PIAN DIESER CARTE.
ART SIE ZU GEBRAUCHEN.
Nachdem die Einrichtung der vorhergehenden Carte erklärt worden , die die alteGeschichte enthält, so wird nur wenig zum völligen Verständnis» der gegenwärtigenzu sagen seyn , die die neue Geschichte darstellt. .
Die neue'Geschichte, von der Geburt Christi Ins auf unsere Tage umfasst einenZeitraum von achtzehn Jahrhunderten ; diese Jahrhunderte finden wir auf unsrerCarte je zwei und zwei in Räumen dargestellt, die durch weisse Horizontalstreilenahgetheilt sind. Betrachtet man nun lilos die horizontale Ausdehnung eines solcheneinzelnen Raumes, so hat man die gleichzeitige Geschichte von allen LandernEuropa’s, während zweihundert Jahren vor Augen; folgt man aller im Gegentlieil nurder senkrechten Länge einer einzelnen Colnmne, so sieht man in ununterbrochener
Folge die Geschichte des einzelnen Volkes, dem sie gewidmet ist.
Die nämliche Farlie , die auf der vorigen Carte für die Römer gehraucht wordenbezeichnet sie wieder auf dieser ; andere Farlien beben die Viilker hervor , die aulsie folgen. Da indessen im Verhältnis zu den vielen Völkern nur wenige färbenangewendet worden , so war man in dem Falle, diese zuweilen bei solchen Coluiuneiizu wiederholen, die in keiner besondern Beziehung mit einander stehen; die Wieder-holungen sind aber immer weit genug aus einander , um keinen Irrtlmm zuzulassenMit der grössten Leichtigkeit wird inan nnn durch die blose Ansicht der verselne-denen Farben im Stande sevn , sogleich Entstehung , Fortschritte, RevolutionenDauer und Fall eines jeden Volkes zu bestimmen; alle Hauptzüge der neuen Geschichtetreten hier zu gleicher Zeit vor das Auge , und die Uehersicht enthält recht eigentlichdie Anatomie, mit deren Hülfe man leicht, schnell und sicher zur Kenntnis» de:ganzen Körpers gelangt. Sie ist demnach die wahre Grundlage für die neue Geschichte,und wir wiederholen bei ihr, was wir bei der vorhergehenden sagten ; sie musssorgfältig studirt werden ; mau muss sie ganz und vollständig inne haben , ehe manweiter zu der ausführlichen Geschichte schreitet, und der Lernende muss von obenbis unten, und umgekehrt, nach allen Richtungen, auf alle Fragen, nii lt etwanach einer gewissen Routine , sondern nach klarem Verständniss antworten könnenSelbst dann aber , wenn er schon weiter fortgeschritten ist, führe man ihn noch oitdarauf zurück ; seine Zeit dabei wird nicht verloren sevn ; denn er wird sich stet!die wahre Grnndzüge aufs neue vergegenwärtigen, immer mehr gegen jede Verwirrungsich waffnen und grössere Klarheit gewinnen. Wir wollen nnnden Inhalt der vorliegeuden Carte durchgehen , wie wir bei der vorigen gethau haben.
DAS ROEMISCHE REICH.
Zur Zeit der Ankunft unsers Heilands , womit die neue Geschichte beginntgehorchte die ganze eivilisirte Welt dem römischen Kaisertlirone , der eben damal:vom Kaiser Augustus errichtet war.
N. B. Uelier die Ausdehnung , Eintlicilung , überden Verlust und die Erwerbungendieses berühmten Kaiserthums gibt eine eigene Carte in dem Atlas Nr. 7 ,
der Aufschrift römisches Reich nähere Nachricht.
Dieses ungeheure Reich , das in Europa , Asien und Africa seine Herrschaft ausdehnte , und dessen Grenzen oben auf der Carte angegeben sind , batte eine Dauervon beinahe fünf Jahrhunderten von Augustus bis auf Augustulus , wie man durcdie fortgeführte grüne Farbe bemerkt, die zur Bezeichnung der Römer gewählt ist.
Die erste senkrechte Colnmne gibt in kurzen Sätzen eine Charakteristik dieserfünf Jahrhunderte sowohl als aller folgenden.
Das erste Jahrhundert wird mit Tyrannei und Grausamkeit bezeichnet, weil esvoll der abscheulichsten Gräuel erscheint , die von schändlichen KaisernTiber , Nero , Caligula und Domitian verübt wurden.
Das zweite Jahrhundert hat den Beisatz: die glücklichsten Zeiten , wegen dertrefflichen , tugendhaften Kaiser Trajan , Hadrian , Antonin und Marc - Aurel.Unstreitig ist dieses die Kpoehe, wo die grösste Anzahl Menschen zu gleicher Zeitdes schönsten politischen Glückes genossen; und wenn je die mythologischeBenennung des goldneu Zeitalters hienieden eine Anwendung findet , so dürfteallerdings jene unvergleichliche Periode mit einigem Rechte darauf Anspruch machendie das prächtige und hiureissende Bild einer, durch den Genuss der doppeltenWohlthat des Friedens und des Ucberflusscs, unter der schützenden Aegide allerfürstlichen Tugenden , glücklichen Bevölkerung von hundert und zwanzig MillionenMenschen darbot.
Das dritte Jahrhundert ist das der militärischen Anarchie, denn in diesem Zeitraummasste sieh eine zügellose Soldateska die Macht an , Kaiser zu entsetzen und auf deiThron zu erheben , wie es ihre bliude Laune oder Raubgier eingab.
Das vierte Jahrhundert ist das derTheilung , weil Valentinian zu der Zeit, wie dieCarte zeigt, das römische Reich förmlich theilte, indem er den W esten für sichbehielt, und den Osten seinem Bruder Valens übcrliess.
Das fünfte Jahrhundert endlich ist das der Auflösung des abendländischeKaiserthums , dem der Name des Römischen vorzugsweise wegen seiuer HauptstadtRom geblieben war. Die Barbaren stürzen es gänzlich um , wie die Unterbrechunder grünen Farbe auf der Carte und der Ucbergang zu andern Farben zeigt, weleheneue Völker , die Gründer der meisten neuern Staaten , andeuten.
Mehr bedarf es wohl nicht, um auch verständlich zu macheD, was mit dem übrigenTheil der Colnmne, die die Charakteristik der achtzehn Jahrhunderte enthält,gemeint sey. Wir wollen dagegen noch bei den beiden berühmten Reichen imAbendland und im Orient verweilen , und ilire Ausdehnung, ihre Dauer und ihr
Schicksal betrachten ; wesentlicheGegenstände,derenKcnntniss fürdas\erstäudniss
der ganzen spätem Geschichte unentbehrlich ist.
DAS MORGENLAENDISCHE REICH.
Es bestand grüsstentheils aus asiatischen Provinzen. Daher ist seine Geschichteauch mehr mitden grossen Begebenheiten seines Weltthcils verwebt, und hat für unsweniger Interesse. Wir bemerken hier uur , dass es durch verschiedene wiederholteAngriffe der Barbaren Asiens stufenweise abnehmend , zuletzt unter den Türken ,die Constantinopel erstürmen , völlig verschwindet. So endigte das Kaiserthum , das1 Valens bis auf Constantinus Paleologus einen Zeitraum von beinahe eilf hundertJahren fort bestanden , und die verschiedenen Namen , morgenländisehes Reich ,griechisches Reich , Reich von Constantinopel, geführt hatte. Man findet all diesesauf der Colnmne angedentet, die dieses Reich darstellt. Die chronologische Folgeder Kaiser ist aber auf deu beiden Uebersichten zu suchen , welche unter derAufschrift : Geographie der Geschichte , der gegenwärtigen folgen. Ihre Geschichteliefert Gibbon in seinem W erke über den Verfall des römischen Reichs, und Lebeauin seiner Geschichte des abendländischen Kaiserthums.
ABENDLAENDISCHES REICH.
Das abendläudisohe Kaiserthum hat für uns ein besondres Interesse , nicht blos ,weil es fast ganz in Europa gelegen war, sondern weil der Ursprung der meistenjetzigen Staaten in direeter Verbindung damit steht. Wie die Carte zeigt war seineDauer nur ein Jahrhundert, von Valeutinian bis auf Augustulus ; seine Provinzen ,welehe dort unter Valentinian aufgeführt sind , unterliegen nach einander denSchlägen der nordischen Barbaren von Europa , deren Namen , ursprünglicheWohnsitze , von wo sie ausgingen , Wege die sie genommen, und Niederlassungenauf einer besondern Carte von neuer Erfindung in diesem Werke No. 8 angegebenund aufgezeichnet sind.
