschrift wählte: Je mehr man ihm nimmt, desto grösser\ wird er.

«l«*ssen Soli« Leopold als*<l«*r vierte Prätendent heider spanischen Successionerscheint.

’ Cardinal,

+

1 ungewöhnli-chen Charak-ter, -}- 1612,ohne je ver-mählt gewe-sen zu sevn.Viele Heiraths*vors«*ldägewurden ihmvon seinenMinistern ge-macht , erkonnte sichaller nichtentscheiden.

Annav.Oes* “den , -j- iäxj.i.reich - Tirol,* *Maximilian , 1.587

seine Base,-j- 1618.Unt«T ihmnimmt derberühmtedr«*issigjäh-rige K.ri«*gseinen An-faug.

zum König vonPolen gewählt,Grossmeister desdeutschen Ordens,

+ 1

Albreeht, Cardin..:^vermählt mit CI.Eugenia, die ihmdie Niederlandezubringt, -j- 1621.M’enzesl. 1578.

Spanien.

F 3 isabeth -j- 1.592.Caii/X., K.v.F’rankr.Margaretha , Kloster-frau von St. Clara zuMadrid , -J- iG 33 .

| a. Andreas , Cardi-AAinal , -}- 1600. 4 _Fi

Anna,rliin v«

larl, erhält Steyer-AMaria 4 - 1 584 - Herzog von Cleve. AFdeonore i 5 «ji. AHelena , Klosterfrau zumark als Erbtheil»X^Iagdalena -}- i 56.4 Klosterfrau y.uyjferz. v. Mantua -}-i 587 .XllaUe , -|- 1574.

-j- 1590. * Halle. * Maria , Klosterfrau, Johanna 1578.

Mar. v.Baiern, seine Catharina-}-1572. r. Herzog v. Man- -j- i 56 (>. Franz, Grossherzog von

Nichte, Mutter v«m tua. 2. Sigismund, König von Polen, Bari). Herzog v. Ferrara. Toscana.

1 5 Kindern 4 - 1608. Wittwer ilir«*r Schwester Fdisahetli. ZMFdG VON TIROL UND INSPRUCK.

*Carl » Markgraf v.Burgau , -}- 1618.Sibyila von Cleve,durch die er liechteauf Jülich erhält,+ 1628.

Tirol,

-}- 1618.Kaiser Ma-thias , ihrVetter.

1

: (2. F'erdinand H. -j- 1637. (

Der dreissigjährige Krieg füllt«seine ganz«‘llegierung. Derbe-*rühmte Tillv uml Mallensteinwaren s«*iue F’eldherrn,

Mafia Anna v. Baiern 4 - 16 rß.Eleonora von Gonzaga -{- i 055 .

^Maximil., Gross-ÄAnna -j- 1D98. ÄMargaretha -j- ißn.■Commenth. d«*s f„Sigism. III., Kön. v.s,Phil. III., Y

"deutsch. Ordens,-|- i(h5.

Carl , posthum.,-J- i()2.5. Bischofvon Breslau.

Polen. 4 -i 632 , wie-der venu, mit ihrerSchw«*ster.

Mar. 01)rist-j-iß2i.Sigismund Battori,F'ürst v.Siehenbürg.

Kön. v.Span.Constanze-}- i 63 i.Sigism. III. , Mittwerihrer Schwester.Magdalena iß 5 t.Cositno II. von Medici,Gr. H. v. Tose. 1621.

©

•V; 1 3 . F'erdinani) III., setzt «len dreissigjälirig«*«A«. Maria Anna -}- ißß 5 .Krieg fort, und beendigt ihn mit d«*m vvestphä- fiC/iui/urst von Baiern -}-

lischen F'rieden 1648.

a. Maria Anna vom span. östr. Hause -|- iß 4 ß.

b. Maria Ixopoldine von Oestrich-Tirol -f- 1649*

c. Eleonore Von Gonzaga-Mantua -}- iß8G.

Cacilia R«*nata -(- i(> 44 *Ixulislaf IH., König v. Polen,

-j- 1G48-

@.7. Leopold, Gross- AClara Isabi-lla iG 85 .iß 5 i.«*meister des deut-XfU*^ bll. von Gonzaga, Herzog von'

scheu Ordens, Bi-schof v. Strasburg,Breslau u. Passau,Statthalter in denNied«*rlan(l«*ii,

-*}- 1G62.

NIantua -j- i(»G 5 .

Maria Leopoldina 4 - iß 49 *Kaiser Ferdinatul III. -j- 1657.

@ Sigismund ^Ferilin.■ 4 - ißti.i. 1GG2.

Cardinal-Bi- Annna vschuf von MediciAugsburg. -f* 167G.

i 3

Balthasar/\*7.Mar. Theres.A** b. Margaretha i.fc'-.b. Carl IU,Carl -}- 1G4G |-f-i 683 . Sie ver-^Theres.-}- 1678. und K«irp«*r,

miililt sieh mit KaiserLeopold. IhreLudwig XIH., Tochter verm. sichdessen Kinder mit dem Herzog v.als «lie ersten Baiern ; daher derPrätendenten bairische Churfürstbei «ler spanisch, als zweiter Präten-Succession er- dent hei der spa-scheinen. nisehen Succession

erscheint.

mit 17 Jahren.M ar init.l/7-tia Anna vonOestrich ,einer TochterKaisers F'er-dinand III.,verlobt.

schwach an Geistder letzte männ-,liehe Sprosse aus dem spanisch-östreiehisehen Hause, ^ 1700.Nach seinem Tode veranlasst diespanische Succession, über diejinan sieh sehonbei s«*ineni L«*hen ’gestritten, einen allgem. Krieg.

a. Mafia Endse von Orleans. J

Vermählt 1679. i(>8«).

b. Maria Anna von Neuburg.+ i; 4 o.

