TON DEM HISTORISCHEN GRIECHENLAND.
Mai? muss die Gescliiclite Griechenlands notwendig in zwei Abtheilungen trennen und dasMythische von dem Historischen scheiden. Auf dem Seitenrand zur Rechten findet sich einekurze Entwickelung des mythischen Theils ; und wir beschäftigen uns zuvörderst hier mit demhistorischen. Da wir uns nun auf die hervorragenden Puncte beschränken müssen , so gebenwir zuerst eine tabellarischeUebcrsieht der vier berühmtesten Republiken, die zu verschiedenenEpochen den ersten Rang in Griechenland behauptet; darauf soll ein gedrängter Auszug diemerkwürdigsten Kriege erwähnen , und endlich eine kurze Schilderung der griechischenPhilosophie diesen Theil beschliesseu.
DIE VIER BERL'EHMTEN REPUBLIKEN GRIECHENLANDS.
( y.B
Die Zeit ist nach Jahren vor Christus t
■geben. )
Namfn...
Stifter .
Verfassung
SPARTA.i5i6. Ist/cx. »ler erste' dem Namen nach be-kannte König von La-| cedamon, wild iur denStifter gehalten ; erI scheint ein F.ingeboi ner. gewesen zu sevn. Vonihtn stammen Castor,| Pollux , Helene , Clvtenmestra , berühmteNamen der Sage a
Aristocratisch.884* bveurg aus derkönigl. Familie, wirdi Gesetzgeber seines Va-I terlands, u. bringt esI zur Annahme der seit-' samstenVerfassung. Kr•reinigt alle Gewalt inI den Händen eines le-| bcnslängliclieii Senats,dessen Gesetze vomVolk angenommen oderverworfen wurden.
ATHEN.
i55^. Ceerops ,mit einer Colonie aus.Kgvpten kam,gründetein der Laudscbalt Atticadas berühmte Athen.Die Eingcbortien , diesich von Eicheln nähr-ten, lehrte er flas Landeinsaeu , und brachteden Olivenbaum mithei ulier. Auch den.treopag führte er ein.
Democratisch.
6q4- Nach Godrus ,Athens letztem Könige,bildete sich die .Stadt ineine Republik , derenVerfassung in der Folgedurch Solon Festigkeiterhielt. Kr legte diehöchste Gewalt in dasVolk ; es entschiedüber die von einem talil-reichen.Senat vorher be-rathenen Gegenstände.
Vorsteher.
Zeitpunct
IHRES GPWISTEW
GLANZES.
' Zwei erbt. Könige| und 5 jährliche Fpho-' ren od. Volksvertreter,
»den Tribunen «ler Ro*mer zu veruleichen.
Nach dem pelopotine-sisdien Kriege , da sieAthen gedrmuthigt ,Theben eingenommen,| sahen sie 8>rarus und1 die Perser sich um ihreAllianz bewerben.
Ent>t,tche.s
Schicksal.
/ 186. Sie ergab sich
(auf Gnade u. Ungnadedem Oberfeldherrn desachseischen Rundes ,Philopceinen ; dieser' aber beliandelte sie als
Iware sie mit Sturm ge-nommen worden. DieMauern wurden ge-schleift , I.vcurgs Ge-setze abgeschafft.
Die Archonten.
Anfänglich nur Kinerlebenslang!., dann auftoJ. ; später wurdensie vermehrt und nurauf Fin Jahr gewählt.
Die Zeit des persischen'Kriegs, wo die AthenerHandlungen derTajifer-keit und des Kdclmuthsvollfiihrten, die an dasWunderbare grenzen.
4o4- Die Stadt fiel ge-gen Fnde des pelopon-nesisclien Kriegs in dieGewalt des lacedaemo-tuschen Feldherrn I.\-sander ; ihre Mauernwurden niedergorissen,die Verfassung geän-dert. Sie erhob sich niewieder von diesemSchlage.
THEBEN.
t4 m 4- Cadmus kommtaus der Gegend von T v-rus mit einer phtenizi-sehen Kolonie u. grün-det Theben in Rueotien;ihre Rurg erhalt vonihm den Namen derCadineisrlien. Erbringtdie Puchstahensc)iri(tnach Griechenland..... Diese sinnreicheKunst das W ort zumalen u. zu den Au-gen zu reden.
Jfechsehul.Theben , das die un-gluekl. Schicksale desLaius, der Jocaste, desOEdip, des F.teocles u,Pol>nices in der Sageu. auf nnsern Theaternso beruhint gemacht,wird zur selben Zeit ,wie die übrigen griechi-schen Städte , eine Re.,publik , deren Formenaber vielfältigen Wech-sel erfahren.
Die Basotarchen.
Sie waren die höchsteObrigkeit von Theben;zugleich Vorsteher desbceotischen Bundes.
Zur Zeit als Pelopidasund Fpaminoiidas dieStadt vom laced.pmon.Joch befreiten, und ihrdie Oberherrschaft überdas übrige Griechen-land verschafften.
335. Alexander, gegenden sie sich empört hat-;te , nahm sie ein , liesssie schleifen und ah-brennen ; nur PindarsWohnung verschonteer ; die Einwohnerwurden verkauft.
COHINTII.
i3z6. Sisjphus warihr erster eigener Kö-nig. Früher standunter den Königen vonArgos und Mvcenae:von ihrer ersten Ge-schichte ist weit weni-jef bekannt als von derder andern drei Republikeu.
Oligarchisch.
Corintli blieb monar-chisch unter den Nkommen des Sisvplibis seine Familie iooJahre nach der Belarung Troja’s vertriebenwurde ; darauf fofdie Racchiaden , unter«lenen Korinth ropuhlFornu n annalim ; eudlieh kam die Gewalt indie llande der ältestenGeschlechter.
Die Prytanen.
Ein ari.storratischerMagistrat, der von denAlten jetles Jahr ausihrer Mitte gewähltwuide.
Zur Zeit des aeWisehen Bundes, wo diese.Stadl für die ErsteGriechenlands geltenkonnte.
146. Mnmmius nahm-.ie ein, liess sie mitFeuer zerstören undihre Mauern schleifen.Nichts kam ihren Reich-tliuinern an Metallenmul an Meisterwerkenaller Art gleich. Mitihr erlosch «ler letzteFunke griechischer Uirahlümgigkeit.
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GRIECHENLANDS MERKWUERDIGE MAGISTRATE UND GESETZGEBER.
i 5 io. Ceerops stiftet zu Athen den Areopag, einen Gerichtshof, dessen Rnhm sieh erhalten hatEr wurde mit abgetretenen Archonten besetzt, die ihr Amt würdig verwaltet hatten. Ke‘Tribunal genoss je eines grossem Rufes von \\ eisheit und Gerechtigkeit. Der Areopag wachtenoch besonders über die Sitten und über die Erziehung der Jugend ; Beredsamkeit war bei ihmverboten , die Verführung der Rede sollte vermieden werden , und seine Sitzungen waren oftzur Nachtzeit, damit auch die Geberden keinen Einfluss ausübten. Seine Aussprüche erfolgtennach einfacher Stimmenmehrheit; bei gleichen Stimmen fügte ein Unterbeamter den Ausspruchder Minerva zu Gunsten des Angeklagten bei.
149b. Amphictyon , Athens dritter König, stiftet die Versammlung der Amphictyonen, die denobersten Rath und das höchste Gericht für das verbündete Griechenland bildete. Sie bestand ausden Deputirten der verschiedenen Bundesstaaten, die jährlich zu Therinopylap znsamincntratenMinos gibt Gesetze auf der Insel Creta , die später Lycurg hei den scinigon benutzte.
8 i 5 . Lycurg gibt Sparta Gesetze von der ungewöhnlichsten und merkwürdigsten Art.
840. Phaedon , Gesetzgeber zu Corintli.
(>9.4. Dracon’s Gesetze zu Athen waren so streng , dass man von ihnen sagte , sie seyen mitBlut geschrieben.
094. Solon gibt den Athenern Gesetze, die an Berühmtheit denen des Lycurg gleiehkommen.
55 o. Zaleucus , ein Schiller des Pythagoras, gibt den Locriern in Italien Gesetze.
44b. Charondas , gleichfalls ein Schüler des Pythagoras , gibt dem neuen Sybaris , oderThurii, Gesetze.
DIE VIER OEFFENTLICHEN FESTSPIELE DER GRIECHEN.
Die olympischen Spiele wurden zu Ehren des Jupiter alle vier Jahre gefeiert.
Die pythischen Spiele alle vier Jahre zu Ehren'des Apollo.
Die isthmischen Spiele alle vier Jahre dem Neptun zu Ehren.
Die nemäischen Spiele, die Hercules gestiftet, fanden alle zwei Jahre Statt.
GRIECHENLANDS MERKWUERDIGSTK KRIEGE.
Die messenischen Kriege. — Drei Vernichtungskämpfe zwischen Sparta und Messene.