Da das Reich nicht auf einmal fiel, sondern seineProvinzen nach und uach verlor,da ferner die Einfälle nicht von einem einzelnen barbarischen Völkerstaimne , sondernvon mehreren geschahen , von denen jeder wieder einen besondern Staat bildete , soscheint es am zweckmässigsten, um alle diese Revolutionen in gewisser Ordnungundin ihrer, wenn gleich entfernten, doch unmittelbaren Beziehung mit dem was heut ziTage besteht, darzustellcn , dass wir jede Provinz des ehemaligen Westkaiserthumseinzeln vorüberfuhren, und ihre Schicksale, von dem Falle dieses Reichs an bis aufdie jetzige Zeit» besonders betrachten. Um nun diesen Gang zu erleichtern , findetman auf der Carte gegen Ende des vierten Jahrhundertsjene verschiedenen Provinzenin besondern durch dickeschwarze Linien getrennten Columnen dargestellt, nämlich:Britannien, Gallien, Germanien, Italien und Spanien. W ir wollen ihre Geschichtekürzlich einzeln durchgehen.
BRITANNIEN, das heutige ENGLAND.
Gegen das Jahr 45 o sieht man die Farbe, die die Römer bezeichnet, in dieserColumne in eine andere ubergehen , die uns aufmerksam macht, dass die Angelnund Sachsen sieh nun dieses Landes bemächtigen ; es wird in sieben Königreichegetheilt, welche die sogenannte Heptarchie bilden; diese besteht bis zuin Jahr 82eine dritte Farbe die Vereinigung jener Reiche unter Egbert andeutet; mit ihr beginntdie englische Monarchie, welche bis auf unsre Zeit durch sieben auf einander folgendeFamilien , im Ganzen 5 i Könige fortgeführt, seit ungefähr 1000 Jahren besteht.
Die Columne auf der Carte enthält die Namen dieser Familien , die Art, wie siezur Herrschaft gelangt, die Zahl der Könige , die aus ihnen hervorgingen und diehervorragenden Begebenheiten ihrer Regierung.
Die folgenden Carten mit der Aufschrift: Geographie der Geschichte, gehen diechronologische Reihenfolge der 5 i Könige.
Die historische Carte von England in diesem Werke liefert, von Wilhelm demEroberer an, dieGenealogie dieser Könige, das Jahr ihres Todes, ihre Gemalihnn<Kinder ete. etc., und eine Menge umständlicher Nachrichten vou der englischenGeschichte.
DiegeographischeCarte Englands endlich zeigt die 4 Theile des grossbritannisehenReichs, ihre Territorial- und legislative Vereinigung, die Orte der in der englischenGeschichte berühmten Schlachten , das Jahr wann sie geliefert worden , die Sieger,die Besiegten. Die merkwürdigsten Landungen finden sich durch eine farbige Fahnedie Feldzüge Carls I. gegen sein Parlament , der Einfall Carls II. und die Expeditiondes Prätendenten im Jahr 174a durch Linien angezeigt, so wie denn alle dieseBegebcuheiteu auf dein Rande kürzlich beschrieben siud.
GALLIEN, das heutige FRANKREICH.
In dieser Columne sieht man zu Anfang des fünften Jahrhunderts drei barbarischeNationen , dieFrankcn , die-Burgundier und Westgothen an die Stelle der römischHerrschaft treten. Die Franken bemeistern mit der Zeit die beiden audern undnehmen ihre Stelle ein : das Wachsen ihrer Farbe zeigt, wie sie in die benachbarteColumne, in Germanien, eindringen und stufenweise Fortschritte machen, bisendlich Carl der Grosse die Eroberung dieses ganzen weiten Landes vollendet, dengrössten Theil vou Italien unterwirft, und so das zweite abendländische Kaiserthumgründet. Wie man nun diese Farbe der Franken weiter verfolgt, so sieht man nacheinem Jahrhundert auch dieses zweite Kaiserthum unter Carl dem Dicken wiederzusammen fallen, und aus seinen Theilen fünf ganz verschiedene Staaten hervorgehenFrankreich , das noch jetzt fortbestellt , die beiden burgundischen Reiche , die baldwieder verschwanden, Deutschland , das bis auf die neuern Zeiten ein Wahlreichgeblieben war, und das Königreich Italien , wo eine Menge Revolutionen folgten.Nur die drei ersten gehören der Colmnne an , die Gallien vorstellt.
Die beiden Burgund, zuerst getrennte Reiche, bald aber vereinigt und endlich an diedeutschen Kaiser vererbt, die nichtinden Genuss davon kommen können, zerfallen inTrümmer. Mit einem grossen Theil davon bereichert sich Frankreich zu verschiedenenEpochen ; das Uebrige kommt unter die Herrschaft des Hauses Savoyen und machtin neuern Zeiten einen bedeutenden Theil der Schweizer Cantone ans.
BeiFrankreiehfindet dagegen vomAnfangseinerColuinne an ein einfaches Verhält-nis« Statt; man sieht drei Familien, dieMerovinger, dieCarolinger und dieCapetinger,welche nach einander in einem Zeitraum von beinahe 1400 Jahren 69 Könige gaben.
Die Geographie der Geschichte Taf. 3 und 4 geht über alle diese Gegenstände insEinzelne.
Die allgemeine historische Carte von Frankreich liefert insbesondere die genea-logisch - chronologische Folge der Capctinger Könige , ihre Vermählung, ihreKinder , ihren Tod , eine kurze Charakteristik ihrer Regierung , und wichtiBemerkungen über die drei königlichen Linien , die dieses Haus gebildet.
Zwei andere historische Uebersichten von Frankreich gehen die vollständigstenNotizen von den verschiedenen Seitenlinien , die aus diesen königlichen Stamm-linien hervorgegangen, eine Zusammenstellung der innern Bürgerkriege und derKriege mit Fremden , eine Nachricht mit seinen Geschichtschreibern etc.
Die geographische Uehersicht von Frankreich liefert auf demselben Blatte zweiCarten ; auf der einen findet man die physische Geographie dieses Landes, mitBezeichnung derOrte, woSchlachten geliefert worden etc., die andere stellt auf eineneue einfache Weise die allmählige Vergrösserung des französiehen Gebiets vonHugo Capet bis auf unsere Zeiten dar.
I>« JAHRHUNDERT.
DAS ROEMISCHE KAISERREICH
Grausame Tyrannei
umfasste zu jener Zeit die ganze eivilisirte Welt ; seine Grenzen hatten sich im Nordenbis an den Rhein mul die Donau, im Osten bis an den Tigris und Euphrat, im Süden
unter Tilxr , Caligula , Nero,
bis an die Sandwusteii Africa’s , und im "Westen bis an den grossen Oceun erweitert.
Domitian.
Seine Bevölkerung war auf hundert und zwanzig Millionen gestiegen.
Die Annalen der Weltgeschichte kennen kein mächtigeres Reich. Es erhielt sich
.. • • 100 J. nach Chr.* •••••••
beinahe durch fünf Jahrhunderte, von denen jedes eineu eigenthüinlichen Charakterträgt, wie in der Columne hier zur Linken angedeutet ist.
Ute. JAHRHUNDERT.
Dieses Reich gehorchte in den ersten 3 oo Jahren einem einzigen Kaiser, theilte sichim vierten Jahrhundert und fiel im fünften unter den wiederholten Einfällen nordischer
Die glücklichen Zeiten
Barbaren. Diese und alle andere hier nur summarisch dargestellten Begebenheiten,finden sicli einzeln bezeichnet auf den beiden Carten No. 3 und 4 , die unter der
unter Trajan , Hadrian , Antonin
Aufschrift : Geographie der Geschichte , bestimmt sind , diese zu begleiten. Die
und Marc-Aurel.
umständlichere Beschreibung siehe auf der besondern ('arte des römischen ReichsNo. 7. und auf der Carte von dem Einfall der Barbaren No. 8.
GEMÄLDE
DER NEUERN ALLGEMEINEN WELTGESCHICHTE
von Christi Geburt bis auf unsere Zeit; zur Erleichterung eines frucht-bringenden Studiums der Geschichte entworfen
A. LESAGE (LAS CASESJ.
N. B. Dieses Gemälde ist für das Studium der neuern Geschichte eben so wichtigals das vorhergellende für die alte Geschichte. Man muss sich nach allen Richtungenhin damit vertraut machen, um ein deutliches Bild von der Entstehnng der neuernStaaten, von den gleichzeitigen Begebenheiten etc. zu erhalten. Eine ausführlichereDarstellung der ersten zehn Jahrhunderte findet man auf Taf. 3 und der letzten achtJahrhunderte auf Taf. 4 *
FORTSETZUNG DER HISTORIKER, GEOGRAPHEN, DICHTER, REDNER cte. , die erste Zahl bedeutet das Jahr ihrer Gehurt.