Der sjianisch-östreicliisrhe Zweig bestand durch fünf Generationen, und lie-ferte fünf Könige. Carl F ’., das Haupt dieses Zweiges, einer der ausg«*z«*ie!i-netsten und mächtigsten Monarchen der neuern Zeiten , bedrohte ganz Eu-ropa mit seiner Herrschaft. Philipp II., sein Sohn , li«*ss es nieht zur Ruhekommen ; «las Gedächtniss und das Ansehen (li«*s«*r Vorgänger warf nocheinen Schein auf Philipp III.; aber unter Philipp 1 F. zeigte sich die spanische.Macht schon in ihrem völligen Verfalle, und unter Carl II. warsiegänzHchv«*rschwHilden. F> hatte den Schmerz , zu s«*h«*ii, dass Europa , da er nochlebte , in Bewegung über seinen Nachlass gerieth, und wenig fehlt«*, sowäre sein eigner Mille hei dieser unerm«*sslich«*n Erbschaft gar nieht in An-schlag gekommen; F'rankr«*ich , Oestreieh und England setzten riuksichtlosunter seinen Augen mehrere Theilungeu fest, ohne ihn zu fragen.

Leopold-f- iG 32 .früher Bi-schof vonStrasburgCbtudia v.Medici.

13

: : a. F’erdin. IV.iG 53 zum röm-König gewählt,da sein Vaternoch lebte.

Ä7. Maria Anna.Y+ i(>«,6. Phi- 'lipp IF. Königvon Spanien.i 6 G 5 .

A Maria Antonia Josepha -j- 1G94,y Maximilian Ernanuel , Churfürst ivon Baiern -}- 1726. Aus dieserEhe kam einer der Prätendentenauf die spanische Succession.

[

1700. Spanischer Successionskrieg; dauert dreizehn Jahre,und scliliesst mit «lern Utrechter F'rieden 1713.

HAUS BOURBON, folgt durch ERBRECHT.Siehe die Tabelle von Spanien , No. 17.

i 5 @

14. a. Leopold -}- 170.5. Bringt durcli glück-liche Umstände «lie Macht seines Hauses wiederin die H<ihe.

a. Margaretha Theresia von Spamen -}- 1G73.

b. Clauil. Eelicita von Oestrich-Tirol -J- 1670.

c. Eleonore MagtLdena von Ncuburg -j- 1720.

5 . c . Joseph I. -}- 171t. F'ortsetzung des span. ; r3 Sui*cessionskri«*gs, der unter s«*in«*m Vater ange- 1fangen; er coniiseirt «las Il«*rzogthum Mantua,und vereinigt es mit seinen Domänen unter Hint-ansetzung der Agnaten des letzten Herzogs.JFilhclmine Amalia von Braunschweig-Hannover.

Befand sich in der schwierigsten Lage; aber alles@A Carl, (irossmeistcr desAr. Eleonore 4-rß97. Mit Michael TFiesno- ÄCI. Felicit.wandte sieh zu seinem Glück«». Die Siege der“(leiitsehen Ordens, Bischof V» König von Polen-}- 1G7I, uml nach ^-j- 1(17(1.

Türk<*nliraelit(*iiiliin Provinzen ein, der Aufstand von Passau und Olmütz. her mit Carl Leopold, Herzog von Lothringen Kaiserin l ngarn die Firl>H«‘l)k<»it der Krone. Die F’urelit -j- 1664* vermählt. -J- 1(190. Ixapold,

vor I.udwig XIV. st«*llte «las kaiserliche Ansehenu ieder lier.

Maria Anna -}- 1689. Churf. v. der Pfalz. -}- 1705.

Josephinische Erzherzoginnen.

Carolinische

. iß. c. Carl VI. -}- 1740. F>ging, da sein ältererBruder noeli am Leben war , nach Spanien , umPhilipp V. «lie Krone streitig zu machen.

Elisabeth Chiistina von Braunschweig-Blankenburg.

+ O 50 -

Regentin der Niederlande.

Erzherzoginnen.

Joseph F'erdinand, * AMaria Josephina-{-i757.AMariaAmalia-|-i7.5G.ÄMaria 'TheresiaChurprinz von Baiern * M^ u ^ ust ppj König von ^ Carl, Churfürst vonY tochter ihres 11 a

DIE VIER GROSSEN KRIEGE , WELCHE DEN SCHLUESSEL LIEFERN ZU DER DIPLOMATIK EUROPAS WAEHREND DER ZWEI LETZTEN JAHRHUNDERTE.

N. B. Die vier grossen Kriege, deren Ursachen, Ereignisse und Folgen wir untenanführen, hallen eine solche Veränderung iu Füuropas Gebieten und einen Einfluss derArt auf alle neuern Staatsverhandlnngen hervorgebracht, dass sie fast die sämmtliehePolitik von Europa während der zwei letzten Jahrhunderte in si« h fasseu.