Der erste beginnt gegen das J. 74"!, dauert 20 J. u. endigt mit der Zerstörung der Burg Ithome.
Der zweite fangt 685 an , dauert 18 Jahre , endigt mit der Einnahme von Ira.
Der dritte , gegen das J. 47 -^ 1 endigt mit der gänzlichen Vertreibung der Messener aus demPeloponnes. Ungefähr 100 J. später rief sie Epaminondas zurück und baute Messene wieder auf.
KRIEG GEGEN DIE PERSER , dauert über 5 o Jahre.
Ursache. Der Ehrgeiz des Darius. Hippias, des Pisistratus Sohn, der, von Athen vertrieben,sich zu dem persischen Hofe geflüchtet hatte, regte ihn dazu auf.
BEOLBhNHEtTEN. Drei verschiedene Epochen sind iu diesem langwierigen Kriege zu unter-scheiden : Die beiden Züge des Darius und des Xerxes gegen die Griechen , und der Zug derGriechen gegen die Perser.
490. Zug des Darius. Dieser Fürst, der auch für den Ahasverus der heiligen Schrift gehaltenwird , welcher , durch die Esther belehrt , das Urtheil gegen die Juden widerrufen und dieBosheit des Haman zu Schanden gemacht, war einer der glorreichsten Monarchen Persiens,gerecht, gütig, tapfer und kriegerisch. Nachdem er aber das Reich seiner Vorgänger um Vielesvergrössert, sollte er all seinen Ruhm durch ein unseliges Geschick an den attischen Küstenscheitern sehen. Thracien und Macedonien war bezwungen, Griechenland blieb noch zu unter-werfen ; nun trieb ihn Hippias dazu , und das Benehmen der Griechen seihst reizte ihn endlichbis zur Wuth. Denn als er zwei Herolde an sie abgesehickt, um von ihnen W asser und Erde,d. h. ihre Unterwerfung , zu verlangen, Hessen die Lacedaemoner, grausam spottend, den einenlebendig begraben, den andern ertränk&i, während die Athener sogar den Dolmetscherumbringen Hessen , weil er , sagten sie, ihre Sprache mit einer solchen Rede verunreinigt habe.
Darius athmetc Rache ; er liess ein Heer von 110000 Mann , von Datis und Artaphernesbefehligt , gegen die Griechen ziehen ; die Insel Eubcea ward genommen , Eretria in Brandgesteckt und die Einwohner , in Fesseln geschlagen , wurden dem Darius geschickt. Ein gleichesSchicksal sollte das übrige Griechenland erfahren, aber ein wunderbarer Sieg rettete. Miltiadeshatte die Kühnheit, au der Spitze von 10000 Mann die persischen Massen nahe bei der denk-würdigen Feste Marathon anzugreifen ; er brachte die grösste Verwirrung unter sie und liessihnen keine andre Zuflucht, als ihre Schiffe , die sie mit Mühe noch erreichten. Hippias fiel indieser Schlacht. Erst am andern Morgen kamen die Spartaner an, ob sie gleich , um nocheinzutreffen, 4b Meilen in drei Tagen gemaciit hatten.
481. Zug des Xerxes. Er war der Sohn und Nachfolger des Darius. Erst nachdem ersieben Jahre mit ungeheuren Rüstungen zugebracht und mit den Carthagern , welche dieGriechen in Sicilieu und Italien angreifen sollten , ein Bündniss geschlossen , begann er seinenZug mit einer ganzen Nation , um die Unfälle seines Vaters zu rächen. Herodot, bei dem manUebertreibung annehmen darf, gibt die Masse, mit welcher Xerxes gegen Griechenland zuFeld zog, auf fünf Millionen an; der Weg, den sie nahmen, ist auf der Garte zu sehen. Geberden Hellespont liess Xerxes eine Schiffbrücke schlagen , wo seine Truppen , wie man erzählt,sieben volle Tag und Nächte zum Ueberziehen brauchten. Von da zog er den thracischenGhersoncs aufwärts und nahm dann, ohne Widerstand zu finden, seinen Weg durch dasKüstenland von Thracien , Macedonien und Thessalien , während ihm seine Flotte in derselbenRichtung zur See folgte und hinter dem Berg Athos durchfuhr, wo Xerxes, dem Herodot zufolge,die Tollheit gehallt, einen Ganal durchstechen zu lassen. Kr kömmt endlich an die Engpässeon Tliormopxl.'p , und hier begibt sich eines von jenen Ereignissen , die die Geschichte mitunauslöschlichen Zogen eingeschrieben hat. Leonidas mit 4 <*> Spartanern hält die ganzepersische Macht auf; erst spät fallen die Helden , inehr noch durch Verrätherei , als durchUebermacht. Jene Pforte des Berges Oeta , zwischen Meer und Gebirg, beinahe zwei Meilenlang und keine 2.5 Fuss breit, kostete die Perser mehr als 20000 .Mann.
Xerxes bricht nun in Plioci» und Bceoticn ein, er überschwemmt Attica, er kömmt nach Athen ;aber cs war verlassen. Fast die ganze Einwohnerschaft hatte , auf Aurathen des Themistoeles,den kühnen Gedanken ausgeführt, sich auf die Schiffe zu begehen ; ihre Flotte hielt in denGewässern von Salamis, Athen gegenüber , und zur seihen Stelle war auch die persische , trotzden Stürmen und den Angriffen der Griechen an der Spitze der Insel Eubcea, gekommen. Voneinem Thron herab , den man auf der Küste von Athen errichtet , gibt Xerxes das Signal zurSeeschlacht und feuert dieSeinigen durch seine Gegenwart an; 2000 Schiffe bilden seine Macht,die der Griechen kaum 38 o. Doch entscheidet sich für die Letztem der Sieg , ein vollständigerSieg, der ihnen unvergänglichen Ruhm brachte. Sie zerstörten dein Feinde mehr als 2ooSchiffc;Eurihiades der Lacedaemouer führte sie an , Aristides war unter ihnen ; doch der Held desTages blieb Themistoeles.
Xerxes glaubte sich nach diesem Unfall nicht mehr sicher ; er eilte nach seinen Staat enfzurück , nachdem er 35 oooo Perser unter den Befehlen des Mardonitis in Griechenlandgelassen. Er, der vor Kurzem noch den Hellespont mit seinen Schiffen bedeckt hatte , warglücklich ein kleines Boot zur Ueberfahrt zu finden.
Mardonius war nicht glücklicher als sein König. Ihn besiegte in den Ebenen von Plataea inBoeotien der berühmte Pausanias ; sein Heer ward vernichtet, er seihst getödtet. Ja dieselbeSonne leuchtete noch über einen zweiten , nicht minder glänzenden Sieg ; denn am nämlichenTage ward die persische Flotte bei Mycaie vom Leotychides geschlagen.
Zug der Griechen gegen die Perser. Die Unfälle der Perser und ihre eigenen Siege machtennun die Griechen zum angreifenden Theil. Sie durchziehen die Inseln des Aegaeischen Meeres
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43 r. DER PELOPONNESISCHE KRIEG, von Thucydide-s beschrieben , dauert 27 JahreUrsachen. Auf der einen Seite das empörende Betragen der Athener, die sich bei der angemasstenOberherrschaft über das übrige Griechenland mit Uebermuth und Harte benahmen , auf der anderndie Eifersucht Sparta’s und vieler andern griechischen Städte, die diesen Vorrang oder dieses Jochnur mit Ungeduld trugen. Zum besondern Vorwand musste ein Streit zwischen Corintli und einervon ihren Kolonien , Coreyra , dienen , der das Signal zum allgemeinen Kriege ward. Ein so kleinerFunke setzte ganz Griechenland in Flammen, die 27 Jahre hindurch loderten.
Alles nahm in diesem schrecklichen Kampfe für Athen oder für Sparta Parthei , und zwar sodass alle Landmacht sich für dieses erklärte , die Seestädte dagegen auf die Seite der Athener traten.
die Küsten Thraciens und Jonicns , und zerbrechen das persische Joch in diesen Landern. jAber eben diese Scheidung in zwei streitende Kräfte von so ungleicher Natur musste den Krieg inPausanias, Themistoeles, und vor Allen Gimon , versetzen den Persern tödtliche Streiche. Der/die Länge ziehen , und gab ihm einen mehr zerstörenden als blutigen Gharakler. Sparta bedrohte
Letztere, mit einer viel schwachem Seemacht, schlagt die persische am Ausfluss des KuryraedonÄAthen mit seiner ganzen Uebermacht zu Lande, verheerte die (»egend und hielt die Einwohnerlandet darauf im Angesicht ihres Heeres , greift sie an , durchbricht ihre Schlachtordnung, in ihren Mauern eingeschlosseii ; die Athener aber nahmen Rache dafür, indem sie mit ihren‘ ’ * ~ T durch den doppelten Sieg zu Wasser und zu Land an Schiffen Verderheu nach Sparta sandten und so den Feind zur Vertheiiligung der eigenen Heimath
zerstreut sie und macht seinen Namen
Einem Tage , unsterblich.
