GEOGRAPHIE DER GESCHICHTE,
oder Darstellung der verschiedenen Staaten und Herrscher von Europa , in ihrer gleichzeitigen Beziehung , wehrend den ersten zehn Jahrhunderten der christlichen Zeitrcchnun
Entworfen von A. LESAGE.
BEMERKUNGEN ZU DIESER UEBERSICHT, ANLEITUNG etc.
Die gegenwärtige Uebersicht, so wie die dazu gehörige folgende sind eigentlich nureine mehr entwickelte Wiederholung einer frühem Uebersicht dieses Werkes , mitder Aufschrift: neuere Weltgeschichte . Was dort nur skizzirt ist, wird auf diesenbeiden näher ausgeführt, und wenn man jene als das Verzeichniss der Hauptstückedes Werkes betrachten will, so werden diese für das Sachregister gelten können.Die Räume sind hier weiter genommen , und die Gegenstände mehr ans einandergesetzt; die Farben behalten aber dieselbe Bedeutung, so dass wir in Bezug auf ihrenGebrauch und ihr Verständnis wenig zu bemerken haben.
Die Jahrzahl -vor den Regenten zeigt durchgängig die Zeit ihres Regierungsantritts,und zugleich mehrentheils den Tod ihres Vorfahrers an. Die Worte Sohn oder Bruder,die sich zuweilen dabei finden , sind auf ihre unmittelbaren Vorfahrer zu beziehen.
Die ** , die man zuweilen in den senkrechten Columnen dieser beiden Cartenantrifft, geben zu erkennen , von welchem Zeitpunkt an die Geschichte der in jenerColumne aufgeführten Länder oder Familien in den Specialcarten entwickelt ist. Wasübrigens den Zweck dieser beiden Uebersichten betrifft, so sey noch einmal kurzbemerkt: Weftn man die senkrechten Columnen verfolgt, so findet man in ununter-brochener Folge die Specialgeschichte eines jeden Landes, die chronologische Reiheseiner Regenten etc.; hält man sich dagegen an die horizontalen Bänder, so hat manein Jahrhundert der allgemeinen Geschichte von Europa vor sich hegen, undübersieht beinahe auf der nämlichen Linie alle gleichzeitigen Regenten mit denBegebenheiten ihrer Regierung.
N. B. Die verschiedenen Angaben, die man so häufig in den chronologischenTabellen antrifft, dürfen nicht immer als Irrthümer betrachtet werden ; sie rührenoft von den verschiedenen Ansichten der Geschichtschreiber über einzelne Gegenstände her ; so z. B. Regenten , die von den Einen angenommen werden , von denAndern nicht , vorübergehende Absetzungen , Abdankungen, mehrere Prätendentenzugleich etc. Dergleichen Schwierigkeiten aufzuklären, konnte nicht in dem Planunseres Werkes liegen.
Dife beiden Uebersichten der Geographie der Geschichte enthalten zur Rechten inmehreren Columnen bedeutende Gegenstände, die wir in der vorhergehenden Uebersichtder allgemeinen neuern Weltgeschichte aus Mangel an Raum weglassen mussten
1. Die grossen politischen Begebenheiten in Europa ; das Erscheinen , die Nieder-lassungen und die Zerstörung der Barbaren etc.
2. Die chronologische Reihe der Päpste.
3 . Die Hauptbegebenheiten in Bezug auf die Kirche, Entstehen und Wesen derverschiedenen Secten, Anzahl und Zweck der allgemeinen Conoilien etc.
4 . Die berühmten und gelehrten Männer. Der enge Raum hat uns bei diesen aufihre blose Aufzählung beschränkt, ohne dass wir ihre Thaten , ihre Talente, ihreWerke näher hätten bezeichnen können. Auch die chronologische Ordnung konntenwir nicht so streng befolgen, als wir gewünscht hätten. Mehrere z. B. gehören ihremLeben nach zwei Jahrhunderten an , und bei solchen haben wir den Raum ihre Stellebestimmen lassen. Die ausgezeichneten Fürsten, deren Namen schon in der Columneder Regenten aufgeführt sind , haben wir unter den berühmten Männern nicht wiedergenannt.
Herr Chantereau , Professor der Geschichte , hat seiner Uebersetzung von Blair’schronologischen Tabellen biographische Carten beigefügt, die das vollständig erfüllen,was wir zu erreichen gewünscht hätten ; wir empfehlen sie unsern Lesern , denn mankann nicht leicht für das biographische Studium mehf Reichthum und Klarheitverlangen, als diese Carten darbieten.
Herr Ferrand in seinem Geist der Geschichte oder Briefe über die Art sie zustudiren , einem Werke, das sich gleich sehr durch richtige Ansichten, reine Moralund Tiefe des Urtlieils auszeichnet, räth seinem Schüler eine ganz ähnliche Arbeit anwie die unsrige hier ist, von der er keine Keuntniss hatte; ja einige von unsernUebersichten nähern sich so sehr seinen Gedanken , dass sie als Ergänzungsstücke zuseinem Werke dienen können, so wie dieses dagegen wieder die Ausführung jenerUebersichten bildet.
Wir theilen diese Bemerkung hier um so lieber mit, je erfreulicher es seyn muss ,mit den Ideen eines so durchaus schätzbaren Schriftstellers zusammen zu treffen.
5 . Die letzte Columne endlich enthält einen Blick auf die Geschichte der Literaturvom Anfang der christlichen Zeitrechnung bis auf unsere Tage. Zur Vollständigkeitder Uebersicht durfte sie nicht fehlen , doch hat uns der Raum nicht mehr erlaubtals einige Hauptzüge anzudeuten. (i 8 o 3 ).
Länder , die das abendländische Reich bildeten , aus dessen Trümmern die meisten neuern Nationen Europa's hervorgegangen.
BRITANNIEN,
dessen Geschichte und Schicksal die Columnehier unten enthält.
DAS GROSSE ROEMISCHE REICH,
dessen Grenzen zu jener Zeit im Norden der Rhein und die Donau , im Osten der Euphrat, i m Süden die Wüsten Africa’s und im Westen der Ocean bildeten
AUGUSTUS , der erste röm. Kaiser , regiert ungefähr 44 J., von der Schlacht bei Actium an gerechnet, 2g J. vor der christl. Zeitrechnung.
14. Tiberiüs, von Augustus adoptirt, eiu Tyrann , misstrauisch und grausam.
37. Caligula , adoptirt, eines der verworfensten Ungeheuer , die die Erde geschändet. Er wird ermordet.
41. Claudius , nach Caligula’s Tod von einigen Soldaten zum Kaiser ausgerufen. Ein weibischer Tyrann, albern und grausam.
54 - Nero , adoptirt. Sein blosser Name ist ein Gegenstand des Abscheus geworden. Er wird genütliigt sich selbst umzubringen.
68. Gai.ba , von den Soldaten ausgerufen , und bald wieder von ihnen auf Austiften des treulosen Otho ermordet; dieser tüdtet sieh selbst beim Herannahen des unedlen in Deutschland gewählten Vitellius , der bald darauf dem edlen, klugen Vespasianus, dem Führer der Legionen im Orient, unterliegt.
79. Titus , Vespasians Sohn , die Wonne des menschlichen Geschlechts genannt. 8i. Domitian , sein Bruder , furchtsam und grausam , wurde ermordet
96. Nerva, ein alter würdiger Senator, von Verschwornen gewählt. 98. Trajancs , adoptirt, einer der herrlichsten Charaktere , die die Menschheit zieren.
N B. Gibbon und Montesquieu sind dievorzügl. Schriftsteller über die Kaiser;jener in Hinsicht auf die Darstellung derGeschichte, dieser in Bezug auf die polit.Betrachtung. Beide Werke handeln vonder Grösse u. dem Verfall des röm. Reichs.
POLITISCHE BEGEBENHEITEN, etc.
9. Niederlage des Varns durch Herrmann.
11. Siege des Germanicus in Deutschland.
70. Jerusalem eingenommen und zerstört durch Titus.
78. Britannien zur römischen Provinz gemacht.
79. Herculanum und Pompeji durch einen Ausbruch desVesuvs verschüttet.
PAEPSTE.
33 . S. Petrus.
66. Linus.
78. Cletus oderAnacletus.
91. Clemens.
' N. B. Die Wahlder Päpste ge-schieht geg. 5 ooI Jahrelangdurchdie Geistlichkeit1 und die Chri-sten - Gemeindet zu Rom.