1G18. Dreissigjähriger Krieg, beendigt durch den westphälischen Frieden 1648.1700. Spanischer Successionskrieg, beendigt durih den F'rieden von Utrecht 171 ‘ 3 -1733. Polnischer Successionskrieg, beendigt durch den F'rieden von Mien 1735.1740. Oestreichiselier Successionskrieg, beendigt durch den F'rieden von Achen 1748*

Churprinz von Baiernwird 1G98 zum Prä- \sunifiveibcn «Irr spa- *nisehen Monardiie er- Iklärt.-}- iGpyiffiAlter \von 7 Jahren. 1

f August jP olen und Churfürst vonSachsen macht wegenseiner Gemahlin An-sprüche auf Oestreieh1740.

Baiern, macht wegeneiner von seinen Ahn-frauen, «ler TochterF'erdinands I., An-spruch auf Oestreieh.

1780. Fhdi-ÄMaria Anna-j-1744* R e g cn “auses. Vermählt ’ tin der Niederlande,sich mit Franz von Lothringen, (»ein. Prinz Carl v. Iothringen,lie wirkt seine Mahl zum «leut- Bruder des Kaisers Franz I.sehen Kaiser 1745 und gründet -{- 1780.

«las neuere Haus Oestreieh.

. l)erlet/.tem;innlicheNa«‘hkommeseinesÄc. Maria ,

. Haus«*s errichtet ein berühmtes 'Testa-Y*^ I 7 + I *

I ment zu Gunsten seiner 'Tochter , das * Maria Anna 4 - 1754.

| er von allen Macht«*« anerkennen lässt. Joh. V., König von Portugal ^ 17.50.1 DcimingeaehtetentstehtuberseiueErb- Maria Magdalena-}- 174‘h Vorsteherin^ schaft Krieg. desF'rauenortlens vom Sternenkreuz.

Der ileut.sch-ö.streicliische Zweig erhielt sich durch sichen Generationen , undlieferte sechs Kaiser, die durch die M’eehs«*lfälle ihrer Macht die Aulmerksam-k«*it auf sich ziehen. Ferdinand I. legte den Grund zur Grösse seines Hauses.Der schwache Rudolph und der unruhige Mathias waren nahe daran in «l«*nReligionsstürmen zu unterlagen. F'erdinand II. erhöh sich wieder während dem

den \ erlügt ihres Gemahls nieht ersetzeu, »ic «uiuc »■»«tu um umg , uua aie :wutter von zweKaisern und vier Königinnen starb — so wähnte sie in ihrer Krankheit — auf dem StrohKatzen im Kampfe.

unst desgrossen) Glückes

zu rühmen: in einem Alter von neunzehn Jahren war dieser F’ürst im Besitz der Kaiserkroneund F'rbc der Häuser Oestreieh, Burgund, Gastilien, Arragon und Neapel, während zugleichin fernen (»egenden ein neuer Mclttheil und unberechenbare Schätze in seinem Namen entdecktwurden. Seine Regierung gehört unter diejenigen , die nicht wohl in einem Auszug zu schildernsind, weil ihre Geschichte zugleich die Geschichte alles Gleichzeitigen ist; man muss sie nolli-wendig ganz lesen. Mir verweisen desslialh auf Robertsons treffliches Merk, dessen Einleitun«»besonders für eiu Meisterstürk gehalten wird. Carl V. war der grösste und mächtigste Monan hseiner Zeit; er gab den Ton an in Fhtropa , und mehr als einmal musste dieses besorgen, unterseine Universalherrscliaft zu fallen. Die merkwürdigsten Begebenheiten unter ihm in Deutschlandwaren die Reformation, die Unruhen, die daraus entstanden, und die Gesetze, die dem neuenGlauheu politischen Bestand gaben. Wir werden noch an eiuem andern Orte hiervon zu reden haben.

Carl V. legte zuletzt in einem Alter von sechs und fünfzig Jahren , der Welt inude uudaller irdischen Grösse überdrüssig , seine Krone nieder, und zog sich in ein Kloster zurückwo sein unbefriedigtes Gemürh, wohl selbst überrascht, noch das Glück aufsuchte, nachdemer die F'ulle alles dessen hesesseu hatte , was die unersättlichen Wünsche der Menschen zuihrem Ziele zu machen pflegeu.

558 . F'erdinand I. , Carls V. Bruder, ward sein Nachfolger. Das Hans Oestreieh fuhr fort znerben. Ferdinand hatte die einzige Schwester Ludwigs II., Königs von Böhmen geheiratliet;dieser, noch nicht achtzehn volle Jahre alt, feurig und muthig, nach Ruhm und Ehre begierig*hatte ohne andern Beistand einen Kampf gegen die Macht «les ottonianischen Reichs unternommen'der ein liessres Schicksal verdient hatte; er verlor aber hei Mohaez Schlacht und Lehen. F'er-dinand erhielt die liiiitcrlassenen Länder durch F>brecht seiner Gemahlin , und vereinigte fürimmer wieder Ungarn und Böhmen, die sich seit beiläufig sechzig Jahren getrennt hatten mitdem östreiehisehen Hause. Man erinnert sich noch , wie diese Trennung erfolgt war ; dasSchicksal der beiden Länder in der Zwischenzeit und nach Ladislafs Tode war aber folgendesF> hatte , wie die genealogische Tabelle zeigt , zwei Sehwestern hinterlassen , die ihr«*« Ehe-männern unbestreitbare Rechte zubraehten ; die Stände jener Länder zogen ihnen aber zweiMänner aus dem Privatstande vor, die durch ihre glänzenden Fägensdiaftcn den Thron zuverdienen, und durch ihren Muth zu behaupten wussten. Beide starben ohne Kinder, woraufUngarn und Böhmen, nach mancherlei ZwUchenbegcbenheitcn unter Casimir dem König vonPolen vereinigt wurden , der am wenigsten Rechte aufznwcisen hatte, aller seine Ansprüche mitGewalt und List durchsetzte. Ludwig II., der oben erwähnte König, war Casimirs Enkel.