6.
Valerius Maximus , j" 4 ° Jahre : merkwürdige Handlungen tiud Reden der Römer.
7. Pomponius Mela, 72 Jahre : geographisches Lehrgebäude.
q 3 . Plinius, der Naturforscher, T 52 Jahre: führt eine Menge verloren gegangenerHistoriker und Geographen an.
35 . Quintus Cuitius , 5 o Jahre : Die Geschichte Alexanders.
37. Josephus , ungewisse Zeit: (der jüdische Livinsb
44 * Tacitus, ■f 56 Jahre: Sitten der Germanen. 48. Plutarchns, ^92 Jahrergrosse Männer.5 o. Marinus von Tyrus , ungewisse Zeit: geographisches System.
65 . Suetonius, 'f’SyJ.: Gesell, der zwölfCaesarn. fio.Frontinus, “J“ 5 oJ.: von den Kriegslisten.80. Appianus, von den römischen Kriegen. 86. Florus, j“ 4 oJ.: Abriss der römischen Gesell.90. Arianus, Geschichte Alexanders. 100. Ptolomaeus : geographisches System,
116. Justinus, 5 o Jahre : Auszug aus Trogus Pompejus.
126. Ethicus, "f" 52 Jahre: Cosmographie des römischen Reichs.
140. Pausanias, ungewisse Zeit: Reisebeschreibung Griechenlands. A
164. Dio-Cassius, 65 J. : Gesell. Roms von Aeneas bis auf Alexander, zum Theil verloren.180. Herodianus, "f 58 Jahre : Geschichte der Kaiser von Marc-Aurel bis Balbinus.i 85 . Sohnus, f 40 Jahre: Polyhist. zusammengetragene hist, und geogr. Bemerkungen.190. Aelianus, 60 J. : verschiedene Gesell. 193.Diogenes Lacrt., Gesell, der Philosophie.
2. Seneca, f 6 j Jahre: Seine Manier trägt zum Verfall des guten Geschmacks bei.
3 . Odume'la, f 70 Jahre : Werke über den Landhai:.
20. Silius It.ilicus , f 70 Jahre : besingt deu ersten punischen Krieg.
32 . Peisius, f 3 o Jahre : satyr. Dichter.
36 . Valerius Flaccus, f 5 o Jalire : Gedicht über die Argonauten.
36 . Petronius, "f 3 o Jahre : freier Dichter. 38 . Juvenal, "J - 81 Jahre : satyr. Dichter.39. Lucanus, 26 Jahre: seine Pharsalicn. 40. Martial f 64 Jahre: satyr. Dichter.42. Quintilianus, ■j- 76 J.: sein \\ erk über die Redekunst. 6i. Statius, ^35 J.: seiueThebaide.
62. Plinius der Jüngere, "f 48 Jahre : seine Briefe, sein Panegyrieus des Trajan.
90. Epictetus, 80 Jahre: seine pliil. Aussprüche , von Arrian gesammelt.uh». Dionysius Periegetcs, ungewisse Zeit, hat den Strabo in Verse gesetzt.io 5 . Lucianus, f So Jahre : Gespräche der Todten.
120. Athenaeus, der griechische Varro genannt : die Sophisten bei Tische.
120. Aulus Gellius , t 5 <> Jahre : die .attischen Niirhte.
i 3 i. Galenus, der röinhehe Hippokratcs. 140. .ipulejus, -f - 55 J. : der goldne Esel.
160. Tertulliunus , ~j“ 58 Jahre : Apologie der Christen.
i 85 . Origenes, Co Jahre : Verteidigung des Christenthums.
200 Jahre nach Christi Geburt.
200 Jahre nach Christi Geburt.
IIP« JAHRHUNDERT.Militairische Anarchie.
Die Kaiser werden in schnellemWechsel von den Soldaten gewähltund ermordet.
• 3 oo J. nach Chr.«
IV»« JAHRHUNDERT.
Theilung des römischen Reichs.
Das Reich wil d durch Valentinianförmlich in Ost-Rom u. West-Rom;etheilt.
Eine nähere Ent-
die guten Muster hören auf.
aus ihr gehen jene herrlichen Geister der Kirche hervor, die dem vierten Jahrhundert seinem Wissenschaft und Civilisation findet man in den Uebersichten No. 3 an d 4 auf dem rechten
Der gute Geschmack verliert sich allmählig in den zwei ersten Jahrhunderten nach Clir., und / tausend Jahren vor dem wieder anbrechenden Lichte verschwindet,
Iiu dritten erhebt sich eine neue Gattung , die christliche Schule ; \ Wickelung dieser Revolutionen des menschlichen Geistes, der wechselnden Schicksale von Kunst,
Glanz geben. Der Einfall der Barbaren endlich ira fünften wirft einen dichten Schleier über alleswas Kunst und Wissenschaft betrifft, und die Menschheit versinkt in tiefe Nacht, die erst nach
Seitenrande, dicht neben dem chronologischen Namensverzeichniss der Gelehrten und berühmtenZeitgenossen , die sieh gleichsam die Belege dazu bilden.
25o. Kaisergeschichte, Zeitr. von 160J.vonHadrianan, geschr. y.Spartianus, Capitolinus.
Lampripius t Trebellius, Vopiscus u. Gallicanus, die unter Diocletian lebten.
3 i 5 . Aurelius Victor, ■J' 5 o J. : von Augustus bis auf Constantin.
33 o. Eutropius, "j“ 5 o J.: Abriss der römischen Geschichte auf Befehl des Kaisers Valens.346 . VegetiuSy "f 56 J.: das Kriegswesen ; dein Kaiser Valentinian gewidmet.
35 o. Eunapius, ungew. Zeit: Gcsch. der Kaiser. Leben der Sophisten des vierten Jahrh.
324. CONSTAWTIW BF.R GROSSEnimmt die christliche Religionan und erbaut Constantinopel.
Tin Jahr 3 G 4 .
ABENDLÄNDISCHES REICH unter VALENTINIAN,besteht etw as länger als ein Jahrhundert.
.FOERMLICHE THEILUNG DES ROEMISCHEN REICHS
IM JAHR 3G4. •
Im Jahr 364 .
BRITANNIEN.
MORGENL.ENDISCHES RUCH unterVALENS , bestellt eilf Jahrhunderte ;der grösste Theil davon lag in Asien.
PROVINZEN DES ABENDLÄNDISCHEN REICHS IN EUROPA, AUS DENEN DIE MEISTEN NEUERN STAATEN HERVORGEGANGEN.
GALLIEN.
Ein Theil von GERMANIEN.
ITALIEN.
SPANIEN.
ILLYRIEN
Asiatische PROVINZEN.
225 . Longinus, ungew. Zeit : Minister der Zenobia; Ahhandl. von dem Erhabenen270. Lactantius , "f" 5 o Jahre : Verteidigung des Christcntliums.
309. Ausoniitsy 85 J.: freier Dichter. 345 . Clauilianus, "f 78 J.: kl. Heldengedichte.348 . Prudentius, ^ 75 Jahre : relig. Gedichte. 3 55 . Sy/nmachus, 4^ Jalire.
Hier tritt die berühmte und merkwürdige Reihe von Gelehrten und Kirchenväternauf, deren Namensverzeichniss auf Taf. 3 zu finden ist.
3 60. Maerobius, -f" 5 o J.: seine Saturnalicn, eine Mischung von Critiken 11.Antiquitäten.36 o. Zosimus, ungewisse Zeit: Gesell, von August bis auf Probus, zmn Theil verloreu.370. Orosusy 5 o Jalire : allgemeine Geschichte bis zum vierten Jahrhundert.
390. Su'p. Severus, \ 3 o Jahre: der christliche Sallust genannt.
Hier endigt unser Verzeichnis» berühmter Männer. Betrachtet man die Schwächeder Letzten, so kann man die 'Tiefe der Verarmung ermessen , in die der Geist der\\ issenschaft herabgesunken war. Die Barbaren fuhren endlich den letzten Streichund eine völlige Oede entsteht in der V\ issenschaft, eine ungeheure Kluft zwischenalter und neuer Bildung. Kaum deutet noch zuweilen ein schwacher Schein dieFortsetzung des Weges an. Wir verweisen übrigens auf Taf. 3 und 4 aufdas spezielleVerzeichnis der Gelehrten und grossen Männer.