BEGEBENHEITEN in der KIRCHE. Berühmte LEUTE, GELEHRTE etc.
1. Geburt Christi, christliche Zeit-rechnung.
Die zehn Verfolgungen.
1. Unter Nero. 6. Unter Maximin.
2. Unter Domitian. 7. Unter Decius.
3 . Unter Trajan. 8. Unter Valcrian.
Unter Marc- 9. Unter Aurelian.
Aurel. 10. Unter Galerius
5 . Unter Severus. und Diocletian.
Ites JAHRHUNDERT.
Berühmte etc. — Germanicus , Agricola, Sejanus , Narcissus , PallasBurrhus , Boadicea, Arminius (Herr-mann).
Gelehrte etc. —• Livius, Ovid, V. Pater-cnlus, Strabo, Phaedrus, Val. MaximusRoscius, Seneca , Plin. d. Nat., Petro-nius , Martial , Quintilian , LucianPersius , Josephus , Curtius , TacitusFrontinus , Marinus von Tyrus.
100 Jahre nach Christi Geburt.
100 Jahre nach Christi Geburt.
7. Hadrianus, adoptirt, ein thätiger Geist, tapfer und edel. i 38 . Antoninus pius , adoptirt, ein trefflicher, liebenswürdiger Fürst.
161. Marcus Aurelius , adoptirt, der beste der Menschen , der würdigste der Kaiser. Er theilt die Regierung mit Lucius Verüs , einem jungen , verschwenderischen Manne.r 8o. Commodus , Sohn des Marc-Aurel , bringt die Zeiten grausamer Tyrannei wieder. Verschworue ermorden ihn und wählen seinen Nachfolger
93. Pertinax , ein würdiger Greis; wird bald von den Prätorianern ermordet, die den Thron an den Meistbietenden verkaufen. Didius Julianus erhält ihn. Die entferntenLegionen aber wählen andere ; in Britannien Clodius Albinus , in Pannonien Septimus Severus , i n Asien Pescennius Niger. Severus besiegt seine Nebenbuhler und kommtallein zur Regierung. Seine Söhne folgen ihm. ö
io 3 . Dacien zur römischen Provinz gemacht.
106. Krieg gegen die Parther. Trajaus grosse Eroberungenjenseits des Euphrats, die sein Nachfolger wiederaufgibt.
169. Marc-Aurels Züge gegen die Teutschen.
100. Evaristus.
109. Alexander I. 119. Sixtus I.127. Telesphorus.
139. Hyginus. 142. Pius I.
107. Anicetus. 168. Soter.
177. Eleutherius. 193. Victor I.
179. Montanisten, die eine Fortsetzungder Propheten annahmen.Gnostiker, allg. Benennung für verseil.Secten , die sich im zweiten Jahrli.erhoben, und im vierten od. füuftcnwieder erloschen , wie die Basili-
Iltes JAHRHUNDERT.Berühmte etc. — Faustinus, AntinousGelehrte etc. — Sueton , PlutarehJuvenal, Plinius d.j. y Florus, EpietetLucian , Ptolomaeus , Justinus Gesch.Galen , Aul.-Gellius.
200 Jahre nach Christi Geburt.
200 Jahre nach Christi Geburt.
211. Caracalla , wild und abscheulich , der Mörder seines sanften und menschlichen Bruders Geta. Er wird von seinem Nachfolger umgebracht.
217. Appius Macrinüs , schwach und unfähig , unterliegt der Partei des Heliogabalus , eines niedrigen Wollüstliugs , der bald durch seine Soldaten den Tod erleidet.
222. Alexander Severus, Vetter des Heliogabalus , ein liebenswürdiger Fürst; wird von den Soldaten ermordet.
235 . Maximinus , von Abkunft und Charakter ein Barbar, in Deutschland zum Kaiser ausgerufen. Die beiden Gordiane , die sich gegen ihn in Africa erheben , werden besiegt undgetödtet. Der Senat, dem Maximin entgegen, ernennt Balbinus und Pupienus , beide werden aber so wie Maxirain selbst und ihre beiden Nachfolger von den Soldatenermordet. ( 238 ) Der dritte Gordianus und (244) Philippus der Araber. °
249. Decius , ein tapferer , edler , erfahrener Fürst, fällt im Kriege gegen die Gothen.
2Di. Gallus und Hustilianus , Söhne des Decius; nach dem Tode Ilostilians wird Gallus von Aemtlianus geschlagen , der wieder beim Herannahen des Valerianus ermordetwird. Dieser theilt die Regierung mit seinem Sohne Gallienus. Der Vater stirbt in der persischen Gefangenschaft. Unter dem Sohne wird das Reich verwahrlost Von allen Seitendringen die Barbaren ein ; in den Provinzen reissen Einzelne die Gewalt an sich , und so bestehen dreissig Tyrannen oder Usurpatoren zu gleicher Zeit263. Claudius gen. Gothicus, ein grosser Fürst. Quintillus, sein Bruder, ein Usurpator, erliegt dem Aureminus, eincmFürsten vongrossem Verdienst, der von den Sold, ermordet wird.270. Tacitus , ein löblicher Mann. Florus, sein Bruder, ein Usurpator ; wird von Probus, einem vortrefflichen Fürsten , besiegt; diesen ermorden die Soldaten.
282. Carus , dem seine Söhne Carinus und Numerianus folgen ; sie werden beide ermordet. 284. Diocletianus regiert mit Maxtmianus ; er ändert die Verwaltung des Reichs.
2i5. Bund der Alemannen zwischen dem Oberrhein unddem Lech. Nach verschiedenen vergehliehen Versuchengegen Gallien und Italien bleiben sie unter dem NamenSchwaben in ihrem Urlande fest.
226. Die persische Monarchie durch die Sassaniden her-gestellt.
240. Bund der Franken am Niederrhein : nach vielenKämpfengegen die Römer setzen sie sich in Gallien fest.
•100. Erster Einfall der Gothen, deren UrlandSeandinavienwar. Man theilte sie in Westgothen , Ostgothen undGcpiden.
274. Dacien wird ihnen überlassen.
202. Zcphirinus.
219. Calixtus I.
223 . Urban I.
23 o. Pontianus.
235 . Anterus. 236 . Fabianus.2or. Cornelius. 252 . Lucius I.253 . Stephan I.
257. Sixtus II.
209. Dionysius.
269. Felix I.
27.5. Kutychianus.
28». Cajus.
296. Marcellinus.
dianer, die Valentinianer, dieMar-cioniten , die Priseillianisten , dieManichaeer.
25 o. Novatianer , die die Wirksamkeitder Reue nicht gelten Hessen.
In den Einöden von Thebais entstehengegen Ende dieses und Anfang desfolg. Jahrh. die Mönche. Die Ana-choreten, die einsam lebten, durchPaul den Einsiedler; die Ccenobiten,die in Gemeinschaft blieben, dureliden heil. Antonius.
Illtes JAHRHUNDERT.
Berühmte etc. — Artaxerxes, SapiOdenat, Zenobia , Fiugal, Carausius.
Gelehrte etc.—Tertullian, Papinian.Origines, Diogenes Laertius, HerodianOppian, DioCassius, Ossian, Cyprian.Longin.
3 oo Jahre nach Christi Geburt.
3 oo Jahre nach Christi Geburt.
3 o 5 . Constantius Chlorus und Gat.erus Armentarius gelangen durch die Abdankung Dioeletians und Maximians zur Kaiserwürdc. Nach dem Tode des erstem tritt Verwirrung undAnarchie ein. Sechs Kaiser erheben sich zugleich; Constantinus der Grossc, Severus, Maxentius, Maximianus, derwieder nach der Gewalt greift, Licinius u. Maximin. Daza.Nach mehrern Schlachten und Vorfällen bleibt Constantinus der alleinige Herr des Reichs , das aber bald unter seine drei Söhne getheilt wird, die hier folgen :
33 -. Constantinus II., Constans und Constantius. 36 r. Julianus der Apostat. 363 . Jovianus.
r
ABENDLÄENDISCHES REICH, umfasste, ausser Africa,die hier rniter Valentinian aufgeführten Provinzen.
36 i. Valentinianus I. theilt das Reich mit seinem Bruder Valens.
-THEILUNG DES RGEMISCHEN REICHS 364-
GALLIEN,
dessen Geschichte , Revolutionen und Schicksal die Columne hier unten enthält.
GERMANIEN,
dessen Geschichte und Schicksal die Columnehier unten enthält.
