532 Unterricht Unterthan
Schärfe im Magen, deßgleichcn im übrigen Darmcanale, woher langwierige !Durchfälle entstehen, theils in einem regelwidrigen Zustande der Werkzeuge selbst,Verhärtung des Magens, gewöhnlich am Magenmund oder am Ausgange dessel-ben, Verengerung einer Partie der Gedärme, Geschwüre in dem Umfange dieserTheile, bestehen. Auch die Krankheiten der die Verdauung unterstützenden Werk-zeuge, der Milz, des Pankreas, und vorzüglich der Leber, gehören hierher.—
Die 2. Classe der Unterleibskrankheiten beruht auf einem Mißverhältnisse derThätigkeit des arteriellen und des venösen Blutsystems im Unterleibe, indem der -Rückfluß des Blutes nicht in dem Maße geschieht, als der Zufluß es nöthig machte.Wenn nämlich der Zufluß des Blutes nach den Organen des Unterleibes durch die 'Arterien ungehindert und unaufhörlich, oft noch durch besondere Reize vermehrt,stattfindet, zugleich aber der Rückfluß des Venenblutes in die Pfortader langsamervor sich geht, muß nothwendig eine Anhäufung von Venenblut in den Blutgefäßender benannten Theile, Druck der aufgetriebenen Adern, Stockung des Blutes indenselben, und dadurch eine Reihe krankhafter Zufälle entstehen, von denen dieHämorrhoiden, Blutflüsse aus dem Darmcanal, Blutbrechen, Magenkrämpfe,Milzkrankheiten und Hypochondrie öfters vorkommen. In Rücksicht der Ursachedieser Krankheiten kommt die Leber in besondere Betrachtung, von deren Thätigkeithauptsächlich der freie Rückfluß des Venenblutes aus dem Unterleibs abhängt. ^Denn je lebhafter die Leber ihr Geschäft, die Bereitung der Galle aus dem Vcnen-blute der Pfortader, ausübt, desto schneller ist der Umtrieb dieses Blutes in der §Leber, und der Rückfluß aus derselben in die untere Hohlader; je träger hingegendie Leber ihr Geschäft betreibt, desto langsamer ist der Verbrauch des Venenblutesaus der Pfortader, desto mehr häuft sich demnach das Blut in den Venen des Un-terleibes. — Hierzu kommt dann noch um so öfter eine Krankheit aus der 3. Classe, ,
da Verstimmung des Nervensystems schon an sich störend auf die Leber wirkt, und !wiederum jede Regelwidrigkeit derselben zunächst in einer Abweichung der Herrschaft !des Nervensystems über das Geschäft der Leber gegründet sein muß. Es kann aber 1auch die Verstimmung des Nervensystems des Unterleibes von dem Nervengcflecht ,eines andern Theiles des Unterleibes, z. B. den weiblichen Geschlcchtswerkzeugen,ausgehen, und sich von da über das ganze Nervensystem des Unterleibes aus-breiten. Diese Verstimmung äußert sich vorzüglich durch eine krankhafte Empfind-lichkeit, durch eine fehlerhafte Einwirkung auf die Organe und daher rührende Un-regelmäßigkeit der Funktionen, und durch einen stürmischen Übertritt der Nerven-thätigkeit aus den Unterleibsnerven bis in die Nerven des Gehirnsystems. Daherdie Zufalle, welche u. d. N. der Hypochondrie, der Hysterie, des MagenkcampftSund der allgemeinen Krämpfe und Verzückungen bekannt sind. — Bei der Curdieser chronischen Unterleibskrankheiten kommt es auf die Erforschung ihrer Ur-sachen an und derjenigen Werkzeuge oder Systeme, welche ursprünglich ange-griffen sind. H.
Unterricht, s. Schule, Pädagogik, Methode; wechselseitigerUnterricht, s. Lancaster und Wechselseitiger Unterricht.
Unterschlachtig, s. Oberschlächtig.
Untcrth an (»ubllitu») ist der Staatsbürger im Verhältnisse zum Sou-verain, und nur in dieser Beziehung. Es ist nur uneigentlich gesprochen, wennman die Untergebenen eines Grund - und Gutsherrn auch Unterthanen nennt, sohäufig dies auch geschieht, und nur im zusammengesetzten Staate können die unter-geordneten Regenten wieder Unterthanen haben. So war eS ehemals im deutschenReiche; so ist es in gewisser Hinsicht noch jetzt bei den ehemals souverainsn, nunstandeshcrrlichen Besitzungen. Im Staate gibt es keinen Stand, der nicht Unter-than sei; die Gemahlin des Souverains ist dessen erste Unterthanin. Auch Fremdesind Unterthanen, solange sie im Staate weilen (oublliti tempvrsrü), nur die-