400 Jahre nach Christi Geburt.
4 oo Jalire nach Christi Geburt.
V*« JAHRHUNDERT.Außösung des abendl. Kaiserreichs.
Das abendländische Reich wirddurch die Barbaren Völker zerstöit.
. 5 oo J. nach Chr..
VH« JAHRHUNDERT.
Politisches Chaos.Nachdem die Barbaren Alles vorsich her niedergeworfen, schweifensie unstät in allen Richtungen um-her , ehe sie zu festen Wohuplätzengelangen.
Die Römer räumen Britan-nien.
45 o. Die Angeln und dieSachsen bemächtigen sichBritanniens und theilen esin 7 Königreiche , die inder Geschichte unter demNamen der Heptarchie be-kannt sind. Diese 7 König-reiche vereinigen sich in derFolge der Zeit unter Egbert,
420.DIE FRANKEN.
Merovinger Stamm, liefert 22 Könige,wovon Pharamond der erste , Childe-rich III. der letzte.
481. Chlodwig , der eigentliche Stifterder französischen Monarchie , und derHeld der Merovinger.
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Der Theil von Germanien , den die Römer be-sassen , wird frühe ein Raub der Barbaren , undbleibt lange Zeit der Hauptweg für ihre Züge.
Unter dieser Dynastie unterwerfen die Franken die Burgundier, neh-men den Westgothen Länder ab , und dringen in Deutschland vor.
Die Franken fallen in Deutsch-land ein , wo sich ihre Herr-
Untergang des abendländischen Reichs unterRomulus Augustulus.
476. Die Heruler und ihr FürstOdoacher.
493. Die Ostgothen unter Anführung des Theodorich.Er hatte den Cassiodorus zu seinem Minister.
553. Narses erobert Italien für die inorgenländischen• ••••••••• -v .... Kaiser, und die Exar-
568 . Die Longobarden;
eben oder Statthalter,die sie dahin schicken,
409. Von drei Nationen in Besitz ge-nommen.
Die ALANEN,
417 zerstört von denWESTGOTHEN,die unter Wallia’s Anführungaus Gallien kommen.
Sie nehmen den Sitz derVandalen ein, unterwerfen dieSueven, und bleiben im Besitzvon Spanien , bis sie selber endlich
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BEMERKUNGEN.
Das morgenländische oder griechische Reicherfüllt theils durch die Gebrechen der Re-gierung , theils durch das Herabsinkeu derNation.
Seine asiatischen Provinzen w'erden vonden Saracenen , dann von den Türken be-setzt.
Im zwölften Jahrhundert reichte das mor-genländische Reich nicht mehr weit überCon-stantinopels Mauern hinaus ; die Stadt selbst
600 Jahre nach Christi Geburt.
600 Jahre nach Christi Geburt.
VII*« JAHRHUNDERT.Glanz und Ruhm der Saracenen.
Die den ganzen Orient erobernund im Westen bis nach FrankreichVordringen.
.. 700 J. nach Chr..
VHP« JAHRHUNDERT.Jahrh. Carls des Grossen,eines der grössten Geister , die dieGeschichte aufzuweisen hat
mit dem auf diese Weise die
3.
Unter den Merovingem und der folgenden Dvnasliepflrgfe man das Reich unter'schaft allmählig ver-
unter Alboin’s Führung.
nehmen zu Ravenna
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von den Arabern, Mauren und Saracenen
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sämmtliche Kinder , mit Ausnahme der Töchter, zu theilen , und es finden sich
grössert, bis Carl der
Sie 1 -leiben im Besitz des
ihren Sitz. Die Strei-
3
vertilgt werden.
ginnt , die noch heut zu
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nur wenige abweichende Rcisjiiele. Siehe das Nähere auf der folgenden Carte.
Grosse endlich die Er-
nördlichen Italiens , bis sie
tigkeiten zwischei
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l äge besteht.
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Die Merovinger verlieren ihr Ansehen durch die Amnassungen ihrer Gross-
oberung dieses ausge-
von den Franken unterjocht
Exarchen und den
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Die N amen der westgothischen Könige
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Hofmeister (majores domns J , die zuletzt bei zunehmender Macht ihre Herren
dehnten Landes voll-
werden.
Päpsten führen l’ipin
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siehe Tafel 8.
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entsetzen. •
endet.
Desiderius , ihr letzter Ko-
und Carl d. Gr. nach
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Siehe Tafel 3.
mg , bemächtigt sich des Exar-
Italien , und die
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3
Zerstürurg des westgothischen Reichs.
u. geographische Beschrei-
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chats , wird aber bald darauf
Päpste erhalten
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billig der englischen Mo-
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-5i. Familie der Carolin(.er , von Pipin dem Kleinen gestiftet, endigt mit
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selbst von Carl dem Grossen
das Exarchat von
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712. Die SARACENEN,
narchie siehe Taf. i 3 u. 14.
Ludwig V. Sie liefert eilf Könige , dazwischen zwei Gewälilte.
entthront 774*
ihnen z.Geschenk.
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durch die Verrathcrei des Grafen
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Julian in Spanien cingefuhrt, be-
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768. CARL DER GROSSE gründet das ZWEITE AEENDLvENDISCHE KAISERTHUM , das
»einahe Ein JAHRHUNDERT besteht.
5
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siegen und tödten den letzten
wird endlich ira dreizehnten von den Kreuzfahrern , mehrentheils Franzosen , mit Sturmgenommen, und über 60 Jahre lang behauptet;daher der Name des lateinischen oder FrankenReichs.
Die vorzüglichsten Häuser , die währendder eilfhundertjälirigen Dauer des morgenlän-dischen Reiches den Thron einnahmen , sinddie Häuser des Theodosius , Justinian , He-raclius , das isaurische , das phrygische , dasmacedonische , das Haus der Ducas , derComnenen , von Angia , Flandern , Courte-
800 Jahre nach Christi Geburt.
800 Jahre nach Christi Geburt.
IX»« JAHRHUNDERT.Zerstückelung des zweiten abend-ländischen Kaiserreichs.Bildung der neuern Staaten.
.900 J. nach Chr..
X*« JAHRHUNDERT.
Das eiserne genannt.Unwissenheit , Aberglaube undBarbarei liegen über ganz Europa.
ENGLISCHE MONARCHIE
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Die vielen Theilungen der Krone , die Schwäche der Regenten und die | Nur wenn eine einzige Hand , wie hei dem Fall der.Merovinger, die Zugel gefasst
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K*
König der Westgothen , Rode-
82-. Sächsische Familie,
unseligen Plagen, die das Reich durch die furchtbaren Einfälle derNormannen ! hätte , wäre eine Revolution im Regierungssystem zu vermeiden gewesen.
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rieh, und vernichten dessen Mo-
gelangt durch Gewalt zurHerrschaft, liefert 16 Kö-
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zu erleiden hat , bringen
(las königliche Ansehen der Carolinger in Verfall. ( Die Zersplitterung unter Viele führte zur Anarchie und zudem Feudalsystem.
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narchie.
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S88.ZERSTUECKELUNG des
REICHS CARLS DES GROSSEN unter;
CARL DF.M DICKEN. 888.
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Die Saracenen , durch politi-
erste , Eduard der Beichti-
FRANKREICH.
Die beiden BURGUN-
DEUTSCHES KAISERREICH.
KOENIGREICH ITALIEN.
T
z.
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sehe Eintheilung und innere Par-
ger der letzte.
3
Ludwig V. der letzte Ca-
DIEN, i. J.920vereinigt,
Blieb von da an immer ein Wahlreich.
Der Verwirrung und Anarchie Preis gegeben. Guido
2
teiung geschwächt , müssen vor
England erleidet beständi-ge Verheerungen von den
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rolinger.
gehen im J. io 32 durch
919. Sächsische Familie erobert Italien. Die
von Spoleto und Berengar von Frianl streiten um
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den Christen immer mehr zurück-
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Success. Vertrag an die
Kaiser üben während dieser Periode die volle,
die Herrschaft , deren sicli endlich die deutschen
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weichen , und ihr Verlust bildet
Dänen.
25
Familie dek Capetinger,
Kaiser von Deutschland
ungeschwächte Herrschaft über Deutschland und
Kaiser bemächtigen.
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7
U:
neue Reiche : Castilien , Arrago-
"—
3 -
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V)
liefert 35 Könige.
über. Siehe Tafel 3 .
Italien. Siehe den Seitenrand No. 19.
Siehe die Seitenränder No. 19.