I75. Gratianus.
383 . Valentinianus II.395. Honorius.
ITALIEN, I
dessen Geschichte und Revolutionen dielColumne hier unten enthält. I
SPANIEN,
dessen Geschichte und Schicksal die Columne hierunten enthält.
MORGENLAENDISCHES REICH,grösstentheils in Asien.
364 - Valens , Bruder des- —^ Valentinian.
Theodosischer Stamm.379. Theodosiusd. Grosse.390. Arcadius.
328. Constautinopel wird der Sitz des Reichs.
Hermanrieh, König der Gothen, bildet ein weites Reichjenseits der Donau , das die Hunnen wieder zerstören.
370. Die Hunnen, tartarischen Ursprungs, von Sina’sGrenzen her, vertreiben die Alanen von den Küstendes schwarzen Meers, stürzen das Reich der Gothen ,und bereiten den Fall der römischen Monarchie.
376. Den von den Hunnen gedrängten Westgothen wirdgestattet über die Donau zu ziehen , und sieli inThracieu niederzulassen ; sie empören sich bald unterdem berühmten Alarich, verheeren Italien undlllyrienund setzen sich in Gallien fest, 43 Jahre nach ihremUebcrgang über die Donau. (Siehe Gallien Jahr 412).
3 o 8 . Marcellus I.
3 10. Eusebius.
3 11. Melchiades.
3 i 4 - Silvester.
336 . Marcus I.
337. Julius I.
352 . Liberius, indenBaungethan.355 . Felix II., nur von einer Parteianerkannt.
366 . Damasus.
384 - Svrieius, nimmt den TitelPapst an.
398. Anastasius I.
3 06. Schisma der Donatisten , worausdieMaximiauisten, die Rogatianer,die Cireumcellionen etc. entstehen.
324. Constantins Bekehrung.
325 . Erste allg. Kirchenvers.zuNicaea,gegen die Arianer, die die Göttlich-keit Christi leugneten. Dieser Streitdauert 80 J., u. bringt dieSabellio-nisten, die Eumonianerete. hervor.
38 1. Zweite allgem. Kirchenversamm-lung zu Constantinopel , gegendie Macedonianer , die die Gött-lichkeit des heiligen Geistes leug-neten.
IVtes JAHRHUNDERT.
Berühmtes tc. — Athanarich, StilicoRuffinus.
Gelehrte etc. — Eusebius, LactantiusArius , Lampridius , Juliau d. ApostatSt. Athanas, St. Gregor, St. Basil..St. Ambros., St. Hieronymus , St. Augustiu , St. Chrysost. , Gregor vorNazianz , Vegetius , Aurelius-Victor.Marcellinus.
400 Jahre nach Christi Geburt.
400 Jahre nach Christi Geburt.
448. Die Römer räu-men das Land gänz-lich.
45o. Hengist u. Horsalanden auf Verlangender Einwohner , die,als die Römer weg wa-ren , den Picten undScoten nicht mehrwiderstehen konnten.Die Sachsen aber, stattsie zu beschützen, be-
SCHOTTLAND,
das ursprüngliche Ca-ledonien , war von 2Völkern bewohnt, vonden Scoten in denwestl. Gebirgen u. vonden Picten, die östlichin den Ebenen lebten.Man ist über ihrenUrsprung nicht einig,und lässt sie bald vonden Seythen bald von
.... BURGUNDIER.
gründen in Gallien ein Reich, das120 Jahre dauert.
h i 3 . Gundechar.
45 1. Gimderieh.
473. Gundobald , Chilperich, Go-domar und Godogesil , Brü-der.
.FRANKEN.
gründen in Gallien ein Reich, dasschon 1400 Jahre besteht.
Merovingischer Stamm,besteht 332 J., liefert 22 Könige.
420. Pharamund, Gründer.
427. Clodio.
44 &. Merovaeus , von dem die Dy-nastie ihren Namen führt.
456 . Childerich.
481. Chlodwig , der eigentliche
Gründer der fränkischen Monarchie , unterwirft beinahe
.. .WESTGOTHEN.
gründen in Gallien ein Reich,wo sie 3 oo Jahre lang einigeBesitzungen behalten.
4t2. Athaulph.
4i5. Vallia zerstört die Alanenin Spanien.
Siehe das Weitere bei Spa-
ganz
Germanien , mit Waldungen überzogen, vonBarbarenhorden bewohnt, war früher , unterAugustus , von den Römern angegriffen , diedie Bewohner 25 o Jahre lang drängten. Nachdieser Zeit aber ging von den deutschen Völ-kern eine furchtbare Gegenwirkung aus. VonRache angefeuert , gierig zu plündern , stür-zen sie nach einander und so schnell überdenSüden her , dass die Eroberung des Einen als-bald durch das Herannahen des Andern inGefahr geräth.
So folgten die Allemannen dem Chlodwig,als er sich Galliens bemächtigt hatte , und
424. Valentinianus III. Er verliert Africa durch die Vandalen.
455 . Pet. Maximus Avitus. 457. Majorianus. 461. Severus III.
46-. Anthemius. 472. Olybrius. Diese fünf Kaiser erhalten und ver-lieren den Thron nach der Laune des Feldhcrrn Richiracr.
473. Glycerius. 474 - Jul- Nepos.
475. Romulus Augustulus , der letzte Kaiser.
REICH DER HERULER.4 ? 6 . Odoacher zerstört das abendl. Reich.
REICH DER OSTGOTHEN.493. Theodorich der Grosse unterwirft die Heruler.
409. AL ANEN.VANDALEN.
•Diese drei Volker überziehen Spanien
Die Alanen , zerstörtdurch die West-gothen 417.
Westgothen kommenaus Gallien.
419. Theodorich I.45 i. Thorismund.453 . Theodorich II.466. Eurich.
484* Alarich II.
20 Jahre später verlassen die VandalenSpanien imter Anführung des Gcn-serich, ziehen nach Africa über undgründen dort eiu Reich , das Beiisar534 zerstört.
Zur Geschichte der Westgothsn.
Die Westgothen , die den grossenZug vom Norden her anführten , vordem südlichen Völkerstrom aber selbst
....SUEVEN. 409.4 «j .—;
409. Hermanrieh.
441- Ilechila.
443 - Rechiarius.
457. Meldias u. Fron-tanus.
480. Frumarius.
483 . Remismund.
Die andern Königebis auf d. folgendensind unbekannt.
408. Theodosius II., lässtden Theod. Codex be-arbeiten.
400. Pulcheria, Kaiserin,sehliesst den Theodos.Stamm ; vermählt sichmit Marciauus, der Kai-ser wird.
407. Leo I.
474. Leo II.
474 - Zeno.
491. Anastasius I.
406. EinungcheurerSchwarm vonVandalen, Sueven undBurgundieru verlassen die Küsten des baltischen Meers,reissen die Alanen mit sich fort, uud stürmen auf Italien.Ihr berühmter Führer Radagais wird mit einem Theildes Gefolges erschlagen. Die übrigen ziehen sich nachDeutschland zurück, gehen über den Rhein, u. machenin Gallien u. Spanien Eroberungen (S. Gallien u. Span.)447 - Attilla , der berümte Hunnenkönig, unterwirft dieBarbaren jenseits der Donau , und setzt ganz Europain Schrecken. Sein Reich löst sich nach seinem Tode auf.j 5 o. Die Angeln u. Sachsen in Britannien. (S. Britannien).476. Odoacher zerstört das abendl. Reich. (S. Italien).493. Die Ostgotlien , die nach Attilas Tod ein Reich in
402.
417.
418.422.432 .440.46 r.468.
483 .49 * •496.
i 9 s-
Innoeens I.Zosimus.Bonifacius I.Ccelestinus I.Sixtus III.
Leo der Grosse.
Hilarius.
Simplicius.
Felix II. oder III.Gelasius.Anastasius II.Symmachus.
416. Pelagianer, die die Nothwendig-keit der göttlichen Gnade leugnen.Streit über die Menschwerdung.Länger als ein Jahrhundert dauerndiese Unruhen in Staat und Kirche.
43 1. Dritte allg. Kirclienv. zu Ephesus,gegen die Nestorianer, die zweiNaturen in Christo unterschieden.
45 i. Vierte allg. Kirchenv. zu Chalce-don gegen Eutyclies, der nur EineNatur in Christo annahm.
496. Chlodwig lässt sich taufen.
Vte* JAHRHUNDERT.