Des unglücklichen Krieges müde, schliesst endlich Artaxerxes einen Frieden, der dem Ruhmeder Griechen die Krone aufsetzt. Ihm zufolge sollten alle Städte Kleinasiens frei seyn , kepersische» Schiff durfte sich im Aegaeischen Meere zeigen , und ihre Truppen seihst sollten dreiTagereisen w’eit von der Küste entfernt bleiben.
W onn w ir uns bei dem persischen Kriege länger verweilt haben , so geschah es , weil er denZeitpunkt von Griechenlands höchstem Glanze bezeichnet. Nie warf Hella’» Licht herrlichere
zurückzueilen nöthigten. Verheerende Krankheiten, die mehrmals während de» Krieges ausbrachen.häuften das Elend der unglücklichen Länder.
Unter den unzähligen 'Treffen und vielen Unternehmungen , die den Zeitraum dieses furchtbarenKampfes anfüllen, sind besonders mehrere hartnäckige Belagerungen und entscheidende Schlachtenbemerkenswert!» ; grosse Männer haben sich dabei hervorgethau.
Kriegsthaten. Die Einnahme der Insel Sphacteria , Pylos gegenüber. Hier hatten die Athener dieschönste Gelegenheit, einen günstigen Frieden zu schliessen , den ihnen die Spartaner wiederholt
Strahlen ; ausserordentliche 'I baten drängen sieh , es ist ein Reichthum an grossen Männern J anboten , weil sie die Ihrigen, die auf der Insel eingesehlosseti waren , gern gerettet hatten,und mit jedem Schritte stösst man auf Züge von Heldenmuth , Seelengrösse und Aufopferung. I f Die Fortsetzung siehe uuj der vorletzten Columne zur Rechten. J
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DIE ROEMER UND DIE
BEMERKUNGEN UEBER DIE GESCHICHTE GRIECHENLANDSf GRIECHEN , EINE PARALLELE.
Der Geschichte der Griechen gebührt unter allen der erste Platz: sie ist die merkwürdigste, dennsie enthält die ersten Naehriehteu von allen alten Völkern und die ersten Grundlagen von allenmenschlichen Kenntnissen. Poesie, Gesetzgebung, Geschichtschreibung, Moral, guten Geschmack,Künste und W issensrhaften , Alles verdanken wir diesem Volke , und es muss Erstaunen erregendass die ersten W erke , die es in jeder Gattung geliefert hat, noch immer als beinah unerreichbareMuster gelten. Soll man nun den Grund dieser unauslöschlichen Vorzüge in dem übernatürlichenGenius der Verfasser oder in der hohen Aufklärung ihres Zeitalters suchen, oder hätten ihnen nochfrühere Jahrhunderte grösserer Vollkommenheit als Führer gedient ? Wer mag es entscheiden ~Gewiss ist es aber, dass, trotz eines Alters von mehr als 2000 Jahren , und bei dem reichenVermäehtniss so vieler Jahrhunderte, Homer und Herodot , Solon und Socrates unsre besten Quellenund unsre vollkommensten Muster geblieben sind.
Ausser den politischen Begebenheiten der eigentlichen Partieulargeschiehte des griechischenVolkes finden wir liier auch im Allgemeinen die Geschichte der Gesetzgebung, der Philosophie.der schönen Künste, mit Einem W orte, die Geschichte des menschlichen Geistes, der geistigenKräfte überhaupt.
Keine von beiden haben wir jedoch aus der Feder eines Griechen vollständig erhalten ; sey esnun , dass niemals ein solches Werk zu Stande gekommen , oder dass die Verwüstungen der Zeituns darum gebracht; was wir wissen , verdanken wir theils einzelnen Originalfragmonte» , theilsspätem Gitationen und hauptsächlich unsern neuern Bemühungen , denen es gelungen ist, aus deneinzelnen zerstreuten Materialien ein zusammenhängendes Ganzes zu bilden.
W eder Raum noch Plan gestatten uns übrigens, hier die Ausführung der einen oder der anderndieser Geschichten zu versuchen. Da es nur unsre Absicht ist, dein Gedächtnis« oder dem erstenStudium zu Hülfe zu kommen , so müssen wir uns vielmehr mit einfachen Andeutungen begnügen.In Bezug auf die Geschichte der Philosophie wird inan solche in der zweiten Hälfte des Seitenrandeszur Rechten finden ; was die politische Geschichte betrifft, so sind die Hauplbegehcnlieiten in einerbesondern Golunine der ersten Tafel dieses W erkes chronologisch aiifgeiührt, w o wir auch folgendevier Lebensalter Griechenlands für das Arge herausgestellt haben.
r. Seine Kindheit. Durch die Gründung der ersten Städte, und durch unzählige Sagen bezeichnet,He über seiner W iege schwellen.
2. Sein Jünglingsalter, wo es unter berühmten Gesetzgebungen seine Kräfte entwickelt, und derAufschwung des griechischen Genius vorbereitet wird.
3 . Seiu Mannesalter, reich an den herrlichsten W affenthaten , den grössten Gharaktern , denedelsten Tugenden , blühend durch die schönsten Geister , die glänzendsten Künstler , deren sichirgend eine Geschichte rühmen könnte. Es ist der persische Krieg mit »einen ausserordentlichenBegebenheiten , der Staunen erregende Rückzug der Zehntausend , die ungeheure Expedition desAlexander und die Menge von grossen Männern , die diese Unternehmen geleitet, die sie s erewigthaben ; es ist jenes Zeitalter ohne Gleichen, das die Geschichte unter dem Namen des Perieles unddes Alexander aufgezeichnet hat. Kein anderes aus der Zeit der Griechen hat eine solche Fülle tonGlanz auf einmal geworfen; nahe gekommen sind ihm seitdem sehr wenige, keines hat es jeübertroffen.
4. Endlich sein Greisenalter. Eine unvermeidliche Folge von dem Missbrauch seiner schönenahre, der es mit schnellen Schritten seiner Hinfälligkeit, seiner Auflösung u. gänzlichen Vernichtung
zulührt. Es ist der Gang, den nicht blos die griechische, den die Geschichte aller Nationen nimmt.Vergehens erwartet mau Dauer , wo die Keime der Zerstörung gelegt sind , und es gibt keineewige Jugend für die Nationen , wenn sie nicht Tugend und Sittlichkeit in der Brust ihrer Bürgeraufrecht erhalten können.
So wie einmal die Griechen , trunken von ihrem Glücke, im Schoosse des Ruhms und derReichthüiner schwelgend , sich von den Gesetzen und Nationalsitten entfernt hatten , die den Grundzu ihren Siegen gelegt, sobald sie allen Lastern zugänglich wurden , die im Gefolge ihres neuenZustandes kamen , alterten sie , gingen raseli abwärts und waren bald verschwunden.
So sehen w ir denn , dass Alter und Schicksale der Nationen , Kraft, Glück , Unfälle u. Versinkender Völker nicht die Wirkung eine» blinden Verhängnisses, dass sie vielmehr die nothwendigeFolge eines guten oder schlechten Gebrauchs jener sittlichen und Verminftkrälte sind , die ihnendie Vorsehung geschenkt hat. Diese unuiiistössHehe Wahrheit allein wäre schon hinreichend, dieganze Wichtigkeit des Studiums der Geschichte darzuthun , indem wir daraus die grosse, heilsameLehre gewinnen , dass , so wie das Gluck und das Ansehen eines einzelnen Bürgers nur durch einegetreue Hebung des Guten gesichert wird , so auch allein die öffentlichen Tugenden , die nichtsandres als die Masse der Privattugenden sind , den Ruhm und die Dauer der Reiche verbürgen,dass daher die grösste und dringendste Sorge des Gesetzgebers seyn müsse , häusliche Tugend undNationalsten zu begründen.
W ir wollen nun hier mit einer flüchtigen Parallele zwischen Rom und Griechenland schliessen,die dazu dienen mag, den (»eist dieser beiden Volker und ihrer Geschichte leichter aufzufassen.
Die Griechen theilten sieh in so verschiedene und abgetrennte Stämme , dass sie eigentlich alseben so viele besondre Völkerschaften zu betrachten sind ; die Römer im Gegentheil bildeten vomAnfang an nur Ein Volk, ja nur Eine Familie. Daher hatten denn auch die Streitigkeiten derersten unter sich oft die schrecklichsten Bürgerkriege zur Folge, während dieinnern Zwistigkeitender Römer eigentlich mehr mit häuslichen Zänkereien zu vergleichen sind, die immer , sobald derFremde erschien, verffchwanden.