3
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nien, Portugal u. s. w.
nay , Brienne , der Cantacuzene und derPaleologen . Siehe Tafel 3 die nähere EntWickelung.
Es finden sich noch heut zu Tage Nach-kommen von einigen dieser Häuser , und dieAbkömmlinge von dem Stamme der Comne-nen wurden noch durch einen offenen Briefvon Ludwig XVI. anerkannt , worin von 6Kaisern aus diesem Hause zu Constantinopel,von 1 r zu Trebisonde, von 10 Protogeronten
1 Jahre nach Christi Geburt.
1000 Jahre nach Christi Geburt.
XI*« JAHRHUNDERT.Das Feudalsystem überall einge-führt.
Das Ritterwesen blüht auf. Esweckt den erstorbenen Sinn fürliecht und Tugend.
.1100 J. nach Chr..
XIP« JAHRHUNDERT.Die Kreuzzüge.
Sie machen Europa arm u. men-schenleer , bilden aber den Ueber-gang zu einer regelmässigem undruhigem Gestalt der Dinge.
1017. Dänische Familie ,regiert durch Eroberung,liefert 4 Könige.
1066. NoRM.RfNISCHE Fa-milie , regiert durch Erobe-rung , liefert 3 Könige.
1 i 54 . Familie Anjou oderPlantagenet, regiert durchErbschaft , und liefert 14Könige.
Eroberung von Irland.Magna Charta.
Die gerade Linie derCapetinger liefert 17 Kö-nige, bildet 9 Seitenlinienund vereinigt 6 Provin-zen.
Philipp August,
Ludwig der Heilige,Philipp der Schöne,sind ilire ausgezeichnet-sten Fürsten.
io 32 . Die burgundischeKrone geht auf die deut-schen Kaiser über.
1024. Ueber Iden Trum- |mern der ''—burgund. Reicheerhebt sich dasHaus Savoyen.
Humbert mitden weissen Hän-den ist der Stamm-vater dieser Familie,
> *1 Entstehung des Hungarischeu Reichs.
Italien den deutschen Kaisern unterworfen
l 102Fränkische Familie , unter welcher der berühmte dreihundert-: jährige Streit zwischen den Kaisern und den Päpsten beginnt. Er hat
• zur Folge , dass mehrere Staaten in Italien entstehen , und die Fürsten
; in Deutschland unabhängiger werden. •
l • J)i e berühmten Par-
l • feien der Welfen und
• l der Gibellincn.
Ueber die
Bildung derStaaten in Ita-lien sieheNo. i 5 .
1187. Schwäbische Familie , unter der dieTrennung von Italien erfolgt ; mit ihr ver-schwindet die Gewalt der deutschen Kaiser indiesem Lande.
•.. 1026.
NEAPEL.
Dieses Königreich wirdvon nonnänn. Abenteu-rern errichtet , die dasLand den Saracanen ab-nehmen und sich als Va-sallen des römisch. Stuhlserkennen.
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oder Häuptern in Laconien und von dreien inCorsica die Rede ist.
Das Namensverzeich-niss der Kaiser imOrient findet sieh aufTafel 3 und 4. Ueberihre Geschichte istGibbon zu lesen.
Bemerkungenüber Polen und dieKronen im Norden.
Die Entstehung die-ser Staaten ist sehr alt;aber die Geschichte da-vonist zu verwirrt undvon wenigem Interesse
1200 Jahre nach Christi Geburt.
1200 Jahre nach Christi Geburt.
XIII*« JAHRHUNDERT.Die Kreuzzüge dauern fort.Durch sie verfallt die Macht dergrossem Vasallen , die der Fürstenwächst.
i 3 oo J. nach Chr.
XIV*« JAHRHUNDERT.Erfindungen 'von der grösstenWichtigkeit.
Der Compass, das Schiesspulver,die Buchdruckerkunst.
Graf Leicester.
Siehe die genealogische»
ans der 16 Grafen ,
Entstehung des Königreichs Böhmen.
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Neapel und Sicilien er-
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(204. Die Lateiner be-
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1253 . Die Anarchie in dem Reich dauert 20 J.
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1399. Ein Zweig von dem
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1400 Jahre nach Christi Geburt.
1400 Jahre nach Christi Geburt
XV*« JAHRHUNDERT.Berühmte Reisen u. Entdeckungen.
Diaz , Colombo und Gama ent-decken das Cap der guten Hoff-nung , America und den Seewegnach Indien.
. i 5 oo J. nach Chr..
XVP« JAHRHUNDERT.Allgemeine Religionsunruhen.Luther, Calvin , Anabaptisten,Hugenotten , Protestanten , Puri-taner.
1461. Zweig aus dem HausYork.
r485. Familie Tudor , re-giert durch Erbschaft, undliefert 5 Könige.Errichtung d. ostindischenGesellschaft.
Carl der M eise,
Ludwig XII.
Franz I.sind die grössten Königedieses Hauses.
1589. Ein Zweig vomHaus BouRBon liefert 5Könige , bildet acht Sei-
1416. Das Haus Sa-voyen erhält die her-zogliche Wurde.
Siehe die genealogi-sche Tabelle No. r 5 .
Bulle vonCarl TV.; Reichs-grundgesetz das die siebenursprünglichen Churfür-sten etc. festsetzt.
( 438 . Haus Oestreich*hat sich von da an auf demkaiserl. Thron erhalteu.i 5 i 5 . Luther.
(526. Ungarn u. Böhmenbleiben von nun an mit deuöstr. Besitzungen vereint.
Siehe die genealogi-sche Tabelle No. 23 .
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KOENIGREICH SPANIEN,bildet sich durch die VermählungFerdinands mit Isabella , indemArragon 11. Castilien dadurchvereinigt werden. Sie vergrüs-sern das Reich , bemächtigen
Ende des griechi-schen Reichs unterConstant. Paleologus.
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1453. Mahomet II.nimmt Constantinopelmit Sturm , und dastürkische Reich in Eu-ropa beginnt, das seit-dem unter 22 Kaisernbis jetzt Fortbeständenhat. Man findet sie in
Mali findet nähet eNachrichten überdie nördlichen Rei-che in der Geo-graphie derGe-schichte No. 3und 4 * undweiter imAtlas,
No. 27 und28. ^
1600 Jahre nach Christi Geburt.
1600 Jahre nach Christi Geburt.
XVII*« JAHRHUNDERT.Das Jahrhundert Ludwigs XIV.
Sein Einfluss erstreckt sich überganz Europa Die schönen KünstehLilien , grosse Männer treten inMenge hervor.
.1700 J. nach Chr. ••••••
XVIII*« JAHRHUNDERT.Das mit den heftigsten politischenErschütterungen durch ganz Euro-pa schliesst.
i 6 o 3 . Haus Stuart , regiert
tenlinien und vereinigt
Das Haus Savoyen
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(6(8. 3 o jähriger Krieg.
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Ludwig XIV,
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1800 Jahre nach Christi Gehurt.
1800 Jahre nach Christi Geburt.
XIX*« JAHRHUNDERT.
Frankreichs JVaffenruhm undUebergewicht (Europa s JVie-dergeburtj .
Glänzende Siegslorhern , Ord-nung im Innern , neues Gesetzbuchetc. , grosse Thaten und Begeben-heiten aller Art. (Europa erhebtsich und weist Frankreich in seineSchranken.)
Charakteristik der uenern Jahrhunderte.
1802. Friede von Amiens.
1 8 0 3 . Bruch mit Frankreich.i 8 o 5 . Bruch mit Spanien.1812. Königl. Regentschaft.1814. Die Alliirten in Paris.
ENGLAND.
Die nähere Entwicklung sieheNo. i 3 und 14.
1804. Napoleon, zumKaiser gekrönt.
1814. Napoleons Entsag.Frieden von Paris.Ludwig XVIII., Königvon Frankreich.
FRANKREICH.
Die nähere Entwickelungsiehe No. 9, 10, 11, 12.u. imSupplem. No. 34 .
1802. Emaicuel V.
SARDINIEN.
Die nähere Ent-wickelung s. No. i 5 .
1801. Friede von Luneville , bringt grosse Ver-änderungen unter den Staaten und Fürsten desrömischen Reichs hervor.
180 5 . Friede v. Presburg.
1809. Friede von Wien.
1814 .Die Alliirten inParis.
DEUTSCHLAND.
Die nähere Entwickelungsiehe No. 9 — 26, u. imSuppleni. No. 34 u. 35 .
PREUSSEN.
Die nähere Enlwlck.siehe No. 23 u. 2611.iinSuppl. No .34 u. 35 .