Berühmte etc. Genserich, AttilaAetius , Syagrius , Plaeidius , KönigArthur.
Gelehrte etc. — Cyrillus, Macrobius,Pelagius , Theodoretus , Orosius , Zo-siinus , Nestorius , Eutyches, Boethius.
5 oo Jahre nach Christi Geburt.
5 oo Jahre nach Christi Geburt.
mächtigen sich desLandes , das sie ver-theidigen sollten. IhrKampf gegen die Ein-gebornen, die sie zu-letzt theils vernichten,tbeils nach Walesund nach Bretagnein Frankreich vertrei-ben, dauert gegen 100Jahre. Sie vollendendie Gründung der 7Reiche , die man ge-wöhnlich die sächsi-sche Heptarchie nennt,nämlich :
den Celten etc. abstam •men.
Den Römern warensie nie unterworfen ,u. das Volkrülimtsichmit Recht, seine Mo-narchie sey so alt, alsdie christliche Zeit-rechnung.
Ihre früheste Ge-schichte ist mythischoder doch ungewiss.
Wir werden sie erstda aufnehmen, wo die
509. Siegmund.
534 - Godemar.
Das Land wird von Chlodwig’sSöhnen erobert.
Gallien , und dringt in Deutschland ein. Chlodwig’s Reich wird unter • wollten seine Eroberung theilen. Er aberseine Söhne getheilt. Zur grossem Klarheit in der Geschichte der Nach- J schlug sie hei Zülpich , nicht weit vonfolge geben wir hier ihre Genealogie. • Jülich , und um ähnliche Einfälle zu ver-
5 n. Chlodwig stirbt, und hinterlässt 4 Söhne. * hüten , beschloss er , selbst in Deutsch-
^- ■■ . .. . ^ -- land einzubrechen. Er zog über
Theoderich herrscht zuMetz.Chlodomir zu Orleans Cbildebert zu Paris "j- 558 . Chlotar 1 . zu Sois- I nahgrie^ene^Irinder^und'liess
534 . Theodebert, sein Sohn.548. Theodebald, sein Sohn,stirbt 555 ohne Kinder.
|“ 524 - Seine Kinderwerden von ihrenOheimen ermordet.
Er hinterlässt nur Töchter, dienicht zur Regierung kommen.
*( is Beisp. des salisch. Gesetz.- 7 -
eine Colonie von Franken als Vor-mauer in jener Gegend zurück, die
Charibertzu Parisf 566 . SeineBrüder thei-len seinErbe.
son vereinigt wie-der d. fränk. Reich. I
"(■ 562. NeueJTheil. . von noc i 1 jetzt den Namen
Z- 7 /.- unters<.-ine 4 Solme. ; Fmnken trägt.
feVGunthram zu Or-Mfo’ Chilperich zu Soiss.f 584 ^ 3 »'' Siegebert in Austrasien f 5 ; 5 . Brunehild ;
~ leans f 593. Ihm. ; ^v. Fredegunde s.Gemahliu..;^. seine Gemahlin. J Chlodwig’s Söhne verfolgten
Chlotar II., Nachfolger mit £3 Cbildebert II., Gunthrams Erbe , f 596. • den klugen Plan , und indem sie
4 Monat. Guntliram vertritt - > ; die Eroberungen ’ in Deutsrhland
Theodebert II. Theoderich II. I erweiterten , stockte allmühlig die
■f 612. jgj “f" 6 i 3 . I grosse Völkerbewegung. Aufge-
folgt sein Neffe*Cbildebert.
600 Jahre nach Christi Geburt.
bei ihm Vaterstelle. Er ver-.;einigt wieder das frank. Reich. H
526. Atlialarich. 534 - Thcodat. 536 . Vitigis.
54 o. Ildibald. 54 i. Erarich hotilas. 552 . Tbejas , letzter König.
553 . Narses , der Italien für die morgenländischen Kaiser eroberthatte, herrschte 1 5 Jahre lang unter dem Titel eines Herzogs.
LONGOBARDISCHES REICH.
Könige der Longo-barden.
568 . Albuin.
573. Clepli.
075. 3 o Herzoge.084. Authar.
591. Agilulf.
Herzoge von Friaul.
Als Albuin Italienerobert , überliess erdie HerzogthümerFriaul , Spoleto undBenevent seinen Feld-
EXARCHEN.zu Ravenna.
Nach Narses Toderissen die Longobardenbeinahe ganz Italien ansieh. Ueber das Land,das den Kaisern noch
507. Theoderich der wieder verschwinden sollten , haben 55 o. Carriarich.Grosse, König der kaum mehr als das Andenken ihrer er- 558 . Theodorair.Ostgothen. sten Plünderungen hinterlassen. Ihre 569. Mir oder Mirva.
Geschichte enthält nichts, was das Ge- 582. Eborich entthr.520 . Amalrich. präge des Genie’s oder der Weisheit 582. Andeea,Usurp.,
53 1. Theudes. au sich trüge; kein Werk der Wissen- v. Lewigild geschl.
schaft oder der Kunst erinnert an ihr der der Monarchie548. Theudisellus. Daseyn. VonihrerHerrschaftistnurdie der Sueven einEn-
55 o. Agila. Stelle übrig geblieben , die sie ehemals de machte.
554 . Athanagild. eingenommen. Wegendieserallein,die. .
der Schauplatz so bedeutender Völker und Begebenheiten567. Liuva I. geworden, ist es notliwendig , ihre Geschichte im Umriss zu
572. Lewigild, unter- kennen; in das Einzelne zu gehen, wäre eine unbelohnendewirft die Sueven. Mühe. Eine dunkle Reihe militärischer Expeditionen , bür-gerlicher Unruhen , ein weites Feld von Verbrechen , wo586 . Reccared I. einzelne Tugendähren kaum herauszufinden sind; Fürsten,die nichts kannten, als den verderblichen Waffenruhm, eine
Justinianischer stamm.
5 i 8 . Justiuus I.
527. Justinianus I., unterihm wird Africa undItalien durch seineFeld-herren Bclisar u. Narseswieder erobert.
534 - Codex Justinianeus.
565 . Justinus II.
578. TiberiüsII., adoptirt.
582. Mauritius, adoptirt.
Pannonien gegründet hatten, überziehen Italien. (SieheItalien , Jahr 493 .)
558 . Die Avaren , von den Türken aus Asien vertrieben,kommen an die Ufer der Donau, u. gründen ein Reich,das für die Römer beunruhigend wird.
568 . Die Longobarden überziehen Italien. Sie sollenursprünglich von der Mündung der Elbe aufgebrochenseyn , uud auf ihrem Zug die Heruler zerstört haben.Justinian wies ihnen im Süden der Donau einen Wohn-sitz an ; er wollte sie den Gepiden entgegensetzen ,die nach Attila’s Tode im Norden der Donau ein Reichgegründet. Die Longobarden zerstören es.
590. Chosrocs , aus Persien vertrieben , wird dureli dieRömer wieder eingesetzt.
5 x 4 *
523 .
520 .
53 o.
533 .
535 .
536 .
537.
555 .
>60.
574.
078.
Hormisdas.Johann I.Felix IV.Bonifae.II.IJohann II. |
Agapetus.Silverius.Vigilius.Pelagius I.,
Johann IIIJBenedict I.Pelagius II.
N. B. Um dieseZeit werden diePäpste von denKaisern u. Kö-nigen ernannt,genehmigt oderbestätigt. EinRecht, das sichgegen 5 oo Jahrelang erhält.
590. Gregor der Grosse.
5 o 8 . Trysagium , Hymne ,Bürgerkrieg veranlasst.
die einen
5 i 6 . Dionys der Kleine bewirkt dieEinführung der christlichen Zeit-rechnung.
553 . Fünfte allgemeine Kirchenver-sammlung zu Constantinopel gegendie drei Capitel desChalcedonischenKirchenschlnsses, welche die nesto-rianische Lehre aufrecht zu haltenschienen.
VItes JAHRHUNDERT.
Berühmte etc. — Amalasuntba, Theo-dora , Antonina , Beiisar , Narses ,Chosrocs der Grosse , Brunehild,Fredegunde.
Gelehrte etc. — Dionys der Kleine,Cassiodor , Triboniau , Jemandes ,Procopius, Agathias, Gregor v. Tours,Gildas , S. Benedict, S. Augustin , derin England das Christenthum predigte.
600 Jahre nach Christi Geburt.
1. Kent.
2. Sussex.
3 . Ost-Angeln.