Mit dem Lande Ungarn erbte Ferdinand auch die furchtbare Nachbarschaft der Türkenund den unmenschlichen Krieg, welche« sie gegen die Christen führten. Unaufhörlich hattesie zu bekämpfen ; aber das Glück hatte ihn in eine Lage versetzt, dass ihm selbst seine Unfällezum Vorthcil gereichten; denn in Deutschland flössten die Fortschritte seiner F’cinde Schreckenein , und die Sache Ferdinands und seiner Nachfolger wurden nun so sehr zur Ileichssachcgemacht, dass die Deutschen häufig im Laufe eines ganzen Jahrhunderts Gut und Blut opferten,um dem Hause Oestreieh die Vormauer zu erhalten, die für ihre eigne Ruhe und Sicherheit sonöthig schien.

Ferdinand war noch während der Regierung seines Bruders zum römischen König erwähltworden, und hatte «las Reich öfter in Abwesenheit desselben verwaltet. Ein weiser gemässigterFürst, wandte er nach «ler Abdankung seines Bruders seine ganze Sorge darauf, die Gemütlierauszusölmen, und Ruhe herzustellen; unablässig arbeitete er an «ler Vereinigung der Katholikenund Protestanten , uud hätte das Glück gewollt , so wäre ein grosser trauriger Schandfleckenaus der Geschichte Europas weggehlieben. F'erdinand war vielleicht nicht mehr weit von demZiele, da «ler 'Tod sein heilsames Streben unterbrach.

Die Kinder, die er hinterliess, theilten sieh in seine Länder, und gründeten mehrere Linien.Zum letztenmal trat eine solche Zerstückelung ein : die F>stgehurt.sfölge scheint unter seinemSohn und Nachfolger Maximilian II. eingefülirt wordeu zu seyn, denn er hatte eine Men^eSöhne und «loch nur eineu Erben.

i 5 (> 4 . Maximilian II. , ein durch die Trefflichkeit seines Charakters ausgezeichneter Fürstverfolgte mit Fäfcr den schönen Plan seine!» Vaters zur Vereinigung der beiden Religionen, undschmerzlich empfand er das Misslingen. Den Protestanten ward er durch seine Duldsamkeitganz Deutschland durch seine liebenswürdigen Tugenden theuer, die ilun hei seinen Völkernden süssen Beinamen Titus erwarben.

107(1. Rudolph II., Nachfolger und einziger Erbe seines Vaters, hinterliess kein so schönesAndenken wie dieser. Doch hatte der junge F'ürst vor seiner Thronbesteigung die schönstenHoffnungen erregt, und erst, als er Gelegenheit erhielt, sich zu zeigen, fand mau sich getauscht.Diess kam daher, dass man früher an ihm uur seine gute Gcmüthsart und ausgezeichneten Verstamls-kräfte erkannte , — er liebte die M'issenschaften uud Künste, und schien sich mit Glück darinzu versuchen , — widirend die ganze Verkehrtheit seines Geistes unbemerkt hlieb. Diese °in«*aber so weit, dass er sich z. B. mit der Chemie aus keinem andern (»runde beschäftigte, als in derHoffnung, Gold zu machen; mit der Astronomie hlos, um in «len Sternen lesen zu können. Dieglänzendsten Anlagen führen zum Schlimmen , wenn rechter Sinn und Unheil fehlen. KeineRegierung war unter günstigem Aussichten eröffnet wordeu, als Rudolphs, und unter keinerentstanden mehr Unruhen , wurde inehr verderblicher Samen ausgestreut, als unter eben dieser.Still und friedlich fand er das Reich; durch die auf einander folgenden Regierungen von zweitrefflichen F'ürsten war Ordnung, Gerechtigkeit und Vertrauen wieder liergestellt , und werweiss, wenn sie noch einige gleich würdige Nachfolger gehallt, vielleicht hätte ganz Deutschland,sieh glücklich fühlend unter so sanftem Joche, dem östreiehisehen Hause zu Theil werden können.Aber Rudolphs Sorglosigkeit und Schwäche, schlecht gewählte Rathgeber, und die Untauglichkeitseiner Minister zerstörten die schöne Uebereinstiimnung , und richteten seine Ma«*lit zu Grunde.Sobald man die Zügel in seinen ungeschickten Händen schwanken fühlte, zerriss ein jeder denheilsamen Zauin, der ihn in Ruhe gchaltea, uud saun bloss darauf, aus seiner neuen Lage Vor-theil zu ziehen.