ITALIENISCHE STAATEN,
deren Entstehung uml neuere Verwandlung aufden Carten von Italien in d‘ ts em Werk entwickeltsind.
ITALIEN.
Das Nähere siehe No.im Suppl. No. 34 -
Neapel etc.t 5 . ‘6, und 18 , und
Ueber die neuern Verände-rungen siehe No. 4 > und Suppl.No. 34 .
SPANIEN.
Das Nähere in Bezug auf diese(kduinne siehe No. 17 und 18,und Suppl. No. 34 .
1807. Mustapha IV.
1808. Mahomet II.
TUERKEI.
Das Nähere sieheNo. a8.
Von allen diesenStaaten wird imVerlauf des Werksausführlich gehan-delt.
Reiche im Norden.
Siehe No.und 29.
27,38
GERMANIEN, das heutige DEUTSCHLAND.
Dieses Land war im Anfänge , wie die Carte zeigt, theils der Durchgang , theilsdie Urgegend der barbarischen Völker; es kam später unter die Herrschaft derFranken , und ward endlich, als das Reich Carls des Grossen zerfiel, ein Waldreich.Seine Kaiser eroberten Italien , und erwarben die beiden Burgund durch Erbschaft,verloren aber nachmals alle diese Besitzungen , während ihres langen und berühmtenStreites mit den Päpsten. Unter Begünstigung dieser Umstände , welche die Kraftder Kaiser lähmten , wuchsen in ihrer Nachbarschaft furchtbare Mächte heran , wieUngarn und Böhmen , deren Anfaug im eilften und zwölften Jahrhundert auf derCarte bemerkt ist. Die einmal erschütterte kaiserliche Macht fährt fort zu sinken: dieChurfürsten , die kleinen Reichsfürsten erheben sieh. Unter diesen letztem findetsich die Familie Hohenzollern , der wir eine eigene Columne gewidmethaben, weil siein einem glücklichen raschen Fortschritte sicli zu der ersten Classe der europäischenMächte unter dem Titel der Könige von Preussen einporsehwang. Obgleich Deutsch-land immer ein Wahlreich blich, so erhielt sicli doch die Wahl nicht selten durchmehrere Generationen in derselben Familie. Die Columne von Deutschland führtdiese verschiedenen Familien auf; sie enthält die Hauptzüge, die ihre Herrschafteharaktcrisiren , die wichtigsten politischen Begebenheiten und geographischenVeränderungen Deutschlands von dem Falle des zweiten abendländischen Reichs anbis auf unsere Zeiten.
Die weitere Auseinandersetzung dieser Punkte findet man in der Geographie derGeschichte, wo auch die chronologische Reihenfolge der Kaiser angegeben ist. Ioweitern acht Uebersichten dieses Werkes ist die vollständige Geschichte Deutschlands,seiner Revolutionen , seiner Regentenhäuser ete. enthalten.
Die erste geographische Uehersicht enthält zwei Carten neben einander. Die einezeigt Deutschland , wie es zur Zeit der Zerstückelung des Reichs vor Carl demGrossen bestanden , und gibt die Gegend sowohlalsden Zeitpunkt des Ursprungs dermerkwürdigsten fürstlichen Familien an, auf der andern findet man eine Darstellungvon dem Ursprung und der Bildung der verschiedenen Staaten , aus denen in derFolge der deutsche Reichskörper zusammengesetzt war.
Die zweite Uehersicht liefert mit der Genealogie des Hauses Habsburg zugleich dieGeschichte Deutschlands.
Die dritte geographische , mit zwei Carten , zeigt auf der einen Deutschland inseine zehn Kreise eingetheilt, die Feldzüge im dreissigjährigen Kriege von GustavAdolph etc., auf der andern sind die Veränderungen dargcstellt, die das Reichdurch den westphälischen Frieden und durch dicFrieden vonLuneville und Presburgerlitten.
Die vierte enthält die Genealogie des Hauses Lothringen oder des neuern Oestreich,eine umständliche Nachricht von den Guisen etc. etc., auf dem rechten Seiten-rande findet man auch die Genealogie der frühem Kaiserhäuser von Oestreich undLothringen.
Die fünfte liefert die Genealogie des preussischen Hauses. Ueberdiess auf demrechten Seitenrande genealogische Notizen von den Familien Visconti, Sforza,Farnese und Gonzaga.
Die sechste , die Genealogie der Häuser Sachsen , Baiern und Nassau.
Die siebente, die Genealogie der Häuser Anhalt, Mecklenburg, JVürtemberg,Baden , Hessen und Braunschweig.
Die achte, eine geographische Darstellung, zeigt die Gestalt Deutschlands nachden Frieden von Presburg und Tilsit ; die Glieder des rheinischen Bundes, ihreContingente etc., die Feldzüge von Austerlitz und Jena mit ihrer Beschreibung.
Ausser diesen , einer jeden von den acht Carten eigenthümlichcn Gegenständen,findet man auf ihrem Seitenrande eine fortlaufende Geschichte aller deutschen Kaiservon einer Regierung zur andern , bis auf die heutige Zeit, und somit einen vollstän-digen Abriss der Geschichte Deutschlands.
ITALIEN.
Unter allen römischen Provinzen hat Italien das härteste Schicksal gehabt; es littam häufigsten von fremden Einfällen, als sollte es die Schuld für sein früheres Glückabtragen, oder die Sklaverei bussen, diecs der übrigen Weltaufgclcgthatte. MitjedemAugenblick wechselt in seiner Columne die Farbe , so wechseln seine Revolutionen.Gegen Ende des fünften Jahrhunderts wird das römische Reich unter Augustulusdurch die Heruler zerstört; gleiches Schicksal widerfährt diesen von den Ostgothen,und Narses , der Feldherr der griechischen Kaiser , zerstört wieder das ostgothischeReich. Im Norden Italiens bildet sich nach dem Tode dieses Feldherrn das Reich derLongobarden , es erhält sich bis auf Carl den Grossen und verschwindet in dem vonihm gegründeten zweiten weströmischen Kaiserthum. Nachdem aber auch diesesuntergeht, geräth Italien in die furchtbarste Anarchie und fällt zuletzt unter dieHerrschaft der Deutschen. Unruhen und Verwirrung, durch den grossen Streitzwischen den Kaisern und den Päpsten erzeugt, begünstigen nun die allmähligeEntwickelung der politischen Gestalt Italiens, wie wir sie in unsern Tagen nochfanden , die aber neuerlich wieder grosse Veränderungen erlitten. Alle dieseUmgestaltungen sind auf der Carte angedeutet, und der Anfang der verschiedenenitalienischen Staaten bezeichnet; Venedig, der älteste von allen , nach ihm derKirchenstaat, dann Neapel, Piemont, Genua , Parma , Toscana , Mailand, Mantua,Modena und endlich das Königreich Italien.
Die Geographie der Geschichte entwickelt alle diese Revolutionen in ihrer chrono-logischen Folge, führt die Völker auf, die sie hervorgebracht, und die Fürsten , diezum Theil sie geleitet, zum Theil die Früchte davon in Ruhe genossen.
Auf der geographischen Carte Italiens ist seine physische und politische Lageder frühem Zeit und von der jetzigen zu sehen ; die Feldzüge des Generals Bonapartein den Jahren 1796 und 1800, der des Suwarov von 1799, der Einfall in dasKönigreich Neapel iin Jahr i^qS und der Feldzug von Marcngo von (8oo sindangedeutet und beschrieben ; auch eine ZuscmnienstcUting der berühmtesten MalerItaliens , ihrer Manier , ihrer Meisterwerke , eben so von den berühmten Antiken ,von den grossen Schriftstellern etc. ist dort zu finden.
Die Genealogie des Hauses Savoyen nimmt nur die Hälfte der Carte ein , die dieseAufschrift hat, die andere Hälfte liefert noch eine historische Notiz von den kleinernitalienischen Staaten, von Mailand, Mantua , Modena , Venedig , Genua, Parma etc.,eine Schilderung der italienischen Republik mit ihrer Verfassung, endlich nocheinige Worte von Toscana und die Genealogie der Medicis , deren glänzendeRegierungsepoche so berühmt geworden ist.
SPANIEN.
Die hierher gehörige Columne unserer Carte zeigt uns dieses Land gleich Anfangsvon drei barbarischen Nationen überzogen ; von den Alanen im nordöstlichen Theil,von den Sueven , die sich im Nordwesten niederliessen , und von den Vandalen ,die , nachdem sie den Süden verheert, nach Africa überzogen , wo sie ein kurzes ,von dem Beiisar wieder zerstörtes Reich gründeten.