4. Westsex.
5 . Northumberland.
6. Essex.
7. Mercien.
Picten vor ihren Sie-gern , den Scoten, ver-schwinden und beideim Norden von Eng-land nur mehr als EinVolk erscheinen. Diessgeschah geg. die Mittedes neunten Jahrhun-derts unterKenneth II.der gemeiniglich fürden einundsiebenzig-sten König , von Fer-gus I., dem Gründerder Monarchie , oder
ftv. Dagobert erbt den Thron 628 '(' 638 , und theilt das fränk. Reich unter seine beiden Söhne
h-;-:-
Äfi&Siegebert II. erhält Austrasien oder das östl. E rankreich.
£3 654 . Childerich II. , zweiter Sohn Chlodwigs II. 1
* 673. Dagobert II. , Sohn Siegeberts II.
HERRSCHAFT DER GROSSHOFMEISTER (majores domus).
Diese Kronbeamten reissen alle Gewalt an sich , wie es diePräfecten bei den römischen Kaisern getlian hatten. Als Pipinvon Heristal , einer von ihnen, nach Dagobert’s II. Tode, Herrvon Austrasien geworden , nöthigte er Theodorich III., ihn auchzum major domus von Neustrien anzunehmen , und von da anwaren er und seine Nachkommen die eigentlichen Regenten.
Chlodwig II. erhält Neu-f strien oder Westfrankr.656 . Chlotar III. , Sohn.670. Childerich II., Bru-der , Herr von der gan-zen Monarchie.
Schein - Könige.673. Theodorich III., Br.690. Chlodwig III., Sohn.695. Childebert III., Br-
.^Charibert erhält von sei- !$ nem Bruder einen Theil !i von Aquitanien. Von ihm !£ stammen durch die Her- !J zöge v. Aquitanien oder !
# von Gascogne die d’Ar- !\ magnacs, die Grafen von !4 Bigorre, die Könige von !i Spanien, died’Esclignac,
$ Mauleon , Perigord,
$ Montagu, Montesquiou,
* Montlezun , Lupe ,t d’Aranda etc.
"I
halten durch den Wall dertapfern Franken, nahmen dieschwärmenden Horden festenWohnsitz an ihren Grenzen,und bildeten dauernde Völ-kerschaften , wie die Schwa-ben , Baiern , Thüringer etc.
In diesem Zustand warDeutschland , als Carl derGrosse seine Eroberung voll-endete. Es fällt später einemseiner Enkel als Erbtheil swird noch einmal unter Carl
6 i 5 . Adalwald.
625. Ariald.
636 . Rothar.
652 . Rodoald.
653 . Aribert.
661. Pertliarit.
661. Godebert.
662. Griraoald.
671. Pertbarit,
wieder eingesetzt.686. Cunibert.
herren und Freunden.Es wäre unnüthig, dieNamen dieser Regen-ten aufzuzäblen. Wirmussten aber ihrenUrsprung und die Ent-stehung dieser Für-stenthümer erwäh-nen , da so oft in derGeschichte davon dieRede ist.
übrig blieb , wurdenStatthalter unter demNamen Exarchen ge-setzt , die zu Ravennaihren Sitz hatten.
Aistolpli , König derLongobarden , erobertecs 752 ; aber Pipin , derFrankenkönig, nahm esihm ab, und schenkte esdem römischen Stuhle.Carl der Grosse erneuer-te das Geschenk Pipins,nachdem er dem Reich
6or. Liuva II.
6 o 3 . Witerich.
6/0. Gundemar.612. Sisebut.
620. Reccared II.
621. Sviutila.
63 i. Sisenand.
636 . Chintila.
640. Tulga.
642. Chindaswind.653 . Reckeswiud.672. Wamba.
680. Erwig.
687. Egiza.
Nation, die den Genüssen und dem Glück der Häuslichkeitimmer fremd geblieben , das ist Alles , was die westgothi-sehen oder nelmehr die Annalen der meisten Nationen dar-bieten , die den Untergang des römischen Reichs herbeiführten. Nur die Deutschen , Franken und Äugeln haben unterjenem Sebvtrm von Völkern ihre Namen bis auf den heuti-gen Tag erkalten , und decken nun mit der Feinheit ihrerBildung und ihres Geschmacks das Andenken an ihre frühereBarbarei.
602. Pliocas.
Stamm des Heraclius.
610. Heraclius.
641* Constantin III.Heracleonas u. Constans II.668 . Constantin IV.
685 . Justinian II., ein ab-scheul. Tyrann, entsetzt.6 n 5 . Leontius ( TT698. ApsimarTib. J sur P-
6 o 3 . Chosroes überzieht Syrien, Palestina, Aegypten undKleinasien. Heraclius erobert sie wieder in sechsglorreichen Feldzügen.
622. Muliamed , seine Flucht von Mecca ; die Hedshra.
632 . DicSaracenen , arabischeVölkerstämme, vereinigensich unter den Chalifen , Muhamed’s Nachfolgern : siebeginnen ihre stürmischen Eroberungen und in kurzerZeit ist Persien , Syrien , Aegypten nebst den Inselndes Mittelmeers und Africa unterworfen , wo sie Tri-polis erbauen.
680. DieBulgaren, Ausgewanderte ausScythien, gründenein Reich an den Ufern der Donau ; eine MischungvonSlaven, Croaten, Wallachen, Mäliren, Bosnier etc.
604. Sabinianus.
607. Bonifacius III. Bonifac. IV.614. Theodat. I.
617. Bonifac. V.
025 . Honorius I.
640. Zephyrin. Joh. IV.
642. Theodorus I.
649. Martin I.
054 . Eugen. 607. Vitalian.
672. Theodat. II.
67(5. Donus I. 678. Agathon.
682. Leo II. 684. Benedict II.
686. Joh. V. Conon.
687. Sergius I.
609. Muhamed lehrt einen neuen Glau-ben , und bewirkt dadurch in derpolitischen wie in der religiösenWelt eine Revolution.
680. Sechste allgemeine Kirchenver-sammlung zu Constantinopel gegendie Monotheliten , welche bei zweiNaturen die Einheit des Willens inChristus behaupten. Dieser Streitdauert i 5 o Jahre und veranlasst diebeiden berühmten Ediete der KaiserHeraclius und Constans , Ecthesisund Typus.
Vlltes JAHRHUNDERT.
Berühmte etc. — Muliamed , Abu-becr, Aly , Omar, Zobeir , Hassan,Ebroin Musa, Pipin von Heristal.
Gelehrte etc. — Isidor von Sevilla,Marculf, Beda der Ehrwürdige.
700 Jahre nach Christi Geburt.
700 Jahre nach Christi Geburt.
Gegen das Jahr 800finden sieli alle dieseKönigreiche , durchErbschaft oder Erobe-rung , unter Egbertvereinigt , der dasLabyrinth dieser Ge-scliichte sehliesst , in-dem mit ihm die engfische Monarchie be-ginnt.
für den zwei u. dreis-sigsten, von FerguslI.an , dem Wiederher-steller derselben, aus-gegeben wird.
719. Carl-Martei, natürlicher Sohn Pipins von Heristal.
741. Pipin undCarlmann, seine Söhne. Pipin erliältNeustrien,wo er das Königtlium in der Person Cliilderichs III. wiederherstellt. Da aberCarlmann, der über Austrasien herrschte,sich zurückzieht , uud ihm nun die ganze Gewalt allein
711. Dagobert III., Sohn.
718. Chilperich II., Sohn Cliilderichs II.
720. Theodorich IV., Sohn Dagoberts III.
736 . Interregnum.
742. Childerich III., der letzte meroving. König.
bleibt, stürzt er den König wieder , den er gemacht, und bemächtigt sich der Krone.
CAROLINGISCHER STAMM , besteht 236 Jahre , liefert 11 KOENIGE.
75i. Pipin der Kleine setzt sich die Krone auf, uud theilt das Reich unter seine Söhne Carl und Carlmann.
768. Carl der Grosse , alleiniger Herrscher nach dem Tod seines Bruders ; einer der grössten Geister , die je einReich beherrscht. Er gründet das zweite abendländische Kaiserthum ; stirbt 814.
dem Dicken mit der Masse
700. Luitpert.
der fränkischen Monarchie
701. Ragumbert.
vereinigt, nach der Absetzung
702. Aribert II.
dieses Fürsten aber für immer
712. Ansprand.
davon getrennt.
712. Luitprand.
744 - Hildebrand. Raehis.