Die Religionsstreitigkeiten, die unter den vorigen Regierungen so glücklich gedämpft waren,brachen mm iu ihrer ganzen Heftigkeit wieder aus ;. bald gesellten sich noch durch den berühmtenFirhstreit über «las Land Jülich , wovon wir an eiuem andern Orte zu reden haben, die Leiden-schaften des lügemiutzes zum Fanatismus , und die Verwirrung stieg aufs Höchste. Blut-vergiessen sehieu jetzt das einzige Auskunftsinittel, und die beiden Parthcien rüsteten sich zumKampfe, indem jede ihre Streitkrüftc durch eine förmliche Union verband. So entstanden dieberühmten Liguen der Protestanten zu Halle, uud der katholischen Stände zn Mürzhurg. Zweigrossen Werkstätten glioheu diese Orte, in denen ganz Deutschland die Waffen schärfte, umsieh eine lange schmerzliche Zeit von dreissig Jahren hindurch die eignen Eingeweide zu zerfleischen.

llndolph unterdessen hlieb ein unthütiger Zuschauer hei dieser schrecklichen Gührung, undfiel zuletzt, ein Opfer eiguer Beängstigung über unglückliche Vorbedeutungen, von F'ainilien-nisshelligkeiten gedrückt, von seinem eignen Bruder Mathias der F>lilande beraubt, in eiuctiefe Melancholie. Aus Argwohn vermied er allen menschlichen Umgang , und zog sich indie abgelegensten Zimmer seines Palastes zurück. Wenn er sie verliess , war es wegen seinereinzigen und letzten Lieblingsbeschäftigung, um seiner Pferde seihst zu warten. Nur im Pferde-tall war er noch anzutreffen, und neugierige F'remde konnten ihn nur sehen, indem sie siehals Stallknechte verkleideten. So vergingen die letzten Jahre dieses unglücklichen F'ürsten, bisvon Vielen gehasst, von Vielen verachtet, von Allen aber verlassen, seine traurige Laufbahnbeschloss.

1612. Mathias, der Tyrann seines Bruders, ward sein Nachfolger; die Veranlassung zu seinemgewaltthütigen Verfahren war folgende. Die mit dein spanischen Ilofc unzufriedenen Niederlandehatten dessen Statthalter vertrieben, und den Mathias dazu berufen, der, damals erst Erzherzog,die Stelle angenommen, bald aber, von dem aufrührerischen (»eiste jener Provinzen überzeugt,wieder abgedankt hatte. Gleichwohl verzieh ihm der spanische Hof »lieht, sondern benutzte seinengrossen lünfluss auf den schwachen, mit seinem Bruder unzufriedenen Rudolph, damit dieser«in die Succession in den Firhlanden gebracht würde. Mathias griff darauf zu den Waffen, undsicherte sich die Flrlifolge , indem er sich mit Gewalt in Besitz eines grossen Theils der LänderRudolphs eindrüngte.

Der Kaiser Mathias hatte keine Kinder; zwei noch lebende Brüder waren in gleichem Falle;

.lm^igjälirigen Kri.-e „ml „l,te „ine Zeit lang unnm«-l,ränkte Herrschaft in liess verailla , sste se l, r bald Streitigkeiten über die Nachfolge. Philipp III., das Haupt' der spanischen.. « i .. .1 i»-*•• *• 1 . 1 • 1 . 1 .*•-*- *■— 1 .heilen (»ewalt rerdt-\-• • - 0 ------ 1

Deutschland. Der westphäliselu* F’riede setzte der k;inands IU. «*n»«» (»ranzen. Die F'urcht vor den 'Türk'

"■Linie, that «l«*m Mathias das Versprechen , den alten Groll wegen den Niederlanden zu vergessen

, r , f ,„_ . , . .. •» . und die Ansprüche, die er von seiner Mutter her zu machen hatte, aufzugehen; dafür sollte aber

begünstigten wieder Ixopnld, und lail r 1 . war auf d««iii Punkt«*, die spanisch«* ’• -. — * — * - *• -

uud

Ludwi<

1740. Oestreichiselier Successionskrieg; dauert acht Jahre,und scliliesst mit «lein F'rieden zu Aachen 174^*

HAUS LOTHRINGEN, folgt durch HEIRATH.

Siehe die Carte von Lothringen,

Erbschaft zu erhalten, während bald darauf seine Tochter Maria Theresia ingrosse Gefahr kam, die ihrige zu verlieren.

DREISSIGJÄHRIGER KRIEG.

URSACHE. Zum Schein die Religion, in Wirklichkeit aber der Ehrgeiz des östreiehisehenHauses, das zu seinen Gunsten die Verfassung des deutschen Reichs in die einer erblichenMonarchie umzuwandeln strebte.

Ganz Deutschland fand sich dazumal in zwei Parteien getheilt, in die katholische Ugue undin die protestantische Union; der Religionskrieg aller, der zwischen diesen beiden grossenVerbindungen entstand, nahm bald einen politischen Charakter an, da Oestreieh die Gelegen-heit ergreifen wollte , die Reichsstände zu unterdrücken , und diese sich zur Wehr setzten.F'rankreieli uml Schweden mischten sich in «len Streit, und machten Oestreichs Plane scheitern,dieF'ürstenuiidPartieularstaatenDeutsrhlands wurden iu ihrer Selbständigkeit gesichert.