Raid darauf wandern die im südlichen Gallien gebliebenen Westgothen über diePyrenäen , zerstören das Reich der Alanen , überziehen das von Vandalen verlasseneLand , und unterwerfen die Sueven : sie bleiben nun im ruhigen Besitz von ganzSpanien , bis durch eiue grosse Revolution im achten Jahrhundert auch sie wiederaus der Reihe verschwinden. Rodrigo war zu der Zeit ihr König ; ein Schimpf, dener dem Grafen Julian , einem seiner Unterthanen , antliat, brachte ihm und seinemReich den Untergang. Julian , der einige feste Plätze in Africa unter sieh hatte, vouRache glühend, bewog die Mauren, Araber oder Saracenen, in Spanien einzudringen.Aus Arabien waren diese Völker gekommen, zuerst unter Anführung des grossenMahomet, der zugleich ihr Prophet und Gesetzgeber gewesen. Den ganzen civilisirtenTheil von Asien , ganz Aegypten und den Norden von Africa hatten sie unter ihmund seinen Nachfolgern, den Chalifen, in weniger als einem Jahrhundert unterworfen,sie setzten über den Canal von Gibraltar ; eine einzige Schlacht entschied dasSchicksal des westgothischen Volks. Ihr König blieb auf dem Schlachtfeld, ihre Herr-schaft ward vernichtet, und ihr Name ging unter.
Die Saracenen überschwemmten nun Spanien, und setzten sich darin fest; daaber die Sieger Schwarze , die Besiegten Weisse waren , da die ersten arabisch dieandern spanisch redeten, hei jenen der Glaube Mahomets , bei diesen das Christenthumherrschte , so blieb durch diesen dreifachen Unterschied eine unühersteiglicheScheidewand zwischen beiden Völkern gezogen.
Einige Westgothen, die alle Unterwerfung verschmähten, flohen in unzugänglicheGebirge des nördlichen Spaniens , und retteten dahin die Trümmer ihres Reichsund die Fahne ihres Glaubens. Der Enthusiasmus ihrer christlichen Nachbarnunterstützte sie ungemein , noch mehr die innern Unruhen ihrer Sieger, derUngläubigen , und so gingen zu verschiedenen Epochen aus dieser kleinen Schaargeflüchteter Edlen die christlichen Reiche von Asturien , Leon , Navarra , Castilien ,Arragonien und Portugal hervor, die die Saracenen mit jedem Tag härter drängten undendlich völlig verjagten. Diese Reiche wurden später alle , mit Ausnahme Portugal*,durch die Vermählung Ferdinands mit Isabella in Ein Königreich Spanien vereinigt.
Die verschiedenen Farben in der Columne von Spanien bezeichnen die stattehabten Revolutionen und die Entstehung jener einzelnen Staaten. Die Geographieder Geschichte enthält die nähere Entwickelung nebst der chronologischenReihenfolgiihrer Fürsten.
Die Geschichte beider Staaten und die Genealogie ihrer Regentenhäuser ist aufder genealogischen Carte von Spanien und Portugal in diesem Werke enthalten. Auf!eäner weitern geographischen Uehersicht findet man zwei Carten , wovon die einelie physische und politische Geographie von Spanien und Portugal liefert, dieandere zur Darstellung der stufenweisen Bildung dieser beiden Monarchien bestimmt
ist. Auf der ersten Carte sind überdiess die Feld/.iige der Herzoge Berwu k und Vendome imErbfolgekricg , und auf der andern die beiden Expeditionen des du Gueselin in Spanienan gezeigt, die im Texte beschrieben sind.
N. B. In der Columne von Spanien sieht man gegen Ende des sechzehnten Jahrhunderts dieRepublik Holland erscheinen , die sich damals von der spanischen Monarchie losriss , weilPhilipp II. die Inquisition daselbst einführen wollte. Es ist dabei nur zu bemerken , dass nichtseine geographische, sondern seine historische Stelle, diesem Lande hier angewiesen ist. Eingleiches fand auch bei Sardinien Statt, das in der Columne von Gallien aufgefuhrt ist, weil dashier entspringende Haus -Savoyen in den Besitz davon gekommen ist.
Alles was wir nun bei der vorigen Uehersicht über die Art, sie bald durch Betrachtung imEinzelnen , bald durch 3 ergleichung der wichtigsten Begebenheiten , der grossen Männer , desUrsprungs der Fortschritte und des Falls der verschiedenen Staateu zu studiren , gesagt haben,findet auch hier wieder seine buchstäbliche Anwendung ; besonders die Bemerkung , wienothwendig es sey , sie nach allen Richtungen genau und gründlich zu kennen , ehe manweiter zu gehen unternimmt; denn beide Uebersichten zusammen sind der Schlüssel zur ganzenGeschichte. Ohne uns daher länger hier aufzuhalten , fügen wir nur noch hinzu , dass jedeshistorische oder geographische Elementarbnch eine mehr oder weniger umständliche Beschreibungvon allen auf dieser Carte dargestellten Staaten enthält, und wir rathen den Anfäugern , siclizuerst diese Präliminarkenntnisse zn verschaffen , uni stufenweise zu den Specialübersichtendieses Werkes überzugehen. Mit diesen werden sie dann leicht und auf einem angenehmenWege zur vollständigen Kenntnis» der ganzen neuern Geschichte gelangen können , indemsie zugleich die zahlreichen Urkunden durchgehen , die in alleu unsern Bibliothekeu zu findensind.
VERGLEICHENDE POLITISCHE UEBERSICHT
der Staaten oder Mächte von Europa vor und nach der französischen Revolution seit 1789 bis 1802.
Ix der Columne hierunten zur Linken sind alle unabhängige Staaten Europa’s, die im Jahr 1789bestanden , aufgeführt, und bei jedem die Entstehung, die Dauer , die regierende Familie, derlebende Regent (bis 1802) etc. angegeben. DieColumne zur Rechten enthält alle Veränderungen,die diese Staaten unterdessen (seit 1789 bis 1802) erlitten Italien.
N. B. Die Entstehnng eines jeden Staates , die hier nur mit einem einzigen Worte angedeutetist, findet man auf den Ixüdcn Seitenränden der Carte näher entwickelt. Die Dauer ist auf der('arte selbst durch die senkrechte Ausdehnung der Farbe bezeichnet, die das Land unterscheidet.Den Zweck und Nutzen der hier folgenden Tabelle wollen wir weiter unten noch mit einemBeispiel ins Licht setzen.
Zustand von Europa im Jahr (789.DREI KAISERTHUEMER.
Yeränderungen u. Zustand im Jahr 1802.DREI KAISERTHUEMER.
Entstehung . .. .Zerstückelung 888.
Dauer.Ueber 900 Jahre.
Familie. Lothringen , erste Linie.
Regent.* 79 2 - Kranz II.
Entstehung . . . .Civilisation.
Dauer.Beiläufig xoo Jahre.
Familie. Holstein , zweite Linie.
Regent.1801. Alexander.
Entstehung . . . .Eroberung 1453.
Dauer.Beiläufig 35 o Jahre.
Familie. Os/nan.
Regent.*789- Seli/n III.
EILF KOENIGE.
Deutschland.Wahlreich.Wien, Hauptst.
Russland ,als Kaiserreich.Petersburg.
3 . Türkei.Constantinopel.
Hat einen Theil seines langebesetzten Gebiets verloren.Aeuderungen in der Verfas-sung. Lander-Austausch.
Hat zwei Dritttheile von Polenerhalten, und das Gewicht sei-nes Einflusses auf die meistenLänder Europa’s gezeigt.
Hatte Aegypten verloren, underst beim allg.Frieden zurück-erhalten. Hat den Franzosendas schwarze Meer geöffnet.
EILF KOENIGE.
. Dänemarkund
Norwegen.
Copenhagen.
2. Schweden.Stockholm
3 . England,Schottland undIrrland.London,
Preussen.Berlin .
5 . Polen,Wahlreich.Warschau.
/ Entstehung . —In dunklem Alter verborgen.
J Dauer.Seit 3 oo Jahren merkwürdig.
j Familie. .. Holstein , erste Linie.
I Regent.1766. Christian VII.
Entstehung . . . -In dunklem Alter verborgen. , Blieb im aIIgem einen KriegeDaucr . S .?‘! 300 ,a ! lren mcrkwurdl t?' zum grossen Vortheil seines
Blieb im allgemeinen Kriegezum grossen Vortheil seinesHandels neutral.
Familie. Holstein, dritte Linie.
Regent. Gustav IV.
Entstehung . . . .Ende der Heptarchie 827.