Pfeffel hat (im Franz.) ei-
749. Aslolf erobert das Exarohat.
neu vortrefflichen chronolo-
756 . Desiderius , der letzte longobardische
gischen Abriss der Geschichte
König, durch Carl den Grossen 774 ent-
dieses Landes geliefert.
setzt.
....
....
der Longobarden ein En-de gemacht. Diess wardie Gründung der welt-lichen Herrschaft desheiligen Stuhls , die,nach dem Charakter derPäpste , nach Zeit undUmständen, zu - uud ab-nahm.
EITES ABENDLÄNDISCHES KAISERTHUM , von CARL DEM GROSSEN gegründet 800 , dauert beinahe 100 Jahre , und zerfällt in mehrere Reiche.
701. Witiza. 711. Roderich, dft letzte König, von denSaracenen geschlagen und getudtet.
SARACENEN IS SPANTEN.
712. Die Mauren , Saracenen oder Araber , die durch denGrafen Julian aus Africa nachSpanien gezogen worden,zerstören das westgothisclie Reich , gehen über die Py-renäen , überschwemmen Gallien , und drohen der gan-zen Christenheit Sklaverei, alsCarl Märtel sie glücklicherMeise aufhalt , nach Spanien zurückdrängt und so dasübrige Europa rettet.
Die MaureS-Könige.
75o. Spanien wird anfangs durch Statthalter im Namen derChalifen regiert; als aber dieFamilie der Abassiden den
ASTURIEN,
von den M estgothengegründet, die deinJoch der Saracenenentflohen waren.718. Pelagius.
737. Favila.
739. Alphons I.
757. Froila I.
768. Aurelio.
774. Silo.
783. Mauregat.
788. Vercmund I.791. Alphons II.
7o5. Justinian II. wiedereingesetzt.
71 r. Philippicus.
7i3. Anastasius II.
716. Theodosius III.
Isaurischer Stamm.
718. Leo III.
741. Constantin V.
77 5 . Leo IV.
780. Constantin VI. u.Ireneseine Mutter.
797. Irene allein.
ri2. Spanien von den Saracenen erobert. fNieAcSpanien).
■46. Bürgerl. Krieg zwischen den Omijaden u. Abassidenum das Clialifat. Die letztem siegen , und verlegenden kaiserl. Sitz von Damascus nach Bagdad, wo Künsteund M'issenschaften unter ihnen blühen : sie regieren5 oo Jahre, bis sie, von den Türken zuerst erschüttert,durch die Tartaren 1248 fallen. Lange vorher hatteihre Macht schon dureli die Empörung einiger Ge-schlechter gelitten, die sich unabhängig machten , wiedie Edrisiden, die 800 Fez erbauten, und die Fatiiniden,die sich 969 Aegyptens bemächtigten.
701. Johann VI.
700. Johann VII.
708. Sisinnius. Constantin.
71 5 . Gregor II.
73 t. Gregor III.
741. Zacharias.
702. Stephan II., nur vier Tage,er wird von Mehreren nichtgezählt.
752. Stephan III.757. Paul I.
765. Steph. IV.772. Hadrian I.790. Leo III.
N. B. Romkommt wiederin den Besitz diePäpste zu wäh-len ; doeli blei-
726. Streit über den Bilderdienst;dauert i 3 o Jahre , und vollendetdie Trennung Italiens vom Orient.
787. Siebente allgemeine KirchenverSammlung zu Nieaea gegen die Icono-clasten oder Bilderstürmer.
7 55 . Gründung der weltlichen Herr-schaft der Päpste dureli die Schen-kungen Pipins u. Carls des Grossen.
(Siehe Italien).
VIHtes JAHRHUNDERT.
Berühmte etc. — Carl Märtel, AlMansor , Harun-Al-Raschid , Eudes,M' itekind, Tassilo.
Gelehrte etc. — Fredegarius, Alcuin.Georgius, Syncellus etc.
800 Jahre nach Christi Geburt.
800 Jahre nach Christi Geburt.
Englische
MONARCHIE.
Sächsischer Stamm.
827.Egbert. Unter ihmfangen die schreck-lichen Einfalle derDänen an.
836 . Ethelwolf , derden Päpsten denPetruspfennig bewilligt.
857. Ethelbald undEtlielbert.
866. Ethelred I.
871. Alfred derGrosse.
SchottischeMONARCHIE.
839. Kenneth II. unter-wirft die Picten , dievon da an mit d. Schot-ten vermischt bleiben.
809. Donald V.
868. Constantin II.878. Ethus.
880. Gregor d. Grosse.898. Donald VI.
Ludwig der Fromme erhält durch den Tod seines Neffen Bernhard das ganze Reich , das er unter seine 3 Söhne theilt; stirbt 840.
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Lothar , Kaiser und König von Italien , "J" 855 .
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/ Ludwig der Deutsche erhält die deutschen Länder bis an den Rhein.
? : Ludw.II., Kai-'-j* ser u. König v.Italien, "(" 875.Carl der Kahlebemacht, sichseiner Länder.
^ Lothar, König von^ Lothringen , ■(“ 869. _Seine Oheime be-mächtigen sich sei-ner Lander.
V FRANKREICH.888. Eudes (Odo) gewählt.8y8. Carl der Eiufältige.
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j ; Carl, König von Carlmann, König von Carl der Dicke , König von Schwa-Ludwig III., ! i
, Provence,f 863 . Baiern, f 880. Arnulf, —| ben, dann Kaiser 880; vereinigt die ^ König von *
Seine Brüder sein natürl.Sohn, wird ganze Monarchie Carls des Grossen , Sachsen,
theilen die Län- in der Folge König und verliert sie durch seine Unfähig- j'882., ^
der. von Deutschland. keit. Er wird 888 abgesetzt. *
-888. ZERSTUECKELUNG DES REICHS CARLS DES GROSSEN. 888.-
N. B. Die Reihenfolge der Carolinger Kaiser sieheTafel 22.
|fö-Carl der Kahle , König von Frankreich 840 , Kaiser 875,
Ludwig der Stammler , König von Frankreich , "j“ 879.
h -x
igf; Ludwig III. und Carlmann , zu- >&- ; Carl der Einfältige folgtgleich Könige von Frankreich. nicht gleich in der Regie-
Nacli ihrem Tode bemächtigt sich rung, und wird erst 898Carl der Dicke ihres Reichs. König von Frankreich.
BURGUND jenseits d. JURA,umfasst Savoyen , M^allis , dieSchweiz.
888. Rudolph.
BURGUND diesseits d. JURA, IKönigreich Arles oder Provence.I877. Boso. I
890. Ludwig. I
DEUTSCHES KAISERREICH,das stets ein Wahlreich geblieben.
888. Arnulf, Bastard von Carlmann , dem Königvon Baiern.
KOENIGREICH ITALIEN.
889. Guido von Spoleto und Berengar von Friaul streiten um dieitalienische Krone.
NAVARRA,ein gegen die Mittedes neunten Jahrh.dureli Enn. Arista,Grafen v.Bigorre,gegrüudetesReieh.
Die ersten Regentensind ungewiss.
Enn. Arista.
Ximenes , Ennic. II.858 . Garcia I.
880. Fortiiuio.
(hmniaden das Clialifat entreisst, fliehtAbderahmaJ , um der allgemeinenAusrottung seines Stammes zu entge-hen, nach-Spanien, und wird dort vonden Muliamedanern zum König er-
wählt.
Cordova wird der Sitz des Reichs,und das om®iadischeHaus herrscht biszum Jahr 1024, da es ausstirbt unddas Reich in eine Menge kleinerunabhängig^ Staaten zerfällt. DieserUmstand und die vielen Kriege in derDynastie der Ommiaden begünstigendas Aufkommen neuer christl. Herr-schaften , Navarra, Castilien , Ar-ragonien, Portugal etc., wodurch zu-letzt die mahomedanische Herrschaft
842. Ramir.
85 o. Ordonio I.
866. Alphons III., derGrosse.
Das morgenl. Reich erhältnach u. nach den Namengriechisches Kaiserreich.
802. Nicepliorus I.
8ir. Stauratius. Michaeli.8 i 3 . Leo V.
Phrygischer Stamm.
820. Michael d. Stammler.829. Theopliilus I.
842. Michael III.
Makedonischer Stamm.