BEGF'BFINHEITEN. Drei Perioden sind in diesem berühmten Kriege, von dem wir auf«lein Scitenrande ausführlicher gesprochen haben, wohl zn unters«*lieiden. I11 der ersten Zeit

rsclieint das Haus Oestreieh als vollständiger Sieger, und unterwirft ganz Deutschland; in«l«*r zweiten Periode sehen wir die Schweden von Sieg zu Sieg schreiten; Oestreieh steht an«lein Rand des Verderbens; in der dritten endlich ist wechselndes Glück, und der Sieg un-entschiedener.

Tilly, Wallenstein, Gallas, Piccolomini waren Helden auf östreichischer Seite; Schwedensgrosse Männer: Gustav Adolph, Banner, Torstensou und Oxenstiern; Frankreich hatte Turenne,Condc, uml den Cardinal von Richelieu.

Drei berühmte abenteuerliche Helden glänzten noch im Kampfe gegen Oestreieh : Bernhardvon Weimar, Mansfeld, uml Christian von Braunschweig.

Berühmte Schlachten : bei Prag , Leipzig, Lützen, Nördlingen , Tuttlingen, Freiburg,Marienthal, Rocroy, Lens etc.

FOLGEN. Die Freiheit des deutschen Reichs wurde gesichert, die Macht Oestreichs be-schränkt, der westphälische Friede als Grundgesetz des Reichs angenommen.

1. Oestreieh verlor das Eisass an Frankreich, und die Lausitz, womit es den Beistand desGhurfiirsten von Sachsen erkaufte.

2. Schweden erhielt Bremen, Verden, einen Theil von Pommern, Stettin, Rügen uml\ 5 ismar, und dadurch Stimmrecht auf «lern Reichstage.

3 . Brandenburg erhielt Magdeburg, llalberstadt, Minden, Camin etc.

4 * Mehr andere Fürsten erhielten noch Gebietsvergrösserungen, wovon auf den g<aiea-logisehen Tabellen bei jedem Fhnzelnen das Nähere zu finden ist.

N. B. Siehe die umständlichere Beschreibung dieses Krieges auf Tafel 21, Seitenrand.

SPANISCHER ERBFOLGEKRIEG.

URSACHE. Die Erbfolge in die spanische Herrschaft, die damals Spanien, Sardinien,Neapel, Sicilien, «las Mailändisehe, «lie Niederlande und die Besitzungen in Westindiern um-fasste. Darüber stritten sich mehrere Prätendenten, die man auf der obigeu Tabelle nachsehenkann.

Ludwig XIV., König von Frankreich auf der einen Seite, nahm den Thron für seinen Enkel,als rechtmässigen Farben, in Anspruch, der noch ausserdem durch das Testament des letzt-verstorbnen Köuigs dazu berufen sey.

Auf der andern Seite behauptet der deutsche Kaiser, als Haupt der Familie Oestreieh, Rechtedarauf.

Daraus entstand zuletzt ein allgemeiner Krieg, in welchem F'ngland, Holland, Oestreieh,das deutsche Reich, Preusseu, Savoyen, Modena uud Portugal, gegen F'rankreieli undSpanien standen.

BF'GEBF.NHEITEN’. Dieser für Frankreicli und Spanien unglückliche Krieg waf eineQuelle des Ruhms fiir die Verbündeten. Marlhorough war der Hehl Fhiglands, Eugen unterden Kaiserlichen; Villars rettete Frankreich, der Herzog von Veudöine Spanien; iu Hollandwar lleinsius an der Spitze.

Die berühmtesten Schlachten waren bei Chiari, Luzzara , Blindheim , Gassano, Ramillics ,Almanza, Malplaquet, Villa-Viciosa, etc.

FOLGEN. Die spanische Monarchie wurde getheilt, und jeder von den Prätendenten erhieltetwas. ,

1. Das Haus Bourbon erhielt Spanien mit seinen Colonien.

2. Das Haus Oestreieh bekam die Niederlande, das Mailändisehe, Neapel und Sardinien.

3 . Das Haus Savoyen erhielt Sicilien , und die eventuelle F’olge auf den spanischen Thron.

4 * England erhielt Gibraltar, das es heute noch besitzt, Minorca , Terrc-neuve, und grosse

Vortheile für den Handel.

5 . Holland erhielt eine Reihe Gränzf«»stungen zum Schutze gegen Frankreich.

6. Der Churfürst von Brandenburg wurde als König von Preussen anerkannt.

N. B. Siehe die Geschichte dieses Krieges Tafel 18 und 21 , Seitenrand.

POLNISCHER T 1 IRONFOLGEKRIE G.

URSACHE. Die Ktinigswahl für den polnischen Thron.

Im Jahre 1704 hatte Carl XII., König von Schweden, den polnischen König August entthront,und statt seiner den Stanislaus Lecziusky wählen lassen; so wie aller (Jarls Waffenghiek sichgewendet, kam August zurück, Lecziusky wurde verbannt und musste die Flucht ergreifen.Die Tochter des letztem war durch eine Hofmtrigue Gemahlin Ludwigs XV. geworden, und>uf dein französischen'Throne. So waren die Verhältnisse, ah» August s»‘arl>; nun erhol)sieh der Str«*it über die Krone zwischen seinrm »Sohne August II., uml Stanislaus Lecziusky ,den fine neue, rechtsgültige Wahl zum Throne rief.