Durst nach Eroberung, Herrsehbegierde, lag bei den Griechen nur im Gefühle, bei den Römernim System ; bei den Einen war Liebe zum Vaterlande, Aufopferung für seinen Ruhm, unterwürfigeKrduldung seiner Ungerechtigkeiten selbst, nur ein Ausfluss individueller Neigung , persönlicherTugenden ; bei den Andern war es heilige Pflicht, ein wahrer Gottesdienst. Auch weiss man nurvon einem Goriolan unter den Römern , der das Unglück hatte, gegen sein Vaterland zu kämpfen ,da inan bei den Griechen dieses Verbrechen häufig antrifft. Diese waren leicht geneigt , unterfremden Fahnen zu dienen , nie hat ein Römer sich dazu herabgelassen ; Eitelkeit lag in demNationalgefühl der Griechen ; Stolz und Hochsinn in dem der Römer.
Die grossen Männer, die hohen Gharaktere Griechenlands waren mehr das Werk der Natur;in Rom gingen sie mehr aus den Staatseinriclitungen hervor ; dort waren es die Menschen , dieihre Farbe auf die Regierung übertrugen , hier im Gegentheil war es die Regierung, die dieMenschen bildete. Daher rührt es denn auch , beim Lesen dieser beiden Geschichten , dass mansich in der griechischen für die Personen begeistert fühlt, während man in der romischeu für dieGrundsätze leidenschaftlich eingenommen wird, was eine Klippe für uns seyn könnte, da wizum Theil nach ganz entgegengesetzten zu handeln haben. (Siehe No. 7.)
Die Griechen widmeten sieh den Künsten und überliessen sieh den Annehmlichkeiten , demReize des Lebens; sie hatten festliche Spiele und wetteiferten unter »ich um Siegerkränze. Zu Romkannte man keine Beschäftigung , als nach Aussen siegen , im Innern verwalten ; Triumjihe feiernwar das einzige Streben.
So beweglich und leichtsinnig die Griechen waren , so viel Ernst und Strenge ist dagegen bei denRömern zu finden ; bei jenen mehr Gewandtheit, bei diesen mehr Kraft, dort mehr Scharfsinn ,liier mehr Tiefe. Die Griechen mussten im geselligen Umgänge des Lebens gefallen und unwider-stehlich einnehinen ; aber die Römer waren dazu geschaffen , zu unterwerfen und zu gebieten.
Erwägt man nun diese kurze Gharakteristik genau , so wird inan vielleicht zur l.eberzeugnnggelangen , dass die neuern Völker Europa’» wohl in manchen Stücken an die Griechen erinnern ,von dem römischen Gharakter aller nirgends etwas an/.ntreffen sev.
Damit es übrigens unsrer Parallele nicht an strenger \\ nhrheit fehle , müssen wir nocl» auf einebesondre Erscheinung aufmerksam machen : dass nämlich in dem grossen Gemälde des griechischenVolkes seitwärts eine düstre, ernste Stelle, ganz im römischen Golorit, das strenge Sparta , hervor-tritt , so wie uns dagegen bei Rom die Grazie, der gute Geschmack , alles Reizende und Geistreiche,die verderblichen Laster und die liebenswürdigen Felder der Griechen überraschen , die au demäussersteu Ende des Bildes , im letzten Jahrhundert der Republik , sichtbar werden.
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DAS ALTE GRIECHENLAND
MIT SEINEN; ABTHEILUNGEN'zum Verstandnii's seiner fabelliaften sowohl alsseiner historischen Zeit eino'erirhtet.
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NEUE ANSICHT UEBER DIE ERSTEN ZEITEN GRIECHENLANDS.
Nichts nimmt die Aufmerksamkeit mehr in Anspruch, als die Bemühungen eines Gelehrten,dessen Einsichten und Forschungen es gelingt, eine neue Lehre zu begründen , insofern dieReligion , die Moral oder andre dem gemeinen Besten erspriessliehe Meinungen davonunangetastet bleiben ; nichts ist merkwürdiger , als den kunstreichen Gang des Geistes zuverfolgen , wie er von den ersten Sätzen , die er feststellt, durch eine Reihe von Folgerungenendlich zu seinem Ziele gelangt. — Ein solches Interesse gewähren die Forschungen des HerrnPetit-Railel. Da ihm die vieldeutigen Sagen und die widersprechenden Erklärungen nichtgenügten, die bisher überden Ursprung der Griechen im Gange waren , widmete er sein Lebeneiner befriedigenden Lösung dieser Frage , und nachdem er zehn Jahre an Ort und Stelle mitscharfsinnigen Untersuchungen zugebraeht, gab er den Anstoss zu einer neuen Lehre, die alsgeschichtliche Wahrheit feststellt, was man bisher nur als eine Ungewissheit der Dichtung zubetrachten pflegte. Bei den Steinen seihst hat sieh Hr. Petit-Radel erkundigt, die unverkennbaren
Ueberreste von mehr als i: 3 o Burgen des Alterthums, auf welche die griechischen und römischenSchriftsteller nicht achteten , hat er aufgesnoht und verglichen. Seine Betrachtungen überihre Gestalt und Constrmtion und seine sinnreichen Verknüpfungen machten es ihm klar, dassder Lrsprong und der Gebrauch der cyclopischen Bauart ausschliesslich den ersten ZeitenGriechenlands und den pelasgischen Golonien angehöre , und so baute nun Herr Petit-Radelauf die noch bestehenden Mauern der Vrstüdte seihst die historische Gewissheit ihrer erstenEntstehung , die man früher nur für mythisch oder w enigstens für zweifelhaft gehalten hatte.
Mehrere Gelehrte haben später die Reise nach Italien und Griechenland gemacht, um dieIdeen des Herrn Petit-Radel einer Prüfung zu unterwerfen ; sie haben die Richtigkeit davonbestätigt und die Docmnente bekannt gemacht; aber dem Urheber der Hauptidee gebührt es,die zahlreichen Materialien für diese grosse Frage zu verbinden , die von Andern erst nachihm oberflächlich berührt worden, und man sieht desshalb mit Ungeduld seiner Arbeit entgegen.
GEOGRAPHISCHE BESCHREIBUNG DES ALTEN GRIECHENLANDS , MERKWl ERDIGE STÄDTE, FLUESSE , BERGE etc.
Länder.
1. Epirusund ein Theil vonIli.yiuen’.
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i der 1. Nam
Hist
(IRISCHE
Andeutungen.Neoptolemns, des Achilles Sohn , und nach ihmder berühmte P\ rrhns etc., haben dem Lande einenamen gemacht. Es war von verschiedenen Völ-kerschaften , von den Molossern , Thcsprotern,Chaonern etc., bewohnt.
Merkwürdige Städte und Orte.
Buthrotum , Wohnort des berühmten Pvrrhus.
Ambracia , dessen Namen der nahgelegcne Meerbusen führte.Xicopolis , von Angnstus iu Ehren der Schlacht bei Aetiuni erbaut.Appolloni t, dt» roh Schulen und Cultur der Wissenschaften berühmt.Dyrrhachium , Ueherfahrtsort von Griechenland nach Italien.
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2. Macedonien.
r- c 1 ^ 1 1 •*- r »• , ./ Edessa, Hauptstadt und Begrabnissort der Könige.
Es führte lan^o den Namen Emathia , und ward b , , ,
l , Peua , wo sieh Alexanderautliielt. hunpides ist dort begraben.
Phalanx, und seiu Sohn, der unsterblieheAlexaudcr,Italien das Land verherrlicht.
3. Thessalien.
I DerSi| Pelias, J
Der Schauplatz der Sagengesohiohten von Aeson,, Jason und Medea.
In dem südlichen Theile wohnten die DolopenI und Myrmidonen , die Achilles zur Belageruug vonTroja führte.
4.Das eigentlicheGriechenland.
erst spat als ein I heil von Griechenland betrachtet. | u, lllfcif „ », , \ . .
iv 1 »1 .v/> 1 . , 1 ihessnlonice; Stamm , (»efturtsstaut des Aristoteles; Amvhwohs.
Die inaeedomseheii Pferde waren besonders ee- ) , 6 c 1,1 /• • 1 1 , ... * f .
. . . . -| , cir 1 1 •, ” ( Olynthus, zum grossenSrlirei ken d. Griechen durch Philipp eingen.
batzt. Philippus , der .Sehopfer des berühmten 1 ,d , . • n ' b
.li!.. «..1... ....1— I rotidaa , (Wh seine Bfllgerung und /.ersinn,ng lierulmif.
Pydna , durch die Niederlage berühmt, die dem macedonisehenReich ein Ende machte.
Larissa , Geburtsort des Achilles.
Pharsalus, wo das Schicksal der W eit zwischen Cäsar und Pompejusentschieden worden.
Magnesia, wo der Sturm einen Theil der Flotte des Xerxes zerstörte. ^Lamia , berühmt durch d’n lamischen Krieg.
Demetrias ,von Demetrius Polioreetes gegründet.
Actium, wo sieh das Schicksal der römischen Welt entschied.Calydon, durch den calyd- Eber bekannt, den Meleager tödtete.Yaupactus ; Elatea ; Delfti t wo das berühmte Orakel.