867. Basilius I.
886. Leo VI.
807. Die Dänen und Normannen, die die Küsten derNordmeere bewohnen , beginnen ihre furchtbarenStreifzüge.
839. Erste Nachricht von den Russen , die eine Gesandt-schaft nach Constantinopel schicken.
885 . Die Hungarn , wie man behauptet, eine Wanderungvon Türken , kommen von dem Osten der M r olga her.Man glaubt, dass sie einerlei Ursprungs mit den Lappensind. (Siehe Gibbonin seiner Geschichte über die Grösseund den Verfall der Römer.) Ihre Streifzüge sind langeZeit eine Plage für die Griechen und für das fränkisch-deutsche Reich.
813. Steph. V. Iben sie noch817. Pascal I. I ge en 3 oo Jahre824. Eugen II. I unter der Macht
827. Valentin, (der Kaiser.
828. Gregor IV.
844 - Sergius II.
847. Leo IV.
855 . Benedict III.
858 . Nicolaus I.
867. Hadrian II.
872. Johann VIII.
882. Marinus oder Martin. II.
884 - Hadrian III. 885 . Steph. VI.891. Formosus.
896. Bonifac. VII. Steph. VII.
897. Romanus.
898. Theodorus II. Joh. IX.
lu diesem und dem folgenden Jahrhundert nehmen allmählig alle Völkerdiesseits und jenseits der Donau dasChristenthum an, ihre Sitten werdenmilder , und so treten sie durchstufenweise Bildung in die euro-päische Gesellschaft ein.
869. Achte allg. Kirchenversammlungzu Constantinopel gegen Photius,der die Trennung der Griechen vonder abenländischen Kirche vor-bereitet.
IXtes JAHRHUNDERT.
Berühmte etc. — Robert der StarkeAl-Hakem , Achmed.
Gelehrte etc. — Eginhard, AlmamonRhaban-Maurus, Abu-Mashor, HasanHincmar , Scotus.
900 Jahre nach Christi Geburt.
900 Jahre nach Christi Geburt.
901. Eduard der Ael-tere.
925. Athelstan.
941. Edmund.
946. Edred.
955 . Edwin.
957. Edgar der Fried-fertige.
975. Eduard der Mär-tyrer.
978. Ethelred II.
ENGLAND.
909. Constantin III.949. Malcolm I.
958 . Indulf.
967. Duff.
972. Culen.
977. Kenneth III.
SCHOTTLAND.
924. Rudolf, gewählt.y 36 . Ludwig der Ultramariner.
954. Lothar.
986. Ludwig V., der letzteCarolinger.
Die Capetinger,
35 Könige.
987. Hugo Capet.
996. Robert.
FRANKREICH.
911. RudolphII., sein Sohn, erobertItalien 925 , tritt es an Hugo ge-gen die Provence ab , und ver-einigt die beiden Burgunde 928.
907. Hugo überlässt das cisjuraniselie Burgund dem Königedes transjuranischen, um dieKrone Italiens unbestritten.. .zu erhalten.
937. Conrad regiert über beide Burgunde.
994 . Rudolph III. vermacht seine Staaten io32 dem deutschen KaiserConrad.
KOENIGREICH DER BEIDEN BURGUNDE.
900. Ludwig IV., das Kind, der letzte Carolingerin Deutschland.
SAECHSISCHES HAUS.
919. Heinrich der Vogler.
936 . Otto I. der Grosse , erobert Italien , und er-wirbt für immer dem deutschen Reiche die Kai-serkrone.
973. Otto II.
983. Otto III.
DEUTSCHES KAISERREICH.
900. Ludwig , König von Provence , Kaiser 901.
907. Berengar von Friaul, Kaiser 917.
926. Rudolph, König des transjur. Burgunds , vertauscht seineEroberung gegen das cisjuranisclie.
928. Hugo vertauscht das cisjuranisclie Burgund gegen Italien.
942. Lothar vermählt sich mit der Adelheid von Burgund.
948. Berengar raubt den Thron , und hält die Königin Adelheidgefangen , die Otto dem Grossen Hand und Krone für ihreBefreiung anbietet.
Der siegreiche Otto erwirbt die Königin 11. ihr reiches Erbe ; fürDeutschland und Italien die traurige Quelle unaufhörlicherUnruhen.
KOENIGREICH ITALIEN.
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yo 5 . Saneho I. , derWiederhersteller.
926. Garcia II.
970. Sanclio II.Abarea.
994. Garcia III., derZitterer.
NAVARRA.
umgestürzt, und unter Ferdiuand und
IsabelU i49 J 8 *ozlicli vernichtet wird.
910. Garcia I.914. Ordonio II.922. Froila II.924. Alphons IV.927. Ramiro II.950. Ordonio III.
saracenen in Spanien.
ASTURIEN.
911. Alexander und Con-stantin VII.
919. Romanus mit seinenSühnen Christh. Steph.und Constantin VIII.
945. Constantin allein.
959. Romanus II.
963—969. Nieeph. Phocas,Joh. Zemisces, Usurp.
9^6. Basil II. und Constan-tin IX.
GRIECH. KAISERREICH
Die Türken besassen im sechsten Jahrh. ein bedeutendesReich in Scythien ; es zerfiel aller wegen seiner grossenAusdehnung; unabhängige Stämme bildeten sieli, die vonChina bis an die Wolga umherzogen , und sich bald zuHerren der asiatischen Herrscher aufwarfen , bald ihreSklaven wurden.
Im Jahr 997 gründeten die Gasneviden , östlich vonPersien , nahe bei den Chalifen ein Reich , das io 38 vonden Scldschucken umgestürzt wurde. Diese dehnten ihreEroberungen bis an den Nil und das schwarze Meer aus.DieOttomannen endlich erhoben sich 1240, bemächtigtensieli eines Theils von Asien , und drängten sich durch dieEinnahme von Constantinopel 1453 in Europa ein.
900. Benidict IV. 903. Leo V.
Christoph. , Sergius III.
911. Anast. 111 . 9 ( 4 - Lando. J0I1.X.928. Leo VI. 929. Steph. VIII.
9 3 1. Joh. XI. 936 . Leo VII.
939. Steph. IX. 942. Martin III.946. Agapet. II. 906. Joh. XII.964. Leo VIII. Ben. V. Joh. XIII.972. Bened. VI. Bonif. VII.
974. Domnus II. Bened. VII.
984. Joh. XIV. Joh. XV. Joh. XVI.
910. Mönchsorden zu Clugny gestiftet.
946. Die Dänen werden Christen.
989. Die Russen werden Christen , daWladimir , Herzog von Kiow, sichmit einer Schwester d. griechischenKaisers vermählt.
BEGEBENHEITEN in der KIRCHE.
Xtes JAHRHUNDERT.
Berühmtes tc. — Rollo, Albericus,Marozia , Theodoratus, Hugo derWeisse.
Gelehrte etc. — Luitprand , KaiserConstantin-Porphyrog., Gerbert oderPapst Silvester II., Witiehiud, Alfarabi,Azophy , Rhaces.
LITERATUR UND SCHOENE KUENSTE
in den ersten zehn Jahrhunderten der neuernZeitrechnung.
Was in der Geschichte der Menschheit am meistenreizt, belehrt und befriedigt, ist die Geschichte derLiteratur uud der schönen Künste. Auch sie zählenübrigens ihre schönen Tage und ihre Zeiten desUnglücks;und ihr Schicksal, ihre Revolutionen hängen immermehr oder weniger unmittelbar mit den Revolutionen,mit dein Schicksal der Reiche zusammen.
Dem Heldenruhme gesellen sich die Wissenschaften zuund verewigen ihn; sie blühen, wo Ueberfluss herrscht,und weilen gern imSchoose des Friedens, dessen Werthsie schätzen machen ; wo aber der Geist öffentlicherOrdnung weicht, da schwindet auch ihre Fülle; wobürgerliche Unruhen sich erheben, da gerathen sie aufAbwege , und verderben oder verschwinden , wo fort-dauerndes Elend den Untergang eines Volkes herbei-führt. Ihre Rückkehr bezeichnet fast immer, wie das derTaube zur Arche , das Aufhören der Stürme; und nieerscheint der Genius der Wissenschaft kräftiger, reicherund üppiger, als wenn ihm eine siegreiche, frieden-bringende Haud nach heftigen Erschütterungen Schutz,Gunst und Ehre bietet.
Wir wollen nun hier einen Blick auf die Haupt-momente dieses merkwürdigsten Theils der Geschichteder Menschen werfen, derihre häusliche Existenz, ihrenLebensgenuss und ihr Glück am meisten berührt.