Oestreieh uml Russland unterstützten die Sache Augusts II., F'rankreieli war für Stanislaus.Beim Ausbruch des Krieges verband sich das Reich mit dem Hause Oestreieh; Spanien uudgavafen nahmen mit F'rankreieli Partei.

DEGEBENHECTEN. Der Krieg war so kurz und entscheidend, wie w«*nige. In zwei Feldzügennahmeii «lie Franzosen unter dem alten Villars, die 1‘ieinonteser unter ihrem Könige, dasMaihudisehe weg , und bedrohten «lie deutschen Provinzen , während Don Carlos und derHerzog von Muutetnar Neapel und Sicilien einnahmen.

FöLGF.N. Nie blü*b ein Krieg weniger im Zusammenhang mit seiner ersten Veranlassung.V «*ip n Polen griff man zu «len \\ affen , und der Sturm traf Italien.

1. August Blich König von Polen.

2. Stanislaus behielt «len Königstitel, und erhielt nebst Rückgabe seiner Güter iu Polen «lasHerz^thum Lothringen , das nach seinem Tode an F'rankreieli fällen sollte; diess geschah 17GG.

3 . Her Herzog von Lothringen bekam dagegen Toscana, welches, so wie Parma, von derKro» e Spanien abgelöst wurde, da die Gemahlin des Königs Erbin dieser beiden llerzogthümerwar.

4. Don Carlos, der älteste Prinz aus dieser Ehe, wurde mit der Krone Neapel uml Sicilienentschädigt, doch unter der Bedingung, dass niemals eine Vereinigung dieser Reiche mitSpauicn zulässig seyn sollte.

5 . Her Kaiser verlor Neapel und Sicilien , und erhielt das Herzogthum Parma.

JS.B. Siehe die Geschichte dieses Krieges No. 22, Seitenrand.

OESTREICIIISGHEII ERBFOLGER RIED DER MARIA THERESIA.URSACHE. Die Erbfolge in die östmehisrhe Herrschaft, die damals Oestreieh, 'Tirol, das Breisgau,

dieser die Nachfolge in seinem Erblande dem Erzherzog F'erdiuand von tlcr stejcrmärki-.clienLinie verschaffen , und die Weiher in dem deutsch - östreiehisehen Hause , zum Vorthcil desspanischen, aussehliessen. Mathias ging auch mit Einwilligung seiner Brüder auf diese Vorschlägeein, und erkannte seinen Vetter als Erben.

Der (»rund der besonder« Vorliebe Philipps fiir den Erzherzog Ferdinand lag aber darin,dass dieser im Geiste des spanischen Hofes erzogen war, und alle religiösen uml politischenGrundsätze desselben eingesogen hatte. Darum erwartete der von dein Ruhme seines Hausesund, wie er es nannte, von der Ehre Gottes erfüllte Philipp Alles von der despotischen Unduld-samkeit F'erdinands.

Das Gewitter, das unter dem furchtsamen Rudolph heraufgezogen war , liess inzwischen auchunter dem Nachfolger seinen dumpfen Donner hören, und init Schrecken sah man die Wolkesich immer nähern und immer grösser werden. Zwar vermieden Katholiken und Protestantennoch, hei ungefähr gleichen Kräften, sich im Kampfe zu messen; aber ihre noch zurück ge-

iM-l.c, Mantua „ml Parma umfasste. Mehrere l'rätemleiitcu stritten haIte ^ c W uth wuchs mit jedem neuen Tage; überall suchten sie einander Ilmdernisse und*r obigen Tabelle zu finden ist. I Verwickelungen zu erregen , und an jeden kleinen Streit im FJinzelnen drohte sich der allgemeine

Böhmen, Schlesien, Ungarn, das Mailändiscsich darum, deren Verwandtschaft auf der

1. Maria Theresia, die älteste 'Tochter Carls VI., nahm die ganze FJrbsehaft kraft des öffentlichen feierlichen ■ Kampf im Grossen anzuknüpfen. So erhielt die Zwietracht mit jedem 'Tage fris«*hc Nahrung undTestaments ihres Vaters in Anspruch, das unter «lein Namen pragmatische Sanction von den meisten 1 trieb immer neue Zweige. Die Sch wache der llcichsgesetzc, der Fanatismus der beiden Liguen,

die Nachbarschaft des frei gewordenen Hollands, Alles begünstigte eine allgemeine Gührung,und trieli die Gemüther zum Aufruhr und zur Unduldsamkeit.

Vergehens suchte Mathias so vielen Ueheln zu steuern ; er seihst wurde vom Sturme gefasstund genöthigt, an der gefährlichen BewegungTheil zu nehmen. Ganz Deutschland war wie einbewegter Boden, unter dein inan schon «las dumpfe Getöse des bald ausbrechendcn Vuleansvernimmt. Iu Böhmen erfolgte der Ausbruch; die Erschütterung war furchtbar und das Reichkam in dreissig Jahren nieht mehr zur Ruhe.

1619. Dreissigjäkfiger Krieg. Diese Periode der Geschichte Deutschlands verdient die grössteAufmerksamkeit. Nicht bloss die Ursachen und die Begebenheiten sind äusserst wichtig, sondernnoch mehr die Folgen.

Die Zerstörung einiger armseligen Kirchen , ein Ereigniss , das an sich kaum eine Erwähnungverdiente, war das Signal zu einem dreissigjkhrigcn Bürgerkriege , der über ganz DeutschlandElend brachte, uud mit den grössten Veränderungen im Reiche endigte.

seinen Erbstaaten die freie Religionsübung gestattet, und Mathias bestätigte

europäischen Mächten garantirt war.