Theben , durch Alexander zerstört ; Platten , durch den Sieg desPausanias, Leuctra , durch den des Epaminondas , Cha-mnea,durch den Sieg des Philippus berühmt, derihm ganz Griechenlandunterwarf; Orchomenos, wo Sulla das Heerdes Mithridates schlug;Aulis y wo Agamemnon seine Tochter Iphigenie opferte.
Athen , die berühmteste Stadt von ganz Griechenland ; Marathon ,durch den Sieg desMilüades , Eleusis , durch seine Mysterienberühmt.
Flüsse , Berge etc.
Der Cocytus und der Acheronlieble in der Mvthe berühmt, diezwei Höllenflüsse daran» machte.Der Eichenwald von Dodona.
Der Axius, der Erigon, der Stryinon und der Haliaemon.
Der Berg Athos, du reli das fabel-hafte Unternehmen des Xerxes be-kannt.
Dieses Land bestand ans acht Landschaften :Acarnania ; Aetolia , durch den Widerstand go-I gen die Römer berühmt; Locris ; Doris , woherdie dorische Säulenordnung, die älteste in der Bau-kunst; Phocis , durch den heiligen Krieg berühmt,l dessen Opfer die Phocier wurden ; ßtrolia, dessenEinwohnern unterden Griechen am wenigsten (»eistzngesehrieben wurde ; Megaris , und Attica , dieberühmteste Gegend iu der griechischen Geschichte.
5. Der Peloponnes/
Der Peneus, nahe bei dem ThalTempo.
Die Gebirge Olympus , Ossa,Pelion , Pindus und Oeta , mit denEngpässen von Tliermopylax
Der Aehelous, der Evenns, derCephissus, der See Copais.
DieHippoerene, der Permcssns.Die Berge Parnassus und Hclieon ,das Gebiet der Musen.
Der Cytheron, wo ()edipus aus-gesetzt war; der Berg Pentelicon,durch seinen Marmor , und derH) rnettus, durch vorzüglichen Ho-nig berühmt; die Höhle des Tro-^phoiiius.
Dieses Land war aus der Halbinsel gebildet, die j Corintkus , wegen seiner Lage das Auge v. Griechenland genannt, j Der Alpheus, in der Mythe durchdurch eine kaum einige Stunden breite Landenge, / Sicyon, durch seineSelmlen der Malerei u. Bildhauerkunst berühmt,den damaligen Isthmus von Corintli, mildem festen 1 Elis t Hauptstadt von EÜL durclj die Spiele geheiligt.
Lande zu.xammenhüngt. Es bestand aus acht Land-l Olympia , durch die oljnipischen Spiele unsterblich.
Mantinea »durch die beiden über Lacedaernon erfochtenen Siege desEpaminondas u. des I‘liilopa»inen berühmt; MegalopnlLs, auf denRath des Epaminondas erbaut; Argt.s, wo Pvrrhus getödtet wor-den ; Mycentc, von Pcrsfiis gegründet; Kpidaurus, dein Aesculapgeweiht; Ttxezen, dun'liden 3 oddesHippohtberühmt; Messene;
Ithome ; Pylos, wo Nestar regierte. Die unsterbliche Sparta oder
...... ............. ...... h w.,, Laled.emon ; Helos, dessen Einwohner von Sparta zu Sclaven
\itnd Laconia , wo das merkwürdige Sparta glänzte. \ gemacht wurden.
In dem jonischen Meere , westlich. In dem jec».EtscHEN Mf.erb , östlich.
Corcyra , eine Golonie von Coriuth , von Homer / Samothrace, durch ihre Mv sterien berühmt.
/ Lemnos, , wo, den Dichtern zufolge, Vulean und die Cyelopenwohnten.
schäften : Corinthia , die den Peloponnes mit (»ric- 1elienland verband; Sicyonia, von demeorintliisehen JBusen bespült; Achaia, durch den ach.Tisehen Bund\berühmt; Elis , die heilige Landschaft; Arcadia , Jfrüher Pelasgia , durch ihre Schäfer bekannt ; Ar-\grdis, durch Atreus, Agamemnon etc. berühmt;!Messenia, der Schauplatz von drei blutigen Kriegen, I
G. Die Inseln.
die Insel der Phaeaeer genannt.
Leucadia , wo sieh die unglücklich Liebenden ,um ihren Leiden ein Ende zu machen , von demsenkrechten Vorgebirge ins Meer herabstürzten.Cephallonia ; Ithaca , Vaterland des Ulysses , durchdie Gesänge des Homer verewigt; Zacynthus y dieStrophaden, den Dichtern zufolge von den Harpyen f
seine Liebcsverbindung mit derArethnsa berühmt; der Styx , einHöllenfluss ; der Eurotas.
Der Berg Mamalns, durch seineSchäfer, der Erynianthus, durchden Eher berühmt; die Berge Tay -getus und Ithome.
Der See Sty mphalus, durch seineVögel, der See Lerna, durch seineSelilange, mid das Gebirg Nemea.\ durch den Löwen berühmt.
An den Küsten Asiens.
Scyros , w egen ihres schönen Marmors merkwürdig.
Eubcea, die beinahe mit dem kestlande zusamincuhängtSabimin , durch den Seeweg des riiemistocles über die Perserberühmt.
Aegina, nah an der Küste von Argolis in dem Saronischen Busen.(N. B. Die folgenden gehören zu den Cyeladen oder Girkel-«Inseln, die wegen ihrer Lage um Delos so hiessen.)
Andros , reich an köstlicien k rächten , merkwürdig durch ihrenBaeehnsdienst. Am Tag® es Fest» nahm eine berühmte Quelle
den Geschmack des Wems an.
Delos, vor den übrigen l>eru imt durch die Geburt und das Orakel»uni des Apollo. ,
des Jupiter , die Herrschaft und die Gesetze des Naxos, die grösste unter en Lvcladcn, wo Bacchus die verlasseneMinos , durch das Labyrinth etc. berühmt. ^ Ariadne antraf; Faros, nreh den schönsten Marmor berühmt.
bewohnt.
In dem cretischen Meere ,
SÜDÖSTLICH.
Cythera , durch den Venusdienst berühmt.
Creta , die grösste der Inseln , durch die Geburt
Tenedos , hinter der sieh dieGriechen verbargen, um Troja zuüberfallen.
Lesbos , durch die Sappho be-rühmt; Chios, für Homers Vater-land gehalten ; Samos, Vaterlanddes Pythagoras ; Cos , Vaterlanddes Hippoerates und des Apollos ;Rhodus , durch seinen Goloss be-rühmt; Cyprus, durch den Venus-dienst merkwürdig ; diese Göttinwurde besonders iu den beidenStädten der Insel , Paplios undAmatlius, verehrt.
Fortsetzung der zweiten Columne zur Unken : PELOPONNESISCHER KRIEG.
Die Belagerung von Potidtea. Es ergab sich den Athenern endlich naeli dreijährigem Widerstand.Seine Bewohner wurden vertrieben und die Stadt mit Athenern bevölkert.
Die Belagerung von Amphipolis. Der Spartaner Brasidas nahm es ein und ward Schuld an derVerbannung des Geschichtschreibers Thucydides , den die Athener dieser Stadt zu Hülfe geschickthatten. Als der unvorsichtige und eitle Cleon cs unternahm, sie wieder zu erobern , kam er aufder Flucht vor den Belagerten um, die einen Ausfall machten; aber auch der Anführer dieser, dertapfere Brasidas, fiel mitten im Siege.
Die Expedition nach Sh-ilien. Alcibiadcs überredete die Athener dazu; vergebens warnte der weiseNicias. Die beste Auswahl von Schiffen , Seeleuten und Soldaten ward dazu bestimmt; die Haupt-anführer waren Nicias und Demosthenes. Sie richteten ihre ganze Kraft auf Syracus; durch seinenWiderstand gewann aber der Laccdaeinoner Gylippus Zeit, ihr zu Hülfe zu kommen, und dasUnternehmen endete schrecklich für die Athener. Ihre Flotte ging zu Grunde, die Landmacht,geschlagen und eingesehlosscu , musste sieh ergeben, die Soldaten wurden zu Sclaven gemacht. Sofurchtbar war dieser Schlag, dass sieh die Athener nie wieder völlig davon erhoben. Athens Ruhmund Grösse, sagt Gieero, hat in dem Hafen von Svracus Schifibruch gelitten.
Die Seeschlacht bei den Arginusen , wo die Athener über den Lacedamumer Callieratidas siegen ,der , obgleich viel schwächer, sich doch aus falschem Ehrgefühle ins Gefecht einlässt, und darinumkoinmt. Die Athener verurtheilten ihre acht Feldherren zum Tode, weil sie ihre Erschlagenennicht hatten beerdigen lassen.