Gleich der Zeitpunkt, mit dem das vorliegende Ge-mälde beginnt, gehört zu den schönsten Epochen derLiteratur. In dein glänzenden, für die Wissenschaftenso denkwürdigen Zeitalter des Augustus , wo Virgil,Horaz, Tibull, Ovid und so viele Andere ihre unsterb-lichen Gesänge dichteten, feierte die römische Literaturihren schönsten Triumph; Rom aber beherrschte zujener Zeit die ganze Erde , und die römische Literaturwar die Literatur der Welt. Eine so ausserordentlicheAnzahl grosser Männer, ein so merkwürdiger Zusam-menfluss verschiedenartiger Geister kann nur der vor-hergegangenen politischen Erschütterung zugeschriebenwerden. Sie gehen gewöhnlich aus jenen gewaltigenbürgerlichen Revolutionen hervor , die ihren Urhebernso wenig Segen bringen, und dem Geschlechte , dassie treffen , so theuer zu stehen kommen.
Auf das Zeitalter des Augustus folgen die Zeiten desL’rajans , Antonins und Marc-Aurels, wo sich vielleichtweniger schaffende Kraft zeigte, aber ohne Zweifelmehr wahrer Lebensgenuss bestand. Ein so entzückendesSchauspiel finden wir in der ganzen Geschichte nichtwieder, eine Zeit, wo die Geistesbildung in vollerBlüthe stellt und die gesellschaftliche Ordnung ibschönstes Fest feiert, wo 120 Millionen Menschen, vonFürsten regiert, die das Abbild der Gottheit scheinenim Genüsse der Ruhe und des Ueherflusses leben , wKünste und Wissenschaften, die Zierde und Süssigkeitdes Lebens , sich in allen Theilen des Reichs , von denUfern des Euphrats bis an Caledoniens Grenzen , vonden Gestaden der Donau bis an Africa’s brennendenSand, verbreiten , und wo der Geist griechischer Kunstin Gebäuden, Gemälden und Statuen überall, in denöffentlichen Denkmälern der Städte , und in den Ver-zierungen reicher Landsitze sich offenbart.
Im dritten Jahrhundert gelangen wir zu einem grossenScheidepunkt ; die heidnische Literatur erlischt, diechristliche beginnt. Während das Reich in Anarchieallmählig abstirbt, bildet sich durch den Enthusiasmuseiner verfolgten Religion , unter geheimer Führung dergöttlichen Vorsehung, eine der merkwürdigsten geistigenUmwandlungen. Tertullian und Origines geben dazudas erste Zeichen und eröffnen eine neue Bahn, auf deralsbald jene Schaar hervorleuchtender christlichen Ge-lehrten folgt , deren berühmte Schriften das vierteJahrhundert verherrlichen Noch bis auf den heutigenTag sind sie die Fackel der christlichen Lehre, dasOrakel der Kirche geblieben.
Aber bald darauf, im fünften Jahrhundert, erscheintder grösste Unstern, der je die Literatur getroffen ,und wenig fehlte, so wäre die Wissenschaft ganz für dieErde verloren gegangen. Wir sehen die nordischenVölker gleich reissenden Strömen hereinbrechen , dasgesellschaftliche Gebäude niederreissen , und die ganzeCivilisation zerstören. Die Musen fliehen vor ihrem ver-heerenden Zuge , die Wissenschaften verschwinden ,die Denkmäler werden zerstört oder verstümmelt; kurzdas geistige Licht erlischt von dem Hauche der Barbarei,und dicke Finsterniss umhüllt lange Zeit das ganzeAbendland. Ueber dem Vaterland eines Seneca, Lucan,Trajan sollte die roheste Unwissenheit sich erheben ,und die Länder wo später Racine , Corneille , Newtonund Leibnitz die Welt erblickten, waren vonMensclienbewohnt, die der Waffenruhm wohl Helden nennt,denen man aber im Gebiete der Wissenschaft sogar dieFertigkeit absprechen muss, ihrenNamen zu schreiben.Alles schien sich zu jener Zeit gegen die geistige Bildungzu verschwören. Der alte , grosse Sammelplatz derherrlichsten Denkmäler , Rom , wurde in dem fünftenund sechsten Jahrhundert viermal eingenommen undverheert , zuerst von den Gothen , dann von den Van-dalen , von den Longobarden und endlich von denSoldaten des Belisar’s. Diese den Künsten so feindseligeNamen allein deuten schon hinreichend das traurigeLoos an , das über sie ergangen , und erklären , woheres kommt, dass wir seitdem so viele Schätze aus demrömischen Boden hervorziehen mussten , den wir nochtäglich mit Eifer und zuweilen mit Glück durchsuchen.Denn fast alle Antiken, die in unsern Tagen die Wonneunseres Schönheitsgefühls ausmachen , und für dieherrlichsten Muster der Kunst gelten, verdanken wirnur unserer Sorgfalt, dieUnbilden der Barbaren wiedergut zu machen.
Während nun Rom mit allem Schönen zu Grundeging , erfuhren anderwärts die Wissenschaften ebenso furchtbare Schläge : zu Constantinopel wurden imfünften Jahrhundert 120,000 Bände , unter denen sich,sagt man, die Werke Homers mit goldener Schriftbefanden, ein Raub der Flammen ; und im siebentenliess Omar , der Chalife , die berühmte AlexandrinischeBibliothek anzünden, mit der die merkwürdigstenSchätze für die Welt verloren gingen.
Mitten unter so vielen Schicksalsschlägen, in dertrostlosen Dunkelheit, späht der Freund der Wissen-schaften mit gepresstem Herzen und besorgtem Blickumher, wo das Licht wohl wieder aufgehen könnte :und nur ein matter Schimmer leuchtet ihm noch vonConstantinopel. Am Sitze der Kaiser glimmen zwar nocheinige letzte Funken des heiligeu Feuers; Trümmer derBildung finden sich noch, aber ohne Keim der Wieder-belebung , nur als Beweise der Untergangscatastrophe;Die tiefgesunkenen Griechen, leer, disputirsüehtig,feige und verdorben, lassen keine Verbesserung hoffen,und man ist darauf beschränkt, einen bessern Zustandder Dinge von den Barbaren selbst zu erwarten. Ein soedler Ruhm war in der That dem Chalifen von Bagdad,Harun-Al-Raschid, Vorbehalten; da er die Griechen vorConstantinopel geschlagen, legt er ihnen die Bedingungauf, dass sie ihn Abschriften von ihren gelehrten undkostbaren Manuscripten nehmen lassen , und dieseerhabene Handlung dürfte wohl ein Muselmann mitWohlgefallen als eine würdige Aussöhnung der UnthatOmar’s zu Alexandrien anführen. Auf Al-Rasehid’sschöpferischen Ruf füllt sich nun sein Hof mit Gelehrtenund Dichtern; die Literatur erhebt sich lind blüht unterden Arabern , und die kummervollen Musen finden imOrient wieder Tempel. Aber umsonst streben im Abend-lande Carl und AlfredmitihremhohenSinnenacheineraähnlichen Ruhme; ihre grossartigen Bemühungen erlie-gen unter einem traurigen Verhängniss ; keine Nach-eiferung führt ihr Werk fort, und unwürdige Nachfolgerzerstören sogar das Geschehene. So erscheint dennendlich das zehnte Jahrhundert in der ganzen Hässlich-keit des abgeschmacktesten Aberglaubens , der Rohheitund der Unwissenheit. Die Wissenschaften sind in denKlöstern , wohin sie sich geflüchtet, bei Mönchen , dienicht ihre Priester, nur ihre Wächter sind, vergraben ;die schönen Künste, erdrückt unter der unförmlichenMasse einiger gothiseken Monumente ; der sittlicheZustand der Gesellschaft bis zum verzweifeln elend;überall nur Unvernunft und niedere Leidenschaft, sodass es scheint, als seyen die Grazien, der gute Geschmackund alle zarten Beziehungen , die den Reiz des Lebensbilden und erhöhen, aus der Versammlung der Menschenentwichen, um das Bild einer verwilderten, grässlichenPeriode zu vollenden, die von spätem Geschlechternmit dem Namen : das eiserne Jahrhundert, bezeichnetwerden. (i 8 o 3 ).
No. III. GEOGRAPHIE DER GESCHICHTE. Erste Abtheilung.
Verleger : Johann Velten in Carlsruhe. — Gedruckt bei G. Braun. 1820.