2. Der Churfürst von Baiern wollte Rechte von seiner Unirgrossnmtter her geltend machen, die kraft desHeirathsvertrags zur Erbschaft ihres Vaters F'erdinand I., im Fall «ler Mannsstainm ausstiirbe, kommen sollte.

3 . Der Churfürst von Sachsen, zugleich König von Polen, trat als Gemahl der ältest«:« Tochter Josephs,eiues altern Bruders des verstorbnen Kaisers, auf, und forderte für sie den Vorzug der altern Linie, nachdemder Mannsstainm erloschen sey.

4. Der König von Spanien wollte, als männlicher Repräsentant der altern östreiehisehen Linie, an die Stelleder in ihrem Mannsstamm erloschenen jünger« Linie treten.

5 . Der König von Preussen verlangte den grössten Theil von Schlesien, und berief sich auf alte Rechte, diebisher von den Kaisern hei ihrer Macht und Brandenburgs Schwäche unberücksichtigt geblieben seyen.

F'rankreieli, Spanien , Baiern , Neapel und Preussen bildeten lange Zeit zusammen in diesem Kriege die einePartei; Oestreieh , FJngland, Holland uml Savoyen die andre.

BEGEBENHEITEN. In keinem Kriege hat die G«*stalt «ler Dinge öftpr und völliger gewechselt; unerwarteteEreignisse Hessen beide Parteien bald «he höchste (»unst des Glückes , bald die härtesten Schläge des .Miss-geschicks erfahren. Die berühmtesten Vorgänge war«'

F’onttUiai, Laufeld, llaucoux, die Einnahme und die 1

Rudolph hatte i

dieses kostbare Recht , das mit dem Glücke der Völker zusammenhing. Aber während das Gesetzn : der Rückzug von Prag, die Schlachten bei Dettingen,; protestantischen Gutsherrn die Erlaubnis ertheilte , eignen Gottesdienst in ihren Ländereien

• inpörung von Genua, die Uebergabe von Berg-op-Zoom.!«ü*«führen, legte es den Katholiken die Pflicht nicht auf, dm ihren Vasallen zu gestatten.1 . ü _ . . * ... . . . tt 1 _1._... Jv • • 1. _ 11_ ,.,»,1 l^ccon

Ausgezeichnete Feldherrn für Oestirich : « 1 er Prinz (Jarl von Lothringen ; für England «ler Herzog vonCumberland ; für F’rankreieli die beiden Bellisle und die Marschälle von Sachsen und von Löwendal , jenerein natürlicher Sohn des Königs von Polen, dieser des Königs von Dänemark.

FOLGEN, t. Maria 'Theresia behielt die FJrhstaateu ihres Vaters; uur Schlesien trat sie an Preussen, Parmaan das Haus Spanien ah.

2. Baiern war von «len Oestr«*ichcni erobert und verwüstet; der Churfürst, der durch den Einfluss Frankreichszum Kaiser gewählt war, starb elend ausserhalb seines Laudes, und seine Nachkommen mussten sich glücklichschätzen, es durch den F'rieden wieder zu erlangen.

3 . Der Churfürst vou Sachsen wurde für seine Ansprüche mit Gehl abgefunden.

4. Der König von Spanien erhielt Parma, Piacenza und Guastalla für sciucn Bruder Don Philipp.

5 . Der König von Preussen behielt das eroberte Schlesien.

6. Der König von Sardinien erhielt mehrere Gebietsteile im Mailündisehen.

Darnach verfuhren einige geistliche Herren in Böhmen , uud Hessen ein paar Kirchen nieder-reissen , die ohne ihre FJrlauhniss waren errichtet worden. Eine so strenge Massregel, dievon Wien aus gebilligt wurde, empörte, obwohl das Recht, das Gesetz auf ihrer Seite war.Die böhmischen Herren benutzten alsbald «lie .Stimmung derGemütlier, versammelten eigenmächtigdi«: Stände , und brachten ihre Beschwerden den kaiserlichen Rathen vor; als nun aber dieseinit FVstigkeit begegneten , w'urden sic durch die FYnster des Rathauses hinabgestürzt, undnach dieser ersten Gewalttätigkeit, welche die Schuldigen noch mit ihren Gesetzen und Rechten zuverteidigen unternahmen , entstand im ganzen Königreich ein allgemeiner Aufruhr. Bald folgteudie Lausitz , Schlesien , Mähren , und Oherostreich diesem Beispiel; umsonst bot Mathias nochden Frieden an ; er konnte ihn nicht mehr erhalten, und sein'Tod , mitten in dieser Verwickelung,übertrug an F'erdinand mit ausgedehnten Besitzungen die schwierigsten Verhältnisse.

Der Augenblick schien gekommen , das Haus 0 <*str«*ich zu zernichten , ihm wenigstens dieKaiserkrone für immer zu entziehen. Der Herzog von Baiern, den seine Mitstände zum Kaiser

No. XX. GENEALOGIE DES ÄLTERN ODER HABSBURG-OESTREICHISCIIEN HAUSES.

Gedruckt und verlegt bei J. V'eltfn, Kunst-und Musikalienhändler in (Karlsruhe, 1827.