Die Seeschlacht bei Aegns- Potamos , wo Lysander durch List die athenische Flotte zu Grunderichtet, die Feldherren gefangen nimmt, das Lager plündert, und durch den vollständigsten Siegzu W asscr und zu Lande den Ausgang des Kriegs entscheidet. Von 180 Segeln kam nur ein einzigesnach Athen zurück.
Die Einnahme von Athen. Nach dem Siege bei Aegos - Potamos belagerte L^ sander Athender Seeseite , während die laoediemonisehen Könige es zu Lande drängten. Durch Hunger aufsAeusserste gebracht, musste die unglückliche Stadt endlich die Grossmuth des Siegers aufleheu,der ihre Mauern niederreissen, den Hafen zerstören liess, ihre Verfassung änderte, sie ihrer Flotteberaubte und in einen Zustand gänzlicher Abhängigkeit versetzte.
Grosse M.enner. Perieles , der berühmten Aspasia Gemahl, ein Schüler des Anaxagoras, dervon seiner Lehre den Beinamen JVS? (der Geist) erhalten Gatte. Perieles , aus einem berühmten(»eselilechte, war einer der glänzendsten Geister, die je zu Athen geherrscht. W enn seine Züge undStimme schon viel an den Pisistratus erinnerten , so glich er ihm noch mehr in der Gewalt, die erüber die Athener ausübte. Nicht mit den Waffen, sondern durch die Macht seines Geistes und durchden Zauber seiner Beredsamkeit, wusste er fast sein ganzes Leben hindurch die Herrschaft zu erhalten.Die Knust, die Menge zu bändigen , zu überreden und liinzureissen , hat Keiner je weiter getrieben,uud man pflegte daher von ihm zu sagen, der oberste der Götter habe ihm seine Blitze und Donnerkeileanvertraut, oder auch, die Göttin der Beredsamkeit mit all ihren Reizen wohne auf seinen Lippen.Perieles verdrängte den Gimon aus der Volksgunst, oder war wenigstens sein nächster Nachfolger,und er blieb um so fester in ihrem Besitze, da er Athen mit den Meisterwerken der Kunst füllteund die Reichthüiner der Republik durch Freigebigkeiten und Feste unter die Menge kommen liess.Es war eine Herrschaft der schönen Künste , die sieh durch ihn auf den höchsten Grad derVollkommenheit erhoben. Seine Verlegenheit, Rechnung abzulcgen , und die Hoffnung , seinAnsehen zu erhalten, bewogen ihn , die Athener iu den peloponnesischcn Krieg zu stürzen , derihnen so verderblich geworden. Perieles selbst wurde gleich iu den ersteu Feldzügen vou der Pestweggerafft.
Alcibiades, ein Schüler des Socrates , war einer der ausserordcntlichsten Männer des Alterthums.Seiu Gharakter enthält die sonderbarste Mischung von allen Tugenden und allen Fehlern , so dasser bald als der Held , bald als die Geisel seine« Vaterlandes erscheint. Zwei Leidenschaftenbewegten ihn : der Durst zu herrschen und die Sucht zu gefallen , und durch die letzte vorzüglichgelang es ihm , die erste zu befriedigen. Mit schönen Gesichtszügen , mit einem bezauberndenAeussern verband er eine seltene Kraft des Geistes und alle Reize der Beredsamkeit; man liebteseinen Mnth , man bewunderte seine Grazie , nicht» konnte ihm widerstehen ; sogar seine Fehler,die er »ich weder zu heucheln noch zu verbergen die Mühe nahm, wurden entschuldigt, und selbstwenn er verurtheilt werden musste, konnte man nicht lange von ihm lassen. Ein Vers des Aristophanesbezeichnet diese Stimmung des Volkes : «« Es hasst ihn und vermag es nicht Um zu entbehren. » Biszur Magie trieb Alcibiades die Kunst, alle Herzen und Stimmen zu gewinnen, indem er eineBiegsamkeit des Charakters u. der Sitten entfaltete, die man seitdem nicht aufgehört hat aiizuführen.In Athen gefiel er durch Grazie und leichtes Wesen , in Sparta durch Enthaltsamkeit, in Thraeicudurch Ausschweifung, in Asien endlich durch Pracht u. Herrlichkeit. Er war es , der die Expeditionnach Sieilien veranlasste , und wäre ihm die Ausführung geblieben , wer weiss , welchen Ausgangdie Sache genommen hätte. Aber seine Mitbürger riefen ihn ah, und da er ihr Urtheil scheute,giug er zu den Verbündeten über und w ard die Seele vou all ihren glücklichen Erfolgen. Sein\ aterland , am Rande des Verderbens , rief ihn endlich zurück , und nun setzte er seinen Ruhmdarein , nur als Sieger wieder zu erscheinen. Er begibt sich zum Heere, schlägt die Feinde zuV\ asser und zu Lande , bringt die Sache Athens in guten Stand und zieht nun erst, mit Lorberubedeckt, in seine Vaterstadt wieder ein. Zum zweitenmale verbannt wendet er sieh aufs neue demInteresse der Perser zu. Aber Freunde und Feinde , gleich besorgt über das , was dieser Mannvermochte, vereinigten sieh, ihn zu verderben. Mörder legten des Nachts Feuer an das Haus,wohin ersieh zurückgezogen hatte, und durchbohrten ihn mit Pfeilen, da er hcrauseilte, sieh zu retten.
At das. Ein Feldherr vou viel Tapferkeit u. Erfahrung, aber schüchtern , langsam u. unschlüssig,(»egen seinen eigenen Rath und W illen musste er mit Demosthenes, einem Feldherrn , der mit demlieruhmten Redner nicht zu verwechseln ist, die Expedition nach Sieilien anführen. Beide kamendabei gi'grn Treue und Völkerrecht durch die Sieger um , die sie hinrieliten liessen.
Conon, Anführer der athen. Flotte; mit seinem Namen verbinden sieh grosse Siegen, grosse Unfälle.
Brasidas , Gylippus und Callieratidas , auf der Seite der Laecdaemoner, entwickelten grosseTalente , und ihre Thatcn würden noch glänzender erscheinen , wenn nicht Lysanders Siege Alle«überstrahlt iiätten. Dieser überschüttete sein Vaterland mit Ruhm ; aber auch mit Unglück, da erdie Reichthünier in seinen Schoos einführte. Die Beute von Athen rächte die Gebeugte mir zu sehrau der siegreichen Nebenbuhlerin ; sie ward für Sparta das vergiftete Gewand des Nessus.
VON" DEM MYTHISCHEN GRIECHENLAND.
Unter allen Ländern des Alterthums, deren Andenken auf uns gekommen , ist keines mit mehr Recht berühmtgeworden, als Griechenland. Seine Geschichte ist eine Geschichte von Göttern, Heroen und grosseu Männern;durch die Griechen haben wir von den Nationen Keiintoiss erhalten , die vor ihnen oder gleichzeitig mit ihnenbestanden , und die ununterbrochene Kette unsrer Künste und Wissenschaften führt auf dieses Volk zurück ; denn esstrahlte schon im herrlichsten Glanze, als noch beinahe die ganze übrige Welt in Unwissenheit und Barbarei versuukenlag. Eben daher bleibt uns denn auch , obgleich durch Jahrhunderte und durch viele Revolutionen von Griechenlandsschönen Tagen getrennt, sein Andenken immer gegenwärtig, immer theuer, und es ist eine wahre Wonne für unsernGeist, aus seiner Geschichte Nahrung zu ziehen. Ein solches Land verdiente wohl eiueeigene Karte; die wir liier liefern,zeigt seine Grenzen, Abtheilungen, Flüsse und Berge und alle merkwürdigen Punkte. Seine Annalen haben wir nachden mythischen und nach den historischen Gegenständen abgetheilt. Das Geschichtliche ist bereits zur Linkenentwickelt ; hier nun Einiges von seinen Mythen.
DIE HAUPTGOTTHEITEN DER HEIDNISCHEN WELT
Jupiter, der oberste der Götter, war ein Sohn des Sajum ; Juno war seine Gemahlin.
Neptun, ein Bruder des Jupiter, der Gott der Meere, war mit Amphitrite vermählt.
Pluto, ein Bruder des Jupiter, der Gott der Unterwelt; Proserpina , die Tochter der Ceres, war seine Gemahlin.
Mars, der Gott des Kriegs. Bellona w r ar seine Schwester, Schreck und Furcht seine Söhne.
Minerva oder Pallas, aus dem Haupte des Jupiter entsprungen, die Göttin der Weisheit , der Künste und des Kriegs.Venus, die Göttin der Liebe und der Schönheit; in ihrem Gefolge waren die Grazien und Scherze.
Cupido, ihr S0I111, und Vulean, ihr Gemahl.
Apollo, ein Sohn Jupiters und der Latoua, der Gott der Dichtkunst und der Musik ; er lenkte den Sonnen wagen undstand den Spielen der vereinten Musen vor.