Dauer.Gegen 1000 Jahre.
Familie. Braunschweig, zweite Linie,
. Regent.
.. . 1760. Georg III.
Entstehung . . . .Vertrag von Utrecht 1713.
Dauer.Gegen 100 Jahre. *
Familie. Hohenzollern, zweite Linie. '
Regent.1797. Friedrich Wilhelm III.
( Entstehung . . . .BegünstigungOtto’sIIL, 1000.
Dauer.Gegen 800 Jahre. I
Familie. Stan.Poniatowski, starb '
Regent.entthront zu Petersburg 1798. '
. Ungarn und /Entstehung . .. .Civilisation der Barbaren.
Böhmen. I Dauer.Gehört s. 3 oo J. d.HausOestr. ^
Presburg und j Familie. Lothringen, erste Linie. '
Prag. \ Regent.1792. Franz II. '
{ Entstehung ... .Einfall der Franken 4^0. 1
Dauer.Gegen 1400 Jahre. I
Familie. Bourbon, erste Linie. j
Regent. I 7^9. Ludwig XVI. 1
Entstehung . . . .Verträgevon 1713 und 1718. ,
Dauer.Gegen 100 Jahre. |
Familie. Savoyen. j
Regent. 1 796. C. Emmanuel IV. I
Entstehung . . . .Heirath im Jahr 1466.
Dauer.Gegen 35 o Jahre.
Familie. Bourbon, zweite Linie.
Regent.1788. Carl IV.
Entstehung ... .Eroberung gegen die Mauren. ,
Dauer.Gegen 800 Jahre. '
Familie. Braganza. ,
Regent.1777 .Maria. ’
Entstehung ... .Eroberung der Normannen.
Dauer.Gegen 800 Jahre. '
Familie. Bourbon, dritte Linie. 1
Regent.1759 .Ferdinand. '
ANDRE UNABHAENGIGE STAATEN ITALIENS.
Entstehung . . . .Usurpation der Medicis.
Dauer.Gegen 3 oo Jahre.
Familie. Lothringen, zweite Linie.
Regent.(790. Ferdinand III.
Entstehung . . . .Schenkung von Pipinu. Carl 1
Dauer.Gegen 1100 Jahre. [d. Gr.!
Regent.1800. Pius VII. I
8. Sardinien.Turin.
Spanien.
Madrid.
10. Portugal.Lisabon .
11. Neapelund
Sicilien.Neapel.
Toscana.
Florenz.
Der Papst alsweltlicher Fürst.Rom.
Herzogthum
Modena.
Modena.
. . . .Anarchie in Italien..... Gegen 700 Jahre.
. .. .Este.
. ... Hercules Rainald.
Herzogthum
Parma.
Parma.
Dauer.Familie. . . ,Regent. . . ,
Vier grosse REPUBLIKEN.
EntstehungDauer....
Familie. ..
Regent. . .
Entstehung . . . .Schenkung vom Papste.. . .Gegen 25 o Jahre.
.. . Bourbon, dritte Linie.
. .. 1760. Ferdinand.
[. Venedig,aristocratisch.Venedig.
1. Genua ,aristocratisch.Genua.
3 . Die Schweiz,Verbündung.i 3 Cantone.
Solothurn.
4. Holland.Verbündung-7 Provinzen.Amsterdam.
: Entstehung1 Dauer.
.. .Einfall der Barbaren.
. . .Ueber i 3 oo Jahre.
Gesetzgeb. Körp.Eiu aristocratiseher Senat.Haupt.Ein lebenslänglicher Doge.
Entstehung . .. .Anarchie in Italien.
Dauer.Gegen 700 Jalire.
Gesetzgeb. Körp.Ein aristocratiseher Senat.Haupt.Ein zweijähriger Doge.
Entstehung __Der Druck unter Albert I.
Dauer.Gegen 5 oo Jahre.
Gesetzgeh. Körp.Tagsatzung der Verbündeten.Gründer der Republik. Wilhelm Teil.
Entstehung . .. .DieVerfolgung.d.Inquisition.
Dauer.Ueber 200 Jahre.
Gesetzgeb. Körp.Generalstaaten.
Haupt.Erblicher Stathouder.
| Handels neutral.
( Hat während dem Krieg denganzen Handel desContinents• an sich gezogen, u. durch denI Frieden Ceylon und Trinidad\ erworben.
1 ‘ Hat einen Theil von Polenerhalten, und sich durch denFrieden von Luneville ver-grössert.
/ VerschwandaosderReihederStaaten durch dieTheilung sei -nes Gebiets, zwischen Russ-land , Oestreich und Preussen.Oestreich hat die Niederlandeu. dasMailnndische verloren,dagegen Venedig und einenTheil von Polen erhalten.
Ist eine Republik geworden;ungeheure neue Erwerbun-gen wurden ihm durch denLüneviller Frieden bestätigt.
Hat alle seine Provinzen aufdem Festland verloren, undist auf die Insel Sardinienbeschränkt.
War im Krieg mitFrankreichund mit England, und hatSt. Domingo, Trinidad undLouisiana verloren.
War im Krieg mitFrankreichund mit Spanien , und hatOlivenza mit einigem Gebietverloren.
Zweimal waren seine Provin-zen in der Gewalt der Franzo-sen. Es hat einiges Gebiet inToscana verloren.
Was aus ihnen geworden.
Den Bourbonen v. Parma alsKönigreich Helrurien über-lassen. Sein Fürst erhielt inDeutschland Entschädigung.
Hat seine drei nördlichen Pro-vinzen verloren, die zur italie-nischen Republik kamen.
( Der italienischen Republiküberlassen. Der Herzog er-hielt das Breisgau zur Ent-schädigung.
( MitFrankreich vereinigt. DerFürst erhielt Toscana mildemTitel König von Hetrurien.
Yier grosse REPUBLIKEN.
( Bestehtnichtmehr, und bildetjetzt einen Theil der italien.Republik. Einiges davon er-hielt Oestreich.
1 Jetzt die ligurische Republik ;hat ihre Verfassung geändertund ihr Gebiet vergrössert.
( Jetzt die helvetische Republik;hat unter Vermittlung Frank-reichs die Verfassung geän-dert und festgestellt.
( Jetzt die batavische Republik;hat die Verfassung geändertund seine Colonieu verloren
Vier kleine Republiken. Genf, Lucca , St. Marino und Ragusa.
Die erste wurde mit Frankreich vereinigt.
N. B. i 8 o 5 . Grosse Veränderungen haben sich seit der ersten Anlage der obigen Tabelle inder politischen Welt zugetragen. Frankreich und Oestreich sind Kaiserreiche , die italienischeRepublik ein Königreich geworden. W'ir haben aber die Tabelle gelassen, weil es unsere Absichtnicht seyn konnte, den Begebenheiten immer zu folgen , vielmehr hier nur die grosse Masseder Veränderungen dargcstellt werden sollte , die in dem kurzen Zeiträume von zwölf Jahrenals Folge der Haupterschütterungen der französischen Revolution Statt fanden. Was nachgefolgtist, findet man iu den spätem Uebersichten , (undim Anhang No. 34 und 35 . Anm. d. Leb.)
BEISPIEL ZUR ERLAEUTERUNG DER OBIGEN TABELLE.
Das deutsche Reich , das zuerst darin genannt wird, ist durch eine Zerstückelung enstanden.Wer die Geschichte keuut, oder wer bei seiuem Studium nur zur Erinnerung zurück blickenwill, dem genügt diesesWort schon, allein wer sicli aber zum erstenmale damit beschäftigt , derbedarf einer weitern Auseinandersetzung, wie er sie hierueben auf der zweiten Randcolumnefindet. Auf dem Gemälde seihst ist die Zerstückelung augenfällig angedeutet, inan braucht nurauf der untersten horizontalen Linie, wo sich die Namen aller Staaten finden , Deutschland zusuchen, und die Farbe dieses Landes aufwärts zu verfolgen , so wird man auf die Zerstückelungdes Reichs (larls des Grossen kommen , von dem es einen Theil bildete. Eben so lässt sich auchdie Dauer des deutschen Reichs , die in der obigen Tabelle auf 900 Jahre angegeben ist, aufdem Gemälde durch die Höhe derselben Farbe erkennen , wenn man nachsicht, durch wie vieleJahrhunderte sie fortgefuhrt ist. Ganz auf die nämliche Weise verfährt man bei allen übrigenStaaten.
No. II. ALLGEMEINE NEUERE W ELTGESCHICHTE.
Verleger : Johann Velten in Carlsruhe. — Gedruckt bei G. Braun. 1825.