Diana , Apollo’s Schwester , die Göttin der Jagd. Als eine Gottheit der Unterwelt hiess sie Hecate.
Ceres, staud dem Feldbau vor , uud Terminus schützte die Grenzen der Felder.
Hebe, die Göttin der Jugend, und Ganymed, den Jupiter entführt, schenkten den Göttern Nectar ein.
Bacchus, der Gott des Weins ; sein Nährvater war der alte Silen.
Mercur, der Bote der Götter, und Gott der Diebe. Themis, die Göttin der Gerechtigkeit.
Iris, mit den tausendfarbigen Flügeln, vom Regenbogen getragen, die Botin der Juno.
Aurora , mit den rosigen Fingern, die Göttin des Morgens. Morpheus, der Gott des Schlafs und der Träume.
Aeolus, der Gott der W indc und Stürme. Nemesis, die Göttin der Vergeltung.
Flora und Pomona , die Göttinnen der Blumen und Früchte. Pan und Sylvan , die Götter der Hirten und des Waldes.Dryaden, Hamadryaden und Limniaden, Nymphen des W aldes, der Bäume, der Seen.yajaden , Nymphen des Gebüsches und der Quellen ; Nereiden, Nymphen des Meeres.
Sirenen, Meerungeheuer, die die Vorüberfahrenden durch ihren lockenden Gesang bezauberten.
Laune und Satyre, Gottheiten der ländlichen Natur, im Gefolge des Bacchus.
Die drei Grazien , Aglaia, Euphrosyne und Thalia, im Gefolge der Venus.
Die drei Parzen, Clotho, Lachesis und Atropos. Sie waren über das menschliche Leben gesetzt.
Die drei Furien , Alecto, Megcera uml Tisyphone, mit Schlangen und Fackelu.
Die drei Richter der Unterwelt, Minos, Aeacus und Rhadamantus.
Die drei Harpien , mit verzerrtem Mensehenantlitz, einem Geierleib und eisernen Krallen.
Die drei Hesperiden, Aegle, Arethusa und Ifesperusa , bewachten die goldnen Aepfel.
Die drei Gorgonen, Euryale, Stheno und Medusa. Sie hatten zusammen nur Ein Auge und Einen Zahn, und ihr Blickversteinerte wen er traf.
DIE NEUN MUSEN, DIE DEN FREIEN KÜHNSTEN VORSTÄNDEN, MIT IHREN ATTRIBUTEN.
Clio, die Muse der Geschichte, einen Lorberkranz auf dem Haupt, in den Händen eine Bücherrolle und eine Trompete.Euterpe, die Muse der Musik , blumengekrönt, und die Flöte spielend.
Thalia, die Muse des Lustspiels , den Jocus an den Füssen und eine komische Maske in der Haud.
Melpomene, die Muse des Trauerspiels, auf dem Cothurn, und einen Dolch in der Rei hten.
Therpsichore, die Muse der Tanzkunst, mit Blumenkränzen auf dem Haupt, und eine Zither haltend.
E rato , die Muse der lyrischen Dichtkunst; Myrtlien lind Roseu auf dem Haupt, in der Hand eine Leier.
Polyhymnia, die Muse der Beredsamkeit, ein Diadem auf dem Haupt, und einen Stab in der Haud.
Calliope , die Muse der heroischen Poesie ; das Haupt mit Epheu umkränzt, und eine Rolle in der Hand.
Urania, die Muse der Sternkunde ; auf dem Haupt eine Steruenkroue, uud eine Uiunnclskugcl iu der Hand.
DIE HEROEN ODER HALBGOETTER UND IHRE VORZÜGLICHSTEN TRATEN.
Perseus, Jupiters und der Danae Sohn, Gemahl der Andromeda , die er von einem Seeungehcuer befreite. Seingrösstes Abenteuer war der Sieg über die Gorgonen, da er die Medusa tödtete.
Hercules, der Sohn Jupiters und der Alemene, Gemahl der Dejanire. Er ist der berühmteste unter allen Halbgötternnd hat sieh besonders durch die sogeuannten 12 hcreulischen Arbeiten ausgezeichnet.
Orpheus. Die reissendsten Ströme hielten in ihrem Lauf inne, die wilden Thiere eilten aus den Wäldern herbei unddie Felsen bewegten sieh zu ihm, um auf den Ton seiner melodischen Stimme zu horchen. Pluto gab ihm seine tlieureEurydiee zurück ; ein Geschenk, das er durch seine Ungeduld wieder verlor.
Castor und Pollux , Zwillingssühne Jupiters und der Leda, und Brüder der schönen Helena. Als Castor, der sterbliche,getödtet worden , gewährte Jupiter dem Pollux, seine Unsterblichkeit mit ihm zu theilen , so dass beide zusammensechs Monate des Jahres todt und sechs Monate lebend waren.
Jason, der den Argonautenzug auführte und das goldne Vliess eroberte. Medea half ihm dabei und ward dafürseine Gemahlin.
Theseus , durch die Erlegung des Minotaurus berühmt. Ariadne war ihm dazu behiilflich und rettete ihn mit einemufgewickelten Faden aus den Irrgängen des Labyrinths.
DIE ZWGELF ARBEITEN DES HERCULES.
Der nemceische Löwe, den er erstickte und mit dessen Haut er sich bekleidete. Argnlis.
Die lemceische Schlange , die er erlegte. Ein Ungeheuer , dem die abgehanenen Köpfe immer wieder
in doppelter Anzahl nachwuchsen. Argolis.
Das erymanthische IVildsehwein , das er lebendig fing und auf seinen Schultern dein Eurystheus brachte. Arcadien.
Die Hindin der Diana mit ehernen Fussen y die er im Lauf auf dem Berge Ma?nalus einholte. Arcadu-n.
Die Raubvögel des stymphalischen See’s, die er mit Pfeilen tödtete. Arcadien.
Der Stier auf der Insel Creta, den er lebendig nach dem Peloponnes brachte. Creta .
Die Rosse des Diomedes, die mit Mcnschenfleiseh gefüttert wurden , und die er dem Diomedes rauhte.... Thracien .Das TVehrgehänge der Hippolyta, Königin der Amazonen, das er dein Eurystheus brachte, nachdem er
die Hippolyta erschlagen. Thermodan.
Die Ställe des Augias, die er säuberte, indem er den Fluss Alpheus durelileitete. Elis.
Der Riese Geryon , König von Gades, den er erschlug, um dessen Rinder dem Eurystheus zu bringen.... Spanien.
Die Hesperidenäpfel, die er raubte, nachdem er den Drachen getödtet. Aßica.
Der furchtbare Cerberus, den er gefesselt aus der Unterwelt brachte, aus der er auch den Theseus befreite.
DIE SIEBEN W UNDERW ERKE DER WELT.
1. Der Coloss von Rhodus, i .35 Fuss hoch. Zwischen seinen Beinen fuhren Schiffe durch.
2. Das Grabmal des Mausolus, Königs von Carien , das ihm seine untröstliche Geniahliu Artemisia errichten liess.
3 . Die irgyptischen Pyramiden , von denen mehrere noch heute vorhanden sind.
4 - Der Tempel der Diana zu Ephesus, den Herostratus verbrannte , um seinen Namen unsterblich zu machen.
5 . Die Bildsäule des olympischen Jupiters , 75 Fuss hoch, aus Elfenbein uud Gold vou Phidias gebildet.
6. Die Mauern Babylons und die hängenden Garten.
7. Das berühmte Labyrinth , an den Ufern des See’s Moeris in Aegypten.
N. B. Mehrere zählen noch hierher den Palast des Cyrus, den Tempel des Salomon, das Capitolium , den Pharus, denJupiter Anunon, die Minerva zu Athen cte.
DIE SIEBEN WEISEN GRIECHENLANDS.
Thaies von Miletus, der Stifter der jonischen Schule, starb 548 mit 96 Jahren.
Solon von Athen, der Gesetzgeber seines Vaterlandes, starb 559 ,n ^
Chiton von Laccdaemon, von dem wenig bekannt ist.
Pittacus von Mytilene, dem seine Mitbürger die höchste Gewalt übertrugen, starb 579 niit 70 J.
Bias von Priene, blühte gegen 600, und starb in hohem Alter. .
Cleobulus von Rhodus oder aus Carien starb gegen 5 bo, im Alter von 70 J.
Periander von Corintli, Tyrann seines Vaterlandes, starb gegen 585 .
Diogenes Laertius hat die Geschichte dieser Weisen geschrieben ; sie waren Zeitgenossen und fanden sieh öfterzusammen.
N.B. Einige setzen an die Stelle des Cleobulus uud Pcriander den yJ/mc/iarewausScythicnimd den Epimenides aus Creta.
VON DEN PHILOSOPHEN UNI) IHREN VERSCHIEDENEN SCHULEN.
N.B. Die chronologische Reihe der vorzüglichsten Philosophen S. Taf. t in einer besondern Columne.
Philosophie hiess bei den Griechen so viel als die Liehe zur 7 Veishe.it um\ JVissenschaft, das Streben darnach. Zweiverschiedene Gegenstände lagen in dem Kreis ihrer Beschäftigung : Das Erforschen der Natur , das die Seele erhelltund veredelt, und das Studium der Moral, durch die wir zur Tugend und zum Glücke gelaugcn. Mehrere berühmteMänner zeichneten besondre Wege vor, auf denen die W eisheit und das wahre Glück zu finden seyen, und so musste, beider Verschiedenheit ihrer Grundsätze, eine Menge von Secten entstehen, wovon wir die vorzüglichsten auf uhreu wollen.Die Griechen erkannten zwei Hauptschulen, die sich wieder in verschiedene Zweige theilten.
Die JONISCHE Schule, welche Thaies von Miletus gegen das J. 58 ov. Clir. gestiftet. Sie zeichnet sich besonders durch eine vernünftigeNatürlichkeit aus; sie enthält die gesündesten Ideen über die Gottheit,und wir verdanken ihr die reinste Moral.
TV/atat hatte seine Grundsätze hauptsächlich in Aegypten geschöpft.Anaxagoras, der Lehrer des Perieles, gehörte zu seinen Schülern;die Zierde und der Stolz dieser Schule ward aberder berühmte Socra-tes , der weiseste, der tugendhafteste, vielleicht der vollkommensteder Menschen. Von ihm ging die schöne Moral aus, und sein Geist kamauf Wahrheiten, die keine Zeit uinstossen wird. Er nahm einen einzigen Gott an,und glaubte an die L nsterbliehkeit der Seele. Eine Mengeausgezeichneter Schüler folgten ihm. Antisthenes , Alcibiades, Xe-nophon und der berühmteste von Allen , Plato.
Plato , einer der herrlichsten Geister der alten Welt, ward der Stifterder academischen Schule. Seine Apologie des Socrates, sein Phaedonoder Gespräch über die Unsterblichkeit der Seele, und seine Republiksind die schönsten W erke, die er hintcrlassen.
Unter seinen zahlreichen Schülern ist Aristoteles , der Lehrer desAlexander, der berühmteste. Er stiftete die peripatetische Schule, dieliren Namen von den Schattengängen erhielt, in denen Aristoteleswandelnd lehrte. Die Menge der verschiedenartigen Schriften diesePhilosophen erregt Erstaunen , und man muss ihn für den gründlich-sten und umfassendsten Geist des Alterthums halten. Er begründetezuerst die Logik als Wissenschaft. Unter seinen Schriften werden dieRhetorik , die Poetik und seine Werke von dem Staat besondersgeschätzt.
Antisthenes war der Stifter der Cyniker. Er setzte das Glück in dieTugend , diese iu die Verachtung der Reichthüiner und Genüsse derErde. Diogenes , sein Schüler , ging in diesen Grundsätzen über dasvernünftige Mass , und trieb die persönliche Unabhängigkeit bis zurHintansetzung alles Wohlanständigen. Er war es , der die Schule iuÜbeln Ruf brachte» indem sein Beuehmen die Idee der Frechheit undder Unverschämtheit mit dem Cynismus verbinden machte.
Z,eno hob die Lehre des Antisthenes unter dem Namen der stoischenSchule wieder empor; sie erschien , frei von ihren Ausschweifungen,in dem vollen Glanze all’ ihrer Tugenden , als die herrlichste, derdie Menschen folgen können , am meisten geeignet die Seele zuadeln.
Der ächte Stoiker folgt der Tugend aus innerm Triebe, und übt dieTugend aus W ohlgefallen daran. Dem Vergnügen wie dem Schmerzegleich unzugänglich flieht er Loh und Ehre , und trägt mit gleicherSeelengrösse Gunst und Missgunst dieser Krdenwelt. Immer ruhig,immer gerecht, immer Herr seiner selbst, richtet er alle seine Vernun ft,alle seine Kraft stets darauf, der Seele jene Herrschaft in voller Rein-heit zu erhalten , die ihr göttliches Wesen niemals über ihre thierischeHülle verlieren sollte. Der wahre Stoiker ist das der Gottheit am näch-sten kommende Bild , es ist der vollkoimnnc Weise, der wohl nochnirgends gelebt hat.
Die edelsten Charaktere des Alterthums , Epaminondas , Trajan ,Marc-Aurel etc., waren den Grundsätzen der stoischen Schule zuge-than , zu denen sieh ganz besonders alle Könige und alle diejenigenbekennen sollten,die die Menschen zu führen bestimmt sind.
Die ITALISCHE Schule , welche Pythagorasgegen das J. 5 00 v. Chr. gestiftet. Eine glänzende,aber ungeregelte Einbildungskraft ist darin vor-herrschend; die Lehre von der Sphärenharmonieund von dem Zahlverhältnisse, die abstraetesteMetaphysik und die unsinnigsten Sophismen sindaus ihrhervorgegangen. Auch die Metempsy elioseoder die Seelenwanderung vou einem Körper inden andern gehört zu den pythagoräischenLehren.
Pythagoras hatte seine Grundsätze voruemliehin den Gegenden Indiens geschöpft; er verliesssein Vaterland Samos u. hielt sieh lange in Italienauf, wo er eine grosse Revolution in den Ideenund Sitten bewirkte.
Zu der Menge von Schülern , die ihm gefolgt,gehören Zaleucus , Charondas und Etnpedocles,Gesetzgeber, Xenophanes, Parmenides und Zeno,Metaphysiker , Leucippus , Philofaus und Prota-goras , die sich in der Physik ausgezeichnet haben.
Vier besondre philosophische Ansichten gingenwieder aus derpy tliagoriseheu Schule hervor. Diedes Heraclitus, dessen Hauptzug eine düstre, nien-sehenhassende Melancholie war. Er klagte überAlles , während im Gegentheile Democritus , derberühmteste von der eleatischen Schule, die Weltvon der heitern Seite ansah, alle Sorgen verbannteund den Gleiehinuth empfahl. Nach ihm warenTugend und Laster nur durch die Meinung ver-schieden ; er hielt dafür , dass die Seele mit demKörper zu Grunde gehe, und erkannte kein ober-stes belebendes Wesen an, sondern setzte an dessenStelle das System der hakenförmigen Atome, die,indem sie sieh in der weiten Leere begegnen , dieZusammensetzung des Weltall» bilden. Uebrigensbehauptete er , Alles sey unbegreiflich , und hatich ohne Zweifel seihst nicht begriffen.
Nach Epicur nannte sich die Schule der Epi-curteer , die von den Grundansieliten des Deino-eritus ausging. Er lehrte das System von denAtomen, läugnetedass sieh die Götter uni die Bege-benheiten der Welt bekümmerten , und setzte dasGlück oder höchste Out in das Wohlseyn , doch,wieEinige behaupten, in das geistigeWöhlscyn derSeele , d. h. in jene wonnigen Gefühle, die ihreQuelle in dcrAusübnng derTugend haben, und dieschönste Belohnung eines sittlichen Wandels sind.
Seine Schüler aber, die sich durch solche (»rund-sätze von dem Zügel der Religion und von derFurcht vor den Göttern befreit fühlten , folgtenihrem natürlichen Hange ; sie kannten nur dieWollust der Sinne, und brachten so ihren Meisteruud seine Lehre in Misscredit.
Aus dem, was oben bemerkt worden, sieht man, dass die Philosophie eigentlich nicht in Griechenland entstanden,sondern dass die ersten Ideen dazu an den Ufern des Nils und seihst iin tiefen Indien geschöpft wurden.
Bei dem Charakter der Griechen und bei der Natur ihrer Verfassung konnte sie aber nicht als eine geheime Wissenschaft,nach Art der Eingeweihten und Gymnosophisten, behandelt werden; sie wurde öffentlich gelehrt, der Menge freigegeben,und da musste die feurige und redselige Gcmiithsart der (»riechen bald eine Tlieilnng in viele Schulen veranlassen,von deuen jede eine Menge Adepten zählte. Sie ward die Hauptbeschäftigung schöner Geister und grosser Seelen , undso wie sie unermessliche Fortschritte machte, so gerieth sic auch auf ungeheure Abwege. Neben den erhabensten Ideenerschienen die grössten Ungereimtheiten, die kindischsten 'Träumereien als das traurige und unvermeidliche Erzeugnis»menschlicher Luvollkojinneuheit und Verirrung. Besser vermögen es die Menschen nicht, so lauge sie sieli selbstüberlassen sind; und wenn die christliche Philosphie, die einzige, durch alle Jahrhunderte sieh im vollen Glanze einervollendeten \\ eisheit erhalten konnte, so müssen wir in ihr auch das Werk eines Gottes verehren.
No. VI. DAS ALTE GRIECHENLAND , MYTHISCH-HISTORISCH.
Verleger : Johann Velten iu Carlsruhe. — Gedruckt bei G. Braun. i8a5.